Nummer 56*
Sonnabend/Sonntag, 7./8.Diär$ 1931
21. Jahrgang
Kasseler Abendzeitung
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Kasseler Neueste Nachrichten
Die ersten Gefangenen in Indien freigelaffen!
Neue Konferepren in Karachi und London? / Sonderwünsche zum Osthilfegesetz / Explosionsunglück in einem französischen Munitionslager
Schars Kampfansage der Extremen
lEtgene Drahtmeldung.)
Oie große Woche der Außenminister
Puna, 7. März.
Die erste Gruppe politischer Gesange- n: r, die sich keiner Gewalttat schuldig gemacht hi'^en und gemäß dem Abkommen zwischen Gandhi und deui Vizekönig auf freien Fuß gesetzt werden sollen, hat heute früh das Gefängnis Aerowada oer- laffeu. Es handelt sich um 65 Frauen. Sofort iuiIj ihrer Freilassung blieben sie zwei Minuten lang vor dem Gefängnis schweigend stehen, um dadurch Gandhi zu ehren. Sie entrollten dann ->ic Fahne des Allindischen Kongresses und entfernten sich in zwei von der Polizei zur Verfügung gestellten Lastwagen.
Die extrem-nationalistische Organisation in Brmbaq hat einen Feldzug gegendas Frvin-Gandhi-Abkommen eröffnet, das sie als eine Kapitulation bezeichnet.
Hinsichllich der weiteren Entwicklung rechnet der „Daily Expreß" damit, daß in nicht allzuferner ?eit eine Englisch-indische Konferenz in Indien abgehalten wird, die wahrscheinlich in Karachi stattfindet. Daran soll sich gegen Ende des wahres eine dritte Konferenz in London anschlie- ßeu, an der auch Gandhi teilnehmen würde. Das Kabinett hat, wie der „Neuyork Ehronlcle" meldet erwogen, den Lordlanzler als Führer der britischen Abordnung nach Indien zu senden, doch ist eine Ent-» scheidung noch nicht gefallen.
Staatsbesuche...
Paris, 7. März.
Nach e--er im „Petit Parisien" veröffentlichten Agenturmeldung aus Rom versichert man in italienischen Marinekreisen, daß wahrscheinlich demnächst die französische und die italienische Flotte einen Besuch in Spezia bezw. Toulon a u s t a u - sch en werden. Diese Flottenbesuche würden die Einigung in der Seeabrüstungsfrage besiegeln. Hierauf würde ein Besuch des Präsidenten der französischen Republik in Rom und ein Besuch des Königs Victor Emanuel in Frankreich folgen.
Explosion im Munitionslager
Paris, 7. März.
Eine furchtbare Explosion ereignete sich in den späten Abendstunden des Freitag in dem Munitionslager in Chemilly-Sur-Vome in unmittelbarer Nähe von Auxerre. Zwei große Barracken von über 100 Meter Länge und 25 Meter Breite, in denen gefüllte Kartuschen alten Kalibers untergebracht waren, flogen plötzlich unter einem ungeheuren Getöse in die Luft. Mehrere tausend Tonnen Pulver sind explodiert.
Unter der Bevölkerung entstand große Beunruhigung, da die Gefahr bestand, daß weitere in unmittelbarer Nähe gelegene Munitionslager, in denen sich fertige Geschosse befinden, ebenfalls von den Flammen ergriffen würden. Die Ausmaße der Katastrophe wären in einem solchen Falle unabsehbar gewesen.
Aus allen umliegenden Ortschaften eilten sofort Feuerwehren herbei, denen es nach großen Anstrengungen gelang, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken. Der Schaden beläuft sich auf m e h - re re Millionen Franken. Nach den letzten Meldungen soll die Gefahr vollständig beseitigt sei». Menschenleben sind glücklicherweise nicht zu beklagen.
Das Eschweiler Llnglücksrevier
Zwei Tote und fürs Verletzte auf Grube Maria.
Eschweiler, 7. März.
Heute früh gegen 5 Uhr ereignete sich aus Grube Maria des Eschweiler Bergwerksverems in Maria- Herz ein schweres Grubenunglück. Eine Bauarbeitergruppe von sieben Mann war beim Abteufen des Sourmondschachres mit dem Einsetzen eines Ringes beschäftigt. Dabei schlug ein Arbeiter mit der Spitzhacke in einem steckengebliebenen Sprengschutz. Der Schuß erplodierte und zwei Arbeiter wurden getötet. Die übrigen fünf wurden, zum Teil schwer verletzt, ins Krankenhaus geschafft.
Mehr Aktivität f
Berlin, 7. März.
Oberst a. D. von Oertzen beschäftigt sich in einem Artikel der „E e r m a n i a“ mit dem Konventionsentwurf der Vorbereitenden Abrüstungskommisfion. Die Anwendung des Schemas des Vorbereitungsausschusses könne zu keiner Herabsetzung der europäischen Rüstungen führen, weil das Schema an dem wirklichen Rüstung^ >lde vorbeigehe und nur einige Symptome der rnüftung erfass«. Der Entwurf mutz, jo
schreibt Oberst von Oertzen, noch vor der Abrüstungskonferenz durch einen anderen Entwurf ersetzt werden. Stillschweigen wäre ein großer Fehler.
Der öfseutlichen Kritik wäre ein anderer, besserer Entwurf zu unterbreiten.
Wir bekämpfen die Genfer Mißgeburt, weil sie die Abrüstungskonferenz non vornherein auf einen Holzweg führt. Wir bekämpfen den Abrüstungsentwurf, nicht, weil er für Deutschland besonders ungünstig wäre, sondern wir bekämpfen seine Unzulänglichkeit im Interesse der gesamten europäischen Mlkerfamilie.
Oberst von Oertzen wendet sich gegen die Betriebsamkeit der Länder, die in dem Genfer Schema den Stein der Weisen gefunden zu haben glauben und überall diese lleberzeugung verbreiten. Er
bedauert, datz bisher jede Gegenwirkung gegen diese Propaganda, auch von deutscher Seite aus, unterblieben ist.
Es erscheine geboten, datz Deutschland in bezug auf den Umfang seiner Rüstungen auf der Abrüstungskonferenz jedes vernünftige Entgegenkommen zeige. Unmöglich fei dagegen, daß Deutschland jemals seine Zustimmung dazu gebe, auch in Zukunft nach einer anderen Methode behandelt zu werden als die anderen Länder. In der Frage der Aufrüstung mag es in Deutschland zweierlei Meinung geben, in der Frage der Deklassierung nicht. Einen Ausschluß aus der Reihe der gesitteten Nationen könnte. Deutschland nur damit verantworten, daß es den O r t verließe, wo man diesen Ausschluß verkündete, der dein Völ- kerbundsgedanken ins Gesicht schlüge.
th. Berlin, 7. März.
Der Fortgang der Etatsberatungen im Plenum des Reichstags ist jetzt dadurch etwas behindert, daß die verschiedenen Ausschüsse, insbesondere der Hauptausschuß des Reichstags, mit der Vorbereitung der einzelnen Haushaltstitel nicht schnell genug vorwärtsgekommen sind, so daß es dem Plenum alsbald an Veratungsstoff fehlen dürste. Deshalb wird das Plenum des Reichstags i n d e n er st en drei Tagen der nächsten Woche keine Sitzungen abhalten. Inzwischen werden die Ausschüsse vormittags und nachmittags arbeiten, um die zweite Lesung der noch ausstehenden Haushaltskapitel aus dem Etat schleunigst zu ermöglichen.
Die Ausschüsse des Reichsrats haben in den letzten Tagen intensiv gearbeitet und eine große Zahl von Anträgen zum Osthilfegesetz behandelt, die von den verschiedenen Länderregierungen eingebracht worden sind. Daraus sind vor allem die Anträge der preußischen Regierung hervorzuheben, die sich auf die Organisation der Ofthilfe erstrecken, und die eine Reihe von Aenderungen wünschen, welche bei der Landwirtschaft bereits wieder lebhafte Kritik hervorgerufen haben Andere Abän- derungswünsche sind z. B. von der sächsischen Regierung eingebracht worden, die dahin strebt, die sächsische Landwirtschaft östlich der Elbe in die Osthilfe einbezogen zu sehen. Eigentlich wollte der Reichsrat heute mittag das Osthiljegesetz verabschieden, aber da die Ausschüsse mit den schwierigen Arbeiten noch nicht fertig geworden find, so wird diese mit besonderer Spannung erwartete Vollsitzung des Reichsrates erst am Montag stattfinden. Dann wird auch über den kürzlich vom Reichstag angenommenen Antrag auf Wiedereinführung eines Gefrierfleischkontingents zu entscheiden sein.
Aus -er Stelle getreten!
th. Berlin, 7. März.
Die Verhandlungen, die zwischen Vertretern der Regierung und der Parteien über das Marine- bauprogramm uns die sozialdmeokrati- schen Ausgleichsforderungen geführt werden, find gestern nur wenig gefördert worden. Der Kanzler hat sich gestern an diesen Besprechungen auch nicht mehr beteiligt, sondern es hat lödiglich eine Unterredung des Arbeilsministers Dr. S t e g e r w a l d mit den Verttetern der Sozialdemokraten stattgefunden.
Dieser Umstand wird in parlamentarischen Kreisen als ein deutliches Zeichen dafür angesehen, daß die bekannten steuerpolitischen Forderungen der Sozialdemokraten, über die wir bereits
W. P. Was sich jetzt in der großen Politik abspielt, sind Vorgefechte, Patrouillenvorstöße, die ab und an von einem kurzen Wirkungsfeuer unterbrochen werden, das auf die gegnerischen Stellungen gelegt wird. Die Entscheidungen werden vorbereitet gefällt werden sie — darin dürften die Propheten recht behalten — nicht vor dem nächsten, vielleicht sogar erst im übernächsten Jahre. Wie dem auch setz die Vorbereitungen sind so lebhaft im Gange, daß es doch wohl notwendig ist, das für diese Sonntagsbetrachtung vorgesehene innenpolitische Thema noch einmal zu vertagen und sich mit der Tätigkeit der Herren Außenminister etwas eingehender zu beschäftigen. Fast ein halbes Dutzend von ihnen hat im Laufe dieser Woche bei der öffentlichen Meinung seine Karten abgegeben und vor der Vielumworbenen seine Ansichten und Pläne vorgetragen.
Briand, Curtius, Hymans — die unentwegten Optimisten unter uns haben aus den Reden dieser drei einen „hoffnungsvollen Dreiklang" herauslesen wollen. Es gehört in der Tat schon eine ganze Portion Unentwegtheit dazu, um die Unterschiede in Melodie und Text, die, wie uns scheint, die Wiener, Pariser und Brüsseler Sendungen doch recht deutlich voneinander abhoben, einfach zu überhören. Schließlich sollten wir es ja auch inzwischen gelernt haben, daß selbst unter Begriffen wie „Frieden" und „Abrüstung" heute noch recht Verschiedenartiges verstanden wird. Wenn der deutsche Außenminister vom „Frieden" spricht, dann denkt er an eine zukünftige Ordnung der Dinge, die den Grundsatz „Gleiches Recht und gleiche Sicherheit für alle" verwirklicht hat, und in konsequenter Wei-
berichtet haben, voraussichtlich keine Aussicht aus Einigung eröffnen. Dagegen wendet man sich jetzt vor allem in diesen Unterredungen dem f o - zialpolitische« Teil der Ausgleichswünfche der SPD. zu, bei denen eine Einigung anscheinend leichter möglich ist, als bei den von den bürgerlichen Mittelparteien abgelehnten Steueranträgen der SPD. In diesen Fragen wird jedoch ebenfalls erst in der nächsten oder übernächsten Woche eine endgültige Entscheidung zu erwarten fein, da alle diese letzten Beschlüsse über Kompensationssorderungen, Marinebauprogramm, Etat- und Osthilfegesetze, sowie Agrar- maßnahmen voraussichtlich in einem untrennbaren Zusammenhang mit einander stehen, so daß die Entscheidung über diesen Gesamtkomplex nur in einem einzigen Zuge gesunden werden wird.
Proteste gegen die Gesrierfleischeinfuhr
Berlin, 7. März.
Nachdem im Bayerischen Landtag von fast allen Parteien gegen die Gefrierfleischeinfuhr protestiert worden ist, erklärte Staatsminister Dr. Stützt, einer Meldung des „Berliner Lokal-Anzeigers" zufolge, datz die bayerische Regierung von sich aus bereits beschlossen habe, im Sinne des Bayerischen Landtages ihren Bevollmächtigten beim Reichsrat zu beauftragen, gegen die Zulassung von Gefrierfleisch, wie sie vom Reichstag beschlossen worden sei, zu prote st i e r e n.
Im sächsischen Landtag Hai die Reichs- Partei des deutschen Mittelstandes, wie das genannte Blatt aus Dresden berichtet, den sächsischen Ministerpräsidenten in einem Schreiben ersucht, die sächsischen Reichsratsbevollmächtigten ebenfalls zu veranlassen. gegen die Einfuhr der 50000 Tonnen Gefrierfleisch zu stimmen.
Kölner Episkopat
gegen Nationalsozialismus
Die „Kölnische Volkszeitung" veröffentlicht in ihrer heutigen Morgenausgabe eine vom Erzbischof in Köln und sämtlichen Bischöfen der Kölner Kirchen- Provinz unterzeichnete Erklärung, die sich gegen den Nationalsozialismus wendet.
In der Erklärung heißt es u. a., daß die Unterzeichner im Bewußtsein ihre Pflicht ihre Diözesanen auf die mit der nationalsozialistischen Bewegung für katholisches Denken und Leben entstandene Gefahr aufmerksam machen, mahnend ihre Stimme erheben und mit tiefem Ernst vor dem Nationalsozialismus warnen, solange und soweit er eine kulturpolitische Auffassung kundgebe, die mit der katholischen Lehre nicht vereinbar sei.
terführung dieses Gedankens muß für ihn der Begriff „Abrüstung" ganz etwas anderes bedeuten als das, was in dem Konventionsentwurf der Vorbereitenden Abrüstungskommission an unzureichenden Maßnahmen produziert ist. Aristide Briand aber glaubt an diese Rezepte, und man tut ihm auch kein Unrecht, wenn man behauptet, datz sich sein Friedensideal — ihm selbst vielleicht unbewußt — heute den im Versailler Vertrag verwirklichten Gedanken weitgehend angepaßt hat. Gewiß wird es ihm nicht sympathisch gewesen sein, die tolle Attacke, die sein Kollege aus dem Kriegsministerium kürzlich geritten hat, verteidigen zu müssen, und er hat sich denn auch in manchen Punkten erfreulicherweise von Herrn Maginot distanziert. Aber immerhin: Er hat ihn verteidigt, und er hat — ein politischer Rastelli — dabei beispielsweise sogar das Kunststück fertig gebracht, das von Maginot „zur Landesverteidigung eingeführte militärische System" als einen Beitrag zum Werk der Abrüstung zu charakterisieren.
Was den Eleichklang der deutschen und franzöfischen Politik stört, läßt sich am einfachsten mit dem Wort „Versailles" kennzeichnen. Für Frankreich ist das Friedensdiktat ein unerschütterliches Dogma, an dem es festhalt, weil ihm dadurch seine heutige Machtstellung gewährleistet wird, und nur in einem Punkte weicht es von diesem Dogma ab: In jenem einen Punkte nämlich, der uns nach den Hundetteu von Verpflichtungen und Belastungen ein Recht — das Recht, auf Grund der deutschen Abrüstung allgemeine Abrüstung verlangen zu können — c; .aumt! Deutschland aber muß von Versailles wegstreben zu einer gerechteren, freieren Gestaltung der politischen Verhältnisse Europas. Um seiner selbst mitten und um des europäischen Friedens willen, den nichts so sehr gefährdet wie das in Versailles verewigte Unrecht! Und so gern wir anerkennen, daß Aristide Briand in der Auseinandersetzung mit seinem ewige« Kontrahenten Franklin-Bouillon mutig für den Gedanken einer deutsch-französischen Annäherung ringe-, treten ist, so angenehm mir von seinen Ausführungen zur Kriegsschuldfrage, aus denen man wenigstens ein gewisses Verständnis für die deutsche Auffassung heraushüren konnte, berührt find — über die G r u n d, Voraussetzungen einer deutsch - französischen Zusammenarbeit scheint fich auch Frankreichs Außenminister keine richtige Vorstellung zu machen, und es ist bezeichnend, daß dreihundert nationalistische Abgeordnete für die Bliandsche „Verständigungspolitik" stimmten.
Vierundzwanzig Stunden nach der Briandrede im Palais Bourbon hat Reichsaußenminister Dr. Eur- tius in Wien einmal mehr diese Forderungen, die Deutschland an Frankreich und Europa hat, in der vorsichtigen Art, die sein Tun und Reden charakterisiert, formuliert. Er hat von der Wirtschaftswidrigkeit der Reparationen gesprochen, er hat sich — Herrn Maginot ins Stammbuch! — gegen die Verquickung der Abrüstungsfrage mit der Kriegsschuldlüge gewendet, er hat die unerschütterliche Freundschaft Oesterreichs und Deutschlands, der beiden Staaten, die ein Volk umschließen, gefeiert, und er hat schließlich, auch darin mit seinem Wiener Amtsbruder völlig einig, den Sinn der deutschen Friedenspolittk, die nichts weiter als Gleichberechtigung und gleiche Sicherheit für alle Völker verlangt, erläutert Und wir stellen zwei Tatsachen einander gegenüber: In Paris verkündet Aristide Briand den aufhorchen- den Kammermitgliedern, daß die Anjchlußbewe- g u n g im Abflauen begriffen fei, und daß damit (roer will, kann daraus eine Drohung herauslesen!) die Kriegsgefahr, zu der sich diese „Gefahr des Anschlusses" hätte auswachsen können, beseitigt sei. In Wie« aber erweist sich zu gleicher Zeit bei dem Besuch des Reichsaußenministers eindrucksvoll die lebendige Kraft des Anschlußgedankens, dem Frankreich, das in Mitteleuropa ebenso wie in allen anderen Teilen des Kontinents keine neue Bewegungen wünscht und den ftatus quo auf jeden Fall erhalten will, aus durchsichtigen Gründen sein baldiges Ende voraussagt Gleichklang der deutschen und französischen Politik, hoffnungsvoller Eleichklang? Auch diese Gegenüberstellung fühtt doch wohl zu anderen Schlüssen.
Aber nicht nur von einem Zweiklang, sondern sogar von einem Dreiklang war die Rede: Der dritte Außenminister, der in dieser Woche die öffentliche Meinung um Audienz bat, war Paul Hymans, belgischer Liberaler, sattelfester Parlamentarier, Vertreter Belgiens auf der Versailler Friedenskonferenz und einer der gewandtesten Tänzer auf dem Genfer Parkett. Hymans war schon einmal vor Jahren Außenminister, und als er damals, im Herbst 1920, von seinem Poften zurücktrat, geschah das, weil sich das Kabinett dem Transport französischer, für Polen bestimmter Waffen durch Belgien widersetzte. Das Thema der Rede, die Hymans am Mittwoch hielt, steht mit den Dingen, die einst feinen Rücktritt ver-
Das Osthilfegesetz im Reichsrai
preußische und sächsische Abänderungswünsche / Vollsitzung erst Montag