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Kasseler Abendzeitung

21. Jahrgang

Nummer 1*

Freitag, 2. Januar 1931

qrun&Ingcn des deutschen Volkes nicht erschiV/ >'lwiNui imo-NiiiÜM'rstutz

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th. Berlin, 2. Januar.

und jUZleil

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regierung hat die Gelegenheit dreies Neuioo^- empfanges benutzt, um in Gegenwart der. diploina- lischen Vertreter die Wunsche und Forderun- gen vorzutragen, die Deutschland M Behebung der politischen und wirlschastlicheu Schwicrigke len an die Adresse der andere» Länder zu richten hat. Es ver­steht siw von selbst, dass bei einem derartigen diplo­matischen Redewechsel eine geivisse Zurückhaltung in der Form geboten ist, die auch vor allem ut den Worten des Reichspräsidenten von Hindenhurg zu bemerken war Umso bemerkenswerter sind die Aus­füllung",, des Reichswehrministers Groener der nachdrücklich und klar die Ziele der deutschen Politik entwickelte Selbstverständlich ist diese Rede Groeners als eine wohldurchdachte Regierungserklärung auszu- fafsen, denn der Reichswehrminister sprach «es en, als Dienstältester der in Berlin anwesenden Minister in Verlrctung des Reichskanzlers, der sich noch in

, cha , t, gung zu schassen und dem deutschen Laud- wird seine Exlstenzmöglichkeit zu erhallen, wird aus dem Gebiete der inneren Politik unsere erste Aufgabe

klug genug, um Erweiterung Gleichberechtlcön

Vor einem Jahre habe ich an dieser Stelle der Hoff­nung Ausdruck gegeben, daß der Geist der Einigkeit im deutschen Volke sich festigen möge. Dieser Wunsch hat sich leider nicht erfüllt. Im Gegenteil will es scheinen, als ob die harte Sorge um das Einzelschick- sal den Gedanken an das Eesamtschicksal Deutschlands und die Zukunft unseres Vaterlandes zurückgcdrängt und neue Gegensätze geschaffen hat. In Wirk- lichkeit ist aber das Gegensätzliche und das Trennende garnicht von solcher Bedeutung, daß es ein Zusam­mengehen in den Lebensfragen unseres Vaterlandes, in den Dingen, die unser aller genieiusamcs Schicksal bestimmen, verhindern sollte. Aus dem eigensinnigen Streit um politische Programme und um selbstische Vorteile müffctt wir uns emporyebe» zu gemeinsamer praktischer Arbeit für das Gesamtvolk. Die unvergeßlichen Leistungen Deutschlands im Welt- krieg, die zähe lleberwindung der großen politisch«» und wirtschaftlichen Erschütterungen der Nachkriegs­zeit haben uns selbst wie der Welt gezeigt, daß trotz allem Gegensätzlichen bei uns starke und innerlich verbundene Kräfte leben und wirken, die uns Gesun­dung und Aufstieg verheißen.

wird in der Sorge für das deuische Volkstum jen­seits unserer Grenzen eine ihrer wichtigsten Auf­gaben sehen.

Sdjiucr empfindet es da? deutsche Volt, daß der Grundbesitz der Gleickverechtigung, auf die unser Volk einen selbstvertändlichen Anspruch hat, noch nicht gewährleistet it Noch immer ist die feierlich übernommene Bepflichtung auf Abrüstung durch die anderen Vlächt nicht in die Wirklichkeit umgesetzt. Und noch imier mutz sich Deutschland in seiner Sicherheit bcdrht fühlen. Auch hier wird es Ausgabe der Reichsreierung sein, die ich gerade in meiner Eigenschaft ls Reichswehrmini strr zu unterstreichen die Pflichhabe, mit allem Nachdruck dafür einzutre'en, datzzer Grundsatz gleicher Sicherheit für alle stlker. ohne den eine wahre Befriedigung uumögUsist, sich durchsetzt.

Der Minister ging i>Ut näher aus die innen- poetischen Aufgaben einmd führte dazu u. o. aus: Die Reichsregierung mue auf einen Ausgleich der Spannungen mcrhalb des Wirtschafts­lebens hinavbeilel». M-besonderem Dank wird es

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IMtzkid 'v.AiWh. -nH - > . - . P u .- .t a, .

t'tarischeN Shstem sesthalten.wollten, seien viel- ' fach in der Muwerheit. Die augenblickliche Lage fordere zum Vergleich mit dec Zeit vor hundert Jah­ren auf, wo ebenfalls ein Zeitabschnitt künstlich er­zwungenen Stillstandes in die Briiche gegangen sei. Fast überall gebe man zu, daß die parlamentarische Methode am Verfaulen fei' Zahlreiche Beweise von engen Verbindungen zwischen den Parteien der Rechten und den verschiedenen Ländern seien vor­handen.

Die pstrteipolisische Trennung sei in Europa ebenso klar ausgeprägt, wie die Gegensätze zwischen den Rassen und Staaten.

Dazwischen könnten die Mittelparteien kaum bestehen Eine Ausnahme habe anscheinend nur Oesterreich bei den letzten Wahlen gemacht. Deutschland mit seinen 107 Nationalsozialisten und 77 Kommunisten, die zusammen stärker als die Mittelparteien seien, mit seiner wir.schcistlichen Not und seiner großen ArbeitAosigkeit, sei tvpisch für Europa.

England zum Tausch bereit?

Um den Ratsvorsttz im Januar.

th Berlin, 2. Januar.

Der Reichskanzler wird morgen nach Berlin zurückkehren und am 4. Januar die große O st r e i s e antrelen, sodaß erst am 12. Januar die nächste Kabi­nettssitzung in Berlin stattsinden wird. Inzwischen sind auch die Besprechn"gen über die Frage, wer aus der nächsten Sitzung des Völkerbundsrates den Vorsitz führen wird, zu einem Ergebnis ge­langt. Die Sondierungen des deutschen Botschafters in London sind nunmehr abgeschlossen worden, und wenn auch eine amtliche Mitteilung darüber vorläufig noch nicht gemacht werden kann, so steht d ich bereits einwandfrei fest, daß der e n g l i s ch e A u ß e n m i n i- st e r aus Grund des vom deutschen Außen inister an-

Wird das neue hr die Krise beenden, die so furchtbar schwer auas lastet? Diese ernste Frage hat unser Mitarbe Rens Kraus in Gesprächen einer Reihe von Stsmäuncrn und Wirtschafts­führern des In- 1 Auslandes vorgelegt. In unserer Neujahrstzuer haben wir eine Anzahl der Antworten, ditzser Mitarbeiter erhielt, ver­öffentlicht. Wir sßeu heute unsere Veröffent­lichung ab und glm, datz auch diese Ausführun­gen, die natürlickMkere eigene Stellungiiahnie nicht festlegen, dbesondere Interesse unserer Leser finden wert

MchsmiM. D Eduard Komm

Geschäftsführendes stdialmitglied des Deutschen Industrie- und Hartag.

Kein Gründ Mutlosigkeit"

Die Ursachen er wirtschaftlichen Schwierig­keiten liegen zum '» Teil außerhalb unseres Lan­des: Wir leiden, Kapitalverlust entkräftet, und durch einen große- geborgten Wirlschaftsanfbau nicht hinlänglich «kt, schwerer als andere unter der Weltwirischase. Unsere Ausfuhr, 1929 und Anfangs 1930 eichen technischer Leistungskraft wie Wirtschaftlichruckes im Inland und zugleich ausländischer Kas, ist durch deren Erlahmen gc- i fährdet. Unsere »rügen Goldschulden verlangen zur Verzinsung ,e der Veränderung des Wert­verhältnisses vou» und Ware mehr an nationa­ler Leistung als sgeschen. Unsere innere Wirt­schaft leidet untingel an Kapital und Unsicher- [ heil der Kvoditynug zufolge der ungeheuren

London, 2. Januar.

Die Neujahrsempfangsreden Hinden­burgs und Groeners (siehe unten!) werde» in her englische» Presse ziemlich ausführlich wiederge­geben.

Daily Telegraph" rechnet damit, daß die deutsche Initiative in der Abrüstungsfrage, der Aen- derung des Doungplans und der Minderheitenfrage im neuen Jahr in der Welt Aufsehen erregen werde» Daily Herald" setzt die deutschen Wünsche und die Ansichten Mussolinis (siehe Sette 2!) dem Be­streben Frankreichs gegenüber, das allen derartige» Tendenzen Widerstand entgegensetze. Ter Regierungswechsel in Paris habe a» der franzö­sischen Politik nichts geändert.

Die Beziehungen zwischen Paris und Berlin und zwischen Pari« und Rom seien keineswegs gut. Scharfe und gefährlickp! Gegensätze seien unvermeidlich. Europa gehe der ge­fährlich st en Zeit seit Kriegsende ent­gegen.

Unter diesen Umstände» miisie die englische Poli­tik mit ganzer Kühle, dentbcr hartem Realismus und frei von sedem Vorurteil und jeder Leidenschaft geleitet werden. England miisie eisern entschlossen sein, sich nichz in einen neuen Krieg hineinziehe» zu

Die berechtigten Klagest und Beschwerden der deut­schen Minderheiten haben in unserer Öffentlichkeit eine» starken Widerhall gefunden. . Die Reichsregie- rung teilt und würdigt diese Empfindungen und

Badenweiler befindet.

Ma» wird es sehr stiark beacksteu muffen, daß tti den gestrigen Reujahrsredeu die Probleme der Arbeitslosigkeit unib der allgemeinen 1'3 111 schaftskrise ebenso nachdrücklich und freimütig behandelt worden sind, wie die Notwendigkeit, zu einer Revision des Voungplanes zu gelan- gei. Auch der Enttäuschung, die man rm ganzen deutschen Volke übet die bisherigen negativen Er folge der A b r ii stun g s b e str ebn ngen emp­findet, gab Groener Ausdruck, Der Hinweis daraui. daß die Regierung sich fragen muffe, ob das deutsche Volk die im Poungplan übernommenen.Lasten aus die Datier zu tragen vermöge, wird auch im Ausland zweifellos als eine A n k tt n d i g u n g deriemgen Schritte aufgefaßt werden, die die Retchsregterimg in de» nächsten Monaten zur Regelung dieser Frage und zur Beseitigung der aus dem Youugplan e»t- stihenden Schwierigkeiten unternehmen muß E>n einzelnen ist über die Neujahrsempsänge- iolgendes zu berichten:

Sie Diplomaten bei Hindenburg

Berlin, 2 Januar.

Anläßlich des Neujahrstages fanden beim Reichs­präsidenten die üblichen Empfänge statt. Um 10.45 Uhr zog die Wache mit Musik, vom Brandenburger Tor kommend, über die Linden und die Wilhelui-

Wir» es 1931 besser werden?

Oie ttoerwiiM »er Wirtschaftskrise - ihre Aussichten un» Voraussetzungen

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gedachte in seiner Antwortrede zunächst der Rhein- landräumung und führte dannu. a. iweiter aus. ..itt voller Zustimmung entnehme ich aus ^hren Worten, daß die Reichsrcgierung sich der ernsten Lage bewußt ist, wie sie sich infolge der tiefgreifende» Aenderung der weltwirtschaftlichen Verhältnisse selber Zeit ent- wickelt hat, als wir uns aus den von Ihnen hervor- gehobenen Gründen zur Annahme des Neuen Planes entschlossen haben. Auch ich halte es für die vornehmste Ausgabe der Rcichsregicrung, sich mit ga n z e r R r a s t dafür einzusctzen, daß die sittlichen und lozlalcn^c- bensgrund lagen des deutschen V o l k e s n i ch t c r s ch ü t t e r t werden. Mit Ihne» bin ich fer­ner der Ansicht, daß die Durchführung der allgemeinen A b r ü st u " g nicht nur ein Gebot internationaler Ge­rechtigkeit Deutschland gegenüber, sondern auch das sicherste Mittel zu einer wirklichen Befriedung der Welt ist und daher mit alle» Kräften angestrebt wer­den muß. Daß die Reichsregierung sich auch weiterhin die Sorge des d eu tschen Volk stums t» Aus- l a n d und für die Innehaltung internationaler Ver­träge zum Schutze dciitschcr M uderhelten als wichtige außenpolitische Ausgabe stellt, findet meme völlige Bll-

Hessische Abendzeitung

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das deutsche Volk anerkennen, datz Sie, hochwerchrür Herr Reichspräsident, im vollen Bewußtsein Ihrer hohen Verantwortung sich entschlossen haben, die Not- veroridnung zu erlassen. Wir Hessen, daß die Aus­wirkungen dieser Maßnahmen dazu beitragen wer- den, nicht nur das Staatrgefüge zu festigen, sondern auch der privaten Wirtschaft, die unter den Aus- wirkunge» der Weltkrise besonders schwer leidet, neuen Auftrieb zu gehe».

Reichspräsident von Hindenburg

tung mit Kapital und /ines beffcren Marktes. Die Fragen inländischer ei>/tommen suertcilung treten da­hinter gegenwärtig zu/ürk.

Gibt es Wege auir der Krise? Männliche politi­sche Gesinnung, stc/ck penug, utn alle Möglichkeiten der Verwirklichung ' natwnaler Rechte zu erschöpfen, ,i unzeitige Krisen hervorzurufenk Marktes bei Aufrechterhaltung der ding des Handels auf der ganzen Erde unter bcfoi.öeret Pflege geographisch

vollzogen werden. Zusammenarbeit aller, Zusammen' faffung aller positiven Kräfte zur Ueberwindung der Krise, zur Beseitigung der Hindernisse für den Fort­schritt der Menschheit ist die große Friedcnsausgabe, an der Deutschland mitzuarbeite» entschlossen ist.

Ser Empfang der Reichsregierung

Um 12,30 Uhr sand der Empfang der Reichsregie­rung ebenfalls im grotzen Saal des Reichspräsiden­tenhauses statt. In Vertretung des beurlaubten Reichskanzlers begrüßte namens der erschienenen Reichsminister und Staatssekretäre des Reiches Reichswehrminister D. h. c. Dr. ing. e. h. Groener den Reichspräsidenten mit einer Ansprache, in der es u. a. hieß:

Das vergangene Jahr brachte uns die schicksals­schwere Beendigung der Haager Verhandlun­gen mit den Abmachungen über den Neuen Plan. Wir mutzten uns trotz schwerer Bedenken zur An­nahme dieser Regelung entschlietzen, weil sie eine er­hebliche Herabsetzung unserer Zahlungen mit sich brachte, weil sie die ausländischen Kontrollen über Deutschland beseitigte und endlich, weil sie zur Be- fictuitg des Rheinlandes führte. Seither hat sich je­doch in der gesamten Wellwirtschaftslage eine so tief­gehende Wandlung vollzogen, daß

die Reichsregierung vor die ernste Frage gestellt ist, ob das deutsche Volk die in dem Reue» Plan vor­gesehene» Laste» zu trage» vermag. Die Reickfs- rcgieruiig in sich ihrer Pflicht bewußt, dafür zu sorgen, daß die sittliche» und soziale» Lebens-

straße zum Haus des Reichspräsidenten, an deffen Por­tal der Reichspräsident die Meldung entgeg.nuahm.

Um 12 Uhr wurde das diplomatische I Korps erwartet. Die Chefs der beim Reich be­glaubigten fremden diplomatische» Vertretungen, de­nen eine im Ehrenhof des Reichspräsidentenhauses ausgestellte Abteilung Reichswehr bei ihrem Eintref- en militärische Ehrenbezeugungen erwies, versam­melte» sich in dem großen Saal des Reichsprasidenten- hauses. Der apostolische Nuntius,

Monsignore Orsenigo,

brachte als Doyen des diplomatischen Korps besten Glückwünsche in einer Ansprache zum Ausdruck. Der Nuntius erklärte u. a.: Die Morgenröte dieses neuen Jahres ist leider nicht ohne Trübung. Der Horizont des internationalen Lebens bleibt noch immer duster, I Millionen von kräftige» und arbeitswilligen Armen I sind gezwungen, untätig und unfruchtbar zu bleiben, I und die Not breitet überall ihren Trauerschleier aus.

Wir beobachten mit großer Genugtuung den Ernst der Gesinnung und die Großherzigkeit der Anstren- gungeii, mit denen Deutschland, um Ew. Exzellenz ge­schart sich in diesem schweren Augenblick bemüht, die wirtschaftliche Krisis, die das Land bedrängt, zu über« ] winden. Aber die Erfahrung erbringt immer erneut den Beweis, daß ohne die volle und aufrichtige Ein­tracht der Nationen es nicht möglich ist, eine wirkliche wirtschaftliche Wiedergesundung der Volker herbeizuführen. Hoffen wir, daß auch diese wirtschaft­liche Not ein Antrieb werde, zu neuen, ernstgemein­ten Versuchen, um diese gegenseitige herzliche Verstän­digung unter den Nationen zu erreichen.

Reichspräsident von Hindenburg

erklärte in feiner Erwiderung: Sic haben auf die schwere wirtschaftliche Krise hiugewiescu, unter bet heute fast die ganze Welt leidet. Wie Sie, Herr Nun­tius, hervorhoben, hat Deutschland seine äußerste Kraft eingesetzt, um die Grundlagen seiner Existenz zu sichern. Aber unsere Hoffnung auf eine dauernd wirksame Bes ferunn der Lage ist auch von Umstände» abhängig. Über die wir nicht allein Herr sind. Mit steigender Span­nung erwartet das deutsche Volk, daß die inter n a - tjo » ale Zusammenarbeit sich im kommenden Jahre als wirksam genug erweist, um das deutsche Volk vor weiteren schmerzliche» Enttäuschungen zu be­wahren. Der Ausgleich der starken Jntereffengegen- sätze, die allenthalben das politische, wirtschaftliche und soziale Schicksal der Völker bedrohen, kann nicht vo» den einzelnen Ländern, kann nicht in Vereinzelung

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Kasseler Neueste Nachrichten

kurzfristigen Verschuldung, wie unter dem Erlahmen' der inländischen Kaufkraft. Dennoch brauchen wir nicht zu verzweifeln. Gewiß bereiten sich auch ifür Deutschlanü struktuelle Wandlungen seiner intcrnauo- nalen Wirtschaftsbeziehungen vor. Eine beschleunigte Industrialisierung weiter auswärtiger Gebiete be­droht auch Deutschlands Wel.thaudelsstellung., Aber vie deutschen Wirtschaftskräfte sind zu wenig und die Bedürfnisse der Ende zu groß, als daß Ävbeilskräfte immer feiern müßten. Darum müssen wir interna­tional »ahin wirken, die E i n s p e r r u t ß c >l « i, Kaufkraft und Kapital zu beseitige», unter denen die Erde gegenwärtig leide«, national den Anschluß in der Gesamtheit der V/blkswirtschaft, an, die wirtschaftlich bedingten Kosten i/nd Preise zu finden. /

Man bezichtigt die kapitalistische /Wirtschaftsord­nung, daß sie Maffennot nicht verhü/en konnte. I» Wirklichkeit ist es aber wohl gerade vie Mischung von kapitalistisch »wo von außerwirtschtaftlich bestimmter Ordung, die nicht rasch genug die natürlichen Anpas­sungen zuließ. Das Reich be-mLf, um der Schrunip- fuug seiner Wirtsckwft zu. -entgehen, besserer Ausstat-

Deuische Gorgen-deuische Aufgaben

Bedeutsame Kundgebungen bei den Neujahrsempfängen in Berlin

Den Reden, die am Neujahrstage, bei den Emp­fängen des Reichspräsidenten gewechselt, wurden, kommen angesichts der autzergewöhnlich schwierigen Lage, In der sich Deutschland politisch »md Wirt chast- lich besindet, erhöhte Bedeutung zu. Die Reichs- u n g hat die Gelegenheit dieieö Neujahrs- ,.3 benutzt, um in Gegenwart der diploma-

Giarker pessimismys in London

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(Eigene Draht mekdung.)

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t a a u n g deMWkerbiindes führen wird. «

I» den Tagen hatte sich in Genf bei der Bürokratie des Völkerbundessekretariats eine gewisse Gegenströmung gegen die Absicht dieses Tausches herausgebildet, aber dieser Widerstand scheint nunmehr überwunden zu sein, und es ist mit Sicherheit darauf i» rechnen, daß Dr. Lurtius in der bevorstehende» Tagung des Völkerbundsrates bei den in Aussicht stehenden schweren Auseinandersetzungen mit den Ver­tretern Polens nicht durch die gleichzeitige Führung des Vorsitzes gehemmt sein wird.

Wische Zeiten für Europa

Oie englische presse zur pol^tifchesi Lage am Lahresbeginn / Die Empfänge bei Hindenburg / Ltebernimmt Henderson den Tlatsvorsitz?