Ar. 78 / Einundzvanzigfler Za-rgang
Kasseler Neueste Hachrkchken
Donnereta 2 Llp' 11931 2. Vettage
Der größte Abenteurer des 20. Jahrhunderts?!
Ein Kapitel aus den Memoiren Trebiisch-Lineolns
Eine Karriere im EikziWiemvo
(Schluff des Artikels der gestrigen Ausgabe.)
Marschall Wu stand damals im Zenith seiner Macht. Im Lager war ein ewiges Kommen und Gehen, man sah britische Uniformen und französische Marineleute, Attaches fuhren vor und Industrie- Magnaten.
Für seine vielen Gäste aber hatte der Marschall einen ganzen Palast erbauen lassen; er war gerade ferti^estellt, und ich glaube, daß ich zu den ersten gehört habe, die ihn bewohnten: Zwei schöne Zimmer hatte der Marschall für mich bereitmachen lassen.
Zunächst begrüßte mich ein Herr Suez, em junger Chinese mit sehr intelligentem Gesichte, der vollkommen fließend und ohne feden Akzent englisch sprach.
„Ich spreche auch ein wenig deutsch." lächelte der Chinese, doch dieses Deutsch war schon recht mangelhaft, er konnte, wie so viele, das „R" nicht aussprechen; er sagte nicht „Oesterreich", sondern „Oestelleich".
Dann wurde ich zum Marschall geführt. Und jetzt begann es wieder sehr chinesisch zu werden. Jeder deutsche Marschall würde es ablehnen, einen derartigen Sicherheitsapparat in Anspruch zu nehmen. Schon am Eingang des einstöckigen Gebäudes, in dem Wu arbeitete, erwarteten mich vier Gardisten mit einem Kapitän. Diese fünf Leute begleiteten mich durch alle Korridore, trotzdem buchstäblich an jeder Gangecke vier Soldaten standen, das Bajonett gepflanzt, die Handgranaten am Gürtel.
Vor jeder Tür, die ich pasfieren mußte — ich glaube, es waren nicht weniger als zwanzig —, wieder vier Gardisten, die sich so verhielten und mich so anstarrten, als wollten sie mich im nächsten Augenblick niedermetzeln.
Endlich betrat ich — immer noch ließ mich die Wache nicht allein — das Arbeitszimmer des Marschalls. Ich sah Bücher an den Wänden, Bücher auf einem riesigen Tisch, von dem der Marschall sich erhob.
Ich hatte den Eindruck eines mittelgroßen, mittelstarken Herrn anfangs der Fünfzig.
Er war nicht in Uniform, sondern in dunklem, chinesischen Zivil.
Etwas war sehr sonderbar an ihm: die Haare. Sie waren fuchsrot und kurzgeschoren.
Ein sehr schütterer, eigentlich nur aus je zehn Haaren bestehender Schnurrbart brannte ebenfalls rot.
Da bemerkte ich erst, daß die Wache ganz nahe an mich gerückt war, daß sie mich beobachtete, kein Auge von mir ließ ...
Ich lächelte: die Furcht vor Attentaten schien eine besondere Eigenschaft chinesischer Generale zu sein. Sie wußten wohl auch warum.
Jetzt gab der Marschall der Wache mit der Hand ein schnelles, fast unwilliges Zeichen: Ich war mit Wu und dem feinen Sekretär Suez allein.
Ich hörte später, daß der Marschall nur zu einer Stunde des Tages Uniform anzog, wenn er im Lager die Truppen inspizierte. In lunger Front stauSeu-.fi». da, er schritt sie ab, so lang sie war, sah jedem Soldaten wie eine furchtbare Drohung, an der er einen Tag lang genug haben würde, in die Augen. Wann diese Paraden stattfanden? Um sechs Uhr früh!
*
Wir sprachen über die innerpolitischen Verhältnisse in seinen Provinzen. Ich gab dem Marschall einige Winke. Sehr schnell kam dieser dann auf weitere Themen zu sprechen. Die Unterredung gestaltete sich für mich ganz besonders interessant und erfolgbringend, da ich den Marschall in manchen Belangen zu meiner Auffassung bekehren konnte.
Die Fragen waren.
Rußland und China.
England und China.
Japan und China.
In rasendem Tempo — mindestens für chinesische Verhältnisse — wurde durchsprochen' die Frage der Uebervölherung Japans und die peinlichen Folge» der japanischen Expansion für Chino.
Die scheinbare Loyalität Rußlands das die freie und tausendfach von Rußland für frei erklärte Mongolei besetzt hielt.
Engländ, dem durch die bolschewistische Welle und durch den Boykott unendlicher Schaden entstanden ...
-r-
Dann das übliche Dinner nach diesem Gespräche. Ein schmatzendes, trotz des Fortschrittes des Gastgebers sehr chinesisches Essen.
Was mir an den chinesischen Gastereien aber gefiel, wiederholte sich auch hier. Der Marichall ging an ein Tischchen, auf dem sämtliche Gläser für die Tafel standen. Er »ahm das erste, hob es, ließ den Diener den Wein (Reiswein) eingießen, rief laut meinen Namen, indem er das Glas erhob — und übergab es dem Diener, der es auf einen bestimmten Platz der Tafel stellte. Das war somit mein Platz, an den ich mich begeben und warten mußte, bis auf dieselbe Weise alle Gäste ihren Platz erhalten hatten.
Daß dabei der Mai schall dos Glas mit beiden Händen hob. mit beiden Händen mir entgegenstreckte, mit beiden Händen der Karaffe des Dieners entgegen«
Bei Husten Pniiima| Katarrh - helfen lUllIlUl"'Pastillen
hielt, damit er einschenken konnte gab dem Ganzen etwas Rituelles, an die Wandlung der katholischen Kirche Erinnerndes . . . (Selbst eine Visitkarte wird in China mit beiden Händen überreicht!)
Wir atzen jedoch nicht aus gemeinsamen Schüsseln, wie dies sonst mittels dünner Stäbchen geschieht, sondern hygienischer: wir bekamen jeder einen kleinen Teller vorgesetzt.
* j
Nach der Mahlzeit wieder im Arbeitszimmer. Hier überreichte ich schlietzlich dem Marschall ein sehr umfangreiches Konvolut: Mein Memorandum in chinesischer Sprache.
Dann eutlietz er mich: „Morgen wieder von drei bis vier, nicht wahr!"
Vor der Tür lauterten schon die Wachen auf mich, begleiteten mich wieder bis vor das Portal des Hauses.
Zu meiner größten Ueberraschung erklärte 6er Marschall am nächsten Tage, er habe schon mein ganzes Memorandum durchgelesen, es sei ausgezeichnet, er werde sich viele Dinge zu eigen machen.
Plötzlich: „Wollen Sie mein oberster Ratgeber werden?"
Ich hatte damit die zweite Etappe erreicht!
„Aber unter einer Bedingung," sagte der Marschall ernst: „Das Memorandum bleibt hier und Sie bleiben stumm."
Ich verstand.
Ich erkundigte mich, da es mich als Europäer natürlich interessierte, nach dem Privatleben des Marschalls.
„Oh," sagte der Sekretär, „der. Mann ist unendlich einfach . . . denken Sie doch einmal er hat bloß eine einzige Frau . . ist das nicht komisch?"
Die Chinesen, soweit sie vornehm sind oder es kein wollen, haben zwar immer bloß eine Frau, aber sie haben mehrere Geliebte. Das kommt, wird man sagen, bei uns auch vor.
Falsch: dort haben nämlich die Frauen zur Linken auch Rechte, sogar Erbrechte, jawohl, und wer seine Maitresse eines schönen Tages verabschieden wollte, würde einen schweren Strauß ausfechten müssen, in dem er niemals Sieger bleiben könnte.
Der Marschall hatte bloß einen Sohn. Und der war adoptiert.
Ich begann meine Tätigkeit als Berater. Sie gipfelte zunächst darin, daß ich dem Marschall vier Dinge einschärfte:
1. Die Besteuerung müße auf eine rechtliche Grundlage gestellt und der Willkür her Lokalgenerale entzogen werden.
2. Man müsse die Beamten gut bezahlen und hie Korruption als Krebsschaden Chinas mit eiserner Hand ausrotten, damit das Volk Verlrauen in hie Ehrlichkeit und Rechtschaffenheit der Verwaltung bekomme
3. Man muffe Landstraßen und Eisenbahnen bauen, Sanitätseinrichtungen schaffen landwirtschaftlichen Unterricht erteilen und sonstige Maßnahmen treffen, um den Volkswohlstand zu heben.
4. Man müsse die Armee neu organisieren und disziplinieren.
Ich betonte zu wiederholten Malen: „Sie müssen alle diese vier Programmpunkte gleichzeitig verwirklichen. Tun Sie dies nicht dann werden Sie binnen zwei Jahren als Faktor der chinesischen Politik erledigt sein."
Marschall Wu schien das — zunächst wenigstens — zu beherzigen . . .
Eines Tages rief er mich. Es handelte sich um Marschall Chi Hsien Puan, einen Unterfatrapen Wu Pei Fus, den Militärgouverneur der drei Provinzen Kianasu. Kiangst und Anhwei. Er hotte Streit mit Lu Pung, dem Militärgouverneur von Cbekiang seinem Nachbarn. Es ging um den Besitz von Shanghai . . .
Es wäre fatal gewesen, unser Reformprogramm menen eines ausbrechenden Krieges zurückstellen zu müssen.
Ich sollte zu Chi eilen, den Krieg verhindern und mein Aufbauwerk zunächst in seinen Provinzen beginnen.
Ich nahm an.
Am Abend ein Bankett mir zu Ehren. Ein Toast des Marschalls feierte mich und sprach von meiner grandiosen Aufgabe.
Eine Militärkapelle spielte im Saale Es waren sonderbare Melodien.
Am nächsten Morgen sollte ich in eigenem Wagsn mit der Militärbahn abfahren.
Ich stand noch im Pyjama in meinem Zimmer, als es klopfte und ich gedankenlos „Herein" rief.
Bor mir stand der Marschall in großer Uniform, mir Wünsche auf die Fahrt mitzugeben.
Älnleihevethandlungen in Europa
Oberst Bauer und Stinues.
1923
Meine Mission gelang mir vollständig.
Die drohende Kriegsgefahr war gebannt.
... Hu». .MS- ich- daran, mein Programm zu verwirk- lichen.
Im August 1923 war ich mit den Vorarbeiten so weit, daß ich dem Marschall Chi Hsien Puan vorfchlug, mich mit dem General Wu Hung Chung und zwei Zivilbeamten nach Europa zu entsenden, um einen tüchtigen Organisator für die Armee und den nötigen Kredit (in Geld und Waren) für die ersten wirtschaftlichen Maßnahmen zu gewinnen.
Vor meiner Abreise hatte ich Bauer geschrieben. Ich wollte ihn als Organisator der Armee verpflichten. Trotz aller Zwischenfälle war nicht zu leugnen, daß Bauer ganz das Zeug dazu hatte und auch die nötige politische und militärische Schulung besaß.
Sachliche Erwögungi.i geboten mir daher, persönliche Rücksichten zurückzustellen.
Im September kamen wir in Italien an. Ich hatte mit Bauer ein Rendezvous in Venedig verabredet und wartete dort auf ihn. Es war schon recht kalt, in den Kanälen spann der Nebel, und wenn auch auf her Piazzetta täglich eine Marinekapelle aus Wagnerschea Opern spielte, so froren wir trotz unserer Märtel ganz gehörig.
Den Chinesen gefiel die pittoreske Staat ganz außerordentlich sie fuhren ben ganzen lieben Tag in der Gondel, unb abends ließen sie sich durch die engsten Gasten führen, in denen müde Gaslaternen flackerten und auf das Wasser ihre Flammenschrift schrieben.
Dann saßen wir wieder in de? Hall des „Danieli", dieser sonderbaren Mischung von Hotel und Paloh't, ließen die Fremden, die mit den roten Bädekern in der Hand, noch immer ein- und auszogen, trotz der Kälte, an uns passieren oder wir tranken in iiner Trattoria blutigen Wein, in einem Cafe Espresso den gottvollen Kaffee, der den Teufel in sich hatte . . .
Es war ein richtiger Europaurlaub. Aber, schließlich waren wir doch nicht zum Vergnügen na/ch Italien gekommen, sondern aus geschäftlichen Gründen. Ich war also froh, als Bauer in Venedig eintraf. Unsere Begrüßung war anfänglich kühl.
Schließlich halfen uns die Chinesen über die Verlegenheit hinweg.
"Bauer war nicht allein. Er hätte, einen Mittelschullehrer aus Wien mitgebracht, Wien Herrn Otte, den ich nicht kannte u~b den ich rrxb — ich muß sagen: „leider" — kennenlernen sollte Ich wußte auch nicht recht, zu welchem Zwecke Bawrr diesen Mann mit»
I gebracht hatte. Ich war vom ersten Augenblick an gegen ihn eingenommen.
-—Zunächst «olltew-wir hie Frage-Bauers lösen. Der chinesische General klärte den Obersten genau über die Verhältnisse in den Armeen Wu Pei Fus auf und über die Aufgaben, die seiner in China harrten.
Bauer hörte aufmerksam zu, stellte ein paar Fragen, die dem General sichtlich imponierten. Es dauerte gar nicht lang — und der Vertrag mit Bauer war unterzeichnet. Der Oberst, bekam einen Reise- und Gehaltsvorschuß und hatte vertragsgemäß am 1. Februar 1924 seiner Dienst an,^treten.
Nun kam die Anleihe an die Reihe. Wir hatten uns an Stinnes gewandt, der jedoch persönliche Verhandlungen zu führen, augenblicklich nicht in der Lage mar, da er andererseits sehr engagiert war: er verhandelte nämlich mit Loucheur.
Wir wurden daher an seine ostasiatische Abteilung in Hamburg gewiesen. Dort erwarteten uns die Direktoren Eversmann, Schönherr, Tiefermann und Esterer.
Ich verfaßte ein Memorandum und legte General« üabstarten bei, die hie Situation erhellen sollten, die Lage dep: Flöze, die Trasten der projektierten Eisenbahnen usw.
53as wir brauchten, waren 25 Millionen Eold- ntürk!
Gegenüber unserer Deckung keine Utopie, sondern ein ganz vernünftiges Geschäft, das außerdem den immensen Vortell hatte, Deutschland von neuem einen erheblichen Einfluß in China zu sichern.
Trotzdem stießen wir bei Stinnes, her damals ganz im Banne Loucheurs stand, auf Schwierigkeiten.
Es gab noch feine Amnestie für Bauer und mich, und ich mied daher Berlin, wo Direktor Tiefermann mit den Chinesen weiter verhandelte. Vauer und ich fuhren nach Zürich. Vorher hatte die chinesische Mission'Ludendorff einen Besuch abgestaitet und nach chinesischer Art auch wertvolle Geschenke überbracht.
Wir saßen in Zürich. Bauer und ich iahen uns die Stadt an. Wir kauften ein paar Zeitungen, die wir durchblätterten; sie brachten unklare Meldungen über einen Rechtsputsch in München.
Am Abend gab's Post. Plötzlich schien Bauer außer Rand und Band. Er zeigte mir ein Telegramm:
„Hitler-Putsch in München! Kommet sofort!"
„Ich fahre augenblicklich nach München," rief Bauer und sprang auf. Ich drückte ihn wieder auf den Sessel: „Seien Sie froh, daß Sie da sind, sonst hätten Sie sicherlich mitgemacht!"
Bauer schien sich aber gar nicht zu beruhigen: „Das ist die Erhebung Deutschlands!"
Ich war weniger optimistisch: , Das ist ein zweiter Kapp Putsch, jage ich Ihnen. Ich meine, wir beide sollten doch gerade in solchen Dwgen eine gewiße Erfahrung haben nicht?"
Bauer sah mich unsicher an. „Sie glauben, daß es nichts wird?"
,^zch bin logar überzeugt davon. Kahr und Lossow und Seißer werden nicht zu Hitler haiien werden ihn verraten, ehe es Abend wirb.'
Und ich setzte hinzu: „Laufen Sie aufs Telegraphenamt! Vielleicht gehen noch Depeschen nach München, und warnen Sie Ludenborfs, Ich bin überzeugt, baß er sich in die Sache eingelassen hat"
Bauer rannte fort unb aufs Postamt.
Am nächsten Tag kam der Oberst wie ein begossener Pubel daher, schimpfte und brummte und war schleckitester Laune: „Haben Sie die Blätter schon ge=- les-n?"
„Lossow gegen Hitler, der Putsch mißlungen," sagte ich.
„Also haben Sie die Blätter schon gelesen?"
„Sie irren, ich habe sie nicht gelesen, habe blog Ihr Gesicht angeschaut und wußte alles."
„Es ist leider Gottes ganz genau jo. wie Sie sagen.
„Und Ludendorff?"
„Zu spät gekommen! Meine Depesche nämlich . . ♦ er ist auch in den Bürgerbräu-Kcller zu spät gekommen, aber doch noch früh genug, um in die ganze Chose verwickelt zu werden."
Bauer dankte mir jetzt ehrlich, daß er nicht nach München aefahren war. ,
Wir verfolgten die Vorgänge in den Leitungen; ich blätterte gerade in den „Münchner Neuesten Nachrichten" . . . Da glaubte ich, in die Erde sinken zu muffen, Wütend zeigte ich Bauer das Blatt.
Der las, wollte es nicht glauben: So geheim hatten wir unsere Mission gehalten, daß hier in Zürich und in Venedig kein Mensch erfahren hatte, zu welchem Zwecke wir zusammengekommen waten und wer vor allein die Person Bauers uno die meine gewesen. Und jetzt stand es da in fetten Lettern:
„Eine chinesische Kommission bei Ludendorff. Unter der Führung des Herrn „Tolnai". eines gebürtigen Ungarn, landete kürzlich in Genua eine Kommission chinesischer Offiziere, welche . . . usw." Alles ganz genau, gerade daß Bauer nicht erwähnt war.
Nun wußten die Engländer sicherlich auch sofort, wer Herr Tolnai war und was er in Europa suchte.
Nach zwei Tagen zeigte ich Bauer die Bestätigung. In den britischen Zeitungen stand mein voller Name mit der niederträchtigen Bemerkung, „daß ich mir vier Kulis geheuert hätte, die als chinesische Generale auf? treten müßten, um mit dieser Maskerade Hugo Sünnes hineinzulegen..."
Richtig ist, daß sich die Verhandlungen mit Stinnes natürlich bloß wegen der westlichen Orientierung bes Jnbuftriemagnaten zerschlagen hatten Heber bas Nichtzustandekommen der Anleihe war ich übrigens noch viel konsternierter als über die Briten, die mich entdeckt hatten.
Soweit Trebitsch-Lineoln selbst. Er hat seine An- leihemisston in Europa ohne Erfolg abbrechen müssen, ging nach China zurück, wo er gegen das Kräfiespiel der vielen Generäle, die um die Macht kämpften, nicht mehr recht ankam. Seine Memoiren schließen mit seinem Uebertiitt zum Buddhismus und seiner Heimreise nach Europa, wo er die dortigen buddhistischen Führer aussuchen will. Pathetisch unb diplomatisch ist bas Schlußwort bes Buches, bas mit bem einst gehaßten England Frieben schließt:
„Die Weltrevolution marschiert . . . unb als einziges wirkliches Bollwerk steht nur mehi Englanb ba, umbraust von her gelben sowjetistischen Welle . ..
Dasselbe Englanb, bas ich mein ganzes Leben lang bekannte. Daß ich bies heute bereue, baff ich heute bie Zwecklosigkeit, ja Fehlerhaftigkeit meiner Einstellung gegen bieses einzige Bollwerk her Kultur einsehesi muß, barin liegt vielleicht ber Schlüssel zur Tragik meines Lebens."
Eine Kartenlegerin
von Besucherinnen ausgeplündert
Berlin, 2. April.
Am Tegeler Weg in Charlottenburg wurde von zwei Frauen ein fmroerer Raubüberfall verübt. Die Ueberfattene ist die 64jährige Emma Surm, bie in ber Laubenkolonie „Zufriedenheit" wohnt. Frau <5- erhielt oft Besuch von Frauen bie sich von ihr au# ben Karten wahrfagen ließen. So erschienen auch gestern roieber zwei etwa 35 Fahre alte Frauen hei ihr. Staunt hatten sie sich niedergelassen, als eine von ihnen eine Pistole zog unb der Kartenlegerin „Hände hoch" zuries. Die andere Besucherin burchsuchte vann den Tischkasten und nahm 20 RM an sich. Ta Fran Surm schwer leidend ist und allein in der Wohnung war, konnten die Räuberinnen ungehindert entkommen, -
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