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Kasseler Abendzeitung

lellungsaebüür In Fallen von böherer Gewalt besteh! kein Anivruck auf Lieferung der Beituna ober auf Rudjaftlunfl beS Berugsvreises^ Verlag. Tchriftleiiung und Druckerei: Kölnifche Straße 10° 9 Zeteobon* Bammclnutnmer 6800. Juriltische »vrechstunbe leben Dienstag von 5 bis 7 Uhr Solnifche Strabe Nr/ 10.

Hessische Abendzeitung

nungsbetrage innerhalb von 5 Tagen zahlbar. Geriloisikand Raffet Postscheckkonto Frankfurt a. M. 6380.

Nummer 9*

Montag, 12. Januar 1931

21. Jahrgang

Das beste Geschäft für Amerika"

Der Letter »es grökien Sanf6ouf«s »er Wett für Herabsetzung »er Schul»«« / Der Reichekanzler wie»er in Berlin / Kättekaiattrophe in China

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Dinge sieht

(Eigene Draht Meldung.)

Reuyork, 12 Januar.

3m Zahresbericht derChaseNationalBank, der größten Baut der Welt, gibt Albert H. Wiggius. der Vorsitzende ihres Governing Board, eine Aufsehen erregende Erklärung über die Reduzie­rung der interalliierten Schulden, über die amerika­nische Zollpolitik und die amerikanisch« WirLschasts- lage ab.

Wie Mr. Wiggins ausführt, wird die Frage der Streichung oder Herabsetzung der inter­alliierten Schulden in steigendem Maße in der ganzen Welt erörtert. Die Wichtigkeit dieses Problems übertrifft bei weitem die Bedeutung der Dollarb.träge dieser Schulden. Ohne auf die vielen Gründe und Eegengründe auf beiden Seiten oder auf die Frage der Gerechtigkeit der Schuldenstreichung einzugehen, so erklärt er, bin ich

fest davon überzeugt, daß es ein g u t e s G e s ch ä s t für unsere Regierung wäre, im jetzigen Zeiipunkt Schritte für eine Herabsetzung dieser Schulden ein- zuleiten.

Unter den das Wirtschaftsleben beeinflussenden un- günstigen Faktoren ist der gefährlichste das Unvermö­gen der fremden Länder, sich genügende Dollarb träge zu beschaffen, um uns sowohl ihre Schulden verzinsen und rückzahlen, als auch in ausreichendem Maße un­sere Ausfuhr bezahlen zu können. Wir stehen heute vor der Wahl, entweder unsere Zölle herabzusetzen, oder unsere stark zusammengeschrumpfte Ausfuhr wie­der aufzubauen.

Hinsichtlich der Aussichten für eine Konjunktur­belebung erklärt Mr. Wiggins, daß nach seiner Ansicht der Tiefstand der Depression etwa erreicht sei, und die nächste größere Bewegung zu einer Belebung führen werde.Ich erwarte, daß die Wirtschaftslage zu Ende 1931 erheblich besser als zu Ende 1930 sein wird; ich weiß zwar nicht, ob wir niedrigere Börsenkurse haben werden oder nicht, ich weiß aber, daß viele Aktien und Anleihen jetzt niedriger als in normalen Zeiten und zu Kursen gewertet werden, die für die Käufer einen Anreiz bieten sollten.

Hounglasten größer als beabsichtigt!

Sir Josiah Stamp über die Schulden- und Reparationsfrage.

London, 12. Januar.

Im Anschluß an die Aussprache in der amerika­nischen Preffe über die Streichung der interalliierten Schulden sprach sich Sir Josiah Stamp dahin aus, daß die Deutschland durch den Youngplan auserleg- ten Lasten viel größer geworden seien, als es ur­sprünglich beabsichtigt war. Wenn Amerika Schritte zur Herabsetzung der Kriegsschulden ergreife, so müs­sen diese unmittelbare Rückwirkungen

aus Deutschland haben und zur Erleichterung der deutschen Lasten beitragen. Für alle Länder wür­de es vorteilhaft sein, wenn eine Bewegung einsetzen würde, um den Folgen der Wertvergrößerung des Goldes Einhalt zu tun. Die amerikanische Oefsent- lichkeit müsse sich rarüber klar sein, daß Amerika in dem Maße den Anstoß zur Verbesserung seiner eige­nen Ausfuhrziffern gebe, in dem sich die Verschul­dung der übrigen Länder verringere.

Ein Zwischenlöft ngsprojekt

zur Akrüstunqsfrage

London, 12. Januar.

Der Genfer Korrespondent derDaily Hcrald" mel­det: Man spricht hier davon, daß eine Gruppe klei­ner Mächte unter Umständen einen Vorschlag zu gunstcn eines europäischengentlemcn agreemcntt Vorbringen wird, das eine Stabilisierung der Rüstungen bis nach Beendigung der großen Ab rüstungskonferenz herbeiführen soll.

Dem Gedanken wird hier große Beachtung geschenkt, befürchtet man jedoch, daß viele Staaten in der Zeit bis zum Zusammentritt der großen Konferenz ihre Rüstungen in aller Eile wesentlich steigern werden, um bei den Verhandlungen wichtigere Tauschobjekte zu gewinnen.

Käliekaiastrophe in China

48 Grad unter Rull. Zahlreiche Todesopfer.

Shanghai. 12. Januar.

lieber fast ganz China ist ein derartig strenger Winter hereingebrochen, wie er seit Menschengedenken nicht zu verzeichnen war und der unter der ärmeren Bevölkerung bereits Hunderte von Toten gefordert hat. In Charbin sank das Thermometer auf 48 Grad unter dem Gefrierpunkt Sämtliche Flüsse der Mandschurei sind eingefroren und viele Personen der grimmigen Kälte zum Opfer gefallen. Auch aus Kalgan und anderen Städten in Nordwest- Schanst werden zahlreicheTote infolge der Kälte gemeldet Peking wurde von einem überaus heftigen Schneesturm heimgesucht. Seit Freitag sind über 100 Personen der ärmeren Bevölkerung erfroren. In Tientsin verzeichnet man bis jetzt mehr als 30 Tote. £er Peihofluß ist binnen einer Nacht zugefroren und hat den Hafenverkehr von Tientsin völlig lahmgelegt wo über 20 Küstendampfer im Eise einge­schlossen liegen. In Nanking, wo das Thermo­meter minus 25 Grad zeigt, ist die Zahl der Todes­opfer geringer. Auch Mittclchina wurde von einem Schneesturm heimgesucht, der so gut wie sämtliche Ver­kehrsverbindungen unterbrach.

Das Kabinett wieder an der Arbeit

(Von unserer Berliner Schriftleitung.)

td Berlin, 12. Januar.

$er Reichskanzler ist gestern in den sparen Abendstunden von der großen Ostreise wieder in Berlin eingetroffen und damit beginnt, nach einer außergewöhnlich langen Weihnachtspause, die politische Arbeit in Berlin wieder, die in der nächsten Zeit wahr­scheinlich mehr als je in politische Kämpfe ausmünden wird. Bereits in den ersten Tagen nach der Rückkehr des Kanzlers wird eine Reihe wichtiger Beratungen beginnen. Tie erste offizielle Kabinett­sitzung ist zwar erst auf den morgigen Dienstag an- gesetzt, aber möglicherweise werden schon im Lause des heutigen Tages Ministerbesprechungen stattfinden und vor allem wird es sich heute um die B e r i ch t e r st a t - tu ng über die Ostreise und über sonstige mit der Oschilfe zusammenhängende Probleme handeln. Man nimmt an, daß eine Reihe von Entwürfen, die in letz­ter Zeit ausgearbeitet wurden, auf Grund der auf der Reise gewonnenen Erfahrungen, nunmehr alsbald vom Kabinett verabschied-^ werden!

Neben der Bebandlung der Ostprobleme, die auf Grund der großen Reise natürlich im Vordergründe stehen, kommen für das Reichskabinett vor allem die Aufgaben in Betracht, die vch an

Oie Bekämpfung Ser Albeits'osigke t und die Preissenkung

anschließen. Deshalb wird in der morgigen Aabinetts- ptzung auch das Projekt des Finanzministers Dr.

Dietrich über die Wtedereinstellung von Arbeits­losen in den Produktionsprozeß im Vordergrund stehen. Allerdings wird man darüber noch nicht zu einem festen Beschlüsse kommen, sondern man wird diese Angelegenheit vermutlich einem Enquete- Ausschuß überweisen, der wohl einige Wochen brauchen wird, ehe dieses Problem spruchreif gemacht werden kann. Schließlich hofft man, in der Frage der Preissenkung vorwärts zu kommen, da der Reichswirlschastsral in diesen Tagen sein Gutachten über die Markenartikel abgegeben hat. Auch glaubt man, daß man hier durch Verhandlungen mit den Ländern und Gemeinden zu einer Herabsetzung der Tarife für Wasser, Gas und Elektrizität kommen kann. Insbesondere hält man es für notwen­dig, im Hinblick auf die L o h n s e n k u n g s a k t i o n, sie ja inzwischen stärker in Gang gekommen ist, die Preissenkungsaktion vorwärts zu treiben, um den Ar­beitnehmern einen Ausgleich zu schassen.

Eine andere, vordringlichere Aufgabe des Reichs­kabinetts wird die

Beratung der in Genf zur Debatte stehenden Kragen

sein, denn bereits am Mittwoch abend wird bet .Außenminister Dr. C n r t i u s mit der deutschen Dele­gation Berlin verlassen Inzwischen wird Dr. Currins die diplomatischen Sondierungen der wichtigsten Ratsmächte durchführen laffen, und auf i Grund der dabei gewonnenen Erfahrungen wird man

sich im Kabinett darüber schlüssig werden, welche Tak­tik die deutsche Delegation in Genf angesichts der außergewöhnlichen Schwierigkeiten einzuschlagen hat, mit denen besonders in den deutsch-polnischen Ausein­andersetzungen (stehe auch Seite 2) zu rechnen ist.

Auch das

parlamentarische Leben erwacht?

Gleichzeitig mit dem Reichskabinett nimmt auch das Parlament seine Arbeiten wieder auf, obwohl zu­nächst nur der Ha up laus schuß des Reichstages am morgigen Dienstag Zusammentritt. Er wird die Beratung des neuen Ha u s h a l t s p l a n e s mit der Erörterung des Reichswehretats eröffnen, und es ist vorauszusehen, daß sich bei diesen Etatsöeratungen a ßerordentlich weittragende parteipolitische Differen­zen ergeben werden, denn die Parteien werden zwei­fellos das alte System befolgen, daß Anträge auf Aus­gabenerhöhung und Einnahmekürzung eingebrachl werden, die natürlich den Etat sofort aus dem Gleich gewicht bringen. Da man jedoch schon im allgemeinen überzeugt ist, daß der diesjährige Etat nicht auf dem normalen Parlamentarischen Wege, sondern durch Rot- SftSwTh-tn 9e'e8t werden muß, so verlieren natürlich die,e Auseinandersetzungen im Hauptaus ichuß an politischer Bedeutung.

Außerdem interessiert auf Parlamentarischem Ge­biete die «rage, ob der Kanzler irgendwie an das Pro­blem Herangehen wird, die Regierungsbasis nach rechts zu erweitern, oder irgendwelche perso nellen Veränderungen im Kabinett vorzu­nehmen. Nach wie vor hält man dies beides für un­wahrscheinlich. Die Auseinandersetzungen zwischen den

Parteien konzentrieren sich neuerdings etwas mehr auf Zentrum und Sozialdemokraten, zwischen denen aus kulturvolitischen Fragen Meinungsverschiedenhei­ten entstanden sind. Man glaubt aber, daß der Brief des preußischen Zentrumsführers Dr. Hetz an den preußischen Ministerpräsidenten Braun (siehe Seite 2) als Warnungssignal, nicht aber als eine Kündigung der Freundschaft in Preußen aufzufassen sei.

Kein Anfttluß Anhalts an Preußen

D.V.P. für Landlagsauflösung.

Dessau, 12 Januar.

Die Deutsche Volkspartei faßte auf dem außerordentlichen Landespar eitag in Deflau zwei Entschließungen von großer Wichtigkeit für die Zu­kunft des Staates Anhalt. Darin wird die Aufrol- lung der Anschlußsrage an Preußen durch die S. P. D. als eine rein parteipolitische Aktion be­zeichnet und betont, daß diese Frage ausschließlich vom nationalen Gesichtspunkte der Reichsreform und von allgemein sachlichen anhaltischen Gesichtspunkten zu behandeln sei. Der Landesparteitag lehnt eine Erörterung der von den Sozialdemokraten jetzt aufgeworfenen Frage ab. Da für den Anschluß eine Zweidrittel-Mehrheit nicht vorhanden ist, kann die Frage als erledigt gelten.

Dann wurde weiterhin beschlosien, eine möglichst schnelle Auslösung des Landtages durch Volksbegeh­ren und Volksentscheid anzustreben und die sozialde­mokratisch-demokratische Herrschaft zu beseitigen. Es kann als sicher gelten, daß auf Grund der Ergebnifle der Reichstagswahlen eine Mehrheit für den Volks­entscheid und damit für die Landtagsauflösung vor­handen ist.

Ein Bergwerk wird verschenkt

Bilder aus dem waldenburgischen jndustriegebiet

Waldenburg, das ist die S t a d t k r a s f e st e r Gegensätze:

Auf der einen Seite endlose kahle Ebene, auf der anderen Seite die sanft geschwungenen Berge und Hü­gel des Gebirges. Hier friedliche geruhsame Land­wirtschaft, wogendes Korn, glitzernder Pflug, dampfende Pferdegruppen . . . Dort das Brausen und Toben modernster Arbeit, raffelnbe Förderbahn, heu­lende Sirenen, Rutz, Staub, Qualm, Lärm. In den Arbeitervierteln Groß-Waldenburgs unvorstellbare Not, Arbeitslosigkeit und Elend . . . Vor den Toren die hellen Villen der Direktoren und Industriellen. In riesigen Maschinensälen lautlos surrende Motoren von 20 000 P. S. und mehr . . . Und dicht daneben, in halb verfallener Kate, der Heimarbeiter der am Web- ftuhl seiner Väter sitzt und für ein paar Pfennige 16 Stunden am Tage arbeitet---

Unser Los ist die Kargheit und die Enge!", hat Gerhart Hauptmann seineWebcr" sprechen lasten. Er hätte diesen Satz jeden Arbeiter im waldenburgi­schen Industriegebiet sprechen lasten können und heute mit größerer Berechtigung denn je!

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Hohe Löhne sind in Niederschlesien das mit sei­nen herrlichen Waldungen und Bergen landschaftlich außerordentlicy reizvoll ist nie gezahlt worden. Wenn die Armut eine Heimat hat, dann ist es Waldenburg, die Stadt der Gegensätze, die Stadt der Kohle, der gigantischen Maschinen und der bittersten Armut.

Der Gründe für diese Armut sind viele: An­spruchslosigkeit der Arbeiterschaft, die fast ausnahms­los von jenen Webern abstammt, deren Schicksal Ger­hart Hauptmann dramatisierte; ständiger Rück­gang des Absatzes des Industrieerzeugniste, denn das reichere günstiger gelegenere Rheinland ist eine übermäßige Konkurrenz für Niederschlefien und seinen Bergbau; schwierige geologische Verhält­nisse beim Ausbau der Gruben, da der Druck der ge­waltigen Gebirgsmastcn die Kohlenflöze in ihrer La­gerung zerstört hat.

Mit der Kohle schlägt der Bergmann in Walden­burg viele Steine, die seineik Wagen zwar füllen, ihm und dem Unternehmer aber nichts einbringen, sondern die im Gegenteil zu kostspieligen Reinigungsanlagen, Schüttelrosten usw. zwingen. Und dcr Druck des Ge­birges, das auf den schmalen unterirdischen Gängen lastet, ist so gewaltig, daß sie nur unter großzügiger Verwendung von Stützmaterial aus Holz und Stahl erhalten werden können.

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In den ..Weber n" hat G-rk-rt Hauptmann ouf- .ezeigt, unter welchen Bedingungen vor 70 Jahren und mehr, d.r Mensch im Waldenburgischen lebte, j Heute gibt es so gut wie gar keine Weber mehr in |

Schlesien. Dafür aber . . . Bergleute! Eins je­doch ist geblieben: die gleiche Not!

Vor einigen Monaten hat Leo Lania einen Re­portagefilm gezeigt, der heißt: Hunger in Walden­burg. In seltener Eindringlichkeit gab dieser Film das Leben der niederschlesischen Bergleute wieder, spie­gelte ihre Arbeitsstätten, ihre Wohnungen:

Fast 40 Prozent aller Wohnungen im Waldenbur­gischen bestehen nur aus einem Zimmer! 37 Prozent bestehen nur aus einem Zimmer und Küche. An lan­gen Korridoren aneinandergereiht, liegen sie neben­einander: dumpf, feucht, mit trüben Fenstern und einem Ofen, der gleichzeitig Kochherd ist. Wasserlei- tungen gibt es nicht; auf jedem Flur befindet sich nur eine einzige Zapfstelle.

lleberall hausen mehr Menschen in solchen Woh­nungen als Betten vorhanden sind. Die Kisten wer­den niemals kalt. Steht der eine auf, um in den Schacht einzufahren, legt der andere sich nieder. Im­mer ist Nacht und Dunkelheit in diesen muffigen Stu­ben. Müdigkeit, Not und Entbehrung sind der Lohn für ein hartes arbeitsreiches Leben . . .

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Immer mehr Werke des waldenburgischen Reviers legen die Räder der Maschinensäle still, unter immer mehr Kesseln verlöschen die Feuer. Die Arbeitslosig­keit steigt, rasend schnell und unaufhaltsam. Die Schächte, 300 Meter tief unter der Erdoberfläche, lie­gen verlassen; nur die Schritte der Wächter und der Unterhaltungskolonne hallen dumpf im Gestein.

Wie unerhört die Notlage dieses deutschen Gebietes ist, das zeigen nicht allein die Statistiken der Arbeits­losigkeit und der Wohlfahrtsunterstützungen, das zeigt am klaffest, n die Tatsache, daß ein deutsches Großun­ternehmen, die E e s f ü r e 11, ihreWences 1 a v"- Grube bei Hausdorf verschenken will! Das Werk arbeitet seit Jahren schon unrentabel. Eine Tieferlegung des Abbaus ist unbedingt notwendig, würde aber 3,5 Millionen RM. kosten. Der Berg zerdrückt die Schächte, so daß auf zeder ein­zelnen Tonne geförderter Kohle hohe Unterhaltungs­kosten liegen. Jahr für Jahr zahlt die Gesfürell obwohl Wenceslav gute Abnehmer wie Klingenberg u. a. hat 600 000 RM. Zuschuß an die Grube.

Jetzt hott sie es satt, die Direktion will die Grube verschenken. Oder sie legt still, was für 2500 Arbeiter Brotlosigkeit bedeuten würde. Vielleicht hilft die Re- aierung, vielleicht nimmt sie das Geschenk an . . . Vielleicht auch nicht. Man ist Not und Sorge ge­wöhnt im W.rldenburgischen, und b sonders auf Wen­ceslav, wo bei einem Kohlen'äureeinbruch am 9. Juli 1930 mehr als 150 Bergleute ihr Leben lasten mußten.

Hunger in Waldenburg! Ein Berg- wrrk ist zu verschenken! Es ist kaum denkbar, daß die Not rres a nzes Landes sich noch krasser, noch brüt-' i kann, als in dieser Ankündi­gung. W, HoeppcnersFlatow.