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Kasseler Neueste Nachrichten

Dienstag, 17. März 1931

Beifall.)

Der Ausklang des Kommumstenprozeffes

11 Angeklagte verurteilt, 82 freigesprochen

Wohin gehen wir am Mittwoch?

Dieser Erös

Gin alter Eisenbahner

Nachdem nach den Staatsanwälten zunächst Rechts­anwalt Dr. Freister als Vertreter der Nebenklä- cjer plädiert und Lab ei die von der Staatsanwaltschaft in Antrag gebrachten Strafen als eine Prämie auf einen feigen Ueberfall bezeichnet hatte, setzten sich die beiden Verteidiger, Dr. L e w t n s t i und Dr. Hel­ler, mit der Anklage auseinander. Sie kamen zu dem Ergebnis, daß die Angeklagten nicht die An­greifer gewesen sind, sonvern Lag sie lediglich Not­wöhrrechte wahrgenommen hätten.

Nach einer zweistündigen Beratung verkündete Langerichtsdirelwr Kulenkamp sodann folgendes Urteil:

Es werden verurteilt: Karl Becker und Walter Budda wegen Hausfriedensbruchs und schweren Landfriedensbruchs zu je 6 Monaten und 2 Wochen Gefängnis, Karl Oberender und Franke wegen schweren Landsriedensbruchs zu je 6 Monaren Ge­fängnis, Georg Bohs, August Mantel und Karl Thieß wegen Landsriedensbruchs zu je 3 Monaten Sefängnis, Reimer und Koch wegen Hausfrie­densbruchs zu je 2 Monaten Gefängnis, Kohl wegen Hausfriedensbruchs zu 1 Monat Gefängnis und der jugendlich« Angeklagte Steohberg zu 2 Wochen Gefängnis. Die übrigen 82 Angeklagten werden freigesprochen, darunter auch der we­gen Rädelssührerschast angeklagte Führer des Kampf­bundes gegen den Faschismus, Georg Schuchhardt, der erst am zweiten Tage der Hauptverhandlung aus der seit dem 25. Januar dauernden Untersuchungshaft entlassen wurde.

Die Künstlerin errötete leicht. Ich fühlte: hier habe ich ein Geheimnis entdeckt. Ich bekam das Büch­lein.

3« der Begründung

wurde ausgeführt, daß sich zunächst erhebliche Verdachtsmomente gegen die Angeklagten ergeben hätten, denen indes durch die Hauptoe.Hand­lung in weitem Matze der Boden entzogen worden sei. Das Gericht habe so z. B. nicht die Ueberzeugung ge­wonnen, datz die Angeklagten am 25. Januar voll do­sen Willens nach Grebenstein gefahren sind. Auch seien ste nicht in böser Absicht in den Saal eingedrungen. Die Vorgänge, die sich dort zugetragen haben, sind un­geklärt geblieben; das Gericht ist jedoch der Hel er« zeugung, datz beide Seiten an dem Entstehen der Schlägerei nicht unschuldig sind. Aber eine recht­liche Würdigung in der Hinsicht, datz gemeinschaftlicher Raufhandel vorgelegen hätte, erscheine dem Ge­richt nicht gegeben. Die Vorgänge vor dem Gasthause lasten sich wohl aus der inneren Erregung der Singe«

Heute. Dienstag:

Universum-Lichtipielc: Harrn Liedtke inDer LiebeSarzt".

Evans. Bereinsbans: 10. VortragVerdi in seinen Meister» overn", 20.30 Uhr.

Lciftersche Wiese: Schaumeise ab 15 Uhr.

Schutz der Sonn- und Feiertage

Die Not der Zeit und ein Grundrecht des Pfarrerstandes.

Schwierigkeiten der Verwaltung abzuhelfen, war Aufgabe der Montagssitzung. Um dieser Schwierig­keiten willen hatte der Große Ausschuß den Entwurf eines Kirchongesetzes betreffend die Versetzung der Pfarrer im Interesse der Kirche vorgelegt. Durch diese Versetzung wird ein Grundrecht des Pfavrerstamdes dürchbrochen. In der evangelischen Kirche waren die Pfarrer bisher unversetzbar. Der Leitgedanke war dabei, datz im Jntereste der Kirche der Pfarrer lediglich vom Evangelium gebunden fern soll und deshalb von äußeren Einflüssen der Parteien und Wirtschaftsgruppen nicht abhängig sein darf, in diesem Stück dem Richter gleichgestellt, der lediglich dem Gesetz zu dienen hat. Aber die besondere Not unserer Zeit macht auch vor diesem Recht des Pfarrers keinen Halt. Aus Ersparnisgründen mästen kleinere Pfavrstellsn, besonders auf dem Lande, zusammengelegt werden; ohne die Versetzbarkeit des Pfarrers wäre das rechtlich unmöglich. Bei den zu erwartenden großen weltanschaulichen Kämpfen mutz es der Leitung der Kirche auch möglich f-'n, die einzelnen Kräfte da einzusetzen, wo ste besonders gebraucht werden.

Nach der Begründung der Gesetzesvorlage durch Pfarrer Wepler (Eschwege), der auch Vorsitzender des Hessen-Kasteler Pfarrvereins ist, war die Aus­sprache über das die Verfassung ändernde Gesetz sehr rege. Nach einigen Verbesterungen seiner fünf Para­graphen wurde es fast einstimmig angenommen. Zu der Versetzbarkeit im Disziplinarwere kommt nunmehr, wenn das Gesetz in zweiter und. dritter Lesung curge-

an. Fast zweitausend Menschen hatten sich dazu ver- einigr und nach Dem Ausgang des Prozesses ver­liefen ine Kundgebungen durchaus ruhig.

In den Nachmittags- und Abendstunden demon­strierten die Nationalsozialisten in der Oberstadt. Da die polizeilichen Absperrungen funktionierten, stießen die beiden Gruppen niemals zusammen. Hier und da ergaben sich zwar etwas erregte Szenen, aber im allgemeinen ist alles glimpflich abgelaufen.

Wenn jetzt beide Seiten, die sich in diesem Prozeß erbittert gegenüberstanden, Einsicht und Vernunft be­weisen, dann können die bitteren Dinge, die eine Wo­che hindurch Gegenstand des Propstes waren, bald vergeflen sein. Denn der Richterjpruch ist so, daß er die Ueberzeugung festigen muß, daß die Gerichte nichts anderes als ihre Aufgaben betrachten, als dem vom Staat getragenen Recht Achtung und Geltung zu verschaffen. In diesem Sinne darf man die Liqui- ibierung dieses Prozesses durch das Urteil vom 16. März begrüßen.

ihrer Kostgänger auszubalanzieren. Rosenkohl kostet 60 Pfg. und Grünkohl 35 Pfg. das Pfund. Dafür gibt es aber Blumenkohl in schönster Qualität von 3050 Pfg., Riesenexemplare vom Formal kleiner Ochsenköpfe zu 70 Pfg. Für 10 Pfg. das Pfund bekommt man dicke Unterkohlraben,zart wie Speck" und Wurzeln, für 25 Pfg., dicke Lauchstangen und für 40 Pfg. ein Pfd. herrliche schnittfeste Tomaten. Grüne Sauce kostet ohne Schmand natürlich 50 Pfg. im Vier- telpfündchen.

Dicke rotbäckige Aepfel rollen einem für 55 Pfg in den Korb, überwinterte Sorten von 3545 Pfg. Die rote Messina" lacht Dir für 35 Pfg. das Pfd. 3 Pfd. eine deutsche Reichsmark. Eier werden vorläufig noch für 9 und 10 Pfg gelegt. Die Voraussage eines bal­digen Preisaufschlages bekommt man beim Kauf von zehn Stück gratis mit in die Tasche gezählt. Gänse­eier sonnen sich friedlich für 25 Pfg., Enteneier für 11 Pfg. das Stück. Hühnerfrauen und -Jungfrauen sind für 90 Pfg bis 1.10 Mark bereit, in einer Bratpfanne ober einem Kochtopf Platz zu nehmen. Eine Taube entschließt sich dazu für 85 Pfg. bis 1 Mk.

Am Fischbrunnen wedelte wieder ein rauhes Lüft­chen über die schlankleibige Fischparade. Da ist Knurr­hahn zu 55 Pfg. der nichts von einem Hahn an sich hat und noch viel weniger knurrt, dafür aber ein sehr fettiges", wohlschmeckendes Geschöpf ist. Da ringeln sich die Schwänze von Goldbarsch zu 45 Pfg., See­lachs zu 40 Pfg. und Schellfisch zu 45 Pfg., und Fisch­filets von 5075 Pfg. das Pfund lassen den Magen hüpfen in Gedanken an knusperige Fischkotteletts mit Majonnaisen-Salat.

Am Fleischmarkt Kalbslungen zu 60 Pfg. das Pfd., Zunge zu 1,40, Gepöckeltes von 35 Pfg. bis 1 Mk., Käl­bernes zu 90 Pfg., Rindfleisch von 80 Pfg. bis 1 M. Ein^Stiick von einem Hammelbein kostet 90 Pfg bis 1 Mk. Der Dinge gibt es genug, nur nicht der Käufer.

Quer über den Wochenmarkt

Hört, Hört: Spinat 60 Pfg. trotz blanker Frühlings­sonne. Da guckt man zweimal in den Beutel, ob man ausnahmsweise riskieren darf, ein Pfund davon sich zu genehmigen. Bei einem Preis von 40 und 50 Pfg. für ein Viertelpfund Nüßchen sträuben sich einem ebenfalls die Locken. Man greift lieber zu dem aller­dings hervorragend schönen holländischen Kopfsalat zu 3035 Pfg. ob. einem Köpfchen Endivien zu 2530 Pfg. Wirsing unb Rotkohl ziehen mit 20 Pfg. unb Weißkraut mit 15 Pfg, sozusagen auch bie Beine an. Die Hausfrau hat es augenblicklich nicht leicht, ihren Etat mit dem Appetit und den geschmacklichen Gelüsten

nommen ist, eine zweite Versetzbarkeit des Pfarrers, die mit irgendeinem Verschulden desselben nichts zu tun hat.

Die übrigen Vorlagen betrafen die äußere Heilig- haltung des Sonntags. Der Schutz der Sonn- unb Feiertage. In der Reichsverfassung, Art. 139, werden die Sonn- und Feiertage als Tage nicht nur der Ar­beitsruhe, sondern auch bei. seelischen Erhebung ge­währleistet. Sie sind bisher durch Polizeiverordnun­gen geschützt, deren Umwandlung in ein Gesetz in Aus­sicht genommen wurde. Der Ausschuß, dessen Bericht Rektor Troll (Schmalkalden) erstattete, wünscht dazu ein Doppeltes, datz bei Rechtsbestanb des gegenwär­tigen Sonntagsschutzes mindestens aufrecht erhalten werbe und außerdem bie Kirchen vor einer Gesetzesvor­lage Gelegenheit zur Vertretung bei religiösen Inter­essen bekommen. Der Kirchentag stimmte zu. Ebenso be'chlotz er zustimmeiw zu zwei Vorlagen, die eine Be­reicherung der bargebotenen liturgischen Formulare in besonderen Fällen vorsehen. W. M.

Weite 3 . 1 Beilage

Monte. Die Gedanken des Notprogramms sind an sich gut und richtig, aber sie reichen nicht aus, um bie Kon­kurrenz bes auslänbischen Produktes vom deutschen Markt auszuschalten. Dazu ist der Vorsprung, den da» Ausland vor uns voraus hat, in der Erzeugung von Qualitätsware und der richtigen Standardisierung die­ser Ware zu groß. Es gibt auch noch andere Betriebs­zweige, die gleichfalls notleidend sind und der Hilfe bedürfen wie der Hackfruchtbau, der Gartenbau und vor allem die Forstwirtschaft. Es ist noch eine gewal­tige Arbeit zu leisten, wenn das große Ziel

Herstellung der Rentabilität der Landwirtschaft"

bin glücklich über mein Aufblühen. Man bewundert mich.

Jeder sollte Marylan-Creme probieren. Die Vor­teile einer Eesichtsbehandlung mit Marylan-Creme sind augenfällig! Die ausgezeichnete Wirksamkeit ist durch mehr als 21000 Anerkennungsschreiben (die Zahl ist notanett beglaubigt) verbürgt. Legen Sie darum endstehenden Gratisbezugsschein tn ein offenes Kuvert (dann kostet es nur 4 Pfg. Porto durch ganz Deutsch­land) und hinten auf das Kuvert schreiben Sie Ihre genaue Adresse.

klagten verstehen, immerhin stellen sie aber eine ge­trennte Handlung dar, bei der verschiedene Angeklagte, nämlich die verurleiltcn, sich schuldig gemacht hätten. Die verurteilten Angeklagten hätten sich ja selbst be­schuldigt. Das gleiche hätten auch die wegen Haus­friedensbruchs oerurieilten Angeklagten.getan, indem sie eingeräumt haben, sich an 6er Schlägerei im Saal beteiligt zu haben. Bei der Strafzumessung habe das Gericht die große Erregung der Angeklagten in Betracht gezogen. Vorstrafen waren nur in gering­fügigem Maß anzuziehen, weil die meisten der Ver­urteilten noch nicht einschlägig vorbestraft sind.

Die Angeklagten hörten Las Urteil stehend und schweigend an. Nur einmal, als der Vorsitzende ge­gen einen Angeklagten 6 Monate Gefängnis aus­sprach, entfuhr einem der Angeklagten ein halblautes Pfui!". Nach einem energischen Vorhalt des Vor­sitzenden und nach einerZurechtstauchung" durch die Verteidiger war der Hebet tätet ganz zusammengeknickt und nachher froh, daß das Gericht auf den Vorfall nicht mehr zurückkam.

In geschlossenem Zuge und mustergültiger Ord­nung verließen die Angeklagten darauf das Gerichts- gebäube und rückten zu einem Demonstrationsumzug in die Altstadt ab. Einige Stunden noch dauerten die

Demonstrationen

in Wirklichkeit erreicht werden soll. Aber es ist meine feste Ueberzeugung, es gibt keinen anderen Weg zur Rettung aus der furchtbaren Krise, in der sich die deutsche Wirtschaft befindet, als den Berufsstand wie­der rentabel zu machen, der nun einmal die Schlüssel­stellung im wirtschaftlichen Leben jeden Volkes ein- nirnrnt, von dessen Gedeihen die Wohlfahrt zahlloser Existenzen auch der anderen Berufszweige abhangt und der von jeher der Jungbrunnen für die hygienische und seelische Gesundheit des Volkes war. (Lebhafter

führt, worauf die Beratung des Gesetzes vertagt wurde.

Zur einheitlichen Durchorganisation des Molkeret- wesens in den Bezirken Wiesbaden und Kassel wurde ein Fachmann bestellt, der auch bei Kreditfragen in Wirksamkeit tritt.

Zur Absatzförderung für landwirtschaftliche Pro­dukte wurden Reichsmittel zur Verfügung gestellt, welche dieKammer unter Beratung und Anregung verteilte. Die Preisberichtstelle hat tausende von Fra­gebogen versandt und damit wertvolle Vorarbeit für die Gesetzgebung geleistet die Einheitswerte sollen erst in nächster Zeit neu eingeschätzl werden, wodurch hoffentlich die bestehenden Mißverhältnisse beseitigt werden. Die Kredite wurden bei der hohen Verschul­dung der Landwirtschaft möglichst sparsam in An­spruch genommen. An der

Förderung des Genossenschastswefens

hat die Kammer durch Beihilfen mitgewirkt. Von dem neuen Einheitsverband erwartet man Gutes. Klage geführt wurde über die schwierige B e- schafsung weiblicher Arbeitskräfte auf dem Land. Die Beschäftigung ausländischer Arbei­ter sei zurückgegangen.

Die Forstabteilung wurde von den Waldbesttzern immer stärker in Anspruch genommen, besonders bei der Holzverwertung. Die Arbeit der Buchstelle hat zugenommen. Die Zahl der Schüler in Wolfsanger ist gestiegen, die Anstalt in Oberzwehren hat ihren Stand behauptet und sich ausgebaut. Die Schulen in Kreisen leiden unter unzureichend gewordener Staatsbeihilse, auch macht die räumliche Unterbrin­gung Schwierigkeiten. In Rotenburg soll ein Neu­bau errichtet werden.

Mancherorten wurden neue Mädchenklassen errich­tet. Die Abteilung für ländliche Frauenarbeit hat ihre Arbeit erweitert und vertieft.

In der Pferdezucht ist kein Niedergang zu befürch­ten, Wenn auch die Zahl der Privachengste im Rück­gang begriffen ist. Für Bullenhaltung traten neue Bestimmungen in Kraft. Die Zuchtverbände gewin­nen immer größere Bedeutung. Kürzlich wurde auch ein Schweinezuchtverband gegründet. In der Schaf­zucht wurden Preishüten eingeführt. Die Ziegenzucht hat hat Wieder neuen Aufschwung genommen.

Für Bienenzucht Wurde in Marburg eine Ver­suchsanstalt gerünbet, die Uebernahme durch die Landwirtschaftskammer War finanziell nicht möglich, doch erhält die Anstalt Beihilfen.

Im der Grünlandarbeit hat sich die Kammer mit dem '©ntnlaniherein zusammengetan. Auch der Obstbau Wird im Zusammenhang mit den Vereinen gefördert.

Wenn der Erfolg der Kammeravbeit noch vielfach nicht das gewünschte Ergebnis gebracht habe, Werde die Kammer jedoch nichts unversucht lassen, das Les der kurhessischen Landwirtschaft zu bessern.

Eratisbezugsschein: An den Marylan-Beitrieb, Ber­lin 133, Fiiedrichstr. 24. Erwarte vollkommen kosten­los und portofrei eine Probe Marylan-Creme unb bitt ^r"iche Büchlein:Das Geheimnis jung yi

ich in einem Nebenfach etliche Besuchskarten, lautend auf den Namen einer bekannten Filmschauspielerin.

f "ine also gehörte die Tasche? Schnell fuhr ich zur Wohnung der als schön bekannten Verliererin.

Nun stand ich ihr gegenüber! Ich erstaunte sehr! Welche Jugend, welche anmutsvolle, liebliche Frische des Gesichts. Die war ja blendender als auf der Filmleinwand. Schminke hatte sie nicht aufgelegt, das merkte ich bald. Aber ganz ohne Hilfe konnte dies Gesicht wohl kaum so anmutsvoll blühen.

Wir plauderten eine Weile zusammen. Schließlich fragte mich die liebenswürdige Künstlerin, ob sie mit irgend eineBelohnung" anbieten dürfe. Ich er­widerte:Dann bitte ich höflichst um das Büchlein aus Ihrer Handtasche, denn dies Büchlein plaudert so interessant und überzeugend von dem Wert der jung und lieblich machenden Marylan-Creme."

Betrieb und Sonnenschein

... auf der Friedrichsplatz-Messe.

rar. Guck- und Juxmesse auf der Leisterschen Wieso Warenmesse auf dem Friedrichsplatz, das ist die traditionelle Scheidung der Branchen. Im schönsten Sonnenglanz ging der Betrieb auf dem Friedrichsplatz Montag nachmittag [einem Höhepunkt entgegen. Alles, was bet moderne Mensch begehrt, gibt es dort zu kaufen: Holz- und Korbwaren, Haushaltsgegenstände auf der Seite nach der Landesbibliothek, Porzellan und Steingut haben den Platz vor dem Theater einge­nommen. Die Königstratze entlang ziehen sich dis Buden, welche dem Magen zu feinem Recht verhelfen, soweit er auf Süßigkeiten eingestellt ist. Ferner locken Rostbratwürste, Imbißhallen und Wurststände. Den breitesten Raupt nimmt bie Textilmesse ein. Auch die .Zakobs" haben sich wieder eingefunden. Der Auftakt war vielversprechend.

Heldentat eines Zehnjährigen

In Niederzwehren.

Der zehnjährige Kurt Wüst, Sohn bes Straßen­bahnschaffners H. Wüst in Niederzwehren, rettete sei­nen gleichalterigen Kameraden Rinder vom Tode des Ertrinkens. Der Junge war ins Eis eingebrochen unb unter allen Kindern fand der kleine Wüst allein den Mut, die dünne Eisdecke zu betreten unb den Eingesunkenen zu retten.

schauen?"

Nun besorgte ich mir auch Marylan-Ereme. Zu­nächst eine Probe, die jeder kostenlos bekommt. Mary­lan-Creme gab mit direkt Rätsel auf. Diese Wirkung hatte ich doch nicht erwartet. Welch erauickendes Blühen, welch Entschwinden beginnender Krähenfüße, welch liebliche Veränderung meiner Haut. Ich sehe so schön aus, daß ich selbst zum Film gehen könnte. Ich

Seinen 70. Geburtstag feierte in aller Rüstigkeit der Zugführer im Ruhe­stand Reinh. Hilde- b r a n d t in Kassel - Nie - derzwehren.

Beim Hinausgehen fiel mir das allerliebste Ge­sichtchen der Zofe auf. Ich flüsterte ihr auf dem Korridor zu:Sind Sie auch eine Marylan-Prin- zesfln?" Neckisch sagte fle:Was sein muß, mutz sein! Wir vom Film nehmen oft Marylan-Creme auch die Herren. Wie soll man sonst so lange hübsch aus»

Lin kostbarer ffund.

Eine Handtasche lag vor mir, mitten auf der Straße. War sie aus einem Auw herausgefallen? Vorsichtig hob ich sie auf. .

Wem mochte die elegante Tas^e gehören? Ob ich sie öffnete? Vielleicht könnte ich dann die Eigen­tümerin ermitteln?

Nun hatte ich geöffnet. Ich sah Geldscheine, ein Büchlein unb andere Kleinigkeiten. Ob in dem Büch­lein wohl der Name der Verliererin stand? Nein. Aber der Name des Büchleins intereffierte mich leb­haft. Ich ging in ein Cafö und las unb las. Das Büchlein wat riesig interessant!

Wem aber gehörte die gefundene Tasche? Ich durchsuchte dieselbe noch einmal, eingehend. Jetzt fand

Staatstheater:Zar unb Zimmermann", 14.30 Uhr:Die andere Seite", 19.80 Uhr.

Kleines Theater:Der Arzt am Scheideweg", 20 Uhr.

Alte Akademie, Franks. Str. 33: Die Christengemeinschaft: Pfarrer I. Sodom-Hannover:Nietzsches Ringen um den Sinn des Lebens", 20.15 Uhr.

Stadtvark: Kaffee-Konzert, 18 Uhr.

Stadtvarksaal: Kaplan Fahscl spricht über Konnersreuth (auf Grund eigener Erlebnisses, 20 Uhr.

Palast-Theater: Liane Haid tnKaiscrliebchen".

Eavitol-Lichtfviele:Die Privatsekretärin".

Ebafsalla-Lichispiele:Der Mann, der sein Gedächtnis verlor".

Universum-Lichtspiele: Harrn Liedtke inDer Liebesarzt".

Ma-Tdeater:Ihre Hoheit befiehlt".

Metropol-Tveater:Die Slratze der verlorenen Seelen", Ter Weiberkrieg".

Tchaubnrg-Lichtipiele:Die blonde Nachtigall". Hcfsenlano-Perle: Kabarett - Tanz, 16 und 20 Uhr.

Leiftersche Wiese: Schaumcffe ab 15 Uhr.

Oberzwehren. Ein vielversprechenber Filmabenb. Morgen abend wird in Oberzwehren imLin­denhof" (kleiner Saal) ein Filmabend veranstaltet. Zur Vorführung kommen: 1.Die Herstellung einer modernen Tageszeitung" (Ein Gang durch die Kasse­ler Neuesten Nachrichten); 2.Kassel im Jahre 2000 (Ein humoristischer Ausblick in bessere Zeiten); 3. Alles für die Zeitung" (Der Lebenslauf des Man­nes Muck). Vorher wird das Mitglied des Gemeinde- vorstandes W. Konrad überDie Jugend und bie Zeitung" sprechen. Der Filmabend ist namentlich für die jugendlichen Erwerbslosen bestimmt. Eintritt frei.

Schul-Personal-Nachrichien. (Aus dem Schulblatt.) Ernannt: zum Konrektor: Lehrer Mödling in kkas'el; zum Hauvtlehrer: Lehrer Mittler in Ranschenrerg, Str. Kirchhain. Endgültig ang « st« llt: du Lehrer Gröger in Kassel. Bianbau in Rhenegge. Kreis des Eisenbergs, Buchenau in Leisenwald und Met! chan in Udenhain, Kr. Gelnhausen: die Schulamisbewerber: Siebert in Bergen-Enkheim. Landlr. Hanau, S ch ü t e in Schwarzenborn, Schröder in Bermbach, Kr. Herr­schaft Schmat.'aSden: die Lehrerinnen: Baumgard. geb. Koch, in Kassel, Baier in Arolsen. ©in ft weil ig ang « stellt: die SchulamiSbewerber: Böhler in Rengshausen, Kreis Rotenburg, Barthelmes in Wehrda und Wedekind in Oberstoppel, Kr. HünelD. Kaiser in Hii.tengesätz, Landlr. Hanau, Eyerund tat Kaj.el, Hesse in Rabenstein. Kr. Schlüchtern. Thiel.in Neukirchen, Kr. Ziegenhain. K e ck in Dietges und St o * in Lahrbach, Kr. Gersfeld, Wiederhold in Martendorf, Kr. Hofgeismar; di« Schnlamtsbewerberinnen: Volt and in Langenselbold, Landlr. Hanau. G o r d e s in Mardorf. Kr. Kirchhain. Versetzt: di« Lehrer: Sonnenberg von Bismark, Kr. Lauenburg, nach Eichwege. Steinhanf von Trusen, Kr. Herrschaft Schmalkalden, nach Rückingen, Landkr. Hanau, Schmidt von Büchenwerra nach Schwarzenberg, Kr. Mel­sungen, Höhr« von DenS. Kr. Roienburg. nach Bergs­hausen, Landkreis Kassel.

Wettervoraussage bis Mittwoch abend:

Heiter, ttocken, wärmer, noch stellenweise leichter Nachtfrost, östliche, etwas nach Süden drehende Winde Das Hohe Gras meldet: Temparatui5 Grad. Skilauf auf der Höhe möglich.

Die mit großem Beifall aufgenommenen Ausfüh­rungen fanden ihren Niederschlag in einer längeren Entschließung, bie später einstimmig angenom­men wurde. Sie wendet sich an die Reichs- und Staatsregierung und fordert von ihnen die Durch­führung von Maßnahmen zur Hebung der landwirt­schaftlichen Veredelungswirtschaft.

Anschließend ergriff namens der anwesenden Ver­treter der preußischen Behörden Vizepräsident Volk­kart das Wort, um der Vollversammlung die Grüße des Oberpräsidenten zu überbringen. Er führte dabei u a. aus:

Der nunmehr schon jahrelang dauernde Leidens­weg unb seine einzelnen Etappen werden charakte­risiert durch die Worte: Hilfswerk der Land­wirts chaft, Staatskredite, llmschul- dungsaktion, landwirtschaftliche Not- prog ramme, Roggen st ützung, Osthilfe. Das sind Maßnahmen der Staatsregierung, bie es als ihre selbstverständliche Aufgabe betrachtet, zu helfen. Leider kommen die Mittel vor der Hohe bei Not nicht voll zltr Geltung. Entweder können sie nicht so schnell wirken, wie der Landwirt es wünW, weil bei allen wirtschaftlichen Umstellungen bie Natur sich nicht so schnell meistern läßt, oder weil allgemeine Bindungen durch internationale Verträge, durch die Weltmarkt­lage hinderlich sind; oder es fehlen dem Staate die geldlichen Mittel. Manches ist trotzdem erreicht: Zollerhöhungen sind durchgeführt in einem Ausmaße, das noch vor kurzer Zeit unmöglich er­schienen wäre, bie Roggenanbaufläche ist in Großem Umfange vermindert, umfangreiche Siebelun­gen in den östlichen Landesteilen Preußens find in Angriff genommen. Ich vertraue auf die Zähigkeit und den Fleiß, die von jeher den deutschen Bauernstand zierten. Möchte es diesen Bauerntugenben und dem Zusammenwirken aller wohlgesinnten Kräfte in Bälde gelingen, den Weg aus der Not hetauszufinden. damit auch dem Landwirt beschieden sei, den Preis für seine Mühe zu erringen!

Landeshauptmann von Pappenheim begrüßte erstmalig in seinem neuen Amt die Landwirtschafts- kammer und konnte damit die Mitteilung verbinden, daß der preußische Staat für das neue Haushaltsjahr die bisher geleisteten Beiträge für die Meliorationen weiter zahlen werde. Er erbat noch die Mitarbeit der Landwirtschaft für verschiedene wichtige Fragen der PiovinzialverWaltung.

Für die Handwerkskammer überbrachte Präsident Zimmermann aufrichtige Grüße unb verband damit den Wunsch, datz Handwerk unb Land­wirtschaft bald wieder eine Rentabilität ihrer Unter­nehmungen erleben möchten, um in lebhaftem Güter­austausch das ihrige zur wirtschaftlichen Gesundung Deutschlands beizutragen.

Mit besonderer Beachtung wurde die Mitteilung des Vertreters des Präsidenten des Landesfinanz­amtes, Oberregierungsrat Dr. B ü r k e, ausgenom­men, der Steuererleichterungen für die Landwirtschaft hinsichtlich der Einkommen- und Umsatzsteuer in Aus­sicht stellen konnte.

Dann trat man in die sachlichen Verhandlungen ein. Die gesetzliche Verlängerung der Wahlzeit der Mitglieder der Kammer und des Vorstandes sowie der Ausschüsse und sonstigen Unterorgane der Kam­mer um weitere sechs Monate Wurde zur Kenntnis genommen.

Wie kann die kurheffische Milchwirtschaft gefördert werden?

Diese Frage wurde sodann in zwei aufschlußreichen Vorträgen behandelt. Oekonomierat Keifer von der Hauptlandwirtschaftskammer schilderte die schwieri­gen Verhandlungen über Einzelpunkte. Im ganzen befürwortete der Redner das Gesetz, das allein den Verkehr mit Frischmilch regeln soll, nickt aber den mit Butter und Käse. Diplomlandwirt' Dr. Deter berichtete über den Stand der kurhessischen Milchwirt­schaft und bie Möglichkeit ihrer Förderung. Von der dem städtischen Verbrauch innerhalb und außerhalb des Regierungsbezirks zugeführten Milchmenge von 600 000 Liter laufen bisher schon 300 000 Liter durch die Molkereien des Bezirks. Das Ziel müsse sein, auch die anderen 300000 Liter den Molkereien znzu- fnhren, weil das eine zweckmäßige und auf Qua­lität gerichtete Verarbeitung garantiere und die außerdem für den Milch liefernden Landwitt die Preispolitik festige. Der Ausbau des Molkereiwesens müsse von der Landwirtschaftskammer gemeinsam mit den Raiffeisen-Genossenschaften durchgeführt werden, und zwar unter den Gesichtspunkten der Errichtung neuer Molkereien und der Herstellung der Retttabili- tät der vorhandenen Molkereibetriebe.

Darauf wurden die Verhandlungen bis Dienstag früh vertagt.

Oie heuiioe Morgenarbeit

rgr. Heute morgen fuhr die Landwirtfchastskam- mer in ihrer Arbeit fort. Die Mitglieder im deutschen Landwirtschaftsrat und deren Stellvertreter bleiben nach Wiederwahl dieselben. Direktor Dr. Staehly erstattete den

Geschäftsbericht:

Die Ungewißheit über das Schicksal feer Kasseler Landwirtschaftskammer schwebte über ihrer ganzen Arbeit. Sie ist auch heute noch nicht beseitigt. Auch in der zweiten Lesung des betreffendes Gesetzes blieb der Landtagsausschuß bei dem Beschluß der Zusam­menlegung der Kammern Wiesbaden und Kassel. Daraufhin wurden den einzelnen Abgeordneten die Folgen einer derartigen Maßnahme vor Augen ge­

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