St Mtet Neueste Nachrichte»
ente i
Auenbruggers Trommelei / »«««>>».,? M-i
KASSELER VERANSTALTUNGEN
LICHT SP» ELEl
Variete
Eintritt frei!
5CHL055H0TEL WILHELM5HÖHE
Aäw* A4. MArtA
HOTEL und RESTAURANT
ADOLF STECKER
mit erstklassiger Küchen besetzung
70, 80 Pf
1.20, 1.56
zomUiknnachrichteii gehöre» in dir Staffelet Neurfte» Nachrichten L
Weitere Verimstaltunsen siehe 3. Seite, 2. Bedage.
Inlerieren ilt die bette Reklame! i®@®®®®®®®®®®@
als ob es einen Schatten würfe durch die Brust hindurch. Und wenn sich beispielsweise irgendwo in Ihrem Brustkasten Flüssigkeiten angesammelt haben, dann verrät mir das der Schall so gut, als wenn ich mich mit dem Mester davon überzeugen würde."
Auenbrugger läßt sich die Mühe nicht verdrießen, tatsächlich mit dem Mester nachzusehen, ob seine Ohren Richtiges erfahren haben. Man mutz fast glauben, datz der Schmerz über einen vergeblichen Kampf gegen Tod und Krankheit bei ihm sehr gemildert wird durch die Erwartung, was der Leichnam seinen Augen offenbaren wird. Auenbrugger macht sogar ein Paarmal folgenden Versuch: er spritzt in die Brusthöhle eines Kadavers Wasser ein und stellt fest: der dumpfe Schall reicht genau bis zur Wafferhöhe, darüber klingt es hohl,
Im Laufe der Jahre entfaltet sich seine primitive Klopskunst zu einem ganzen Wahrsage-System, nach dem sich ausgezeichnet prophezeien lätzt. Wenn er über dem Herzen an Stelle eines schwach gedämpften Tons den Schenkelton vernimmt, dann hat das Herz sich ganz bestimmt erweitert. Wenn das bei einer Lungenentzündung vorkommt, dann weiß er, daß der Patient die Nacht nicht überleben wird. Er kann aus seinem Zeichen auch die kritischen Tage vorherbestim- men, er kann den bösen Schenkelton in Menschenlungen hören, die angeblich von der Schwindsucht auskuriert sind und deren unglückliche Besitzer dennoch abmagern, hinsiechen und den Arzt in Verzweiflung bringen. So groß ist seines Zeichens Macht.
Ja, Auenbrugger Hai sogar das Heimweh aus der Brust herausgehört. Davon erzählt er folgendes:
.Wenn im Wachstum begriffene Jünglinge gewaltsam zum Militärdienst fortgeriffen und gezwungen werden, jeder Hoffnung auf unversehrte Rückkehr in das ersehnte Vaterland zu entsagen, so befällt sie tiefe Traurigkeit, Schweigsamkeit und Mattigkeit, sie
werden einsam, grübelnd, seufzen und stöhnen, endlich bemächtigt sich ihrer eine Unempfindlichkeit und Gleichgültigkeit gegen alles, was der Ernst des, Lebens von ihnen fordert. Indes die Idee des eitlen Sehnens vorherrscht, geht der Körper, der auf einer Seite einen dumpfen Perkussionsschall gibt, der Abzehrung entgegen."
»Ich habe die Leichen vieler an dieser Krankheit Verstorbener eröffnet und stets die Lungen mit dem Rippenfell fest verwachsen gesunden, den Lappen aber aus der nicht tönenden Seite schwielig, verhärtet, mehr oder weniger eiterig".
Mindestens durch sieben Jahre also hat der Poldi Auenbrugger seine Beobachtungen gemacht, bevor er sich getraut, sie den Herren Kollegen vorzulegen. Er tut es auch nicht ohne viel Bedenken, weil er weiß, daß seit alter Zeit den Neueren Haß, Neid und Verleumdung bcschieden ist. Nachdem er sich aber ein- mal dazu entschlossen hat, macht er die Sache gründlich und sehr systematisch. Er teilt das Buch in 14 Beobachtungen uns diese wieder in 48 Paragraphen, zu welchen er Erläuterungen schreibt, die meistens das Wichtigste enthalten. So beginnt er: „I. Beobachtung: Vom natürlichen Schall der menschlichen Brust und wie er an verschiedenen Stellen wahrgenommen wird. 1. Die Brust eines gesunden Menschen gibt beim Anschlägen einen Schall. Erläuterung dazu: Ich verstehe unter dem Namen Thorax (Brust) jene Höhle des menschlichen Körpers, welche vom Hals und den Schlüsselbeinen beginnt und dort endigt, wo das Zwerchfell den Bogen der Rippen sich anschließt. Diese Höhle nach den Gesetzen der strengen Anatomie zu beschreiben, hielt ich für überflüssig . . ."
Man kann sich denken, daß er die Perkussion genauer schildert, als es in irgendeinem Lehrbuch von heute steht. Was die von ihm erwähnten Krankheiten betrifft, so beschreibt er sie nach seinen Erfahrungen größtenteils recht gewissenhaft, verweist aber stets auf seinen hochberühmten Lehrer Freiherr van Swie- ten, in dessen Kommentarien die eigentliche Darstellung nachzulesen sei.
Arbeitslose 201« 6m68lgnBg Rasier-GernRe 1 $5bfenmartt 1
Wir bringen heute einen weiteren Abschnitt «ns Miete Buch „Männer gegen Tod und Teufel", das Episoden ans dem Leben grober Aerrte erzählt.
Er war ein Gastwirtsfohn aus Graz, der Poldi Auenbrugger, und brachte es zum Sekundärarzt an dem spanischen Spital in Wien, nachdem er fleißig bei dem gestrengen Herrn Van Swieten Medizin studiert hatte. Wann und wie er aus feinen außerordentlichen Einfall kam, hat er nicht herichtet, doch niag es um fein dreißigstes Lebensjahr gewefen, daß er sich nachdenklich mit ausgestreckten Fingerspitzen auf den Schenkel klopfte, auf die Brust und wieder auf den Schenkel, auf den Bauch und wieder aus die Brust — wodurch sich denn ein etwaiger Zuschauer hätte veranlaßt sehen können, mit ebenso ausgereckten Fingerspitzen auf feinen Hirnkasten zu klopfen. Vermutlich hätte dieser Zuschauer kaum Bescheid bekommen über Sinn und Absicht einer solchen Trom- nielci, denn was dem Leopold damals ausgegangen war, behielt er vorerst noch einige Jahre lang bei sich.
Den Kranken, die ihm in die Hände kamen, spielte er freilich fein fonderbares Spielchen immer öfter vor. und zwar auf ihrem eignen Leib. Das tat nicht Weh, erregte aber meistens einiges Erstaunen und womöglich Aengstlichkeit. Ob und tote er sich in sol- chem Fall verteidigte, ist wiederum der Nachwelt unbekannt geblieben. Wenn seine ärztliche Autorität nicht von vornherein jeden Einspruch seiner Patienten überhaupt vereitelt hat, so mag er dem einen und dem andern doch erklärt haben: „Mein Ohr ist so fein, daß ich aus dem Schall der leichten Finger- sckläge hören kann, ob in Ihrer Brust der Teufel sitzt oder die Genesung!" Und in sebr guter Stimmung ha, er Wohl auch einem Wissensdurstigen verraten: „Die hohle Lunge klingt ganz anders als das feste Fleisch. Sogar die Größe Ihres Herzens kann ich durch mein Klopfen recht genau bestimmen, gerade so,
CroSfilm
nach dem gleichnamigen Bühnendrama von Wilhelm Braun
Ton Lustspiel und Ufa-Woche
Nutzen Sie unsere Ausnahme-Preise I
Ein Film der revolutionären Leidenschaften, der grandiosen Massenszenen von nervenzerreifcender Spannung, aufpeitschendem Tempo von Freiheit und Blut
Neben FRITZ KORTNER Lude Mannheim / Gustav Gründgens
E. Stahl-Nachbaur
.... Mit furiosem Tempo sind Szenen ersten Ranges hing^egt . ... Massen sind selten mit so viel Wucht, in so wundervollem Rhythmus bewegt worden. . . Die Tribunalszenen, sind von einer Explosivkrait, die die Leinwand zu sprengen droht .. .
Für Jugendliche verboten!
Beginn 3.00, 4.50, 6.40, 8.30 Uhr
Hesscnland-Pcrit 4 und 8 Uhr Kaberctl Tanz
Heute und folgende Tage 1 Erstaufführung für Kassel!
Ken Maynard
der bekannte Präriereiter, der Held der grotzen Wildwesiabenieuer mit seinem Wunderpferd Tarzan in
Der Anschlag aal den Depeschenreiter Ein großer Wildwestfilm.
II. Teil:
Auf dem Pfade der Pflicht.
Ein spannender Sensationsfilm.
III. Teil:
Bubi läßt sich fotografieren.
Ein köstliches Lustspiel.
Beginn: 3.00, 4.30, 630, 8.30 Uhr
ÄSTADTPARK
In dieser Woche
nur Donnerstag nachmittag 4 U
Kaffee-Konzert
Einlage a. d. Variete-Programm
Die Maschine, welche die Frauen von Erstem wünschten — die Maschine, welche die Frauen von Heute wünschen. („31 420“)
NmtllA Bekanntmachungen, HMerkSufe und Bersteigelungen dttmngsöetfleigerunn.
Donnerstag, bett 12. M<trz 1931, nachmittag» 3 Uhr, ,'ollen im Psandlolal Grüner Weg 35 folgende Gegenstände:
1 Personenauto, 7 Schwefhapparate, 38 Stück Elettromotore, 1 Geldichrank, 1 Grammophon, 2 Klaviere, 3 Schreibmaschinen (Olga und Adler), 1 Schrank, 1 Spinett, 2 Schreibtische, 1 Spiegel- fchranl, 1 Cha.selongue u. a. m.
Ssfentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigert werden.
Kasse l, de» 10.Mär, 1931.
. Haßkerl, Ldergerichtsvallzieüer I
Ufa-Theater
■m Königspiau
Telephon 1551 Täglich- 4 00. 6.20. 8 45 schatten der Manege. De,Vorprogramm u Ufa-Tenwoche Jugendliche Kem Zutritt
4 billige Tage!
Sie sehen und hören:
Fred Kaiser*
Burlesken-Bühne
in einer neuen
Lachschlager- Posse
MaiuiMmeii
Im B ühnen-Soloteil:
Fritz SiW II Clemens Duo Bonny melden || man Clemens
Das Haus dröhnt vor Lachen!
Im Filmteil:
Asta Nielsen
blaaMcheslvealel
Mittwoch, 11. März.
F 23.
Vechvogel bringt G!üü
Komödie von A. R.
Ostrowstij.
8. I
Anfang 19W Uhr.
Donnerst., 12. März. Gcschl. Vorstellung — K 8 — föt den Büh- nenvolksbund. „Das Rheingold", Oper von R. Wagner. 1914 bis 21% Uhr.__________
Kleines Mater.
Mittwoch, 11. März, 20 Uhr.
Jos öMMje toiemls"
Donnerstag, 12. März
Geschloffen.
Heute und folgende Tage!
Ein kulturhistorisches Gemälde von größten Ausmaßen Die französische Revolution im Tonfilm Das gewaltige Schicksal des größten Revolutionärs
Mittwoch, 11. März IM
Nachdem er alle 48 Paragraphen säuberlich aufgesetzt und mit zehnmal längeren Erläuterungen^ versehen, schreibt Auenbrugger (er ist gerade 38 Jahre alt) ein kleines Vorwort, in dem folge-des zu lese« steht:
„Ich lege dir, günstiger Leser, ein neues von mir erfundenes Zeichen vor zur Entdeckung der Brust- krankheilep. Es besteht dies im Anschlägen an de» menschlichen Brustkorb, aus dessen verschiedenen Widerhall der Töne sich ein Urteil über den inneren Zustand der Höhle gewinnen läßt. Weder der Anreiz zur Tchriftstellerei noch der Ucberschwang der Spekulationen, sondern die siebenjährige Beobachtung war der Grund, das über diesen Gegenstand Entdeckte einzuteilen, zu ordnen und herauszugeben. Ich schrieb dasjenige nieder, was ich nach dem Zeugnis meinet Sinne unter Mühen und.Anstrengungen immer wiederum tn Erfahrung gebracht habe, ohne darin je-> mals der verführerischen Eigenliebe einen Platz einzuräumen. _
Schließlich war es nicht mein Bestreben, durch eine besondere Schreibart glänzen zu wollen und wählte einen Stil, schlicht und verständlich. Lebewohl!
Arn 31. Dezember 1760/
DlePrivntseliretlrln!
Regie: Wilhelm Thiele
Ein lustiger Traum von einem blochen Glück.
Die Darsteller sind von solcher Natürlichkeit und mit so viel Humor gesegnet, da 6 man
2 Stunden Welt und Wirklichkeit vergißt!
Humor und Situationskomik, die nicht mehr überboten werden kann
In den Hauptrollen:
Renate Müller. Felix Bresiart, Hermann Thiemig
' Eine bezaubernde Schlagermusik von Paul Abraham, u dem bekannten Komponisten der Operette: „Viktoria und ihr Husar
Für Jugendliche verboten!
Beginn: 3.00, 420, 6.20, 8.30 Uhr
Heute und folgende Tage!
Der Clou untere! di. wöchentlichen Programms
Ein triumphaler Erfolg I
Im Berliner Capitol sind seit der Premiere alle Vorstellungen restlos ausverkauft