" Mittwoch, 1. April 1931
Kasseler Neueste Nachrichten
Sette 8 — S. Vetlage
Fragen modernen Unterrichts
Jahresversammlung des Hannoverschen Provinzial-Lehrerinnenvereins vom 30. 3.—1. 4. in H.-Münden.
Unter Leitung seiner Vorsitzenden, Frau Seebonn- Hannover trat der Hannoversche Provinzial-Lechrerin- nenverein in Hann.-Münden zusammen. Aus dem hrerlich mt Frühlingssonncnschein gelegenen Awdrees- derg fano die offizielle Begrüßung stau, die den Vertretern der Regierungen in Hannover und in Hildesheim, den Herren Oberreqierungs- und Schulräten Pastinaci und Löbcr, dem Kreisschulrat Wolze, Senator Cammann als Vertreter der Stadt Münden und ihrer Kollegien, sowie den Abgeordneten des Prov.- Beamtenkartells uno der Lehrerver^ine galt, die vorher ihre Grütze übermittelt hatten. Die Vorsitzende wies auf das freundliche Gesicht der reizvoll gelegenen Brenvdenstadi Münden hin, zu der man von luftiger öhe ins Tal hinabschaue, gab einen Rückblick und Ausblick und betonte den heute mehr als je notwendigen Optimismus, der über einer solchen Tagung liegen müsse. Dann hob sie die
Forderungen deS Verbandes
heraus, die es zu verwirklichen heiße: Die Lehrerin müsse aus der Oberstufe mindestens der Mädchenschule uno in ihrer Leitung den ihr gebührenden leitenden Platz erhalten, was in ser Provinz Hannover leider noch nicht der Fall sei, ein 9. Schuljahr sei anzustreben, der Forrbildungsfrage solle die Schule, besonders die Volksschule, eine Heimstätte glücklicher uns froher Jugend werden, eine Pflegestätte besten deutschen Geisteslebens und deutscher Kultur.
Frau Cläre W i t h von der Pädagogischen Akademie Hannover sprach anregend über
Fragen moderner Unterrichtsgestaltung, sich in zweierlei Sinne beschränkend: einmal aus An- regunaen und Forderungen der modernen Pädagogik und Methodik, die unmittelbar in der heutigen Volksschule verwertbar sind, und sodann nur die Oberstufe behandelnd. Zwei Forderungen wurden scharf umrissen: der Begriff der Abeitsschule und der Leitunterricht, der keimzellenartig nach allen Seiten um sich greife und mit dem vielgenannten Begriff Konzentration zunächst nichts zu tun habe. Das Kind, das nicht nur aus Kops, sondern auch aus Körper, Sinnen, Händen bestehe, müsse stärker aktiviert
werden. Gewarnt aber wurde vor einer Verallgemeinerung etwa auf alle Fächer. Zwei Stunden täglich könne man für diese Art Arbeit ansetzen, aber beileibe nicht alles so behandeln. Außerdem bedürfe man eines svstematischen Trainings.
Der zweite Tag wird der Frage „Schule und Ju- gcndwohlfahrt^ gewidmet fein. — In den Vortragsräumen hatte der heimische Kunstmaler Pforr eine Reihe seiner feinsten aus dem hessisch-hannoverschen Heimatboden entsprossenen Arbeiten in Oel und Aquarell ausgestellt.
Marburgs großes Programm
Aus tem Marburger BerkehrSoereiu.
Am Monlaa fand eiti« Midglieöerverfammluug des M«r- purger VerkebrsvcrrinS statt. Da man verschiedentlich mit «r Wohnungsvermledung in Streit »«kommen wat. bat man lieb mit dem ®tut)entenmo6nuh»»emt gttintgt, io dah per dem «emdtfr da» rtudmtenwobnunasamt alles llber- nlmml, uns wahrend des Semesters das Wobwungsamt. Bei dem Punkt „Festspiel« IW wurde erwähnt, daß man sicher für 6q6 Luftstück das Eiisabetbseftsviel einseven würde, um den Wlaern etwas besonderes zu Bieten. Auch brachte man den Wunsch vor, dast auch Kassel seine Schuten nach Marburg schicke, was bis lebt noch nie geschehen sei. Die Eliiadetbkirche könnte bis zu Beginn der Feier teilweise jeitifl fein und den Besuchern sreigeaeben werden. -4-er sarkvvbaa der heiligen (rii'oBetb sei schon erneuert und alle isdelsütne wieder eingesebt, Line (Garantie von 300.— Mark für die sestsvlede wurie übernommen. Der alte VerwoltunaSrat wurde wiedergeivädlt und ein Vertreter der Staden:nschasf eingefügt.
Marburger Veranstaltungen im Jahre 193L
Avril: 13. bis 18.: Schulungswoche für Studentinnen sJnstitut für Leibesübungen).
Mai: Tagung der,,8Uten Herren" des Kartellverban. des der katholischen --xtudentenveretne Deutschlands (K. $.). — 3.: Angensvieltag des Deutschen Fustoallbundes und der Deutschen Svoribehorde für Leichtatblerk. — 2.—10.: E eka- Ausstelluna der ixdeka-Grosthandels e. ®. m. b. H. Marburg und Frühiahrsbezirkstaguna der Edeka-Genossenschaft, Bezirk Frankfuri/M. 14: Treffen der euaitg. Frauenhil- fen des Kreisverbandes Marburg. — 19.—22.: Musikväda- aogische Tagung (mit groben öffentlichen Aufführungen) des Berliner Zentralinstituts für Erziehung und Unter« Vicht (400—600 auswärtige Teilnehmer). — Prof. Sievhani. — 35. oder 31.: Militärgrotzkonzert der vereinigten Musik- korvS des J.-R. 15. — 26.—28.: Tagung des Vernins kath. deutfcher Lehrerinnen. — 30.: GeneraloersamnUung des
Sildegardisvereins (Verein zur Unterstübung stud. kath. Frauen e. V. ÜUcbenl.
Juni: 6./7.: Verbandsvertretertagung der ehemaligen 83er. — 7. 6. bis 5. 7.: Marburger Festspiele (mit dem Seiet der 61. Elisatbetb). 12./13.: Tagung des Sieichsver- 6an)e8 kommunaler und anderer 6ffentH«er Arbeitgeberverbände Deutschlands. — 14.: Oberbesnscher Katholikentag mit Pontifikalamt im Schlostvarktbeater. — 21.—28.: Aauarien- und Terrarienausstellmng.
Juli: Landesverbandstagung des SchneiderHand- werks: Eintreffen des Hestenveretn aus Wilhelmshaven mit Floitenkavelle. — 5.—12.: (Äauturntag des Turngaues Hellen (800—1000 Turner). — 5. oder 12.: Slugtag des Knrhe(fischen Vereins für Luftfahrt. — 8./9.: Ltlzhsches Oratorium: „Die Hallige Elisabeths.
August: -iersammlung der Vorsteher des 3. Ordens vom bl. Franziskus in Deutschland. Versammlung der Mitglieder des 3. Ordens vom Hl. Franziskus aus der Diözese Fulda. — 5.—81.: Ferienkurse an Ser Universität für In- und Ausländer. „Deutsche Erziehung, deutsche Literatur und Sprache". 8.—10.: Ächter Jägertag. 10.: 3teiS eieTetmn6Ceträn,&eneratoerfomm[unfl des Akademischen Vonifaziusvereins. Tagung de- katholischen Akade- mikerverbanües (Sauotversammlung).
Oktober: 1.—3.: Hauptversammlung 6e8 Hellikchen Volksfchulleürervereins. „ , .
November: Ausstellung der Relitmien der. Heiligen Elisabeth im Kunstmuseum. Schlnhseier des Elnabethjab- res durch die katl). Gemeinde. 19.: Elisabeth-Feier der evangelischen Gemeinde.
Dezember: 11.—13.: 17. Heffstche, Sunageklstgelschan. I Auherdem llnd Nir Juni und Juli noch «onderzuge aus Ungarn, Holland und der Schwei« angemeldet.
Dringender«. Das Heimatfest de» EggegebirgS- vereins findet im Juni in Dringenberg (Kreis Warburg) statt. Mit der Veranstaltung wird die Aufführung von Schillers „Wallensteins Lager" auf einer Freilichtbühne verbunden. Der Hof des allen fürstbischöflichen Jagdschlosses am Rande der Stadt wird den Hintergrunv für die Aufführung abgeben. Ebenfalls ist die Eröffnung eines Heimatmuseums im alten Schlosse vorgesehen. Die Provinz Westfalen hat für diesen Zweck 4000 RM. zur Verfügung gestellt.
Was unsere Leser wünschen
(Für He unter dieser Rubrik veröffentlichten ..@ingefanit»*
Übernimmt die E6riftltitung keine-'ei Verantwortung.»
Stratzenbabnverbcllernnaen Mulang — Druseltal.
Zeitungsberichten zufolge soll die Druseltallinte der Strahenbahn zweigleisig ausgebaut werden. Ich schlage stattdellen folgendes vor: Die Strahenbahn verlängert die I jetzige Mutangstrecke durch die Steinböferstraste oder Für- I stenftrahe, fo bah eine Schleisenführung der Gleise entsteht, I und auherdem eine Verbindung zum Druseltal. Der Fahr- I
plan ist wie folgt gedacht: An Werktagen fahren die Wagen der Pinte 5 Mulang nach Druseltal und zurück, und zwar vormittags und in den Abendstunden. In den Rachmti- tagsstunden fahrt die Linie 14 als Einiabliuie Über Mulang Gleisibbleife Fürstenstraste zur Stadt und die Linie 5 talwärts über Brabanterstratze, während der Bergverkebr stets über Mulang geht, «n Sonn- und Feiertagen gebt der gesamte Zusadverkehr über die Gleisschleise, nur Linie 5 fahrt bis Druseltal. Diese Gleisführung bringt wesentliche Vereinfachungen. Wochentags wird eine Linie ganz ge- spart. Das nicht ungefährliche Rangieren an den E, d- vunkten Mulang und Druseltal iautzer Linie 5) lallt fort und der Betrieb wird einfacher als durch den zweiglelstgen Ausbau, der den Hauptverkehr noch mehr von Mulang fortnimmt als dies schon zum Leidwesen der Gastwirte durch die Drufeltallinie geschehen ist. Die Aufsichtsbehörden und die Strahenbahn wird gebeten, diesen Vorschlag zu prüfen. X. Y. Z.
Wir geben Auskunft
Briefkasten Oer $t. R. 71.
R. D. ht D. Da die Zahlung vor dem Stichtag, das ist der 14. Juni 1922. ohne jeden Vorbehalt erfolgt ist, kann - eine Aufwertung nicht mehr in Frage kommen.
A. St. Die allgemeine Aufwertung beträgt 25 Prozent. In Ihrem Fall scheint es sich aber um ein Restkanfgeld zu handeln, für das eine höhere Auswertung und zwar bis zu 100 Prozent und unter Umitanben mehr in Frage kommt. Wenn es stch um eine Darlehnsiuwoihck handeln sollte, so kommt nur eine Aufwertung von 25 Prozent in Frage. Eventuell müßten Sie uns den Sachverhalt näher erläutern.
H. Sch. Einen Anspruch auf Rente hat Ihre Schwiegermutter nicht. Es kann stch höchstens um eine Unterstützung auf dem Wege der Fürsorge handeln. Ein diesbezüglicher Antrag ist an das Wohlfahrtsamt zu richten.
A. B. Es kommt auf die getroffenen Vereinbarungen an. Wenn Ware aus Abzahlung gekauft wird, ist auch ein Zuschlag wie geschehen gerechtfertigt, aber auch nur bann, wenn Sie darüber einig geworden und. Wie boch die Banksvesen sind, dürfte Ihnen eine Nachfrage bei einer Bank bester und genauer Aufklärung geben.
Ein Lrauker. Wenn Sie nach 10 Uhr abends durch ruhestörenden Lärm belästigt werden, wenden Sie sich au die Polizeibehörde.
Müller. Wenn nichts anderes schriftlich oder mündlich vereinbart ist, steht Ihnen bei monatlicher Mietszahlung monatlich: Kündigung zu, die sväteftens am 15. eines jeden Monats zum Schlust des Monats ausgesprochen werden kann. Wenn Sie also sväteftens am 15. März die Kündigung ausgesprochen haben, brauchen Sie nur Miele bis zum 31. März zu zahlen. .Haben Sie später gekündigt, dann mutz die Miete bis zum 30. Avril gezahlt werden.
B. B. Der Ehemann ist zum Unterhalt der Ehefrau verpflichtet. Wenn der Ehemann nicht freiwillig zahlt, muh Klage auf Unterhalt erhoben werden. Die Höhe der Unter- ,7 Haltsrente wird vom Gericht festgesetzt: sie beträgt rund =4 ■' des Einkommens. Die Gemeinde ist zu nichts verpflichtet. Es kommt Woblfahrtsunterstützung in Frage.
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