Rümmer 72*
Donnerstag, 26. März 1931
21 Jahrgang
Kasseler Abendzeitung
etWtmnsetBtffe: «SchenMch feäSma! naSmtttasS. »BonnementSpretB: Htt 6en Mona, 2.80 u? de, tatet Zu- ttnung <ns HauS. in der Geicbäiisstcllk abgebol« ‘2.10 Jt Durch die Poll monatlich 2.80 Jt auStchltefelich Zu« unungsgebßBi. 3n Kallen oon böberei Gewalt be ftcbt kein Änkoruch auf Lieferung der Zeitung oder auf Nuckvdlung des Bciugsoreiies. Verlas. Lchriilleimua und Druckerei: jkölntiche Strafet 10. — Deleoiwn: kawmelnummer 6800 Juristische Svrcchftunde feien Dienstag von 6 bis 7 Udr Süluilche Strafet Nr. 10.
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Hessische Abendzeitung
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Vor der Vertagung des Reichstags
Oer englische Botschafter spricht beim Reichskanzler vor / Brüning verteidigt den deutschen Rechtsstandpunkt / Unsachliche Ausfälle Herriots
Henderson gibt nach!
Oer Völkerbundsrat soll sich mit dem Zollabkommen beschäftigen
Krisenstunden des Weltkrieges
Aus den Erinnerungen des Marschalls Koch
Paris, 26. März.
Zwischen dem englischen Außenminister H e n d e r- fon.unb dem französischen Außenminister Briand fand gestern eine Unterredung statt, über deren Ergebnis die englische Botschaft in Paris folgendes Kommunique ausgibt:
. Der französische und der englische Außenminister haben über die Lage beraten, die durch den Plan eines Ksterreichisch-deutschen Zollabkommens gescksaffen worden ist. Henderson setzte Briand davon in Kenntnis, daß er die Aufmerksamkeit der deutschen und österreichischen Regierung auf die Beunruhigung gelenkt habe, die vielerorts wegen der Unvereinbarkeit des geplanten Vertrages mit den bestehenden Verpflichtungen verspürt worden sei. Henderson hat der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß, bevor diese Regierungen die Perhandlungen über den Plan einer Zollunion fortsetzen, dem Völkerbundsrat, unter desien Auspizien das Protokoll von 1922 zustandegekommen ist, Gelegenheit gegeben werde, sich selbst in der Mai- Tagung davon zu überzeugen, daß die fraglichen Vorschläge nicht den Verpflichtungen, die dieses Protokoll Oesterreich auferlegt, zuwiderlaufen.
Oer britische Botschafter beim Kanzler
Berlin, 26. März.
De^ britische Botschafter hat gestern den Reichskanzler wegen der deutsch-österreichischen Vereinbarung ausgesucht und ihm mitgeteilt, Herr Henderson halte es im allgemeinen Interesse für erwünscht, daß die Angelegenheit im Hinblick auf das Genfer Protokoll gemeinsam besprochen würde, und daß Deutschland und Oesterreich bis zur nächsten Völkerbundsratssitzung nicht zu endgültigen F e st st e l l u n g e n schritten.
Der Reichskanzler hat den Botschafter in seiner Antwort darauf hingewiesen, daß die deutsch- österreichische Vereinbarung sich ganz im Rahmen des Genfer Protokolls halte und somit nach Auffaffung der Reichsregierung und der österreichischen Regierung für den Völlerbundsrat kein Anlaß gegeben sei, sich mit der Angelegenheit zu befaffen. Wenn von anderen Regierungen eine Prüfung der Rechtsfrage angestrebt werde, so brauchten die deutsche und die österreichische Regierung diese nicht zu scheuen. Eine Prüfung des Abkommens durch den Völkerbundsrat unter politischen Gesichts punkt en halte die Reichsregierung nicht für zulässig, da das Abkommen rein wirtschaftlichen Charakter habe. Der Reichskanzler erläuterte die Ziele der deutsch-österreichischen Verhandlungen, die natürlich ihren Fortgang nehmen müßten, die aber, wie von vornherein festgestanden habe, mit Rücksicht aus die zahlreichen zu regelnden technischen Einzelheiten nicht vor zwei oder drei Monaten zum Abschluß gelangen könnten.
Vizekanzler Schober, bei dem gleichfalls der englische Gesandte vorsprach, hat dem Diplomaten eine ähnliche Antwort wie Reichskanzler Brüning gegeben.
Herriots zehn punkte
Parts, 26. März.
In einem Artikel in der „Ere Rondelle" wendet sich der radikale Abgeordnete Herriot gegen das deutsch-österreichische Zollangleichungsabkommen. (5t stellt zehn Punkte auf, die er gegen das Abkommen Vorbringen zu müssen glaubt, nämlich
1. das Protokoll betreffend die regionalen Abkommen sei nur eine Finte, eine Falle (!). 2. Es schaffe einen wahren Zollverein, und was das sei, wisse man ja aus der Vergangenheit. 3. Man würde die Franzosen für Esel halten, wenn man glaubte, sie hätten vergessen, daß die politische Vereinheitlichung Deutschlands vermittelst der Zollvereinigung zustande gekommen sei. i. Das österreichisch-deutsche Protokoll stehe in formellem Widerspruch zu dem Anstreben der Organisierung des Friedens und der Vereinheitlichung Europas. (?) 5. Deutschland werde dadurch eine Ellipse mit zwei Mittelpunkten. 6. Die Ausdehnung des jetzigen Zollvereins auf Ungarn stehe bevor, wenn sie nicht schon vollzogen sei. 7. Die deutsche Demokratie sei bei der Angelegenheit durch die nationalistischen und imperialistischen Elemente an der Ras« herumgeführt worden. (!?) 8. Der deutsche und der österreichische Rationalismus rechneten, indem sie in dieser Weise eine aggressive Stellung einnehmen, mit der Schwäche gewisser Länder. 9. Die deutsche Demokratie und der Friede seien in gleicher Seift bedroht. (?) 10. Es sei an der Zeit, darüber Klarheit zu gewinnen, ob man freimütig die Politik von Genf annehme ober ob man unter dem Deckman- tel einer scheinbaren Befolgung dieser Politik in
Wirklichkeit einen offensiven (!) Block bilde, der sich bei Gelegenheit ebenso brutal äußern werde wie beispielsweise jetzt das österreichisch-deutsche Protokoll. (Glaubt Herr Herriot, der sich so gern als „Friedens-- freund" feiern läßt, mit dieser unsachlichen Attacke wirklich dem Frieden und der Verständigung zu dienen? D. Red.)
Eine An-obl der Berliner Morgenblätter beschäftigt sich mit dem Besuch des britischen Botschafters beim Reichskanzler und dem Besuch des Britischen Gesandten in Wien bei Dr. Schober. In allen Aeußc- rungen kommt zum Ausdruck, daß der britische Außenminister Henderson bei feiner Stellungnahme zu dem deutsch-österreichischen Zollabkommen dem Drucke Briarrds unterlegen ist.
Der -Vorwärts" schreibt, man könne nur wünschen, daß es schon vor der Maitagung gelingen möge, Europa zu überzeugen, daß die geplante Zollunion mit den bestehenden Verträgen ü-bereinstimme.
Die ,Drutsche Allgemeine Zeitung* begrüßt es, daß Brüning und Schober dem Versuch Frankreichs und Englands, bte rein wirtschaftliche Frage der Zollunion auf das politische Gebiet zu schieben, energisch zurückgewiesen haben. Auch die übrigen Blätter der Rechten sprechen ihre Anerkennung darüber aus, daß der Reichskanzler den deutschen Rechts st andpunkt mit erfreulicher Deutlichkeit vertreten habe und sie unterstreichen die Auffassung, daß eine politische Einmischung des Dölkerbmrdsrates in dieser Frage unzulässig ist.
Berlin, 26. März.
Reichstagspräsident Loebe eröffnete die heutige Reichstagssitzung um 10 Uhr. Atzf der Tagesordnung steht die dritte Beratung des O st h i l f e^ e s e tz e s mit dem Gesetz zur Förderung der landwirtschaftlichen Siedlung und dem Jndustriebankgesetz.
Abg. H ö rn l e (Komm.) weist darauf hin, daß der Schlichter Dr. Völker den 'schlesischen Webern einen Lohnabzug von 6 Prozent diktiert habe. Tas sei der Anfang der Osthilfe. Die Sozialdemokratie sei durch ihre Zustimmung zu den Maßnahmen der Brüning- Regierung mitschuldig an dieser Hungerpolitik.
Weitere Wortmeldungen liegen nicht vor. Präsident Loebe stellt die Abstimmungen auf 12 Uhr zurück.
* *
Schneller als man erwartete, hat der Reichstag bereits gestern den Haushaltsplan für 1931 endgültig in dritter Lesung und in der Schiußabstimmunz angenommen (siehe auch Seite 21). Bei den Kompromißverhandlungen zwischen Sozialdemokraten und bürgerlicher Mitte handelte es sich zuletzt bekanntlich vor allem noch um vier Fragen: Die Steuer Beschlüsse des Reichstags, die sich aus Erhöhung der Tantiemensteuer und der Einkommensteuerzuschüsse bezogen, werden aller Voraussicht nach durch den Reichs rat wieder rückgänoiq gemacht werden. Di« Ermächtigung zur selb ständigen Kürzung des Etats ist inzwischen tm Haushaltsgesetz in der Form angenommen worden, daß von dieser Ermächtigung lediglich die gesetzlich gebundenen Ausgaben ausgenommen fein sollen.
Die dritte Streitfrage war die Z o l l e r h ö h u u g, die erst im Lause des heutigen Tages endgültig beschlossen werden wird, nachdem gestern darüber ein neues Kcmpromiß zustande gekommen ist (siehe Sette 2!). Es bleibt dann noch die vierte Frage, die
Vertagung 6eg Reichstages, über die man sich zweifellos heute noch in dem Sinne einigen wird, daß der Reichstag sich für Mitte Ot o- ber vertagt, daß aber das Präsidium die Ermächtigung erhält, im Einvernehmen mit der Regierung den Reichstag auch zu einem früheren Termin einzuberufen, falls es nölig sein sollte.
Man qat gestern davon gesprochen, daß evtl, zur heutigen letzten Sitzung des Reichstages, die wahrscheinlich schon in den Mittagsstunden zu Ende gehen wird, dieOpPositionderRechten noch einmal in das Parlament zurückkehren würde, um evtl. Be- schlüsse zu verhindern, die ihr unliebsam erscheinen. Es hätte sich dabei um die Schlußabstimmung des
Die Erinueruuge« Les Marschalls Koch, des kürzlich eerftorbenen Lberbesedlshaders der alliierte» Armee«, erscheine«, nachdem sie tm vorige« Jahre in Frankreich nnb England veröffentlicht waren, letzt auch 1« dentscher Sprache. Die Ansfüb- rnngen, die Koch rn den politischen Fragen, beispielsweise mt Frage der belgischen Nentralität «nd int ikriegssck nldsrage, macht, sind nicht stichhaltig nnb werden der deutschen Sache keineswegs gerecht. Bon grofeem Interesse für di« denischen Leser find aber rweifettos die Schildernngen des strategischen Berlanfcs des Krieges, nnd es ist ein Ruhmesblatt für das dentsche Heer, dafe anch diefcr unerbittliche Gegner Dentfchlands die grofeen Leistungen der deutschen Armeen anerkennen mntz.
Wir veröfsentlichen im folgenden mit Erlaubnis des Verlages fit. F. Koehler (Leipzig! ans dem demnächst erscheinenden Bucke einige besonders spannende Abschnitte, in denen Koch die Schlnfeszeuen der Marneschlacht und die kritische Lage der verbündeten Heere in Flandern während des Oktobers 1914* schildert. Gerade die Darstellung der Flauderukämpse zeigt mit erschütternder Deutlichkeit, wie nahe damals die deutschen Trnppen an einem entscheidenden Erfolg gewefen sind.
Das Ende der Marne-Schlacht
Nachdruck verboten.
Die Schlacht an der Marne ging zu Ende. Sie war das Meisterstück des einen Mannes, der sie feit dem 24. August vorbereitet und ihre Verwirklichung bis zum Ende durchgesetzt hatte, des Oberbefehlshabers I o f f r e. Unmittelbar nach unseren Niederlagen an der Grenze hatte er den Kampf abgebrochen und nicht gezögert, seine Kräfte anders zu verteilen, sich im
Etats und um die Zollermächtigung handeln sollen, aber dazu ist es nun zu spät. Es würde also nur die Frage der Vertagung übrig bleiben, und man glaubte gestern noch an die Möglichkeit, daß die Nationalsozia- listen und die Deutschnationalen vielleicht eine langfristige Vertagung, gemeinsam mit den Sozialdemokraten, verhindern würden. Abgesehen davon, daß bei einer Rückkehr der beiden rechtsoppositionellen Parteien die sozialdemokratische Partei an die Seite der bürgerlichen Mitte treten würde, ist auch ohnehin inzwischen bekannt geworden, daß die Rechtsopposttion heute nicht zurückkehren wird.
Der Reichstag wird also heute mittag seine Arbeiten voraussichtlich beenden, da heute nur noch die dritte Lesung des Osthilfegesetzes und die Zollermächttgung zu erledigen sind.
Oer Konflikt tn Thüringen
Tie D. B. P. für di« sozialdemokratischen Mißtrauen santräge.
Weimar, 26. März.
Der Landesausschuß der Deutschen Volks- Partei Thüringens trat hier zusammen, um zu der politischen Lage in Thüringen Stellung zu nehmen. Rach einem Bericht des Fraktionsvorsitzenden, Abg. Dr. Witzmann, über die jüngste Entwicklung in der thüringischen Politik wurde eine Entschließung einstimmig angenommen, in der der Landesausschuß die entschiedene Haltung der Landtagssraktion der Abwehr nationalsozialistischer Anwürfe, insbesondere die Aufhebung der Zusammenarbeit mit den Nationalsozialisten billigt.
Nach Annahme dieser Entschließung erklärte Dr. Witzmann, daß es für die Deutsche Bolkspartei keine andere Möglichkeit gebe, als durch die Zustimmung zu den eingebrachten Mißtrauensanträgen gegen die nationalsozialistischen Regierungsmitglieder die Nationalsozialisten aus der Regierung in Thüringen auszuschalten.
Oemonstrationsverbot über Ostern
in Sachsen.
Dresden, 26. März.
Das Ministerium des Innern verbietet aufgrund von Artikel 123 der Reichsverfassung für Vas Gebiet des Freistaates Sachsen alle Versammlungen, Umzüge und sonstige demonstrative Veranstaltungen unter freiem Himmel zunächst für die Zen vom 29. März bis 7. April wegen unmittelbarer Gefahr für die öffentliche Sicherheit.
Westen eine Operationsarmee zu schaffen, die Führerstellen neu zu besetzen und den Rückzug bis zum rechten Augenblick fortzusetzen. — Als aber dieser Augenblick eintrat, kommandierte er energisch kehrt, nun Angriff und Verteidigung klug verbindend. In einem wunderbaren Eegenschlag hat er dem Einbruch des Feindes den Todesstoß versetzt.
Paris, das Herz des Landes, war durch einen Sieg gerettet worden, zu dem der Gouverneur seine Truppen geschickt hatte, weil er wohl begriff, daß er dort das Schicksal der Hauptstadt entschied. Der deutsche Plan brach zusammen, und mit ihm der Zauber der deutschen Waffen. Der schnelle und ungeheure Einbruch, der Frankreich außer Gefecht setzen sollte, war nicht nur aufgefangen, sondern auch zurückgedrängt, ja teilweise über den Haufen geworfen worden Unter welchen Umständen sollte sich der Feind wieder festsetzen und seine Unternehmungen auf der Westfront von neuem anfangen? Konnte nicht inzwischen die Ostfront das Gewicht ihrer schweren Massen fühlbar machen? Würden die Zentralmächte einen'Feldherrn von solcher Größe finden, daß er hinfort auf zwei Fronten einen Krieg mit geteilten Kräften führen könnte, nachdem er schon gescheitert war, als er sich nur auf eine Front zu beschränken brauchte? Als ich am 28. August die Führung der IX. Armee übernahm, verkündete der Tagesbericht einen siegreichen Einbruch des Feindes „von der Somme bis zu den Vogesest". Der vom 10. September hieß: „Der Sieg der Franzosen bestätigt sich . . ." Mich durchdrang ein hohes Gliicksgesühl, daß ich an dem Umschwung unseres Waffenglücks einen ernsthaften Anteil geWbt hatte.
Geht Belgien ganz verloren?
Mitte Okwber 1914. '
In den schweren Stunden, die wir durchgemacht haben, drängt sich eine Entscheidung von höchster Wichtigkeit auf: Es ist nicht notig, daß die belgische Armee Belgien verläßt Um dieses Unheil abzuwenden, muß ihr Rückzug um jeden Preis zum Stehen gebracht werden; sie muß auf dem Boden ihres Vaterlandes bleiben, mag sie auch noch so geschwächt sein.
Herr von Brocqueville ist ein kluger, klar sehender und entschlossener Staatsmann; er ist derselben Meinung und wird meine Vorschläge unterstützen.
Und wieder einmal müssen wir auf der Straße von Dünkirchen nach Furnes dem grauenvollen Wirrwarr der Bevölkerung Begegnen, die vor dem Einfall der Feinde flieht. Eine dichtgedrängte Masse, Befonbers von Frauen, Kindern, jungen Mädchen, Nonnen, Priestern, Greisen, zieht in der Verwirrung einer übereilten Flucht dahin. Sie sind müde von einem Marsch ohne Rast, ohne Obdach; sie haben Nächte unter dem Sternenzelt ober unter den Regengüssen des Oktobers hinter sich. Furnes ist vollgestopst von belgischen Truppen; auch sie sind von der schweren Beschießung von Antwerpen und einem achttägigen Rückzug sehr mitgenommen.
Ich begebe mich mit unserrn Gesandtschastschef, Oberstleutnant Bröcard, in das belgische Hauptquartier; Herr von Brocqueville geht uns voran. Dort treffe ich die Generäle Hanotaux, den Chef, und Wielemans, den Souschef des Generalstabs. Sie stehen noch inmitten der Verwirrung und Aufregung, die stets mit einem langen und schwierigen Rückzug verbunden sind. Ich nenne ihnen die Gründe, die ein Anhalten dieses Rückzuges rechtfertigen, und die Mittel, die es erlauben, dem Feind wieder die Stirn zu Bieten. Die deutschen Truppen uns gegenüber gehören zum 2. Aufgebot; es find Reservekorps Ihre Infanterie hat nicht dieselbe Kampfkraft, wie die Heere, die wir in Frankreich aufgehalten und zurück- gedrängt haben, aber fie hat sicher eine starke Artillerie bei sich. Wenn sich die belgische Armee eingräbt, wird sie ihre Stöße parieren und eine Sperre bilden können, die bald van französischen Truppen verstärkt wird. Dixmuiden ist schau von einer Marineinfanteriebrigade besetzt, und an deren Festigkeit ist nicht zu zweifeln. Das ist ein fester Punkt, an den die neue Verteidigung angeknüpft werben kann.
Der König empfängt mich einige Augenblicke später. Er befindet sich in dem weiten, herrlich ausge- schrnückten Schöffensaal mit feinem großen Kamin. Dort glänzt ein Feuer, bas mau bei bei Kälte und Feuchtigkeit des Tages recht angenehm empfindet. Es ist das erstemal, daß ich dieser großen Persönlichkeit, dieser edlen Gestalt der Ehre und Pflicht gegenüber trete. Nicht ohne eine gewisse Verlegenheit wende ich mich an ihn, aber ich bin fest entschlossen, vor allen Dingen die gemeinsame Sache der Rettung Belgien« zu verteidigen und an einer Schlacht festzuhalten, die von den Verbündeten geschlagen werden soll. Das Echo auf diese Gedanken läßt nicht auf sich warfen. Belgien
Die letzten Abstimmungen
Heute um 12 Lthr / Osthilfe und Zollermächtigung