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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

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Kummer 55*

Freitag, 6. März 1931

21. Jahrgang

Glückwünsche aus Washington

Hoover zum Abschluß des französisch-italienischen Abkommens / polens Kampf gegen bas deutsche Schulwesen / Neue Wendung kn pem

Das Ende des Klottenwettbewerbs"

.Eigener Drahtbericht.

Neuyork, 6. März.

Präsident Hoover und Staatssekretär S t i m - s o n haben eine amtliche Verlautbarung ausgegeben, in der es heißt, daß das franzöfisch-ialie- Nische Flottenabkommen das Ende des Flottenwettbewerbs in den fünf Hauptflot- lenmächten bedeute.

Die Erklärung wurde veröffentlicht, nachdem Bot­schafter Dawes das Staatsdepartement über die Ein­zelheiten des Abkommens unterrichtet hatte.

Hoover betonte unter anderem noch, daß das Ab­kommen die Vervollständigung des vor zwei Jahren begonnenen Werkes bezüglich der Flottenverminde­rung bedeute. Es sei damit ein Plan aufgestellt wor­den, der glückliche Rückwirkungen auf die Abrüstung haben werde. Die Unter Händler in der letzten Phase der Verhandlungen, Briand, Henderson und Grandi hätten ein Resultat erzielt, wozu sich die ganze Welt beglückwünschen könne.

Weingartner darf in Paris nicht dirigieren

Paris, 6. März.

Professor Weingartner ist offiziell vomPoli- zeiprafekten davon in Kenntnis gesetzt worden, daß ihm die Beteiligung an den gegenwärtigen Auffüh­rungen der französischen PhilharmonikerConcert Pasdeloup" nicht gestattet werden kann.

Bereits seit einigen Tagen setzte in nationalisti­schen Kreisen eine heftige Kampagne in der Oeffent- lichkeit ein, um Weingartners Auftreten zu verhin­dern. Wie es heißt, soll das Verbot nicht so sehr wegen der Unterzeichnung des Manifestes der deut­schen Intellektuellen ausgesprochen sein, sondern auf der Tatsache beruhen, daß Weingartner vergangenes Zahr in Straßburg ein Konzert diri­gierte, das von den elsässischen Auto­nomisten veranstaltet worden war. Wein­gartner hätte sich damit in die innerpolitischen Ver­hältnisse Frankreichs gemengt und dadurch sein Auf­treten in Paris selbst unmöglich gemacht.

Gegen das Verbot wendet sich heute vormittag nur der sozialistischePopulaire", der darauf hin­weist, daß das duldsame Deutschland französische Künstler, die während des Krieges aus ihrer starken deutsch-feindlichen Gesinnung kein Hehl gemacht hät­ten, gastlich aufnehme.

Neuer Staatsstreich in Peru

Rückkehr Sanchcz Cerros.

London, 6, März.

Wie aus Lima gemeldet wird, ist es dort zu einem ncuenStaats st reich gekommen. Oberstleutnant Gustave Ji m c n e c hat die Junta abgesetzt und sich selbst zum Präsidenten gemacht. Im Namen der Gar­nison von Lima hat er eine Kundgebung an das Land gerichtet, in der es heißt, daß den politischen Kämpfen zwischen dem Norden und Süden des Landes ein Ende gemacht werden müsse. Dem Staatsstreich voraus ging eine Meuterei des siebenten Infanterie-Regiments. Tie Meuterer besetzten verschiedene strategische Punkte, von denen aus sie die Stadt mit Maschinengewehren be­schossen.

Weitere Meldungen aus Lima bestätigen die Ab­setzung der provisorischen Junta. Es wird jedoch be­stritten, daß Jimenec sich zum Präsidenten gemacht habe. Vielmehr sei der frühere Präsident Sanchcz Cer ros wieder im Triumphe nach Lima zu­rückgeholt und in sein altes Amt eingesetzt worden.

Mosley-premiere

London, 6. März.

Die neue Partei Mosleys veranstaltete am Donnerstag ihre erste öffentliche Versammlung. Der Andrang war so groß, daß noch zwei Parallelver­sammlungen stattfinden mußten. Mosley selbst war durch Krankheit an der Teilnahme verhindert. Er wurde durch seine Frau vertreten. Bei Angriffen auf die Regierung Macdonald kam es zu stürmischen Un­terbrechungen, da man der Partei faschistische Richtung vorwirft.

Graffchaftswahlen in London

London, 6, März.

Gestern fanden Wahlen zum Rat der Grafschaft London statt. Nach den bisher bekannt gewordenen Ergebnissen erhielten die Konservativen 74, die Ar»

beiterpartei 26 und die Liberalen vier Sitze. Die bis­herige Mehrheit der Konservativen im Grafschaftsrat bleibt also weiter bestehen.

Gandhis Appell an den Kongreß

London. 6. März.

Nach dem nunmehr endgültigen Abschluß der Ver­handlungen mit dem Vizekönig wandte sich Gandhi in einer Ansprache, die er vor ausländischen rmd in­dischen Journalisten hielt, an die Kongreßteilnehmer mit der Bitte um ernste Zusammenarbeit. Der K o n- g r e ß solle die neue Gelegenheit benutzen und ehrlich an dem Ausbau der Verfassung mitwirken. Er könne dadurch nur an Ansehen gewinnen. Gandhi ver­sprach, daß er die Freilassung aller politischen Ge­fangenen, einschließlich der verhafteten Nehrus er­reichen werde.

Kommunistische Erfolge in China

London, 6. März.

.Times" uttlder aus Hankau: Der Verkehr auf der Eisenbahnlinie Peking-Hankau ist wegen der Meu­terei einer nach Hankau unterwegs befindliche» Di­vision eingestellt worden. Die Soldaten hielten bei Liulia nahe der Südgrenze von Honan die Eisen­bahnzüge an, rissen die Schienen auf, zerschnitten die Telegraphendrähre und schlossen sich einer großen Bande Kommunisten in der dortigen Gegend an. Mehrere Divisionen haben Befehl erhalten, an Ort

Berlin, 6. März.

Der deutsche Außenminister Dr. C u r t i u s und Staatssekretär Dr. Pund er trafen heute vormittag mit den übrigen Herren der deutschen Delegation mit dem fahrplanmäßigen Zuge aus Wien um 8,56 Uhr auf dem Anhalter Bahnhof ein. Zu ihrer Begrüßung hatten sich eingefunden: der österreichische Geschäfts­träger, Legationsrat Meindl mit den übrigen Herren der österreichischen Gesandtschaft und Staatssekretär von Bülow.

*

Vor seiner Abreise übergab Reichsaußenminister Dr. C u r t i u s einem Vertreter der Amtlichen Nach­richtenstelle folgende Erklärungen:Nur zu schnell sind die schönen Tage verflogen, die mir und den mich begleitenden Herren hier in Wien vergönnt waren. Es drängt mich, Ihnen, dem Vertreter der Amtlichen Nachrichtenstelle, als Sprachrohr für Wien und ganz Oesterreich in kurzen Worten das zu sagen, was ich, was wir beim Scheiden empfinden. Es ist ein allumfassender, einziger, herzlicher Tank.

Wenn ich sagte, wir fahren jetzt wieder nach Hause, tun wir dies trotz lleberfchreilens der Grenze nicht in dem Gefühl, aus fremdem Lande heimzukehren. Ach kann nicht anders, als das Wort Herrn Dr. Schobers wiederholen: Za, wir sindein Volk in zwei Staaten!" Wir sind ein Volk, das zusammengehört. Zch bin überzeugt, daß Reichskanzler Dr. Brüning nach meinem Bericht über den Verlauf des Wiener Besuches über die unvergleichliche Herzlichkeit des Empfanges und über unsere Verhandlungen in gleicher Weise erfreut und dankbar sein wird. Auch glaube ich, daß dies ihn in seiner Absicht, sobald als möglich, das Versäumte nachzuholen und selbst nach Wien zu kom­men, bestärken wird. Jedenfalls möchte ich Sie bitten, mit meinem persönlichen wärmsten Dank für die Auf­nahme der Vertretung der Reichsregierung hier auch den des Reichskanzlers Dr. Brüning wie des ganzen deutschen Volkes im Reich an die Brüder in Oester­reich weiterzugeben und ihnen unser aller herzlichsten Grüße zu übermitteln.

Falsche Gerüchte

Kein Sonderkompromiß zwischen Zentrum und Sozialdemokratie.

th. Berlin, 6. März.

Neben den Plenarverhandlungen im Reichstag, über die wir an anderer Stelle berichten, gingen auch gestern die Sonderbesprewungen über die Mebrheirs bildung für den Etat einschließlich des Panzerschiffes B. weiter. Der Kanzler hatte am Vormittag mit den Sozialdemokraten verhandelt, und am Nachmittag

und Stelle zu gehen.. Die Behörden hoffen, binnen einer Woche für Ordnung sorgen zu können. Es ist nicht bekannt, ob die Unruhen nur örtlichen Charakter haben, oder Teil einer größeren Bewegung sind. Im südwestlichen Teile von Schensi haben sich kommuni­stische Banden festgesetzt. Dies ist das erste Mal, daß sich die Kommunisten in dieser Provinz zeigen.

Wenn ein Krieg ausbrtcht...

Holland auf die anderen Mächte.

Haag, 6. März.

In Beantwortung einer Anfrage, welche Stellung die Niederlande im Falle eines Kriegsausbruches zu anderen Staaten einzunehmen hätten, hat der Außen­minister der Ersten Kammer eine Erklärung zugehen lassen, in der betont wird, daß sich nach Ansicht der Regierung Holland im Hinblick auf seine Mitglied­schaft beim Völkerbunde nicht mehr in allen den Fällen, in denen dies im Jahre 1914 noch möglich gewesen wäre, für neutral erklären könne.

Bei einem Kriegsausbruch müsse man davon aus­gehen, daß einer kriegsführenden Macht der Durch­marsch durch holländisches Gebiet nur unter dem im Völkerbundspakt vorgesehenen Bedingungen gestattet werden dürfe und daß in den übrigen Fällen Hol­land vollkommene Handlungsfreiheit habe.

Die obligatorische Beteiligung an einer wirtschaft­lichen Blockade, die sich gegen den als Angreifer be­zeichneten Staat richte, beschränke sich jedenfalls aus die im Völkerbundspakt vorgesehenen Fälle. Die holländische Wehrmacht sei nach Auffassung der hol­ländischen Regierung nicht aus Grund der Bestim­mungen des Völkerbundpaktes zur praktischen Be­teiligung an einem Kriege genötigt. Holland müsse im Gegenteil dazu beitragen, der Ausdehnung eines eventuellen kriegerischen Konfliktes vorzubeugen und die Einbeziehung holländischen Gebietes in die Kriegszone zu verhindern.

fand eine Konferenz zwischen Vertretern des Zentrums und der Sozialdemokraten in Gegenwart von Mitgliedern des Reichsfinan z Mini­steriums statt. Eine Einigung ist noch nicht er­zielt und die Gerüchte, die gestern abend im Reichs­tag umgingen und davon sprachen, daß ein Sonder­kompromiß zwischen Zentrum und Sozialdemokraten erzielt worden sei, entbehren ebenfalls der Begrün­dung. Jedenfalls würde der Reichskanzler ^uch nicht bereit sein, auf Grund eines derartigen Sonderab­kommens ohne Rücksicht auf die anderen Parteien sei­ner gegenwärtigen parlamentarischen Mehrheit, irgend welche bestimmte Schritte zu unternehmen.

Tie sozialdemokratische Fraktion hat 'n den Abendstunden zu dem bisherigen Stand der Verhandlungen Stellung genommen und hat einen bemerkenswerten Beschluß gefaßt, dessen Formulie­rung gestern abend im Reichstag stark beachtet wurde. Es wurde darin nämlich gesagt, daß die sozialdemokra­tische Fraktion ihre Haltung zum Wehretat und zum Bau des Panzerskrcuzers B von den allgemei­nen politischen Erwägungen und von der Entscheidung über ihre sozialpolitischen und finanziellen Anträge abhängig machen werde.

Die Steueranträge der Sozialdemokra- t e n sind gestern abend in einer Fraktionssitzung der Deutschen Voltspartei als vollkommen un­annehmbar bezeichnet worden. Die Verhandlun­gen über ein Kompromiß werden in diesen Tagen aber fortgesetzt werden.

Deutschtum in Not

Senator Utta über die Zurückdrängung des deutschen Schulwesens in Polen.

Warschau, 6. März.

Gelegentlich der gestrigen Debatte im Senat über den Haushalt des Unterrichtsministers besprach der deutsche Senator Utta das deutsche Schulwesen in Polen. Er stellte einleitend fest, daß im gegenwärtigen Budget keine einzige Position das deutsche Schulwesen in Polen berücksichtige. Noch im Jahre 1919 hätten in Kongreßpolen 564 deutsche Volksschulen, neun Mittelschulen und eine Lehrerbildungsanstalt bestan­den. Heute zähle man nur 98 Volksschulen mit nur zum Teil deutscher Unterrichtssprache, und von den fünf noch bestehenden deutschen Mittelschulen besaßen nur zwei das Oesfentlichkeitsrecht. Besonders bedrückt werde das deutsche Schulwesen in P o se n und Pom­merellen, wo man gegenwärtig nur 280 deutsche Schulen zähle gegen 557 vor sieben Jahren. Im Kor­ridorgebiet so schloß der Senator seine Darlegun­gen müßten 66 Prozent der deutschen schulpflichti­gen Kinder polnische Schulen besuchen und in der Wojewodschaft Posen 45 Prozent.

Kulturschande Fremdenlegion

In diesem Moyat wird es in Algier und Tunis, in Marokko, in Jndochina, im Mandatsland Syrien und überall dort, wo die Fahne der französischen Fremdenlegion weht, hoch uns festlich zugehen. Den» man feiert das hundertjährige Bestehen die­ser Truppe, und die Offiziere der einzelnen Frem­denlegionsregimenter, ihre Generäle, die Gouverneure der einzelnen Kolonien, die französische Regierung, die französische Wirtschaft und schließlich das ganze französische Volk haben allen Anlaß dazu, an diesem Geburtstag" mit großer Genugtuung der Werte zu gedenken, die durch das Blut von hunderttausenden Fremdenlegionären geschaffen wurden. Man wir« schöne Reden halten, und die einzelnen Regimenter werden vor den hohen Funktionären der französischen Republik defilieren und auf festlichen Banketts, bei denen die Soldaten allerdings nichts zu suchen haben, wird nran das Lied von der ,Moire" des französi­schen Vaterlandes singen.

Im Jahre 1831 kam ein französischer Abenteurer, der Baron de Boegard, auf den Gedanken, aus den Trümmern der von Napoleon einst ausgestellten Fremdenregimenter. eine neue Truppe zu bilden, die sich durch Werbung von Ausländern ergänzen und deren Bestimmung es sein sollte, das zu verwirklichen, was jahrzehntelange Kämpfe der französischen regu­lären Truppen nicht hatten erreichen können: Die Eroberung Algiers. Die französische Regie­rung fand damals diesen Plan des französische» Barons ausgezeichnet; sie bewilligte die Aufstellung der neuen Fremdenlegion und schloß mit einer An­zahl europäischer Länder einen Vertrag, der es Frankreich gestatten sollte, a u f die Dauer von 100 Jahren in all diesen Ländern Leute für die Fremdenlegion zu werben. Im Laufe der späteren Jahrzehnte hat eine Anzahl europäischer Negierun­gen diesen Vertrag wieder aufzuheben vermocht, der nunmehr im kommenden Monat vollkommen seine Gültigkeit verliert. Mit einer einzigen Ausnahme, die im Versailler Vertrag niedergelegt ist, wo es heißt, daß den Franzosen das Recht gewährt wird, Deutschegemäß den französischen Militär gesehen und Verordnungen als Rekruten für die Fremdenlegion anzu- werben". Mit dieser Bestimmung wird Deutsch- land als einziger Macht des europäischen Kontinents das Recht aberkannt, sich um das Schicksal der eige­nen Staatsangehörigen zu bekümmern, die durch Zu­fall, Leichtsinn oder Lockungen für eine Reihe von Jähren in der französischen Fremdenlegion Dienste annehmen.

Es erübrigt sich, darauf hinzuweisen, daß auch diese Bestimmung des Versailler Vertrages unzwei­deutig festlegt, wie es mit derGleichberechtigung" aller Völker nach der Liquidierung des Weltkrieges bestellt ist. Denn es gibt ein Moment, das gravie­render als diese Bestimmung das Verwerfliche und Unmoralische dieser französischen Methode veran­schaulicht. Nimmt man sich einmal den Vertrag vor, den so ein armer Teufel bei seiner Werbung unter­schreiben mutz, so stellt man mit Erschütterung fest, daß die Sklaverei, dieses grauenvollste Uebel der verflossenen Jahrhunderte, heute, in der Zeit des Flugzeugs und des Radios, garantiert von einer gro­ßen ,Kulturmacht" rechtsverbindlich noch Gültigkeit hat. Der Fremdenlegionär kennt nur Pflichten, aber keine Rechte. Für ein Schandgeld von 84 Mk., einem Tagelöhn von 4 Pfennigen und einerPen­sionsberechtigung" nach läjähriger Dienstzeit von runo 25 Mark jährlich unterwirft sich der Fremden­legionär ohne weitere Rechtsansprüche vorbehalüos einem Reglement dauernder Kasernierung, Stratzen- arbeit, Kämpfe gegen die Eingeborenen, Strafbestim­mungen mittelalterlichster Art und Möglichkeiten, die seine Dienstzeit je nach der Willkür seiner Vorgesetz­ten auf unbeschränkte Dauer verlängern können. Schutzlos ist er jeder Prozedur an Leib uns Seel« ausgeliefert, kein französisches Gericht nimimt sich sei­ner Sache an. Auch der Staat,, dessen Nationalange­hörigkeit er besitzt, ist nicht in der Lage, helfend hier einzuschreiten. Er ist rechtlos, ein Kuli «es französischen Ruhmes, ein Sklave. Und dies alles im Zeichen Der kulturellen und mcnsch- heitsversöhnenden Politik des Völkerbundes. Wäre nicht der Tag der hundertsten Gründungsfeier dieses schauerlichen und kulturschänderischen Systems ein Anlaß für die Mitgliedstaaien der Genfer Jnstitu- tton, die Frage der französischen Frem­denlegion von Grund aus auf;urollen und sie als das anzuprangern, was sie in Wirklich­keit ist, als eine namenlose Kulturschan'de, sie zu beseitigen Pflicht des Völkerbundes ist? Man möchte es hoffen, und cs wäre zu begrüßen, wenn die Reichsregierung diesen Tag nicht vorübergehen las­sen wüme, der Idee der Völkermoral wieder etwas zu ihrem Recht zu verhelfen.

Gerade Deutschland hat allen Anlaß dazu, sich mit der Fremdenlegion zu beschäftigen. Im Laufe ihres hundertjährigen Bestehens haben rund eine Vier­telmillion Deutiche in ihren Reihen ge­kämpft, geblutet Uiu) ihr Leben für eine Sache ge-

Curü'us wieder in Berlin

(Eigene Drahtmeldung.)