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Donnerst-a, 8- Januar 1931

Kasseler Treueste TleAriAfen

«rtte 9

Sie heutige Nummer mW 12 Selten

Za haben in Apeth. u. Drog. in Packungen von 20 Pf3, an

Die im KcfpWrn Meer auf Mer Mösch olle tfiy- getri ebenen 50 Fischer flWb gerettet. Die Wurden durch den Wiird ans Ufer pe.rieben.

Kurhejsifche Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft

,P»rzellanplastik des 18. Jahrhunderts".

Traumaplast der beste Wundverband

die äußere Not kaum Ich We abends in einem Tanzorchestsr mit, und wenn di« verdammte Miete für den Smoking, der nun einmal nicht au umgehen ist, mir nicht so viel von meinen Einnahmen wegfreffen würde, möchte es geben. Di« dmige Angst, die ich habe, ist die, daß ich gesundheitlich nicht durchhalten könnte, denn es ist sehr anstrengend, jede Nacht bis Wei oder drei Uhr zu mufbieren, und am nächsten' Morgen wieder geistig arb.tten zu sollen. Aber es

Wird das Mausoleum täglich von SM Personen be­sucht.' Sofort am Eingang erblich man ein ovales Granitstück, auf dem Hammer und Sichel eingemei- stell sind mit dem Ausruf Marx': »Proletarier der Wels vereinigt Euch!' der in sechs verschiedenen Sprachen der Sowjet-Union zu lesen ist.

Lenin liegt mit dem Gesicht nach oben in einem verwehen Sarg, in ein grobes dunkles Kleid ge­hüllt, das an der Brust den Orden der Roten Fahne, die höchste Sowjet-Militärauszeichnung, zeigt. Die gelben Züge scheinen etwas zusammengefallen im Vergleich mit der Erscheinung noch vor einem oder zwei Jahren, als die Leiche in dem vorläufigen Mausoleum aufgebahrt war. Zwei Soldaten be­wachen beständig den Sarg, der eine zu Häupten, der andere zu Füßen, während zwei andere die vorüber- ziehenden Besucher drängen, sich au beeilen. Eine Betrachtung des kommunistischen Heiligtums mit Muße wird keineswegs unterstützt. Der Raum, in dem der Sarg steht, ist in grauem, schwarzem und ro- tem Granit gehalten, wobei die roten Steine In Zick­zacklinien rund um die Wände laufen. Daß Mauso­leum selbst ist 16 Meter hoch und baut sich in sechs Stockwerken auf bis zu der flachen Spitze, von der aus die kqmmunistfschen Führer die großen Paraden am 1. Mai und 7. November abnehmen.

Publikum errungen hat. Die angekündigten Tanz- Vorführungen Mary WigmanS sin- bereits wochen­lang vorher ausverkauft gewesen und der Beifall des Publikums soll nach Neuyorler Meldungen die Er­folge aller deutschen Tänzerinnen in Amerika weit Übertreffen.

Ein Goethe-SckAer-FnstUut in Bombay, Wie in der Lt.«.^rifchen Wett' mitgeteitt wird, ist In Bombay die Gründung einer Studienanstalt für gebildete Hindus unter dem Titel «Goethe - Schiller- Forschungsinstitut' in Aussicht genommen. Der Plan wird von dem Inder D- M. Javbav in einer Bro­schüre dahin gekennzeichnet, daß Goethes und Schil­lers Werken für das allgemeine Menschentum, das die Verehrung der ganzen Welt genieße, nicht nur Deutschland. sondern allen Nationen zu gute kommen müsse, die ihre Werke studieren. Tie Schdisnanstalt soll sich mit der Kultur und Wissenschaft der Westens beschäftigen und nach europäischem Muster sechs Fa­kultäten enthalten. Sie soll durch eine Bibliothek er­gänzt werden, und die besten deutschen Bücher sollen durch sie in die indische Sprache übertragen treiben.

Mei oder drei Uhr zu musiztt

Morgen wieder geistig arb.ttz ____

wird schon gehen. Wenn ich mit meinem neuen Streich­quartett Glück habe, werde ich mir bald einen eignen Smoking zulegen können."

Die- Zeiten find vorüber, da da, Studentenleben vom Hauche der Romantik umwittert «ar und die gol­dene akademische Freiheit einen scheinbar unerschöpf­lichen Born von Zugendsrohsinn und Jugendlust er» t hioß. Hie Zeiten haben sich Io radikal geändert, daß < s fast «le eine MärchenerzStzlung klingt, wenn man bie alten Herren von ihren Vorkriegsfemestern schwär­men hört mit all ihren Begleiterscheinungen, die heute legendär geworden sind. Selbst in den berühmtesten Ctudentenstädten wie Heidelberg, Fre'burg, Jena,- hingen u. a. mußte die Romantik der ernsten Wirklich­keit weichen, die heute and re, schwere Anforderungen an die Jugend stellt als in Vorkriegstagen. Allerdings findet sie auch ein anderes Geschlecht vor, ein Er» schlecht, da« trotz allem feinen Jdealismu« nicht per, loten hat und den Kampf um die Exiftz.nz mutig auj- nimmt.

Es ist nicht zu verkennen, daß der Andrang zu un­seren Hochschulen etwas Ungesundes an stch hot. Die Zahl der Oberprimaner hat stch im Vergleich zu 1914 vervierfacht, die Zahl der StudentenAiffern ist m dem gleichen Zeitraum (19141930) von 72 000 auf 128000 gestiegen, die Gründe sind durchsichtig: Auf der einen Seite das Schlagwort ..Freie Bahn dem Tüchtigen!" und bie Hoffnung, durch das Studium den Eingang in höhere Beamtenstellen zu finden. Auf der anderen Seite die Tatsache, daß bei geschickter Ausnutzung der verschiedenen Hilfen das Studium die billigste Art der Lebensausbildung darstellt. So find die Maffenele- mente in die Studentenschaft gekommen, bei denen das Studium weniger Mittel zur künftigen Entfaltung der geistigen Fähigkeiten ist al« Selbstzweck, um sich durch die verschiedenen Vergünstigungen über Wasser zu halten. Auch hier trägt die wirtschaftliche Zeitlage viel Schuld, denn lebten wir in normalen Verhält- niffen. so würden viele di« Verdienstmöglichkeiten In praktischen Berufen dem kümmerlichen Durchschnitt wäbrcnd des Studiums entschieden vorziehen.

Je schlechter die Arbeitskonjunktur. desto größer der Andrang zum Studium und eine Folge des Heber» angebotes an Arbeitskräften desto größer auch der Berechtiaungsfimmel, der auch für nicht akademische Berufe Reifezeugnis und ähnliches fordert. So wer­den Taufende zuVerleaenhcitsstudentew'. weil Lehr- und Dolontärstellen fehlen, weil ganze Berufsreihen für den Nachwuchs gesperrt sind wegen Uebersüllung.

* * *

Eine Umfrage in den Reihen der Studenten zeigt ebensosehr erschütternde Bilder des Kampfe«, den diese Jugend schon führen muß, wie sie andererseits auch zeigt, wie unsere heutige Jugend stch zur Wehr zu setzen versteht.

Ganze 50 Mark Monaiswechsel

Stab. phll. Werner ft erzählt:

Der fürstliche Wechsel, den ich monatlich von zu­hause h.kommen kann, beträgt Mk. 60, Schon das ist weit mehr, als Ich eigentlich verantworten tarnt, denn mein Vater, der Werkmeister ist, ist jetzt auch stellungslos geworden und meine beiden Schwestern, Die beruflich tätig sind, die eine al« Verkäuferin, die andere al, Krankenschwester, müssen den ganzen Haus­halt beftrtiten. Eine Möglichkeit, in einen prakti­schen Beruf überzugehen, wo ich selbst mitverdienen könnte, liegt nicht vor, also mutz ich sehen, wie ich mich durchschlage. Von Mk. 50, kann man auch nicht le, ben, Kolleggeldxr bezahlen und sich Bücher anfchaffen, aber da es mir glückte, in einem großen Geschäft Ar­beit zu finden, werde ich mich schon durchblitzen. Es muß itt auch einmal anders kommen."

... oder wertvolle Kräfte werben frei

Stab. tauf. Hans D. äußerte sich folgendermaßen t

Ja, wenn die Besessenheit zur Musik nicht wäre' Wenn man einen Willen und ein Ziel hat, läßt sich alles überwinden. Ich halte die Not uns-rer heutigen studierenden Jugend fast für einen Vorteil, denn sie scheidet die Widerstandsfähigen von den Schwächlichen und macht Kräfte frei, die unter anderen Verhält- nisten vielleicht weniger ans Tageslicht g. kommen wä­ren. Meine Mutter, die Witwe ist, kann mit nut das Allernötigste schicken, und das mutz sie sich selbst von der kümmerlichen Pension abfparen. Aber ich spüre

Palleuberg im Tonfilm. Ma; Pallenberg hat mit der ÄUia.iz-Fmnge,ellicuaft einen Vertrag augeschlossen, der ihn für Drei Tonfilme verpflichtet. Zuerst wird Palleuberg die Hauptrolle in Dem FilmDestaudan- tenN fp-elen, nach dem Schauspiel von Alfred Polgar, Das Drehbuch soll unter Mitarbeit von Polgar und Pallenberg geschrieben werden. Als zweiten Film wird Pallenperg voraussichtlichDie Geschichte vom braven Soldaten Schwejk' von Hasek spielen; es ist geplant, ihn in diesem Film auch die Regie führen zu lassen.

Sin Tonfilm mit Werner Krauß. Die Smelka wird jetzt einen Tonfilm Herstellen, der eine Neuver­filmung von Carl SternheimsDie Hose' dar,teilen wird. In der Hauptrolle des Spießes Maske wird Werner Krauß darin zum ersten Mal in einem Ton­film auftreten.

Deutsche Opern-Tournee in Amerika. Mit einer Reihe der großen Wagner-Opern beginnt die deutsche Operntruppe unter der mustkalise^n Gesamtleitung von Ma; von Schillings jetzt eine Tournee durch alle größeren amerikanischen Städte, die auf drei Monate berechnet ist. Unter der Mitwirkung namhafter deut­scher Solisten wird derRing der Nibelungen', Tristan',Der fliegende Holländer' und dieWal­küre' zur Ausführung gelangen.

Mary Wigmans Er'olge In Amerika. Die amerikani- fchen Zeitungen sind voll von Berichten Über die außerordentlichen Erfolge, die Mary Wigman mit einer Reibe von Tanzabenden bet dem Reuyorker

Ein Hilfsverk im Geiste

echtester Kameradschaft

liebet da»Studentenwerk' Berkin, bas not, leidenden Studierenden eine große Hilfe ist. äußerte sich der Hauptgeschäsissührer Dipl. tag.

B. Zepp folgendermaßen:

Das Studentenwerk Berkin e. 53. ist eine große, schöne und sehr segensreiche Einrichtung die hauptsäch­lich aus eigener Kraft bin Kommilitonen in dem schweren Kampfe hilft, aher auch vom Reich, Staat. Provinz, Stabt,. Wirtschaft und der Studentenschaft selbst finanziell gestützt wird. Es wurde nach dem Kriege gegründet und erwies stch umso notwendiger, als durch vie Inflation di« Stipendien in nichts zer­flossen waren. Es hilft den Kommilitonen im Be«

Oie Leichenwacht auf dem Leucht urm

Reuyork, 8. .Januar.

Gin« einsam« 12t6fltee Wachr an der Leiche feine» Kamrmde-n hat der Leucktturmwätier des Otter Head-Leuchtturms an den amerikanischen Großen Seen gehalten. GWert Mac Lachl.'n versah den Dienst zusammen mit John Moore. Der letztere aber stürzte durch einen UN aufgeklärten Unglückssall ton dem Maschinenraum 12 Meter tief herab und starb. Als Moor« l-srmcht zurückkehtte. wurde Mac Lacklan unnchig, ging itn suchen und fand seine Leiche steil wfroren auf dem schneebedeckten Felsenriff In der weißen Decke zeigte« Vie tiefen Blutspuren die Tra- i>cd:e an, die hier ae'chehen war. Der Alleingckttie- bene schafft« dl« Leiche seiner Kameraden in den Maschinenraum und hielt Do« und Rächt die Ma­schinen in Gang, während er sich mb verkürzten Ra­tionen beanügte. Immer wieder ließ er den Notruf mit dem Nebelhorn erschallen, aber kein Schiff ant­wortete, so oft auch die schrillen Tön« über die grauen, vom Sturm zerwühlten Wasser der Lake Superior hindröhnten. So wachte er 12 Tage bei dem Tow». angstvoll der Rettung darre,dd. Schließ­lich Höne ein anderer Leuchtturmwärter den Ruf urd erschien m einem Keinen Boot. Ei bracht« dann Silse, sodaß Nluc Lachlan gerettet uttb die Leiche des andern geborgen wurde.

Ondulierung nach dem Mord

Sieuhork, 8. Januar. 1

Die Leiche einer 19jährigen geschiedenen Fra» Bewlah Limerick wurde In Walhingion in ihrem Bett gesunden, und man schöpfte zunächst nicht den geringsten Verdacht, sondern rechnete mit einer rm- tüllichen Todesursache. Ms Der Leicherkbcstatter den Köuper in den Sarg logen wollte und die letzte Waschung vvrncHm, da fühlte er plötzlich an dem Hinterko-Pf des SchAdels einen Knoten Und en.deckte nun, daß da» Haar sorgfältig über eine Wunde ge- 'egt worden war, die von einer Kugel Herrührte und den Tod verursacht hatte. Die daraufhin benach­richtige Polizei war verblüfft, denn die Untersuchung ergab, haß der Mörder, nachdem et di« Frau er­schossen hatte, nicht nur alle Blutflecken forgaltig adwnsch, sondern auch mit ihr eine eingehendeVer­schönerung' vornahm- Er hatte das Haar onduliert und so auaeordnet, daß di« Wund« durch einen Tuff der kastanienbraunen 6Odern vollständig verborgen - war: auch hatte er ihre Wangen und Lippen ge­schminkt, sodaß es den Anschein Hatte, als sei sie n-ch am Merck vorher ihm DchötthettOalon gewesen Da einer der letz en Verehrer Beulcchs. namens Rüssel Gates, seit der Nacht, in der der Mord geschah, ver­mißt wird, nimmt man an, daß et der Täter tft

©er letzte Wisent

Wie eine zoologische Kommission jetzt festaesteltt hat. ist der letzte Wisent Europas aus freier W.ck- bahn vom ErdHoden verschwunden. Damit ist dieses . einzig« tierisch« Zeugnis emS vorgefchchllicher Zett _ ausaetot et. Während es vor dem Krieg in Ruß­land noch etwa 1500 dieser gewaltigen Stöppenrinber ga!b. war nach Den Wirren des Krieges und der Re­volution nur noch eine Meine Herde im Kaukasus ge­rettet worden, die nach den letzten znverW'stgen Nach­richten aus SS Stück bestand. Diese Tiere, die unter Naturschutz gestellt waren, sind nun dock getötet wor­den, tote Vie Kommission berichtet, .Vindas Gebiet untersuchte. Die Tscherkessen, lUwiilÄen. Kurden und Kirgisen, di« hier nomodenHt.st berumziegen, nahmen von dem Gesetze keine Notiz. Der W ent dürft« uderhauvt Haid vor vergrvMit-eit anM^n. Wie Rudolf PienkcwM In ReclamS Universum Mit* eilt, gibt ei nur noch etwa 50 Stück in zoologischen Gärten, davon bte meisten in Deutschland. Iw Fürst- k.ch P'etz'schen W ldganer In Ost-vtzerschLsten finden sich noch vier lebende Wisent«, der übrig ge1:lieben« Rest von 70 Stück, di« vor einer Reihe ton Jctzren von dem Bestands der Bjelowjescher Hecke in Li­tauen abgezweiHt wurden.

neuen Seit Von einer Fülle von Schönem sei hier nur erwähnt die en zückend lebendige Gruppe von Putten uw die Melchior'sche Venus in lebensvoller Weichheit der Form.

Wir hier in Kassel können unS besonders glücklich schätzen, eine Stätte jener verflossenen Zeit in unse­rem herrlichen Rokokoschloß WUhebnstal unv der rei­chen Sammlung unteres LanüesmMUMs zu be­sitzen. E, D.

Autowäschen nährt da« Studium

Stab. jur. Fritz W. meint« folgend«»:

Ich hob« mich jetzt vier Semester lang durchge- Httupft, ich werd« auch drn Rest noch schassen. Plan muß nut vielseitig hin. dann sind alle Schwierigkeiten schließlich doch zu überwinden. Die Etubent«nhilfen erleichtern un» Den Kampf schon wesentlich durch bil­lige Wohnung, Mittagessen, Reparaturwerkstätten zu Selbstkostenpreisen, selbst durch Darlehen ufw,, aber man mutz doch zuseben, daß man noch etwas wbenher verdient, sonst reicht es nicht Ich habe Glück ge­habt. Während des Sommersemesters war ich neben­her Autowäscher und Tennistrainet. jetzt im Winter­semester werde ich Autowäscher und Gigolo sein, <A.ht ja niemand etwas an, was man sonst noch treibt und Arbeit schändet nicht. Ich bin überzeugt, datz es Tausenden meiner Kommilitonen dreckiger geht al, mir. Man darf nur den Humor nicht verlieren, daun ist der Kampf mit dem Leben zu bestehen."

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darfsfall sowohl durch Barunterstützungen, wie sie ihnen auch billige Wohnungen verschafft und in bet Mensa" ihnen billige Speisungen vermittelt oder auch Freitische. Es sind SchuhmachekwetkstStten, Schrsibmaschinenftuben u>ck eine Druckerei vorhanden, wo die Kommilitonen alle Arbeit zum Selbstkost.n- preis erhalten können. Das Studeutenwerk hat aber auch Erwerbsschaffensbetriebe wie Die Akudo, wo die Studenten selber sich etwas nebenher verdienen kön­nen durch llebersetzung.n, ober das Zeitungsausschnitt- bureau, wo sich Studenten als Lektoren betätigen. Auch al» Fremdenführer und Reisebeghiter werden die Studenten hier vermittelt, Bedürftigen Studierenden werden nach Möglichkeit auch andere Erwerbsquellen zugewiesen, je nach thren Fähigkeiten. Ebenso nimmt die Krankenfütsorge einen breiten Raum em für alle, bie in absehbarer Zeit «feder studierfähig sind, IDie anderen werben ben staatlich n Htlfswetken Angeführt.)

Bei den beschränkten Mitteln, die dem Studenten­werk für feine Hilsstätigkett zur Verfügung stehen (bet Traf bilanziert mit etwa» über 400 000 M l. mutz naturgemäß «ine Auswahl getroffen «erb:«, wo über 10 000 Studenten unterstützungsbedürftig sind. In enger Zusammenarbeit zwischen der Hauptgeschäfts­stelle, den Dozenten und bet Studentenschaft selbst, die in den verschiedenen Ausschsiss n vertreten sind, «erben vor allem bie bevorzugt, bh durch wissenschaftliche Leistungen und Charaktereigenschaften stch ausge'kich- net haben. Auf diese Weise wird vermieden, daß das Studium nur als Mittel zum Existenzzweck betrieben wird, um sich durch Vergünstigungen unb Unterstützung gen über Wasser zu halten. Deshalb werden such Gesuch« nach Unterstützung erst nach dem Z. Semester bewilligt. Studenten, die vor dem Eramen sitzen, er­halten keine Unterstützung i foub perdu sondern nut tu Form von Darlehen. Der Grundsatz ist der, daß k«i» Ungeeigneter Vergünstigungen genießen soll, die einem besser Geeigneten helfen können. Auch der Städtetag hat diese Richtschnur anerkannt, so daß bie Städte Stipendien nur in Zusammenarbeit mit Dem StuDenteuwerk vergeben. Der Vorstand, an dessen Spitze Exz. Michaelis steht, setzt sich zu ü aus Studen­ten, y3 aus Dozenten und ü Vertretern von Behörden und Wirtschastssührcru zusammen,

Jedenfalls wurde hier ein gewaltiges Werk gefchaf- fen, das schon vielen Kommilitonen den Kampf ums Dasein wesentlich erleichtern half. Wohnung, Nahrung und Nebenverdienstmöglichkeiten (dazu noch in Krank heitssällem Krgnkensiirsorge) sind die Pfeiler, die dem Studenten von heute geboten werden müssen, damit et durchhalten kann. Aus der Rot der Zeit geboren, auf die Not der Zeit eingestellt hat das Studenten» werk, das von dem Geiste echtester Kameradschaft ge- tragen ist, schon viel Gutes geleistet zum Wohle un« ferer akademischen Jugend."

Max Sau erlaubt, Hamburg. Anziehend, leben­dig und anschaulich zeigte er die Entwicklung Vieser Srajilen Kunst an hochinteressanten Aufnahmen ztoei- unoert Jahre alter Porzellanfiguren und solchen der neueren Zeit.

Di« geschichtliche Entwicklung führt« zu jenem Zeit­punkt zurück, als von Ostasien die ersten Porzellan­figuren nach Europa tarnen, all das Abendland stau­nend vor oem Wurcket dieser eigenartigen Masse starck, die vie enremften Eigenschaften besaß: ourch- sichiig und fest, lederlejchr, letdit zerbrechlich und doch von unzerstörbarem Stoff, scheinbar starr und voch da, wo die plastisch» Formung gelang, von einer un­erhörten SircktuSskraft und GidrängHett utto Fülle der Form. Es brach ein förmliches Porzellanfieber aus. Im fernsten Nordosten tote Südwesten von Europa strebte man dahin. Sammlungen Vieser Kost­barkeiten aus Ostasien zu bekommen Und wir ken­nen beute noch vie Statten, die in damaliger Zeit diesem Kult eingerichtet wurden.

Ein wirtschalllcker Grund wat es bann Wohl in -Mer Linie, bet zu der Erfindung des deurichen Porzellans führt«. Man wollte ab von dem hohen Tribut, den man Ostasien zollen mutzt«, um in een Genuß dieser einzigartigen japanischen und chinesi­schen Porzellane zu kommen. m _

Johann Friedrich Nötiger fand die Masse, Meißen errichleie die erste Manufaktur, gestützt uw gefördert vurch ihren Fürsten August oen starken, Kuriurst ton Sachsen unv König von Polen.

Eine der ersten Arbeiten, Die Böttaer gelangen, ist uns noch erhalten und stellt (ein winzig kleines Porzellanstgütcken) ben fürstlichen Förderet btt neuen Kunst dar. eine Figur, bie selbst ins Uebet- lebensgiotze gesteigett unv vergrößert, dennoch voll

l--

Wallfahrt zu Lenin

P. Moskau.

Die einbakfamierte Leiche Lenins, die jetzt in bem neuen Granilmausoleum in einem Glasiarg ausbe- wahrr wird, ist Der Gegenstand der Verehrung vieler Tausender von Russen, bie fick an dey vier von den 5 Tagen Der Sowjetwoche, an denen bas Mausoleum geöffnet ist, vor bemHeiligtum" Drängen. Diese Waafahrt zum Grob« Lenins ist so recht ein Beweis Dafür, wie tief das religiöse EmPfinDen im Russen verwurzelt ist. Darf er Gott nicht mehr anbeten, bann vergöttert er eben einen Menschen. Diese käst religiös« Verehrung bes russifchen Führer! tritt viel­fach im Sowjeileben hervor, fo In den zahllosen Büsten und Bildern von ihm, die überall im ganzen Lande au sehen sind, in dem ehrfürchtigen Smdium seiner Werke und nicht zum wenigsten in den .Be­nin-Ecken', die in den Fabriken und Büros einge­richtet werben und bie. mit Silbern und Büchern bes Sowjet-Heiligen ausgestattet, die .Ikon-Ecke' er« fetzen, in Der früher im russischen Hause das Heili­genbild bewahtt wurde.

Unter den Pilgern, di« fick zu der flachen Phra« mibe auf dem Roten Platz vor der alten Kreml- Mauer in Moskau drängen, befinden sich sBertreter aller Klassen und Stände, und sie kommen bei jedem Wetter, mag es nock so kalt fein, mag Scknee und Regen fallen; an den schönen Tagen ist die Schfange vor bem Mausoleum schier endlos. Durchschnittlich

E. Czech-Jochberg, Hitler. Ein« ieutlÄ« Bewegung.

Kort. 8.85 M>, Leinen 3,90 $1. Gerhard Staging Bering, Oldenburg.

, Ein wrenzheutfcher fchieiht übe; fiert SremfieutlLen Hit­ler. Der Verfasser Ueut leinen «etöut, «r u<tuuwti wn. weil er in wm oen letfüUer oer neuen, nqtwnakn Ä-ee sieht, Sem Buch ist mit Letfienschqsl, mit Lieoe und Ha8 geMrieuen, uns es ist seoizuiolge in keinen Utteiien ein« leitig uns nicht frei yon Ungerechtigkeilen. Die Hineian- tiänger wiro cs begeistern: aoer auch für Sen pott>i,ch An- üerssentenden, soweit er Wert baraus legt, sich sein Urteil selbüänbig au biloen, ist es vielleicht ganz nützlich, Sie Ent­wicklung oer nationatsoriallfUschen Bewegung in Ser Lar» fteUuna eine» Parteigängers zu verfolgen, sizech.^vchber, beginnt, mit einer Larsteilung Ser JugenSerleoniUe Hiller» uns arfieilei hier bewnders da» Erlebnis fies Gren,Deutsch­tums heraus. Sein Buch süort die Geschichte der Bewegung von den Anfängen des Sabres 1919 bis dicht an mrkere Tage heran. Retchswehrvrvqetz, Reichstagswahl uns Reichstags­eröffnung HUüen die lestcn ftaeitel. Politisch von besouse. M.ÄW

Die studentische Jugend hungert sich durch

Das Werkstudententum ist zur Rorm geworden / Großzügiges Hilfswerk

ihre Wirkungskraft hat, eben weil das kleine Origi­nal in solch gedrängter Fülle ein Uebermafj an Aus­drucksvermögen in fick birgt

Es entstanden große Plän;, man wollte ein gan­zes Schloß mit dieser Porzellankunst auSstatten, em überlebensgroßes Reiterstandbild aufstellen, aber es blieb bei den Entwürfen u D'gut gelungenen Etnzel- figursn zu diesem Plan, fca man bald öle Grenzen des LtoiseS kennen lernt«. Datz es zunächst expo­nierte Persönlichkeiten der Zeit waren, die Modell standen zu den Figuren, ist ebenso verstandl ch tote der Umstand, vatz vann die ckvifchen Erscheinungen des Hoslebenz und später auch Die des Alltags biL- haft werden mutzten.

Bewundernswert, auch für unsere Zeit, bleibt feie Gestaltungskraft Johann Joachim KaenblerS, des Schöpfers namhafter Porzeüanplaftiken des 18. Jahr­hunderts. Mr sahen öen Hofnarr August des star­ken, Joseph Fröhlich und «ine sehr glücklich« Kompo­sition desselben zusammen mit einem .Fkollsgen', dem Postmeister Schmiedel.

Netzen Meißen simd in jener Zett besonders be­merkenswert feie Manufaktur Nymphenbukg mtt dem aus Italien stammenden Anton Pustelli, die Wiener Manufaktur, die in Höchst mit Johann Peter Mel­chior und noch andere.

Man versucht«, auch für Kirchen bestimmte Sta­tuen auS Porzellan zu formen, mußte aber, wie wir an einer Apostelfigur von wunderbarer Formen- strengheit und einer Fuldaer Maoonna sahen, erken­nen. daß Porzellan eigentlich ein profaner Stoff ist unfe ging feeshalb übet zu der bildhaften Verkörpe­rung de» täglichen Lebens, das wohl niemals inter­essanter gewesen fein mag als in feem graziösesten aller Jahrhunderte; wir sehen, wie es, den Zeitgeist fpiezelM, mehr und mehr Gelöstheit bringt und schließlich in öas fembmentale urfe schlichtere Begin­nen der neueren Zett hinübergleitet.

Dann trat ein neue« Moment auf, all bi« Klassik Winckelmanns heraufkam. Man zeigte die griecht- fchen Plastiken als Vorwurf und versucht« nun, ihnen nachzujormen. ES entstanden herrlich, Kunstwerke, jedoch mit den weicheren Formen uns Linien ver

Beramworiltib kür tun volMchen Teil: Dr. 8? n 11 e t Gehn,: kür fia8 Kmisseion: Kerman M Son-u: für totalen und Heima-ml: Dr. Hans äoackim Glotze r: Ittr Handel: Dr, Hon» Sangen fier«: für $Mrtetl: Herhrrf Svei«: Photo-Reoakseur: S d u a r d S ck> u I z. Seffel: für ben Aiizngmleil: «onrad 89 ad) 8 m a n n. - Berliner S6rlfrietturj: Dr. W alter I hn m Ber­lin BW. 68 - Druck und B-rlas: «anel-r Neueile Nachrichten (S. m. d H.. Lallet. Kölnische Etratze u.