r Wette 1'1 Beilage
Kasseler Neueste N«chr!ch«en
Mtttwoch, 4. März 193t
Feder spricht in Kassel
Evans. Brreinsdans: JSaIo rf üj)runa. 1SLÜ u. 17.80.
Ztadtvark «kleiner Saal«: Kaffee-Konzert, 16 Uhr.
Evang. Bereiashans: Wafch-Borführung, 15.30 u. 17L0.
Ratskeller: Künstler-Konzert.
Cbetbnaeta: Gröhes Dovvelkonzert.
Parkfchlöhchrn: Tanz.
Nachdruck vervcnr»
Ohne Gewähr
3. Mär, 1931
20. Ziehungstag
2000 M. 23072 23627 43853 81424
60 SetDinne tu
341353 358505 38381t
56595 62810 65576 70984 75860 79685
69394 72602 76952 88402 89541
Llnfere Heimat
OieRadlkaldemokraten stellen sich vor
[eteilte
ie zum
Gute Information ist alles?
104978 175042 212447 312830 388612
66221
99867 127036
150901
185931
219543
249228
271845 313993
343858 372282
45131 82618
134143 189368 228340 280543
324183 841904
68021 108857
87223
138895
208053
230389
282040 326683
358737
140615 178605 252940 327317
391762
119810 153748
163749 180176
226038 236120 258068 290940
304798 340019 360380 385746
127708 150991
195182 223019 254002 273003 315384 346958 374407
104594
181558
244476
280581
305073
332356
360657
390478
156307
195677 270275
158981
195748
291957
142158 160327
176202 190632 230031 253767
274003 298462
313180 347818 363005
124355 149061 174391 216644 243435 270219 312402 342568 369710
391917
93977 149009
214261
274824 304473 321013
359997 386344
99556 156072
220508
277225
304915
330294
360256
388024
103363
146372
211397
231303
282943
327073
372368
150939
190386
255991
333488
113233 133408
156394 197101
225429 256676
294705 320364
347740 377664
132348 178667
245858 280631
308048 335847
360849
123619
154842
213808
232794
290715
327361
383347
129858 157823 171055
188735
229437 253718
266645
295460
308311
343747
361987
136771 180088
257905 291635 309916 353173 363269
124240 176441
215125
264389 293730
333525
391725
17396k
20452k 311652
148152 212824 261994 292425 31470k 353331 36359k
143621 160824 17741k 216811 23197k 255096 276011 299742 32401k 34899k 373036
119828 156184
166075 185220
227136
244943 262115
293089
305099 340164
360522 389783
113970 137671
170637 202650 227873
264661
307524 330091
348093 380616
122517 138589
170776 209520
232365 269281
310996 336176 363101 3849Q5
' Das „Volksblatt" galubte eines TageS nach einer Sitzung der Stadtväter dem Stadwerordneten und Rechtsanwalt Dr F. vorwerfen zu muffen, daß er eine wichtige Sitzung im Rathaus geschwänzt und den Aufenthalt in einem Kino vorgezogen habe. Da der verantwortliche Redakteur selbst Stadtverordneter ist und daher zur gleichen Zeit nicht im Kino sein konnte, hätte er sich vor dem Abdruck dieser Rüge erst richtig informieren muffen. Denn dann hätte er erfahren, daß Dr. F. in der Sitzung im Rathaus entschuldigt sehlte und daß der Kinobesucher sein Bruder gewesen war. Der Stadtverordnete und Rechtsanwalt klagte gegen den unrichtig informierten Redakteur. Der wollte vor Gericht seinerseits geltend Machen, daß er bei dem Abdruck der Rüge in Wahrung berechtigter Jntereffen gehandelt hätte. Aber der Einzelrichter war anderer Meinung: als Stadt- -------- ------ ...... . ■ — - .... , .
Verordneter hätte der Beklagte vielleicht den Schutz erstattete Kreisausschußmivettor Löchel. Hiernach ist
Im Gewinnrad« verblieben: 2 Prämie» zu je 600000, 2 Gewinne zu je 600000. 2 zu je 75 (XX), 12 zu je 25 000, 44 zu je 10000, 184 zu je 5000, 814 zu je 8000, 976 zu je 2000, 1774 zu je 1000. 2906 iuie 600. 8950 ru ie 400 M.
das Zentrum noch zum Mitregieren zugelaffen werde. Auf legalem Wege würden die Nationalsozialisten so ihr Ziel, die Errichtung des dritten Reiches, erreichen. Wichtigste Aufgabe werde dann die Neuordnung der Beziehungen der Volksgenoffen untereinander sein. Arbeitgeber und Arbeitnehmer, Kopf- und Handarbeiter müßten dazu erzogen werden, daß ste sich gegenseittg verstehen lernten. Die schaffende Arbeit werde dem raffenden Kapital entgegengestellt werden, und aus einer chaotischen Wirtschaft müsse seine nach nationalpolitischen Interessen geordnete Wirtschaft werden. Mit längeren Darlegungen über seinen viel kritisierten Plan des „F e d e r g e l d e s", das keine Inflation bedeute, da die Geldscheine durch Werte gedeckt werden sollten, schloß der Redner seine mehr als zweiundeinhalbstündigen Ausführungen. Die sehr zahlreiche Zuhörerschaft dankte ihm mit lebhaftem Beifall.
In seinen Eröffnungsworten hatte der Versamm- kungsleiter Franke erklärt, daß man in der SA. und SS. einer „Spitzelgruppe" auf die Spur gekommen sei und rücksichtslos durchgegriffen habe.
des § 193 in Anspruch nehmen können, nicht aber als Redakteur, denn in dieser Eigenschaft sei er nicht verpflichtet, seine Aufgaben als Stadtverordneter weiterzuführen. Mit 75 Reichsmark ahndete das Gericht die mangelhafte Information.
Der zweite Streitfall der gleichen Parteien betraf zwei Briefe, die das „Volksblatt" veröffentlicht hatte. Diese Briefe bildeten nur den Abschluß einer längeren Mahnkorrespondenz zwischen dem Rechtsanwaltbüro und einer Schuldnerin. Aus dem Zusammenhang der ganzen Korrespondenz gerissen, konnten die Briefe den Anschein erwecken, als seien die Rechtsanwälte über Gebühr hart mit der armen Schuldnerin verfahren. In Wirklichkeit — und das hätte der beklagte Redakteur ebenfalls bei genauer Information feststellen können — hatten die Rechtsanwälte es mit einer hartnäckigen Schuldnerin zu tun, der gegenüber wohl ein kräftiges Wort angebracht erschien. Die Veröffentlichung der Briefe in der gewählten Form stellte also eine Beleidigung dar, für die der Richter ein« Geldbuße von 150 Reichsmark gegen den beklagten Redakteur verhängte.
Das verschwundene Dienstsiegel
Im Amtsgericht in Hofgeismar war eines Tages ein Dienstsiegel verschwunden. Alles Suchen förderte das Ding nicht wieder zu Tage und dem Mißbrauch waren alle Türen geöffnet, so daß man schon die Merklichmachung des neuen Dienstsiegels, denn ohne das kommt ja keine Behörde aus, ins Auge faßte. Eines TageS, man hatte schon bald die Bemühungen um die Wiedererlangung des Siegels eingestellt, machte sich ein Maurer in Hofgeismar mit einem Schriftstück mißliebig, das drei Abdrucke des verschwundenen DienWegels enthielt. Der Mann konnte es den Umständen nach nicht gestohlen haben, Wohl aber seine Frau, denn die war zur Zeit des Diebstahls im Amtsgericht gewesen und war neben dem unbewachten Wachtmeisterzimmer gewesen, in dem sich das Dienstsiegel befand.
Man schickte einen Landjäger zu der Frau in die Wohnung, um sie zur Herausgabe des gestohlenen Siegels zu veranlassen. Wirklich ließ sich die Frau dazu auch herbei .. . Nichtdestoweniger begann sie in der Verhandlung vor dem Schöffengericht. Wo sie sich wegen Diebstahls zu verantworten hatte, alles abzustreiten, selbst die Herausgabe des Dienstsiegels. DaS Gericht hatte daher keinen Anlaß, den anderen wortreichen Beteuerungen der Angeklagten zu glau- ben, so daß ein Monat Gefängnis als gerechte Sühne erschien, zumal sich die Gerichte noch mehrfach mit der Frau beschäftigen werden, denn sie soll das gestohlene Dienstsiegel in zahlreichen Fällen bei der Herstellung verfälschter Urkunden verwendet habe«.
csewlnaavszvg
6. Klasse 36. Preußisch.SSbbeussch« (262. Preuß.) Staats-Lotteri«
Sn der heutigen Dormittagsziehung wurden Gewinn« über 400 M. gezogen
2 Setotan« ju 25000 M. 54885
2 Betoinn« in 10000 M. 250415
6 Besinn« iu 5000 M. 157409 245172 272031 18 Besinne ju 3000 M. 13387 21702 49917 6648k 80393 105708 227605 269793 285969
Sn der heutigen Nachmittagsziehung wurden Dewin« über 400 M. gezogen —.
2 Gewinn« ,n 300000 M. 206167
2 Besinn« m 50000 M. 174749
4 Besinn. ,n 10000 fflt 10877 147447
14 Besinn. 8u 3000 M. 132710 152206 296181 806354 312641 327675 339292
44 Besinne fu 2000 5607 9868 51996 61648
74619 77311 89002 160592 168626 181966 199834 219049 224647 261208 263072 275762 280341 281781 293000 298956 329043 340950
118 Besinn, gn 1000 M. 342 3147 15950 22644 22947 28217 33284 35944 36714 39331 4145k
Ein Wagen entgleist
Kleiner Betriebsunfall auf Bahnhof Walburg.
Auf Bahnhof Walburg entgleiste am Dienstag vormittag gegen sechs Uhr der Packwagen des ausfahrenden Personenzuges 272 infolge vorzeitiger Weichenumstellung und fiel auf tue Seit«. Personen sind nicht verletzt worden. Da der Personenzug 272 nicht weiter emrchgeführt werden konnte, so fiel auch der Gegenzug 273 von Großalmerode-West aus. Die Reisenden mutzten sich von Grotzalmerode-Wsst nach Großalmerooe-Qst begeben und wurden von dort nach Walburg weiter befördert.
128 »«Sinn« ,n 1000 M. 7425 14350 16447 1958k 38883 44873 60589 51394 54422 57910 6297k 64169 64629 75362 76619 84787 88861 93601
Wolfhagen. Dom Preußischen Landes-Kriegerver- band wurde dem Vorsitzenden der Kreisgruppe Wolf- Hagen der Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen des Kyfshäuserbundes, Steuevsekretär Martin Thiele, das Kriegervereins-Ehrenkreuz 2. Klasse verliehen.
Veckerhagen. Die Weser steigt. Infolge der Regenschauer und der Schneeschmelze ist die Weser sehr erheblich gestiegen und bereits über die Ufer getreten. Durch das eingetretene Frostwetter wird aber wahrscheinlich di« Hochwassergefahr abgeweüdet werden.
Beiseförth. Das 40jährige Stiftungsfest deS Dar- lohnskaffenvereins Beiseförth-Binsförth-Haina wurde eingeleitet mit dem Hohenfriedberger Marsch deS Posaunenchors Binsförth. Bürgermeister Freund hielt einen Vortrag über den Werdegang des Vereins und überreichte 8 Mitgliedern das Ehrendtplom für 40- jährige treue Mitarbeit. Dr. Bolte überreichte Bürgermeister Freund sowie dem Aufsichtsratsmitglied Alt-Bürgermeister Schabe-Binsförth die Ehrenurkunde des Raiffeisenverbandes für 25jahrige Tätigkeit in
Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich Hobe Gewinne gefallen, und zwar je einer aus dir Lose gleicher Nummer in ben beiden Abteilungen I und H
der Verwaltung.
Treysa. Vom Kriegerverein. In der Generalversammlung wurde der verstorbenen fünf Kameraden gedacht und der alte Vorstand wiedergewählt. Den Kassiererposten übernahm Buchbinder Heder. Nach dem Jahresbericht gehören dem Verein elf Ehrenmitglieder, fünf Veteranen und 272 ordentliche Mitglieder an. Zur Linderung der Not der Kameraden, ihrer Witwen und Waisen hat der Verein viel beigetragen.
Rollshausen. 35 Jahre Raisfeisenverein. Zu einer Jubiläumsfeier hatten sich im Raiffessenhaus über 400 Mitglieder eingefunden. Nach einer Begrüßung durch den Vorsitzenden Joh. Ritter trug der Gesangverein unter Lchrer Hilgenberg Heimatlieder vor. Dann sprach Dr. Werth über di« Bedeutung des Genossenschaftswesens für die Landbevölkerung. Jugendliche Mitglieder führten das Raiffeisenstück „Das Gute siegt" vor. Landragsabgeordneier Keller-Rölls- hausen erstattete den Geschäftsbericht. Der Verein ist 1997 mit 40 Mitgliedern gegründet. Heute gehören ihm 311 Mitglieder an. Der Umsatz ist von 46 000 Mark auf eine halbe Million gestiegen. Ein Haupr- verdienst habe an dem Aufstiege des Vereins der langjährige Rechner Riebeling. Lehrer Hilgenberg führte rm Laufe des Abends Lichtbilder vor.
Kirchhain. Vom Verkehrsverein. Im Raffet Prediger fanden sich die Mitglieder des Verkehrs- Vereins zu einet Tagung ein. Den Geschäftsbericht
Wohin gehen wir am Donnerstag?
Staatstheater: „Bolvone", 19.30 Uhr.
lkleiucs Theater: „Das öttenttiche AergernlS", 20 Uhr.
Stadtvark: „Scarletts Scoimvanfen, die Weltattraktto» Cortini", 20.80 Mir.
Stadtvark (kleiner Saal»: Kaffee-Konzert, 16 Uhr.
Palast-Theater: „O, diese Dienstbolen". „Silberkondor über
Feuerland.
Capitol-Lichtfviele: „Er ober Ich".
Chassalla-Lichtsviele: „Der Kamps um bi« Erbe". .Zabenvu, ber grotze Jäger".
Uusversum-Lichtsviele: „Ein Mäbel von ber ReeperSahri".
Usa-Tbeater: ,Lhre Majestät bie Liebe".
Restaurant Zeppelin: Bockbiersest.
Hessenlaub-Perle: Kabarett / Tanz, 16 unb 20 Uhr.
Die Ortsgruppe Kassel der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei hatte gestern abend zu einer Versammlung in der Ctadthalle eingeladen, in der Reichstagsabgeordneter Feder das Referat übernommen hatte.
Aba. Feder ging in feiner Rede zunächst auf die Aufhebung der Immunität und die Prozesse ein, die Bin ihn und seine Parteifreunde anhängig gemacht
. Er bezeichnete diese Maßnahmen als die ^letzten Zuckungen eines sterbenden Systems". Das Versagen dieses Systems finde den deutlichsten Ausdruck in der Tatsache, daß heute fünf Millionen Volksgenossen aus dem Produktionsprozeß ausgeschaltet 'eien. „Steuerbolschewismu s“. Auslandsverschul- oung und die handelspolitischen Fehler seien die drei Punkte, die für die gegenwärtige Lage kennzeichnend seien. Sehr eingehend beschäftigte sich Abg. Feder im Anschluß an seine Kritik der Steuerpolitik mit dem Schenkervertraa, der durch die Errichtung eines Privatmonopols die Existenz vieler Menschen gefährde. Auf diese Weise könne die Reichsbahn auch nicht die Frage „Bahn oder Kraftwagen" deren Bedeutung nicht zu verkennen sei, lösen. Die deutsche Gesamtverschuldung an das Ausland, die entstanden sei obwohl die Inflation den Staat schuldenfrei gemacht habe, betrage jetzt 71 Milliarden Eoldmark, während 7 bis 8 Milliarden Mark jährlich infolge der Privatverschuldung, der Pounglasten, des ausländischen Grundstücksbesitzes und der Ueberfrem- dung der Industrie an das Ausland abzuführen seien. Das sei die Zinsknechtschaft, die die Wirtschaft ruiniert und damit auch zur Arbeitslosigkeit geführt habe. Drittens sei die verfehlte Handelspolitik, die selbst dre Einfuhr entbehrlicher Produkte gestatte, bezeichnend für die jetzige Lage Nationalsozialistische Handelspolitik sei es, keine Einfuhr von Waren zu dulden, die in Deutschland erzeugt werden könnten; gegen den notwendigen die Einfuhr der unentbehrlichen 9
Im kleinen Stadtparksaal hielt Montag abend die vor einigen Monaten in Kassel neugegründete Radikaldemokratische Partei eine öffentliche Versammlung ab, in der der zweite Reichsparteivorsitzende, Rektor Hüsken, Frankfurt a. M. über das Thema „Die neue Linke greift an" sprach. Ausgehend von der Behauptung, daß in den vergangenen zwölf Jahren das politische Vertrauen in Deutschland in schlimmer Weise mißbraucht worden sei, setzt« sich der Redner mit dem Grundsätzlichen in Politik und Wirtschaft auseinander. Die Radikaldemokraten hätten nicht die Absicht, mit einem fertigen und starren Programm vor das Volk zu treten, ihnen komme es nicht auf Taktik, sondern auf Reinheit der Grundsätze an, wie sie in der Weimarer Verfassung auch zum Ausdruck gekommen fei. Es fei heute schwer, wieder politisches Vertrauen zu gewinnen, aber man könnte es, wenn man einen Weg gehe, der sich radikal vom Alten abwende und zu neuen politischen Methoden hinführt«. Die Wirt- schaftsmächte hätten heute alles politische und kulturelle Leben in ihren Bann geschlagen, Kartelle, Trusts und Svnkidate übten illegal jede Herrschaft aus und verhinderten die notwendige Neugestaltung der Wirtschaftsordnung im sozialen Sinn«. Als überzeugter Pazifist wandte sich der Redner auch gegen die Wehrpolitik unb stellte dabei die Forderung auf, die Mittel, die bisher für die Reichswehr aufgewendet werden, für eine durchgreifende Besiedlung des deutschen Ostens zu verwenden. Auf seinem schweren Wege ermangele das deutsche Volk des überragenden Führers. Die Ausführungen klangen aus in ein Bekenntnis zu den Grundsätzen reiner Demokratie.
Der Vortrag fand in der Versammlung, die recht verschiedenartig zusammengesetzt war, eine gri-:,i- Aufnahme, was auch in der kurzen Aussprach Ausdruck kam.
statte, bezeichnend für die jetzige Lage Nationalsozialistische Handelspolitik sei es, feine Einfuhr von Waren zu dulden, die in Deutschland erzeugt werden "... „ Loeningen Weltverkehr, gegen ___________unentbehrlichen Rohstoffe jedoch wurden sich seine Parteifteunde niemals wehren. Die Aufgabe sei dann, daß Deutschland diese notwendige Einfuhr durch die Ausfuhr seiner Arbeitserzeugnisse decke. Hier fügte Abg. Feder eine kurze Bemerkung über die Erwerbslosenunter st ützung an und erklärte, wenn der Reichstag an diesen Sätzen rütteln werde, dann sei für die Nationalsozialisten ein Anlaß zur Rückkehr in das Parlament gegeben. Denn der Staat, der nicht fähig sei, die 4% Millionen von arbeitswilligen, zur Untätigkeit verdammten Menschen in den Arbeitsprozeß einzugliedern, solle nur an der Erwerbslosenunterstützung zu Grunde gehen!
Nachdem der Redner dann kurz einen Rückblick auf die Entwicklung gegeben hatte, beschäfttgte er sich mit der Frage, was in Zukunft geschehen werde. In einem Jahre sei der Reichspräsident neu zu wählen; er sei überzeugt, daß dann der von den Nationalsozialisten präsentierte Kandidat gewählt werden würde. Das Zentrum hab« sich bald zu entscheiden, wohin es steuern wolle. Nach den Wahlen werde es von den Nationalsozialisten abhängen, ob
die Mtglieverzahl zurückgegcmge«. Der Vorsiend« Kaufmann Prcdiiger gab bekannt, daß der Kurhessische Handtoerkerbund im kommenden Jahre seine Tagung in Kirchhain abchülr. Der alte Vorstand wurde wieder gewühlt.
Nierlau. Ehrung eines Sängers. Dem Scmges- bruider Georg Schneider welcher 40 Jahre dem Verein. davon 25 Jahre als Vorstand smiglied angehori wurde die Silberne Ehrenadel und das Ehrenzeichen für Verdienst verliehen.
Arolsen. Der Bußtag ber evangelischen Landeskirche von Waldeck und Pyrmont wird am Freitag, den 6. März begangen werden. Auch nach dem Arrschl-uß Was decks an Preußen ist dieser waldeckische Frühjahrs- bußtag Feiertag geblieben.
Warburg. Tätige Nächstenliebe. Die große Notlage weiterer Vevölkerungsschichten veranlaßte mehrere Lebensmittelgeschäfte in Warburg, an Arbeitslose Waren zu herabgesetzten Preisen zu verabreichen. Die Altstädter Molkerei gibt bekannt, daß sie an Arbeitslosenunterstützungsempfänger und Wohlfahrtserwerbslose bis auf weiteres das Liter Vollmilch zu 18 Pfennige verkauft.
Gemünden. Der letzte Veteran aus dem Feldzug 1870/71, Johannes Möbns, wurde zu Grabe getragen.
Feudingen. Die neue Kirchenorgel wurde am Sonntag dem öffentlichen Gottesdienst übergeben. Das Werk ist von der Firma Seifert in Köln gebaut worden und mit elektrischem Gebläse versehen.
Banfe (Wittgenstein). Feuer. In der Nacht vom Sonntagzurn Montag brach tm Wohnhaus des Kaufmanns W. Krchpennann Feuer aus, das rasch um sich griff und den Dachstuhl fowie den zweiten Stock vernichtet«. Durch das rasche Eingreifen der Freiw. Feuevwchr konnte der Brand auj seinen Herd beschränkt tot eben. Das Mobiliar unb das erste Stockwerk wurden gerettet, obgleich letzteres durch die Wassermassen schwer beschädigt ist. Neber di« Entstehung des F< uers ist noch nichts bekannt, doch vermutet man Kurzschluß als Ursache.
Aus Roienburg und Umgebung
Rotenburg. Die Krastpostlinie Dankerode—Rotenburg—Ersrode ist eröffnet worden.
Bebra. In einer Versammlung der Haus- und Gnmdbesiker wurde der Beschluß gefaßt, die Gemeindevertretung in Bebra, feen Kreisausschutz unb den Kreistag in Rotenburg zu bitten, die in den Eiat 1930/31 eingestellten, noch nicht verausgabten Beträge, soweit sie zur Aufrechterhaltung der Verwaltung nicht notwendig sind, zu ersparen, um für die Aermsten der Gemeinde und des Kreifes Mittel zur Verfügung zu haben.
Bebra. Im Reichsbund der Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen wurde feer Gesamworstand wiederge- wählt.
Bebra. Einbrecher drangen nachts ht die Geschäftsräume des .Mebraer Tageblatts". Es fielen ihnen etwa 10 RM. Wechselgeld in die Hände.
Bebra. Hochwasser. Infolge der Schneeschmelze und der Regenfälle hat die Fulda Hochwcmer.
Bebra. Reaierungs-Bezirks-KlringSrtuertag. Der Regierungs-Bezrrks-Verband Kassel im Reichsverband der Kleingartenvereine Deutschlands hielt am Sonn»
174 Besinn« iu 500 sm. 1148 2666 8353 14148 41249 41949 45466 58885 65453 67982 6867k 70721 72787 72877 72971 83797 87067 97623 113642 ------ ------ ------ ------ ------
149726 163269 178188 222805 232465 257240 288383 302265 838444 356004 381526
132508 189351
217922 270172 322758
340948
" '156 Besinne"iü 500 w'' 37l's"g200" 10224 15861 22805 25637 39219 43808 49592 53244 65378
bahnichrebergartenverein. der Eartenbauverein „Döllbach" Kleingartenbau- und Kleintierzuchtverein Quellhöfe und der Kasseler Kleintierzuchtverein 1929 e. V. dem Regierungs-Bezirks-Verbande beigetreten find, daß nunmehr dem Bezirks-Verbande 40 Vereine angehören. Weiter teilte der Redner mit, daß inzwischen zwei Erlasse des Volkswohlfahrtsministers in bezug auf die produktive Erwerbslosen-Veschäftigung bei der Errichtung von Kleingartendauer-Kolonien und der Zugehörigkeit zum Reichsverbande verbunden mit der Zuerkennung der Gemeinnützigkeit und der Zwangsverpachtung und Pachtung von Kleingarten» zelande erschienen sind. Ferner teilte der Redner mit, laß der Kleingärtnerbeirat und auch der Bezirks-Ver- bands-Vorstand bezüglich der Befreiung der Klein» jartenpächter von der Zahlung der landwirtschast» ichen Berufsbeiträge sich eingehend mit dieser Angelegenheit beschäftigt haben. Allgemein wurde bedauert, daß man innerhalb des hiesigen Bezirks-Ver- bandes von feiten des Reichsverficherunasamtes der Stadt Kassel immer wieder erneut versuche, solche Bei» träge von den Kleingartenpächtern einzutreiben. Der Vorstand wurde beauftragt, sich dieferhakb mit dem Hauptvorstand des Reichsverbanoes der Kleingartenvereine Deutschlands ins Benehmen zu setzen. Neben belehrenden Vorträgen des Herrn Stabtgartendirek- tors Stier, der Schuldirektoren Rh. Scheer, Hermann Schulz, Rektor Kleim usw. wurde nach dem Geschäftsbericht in recht aufklärender Weise innerhalb der Vereine gewirkt. Der Vorstand hofft, daß im neuen Ee» chäftsjahre die Schreber-Jugend-Bewegung noch weitere Freunde gewinnt. In mehr als 400 Eingaben, Gesuchen und Schreiben wurden vom Bezirks-Ver- bands-Vorstand die Belange der Kleingarten-Bewegung vertreten. Eine große Anzahl von Kleingartenangelegenheiten wurde vor dem Kleingarten-Schiedsgericht verhandelt. Bei der Wahl wird Herr Kellner als 1. Vorsitzender wiedergewählt. Als 2. Kassierer wird Fr. Muller als 2. Schriftführer Friedrich Wicht, als Beisitzer H. Schmidt, Pfetzing und Jockel, und in den Rechtsausschuß die Herren H. Elauche, M. Stöck- lein und Wittich gewählt. Die Jahresbeiträge werden bis auf weiteres auf eine Mark pro Mitglied
tag im Gasthaus „Zur Börse" eine Bezirks-Jahreshauptversammlung ab. Herr Kellner teilte mit, daß inzwischen der Schrebergartenverein Bebra, derEisen-
festgelegt.
Krauthausen. Schulzusarnmenleguirg. Die Regierung beabsichtigt, feie Schulen von Krauthaufen und Weitzenborn zusammenzulegen. Sitz ber Schule soll Weissenborn werden. Infolgedessen ist Lehrer Holzapfel zum 1. April nach Harmuthsachsen versetzt worden.
Aus lkschwege und Umgebung
Eschwege. Einen „Dietemann-Abend" Veranstalter ber Geschichtsverein Eschwege tm Hessischen Hof. Geschichtliche Erinnerungen an die Familie von Diebe, von ber bas „Diebe- ober Tütemännchen", Eschwegens Stadtsymbol, abstammen soll, trug Lehrer Wittmann- Hitzelrobe unb Lehrer Berg«-Eschwege vor.
Sontra. Die Stadtmauer eingestürzt. Infolge ber starken Regengüsse in ber letzten Zeit ist die alte Stadtmauer am Öbertor zusammengestürzt. Die Feuchtigkeit der letzten Wochen hat die Erde dermaßen verlagert, daß die alte Mauer dorn Druck nicht mehr stanbhalten konnte. Es werden weitere Erdrutsche befürchtet.
Gchau. Die Berkehrsstraße über das Stölzinger Gebirge. Infolge des Glatteises und des hohen Schnees zum Stölzinger Gebirge werden die über das Gebirge fahrenden Autos an den steilen Ansteigungen im Winter stets zu kämpfen haben. Selten kommt ein Wagen in bet jetzigen Jahreszeit über bie Ansteigun- nen der Straße, ohne dabei nicht an dem letzten sehr steilen Kopf hängen zu bleiben. In den letzten Tagen 'haben sich zahlreiche Unfälle dieser Art ereignet. Mit Hilfe der Einwohner von Gehau war es möglich, die Fahrt fortzusetzen. Trotz Beschwerden verschiedener Autobesitzer ist auch vis heute noch nicht das Geringste unternommen worden, um den verkehrenden Autobesitzern unb Landwirten usw. Rechnung zu tragen, zumal eS sich um eine Durchgangsstratze von Eschwege nach Melsungen ober Bebra- Rotenb urg handelt. Abgesehen davon, daß unterhalb der steilsten Ansteigung eine Walfestratze führt, die sehr allmählich auch bie Verbindung zwischen den Stratzen herstellt, aber sehr geeignet ist, ben Verkehr auf die Straße umzuleiten, scheint von den zuständigen Stellen nicht eingesehen zu werden. Da aber diese Straße für Kraftfahrzeuge verboten ist, sind alle Kraftfahrer gezwungen, bie andere Straße zu befahren.
Wanfried. Eine wertvolle Museumsgabe. Geheimrat von Scharfenberg hat dem Heimatmuseum eine reichhaltige Eemmensammlung überwiesen. In sieben blau ausgeschlagenen Kästchen befinden sich etwa 500 Abgüsse in Medaillenform ausgeschnittener Edelsteine, die in ihren fein und scharf ausgeprägten et« habenen Figuren tu der letzten Sitzung des E« schichtsverems Alt-Wanftied Bewunderung erregten.
Wanfried. Die Familie Steuben. Seit Jahrzehnten hat man sich in den Gemeinden des Werratals um Großburschla herum mit der Frage beschäftigt ob die Ahnen des amerikanischen Freiheitshelden General Friedrich von Steuben aus Heldra stammen. Bisher war es noch nicht gelungen, den Nachweis zu führen, daß die Vorfahren des Generals tatsächlich im Werratal ansässig gewesen find. In einer letzten Sitzung befaßte sich nun der Eeschichtsverein Alt- Wanfried auch mit dieser viel erörterten Frage. Es konnte mitgeteilt werden, daß aus einem Schriftwechsel mit Familiensorschetn unb bem Vorsitzenden der Deutschen Steubengesellschast in Potsdam, Oberstleutnant Amdt von Steuben, etnbeutig hervorgehe, daß der Großvater des Generals tatsächlich aus Heldra stamme und ein Theologe Augustinus Steube war, der 1661 in Heldra geboren wurde, von 1696 bis 1699 Vikar in einem Rhöndorf und später Pfarrer im Brandenburgischen war. In Aufzeichnungen in einem Pfarrbuch des Augustinus Steube in Drossen ist ein Geburtsort Heldra enthalten. Augustinus Steube war ein berühmter Geistlicher, aus dessen Feder verschieden« theologische Bücher stammen. Seiner Ehe mit einer geborenen Gräfin von Elfern entsprossen ein Sohn Wilhelm August, der die Offizierslaufbahn einschlug. Als er Ingenieur-Leutnant in Magdeburg war, wurde ihm sein Sohn Friedrich geboten, der nachmalige berühmte General Freiherr von Steuben, dessen Name mit der Geschichte der Befreiung Amerikas unlösbar verbunden ist. Pfarrer Filthäut hielt sodann wieder einen Vortrag über die Hessische Geschichte, in dem er die Grafschaft Hessen im 15. Jahrhundert behandelte.
Schwere Strafen für Schwarzbrenner
Aus der Hersfelder Gegend.
Vor bem Großen Schöffengericht in Marburg hatten sich gestern ber Pächter fowie drei Angestellte eines Landgutes in ber Gegenb von Hersfeld wegen Vergehens gegen bas Branntweinrnonopolgesetz zu verantworten. Die Angeklagten, feie geständig traieni, hatten bie gesetzlichen Besttmmungn dadurch übertreten, baß sie Branntweinmengen über bas ihnen be- hörblicherfeits zuerkannte Maß herstellten unb in feen Handel brachten. Die Mehrerzeugung hatten sie dadurch zu veioecken gesucht, daß sie an den Kontrollinstrumenten der Zollbehörde unerlaubt« Eingriffe vornahmen. Das Urteil lautete für zwei der Angeklagte" auf je 3000 RM. Geldstrafe unb eine Woche Gefängnis. Es wurde Strafaussetzung mit Bewährungsfrist zugebilligt. Im Nichtbeitretbungsfall tritt jedoch anstelle der Geldstrafen Gefängnishaft.