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Kummer 77*

Mittwoch, 1. April 1931

21 Jahrgang

Erdbeben fordert über 2000 Todesopfer

Furchtbare Katastrophe in Mtttelamerika / Vorläufig keine große Reform der Arbeitslosenversicherung / Heute fällt in Weimar die Entscheidung

Die Stadt Managua in Trümmern

Eigener Drahtbericht.

Neuhort, 1. April.

Die nicaraguanische Hauptstadt Managua wurde am Dienstag von einem furchtbaren Erdbeben heimgesucht, das großen Schaden anrichtete. Das Erd­beben, das um 10.02 Uhr vormittags einsetzte und den größten Teil der Stadt in Trümmer legte, war nur von kurzer Dauer, und zwar dauerte es nur vier bis sechs Sekunden, ftn der Markthalle brach ein Brand aus, der sich sehr schnell ausbreitete und die noch stehenden Gebäude im westlichen Teil der Stadt in Asche legte.

Der in Managua stationierte Beamte der Tropical Radio Company berichtet, daß das Funkgebäude in Managua durch das Erdbeben zerstört sei und der Funkbetrieb von einer 8 Kilometer außerhalb Mana­gua gelegenen Fabrik aus aufrechterhalten werde. In Managua sei das Kriegsrecht proklamiert Worden.

Den ganzen gestrigen Tag über wurden dann weitere Erdstöße verspürt. Ein starker Erdstoß abends um 9,30 Uhr vollendete die Zerstörung, sodaß innerhalb des engeren Stadtkreises kein Wohn­gebäude mehr erhalten ist. Die ganze Nacht hin­durch brannte es an zahlreichen Stellen. Das Feuer brach immer wieder an neuen Stellen aus, da Man­gel an Wasser die Löschversuche unmöglich machte.

Rach den letzten Schätzungen beläuft stch die Zahl her'Todesopfer auf mindestens 1000. die der Verletz­ten auf mindestens 2000. Viele Verletzte, die nicht wehr geborgen werden konnten, find unter den bren- nmrüen Trümmern umgekommen. Die Regierung hat angekündigt, daß die Verpflegung der Ueberlebenden auf Kosten des Staates durchgeführt wird. Das Ret- tungs- und Hilfswerk geht unter Leitung amerika­nischer Marinesoldaten und der unter amerikanischen Offizieren stehenden Nationalgarde weiter.

*

Reuyork, 1. April. Nach den letzten drahtlosen Telegrammen aus Managua hat sich die Zahl der Todesopfer auf 2500 erhöht.

Schwierige Reiiungsarbeiien

Die ersten Augenzeugenberichte.

Reuyork, 1. April.

Die Morgenblätter bringen einige Berichte von Ueberlebenden des -Erdbebens in Managua, darun-

th. Berlin, 1 April.

Was den Versuch der Oppositionsparteien der Rech­ten, eine neue Tagung des Reichstags zu veran­lassen. anbetrifft, so wird Reichstagspräsident Loebe wahrscheinlich diese Frage im Aelteften- rat des Reichstags zur Erörterung stellen, aber es ist anzunehmen, daß diese Besprechung des Aeltesten- rates erst nach Ostern stattfindet. Bis jetzt lie­gen von der Rechten überhaupt noch keine formellen Anträge auf Wiedereinberufung des Reichstages vor, sondern lediglich ein kommunistischer Antrag.

Die Parteien der Rechtsoppofition unternehmen inzwischen den Versuch, aus dem rechten Flügel der jetzigen Mehrheitsgruppe Anhänger für ihren Wunsch auf Einberufung des Reichstages zu gewinnen. Die­ser Versuch wird aller Voraussicht nach vergeblich bleiben, denn die Mehrheit der Parteien, die soeben erst die Vertagung des Reichstags auf den 13. Okto­ber beschlossen haben, dürfte einer sofortigen Wieder­einberufung kaum zustimmen. Da nun aber Präsident Loebe bereits mitgeteilt hat, er werde lediglich für den Fall, daß eine Mehrheit des Reichstages die Wie­dereinberufung wünscht, einem derartigen Wunsche nachkommen, so ist nicht damit zu rechnen, daß in der nächsten Zeit eine solche Einberufung erfolgt.

Die Arbeiten des Reichskabinetts werden allerdings in den nächsten Wochen und Mo­naten, wie es schon bei der Vertagung des Reichs­tages geschah, ohne Mitwirkung des Parlaments vor sich gehen. Bei diesen Arbeiten steht die Be­kämpfung der Erwerbslosigkeit im Vor­dergrund. Wahrscheinlich wird die Kommission, die unter dem Vorsitz des früheren Reichsarbeitsministers Dr. Brauns dieses Problem studiert hat, schon in den nächsten Tagen in der Lage sein Vorschläge und Richtlinien der Oefsenllichkeit zu unterbreiten. Man hält es jedoch für

ter eines in Corinto eingetroffenen amerikanischen Marinefliegers. Diese Ueberlebenden sch.ldern die Schreckensszenen, die Verwüstung und die Rettungs- versuche der Halbverschütteten in grauenhaften Ein- ' zelheiten. Am schlimmsten scheinen danach die großen

Gebäude des Stadtzentrums gelitten zu haben.

In dem völlig zerstörten Gefängnis kamen allein 150 Menschen um.

Von dem größten Hotel steht nur noch eine Mauer. In dem Trümmerhaufen sind überall Tote und Ver­letzte sichtbar.

Der Gesamtschaden wurde heute frühmor­gens auf 40 Millionen Dollar geschätzt.

Die Bahnlinien sind in einem Umkreis von zehn Meilen zerstört,

was die Heranbringung der Lazarettzüge von Corinw erschwert. Die Zahl der Opfer wäre wahr­scheinlich noch größer gewesen, wenn nicht 40 Pro­zent der Bevölkerung die Stadt verlassen gehabt hätten, um das Osterfest am Meeresstrand zu ver­bringen. Wie Associated Preß ferner meldet, ist

der Versuch, durch Dnnamitsprengungen den Brand einzudämmeu, erfolglos

geblieben. weil die Dynamitvorräte bald aufgebraucht waren. Auch' die Löscharbeiten lind unmöglich, da die Wasserleitungen durch das Erdbeben zerstört wurden. Die Straßen sind mit Flüchtlingen anaefüllt die. von einer Panik ---rff- fen. ans der brennenden Stadt zu flüchten suchen. Infolge der Trümmermassen sind

die Straßen kaum passierbar.

ftn der ganzen Stadt ist kein einziges Gebäude unbe­schädigt geblieben.

Die in der Mitte der Stadt aeteaene Markt­halle, in der, wie gemeldet, kurz nach dem Erd­stoß Feuer ausbrach und die von Frauen und Kin­dern überfüllt war, stürzte infolge des Brandes e i n. wobei 35 Personen unter den Trümmern be­graben wurden und verbrannten. Auch auf den Straßen liegen zahlreiche Tote und Verletzte.

wahrscheinlich, daß die feit langer Zeit besprochene große Reform der Arbeitslosenverficherung iw Augenblick noch nicht in Angriff genommen wird, sondern, daß mau augefichts der allgemeinen Un­sicherheit der Lage sich für die nächste Zeit mit kleineren Einzelmaßnahmen auf ver. schiedenen Gebieten begnügen wird. So z. B. wird die Frage der Arbeitsbeschaffung und Maßnahmen gegen Doppelverdiener und ähnliche Fragen behan­delt werden. Außerdem scheint die Regierung, wie derBörseucourier" hierzu erfqhrt, schon jetzt zur Arbeitszeitverkürzung entschlossen zu sein, um auf diese Weise die Wiedereinstellung von Arbeitsloseu in größerem Umfange zu ermöglichen.

Soweit die verschiedenen Erwerbszweige dafür tech­nisch geeignet sind, denkt man auch an die Einführung der sogenannten 40 - Stunden- Woche, wobei natürlich eine ganze Reihe Ausnahmen und Ein­schränkungen berücksichtigt werden müssen.

50-60 Millionen muff n einqesvarl werden

Rebe« diesen Reformarbeiten auf sozialpolitischem Gebiet wird eine der weiteren Hauprsorgeu des Kabi­netts auf die Sicherung des Haushaltes und der Kasseulage gerichtet sein. Bekanntlich find bereits Einsparungen und Abstriche am Etat ohnehin erforderlich, um das jetzt rechnerisch hergestellte Gleich­gewicht des Haushaltes auch für längere Zeit auf­recht zu erhalten. Dazu wird es notwendig fein, im ersten Quartal des neuen Rechnungsjahres ungefähr 50 bis 60 Millionen eiuzuspaeeu, damit nicht gegen Ende Mai Schwierigkeiten in der Kassen­lage entstehen. Die eutsprecheudeu Maßnahme» wird

die Regierung im Rahmen der ihr vom Reichstag er­teilten Ermächtigung selbständig vornehmen.

Vor der Entscheidung in Thüringen

th. Berlin, 1. April.

Heute wird voraussichtlich in Thüringen die Entscheidung über das bisherige Kabinett und über das Verbleiben der nationalsozialistischen Mi­nister in der Weimarer Regierung fallen. Nachdem gestern in Weimar die letzten Versuche, eine Ver­ständigung zwischen der Deutschen Volkspartei und den Nationalsozialisten herbeizuführen, ge­scheitert sind, und nachdem die Volkspartei noch einmal ihre Stellungnahme zu den Mißtrauensan-

MoSkau, Ende März.

Bereits mehr als sechs Jahre lebe ich jetzt in der Sowjetunion. Natürlich bin ich während dieser Zeit ost nach Europa gefahren, wicht nur um wiooer ein- möl neue Theaterstücke und Filme ohne kommunisti­sche Propaganda zu scheu, und essen zu können, auf toa3 ich gerade Appetit habe, sondern um auch von Zeit zu Zeit Abstand zu den Dingen zu bekommen, in Serien ich lebe. Jedesmal, wenn ich zurückkehre, finde ich Veränderungen des täglichen Lebens, die einem gar nicht so auf fallen, wenn man sie hier miterlebt.

In den Jahren 1924 bis Anfang 1927 waren die Lebensbedingungen zweifel­los gut und die «besten nach den Kriegszeiten. Da­mals waren nicht nur Attrappen in den Schaufenstern, sondern in den Geschäften konnte man auch kaufen, was ausgestellt war. Allerdings war dieser Aufschwung wicht der sowjetischen Industrie und erst recht nicht dem Staatshandel, sondern der emporblühenden Pri­vatwirtschaft, der damals herrschendenNeuen Oe- konomischen Politik", zu verdanken. Nachdem man aber mehr oder weniger schnell die Privatleute wirtschaftlich erwürgte, die Sozialisierung der Land­wirtschaft in immer schärferem Tempo erzwingen wollte, sank 'her Lebensstandard der Bevölkerung von Jahr zu Jahr. Die Idee des Fünfjahrplanes wird durch die Sowjetzeitungen tagaus, togein den Sow­jetbürgern eiwgehämmext, die gleichzeitig einen Wech­sel auf eine bessere Zukunft darstellen soll. Natürlich muß zugegeben werden, daß mehrere Spitzenleistun­gen der Industrie errichtet wurden. Einige davon in einem Ausmaße, den sich selbst Amerika wicht leisten kann, weil eben die Amerikaner wirtschaftlich dercken und handeln, um im volkswirtschaftlichen Sinne produktiv wirken zu können.

Doch von den Jndustriesragen will ich heute nicht schreiben, sondern nur einige allgemeine Eindrücke aus dem täglichen Leben geben. Nachdem ich einige Wochen in Deutschland gewesen war, kehrte ich in Öen ersten Februartagen nach Moskau zurück.

Der Expreß BerlinWarschauMoskau gehört, zweifellos zu den bequemsten Grotzstrecken Europas, da man nur an der russischen Grenze den Zug zu wech­seln braucht, und die Fahrtdauer nur noch 38A Stun­den beträgt die Verspätung allerdings nicht mit eingerechnet. An der sowjetischen Grenzstation Ne­tz o r e l o j e kommen die Träger in die Abteile und bringen, die Gepäckstück- in die Zoll-Halle.

Nach der Revision gehe ich in den Wartesaal, um einen kleinen Imbiß zu mir zu nehmen. Es bleibt jedoch bei der Absicht, denn demWeißbrot" mit sei­ner schmutziggrauen Farbe, dem sehnigen Schinken und vertrockneten Käse bin ich -bereits etwas ent­wöhnt. Die Fahrt, das lange Stechen bei der Gepäck­kontrolle ermüdet. Ich habe also die begründete Aus­rede, mir einen stärkenden Tropfen zu leisten. Wein? Ja, der war vor etwa einem Jahre gut. Uro noch einige Monate früher sogar sehr gut. Aber im letzten Jahre konnte man mit 90 Prozent Sicherheit damit rechnen, einen ganz jungen, trüben und sauren Wein zu bekommen. Dagegen ist der rus­sische Sekt auch heute noch wirklich gut und gar nicht teuer. Die beste Sorte kostete etwa 11 Mark. Uno nun kam die erste Ueberraschung. Preis 20 Rubel, also reichlich 42 Mark! Ich habe mich noch nicht von dem Schreck erholt, da sagt der dienstbare Geist:Sie sind doch Ausländer? Haben Die Valuta?

Kaufen Sie doch vom Ausländertisch.

Dort kostet bet Sekt nur VA Dollar." Richtig, ein höl­zerner Verlaufsstand ist besonders für Ausländer ein­

trägen festgelegt hat, kann kein Zweifel mehr daran bestehen, daß diese Miß rauensanträge in der heuti­gen Sitzung des Thüringer Landtages in Weimar angenommen werden, was zum Ausscheiden der beiden nationqlsozialistischen Re- gierungsmitglieder Dr. Frick und Marschler führen wird.

Gestern nachrntttag ist, wie dieVossische Zei­tung^ aus Weimar berichtet, Adolf Hitler mit mehreren Unterführern noch in Weimar eingetroffen.

Bor der Erdt'fnung des Hauptverfahrens im Skla- rek-Prozeß. M-c der Eröffnung des Hauptverfahrens im Fall Sklarek ist in diesen Tagen zu rechnen. Die Anträge der Verteidigung, die Erklärungsfrist der Angeschuldigten um zwei Monate zu verlängern, find bekanntlich von der Kammer abgelehnt worden.

gerichtet. Dort gilbt es gegen Valuta russische Heim­arbeiten wie Nationalkleioer, Tücher, Holzschachteln, ferner Konserven, Weine usw. Selbstverständlich kaufe ich lieber zu 6.30 Mark als zu 42 Mark. Der offi­zielle Wechselkurs ist aber nach wie vor 2.16 Mark für einen Rubel! Bei diesen offiziellen Valutagebräu­chen ist wohl jeder Kommentar überflüssig!

Die zweite Ueberraschung bringt der nächste Mor­gen. Da meine, sämtlichen Zigaretten im großen Ge­päck sind, gehe ich in den Speisewagen und kaufe mir für 1.50 Rubel (3 Mark) eine Tchachtel- Zigar^t- ten (es gibt dort nur eine Sorte), aber nach dem ersten Zug ist mir jefce Lust am Rauchen vergangen. Ich habe im Kriege manches merkwürdige Zeug als Zigarette bekommen, aber das war doch wirklich

zu starker Tobak"!

Mit diesen Zigaretten könnte bie ©otojetregierung je­den fetndlichen Angriff abwehren.

Eine Berfpätung von über zwei Stunden. Das ist aber jetzt üblich, sogar vier Stunden und mehr. Das Straßenbild? Wie in den lebten Jahren. Grau in grau. Vielleicht noch etwas düsterer. Und doch eine Riesenüberraschung! In Moskau gibt es jetzt zwei neue Arten von Geschäften, die ge­rade in der Hauptstadt desArbeiter"-Staates stark verblüffen! Zunächst die eine Art. Hier kann man sehr viele Lebensmittel, Seide, Bekleidungsstücke usw. ohne Karten oderOrdre" kaufen. Allerdings die Qualitätsfrage will ich lieber nicht untersuchen. Der Verkauf in diesen Geschäften steht unter dem Mono: Sowjetbürger leg Geld in deinen Säckel! Einige Bei­spiele von der Preistafel: Je ein Kilogramm russi­scher Schweizerkäse 24 Rubel, (fast 50 Mark), hollän­discher (natürlich nicht aus Holland) Käse 16 Rubel (34,56 Mark), gekochte Wurst 10 Rubel (21,16 Mark), Margarine 10 Rubel. Hierbei sei bemerkt, daß Ruß­land ehemals das Land der Butter und Fette war und jetzt in Deutschland, England und Däne­mark große Margarineeinkäufe tätigte, Apfelsinen 12 Rubel (25,92 Mark), Aepfel sehr selten und höchstens mittelgut. Dabei war Rußland früher be­kannt wegen feines herrlichen Obstes aus der Krim, Kaukasus, Turkestan 4 Rubel (8.64 Mk.). Ferner kosten Hühner, denen man Unterernährung schon von weitern ansehen kann) das Stück 6 Rubel (12,96 Mark), Fischkonserveri je Büchse (300 Gramm) 3.75 Rubel (8.10 Mk.), Konfekt und Schokolade (mittelmä­ßige Qualität) ein Kilogramm 6 Rubel, Zigaretten im größten Raucherland der Erde, dessen Zigaretten früher weltberühmt und trotz hervorragender Qua­lität spottbillig waren. Im Schleichhandel auf den Märkten und Straßen werden diese Zigaretten die Schachtel mit 30 bis 60 Kopeken, also billiger als in oen Stossgeschäften, gehandelt! je Packung zu 25 Stück 0,35 bis 0,75 Rubel. Herrenschuhe (die bil­ligste, sehr schlechte Sorte 31 Rubel (66,96 Mark), halb­wegs tragbare Wintermäntel (auf Watte mit Pelzbe­satz) 250 bis 275 Rubel (540 bis 594 Mark, aber schlechter als Berliner Ware zu 100 Mark), gestrickte Westen und Jumper 3560 Rubel (74,40 bis 129,60 Mark). Diese kleinen Beispiele mögen genügen.

Als früher die Privatleute, der sogenannteRep" (nowaja ekonomitscheskaja Politika neue ökonomische Politik) höhere Preise (aber ganz bedeutend niedriger als die jetzigen Staatshandelspreise) infolge der er­würgenden Steuern nahmen, wurden sie deshalb als Spekulanten und Klassenfeinde verschrieen. Und was macht jetzt der Staat? Der Staat hat das Erbe der ehemaligen Kaufleute angetreten., Nur mit dem Un­terschied, daß die früheren Kaufleute billiger und ihre Waren ungleich besser teuren! Bemerkenswert ist e?.

Regierung für Arbeitszeitkürzung?

Oie große Reform -er Arbeitslosenversicherung wird wahrscheinlich verschoben

Als ich wiederkam...

Bilder vom russischen Alltag / Von unserem Moskauer Korrespondenten K. H. Görbing