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Nummer 74*
Sonnabend/Sonntag, 28./2S. März 1931
21. Jahrgang
„Deutschlands reservierte Haltung"
England über Deutschlands Stellungnahme zu Hendersons Vorschlag enttäuscht / Notverordnung gegen Terror? / Das Programm des Neichskavlnetts
Neue Notverordnung in Sicht?
Bekenntnis zur Standhaftigkeit
Zur Abwehr des
Bern», 28. März.
Wie der „Vorwärts" wiffen will, soll entsprechend toter Vereinbarung aus der Konferenz der Innenminister eine Verschärfung der gesetzlichen Vorschriften zur Abwehr des politischen Terrors erfolgen. Da es nicht möglich war, dem Reichstag rechtzeitig eine Vorlage zu unterbreiten, soll aufgrund des Artikels 48 anfangs nächster Woche eine Notverordnung er- laffe» werden, die Aenderung im Vereins- und Ber- sammlungsrecht, verschärfte Bestimmungen gegen Waffenbefitz und Waffenhandel sowie Verschärfung der Strafbestimmungen wegen Aufforderung zu politischen Gewalttaten enthalte» soll.
Vor neuen Aufgaben
th Berlin, 28. März.
Aus der sehr großen Zahl der Beschlüsse, die der Reichsrat gestern gefaßt hat, ist vor allem der Einspruch gegen die Erhöhung des Einkommensteuerzuschlages, sowie gegen die Erhöhung der Tantiemensteuer hervorzuheben. (Siehe auch Seite 2!) Die Sozialdemokraten werden sich mit diesem neugeschaffe- uen Tatbestand abfinden müssen, da"rns auf weitere- reine Möglichkeit besteht, den Einspruch des Reichsrates durch eine Zweidrittel-Mehrheit des Reichstags wieder ungültig m machen. Ein Teil der aus der nunmehr abgelehnten Erhöhung-her Dantiemen- steuer erwarteten Einnahmen, war bereits rm voraus festgelegt und zwar sollten 5 Millionen zur Sanierung der Knappschaftsversicherung und 3 Millionen zur Durchführung von Kinderspeisungen verwendet werden. Da der Finanzminister nicht die Absicht hat, die Kinderspeisungen zu streichen, so wird er die erforderlichen 3 Millionen durch Einsparungenananderer Stelle des Haushaltsplanes verfügbar machen. Anders liegt es allerdings bei der Knappschaftsversicherung, wo es wahrscheinlich nicht ohne weiteres möglich ist, die hier erwähnten 5 Millionen von anderer Seite zu beschaffen.
Der R e i ch s r a t wird am Dienstag noch eine Sitzung abhalten und sich dann über den Monat April vertagen. Auch das Reichskabinett wird im April keine Sitzungen abhalten. Es hat gestern nachmittag seine Beratungen vor der Osterpause abgeschws- sen, wobei eine sehr lange Tagesordnung erledigt wurde, die im wesentlichen aus den bekannten laufenden Angelegenheiten bestand.
In den nächste» Wochen werden die meisten Reichsminister nicht mehr in Berlin anwesend sein, aber in den Ressorts der Reichsregierung wird trotzdem lebhaft gearbeitet werden, denn es ist notwendig, eine Reihe wichtiger Maßnahmen, auf außer- und innerpolitischem, vor allem auf sozialpolitischem Gebiete vorzubereiten, die dann vom Reichskabinett zum größten Teile wohl aus dem Verordnungswege durchgeführt werden sollen.
Aus dem großen Komplex dieser Vorbereitungsarbeiten sind vor allem die außenpolitischen Aufgaben zu erwähnen die einer langfristigen Vorbereitung bedürfen. Hierhin gehören die Revision derTri- bute, die Abrüstungskonferenz und die Durchführung der Arbeiten an der deutsch-österreichischen Zollunion. Nicht minder wichtig als diese in die Zukunft weisenden Probleme sind die Aufgaben auf sozialpolitischem Gebiet. Nicht nur die oben erwähnte Knappschaftsversicherung, sondern auch die Invalidenversicherung und die Arbeitslos en Versicherung befinden sich bekanntlich in schwieriger Finanzlage. Dann wird der Plan der Zusammenfassung der Krisenfürsorge mit der Gemeinde-Wohlfahrtsfürsorge weiter zu verfolgen sein. Am heutigen 28. März läuft die Frist ab, bis zu der diejenigen Krisenunterstützten, die sich am Stichtag des 3. November des vorigen Wahres in der Krisenfürsorge befanden, nicht aus ihr entlassen werden sollten. Damit wird jetzt ein sehr großer Teil der Krisenunterstützten auf die Gemeindefürsorge überführt, denn es ist nicht beabsichtigt, die bereits einmal verlängerte Krisenfürsorge noch einmal »u verlängern. Infolgedessen entsteht für die Gemeinden eine neue Steuerbelastung, und es ist vorauszusehen, daß viele Gemeinden und Landkreise dadurch in neue Schwierigkeiten geraten. Da das Reich in diesem Falle nicht noch einmal eingreift, sind diese Gemeinden auf die Unterstützung durch die Länder angewiesen, die ihrerseits wieder auf Grund der Notverordnung vom 1. Dezember v. I. ermächtigt sind, zur Unterstützung notleidender Gemeinden zentrale Unterstützungsfonds zu bilden. So besteht z. B. in Preußen ein derartiger aus Mitteln der Hauszinssteuer abgezweigter Fonds von 80 Mill.. (Siehe auch den Bericht „Notruf der Gemeinden" auf Seite 2!)
politischen Terrors
Die Aufgabe» des Reichskabinetts werde» sich auch auf andere wichtige Fragen, so z. B. die Sicher- heit des Haushalts durch evtl. Neuersparu»- gen und Kürzungen sowie die Ergänzung der Agrarmaßnahmen zu erstrecken habe».
Ueber die Ausgestaltung dieses umfassenden Arbeitsprogramms für den bevorstehenden Sommer hat die Regierung gestern in einer Ministerbesprechung verhandelt, jedoch sind über den endgültigen Umfang und das Durchführungstempo der für die nächste Zeit einzuleitenden Schritte im Augenblick natürlich noch keine abschließenden Mitteilungen möglich.
„Sturmtag der Gottlosen"
Berlin, 28. März.
Zum Osterfest bereiten, Blättermeldungen zufolge, chie Berliner Kommunisten eine Veranstaltung vor, die in den weiten Kreisen der Berliner Bevölkerung bereits starke Entrüstung hervorgerufen hat. Es handelt sich um einen sogenannten „Sturmtag der Gottlosen", für den der Kommunistische Zugendverband bereits eine große Zahl von Sälen in Berlin zum Ostersonntag gemietet hat. Es ist natürlich anzunehmen, daß in diesen öffentlichen Versammlungen Gotteslästerung getrieben wird.
Polizeipräsident Grzefinski hat bisher diesen österlichen „Sturmtag der Gottlosen" nicht verboten, sondern nur Veranstaltungen unter freiem Himmel untersagt.
• Mit scharfen Worten- wendet sich daher der gesamte evangelische Elternverband Groß-Berlin in einer Eingabe an den Polizeipräsidenten gegen ein derartiges „Verbrechen an den jungen Seelen".
London, 28. März.
In einer längeren Feststellung bringt die „Times" die lebhafte Enttäuschung zum Ausdruck, die die deutsche reservierte Haltung gegen Hendersons «jorschlag hervorgerufen hat.
Es würden, so schreibt das Blatt, zwei Gründe dafür vorgebracht, daß Oesterreich kein Recht zu dem Abschluß eines Zollabkommens mit Deutschland oder irgendeinem anderen Staate habe. Der erste sei das sogenannte
Unabhängigkeits-Argument.
Es ergebe sich daraus, daß sich Oesterreich verpflichtet habe, von wirtschaftlichen und finanziellen Abmachungen Abstand zu nehmen, die mittelbar oder unmittelbar seine Unabhängigkeit beeinträchtigen könnten. Der Abschluß der Zollunion bedrohe aber angeblich Oesterreichs Unabhängigkeit, insofern als es ein Abkommen mit einem Staate treffe, der sehr viel stärker als Oesterreich sei. Demgegenüber könne man allerdings feststellen, daß z. B. auch Luxemburg letzthin eine Zollunion mit Belgien abge- schwssen habe, ohne hierdurch irgendwie seine Unabhängigkeit zu verlieren. Außerdem besage das deutschösterreichische Zollabkommen ausdrücklich, daß die Zollverwaltung eines jeden Landes unabhängig bleiben solle, daß beide Regierungen völlige Freiheit haben, mit Dritten Handelsverträge ab zu sch ließ en, daß das Abkommen mit 12monatlicher Frist nach drei Jahren gekündigt werden kann usw.
Wie könne aber, so fragt die „Times" am Schluß, die Unabhängigkeit bedroht werden durch ein Abkommen, das derartige Sicherheitsklausel» enthalte und von dem ein jeder zurücktreten kann, sobald es dies »rotte?
Das zweite Argument gegen den beabsichtigten Zollverein bestände darin, daß die
Meistbegünstigungsklausel,
die Oesterreich im Genfer Protokoll den Alliierten zugestanden hat, stark beeinträchtigt würde. Die Bestimmungen des Protokolls könnten auch den Laien davon überzeugen, daß die vorgeschlagene Zollvereinigung ungesetzlich sei. Aber diese Theorie sei nicht so einfach wie sie aussehe. Die Zollrechts-Sachverständigen, und zwar nicht nur die Deutschen, behaupten, daß ein Zollverein die Meistbegünstigungsklausel um- stoße, oder mit anderen Worten, daß die Meistbegünstigungsklausel sich auf die neue wirtschaftliche Einheit als Ganzes erstrecke. Dies«
W. P. Dem deutschen Volke wird in diesen Tagen politischer Anschauungsunterricht erteilt. Demonstriert wird, wie verdammt schwer es ist, ein bißchen Vernunft in die Welt der Unvernunft, die nach den Rezepten von Versailles, St. Germain und den anderen durch die „Friedensschlüsse" berühmt gewordenen Pariser Vororten mehr schlecht als recht regiert wird, zu tragen. Zum Bewußtsein wird uns gebracht, daß in dieser Welt nicht allein Mischen Worten und Taten, sondern auch zwischen Wort und Wort und zwischen Tat und Tat deutliche Unterschiede gemacht werden. Je nachdem nämlich ob das Wort, der Plan und die Tat von einem der Großkopfeten oder von einem der Enterbten und Enteigneten in bet europäischen Staatenfamilie stammen. Was einmal als der Weisheit letzter Schluß gefeiert wird, wird zum andern als Anschlag auf den — ach so trefflich organisierten — europäischen Frieden verdammt. Und da nutzt es denen, die der Vernunft den Weg ebnen wollten, zunächst noch nichts, daß mit peinlicher Sorgfalt aus ihren Plänen alles ausgemerzt haben, was gegen die dreimal gezeitigten Verträge verstoßen könnte: Es wird zunächst einmal von jenen, denen die Unvernunft und 'das Unrecht zum besten gediehen sind, Lärm geschlagen, es wird verurteilt, verdammt und verleumdet. Das alles haben wir in diesen Tagen nach der Bekanntgabe der deutschen und österreichischen Zolluüions Pläne zur Genüge genossen, und wir können jetzt eher als zuvor, ermessen, durch welches Ttommelseuer wir hindurch müssen, wenn wir über kurz oder lang den Versuch machen werden, in Pie Bestimmungen der Verträge eine Bresche zu schlagen.
So weit der Anschauungsunterricht, und' die Lehren, die daraus zu ziehen sind? Die eine läßt sich volkstümlich so ausdrücken: Bangemachen'gilt
Theorie fei 1921 angenommen worden, als Belgien und Luxemburg einen Zollverein abschlossem Man müsse daher fragen, ob es richtig fei, einen in diefem Falle angenommenen Grundsatz im Falle Deutschland-Oesterreich umzustotzen.
Deutschland behaupte, vollständig überzeugt zu fein, daß die Gründe für die Rechtmäßigkeit der vorgeschla- genen Zollunwn unwiderleglich seien. Man glaube in London, wenn diese Behauptung ehrlich fei, so bestehe keine Veranlassung, den Hendersonschen Vorschlag abzulehnen. (Wenn das englische Blatt, wie es doch offenbar der Fall ist, die gegen die Zollrevision vorgebrachten Argumente her wenig stichhaltig hält, müßte es logischer Weise eigentlich m dem Schluß kommen, daß der Hendersonsche Vorschlag überflüssig ist. Die Redaktion.)
Warschau fühlt sich befremdet
Warschau. 28. März.
Der stellvertretende Außenminister Oberst Beck empfing am Freitag de» österreichischen Gesandten Baron von Hein und bat ihn um Aufklärung wegen des deutsch-österreichischen Vorvertrages. Hierbei brachte er, tote es in dem amtlichen Bericht der polnischen Telegraphenagentur heißt, die Verwunderung der polnischen Regierung zum Ausdruck, daß die Regierung Oesterreichs trotz der bisherigen freundschaftlichen österreichisch-polnischen Beziehungen die polnische Regierung über gewisse Schritte, die einen großen Einfluß auf die Weiterentwicklung dieser Beziehungen ausüben könnten, nicht unterrichtet hätte.
pariser Proteste
Paris, 28. März.
Der Senatsausschuß für Handels- und Zollfragen hat gestern zum deutsch-österreichischen Zollan- gleichungsprotokoll Stellung genommen und folgende Entschließung gefaßt:
„Der Ausschuß hält die geplante deutsch-österreichische Zollunwn für geeignet, vie Handelsbeziehungen zu beiden Ländern, um nur bei der wirtschaftlichen Seite der Frage zu bleiben, ernstlich zu stören. Er fordert die Regierung dringend auf, in Verhandlungen einzuiretn und alle Matznah- men zu treffen, damit den aus dem Vertrag sich ergebenden Rechten weder direkt noch indirekt Abbruch getan wird.
Der Vorsitzende des Kammerausschusses für Handels- und Zollfragen, Abg. F o u g e r e, hat ferner in der Kammer eine Interpellation über das eutfch- österreichische Zollabkommen emgebracht.
nicht! Der große Realpolitiker auf hem preußisch«» Königsthron, der nicht nur hie Flöte zu blasen verstand, sondern auch im politischen Metier ein Meister war, hat hie S t a n e> h a f t i gke r - als die Retterin aus allen politischen Stören gepriesen. Diese Stand- haftigkeit allen Angriffen gegenüber zu bewahren, ist das erste Gebot der Stunde. Und zweitens muß jetzt wieder einmal an alle Kreise unseres Volkes die Mahnung ergehen, die inneren Zwistigkeiten zurückzustel- len, wenn es um die großen außenpolitischen Fragen, um die Schicksalsfragen der Nation, geht. Von den Blättern der Regierungsparteien ist jetzt die pünktliche Erledigung des Etats durch das i^irlament als Erfolg der Regierung Brüning gefeiert worden; wichtiger als diese anerkennenswerte Leistung scheint uns aber die Tatsache zu sein, daß endlich einmal eine deutsche Regierung die Initiative ergriffen hat, um die durch das Versailler Diktat und den Joungplan eingeengten Lebens Möglichkeiten der deutschen Wirtschaft und damit auch 'des deutschen Volkes zu erweitern und zu verbessern. Und dieser Vorstoß, aus einer rechtlich gut fundierten Stellung geführt und taktisch geschickt eingeleitet, -wird erfolgreich sein können, wenn die 'beiden Brudervölker eine feste Front bilde«.
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Dis Rechtsfrage ist an dieser Stell« schon ausführlich erörtert worden; mit gutem Gewissen konnte der deutsche Kanzler dem englischen Botschafter erklären, daß Deutschland eine juristische Prüfung des Abkommens nicht zu fürchten habe. Recht be- zeichneitd für die Unsicherheit 'der protestierende» Staaken ist übrigens auch die Tatsache, daß ihr" Einspruch rechtlich bald mit dem Genfer Protokoll, bW mit der VöWerbundssatzung begründet wird. Man will oder man muß. — aus Gründen, über die noch zu sprechen ist — protestieren, und darum sucht man krampfhaft nach einer Begründung für diesen Protest. Damit fällt aber auch bereits ein Licht auf die taktische Lage, denn merkwürdig: Ms im Jahre 1927 in Gens die mit viel Pomp angekündigte und mit einer erheblichen Unterbilanz abschließende Weltwirtschaftskonferenz tagte, trat der belgische Außenminister dafür ein, daß „sich, zunächst einmal hie Staaten zusammenschließen müßten, die unter ähnlichen Produktionsbcdingnngen wirtschaften". Aristide Briand aber war es, der sehr eifrig seinem Brüsseler Kollegen sekundierte und gleichfalls mit Wärme von dem Gedanken der regionalen Zusammenarbeit sprach, und ähnliches stand auch in dem Paneuropaplan zu lesen, mit dem eben dieser Briand hernach die Welt beglütfte. Und nun? Jetzt machen zwei Staaten mit der Verwirklichung der regionalen Zusammenarbeit ernst, und sofort wird das, was einst gepriesen wurde, zum Verbrechen gestempelt, und Mar von den gleichen Leuten, die einst zu den Lobrednern gehörten. Doch es ijt nicht notwendig, daß man zur Klärung dieses Zwiespaltes der Natur den guten Grafen Oerindur anruft. Denn das ist des Widerspruches Lösung: Regionaler Zusammenschluß, Paneuropa und alle derartigen Dinge sind für diese Leute erwünscht, sofern sie selbst die Regisseure sind, und so weit diese Bewegung der Festigung des Versailler Werkes dienlich ist. Alles andere aber, mag es auch noch so vernünftig sein, mag es auch zur Gesundung Europas beitragen, wird verurteilt und verdammt, denn nicht aus eine zweckentsprechende Neuorganisation der europäischen Wirtschaft, sondern auf die Erhaltung der augenblicklichen Machtverhältnisse kommt es diesen Kreisen in Wahrheit an. Die Paneuropafreunde haben sich selbst entlarvt, und unsere Aufgabe wird es sein, diese taktischen Möglichkeiten nicht ungenützt zu lassen.
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Als ein Mitglied des Prager Parlaments, Othmar Kallina, dem tschechischen Außenminister in einem Gespräch vor vier Jahren vorhielt, daß der wirtschaftliche Zusammenschluß Deutschlands und Oesterreichs auf jeden Fall kommen werde, schleuderte ihm Herr Bene sch das furchterregende Wort entgegen: Das bedeutet den Krieg. Ganz so kräftig hat sich der Prager Staatsmann, der so leidenschaftlich gern in „großer" Politik macht, heute in seiner Protestrede .egen das deutsch-österreichische Abkommen zwar nicht mehr ausgedrückt, mit Krieg droht er uns diesmal nicht, aber er will nicht „annehmen", obwohl für ihn nichts „anzunehmen" ist, und auch sonst läßt er es an Drohungen nicht fehlen. Und in allem, was er spricht, zittert die Trauer um das heißgeliebte, nun verstorbene Kindlein, Donaukonföderation genannt, nach. Gegen einen derartigen regionalen Zusammenschluß, dessen Front gegen Deutschland gerichtet sein sollte, wäre natürlich nichts einzuwenden gewesen. Doch der Traum der Donaukonföderation war zu Ende geträumt, als Miß Austria dem tschechischen Liebhaber einen Korb gab, und als selbst die Freunde von der Kleinen Entente die Schultern zeigten. Umso
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