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H

MAGGI5 Würze

Flaschen Fläschchen

-.18

1.49

1.13

MAGGI5 Fleischbrühe in der Stangen-Packung ' 5 Würfel nur 18 Pfg.

MAGGI5 Suppen in 28 verschiedenen Sorten 1 Würfel für 2 Teller 12 Pfg.

original nachgefüllt

-.90

-.59

6

5.85

1 -.63 -.39

.36

-.20

öcsdiflttsDcrldil der Dresdner Bank für 1930

in fett

RM 6 000 000. NM 70 191 841,27

RM 7 000 475.

RM 2 700 475,

Sri». Herbert M. («tthnonn. Wilh-lw Hlttmet,*. öwtfl Mosler. Hem« NaLüan. Paul SdjmtoStimSs®.

RM 57 278 862.68

RM 6 917 778.59

NM 2 700 475,

der Steuern mit . und nach einer Ab­schreibung auf Effek­ten» u. Konsortial- Konto von.....

verbleibt ein Reinge­winn von........

dessen Verteilung wir wie folgt vorfchlaaen: Zuweisung z. Pett- ffrmsfonds .... RM 300 000_

4% Tividende auf WUU0U1

RM 100 000 000. RM 4 000 000. RM 4 300 000.-

Tantieme an den

Aufsichtsrat. .. . RM 162 162. sny»rdivtd. aus

RM 100 000 000.- RM 2 000 000.

Vortrag....... NM 538 33.

DresSeN. im Mär, 1931.

E er Vorstand.

gesamten Wirtschaft vorwiegend unter volitischen Oftsichts- punften betrachtet und dadurch die lltlftrnebmunaslttst so gut wie ausgeschaltet wurde. Der politische Radikalismus hat seine Agitation vor allem auf der Arbeitslosigkeit und Not der werktätigen Bevölkerung, aber auch der geistigen Arbeiter, auigebaut. In dieser Entwicklung wird das deut­sche Uebervölkerungsvroblem in voller Schärfe sichtbar. Es bleibt eine der vordringlichsten, im Jahre 1930 nicht ge­lösten Ausgaben, der Arbeitslosigkeit praktisch zu Veibe zu gehen. Ties kann, solange sie eine Konjunkturerscheinung ist und nicht auf Kehlern im Aufbau der Arbeitslofen- versicherung felbst beruht, zum Teil, wie Beispiele gezeigt haben, durch Verkürzung der Arbeitswoche und eyisore- chende Minderung des Wochenlohnes zugleich geschehen. Gelingt es, die Arbeitslosigkeit herabzudrücken, so ergeben sich dadurch so erhebliche Ersparnisie an sozialen Saften, nicht nur für Unternehmer und Arbeiterschaft, sondern hauptsächlich für die öffentlichen Etats, datz eine Steuer, entlaftuitg und damit eine Vermehrung der Kapltalneubil- dung ermöglicht werden kann. Dan wir nur aus Erfvar- niffen an öffentlichem Verbrauch untere Kavitalnot wirksam bekämpfen können, nachdem saft 50 % des Volkseinkommens direkt oder indirekt der öffentliche Bedarf in Anspruch nimmt, braucht hier nicht mehr heroorgehoben zu werden. Es Muy aber auch daraus hingewiesen werden, bah die deutiche Wirtschaft vorläufig noch mit dem Kredit, den sie tu der Welt genießt, sieht und fällt, und daß wir in einer Ambauveriode leben, in der Meier Kredit gefchüet und vor unbeoaMeil Handlungen und Aeußerungen behütet werden muß. Es sind bei der hohen Vollkommenheit unserer In» duüne. bei dem «stanbe unserer Technik und dem Geschick und Klei« unterer Bevölkerung ledig'ich politische Hem­mungen, die uns. was die Höhe der an das Ausland zu »ergütenöcn Zmten anlangt, gegenwärtig auf die Siufe fiel pnmutoerer ÄuOureu und Wirifchaiten heribdriicken, Deutschlands Kredit bedarf, dies bat bas Jahr 1930 wieder bewiesen, in der inneren und äußeren Politik einer ruhigen und zielbewuKen Führung, die sich die Pflege des inneren Marktes ebenso angelegen fein lassen muß wie die Hande'S- bezietmngen zu unteren Abnehmern, und vor allem aut eine enge Fühlung mit den westlichen Kavitalmächten Wert legt. Eitie Uedeiwludltug immer Kavüaluot und hex mll ttzr zu-

Die Krise der Weltwirtschaft hat sich im Jahre 1930 fort­gesetzt und.weiter verschärft. Während sie in den Bereinig­ten Staaten die Merkmale der Ueberproduktion und der Ueberinvestition zeigt, ist sie in den meist betroffenen euro­päischen Ländern eine Erscheinung der Erfchöpsung. «apital- not und Mangel an Sauftraft fct stärkster Anspanniing der Stcuerfräfte für Bezahlung der Schulden und sonstigen Lasten aus dem Kriege haben die Wirtschaft fast ganz Euro­pas geschwächt. Die Zusammendrängung des verarmten bcutfdtcn Pottes auf eitlem von der Natur nicht sehr be- günft aten un» in feinen Grenzen noch mehr als vorher serritfenen Gebiete, die durch die neue politische Grenzziehung verursachte Lösung der natürlichen Zusammenhänge inner­halb der europäischen Wirtschaft, die Abtrennung Rußlands von dem kavitaliftifchen Westen, wären allein geeignet ge­wesen, die notwendige Erholung nach dem Kriege zu er­schweren. Dazu kommen noch die Reparationen, die Deutsch­land bei fallenden Warenpreisen und steigendem Goldwert unerträgllch belasten, dlc natürliche Kapitatverteilung inner­halb der Weltwirtschaft bindern und hie deutsche Ausfuhr un­ter starkem Truck halten. Man erkennt, in welchem Maße in den ausgetretenen Funktionsstörungen, die gro- tzonteils auf außerwirtsevastliche Beweggründe und Umstände zurückgeben, die politischen- sozialen und wirtschaftlichen Um auSgeglichenbeiten zwilchen den Böltern zum Ausdruck ram­men, und wie wichtig es ist. den tragischen Konflikt zwischen den wirtschaftlichen und politischen Fa.toren. die heute mit­einander rntgen, zu lösen.

Wenn auch Deutschland wegen seiner Fehler auf dem Gebiete der Finanz- und ^ozialvolittk und der herrschenden Kaviialnot von der Mißkoniunktur besonders hart betroffen werden mußte, fo konnte man doch Sie Aussichten für eine schnellere Neberwindnng der Schwierigkeiten am Anfang des Jahres 1930 gerade für Deutsch'and. das vorn niedrigen Zinsfuß und den Preisfen klingen aut dem Weltmarkt in stärkstem Ausmaß hätte Nutzen ziehen können, günstiger beurteilen als für andere Länder. Aber die politische Krise, die im Sommer in der Arbeitsunfähigkeit des Reichstagen und in feiner Auflösung fich*6aren Ausdruck fand und mit dem Wahlergebnis vom 14. September ihren Gipfe'ounkt er­reichte, hat diese verhältnismäßig günstige Sage oerfch'echteri, jndem nunmehr die Kreditwürdigkeit des Einzelnen wie der

fammenhängenben Arbeitslosigkeit ist abseits von diesem Wege Nicht möglich.

_ Der Schnitt. 6cr 6fl8 gobr 1930 in einen zwar unter der Weltkrise leidenden, aber politisch bernhiglen und einen von politischen Leidenschaften und Befürchtungen beunruhigten xe.u zerlegt, geht auch durch die Tätigkeit der Banken. Wir vrotiti-rten im ersten Semester von dem flüssigen Geld­markt. Auch war die Tendenz des Publikums, durch Um­wandlung der Spareinlagen bei den Geldinstituten in feit 8?rrinsliche Werte die Rendite zn erhöhen, besonders gün- ftig für die Plazierung von Psandbriesen der großen Hvvo- thekentnititute. zu denen unsere Bank ihre Beziehungen ge­rade in den letzten Jahren erheblich ausgestaltet Hat. Wir rönnen auch unserer Kundschaft, solange die Geldsilüffig.eit anhielt, mit ausreichenden Krediten zur Seite stehen und damit dem Wirtschaftsleben in feiner Krise gute Dienste letften. Im zweiten Teil des Jahres ging nicht nur das Plazierungsgeichäft sehr rasch zurück, es traten auch an den »orten starte Kursverluste ein, die überall schädigend ein» mirften. sowie eine weitere Verschlechterung der Wirtschafts­lage, die in dem Ansteigen der Konkurswelle ihren A"S- druck fand.

Es kann unterliefen Umständen nicht verwundern, daß die Ergehn,ffe unserer Bank im »roeitenSemefter Hinter denen des ersten stark zurückblieben und sich diele Entwicklung auch tm Ertragnis des ganzen Geschäftsjahres ausdrückte, ob» wohl umiatzmäßig das Jahr 1930 eine weitere Steiaerun" von 247,8 Milliarden RM aut 274,9 Milliarden RM auf» wies.

Die Anzahl der in unterem Betriebe beschäftigten Beam­ten belief och Ende 1930 einfchli ßlich der von uns vn-r- nommenen Angestellten der Bankfirma Reinhold Stecfntr 1 Vhue. des Ratbenower Bankvereins in Rathenow sowie des Brandenburger Bankvereins in Brandenburg auf 8065 gegen 8020 Ende 1929.

Von den uns nahestehenden Banken wird die Deutsche Crient6ant für das Gefchäftsjabr 1930 voraussichtlich mic- eine Dividende von 5 Prozent, di« Deutsch-Süd- ««eMkäMche Bank eine wiche von 4 Pro^nt gegen 6 Pro­zent im Vorjahre verteilen. Das Erträgnis ist dadurch be- etnflutzt worden, daß fast in allen Staaten, in denen die M"/R'ederlasiiingen unterhält. Revolutionen und schlechte Wirtichafttzlage zu schwieriakeiten geführt haben und die «auf für Salutarüdgange Vorsorge zu treffen hatte. Un­

sere Amsterdamer Komrnandite Proehl n. Gutmann hafte im abgelaufenen Geschäftsjahr ein befriedigendes Ergebnis aufzuweiien. obwohl infolge der allgemeinen Krise das Emiiuonsaeschast weniger günstig verianien ist. Die Rn- manische Bank-Anstalt an der wir beteiligt sind, hat eine befriedigende Entwicklung genommen, dürfte aber die Ge- winne ihres ersten Geschäftsjahres vorsorglich zur Bildung von Reserven verwenden.

I». (»aua x...___eingesetzten

Einnahmen aus dauernden Beteiligungen stellen die- Er- tragnilft des Jahres 1929 dar. Diejenigen des Jahres 1930 werden in d-r nächsten Jahresbilanz verrechnet.

Unter vor,tauiger Bewertung Der Akftven und nach Vor« nähme starker Absetzreibufigen ergibt sich laut Gewinn- und ®e wiSS?.?8. ein Ueberschuß von RM 77192116.27 Rach Absetzung der Handlungs-Un> kosten mit

Kasseler Neueste Nachrichten

Donnerstag, 19. März ISA 1

Boheme.

Aber wie schnell sind solche Eindrücke und Stra­pazen vergessen, wenn der Wind wieder stetig und- das Gelände wieder bester ist; das Kältegefühl war un-

Etty Beinhorn im Innern Afr kas

Berlin, 19. März.

Elly Beinhorn ist nach Beendigung der wiffenschaft- lichen Expedition Ende voriger Woche mit ihrem Klemen-Flugzeug von Bissao nach Cayenne in Fran­zösisch-Senegal gestartet. Sie bewältigte die über 600 Meter lange Strecke, die zum großen Teil über Ur­wälder führte, in knapp 5 Stunden. Am Mon-ag setzte sie ihren Flug nach Bammako fort, wo sie am Nachmittag eintraf. Elly Beilchorn befindet sich da- «nit bereits 1000 Kilometer im Innern Afrikas. Sie wollte im Laufe des Mittwoch nach Timbuktu am Ni­ger erreichen, von wo sie dann den Flug über die Sa­hara antreten wird.

Schreckliche Erlebnisse mit -er Ebe

Eine Berliner Abendzeitung hat in diesen Tagen ihren Lesern und Leserinnen die verfängliche Frage vergelegt: Würden Sie wieder heiraten, wenn. . .? Selbstverständlich gab es darauf eine ganze Anzahl tiefgefühlter Ergüsse. Besonders Frauen fühlten sich in den innersten Tiefen ihrer unverstandenen Seelen getroffen. Die merkwürdigste Antwort gab die unver­wüstliche alte Adele Sandrock. Sie schrieb:

»Ihre geschätzte Zuschrift*, schreibt Adele die Große, »nennt mich irrtümlich gnädige »Frau*. Ich war aber nie verheiratet, und kann also auf ihre, mich eigentlich nicht betreffende Umfrage nur sagen, wie froh ich bin, nie verheiratet gewesen zu sein. Ich habe stets Gescheiteres zu tun gehabt. Eine Schauspielerin hat Sollen zu gebären und in Stücken war ich genügend oft Ehegenossin. Als »Maria Stuart* habe ich unge­zählte Male meine Männer umbringen lassen, ebenso oft alsMedca* wegen der Untreue des Aases Jason meine Kinder ermordet und in der »Braut von Mes­sina* wurde ich namenlos unglücklich durch meine feindlichen Söhne. Als Hamlets Mutter habe ich den' Mörder seines Vaters geheiratet. Dies alles habe ich an ehelichen Pflichten geleistet. Zu meinem größten Leidwesen aber lese ich fast täglich, daß jetzt in aller Welt Gattenmorde und Untaten in der Familie wie­der sehr modern geworden sind, und sich in erschrek- kcnder Weise häusen. Eine Heirat ist zu einem ge­fährlichen Unternehmen geworden. Es bleibt nur aufs Innigste zu wünschen, datz das Standesamt we-. Niger oft. als es neuerdings der Fall ist. zum Unver- standesamt wird.*

»Ich vertrage mich ausgezeichnet mit meine« Mann."

Immer?"

Ja bis auf die Fälle natürlich, wo er unrecht hat." , (Journal")

r »rNe r - r Beilage.

3. Etappe:

Bareelona-Ma-ri-

Als ich in Barcelona ankam, empfing mich dort n wie angenehm nach Kälte in Deutschland richtige Sonnenwärme von 15 Grad. Ich trug mich sofort mit dem abenteuerlichen Plan, meinen Pelz zurückzu­schicken. Das hat sich auch sofort gerächt. Am näch­sten Morgen hatten wir minus 2 Grad, zum ersten . Male in diesem Jahr, sagten die Einheimischen stolz. Muß das so sein?

Am Tag vor meiner Abreise aus Barcelona er­eignete sich ein bedauerlicher Unfall. Kurz vor mir war ein junger Schweizer mit seinem eigenen Flug­

läßt man ihn mit einem Paar Lackschuhe. Ich kann das nach meinen Erfahsungen nur bestätigen. Ich habe meine eigene Fußbekleidung nicht wieder er­kannt.

Und dann, kurz vor meinem Hungertods gab es in einem wunderschönen kleinen Restaurant, in dem er­schreckend viele Schiudm an der Decke hingen, Tinten­fische, Langusten und viele wunderschöne spanische Sachen.

Ich bewundere die Menschen, die, wenn sie wirklich Hunger haben, immer noch mit vornehmer Lässigkeit Speisen zu sich nehmen". Bei mir geht es dann sehr schnell . . .! Heute ging es auch sehr schnell und dauerte doch lange ....

Morgen auf nach Madrid! Ich hab', was mir sonst nie passiert, böse Ahnungen. Da ist es, glaube ich, das

schön. Es kam mir komisch vor, datz ich eine'Stunde vorher beinahe verzweifelt war. So leichtsinnig ist der Mensch. Rach der bei diesem Sturm guten Zeit von Wi Stunden kam ich in Madrid an. Sonst fliege ich immer über fremden Städten, besonders selbstver­ständlich im Ausland einige Ehrenrunden, um sie mit bei dieser Gelegenheit auch gleich einmal anzuschauen. Das fiel hier aber restlos aus direktor Kurs zum Flughafen und gelandet. Am Boden noch war so sta» ter Wind, daß ich die Maschine überhaupt nur mit Gas herunterbringen konnte.

Ich wurde für alles reichlich entschädigt. Glänzend« Aufnahme von der spanischen Fliegertruppe. Wärme, ein gutes Essen na, ich kam mir überhaupt vor wie im Himmel!

Der Repräsentant der Lufthansa lud mich in sein Haus ein, Presteinterviews, Photographen so gut hatte ich es seit meinem Start in Berlin nicht mehr gehabt.

Ganz ähnlich so, wie ich in dieser Nacht geschlafen habe, stelle ich es mir im Himmel vor. ______

durch einen dort stationierten Monteur der deutschen Lufthansa in unverfälschtem Berlinerisch:Na ha­ben Se denn ooch en juten Flug jehabt?" Der Ein­fluß dieses Berliners hat durchaus veredelnd auf die Spanier dort gewirkt. Es hört sich zwar außerordent­lich komisch an, wenn solch einglutäugiger" schwarz­haariger Eingeborener aus einmal sagt,Mensch, Maier varruckt!", so ziemlich das einzige, was sie auf deutsch sagen können, aber es klärt auf jeden Fall manche Situation. Und gefreut haben sich diese erwachsenen Kinder über meinen Micky-Maus-Talis- man an der Maschine wie varruckt. .

Bei der Einfahrt in die Stadt immerzu Ueber- raschungen, Reisfelder und Artischoken, die wachsen wie bei uns die Kartoffeln. Je hatte ich einen Hunger! Aber ich durfte nicht gleich esten, wo ich mich doch so auf den ersten Tintenfisch gefreut hatte! Erst mußten die Schuhe geputzt werden.

Das ist ja wirklich eine wunderschöne Spezialität in Barcelona. Es heißt: wenn man einen solchen La­den mit einem Paar alten Filzpantoffeln betritt, ver-

*elMfarB. b Settern den Auftakt ihres ÄfrtkaNuges. die Etappe BerlinBafel, stdilderte. er­zählt heute von ihrem erlebnisreichen Slug über rankreich und Spanien.

2. Mappe:

BaselLyonBarcelona

..2M habe ich endlich, was ich mit schon lange ge­wünscht habe. In vier Tagen immer ein anderes ^.and. Sonntag Deutschland, Montag Schweiz Dienstag Frankreich, Mittwoch Spanien. Dieser schnelle Wechsel hat seinen Reiz.

Dienstag früh in Basel dicke Luft, das Ende des Flugplatzes nicht zu sehen. Nach einem Start durch Den Nebel mußte ich wegen einer kleinen Motorstö­rung wieder umkehren. Sie wurde aber schnell be­hoben, und nachdem ich 500 Meter hoch war, lagen die Wolken unter mir und vor mir die lange Kette des Schweizer Jura.

Die Sonne blendete stark auf dem Schnee, der auf den Bergen lag, und ich vermißte meine Sonnen-

Ich flog chrrekt über den Kamm; ungefähr hnn- dert Meter unter mir lagen die kleinen Hütten, deren Bewohner, durch das Mororgeräusch herausgelockt, neu­gierig die kleine silberne Maschine beobachteten.

Da kamen der NeuchLteler und der Genfer See, ^ren Spiegel durch den Dunst heraufschimmerten. Oestlich thronte zur Begleitung immer das Mont Blancmassiv. Bei Genf ging ich über eine Wolken­schicht und zweitausend Meter hoch über den Schweizer i5ura- Nach nur zweistündigem Flug war ich in Lyon.

Dort aber habe ich verzweifelt, innerlich weinend, «ine halbe Stunde lang den Flugplatz gesucht. Durch das lange, über dem Schnee fliegen, gegen die Sonne noch dazu, war ich so blind geworden, datz ich durch den Dunst, der über dem Rhünetal lag, , nichts sehen konnte. Immerzu kamen Flugzeuge mir entgegen, aber keine die zum Flugplatz flogen. Gerade hatte ich mich entschlossen, auf einem Feld zu landen und einfach nach der Lage des Platzes zu fragen, als eine Ma­schine dicht in meiner Nähe zur Landung ansetzte, und damit war der Schmerz endlich ausgestanden.

Bon Lyon habe ich mit Ausnahme eines märchen- h?lt schmutzigen Friseurs im besten Hotel, der mir die ganze Lockenpracht aus praktischen Gründen (Mäd- chenhaare verlieren leider etwas an Schönheit, wenn fie erst einmal im Motorenöl gehangen haben) bis auf wenige Zentimeter herunterschneiden mußte, wenig gesehen.

Ach, man schläft ja so gut, nach dem Fliegen.

Am nächsten Morgen wieder Umkehr nach dem ersten Start. Dem Motor schien die Temperatur nicht zu gefallen. Den französischen SJionteuten konnte ich durch außerordentliche Moiorenkenntniste imponieren möge es ewig so bleiben! Solch ein Motor hat un­erfindlich viele verschiedene Teile, die alle behandelt sein wollen.

anderes Wt WW W O?

Im Rhönetal schlecht Wetter,. Warnung der Wet­terwarte wegen Mistral, dem gefürchteten Nordwind. Dann die Felsenplateaus westlich bet Rhone. Die Ge­gend sah schon ganz südlich aus. Und dann der Golf von Lyon, Perpignan, vor mir die Grenze Spaniens, die Pyrenäen. Gutes Wetter, wieder auf 2500 Meter hinaufgeklettert, wegen einer eventuellen Notlandung und dann kam nach gut vier Stunden Barcelona. Es war wie ein Märchen. An der Westseite des Flug­platzes der übrigens, was Größe und Beschaffen­heit anbelangt, nicht als international bezeichnet werden kann ein Pinienwald, und zwischen den Gebäuden, eine einzelne Palme die ganz ohne Blu­mentopf richtig in der Erde festgewachsen war. Die erste Begrüßung, vor der ich etwas Angst wegen meiner fehlenden spanischen Sprachkenntnisse hatte,

zeug angekommen der mit seinerMotte" rund um das Mittelmeer fliegen wollte. Als et von meiner An­kunft und Absicht, weiter nach Madrid zu fliegen, hörte, äußerte er draußen auf dem Flugplatz den Wunsch, sich mir anzuschließen. Leider wurde daraus nichts. Arn Tag vor dem Start stürzte er bei einem Probeflug durch Versagen des Motors gleich nach Verlassen des Bodens ab und verletzte sich ziemlich schwer. Solche Eindrücke find sehr häßlich.

Meinen ursprünglichen Plan, weiter an der West­küste Spaniens entlang zu fliegen, änderte ich auf Anraten des Leiters der Lufthansa, und entschloß mich, über Madrid und Sevilla zu fliegen.

Diese Etappe Barcelona-Madrid war das Uebelstc, was ich bis jetzt in der Fliegerei erlebt habe.

Man macht sich zu Hause keinen Begriff davon, daß es in dem doch immerhin zivilisierten Ländern Europas so eimames, wildes Gelände gibt. Ich fliege beinahe eine Stunde lang, das heißt, ungefähr hundert Kilo­meter, ohne eine einzige Ansiedlung zu erspähen immer wieder nur kahle, über tausend Meter hohe Felsen sonst nichts. Nichts als Stein! Sie sind sehr interessant, anzusehen, aber mit dem Hintergedanken an eine etwa notwendige Notlandung werden fie scheußlich.

In größerer Höhe quälte mich eine Kälte von über 10 Grad, weshalb ich meine Absicht, die Strecke der dort fliegenden Verkehrsmaschinen, die leichter ist, aber etwas nördlicher ausbiegt, zu fliegen, änderte, und genauen Kurs nahm auf Madrid, um so schnell wie möglich aus dieser Eistcmperatur erlöst zu jein. Das war grundfalsch. Hätte ich die Bösartigkeit dieses Ge­ländes geahnt, ich würde liebet noch eine halbe Stunde länger gefroren haben.

Kurs West-Süd-West, scharfen Seitenwind, der mich südlich abtrieb, je höher ich stieg, an Stärke zu- nahm, nur bewaffnet mit einer Karte, Maßstab 1:1000 000, auf der nichts, als eine riesige dunkel­braune Fläche, eine Längs- und eine Querbahn, eine Straße und unangenehm vereinzelt Ortschaften in rie­sengroßen Ab ständen zu sehen war: so flog ich in mein Verderben beinahe!

Nach einer Stunde hatte ich das Gefühl, die Kälte nicht mehr ertragen zu können, Hände und Füße ge­fühllos. Zum ersten Male machte ich von meiner Re- serve-Kognakflasche Gebrauch, die eigentlich nur gegen die Kälte in Deutschland berechnet war. Einzige Ab­lenkung: ein riesiger Adlet, der mich in zweitausend Meter Höhe ein Stück begleitete und sich anscheinend wohler fühlte als ich.

Ich überlegte mir, auf einem der für die Verkehrs­linie eingerichteten Plätze zwischenzulanden, mich etwas aufzuwärmen und bann weiierzuflieg-"i, ent­schloß mich bann aber, lieber durchzuhalten, um nicht noch einmal anfangen zu müssen. Ich habe diesen Ent­schluß sofort bereut.

Es laut das übelste Stück.

Noch nie ist mir ein Motor so sinnlos vorgekommen. Der Sturm .madjie mit mir, was er wollte.

Eifthatten einer Flugrichtung war nicht zu benieii; der Wind drückte mich bis auf die Felsen herunter. Durch die starken Böen verschluckte sich der Motor und bekam immer sekundenlang fein Benzin, ich glaubte schon mit den Rädern die Felsen zu streifen. Und nirgends eine Ansiedlung zu sehen ....

Was mir in diesen Minuten alles durch den Kops, gegangen ist, will ich nicht beschreiben. Jedenfalls weiß ich jetzt, was Angst ist, und ich habe das Gelübde getan, nie wieder die Luftlinie Barcelona-Madrid auf dem geraden Weg mit einer 40pferbigen Maschine zu fliegen.

<W Beinhorn erzählt die Erlebnisse ihres Slfrikafluges:

Ein Mädchen fliegt allein

Auf Klemm 01713 von Berlin nach Dakar

Eugen, was für ein Qualm! Kannst Du den« nicht mal Feuer anmachen? Erst zu unterst ein paar memnue wteuer veger i|i, uas xattegeiujgi war UN- Holzschnitte, darauf kommen dann die Kohlezeich- wichiig geworden, und das Leben wieder jo wunder- | nungen . . .* (Rire)

MAGGI5 Erzeugnisse billiger

aber in Qualität unverändert erstklassig