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Kasseler Abendzeitung

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Hummer 24*

Oonne Stag, 29. Januar 1931

21. Jahrgang

Das englische Kabinett vorläufig gerettet!

27 Stimmen Mehrheit für das Gewerkschastsgeseh / Kommunistischer Werbetag am 25. Februar / Oer Konstikt Muffehl-Hippel endlich beigelegt

Neuer Vorstoß Baldwins

Eigener Drahibericht.

lebend an die Oberfläche gebracht wurde, starb kurz darauf. Giftige Dämpfe behindern die Rettungsar- beiten. Es besteht wenig Hoffnung, auch nur einen einzigen der verschütteten Bergleute lebend zu bergen.

London, 29. Januar.

Im Unterhaus wurde das neue Gewerk­schaft sgesetz in den Abendstunden des Mittwoch in zweiter Lesung mit 277 gegen 250 Stimmen ange­nommen.

Während der Aussprache, die der Abstimmung vor­anging, brachte Chamberlain, der Chef der kon­servativen Parteileitung, seine Empörung darüber zum Ausdruck, daß die Einbringung des neuen Gewerk- schastsgesetzes in einer Zeit erfolgte, in der alle An­strengungen für eine Besserung der Verhältnisse in der Industrie gemacht werden sollten. Trotz der langen Aussprache sei es immer noch nicht klar, in welchem Falle ein Sympathiestreik ungesetzlich sei.

Der Minister für die Dominions Thomas, ent­gegnete ihm daraufhin, daß die gesetzlichen Fragen die Leute, die die Gesetze angehen, ziemlich kalt ließen. Die Arbeiter würden letzten Endes ihre Haltung nicht von juristischen Bestimmungen abhängig machen.

Rach Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses be­antragte Baldwin, daß das ganze Unter­haus sich als Kommission konstituiere, um die Vorlagen zu prüfen, während die Regierung wünsch­te, fie einem der bestehenden kleinen Ausschüsse zu verweisen. Der Antrag Baldwin wurde mit 306 gegen 244 Stimmen abgelehnt. Die Liberalen stimmten in diesem Falle geschlossen für die Regierung. Hier- aus vertagte sich das Unterhaus.

Konservativer Mißirauensanirag

Wegen »ständiger Vermehrung der öffentliche» Ausgaben",

London, 29. Januar.

Die Konservativen haben jetzt ihren Mißtrauens­antrag gegen die Regierung formell eingebracht; er besagt:Das Unterhaus tadelt die Regierung wegen ihrer Politik ständiger Vermehrung der öffentlichen Ausgaben zu einer Zeit, wo Ver­meidung aller neuen Lasten und strenge Sparsamkeit bei den schon bestehenden Ausgabenpostcn notwendig geworden find, um das Vertrauen wieder herzustellen und die Zahl der Beschäftigten zu erhöhen."

Die Regterunig wird ersucht werden, eine baldige Gelegenheit zur Debatte über diese Entschließung zu geben.

Churchill, der als ehemaliger Schatzkanzler bei einer derartigen finanziellen Frage zuständig wäre, gehört nicht zu den Unterzeichnern der Entschli'.'ßung, Was von manchen Beobachtern mit dem vor einigen

Kowno. 29. Januar.

Das BoHzugskomitee der Komintern hot am Mittwoch Vorbereitungen für den 25. Fe­bruar vorberaten, an dem in der ganzen Welt kom­munistische Kundgebungen stattfinden fallen.

Rach den bisher vorliegenden Meldungen werden besondere Ausschüsse in Berlin, Paris, Zürich, Prag und London gebildet, die die Leitung der Kund­gebung übernehmen sollen. Die Ausschüsse sollen sich besonders bemühen, die Arbeitslosen mit her- anzuziehen und aus den Arbeitslosen Forma­tionen zu bilden. .

Die Komintern legen beionderen Wert darauf, daß die Kundgebungen einen großzügigen Verlauf neh­men, um feftzustellen, auf welche Kräfte die K. P. D. und die Komintern im Auslande rechnen können.

Oie rote Gefahr in China

London, 29. Januar.

Rach den bisherigen Mißerfolgen der chincsi- fchen Regierung im Kampfe gegen den Kommunismus find jetzt Maßnahmen getroffen Morden, um Vie gesamte Kriegsführung aus eine an­dere Grundlage zu stellen.

Zunächst ist, wie dieTimes" aus Schanghai mel­det, dem General Hofingtsching ver Oberbefehl über alle Regierungstruppen übertragen worden, die ge­gen die Kommunisten eingesetzt werden sollen. Die Kommunisten haben bisher eine große An­zahl von Städten wieder erobert und dabei auch den Regierungstruppen namhafte Ver­luste beigobrachl. In einem Falle haben fie über 40 000 Gewehre, 40 Maschinengewehre und eine grosse Meng« Munition erbeutet. Hinzu kommt, das uz

Tagen offenbar gewordenen Gegensatz zwischen Baldwin und Churchill in der indrschen Frage in Zusammenhang gebracht wird.

*

London, 29. Januar. Ein Antrag Sir Oswald Mosleys, eine Donbrrkcnserenz der Arbeiter­partei zur Prüfung der Arbeitslosenpolitik der Re­gierung einzuberufen, wurde gestern vom nationalen Vollzugsausschuß der Arbeiterpartei abgelehnt.

Oynamitexplofion im Bergwerk

London, 29. Januar.

Bei einer Explosion von 15 Kisten Dynamit im Betty-Bergwerk in Indiana haben, wie aus Hinton gemeldet wird, voraussichtlich sämtliche dreißig Bergarbeiter, die in der Grube beschäftigt wa reu, ihr Leben verloren. Bisher wurden zehn Leichen geborgen. Ein Mann, der noch

th. Berlin, 29. Januar.

In einer seiner nächsten Sitzungen, die allerdings noch nicht anberaumt ist, wird das Reichskabinett nun endlich in der Lage sein, das O st h i l f e g e - s e tz zu verabschieden, da inzwischen eines der schwierigsten Hindernisse, nämlich die Meinungs­verschiedenheiten zwischen dem Leiter der Oststelle in Königsberg M u s s e h l und dem Gene- rallandschastsdirektor von Hippel beseitigt wurde.

Einzelheiten über die gestern abend abgeschlosse­nen Besprechungen zwischen diesen beiden Persön­lichkeiten und Vertretern der Reichsregierung und der preußischen Regierung sind zwar von amtlicher Stelle noch nicht mitgeteilt worden, weil man offen­bar mit Rücksicht auf die Ostpreußische Landwirt­schaft alle Veröffenlichungen vermeiden möchte, aber man hat doch Grund zu der Annahme daß der Ab­schluß dieser langwierigen und heftigen A:s?in- andersetzungen im wesentlichen im Sinne .-er Reichs­regierung und der preußischen Regierung erfolgt ist das heißt, daß die O st p r e u ß i s ch e Landschaft mit ihrem Wunsche nach Ersatz der Kursverluste nach

vielen Gebieten die Bevölkerung mit den Kommuni st en sympathisiert.

DerTimcs'-Bericht führt die Erfolge der Kom­munisten darauf zurück, daß sie sämtlich von einer Zentrale aus geleitet werden, Vie die Zusammenar­beit der einzelnen roten Armeen sicherstellt und syste­matisch auf die Bolschewisierung hinarbeitet. ~ie große Zahl der Arbeitslosen hat günstige Vorbedin­gungen geschaffen. Deshalb steht die chinesische Re-, gierung vor einem außerordentlich schwierigen Pro­blem, das nur durch eine durchgreifende Wieverauf- baupolitil gelöst werden kann.

Rücktrittsabfichten

der fpanifchen Regierung?

Paris, 29. Januar.

Wie der .Chicago Tribüne" aus Madrid berichtet wird, soll die Regierung beabsichtigen, am 8. Februar also dem Tage, an dem das Dekret zur Vornahme der Wahlen dem König vorgelegt werde, ihr Amt nieder zulegen, da nunmehr feststehe, daß die Mehrzahl der Parteien sich nicht an den Wahlen beteiligen wolle und damit der Ver­such des Kabinetts Verenger, zu verfassungsmäßigen Zuständen zurückzukehren, sehlgeschlagen sei.

Wie Havas aus Madrid berichtet, erklärte Beren- gcr, die Regierung werde den Plan, den sie sich selbst gekennzeichnet habe, einhalten. Sie wolle aus einer breiten Grundlage das Volk befragen, um die wirk­liche Ansicht des Landes zu erfahren. Wenn sie bei der öffentlichen Meinung Spaniens nicht genügend Beistand finde, dann wisse fie, wie sie sich zu ver­halten habe, .

Dienstag wieder Reichstagsfihung

Berlin, 29. Januar.

Der Reichstag ist jetzt endgültig zum kom­menden Dienstag, den 3. Februar, 3 Uhr nach­mittags, einberufen worden. Auf der Tagesordnung stehen nur kleinere Vorlagen. Die zweite Be­ratung des Haushalts wird voraussichtlich am Mittwoch beginnen. Ueber die Reihenfolge der Etatberatung wird man sich in einer Sitzung des Aeltestenrats schlüssig machen, die am Montag statt­finden soll. Mit der Beratung der einzelnen Haus­halte werden die zahlreichen dem Reichstag vorlie­genden Interpellationen verbunden werden. Man will nach Möglichkeit versuchen, den Haushalt für 1931 bis zum 31. März, dem verfassungsmäßigen Termin für feine Verabschiedung, fertigzustellen. Auf jeden Fall wird sich die Haushaltsberatung im Reichstag bis Ende März ausdehnen. Ob es dann gelingt, den Haushalt parlamentarisch zu verab­schieden, ist zwar noch nicht sicher, wird aber in par­lamentarischen Kreisen für wahrscheinlich gehalten.

Mitteln der Osthilsc nicht durchgedrungen ist.

Kaas gegen die Extremen

th. Berlin, 29. Januar.

Im Rahmen der parteipolitischen Auseinanderset­zungen, die im Reichstag zunächst in den Ausschüssen fortgesetzt rocroen, machen sich erneut die Bestrebun­gen nach Zusammenfassung der bürger­lichen Mitte, mit der Front gegen alle extremi­stischen Neigungen bemerkbar. Eine besonders bemer­kenswerte Aeußerung über die Ziele der bürgerlichen Mitte liegt heute in der Rede vor, die der Führer des Zentrums, der Abgeordnete Kaas, gestern abend in Trier in einer Zentrumsversammlung ge­halten hat.

Nach dem ausführlichen Bericht derGermania- Hat Kaas sich dabei zunächst mit den National­sozialisten auseinandergesetzt, die anfangs einige Zwischenrufe machten. Kaas sprach fein tiefstes Be­dauern darüber aus, daß heutzutage nicht einmal mehr bei der Reichsgründungsfeier alle Parteien zu­sammenstehen. Er wies dann darauf hin, daß

das Kabinett und die Koalition heute mehr als je die Pflicht zur Führung

haben, auch dann, wenn eine unpopuläre Gesetz­gebung den Mut zur bewußten Distanzierung von der Straße habe. Der Reichskanzler Dr. Brüning gehe konsequent feinen Weg, und das Zentrum folge ihm mit uuerfchütterlicher Treue und Disziplin.

Dr. Kaas ging dann sehr ausführlich auf die ver­schiedenen Zweige der Außenpolitik ein, sprach von den untragbaren Lasten, die der Voungplan uns auferlegt, erwähnte, daß

der Revisionsgedankc nicht mehr von der Tages­ordnung verschwinden

werde, bis ihm wenigstens in den Punkten Rechnung getragen sei, die mit den Lebensnotweiidigkeiten des deutschen Staates und des deutschen Volkstums in unversöhnlichem Gegensatz ständen. Er setzte sich dann mit der letzten Rede Tardieus auseinander und forderte, daß Frankreich und Deutschland sich im Geiste von Genf zur europäischen Zusammenarbeit finden müssen. Gerade unter dem Druck, der von außen aus uns laste, sei eine politische Desorientie­rung in DeuifMaud zur Rech en wie zur Süden ent­standen. die als eine Frucht der Hoffnungs­losigkeit anzusprecken sei. Diese Hoffnungslosig­keit sei der Boden für k o m m u n i st i s ch e und nationalistische Infektionen. Tas Jabr 1931 werde in dieser Beziehung ein Schicksalsjahr für Deutschland, Europa und die internationale Zu­sammenarbeit der Völker fein. Ter 14. September habe Deutschland bis heute fchon so ungeheuer viel gekostet, daß cs unverautwortlick wäre, den »Zau­berlehrlingen von rechts und links Gelegeicheit zu polttischen Experimenten zu geben.

Deutschland dürfe sein Schicksal nicht der Dema­gogie der Straße ausliefern.

Seither habe man immer nach einem Führer gerufen Jetzt habe man einen solchen Führer, und man müsse ihm folgen, denn unter seiner Führung werde es kein Rückwärts geben, sondern ein stufenweises, in beharrlichem Rurgeu zu gestaltendes Vorwärts.

Oie Komintern erproben ihre Kräfte

(Eigene Drahtmeldung.)

Oie Fehde um die Osihüfe beendet!

(Von unserer Berliner Schriftleitung.)

Völkerwanderung"

Sind wir noch ein Auswanderungsland? Oder ist das deutsche Reichsgebiet in eben solchem, vielleicht gar noch in höherem Maß ein Wanderziel? Die Frage ist. das sei vorweqgenommen, statistisch nicht ganz leicht zu beantworten; gewiß aber ist, daß die Wan­derbewegung im Vergleich zu früheren Zeiten fo- wohl an Umfang wie an Bedeutung ver­loren hat.

Das könnte zunächst überraschen. Ms u?ter de« Folgen des Krieges mit der Macht des Deutschen Reiches auch seine Wirtschaft Msammenbrach alle Lcbensmöglichkeiten unsicher wurden, der deuts^ Er- nährunqsraum sich verkleinert hatte, lag es nahe, für das damals bevorstehende Jahrzehnt eme ^waltig Zunahme der Auswanderung, m-beiondere der^uber secischen, vorauszusagen; sie wurde auch ftnndert um Hatte doch vor jetzt einem halben ,,ahrhi ' 18S0 herum die Abwanderung aus dem deutschen 188» yerum, viv Qtuinno jährlich erreicht

man sich trotz mancher Rückschläge m einer Z Aufstiegs, des zunehmenden Wohlstandesbefand l in den späteren Jahren verringerte sich d,e Zahl der deutschen Auswanderer schnell, sank auf weniger al 30 002 unb wurde zuletzt durch den ^uzug uberboten.

a,r^,merunasverlust verwandelte sich kurz vor dem «ÄSfi»**

bruch dieser günstigen Bedingungen mußw wie man naw dem Krieg glauben mochte, die flucht ans dem armaetoorbenen Deutschland, die Wanderungsverhalt- niffe der vierziger ober achtziger Jahre wlederkehre« lassen.

Die Annahme war falsch; die Massenwanderung blieb aus. Sie hat wohl, nach dem Krieg, die 60 000 niemals überstiegen. Die unmittelbaren Ursachen sind ja auch einleuchtend genug. Abgesehen davon daß der früher so beträchtliche Geburtenüberschuß nach ließ und das Quellgebiet der Auswanderung, das offene Land, ohnehin leer an Menschen war, hatte vor allem die beginnende Geldentwertung einen Riegel vorgeschoben; während es überdies an deutschen Schissen fehlte, während sich die Lander noch durch halbkriegsmäßige Vorschriften abschlo>ien u , während in den Vereinigten Staaten die Ubsper r u n g s b e w e g u n g sich bereits anzukundtgen be. qann. Auswandern, mit einem Wort, kostete Geld es waren ehedem nicht gekannte Schwierigkeiten zu über­müden und die erfolgreiche Ansiedlung über See setzte Fähigkeiten voraus, die dem Stadtmensch cnge- rabe in den übervölkerten Teilen Deutschlands abhan- den gekommen waren.

Aber ine Vorstellung, die man sich von den Wan­derungen seit alter Zeit machte, und meist wohl noch macht, als folgten sie gleichsam einem Druckgefälle von den übervölkerten in die untervölkerten, von den notleidenden in die verhältnismäßig wohlhabenden Gebiete ist überhaupt unrichtig. Das Internatio­nale Arbeitsamt in Gens, das über die Wanderungs­bewegung ans und in europäischen Ländern wesent­liche Zahlen zusammengestellt hat, kommt bei einet Untersuchung über den Zusammenhang mit der Ar­beitslosigkeit zu dem überraschenden schluy daß -die Auswanderung vorwiegend durch die wirtschaftliche Lage in den Ein­wand e r un g s l änd er n bestimmt ist. Mit anderen Worten: mit der Zahl bet Auswanderer hat i>ie Lage des Landes, aus dem fie kommen, nur we­nig ober jedenfalls in ganz anderer Weise Zu tun al^ gewöhnlich anaenontmen wird. I» »er Sat hat ifton Oie frühere Geschichte der deutschen Auswanderung diesen für den ersten Anblick widerfinnigen ^atz be- stätigt. Die stärkste Abwaiiderung hatte, Deut,chland, als es schwächer bevölkert war, als in ipateren, uns als es ihm besser ging als in früheren Zeiten. Rot und Armut genügen eben nicht, Au-wa^ern genügewden Anreiz ober auch nur bie Möglichkeit zu geben. Weit mehr gehören Vorausfetzungen dazu, Die in auffteigenben Zeiten und Sanbern j«i ftaben find: auf der einen Seite Wagemut, Untern eh mungslust und - Gel», auT ber ErenB^ dürfnislosigkeit, ja Primitivität und Gewöhnung an schwere Bauernarbeit.

Es ist leicht zu erkennen, daß ziemlich alle diese Voraussetzungen in Rachkriegsdeuchchland nicht nur, sondern auch in anderen europaisch-n -andern i h- len; und wo sie zu einem Teil vorhanden sei a wur­den, werden sie durch bie vermehrten Schwierigkeiten der Einwanderung ausgewogen. Die,, Vereinigten Staaten find, wie man weiß, im Scann, »ch wenig­stens für einige Zeit nahezu völlig abzunegeln. Muerdings hat, infolge der Krise, auch ihre wirt- 'chastliche Anziehungskraft nachgelassen. Kanada und Südamerika fordern den Nachweis verhältnismäßig hoher Sicherheitsgelder, den Ansprüchen, die sie an die Arbeitskraft eines Landarbeiters und künftigen Farmers stellen müssen, sind immer weniger West­europäer gewachsen. Eins der menschenarmsten Läu-