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Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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Kcheler Neueste Nachrichten

TZummer 6*

Donnerstag, 8. Januar 1931

21. Jahrgang

Dietrich verteidigt sich gegen seine Kritiker

Oer Reichsfiranzminister lehnt den Vorwurf der Subventionspolitik ab / Zwei Flugzeuge des Dalbo-Geschwaders verunglückt

Konkrete Vorschläge angekündigt!

(Bon unserer Berl.iner Schriftleitung.)

Moskaus außenpolitische Bilanz

Das Problem China / Die »antibolschewistische Front" der westlichen Nachbarstaaten Oer Konflikt mit Frankreich / Rußland und Deutschland

th. Berlin, 8. Januar.

Der Reichsfinanzminister Dr. Dietrich, an dessen Plänen über eine andere Politik zur Be­kämpfung der Arbeitslosigkeit in den letzten Tagen schon viel Kritik geübt worden ist, hat nun selbst noch einmal das Wort ergriffen und in einer Rede in ei­ner demokratischen Versammlung in Heilbronn die Einwände erörtert, die gegen seinen Vorschlag erho­ben worden sind.

Bor allem wandle sich Dietrich gegen den Vor­wurf der Su-bventionspolitik. Eine solche Politik, die schlechte Unternehmungen auf Kosten der guten unterstütze, sei ein Wahnsinn, den man ihm nicht zutrauen dürfe. Es sei aber eine ganz andere Frage, ob man nicht gleichmäßig bei einzelnen lebens­wichtigen Berufsgruppen auf der ganzen Linie ein­setzen könne. Er verkenne keineswegs, daß die Be­kämpfung der Arbeitslosigkeit weniger eine Frage der Produktion als des Absatzes sei. Er habe darauf hingewiesen, daß die Gestaltung der Preise in Zusammenhang mit seinem Projekt gebracht wer­den müsse.

Weiterhin wies Dr. Dietrich noch darauf hin, daß das privatwirtschaf'.liche System sich nur dann weiter beruhten könne, wenn es anstelle der Versi­cherung die Möglichkeit der Beschäfti­gung setze. Als Mitglied der Regierung könne er seine Pläne zwar jetzt nicht im einzelnen entwickeln, «wer er ifabe natürlich

ganz konkrete Vorschläge, die bald bekannt gegeben würden. Er wolle keineswegs die Arbeitslosenversicherung abschaffen, und er wolle auch keine Subventionspo- litik treiben. Ferner denke er daran, daß man in einzelnen, leicht übersehbaren Produktionszwei­gen (anscheinend hat der Minister dabei, wie man von anderer Seite hört, insbesondere an die Ei­senindustrie gedacht) ein Abkommen über Hereinnahme von Arbeitslosen trifft, mit der gleichzeitigen Verpflichtung zur Senkung der Preise und damit zur Förderung des Absatzes.

Dietrich hat aber offen gelassen, ob man bei der Urpro­duktion oder bei der einzeln verarbeiterüen Indu­strie mit diesen Plänen einsetzen soll. Die Meinung, daß die Finanzwirtschaft durch diese Pläne erschüttert werden könnte, sei eine «n- bewiesene Behauptung. Wenn man das Geld für die Arbeitslosen für deren Beschäftigung verwende, lo bedeute das höchstens eine Entlastung, nicht aber eine Belastung der Finanzen.

Zum Schluß streifte Dr. Dietrich auch in seiner Rode in Heilbronn noch einmal die

Tributfrage

wobei er darauf hinwies, daß dieses Problem auch für die Gläubigerstaaten sich kritisch auswirke und eines Tages zur Katastrophe führen könne, wie s. Zt. in Deutschland nach dem Kriege von 1870/71. Ich habe, so bemerkt Dr. D'etrich nach einem Bericht derVossi- scyen Zeitung", auf die von einigen ausländischen Journalisten an mich aerichtete Frage über die Aus­wirkung der Tribute geantwortet:

Wir waren nach Zahlung der französischen Kriegstribute von 5 Milliarden siebzehn Jahre lang pleite, und run können Sie sich selbst aus­rechnen, wie lange die Bleite bei den Gläubiger- Mächten bei den uns auferlegten Tributen dauern könnte."

Der Reichsfinanzminister kehrt heutenachBer- lin zurück, und es ist infolgedessen anzunehmen, daß wohl in kurzer Zeit nähere Einzelheiten aus sei­nem Plane zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit be­kannt werden,denn vorläufig herrscht in den öffentlichen Diskussionen, angesichts der mangelnden Informie­rung immer noch die Meinung vor, daß es sich um noch nicht ausgereifte Bläue handelt, deren sofortige Verwirklichung kcum möglich sei.

Erweiterte Ofibitfe?

Berlin, 8. Januar.

In landwirtschaftlichen und industriellen Kreisen sind, wie eine hiesige politische Korrespondenz mit- teilt, in den letzten Wochen Pläne zur Durchführung der Entschuldungsaktion zugunsten der Landwirt­schaft in Ostdeutschland erörtert worden. Die Bera­tungen über diese Pläne sollen nach der Rückkehr des Reichskanzlers von der Ostreise wieder ausgenom­men werden. Die landwirrschastliche Umschuldung soll den gesamten Osten also nicht nur einen Grenzgürtel im Sinne der kleinen Osthilse im Rahmen für die sogenannte erweiterte Osthilfe um* fass en.

Die Osthilfe soll neben der Landwirtschaft gleich­zeitig auch die übrigen notleidenden Betriebe durch Verwirklichung der Kredithilfe unterstützen, die der Gesetzentwurf des Reichswirtschaftsministeriums über die Umwandlung der Bank , für Jndustrieobli- gationen vorsieht.

Der Gedanke der Entschuldung wird in den Vordergrund gestellt. Die behördliche Mitwir­kung wird auf das unumgängliche Maß beschränkt und an die Stelle behördlicher Bevormundung, die tätige Mitarbeit und Selbstkontrolle der Land­wirtschaft gesetzt.

Der gesamte U m schuld un g s b ed a rf wird auf 970 Millionen geschätzt. Die Jndustriebelastung, die vom Etatsjahr 1932 ab einem von der Bank für Jndustrieobligationm verwalteten Zwcckvermögen zufließt, verbürgt m den Jahren 1932 bis 1936 ein Mindestauskommn von 600 Millionen Mark. Daraus sollen 450 Millionen für die landwirtschaftliche Um­schuldung und 150 Millionen für die gewerbliche Kredithilfe verwertet werden.

Eurtius sondiert...

th. Berlin, 8. Januar.

Morgen wird ReichSaußenminister Dr. Gur» tius wieder in Berlin eintrefsen. Er wird sich dann vor allem mit der Borberettuna der Genfer Tagung des Völkerbundrates befassen. Diese Vorbereitung besteht zur Zeit , in erster Linie in einer diplomatischen Sondierung, da es selbstverständlich notwendig ist, daß die deutsche Delegation sich im voraus darüber unterrichtet, mit welchen Auffassungen sie bei den Hauptmächten des Völkerbundrates in der deutsch-pclnjschen Frage, zu rechnen hat, wenn die Genfer Beratungen beginnen.

Rom, 8. Januar.

Bei dem Abflug des italienischen Flugzeugge­schwaders von Bolama (Portugiesisch Guinea) zum Transozeanslug nach Brasilien ereigneten sich, wie erst jetzt bekannt wird, zwei schwere Unfälle, die insgesamt fünf Menschenleben forder­ten. Die Agenzia Stefani gibt darüber folgenden Bericht ans:

Rach dem Start der Wasserflugzeuge in Boloma zum Transozeanslug mutzte ein Flugzeug, nach­dem es eine Höhe von etwa 50 Meter erreicht halte, aufs Meer niedergehen. Der rechte Schwim­mer wurde dabei stark beschädigt. Der Mechani­ker, der sich auf diesem Schwimmer befand, fand de« Tod. Die drei übrigen Mitglieder der Be­satzung blieben unversehrt.

Ein zweites Flugzeug mutzte nach einem Fluge von etwa zehn Minuten mft grotzer Geschwin­digkeit niedergehen. Bei dem Aufprall auf das Wasser geriet das Flugzeug in Brand. Die bei­den Piloten, ein Kapitän und ein Leutnant, ferner der Mechaniker und der Funker kamen dabei ums Leben.

Die beiden schweren Unglücksfälle sind auf die schwere Belastung zurückzuführen, wie sie für einen Transozeanflna erforderlich ist. Bon den beiden Wafferfliigzengen, die auf den Ozean niedergehen, muhten wird das eine heute nacht in Fernando Roronha erwartet, während das zweite morgen dort eintreffen dürfte.

Oie lalle Dusche"

Ein neuerTimes"-Artikel.

London, 8. Januar.

Ein Bericht derTimes" beschäftigt sich eingehend mit den Rückwirkungen der englischen Haltung in der Moratoriumssrage auf die deutsche Oeffentlichkeit. Da­bei ist von derTimes" besonders aus ihren vorgestri­gen ArtikelDeutschland und der Houngplan" hinge­wiesen worden. Dieser Artikel habe wie eine kalte Dusche auf Deutschland gewirkt. DieTimes" gibt vor, überrascht zu fein, daß Mitglieder der Zentrums­partei kein volles Verständnis für die Gefühle in den Gläubigerländern gezeigt hätten. Aus den internatio­nalen Erörterungen während der letzten drei Monate müßten die Gefühle kenntlich geworden fein. Daß die Welle des nationalen Gefühls, die seit den letzten Wahlen in Deutsch land in starkem Maße zu spüren sei, das politische Empfinden der deutschen Oef- etwas ij hnh», t-i Tatsache. Es fei

Moskau, Anfang Januar.

Das abgelaufene Jahr hat der Sowjetunion auf außenpolitischem Gebiet keine bemerkenswerten Er­folge gebracht, während manche Enttäuschungen zu buchen sind. Wendet man den Blick zuerst nach Asien, dessen Beeinflussung und Revolutionierung zu den wichtigsten Zielen oer Sowjetpclitik gehört, so muß festgestellt werden, daß

die von Moskau so dringend gewünschte endgültige Regelung der Beziehungen zu China nicht erreicht worden ist. Nach Beilegung des ch.nesisch-russischen Konflikts von 1929 war im Protokoll von Chabarowsk von chinesischer Seite weitgehendes Entgegenkommen gezeigt worden. Aber die chinesische Regierung in Nanking erklärte alsbald, ihr Bevoll mächtigter Tsai habe bei den Chabarowsker Ver­handlungen zuviel zugestanden und seine Vollmach­ten überschritten. Am 25. Januar 1930 sollte in Moskau eine chinesisch-russische Konfe­renz zusammentreten, deren erste Aufgabe die Klar­stellung der Gültigkeit des Chabarowsker Protokolls hätte sein müssen. Allein die Konferenz wurde von den 4.*' liefen über den Frühling und Sommer hin ausgeschoben und erst im Oktober trat sie endlich in Moskau zusammen. Die Sowjetrcgierung fordert so­fort eine Anerkennung des Protokolls durch die chine­sische Regierung, allein . der chinesische Delegierte Modegui lehnte dies unter Ausflüchten ab. Hat schon dies in Moskau verstimmend gewirkt, da über den nur formell, nicht aber tatsächlich in allen Einzelhei-

bemerkenswert, wie in der kurzen Zeit eine ganz an­dere Auffassung der Lage bis in die führen­den Kreise gedrungen sei. Ausländische Freunde Deutschlands seien der Entwicklung mit Verständnis, gleichzeitig aber auch mit Bedauern gefolgt, weil Deutschland sich hierdurch gewisse Sympathien im Auslande verscherzt habe.

Macdonald beklagt sich ...

London, 8 Januar.

In einer Rede in Seaham brachte Macdonald seinen Unwillen über die Grubenbesitzer von Süd- walcs zum Ausdruck. Ein Streik wäre vermieden worden, wenn sich die Bergleute dem neuen Landes- schlichtungsausschuß unterworfen hätten dessen Ein­richtung ein wichtiger Bestand des neuen Bergwerks­gesetzes sei. Das Gesetz müsse geachtet werden. Er wolle Gerechtigkeit für alle.

Streikkommitö verhaftet!

Warschau, 8. Januar.

Di« p^'flschen Sichedheitssbehörden haben a>m Mittwoch di Lodz das Streckkommitee der sogenann­ten Gruppe der Lintsgewerlschaften. das gerade eine Versammlung abhielt, verhaftet. Von den 68 Personen, die an der Versammlung teilnahmen, wurden 58 festgenommen und der Unter* suchungsbehörde übergeben.

Im Zusammenhänge mit der aus Verlangen der Regierung erfolgten Wiederaufnahme der Arbeit durch mehrere vor den Weihnachts^a^en geschlossene Fabriken in Lodz, haben die Vertreter der Gewerk- en Forderungen ans L-hnerböhunaen gestellt Tie radikal eingestellten Arbe ter drängen zum Streik Die begonnenen Lohnverwandlungen dürften in d^ nächsten Tagen eine Klärung der Lage in Lodz bringen.

Studentenstr. ik in Madrid

Paris, 8. Januar.

Wie Havas aus Madrid berichtet, sind die Vor­lesungen an allen spanischen Universimten gestern wieder ausgenommen worden. Nur die Studenten der Rech swissenschaft in Madrid haben beschlossen, in den Streik zu treten, um dagegen zu protestieren, daß ein sozialistischer Professor im Gefängnis gehal­ten wird, sowie um gegen die Haltung der Regie­rung Berenguer bei den letzten Ereignissen zu pro­testieren. Die Ausnahme der Vorlesungen an den anderen Fakultäten soll normal vor sich gegangen fein.

ten wiederhergestellten statns guo auf der Ostchinest- schen Eisenbahn noch recht viel zu sagen wäre, so wird die Verstimmung noch gesteigert durch die neueste Wendung in China. Tschangsülian und Tschankaischek haben sich verständigt. Somit sind also Mukden und Nanking einig, und das be­deutet für den mandschurischen Machthaber Tschang­sülian eine Rückendeckung, falls er neue Auseinanoer- setzungen mit Moskau haben sollte. Der Aerger der Moskauer Presse, der in spöttischen Kommentaren zu dernur zeitweiligen" Verständigung der beiden chinesischen Führer zum Ausdruck kam, zeigte deut­lich. daß man im Kreml Sorge und Mißtrauen gegen­über dieser neuen Wendung empfindet. Es mag in Moskau als ein gewisser Trost empfunden werden, daß sich die neue chinesische Kombination auch gegen Japans Vordringen in der Mandschurei richten kann; die japanisch-russischen Beziehungen sind ja aber nicht von der Art, dass ein Ausgleich für die Sowjetunion durch ein gemeinsames Vorgehen der beiden Mächte in Frage tarne.

Di« rrvoiunonäre Bewegung im Jndochina, auf den Sundeiinseln und in Indien bietet angesichts der proklamierten Trennung zwischen Sowjetregierung und Komintern natürlich keinen offiziellen Bestand­teil der Sowjetpolitik. Die Ereignisse in diesen Län­dern werden aber als Unter Höhlung der impe­rialistischen Kolonialmächte mit Genugtuung begrüßt und in der Presse sehr ausführlich bespro- ctien. Vorderasien- ist bisher das Erfclgsgebiet der Dowjetpolitik geblieben. Persien und vor allem die Türkei Pflegen ihre guten Beziehunoen zu Moskau weiter und von Angora aus ist im abgelausenen Jahr die Wertschätzung dieser Beziehungen noch be- 'onders betont worden.

In Europa bilden die westlich an die Sowjet­union angrenzenden

Staaten von Finnland bis Rumänien nach der in Moskau nach wie vor vertretenen Ansicht eine Antisowjetfront.

die nur durch Litauen unterbrochen wird. Die L a p- do-Bewegung in Finnland wird von den Sow- jetpolitikern als sehr gefährliches Symptom einer um sich greifenden sowjetfeindlichen Stimmung em- goschätzt, deren Auswirkungen unabsehbar sind. Polen wird einerseits als der militärische Mittelpunkt der Antisowjetsront betrachtet, sodann aber auch als die politische Zentrale, die nicht ohne Erf-stg die kleinen baltischen Staaten den Zwecken dieser Organisation dienstbar zu machen sucht und zugleich mit Rumänien deren weiteren AizDbait be reibt. Neuerdings verlautete, daß man von Moskau ans den Versuch machen wolle, einen Keil in diese Front zu treiben und Polen den Abschluß des Nicht- angrisssvertraaes wiederum anzubieten gedenke, den die Sowjetunion schon wiederholt vorgechlagen hat. Diese Gerüchte sind aber dementiert worden.

In Bezug auf das Verhältnis der Sowjetunion zu den Großmächen hat das verflossene Jahr die

Verschlechterung der Beziehungen zu Frankreich

gebracht. Poincares sowjetfeindliche Artikel haben in der Sowjet-Presse eine ganze Flut von (Segen* artikeln, Karikaturen usw zur Folge gehabt. Weitaus größere politische und wirtschaftliche Bedeutung hat selbstverständlich der russisch-französische Dumping- kcnflikt. Frankreich ist bisher die einzige Großmacht, die einschneidende Kampfmaßnahmen gegen den Sowjeterport ergriffen hat, woraus sich die Sowjet­regierung zu Retorsionsmatznahmen ebenfalls schärf­ster Art veranlaßt sah. Dies alles hat in den leiten­den Kreisen Moskaus die ohnehin schon vertretene Meinung, wonach Frankreich die Fäden der Antisow­jetfront in der Hand hat und feine Vasallen Polen und Rumänien gegen die Sowjetunion ausrüstet, noch verstärkt und dieser Ansicht wird heute noch lau­ter und unverblümter als bisher Ausdruck verliehen. Mit sehr begreiflicher Genugtuung empfand ma< demgegenüber die

Annäherung an Italien.

Selbst wenn die praktischen Ergebnisse der Au! spräche Graudi-Litwinow nur geringfügige bleiben sollten, so wird schon die Beunruhigung Frankreichs durch diese Annäherung in Moskau als Erfolg ge­bucht.

Die englisch-russischen Beziehungen sind nach der Wiederaufnahme des diplomatischen Verkehrs nicht viel vorwärts gekommen. Die Schul­denverhandlungen nehmen nur einen schleppenden Fortgang und trotz der Zunahme des Warenaustau sches klagen die Russen nach wie vor Über das Fehl«,

Valbo-Seschwader Hai Pech

Zwei Flugzeuge be'm TranSozeanflug verunglückt / 5 Tote