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Freitag. 9. Januar 1931
3m „Wehlhelder Hofiheater"
»Die Ehre" von Hermann Sudermann.
schk. Die Geschichte vom Vorder- und Hinterhaus, die Sudermann einst als Anklage gegen die Gcfell- fchaftsorrmung und ihr« Wucherungen ichreh, ist auch heute noch lebensnahe und eindrucksvoll gebliebem Sudermanns Figuren stehen — trotz der sozialen Umschichtungen, die wir erlebten — auch heute noch in unserer Gemeinschaft. Der Begriff Vorder- und Hinterhaus, die durch Kastengeist bestimmte Auffassung und Ausdeulung des Begriffes oer „Ehre" — nichts, oder nur sehr wenig har sich seit den Kampffahren Sudermanns geändert. Es ist darum kem Wunder, daß der Eindruck des von Willi Schmidt für Die Gemeinde des Wehtheider Hoftheaters mit bemerkenswertem Takt und Verständnis inszenierten Stückes ein ungemein starker war. Deshalb wohl auch, weil die Laienspieler mit osfenstchtlichem Ernst bei der Sache waren und den Leuten aus Voroer- und Hinterhaus warmes Leben zu geben versuchten. Die beste Leistung des Abends bot zweifellos T y e o Kronemann als Gras Trast-Saarberg. Sicherheit und Ueberlegenheit zeichneten diese Leistung aus. Rudi Wolffs Robert Heinecke wies diese Geschlossenheit nicht auf; mit wieviel Seele aber auch dieser Darsteller den Verfechter der Ehre seiner Familie gab, trat besonders in oen beiden letzten Akten in Erscheinung. Das Ehepaar aus dem Hinterhaus, Emmh Krause und Paul Mäder, fühlte sich in dem übrigens auch im Bühnenspiel trefflich geschaffenen .Milljöh" überaus wohl; Alma, die leichtlebige Tochter ohne Ehrbegriff, wurde von Elli Schaub überzeugend gegeben. Zwei gute Typen stellten Mia und Erich Dhckerhoss. Das Vorderhaus sah Mimt Menges und Walter Emil Claus als Kommerzienratskinder in Front. Beider Leistungen seien lobend anerkannt
Der Gesamteindruck des Sudermann-Abends war überaus gut. Im sonst immer auf die heitere Muse eingestellten Spielplan der Laienbühne bedeutete er eine allgemein begrüßte Abwechslung.
Menn Szepter des Winters
Trotz leichten Schneefalls brachte es die Queck- stlbersäule am Fnedrichspratz nicht fertig, über den Nullpunkt emporzuklettern. In der Nacht trat dann eine starke Temperatursenkung ein, die Fensterscheiben hatten Plötzlich ihren Wintergarten eröffnet und heute morgen zeigte das Thermomerer am Kirchweg — 7 Grad Celsius, am Friedrichsplatz 8 Grad, am Schlotzplatz bei Heß — 9 und in den Gärtnereien der Fuldaniederung gar — 10 Grad. Am Herkules bei — 8 Grad und 18 Zentimeter Schnee und am Hohen Gras bei — 11 Grad und 25 Zentimeter Schnee kann die Skibahn als „sehr gut" und die Rodelbahn als gut registriert werden.
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Die Fulda ist, da die Niederschläge infolge des Temperaturrückgangs ausgehört haben und der Schnee in den Bergen liegen bleibt, langsam weiter zurückgegangen und führt, vorläufig noch im geringen Maße, seit heute morgen Treibeis.
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Beim Rodel» verunglückte am Welhelmshöhcr Schloß ein 13sähriger Schüler aus dem Philofophen- weg dadurch, daß ihn ein anderer Rodler mit großer Wucht rannte. Er wurde mit dem Kopf gegen einen Schränkstein geschleudert und mußte mit schweren Gesichts- und Kopfverletzungen, sowie einer Gehirnerschütterung durch die Sanitätshauptwache in das Rotekreuzkrankenhaus gebracht werden.
Nelchsarveiisminister
und Doppelverdiener
Der Reichsarbeiisminlster hat in einem Schreiben an die Vereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände zu den Klagen über die sogenannien Doppelverdiener Stellung genommen. In diesem Schreiben gibt er seine Meinung dahin kund, daß er »die noch immer laut werdenden Klagen über die Beschäftigung nicht als unberechtigt" ansehen kann. Es heißt weiter in dem Schreiben:
»Ich weise zugleich darauf hin, daß auch dem Reichstage Anträge vorliegen, die sich mit der Angelegenheit beschäftigen, und daß der Vorstand der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung kürzlich in einer Entschließung gefordert hat, daß die Mißstände aus dem Gehiete des »Doppelverdienens" beseitigt werden müssen. Allerdings läßt sich nach der Auffassung des Vorstandes der Reichsanstalt eine allgemein gültige Begriffsbestimmung des .Doppelverdienens", die tile in Betracht kommenden Lebensverhältnisse erschöpfend erfaßt, nicht finden; im Einzelfall dürfte aber die Feststellung kaum Schwierigkeiten bereiten, ob der Dop- pelverdienst mit Rücksicht auf die Arbeitsmarktlage vertreten werden kann.
Ich richte daher erneut die dringende Bitte an Sie, daß — soweit nicht im Einzelsalle besondere Härten entstehen,
bei Entlastungen in erster Linie die sogenannten «Doppelverdiener" ausscheiden, und daß keine Doppelverdiener neu eingestellt werden, solange unter den Arbeitslosen geeignete andere Arbeitskräfte verfügbar find".
Das Schreiben ist auch den obersten Sozialbehörden der Länder, der Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahngesellschast und anderen amtlichen Stellen
Nachdenkliches znm Kapitel Zugendwandem
Am zweiten Abend des Wanderführerlehrganges, sprach im Saal der Jugend Lehrer Haarberg Wer: „Allerlei Nachdenkliches zum Kapitel Iugcndwan- dern". Er ging davon aus. daß fein Bericht das Ergebnis Von Beobachtungen sei, die er aus 300 Wanderungen gemach! habe. Die Wanderbewegung sei gegen fricher ungeheuer in die Breite gegangen Das ersehe man schon daraus, daß in Kassel allein 240 Vereine bestehen, die dem Ortsausschuß für Jugendpflege anaeschlosfen seien.
Wenn man nun die Jugend aller Richtungen auf ihren Fahrten beobachte, könne man ttotz der Mrm- niglaltigkeit in Ziel und Weg
Unsitten und Mißstände von allgemeiner Gültigkeit unterscheiden-
An erster Stelle sei die
„stühzeitige Verwöhnung"
zu nennen, die nach vielen Richtungen hin klar m die Augen falle. Eine solche bestehe einmal hinsichtlich des Wanderzieles. Damit meine er die Fahrten mit 10 und 11 jährigen an den Mein ober gar an die See. Wo könne man solche Leute hinftihren, wenn sie 17 Jahre eilt seien!
Erst müsse die engere Heimat erwandert werde», ehe man sich an derartige Ziele wage. Nicht viel anders stehe es mit dem Wanderlied. Auch hier sei das dem Alter angemessene zu wühlen. Landsknechtslieder würden für Gruppen im Alter von 10—12 Jahren garnicht Pasten, weil sie diese noch nicht verstehen.
Auch Nachtwanderungen sollten mit so jungen Menschen nicht gemacht werden; denn sie hätten
milde gesagt Angst vor der Nacht. Zum Zelten fehle in diesen Jahren die Uebumg. Wer schon einmal im Zelt tomtnert habe, der wisse, welche Erfahrung dazu gehört, um einigermaßen warm zu liegen. Waldlager kämen erst dann in Frage, wenn die Wandernden das nötige Verständnis dafür mitbrächten, so um das 16. Lebensjahr herum. Für alle jugendlichen Wanderer seien scyenannte .Lehrfahrten" sehr angebracht, er habe damit nur die besten Erfahrungen gemacht
Beim kritischen Beobachten von älteren Gruppen, den 15—20 jährigen, könne man ebenfalls Mißstände feststellen. Eines der Hauptübel sehe er in der zunehmenden Verweichlichung. Die Lebensweise der Wanderer sei höchst beguem, Natürlichkeit und Ein.- fachkeit vermisse man. Ms Zeichen dafür führte der Vortragende die Menge der Eigenheime an. Fast jede Fährt gehe zum Heim der Jugendherberge. Das bedeute aber kein Wandern mehr. Sehr bedenklich müsse uns auch schematisches -Iugendherbergsswan- dern" stimmen. Die tägliche Wanderstrecke werde nicht nach Schönheit der Landschaft bemessen, sondern leider nur zu ost nach der Entfernung der bequem« sten Jugendherbergen voneinander.
Zum Schluß seiner Ausführungen stellte Lehrer -Haarberg noch einmal das Wesen und das Ziel des Wanderns klar heraus. Mandern heiße die Weite und Schönheit der Heimat kennen lernen. Unserer Jugend bedeute es nicht eine Reihe angenehmer Stunden. Wandern solle sie vielmehr hart, einfach und gesund werden lasten. Damit schlcß der Vortrag, den wunderbare Naturaufnahmen verschönt hatten.
Die eiserfüchnge Dogge
Man schreibt uns:
Vor nicht lunger Zeit haben wir ein Erlebnis gehabt, das uns zeigte, wie stark die Liebe des Hundes für seinen Herrn fein kann und wie eifersüchtig er darauf achtet, daß auch die Liebe des Herrn thm bleibt. Ein guter Freund hatte fehl viel Schweres durchgemacht und lebte längere Zeit ganz zuruck- ge;og>en auf seinem einsamen Heidegut. Nur eine große Ulmer Dogge, weiblichen Geschlechts war seine siete Gesellschaft. Vor ungefähr einem Jahre heiratete er wieder und wurde sehr glücklich durch den Besitz seiner Frau, deren heitere Gemütsart ein frohes Leben in dem einst so stillen Hause verbreitete. Nicht io die Hündin. Sie war ganz tieffinnig geworden, seit sich ihr Herr und das Haus so verändert hauen. Alle Bemühungen der jungen Frau, die Zuneigung der Dogge zu gewinnen, schlugen fehl. Das seinem Herrn so ergebene Tier war ihr gegenüber von großer Hinterlist. Ernes Tages kam die Kaiastrophe. Der Gutsherr mutzte eine zweitägige Reise in die nächste Stadt machen. Während seiner Abwesenheit 'Mich die Hündin durch Hof und Garten und rannte dann wie gejagt in die Weite der Heide. Abends 'am sie spät auf den Hof zurück. Am nächsten Tage, als der Wagen vorfuhr, der den Herrn von der Bahn geholt hatte, stürzte sie sich mit lautem Iubelgebell auf ihn, daß er fast umgerissen wurde. Ms er das Tier zurückschob, und sich feiner Frau zuwandte, um sie zur Begrüßung in die Arme zu nehmen, sprang die Dogge, gepackt von rasender Eifersucht, von hinten auf die Frau und riß sie zu Boden. Rur die Geistesgegenwart ihres Mannes rettete ihr Leben. Die Hündin wurde erschossen.
Jeder Hundekenner Weitz, daß die Anhänglichkeit der Hündin an ihren Herrn noch größer ist als die des männlichen Tieres, und daß es verhältnismäßig selten ist, daß ein weiLliches Tier einer Herrin ebenso ergeben ist. H. B.
Unverbesserlicher Einbrecher auf Reisen
Med« ans sechs Jahre ins Zuchthaus geschickt.
Das Große Schöffengericht verurteilte den bereits mehrfach vorbestraften 47jährigen Stellmacher Heinrich Mander wegen zahlreicher, berufsmäßig betriebener Einbruchsdiebstähle, bei denen dem Verbrech« fein löjähriger Sohn als Gehilfe Dienste leisten mutz- te, zu einer Zuchthausstrafe von sechs Jahren, zu 10 Jahren Ehrverlust und erkannte aus Zulafligkett d« Polizeiaufsicht. _
Durch vielfache schwere Vorstrafen ist Heinrich M. nicht gebessert worden, denn der lange Aufenthalt hinter Zuchthaus- und Gefängnismauern hat ihn nicht davon albgehalten, sofort nach Verbüßung einer harten Strafe aus die Bahn des Verbrechens abzugleiten. Und das, obwohl es ihm gelungen war, durch den Fleiß seiner Frau wieder festen Boden unter den Füßen zu bekommen. Gewitzt durch frühere Erfahrungen betrieb er sein Metier als Berufseinbrecher im Umherziehen. Während er tagsüber in Burghasungen den Biedermann spielte, stahl er sich bei Nacht und Nebel aus dem Hause und fuhr auf einem Fahrrad in die Umgegend.
Nicht weniger als 27 Ortschaften des Kasseler Bezirks soll M. heimgesucht haben,
wobei er e§ besonders auf Lebensmittel- und Textilwarengeschäfte sowie auf Gastwirtschaften abgesehen hatte. Aber auch außerhalb des Regierungsbezirks, besonders in Westfalen und Hannover hat M. mit Erfolg „gearbeitet", so daß die dortigen Staatsanwaltschaften starkes Verlangen nach seiner Auslie- serung haben.
Die Arcklage, die vor dem Großen Schöffengericht gegen M. erhoben war, betraf ungefähr
36 Einbruchsdiebstähle,
die er in der Zeit vom Herbst 1929 bis Ende Mai 1930 begangen haben soll. Nach seiner in der Gegend von Detmold erfolgten Festnahme wurde in Burghasungen eine Haussuchung abgehalten, die überraschendes Material zutage förderte. Die größte Ueberra- schung war aber die Tatsache, daß der 15jährige Stief
sohn des Angeklagten, ein armer, körperlich und gei- stig zurückgebliebener Junge, von seinem Stiefvater unter Drohungen zur Teilnahme an den gemeingefährlichen Diebesfahrten gezwungen worden war. Der Junge, der sich heute in Fürsorgeerziehung befindet, legte sofort ein umfassendes Geständnis ab und gab der Polizei dadurch die Möglichkeit,zahlreiche Einbrüche aufzuklären und einen beträchtlichen Teil der Diebesbeute wieder herbeizuschaffen. Weiter ergab sich aus den Angaben des Jungen, daß der Stiefvater auf den Diobessahrlen stets einen Revolver bei sich getragen hatte, von dem er auch einmal in Elleringhaufen, wo Vater und Sohn von einem Reisenden bei einem Einbruch überrascht worden waren, Gebrauch gemacht hatte.
Gegenüber dem durchaus glaubwürdigen Geständnis des Sttessohnes leugnete der Angeklagte hartnäckig jede Täterschaft ab. Er wollte sich damit her- ausrciden, daß es bei den Angaben des Jungen um einen Racheakt handele; denn er, der Stiefvater, habe den „minderwertigen Jungen" oft streng behandeln und auch züchtigen müssen. Um sich dafür zu rachen, habe der Junge ihn belaßet. In einigen Punkten mußte M. «doch die Täterschaft zugeben, weil er seinem wegen Hehlerei mitangeklagten Schwager, dem Anstreicher und Maler Heinrich B. aus Kassel, verschiedentlich Kaffee, Tabak, Zigarren und Spirituosen zum Verkauf übergeben hat. Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme hielt das Gericht den Angeklagten M. verschiedener schwerer Einbruchsdiebstähle für überführt, während bei der Mehrzahl der zur Anklage stehenden Fälle zwar der Verdacht bestehen blieb, um übrigen aber das Beweismaterial zur Ueberführung als nicht ausreichend bezeichnet wurde. Entsprechend dem Anträge des Anklagevertreters erkannte das Gericht auf die oben genannte Strafe. Der wegen Hehlerei angeklagte Schwager des M. erhielt 6 Monate Gefängnis, die durch die Untersuchungshaft als verbüßt gelten.
Der arme verführte Junge wird sich nun demnächst vor dem Jugendgericht zu verantworten haben.
Der Mann sagt die Wahrheit!
Bestes Mittel gegen Gewichtszunahme! / Sie können essen, soviel Sie wollen. — Garantiert unschädlich! — Kein Abführmittel. — Biologisches Verfahren! — Bei Nicht-Erfolg — Geld zurück! _ Nur einmalige Anwendung!
Also annoncierte der bis dahin stellungslose Kaufmann Nemeth in verschiedenen Zeitungen. Und da es immer noch viele dicke, allzu viele dicke Leute gibt und noch viel mehr Leute, die zwar nicht dick sind, aber dick toeroen würden, wenn sie all das essen würden, was sie essen möchten — so hatte es mit seinem Mittel besten Erfolg.
Er mußte niemals das Geld zuruckzahlen. Sei« Mittel wirkte immer. Die Leute wurden so schlank, wie sie nur wollten, manchmal sogar noch schlanker. Und der Wunder größtes war, das man das Mittel nur einmal einnehmen mußte. An der Wirkung gemessen war der Preis wirklich nur gering. Er betrug 20 Pengö für die Wunderpille.
Der Himmel mag wissen, was dem Leiter des Biologischen Forschungsinstttutes einfiel, als er sich das Mittel kommen ließ. Vielleicht wollte er wirklich seinen Bauch beseitigen, vielleicht interessierte er sich für eine Methode, die dem Erfinder in wenigen Monaten Hunderttausende einbrachte. Kurz und gut, er stellte fest, daß die Wunderpillen in einer Oblaten-Kapsel nichts anderes enthielten als einige — Bandwurmeier. Das war nun freilich ein radikales Mittel: der Bandwurm fraß so ziemlich alles, was in des Patienten Bauch kam und die Leute blieben so schlank, wie sie nur wollten und ein Wo» logisches Verfahren war das auch und sicher kein Abführmittel. Nur an die Unschädlichkeit mochte man nicht glauben und deshalb ist gegen den Erfinder die Anklage erhoben worden.
Der Erfinder aber sagt, er habe nur die reine Wahrheit verkündet und sein Mittel fei auch wirklich unschädlich. Bandwürmer tun niemandem etwas zuleide, sagt er, wenn man sie nur richtig füttert — und das wollen ja die Leute getabe. — —
Ob er Recht hat, werden die Fachleute entscheiden.
zugegangen mit dem besonderen Bemerken: »Ich bitte dringend um weitere Veranlassung, da mir auch zahlreiche Klagen darüber zugegangen sind, daß Beamte und Angestellte des Reichs, der Länder und der Gemeinden als Doppelver- diener tätig sind."
Symbole im Religiösen
Vortragsabend der Kulturellen ArdeitsgemelalLast.
Auf Einladung der Kulturellen Arbeitsgemeinschaft tLr- chitekten- und Jngenicnrverein, Bund deutscher Ärchttekten und Berein für Heimatschub in Muröeffen) sprach am Donnerstag abend Regierungs- und Baurat Bode tm Hörsaal des Landesmuseums über „Heidnische und christliche Som-
boLe".
Der Redner brachte eine Fülle bochintereffanter Ergebnisse seiner neuesten Forschungen. Er schildette ferner — leider nicht allzu grohen — Zuhörerschaft kurz Sinn uni Bedeutung non Kreis, Halbmond, S- und Z-Linren als Symbole, die keineswegs „Sonnenbilder" seien, sondern Darstellungen des Himmels.
In eingehenden Darlegungen behandelte er dann das Kreuz als Symbol. Seine Bedeutung reiche weit über die als Symbol der christlichen Religion als Zeichen der Lehre Zesu hinaus. Das Kreuz als Symbol, als religiöse Ausdrucksform menschlicher Darftelluug sei viel älter und finde sich überall. Es entstand durch den Kreis — dem Himmel — in den es als die Schnittachsen der Wett bineingelegt war und wurde erst in der späteren Darstellung ausgeruhtet. Ursprung des Kreuzes finde sich in der ,Lrmin-Sul", deren unächliche Bedeutung sich noch heute tm Erntekranz, im Richrekranz des Zimmermanns — dem ältesten Schöpfer der Symbole — erhalten habe. So verkörpere das Kreuz letzten
Endes den Wettbaum (die Weltesche, die Weltachsel der sich im Turm, im Kirchturm aus dem liegenden Kreuz, wieder finden lasse. Erst durch diese Deutung entstehe ein volles Bild, wie aus dem Chaos durch geordnete Simen ein Kosmos werde.
Wie bas Kreuz sind Lilie und Rose uralte Symbole tiefster Religiosstät. Sie wurden von den ..Wissenden be- wahrt, gingen von dem Zimmermann — dem L-wovier in Holz — auf den Bildhauer, den Baumeister — bett Schöpfer tu Stein — über und alle Symbole an den Kirchen ver- Sangener Jahrhunderte wurden nicht von denen geschaffen, ie am Aller die Hostie reichten, sondern von unseren Meistern. von der Kirche verboten, verfolgt und... gefürchtet. Sie waren durch Menschenleben hindurch eine „geheime Wissenschaft" der „Wissenden" und erst in unseren Tagen erkennt man ihren Ursprung.
I» seiner BeweisWrung stützte sich Barnat Bode nftb- ttttr auf kulturhistorisch bedeutende Baudenkmaler ältester und ätterer Zeit, sondern brachte auch literarische Zeugnisse zur Verlesung. ee-
Kasseler Bäckerinnung. Auf der WeihnachtSfei« entbot nach wohlklingenden Liedern deS von Chor- meister Wilke- Heiligenrode geführten Sängerchores Ehrenobermeister Bornmann ein herzliches Willkommen. Im Mittelpunkt stand die Packende Festan- fprache von Pfarrer Zeidler. Für Männer des täglichen Brotes heiße es, in ehrlicher Arbeit und Treue eine Gemeinschaft der Liebe und Tat zu bilden. Obermeister T. Bornmann richtete an die junge Generation die ernste Mahnung zur Tüchtigkeit und Treue tm Beruf und zu einem sitttichen Wandel.
RbSnNnb. Wanderung Sonntag, den tt. 1., Tresse« 9 Uhr. RatSenauplatz — Zwehrener Weg —„Hark Schon- selb — Niederzwehren — Kuallhütte —eng arten — Dittershausen — Dennhausen — Neue Mühle — SarlS- aue.
Wettervoraussage bis Samstag abend.
Zunächst stark bewöllt und Neigung zu leichten Schneefällen, späterhin wieder aufklärend, Temperaturen weiterhin unter Null aber zwischen Tag und Nacht ausgeglichener, erst südliche, später wieder nach Nord-. Westen drehende Winde.
Wohin gehen wir am «Sonnabenb?
Staatstheater: „Der böse Peter". Märchenspiel von W. Hilgenberg und H. @teitttopf, 15 Uhr: „Dte vier Grobiane", 19.80 Uhr.
Kleines Theater: „Ist bas nicht nett, von Colette? , M Uhr.
Stadtvark: „Der luftige Witwer , in der Hauptrolle Wilhelm Millowitsch, 20.15 Uhr.
Ufa-Theater: „Das Flotenkonzert von Sanssouc^.
Palast-Theater: „Lumvenball" — „Die pikanten Abenteuer des Rentners Krause tm Sündetebabel Berlin.
Capitol-Lichtsviele: Der ausgezeichnete Krtlmnal-spreckitlm „Der Andere", „Das Rätsel eines seltsamen Dop-
Cbassalla-Lichtwitte: „Der stngenbe DE", „Seemanns-
Untversma-Lichtsviele: „Wie werbe ich reich und glücklich?" Metropol-Tbeater: „Sensation int Diamanten-Llub.
Heffenlaud-Peck: Kabarett / Tanz, 16 und 20 Ute.
Onkel Hermanns beste Stabe: Die schönste TanMete.
P-rkreftanrant Karlsaue: Kaffee-Konzert, Tanz-Abend. Altdeutsche Bierstube: Bockbierfest.
Paulaner-Bräu: Konzert, Salvator-Fest.
Im Inventur-Ausverkauf
fielen wir audi dieses ftlal eine auflergew-äftnCicte Hele-enkeit, zu ßilligeten Sreteen Achte Sduihwacen aller Ort zu laufen* Wir baten für sämtliche Warenvorräte
alle Preise herabgesetzt
Wir zeigen eine ungeahnt große und schöne, Auswahl in teMrten Qualitäten für Hxmen, Äerren und Kinder. Einzel- und Xestpaare verschleudern wir geradezu.
Sie müßten unsere Zensier sehen 1
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Kassel, Untere Königstraße es
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