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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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Nummer 303*

20. Zahrgang

Montag, 29. Dezember 1930

Revolutionäre Umtriebe gegen Kemal Pascha

Verschwörung in Smyrna / 250 Schwerverletzte bei neuen Unruhen in Indien / Annahme deutsch-österreichischer Verträge im Nationalrat

Energische Abwehrmaßnahmen

1000 Verhaftungen / Ein Znfanteriebattaitton interniert

Oie

'XV

eltpolitik an der Jahreswende

6. Oer Kampf ums Mittelmeer

Konstantinopel, 29. Dezember.

Die ^-Hörden messen einer revolutionären Bewegung, die in der Provinz Smyrna ausge­brochen ist, große Bedeutung bet. Sie stnd überzeugt, daß die Bewegung, deren Hauptquartier sich anschei- uend in Mensmen befindet, keine vereinzelten Zwi­schenfälle darstellt, sondern das erste Stadium in der Entwicklung einer Verschwörung ist, die fich bis nach Stawbul verzweigt und zu deren Ziel der Sturz des kemalistischeu Regimes gehört.

Bisher sind in Mensmen, Magnesia, Balikesser, Konia, Smyrna und Stambul 1 0 0 0 Personen, darunter mehrere Frauen, verhaftet worden. Außerdem sind zahlreiche Scheichs, Derwische, Hodschas und Imams und sogar ein ganzes Bataillon Infanterie, deren Loyalität zweifelhaft erscheint, in­terniert worden.

Im Dolma-Bagsche-Palast wurde am Sonnabend eine Beratung abgehalten, «n der Präsident Musta - phaKemal.der Premierminister, der Gcneralstabs- chef, der Innenminister und mehrere hervorragende Abgeordnete teilnahmen.

Mutige Ltnruhen in Bombay

280 Schwerverletzte.

Bombay, 29. Dezember.

Der Präsident und vier Mitglieder der verbote­nen nationalistischen Organisation »Kriegsrat" wurden Sonntag vormittag verhaftet, als sie trotz des polizeilichen Verbots versuchten, eine

feierliche Begrüßung der indischen Nationalflagge in Szene zu setzen. Es hatte sich zu dieser Veran­staltung eine große Menge versammelt, die der Auf­forderung der Polizei, auseinanderzugehen, keine Folge leistete. Die Polizei ging schließlich unter An­wendung ihrer Bambusstöcke gegen die Menge vor und trieb sie auseinander. Nachdem sich die Polizei aus dem Bezirk, in dem sich dieser Vorgang abspielte zurückgezogen hatte, fand sich die Menge wieder zu­sammen und führte die Zeremonie des Flaggen- faluts zu Ende.

Später kam es auf der Esplanade vor dem Pou- zeigericht zu größeren Ansammlungen. Die Demon­stranten

bewarfen das Polizeigericht mit Steinen, sodaß eine Polizeiabteilung genötigt war. wiederum mit Bambusstöcken gegen die Menge vorzugehen. Es kam zu heftigen Zusammenstößen, ehe es den Polizei- Leamten gelang, den Platz zu räumen.

Bei den Unruhen sind insgesamt 280 Personen schwer verletzt worden, darunter etwa 20 Polizisten. Englische Berichte besagen, daß die Menge viel kampfes freudiger gewesen sei als bet frü­heren Gelegenheiten. Daraus erklärt cs sich auch, daß sie zum zweiten Male gegen die Polizei vorging, nachdem diese schon einmal erfolgreich die Demon­stranten vertrieben hatte.

Sowjetfahnen im französischen Gefängnis

Paris, 29. Dezember.

Wie dem .Echo de Paris" aus Nancy gemeldet wird, haben kommunistische Strafgefangene im dorn- gen Gefängnis eine Kundgebung veranstaltet, indem sie an den Fenstern rote Fahnen hißten und die Internationale anstimmten. Acht der Kommunrin- schen Sträflinge wurden in Einzelhaft gebracht und werden sich wegen Widerstandes gegen die Staats­gewalt zu verantworten haben. Zur Unterdrückung ihrer Kundgebung mußten polizeiliche Derssiirkungen herangezogen werden.

Nach demAvenir" sollen die kommuminichen Sträflinge in Nancy einen Sowjet gebildet und Par­teiabgesandte empfangen haben, von denen sie Wei­sungen erhielten.

Fliegerstaffeln

bombardieren Aufständische

[" Reue Kämpfe in Marokko.

Paris, 29. Dezember.

Wieder wird von einer militärischenAk- tion Frankreichs in Marokko berichtet. Matin" erfährt aus Cowmb-Bechar, daß eine nM unterworfene marokkanische Abteilung, die über 200 Gewehre verfügte, von Tafilalt aus einen Einfall auf algerisches Gebiet unternommen und am 24. De­zember gegen Abend den Lagerplatz unterworfener Eingeborener, 15 Kilometer westlich von Abadla, an­gegriffen habe. Die Marokkaner hätten den Häupt­ling und drei andere Eingeborene getötet und 100 Kamele weggeführt. Daraufhin hätte eine französische

mobile Abteilung und eine F l i e g e r st a f f e l die Verfolgung der marokkanischen Abteilung ausgenom­men, die sie 35 Kilometer von Abadla sichteten. Die französischen Flicgör nahmen die Eingeborenen unter Maschinengewehrfeuer. Am 25. Dezember kam es zu einem heftigen Kamps, der bis zum Einbruch der Nacht dauerte. Die verfolgte Eingeborenenabteilung zog in der Dunkelheit unter Zurücklassung eines Tei­les ihrer Beute und zahlreicher Toten ab, wurde am 26. Dezember von zwei ausgesandten sranzösischen Fliegerstaffeln wiederum bombardiert, er­litt schwere Verluste, konnte jedoch abermals im Schutze der Dunkelheit fliehen.

Die Verluste auf französischer Seite sollen sich auf vier getötete eingeborene Reiter und zwei Verletzte belaufen, während man bei den Gegnern 15 Tote und eine große Anzahl Verletzte sestgestellt haben will.

Entscheidende Tage in Genf

London, 29. Dezember.

Der Berliner Korrespondent desO b s e r v e r schreibt, man werde in Deutschlano aufmerksam ver­folgen, ob auf der am 19. Januar beginnenden Rats­tagung in der Frage der Abrü stung und der pol­nischen Minderheiten gegenüber Deutschland billig verfahren werde Man Lbetztr-n$Af, w°mn man sage, daß die ganze Zukunft des Völkerbundes als i einer Körperschaft, die in deutschen Augen Achtung 1 verdixne, von der Art abhänge, in der diese beiden I Fragen behandelt würven.

Rom. Ende Dezember.

Die latenten Gegensätze unb Spannungen, die auf dem Gebiet Der Mittelmeerpolitik bestehen, haben auch im Jahre 1930 an vielen Punkten die politischen Fronten der an ihr beteiligten Mächte bestimmt. Die Interessengegensätze zwischen den beiden Haupt­matadoren der Mittelmeerpolitik, Frankreich und Italien, sind noch schärfer heransgcarbeitet worden. Die Aspirationen Italiens geben, eingcstanden und nneingestanden, der diplomatischen Aktivität des Latches in außenpolitischer Hinsicht ihr ergentüm- liches Gepräge; die kriegerischen Reden Mussolinis enthüllten eine Stimmung des Fiebcrzustandes, die nationale Ziele von ungeheuren Ausmaßen in dunk- len Umrissen sich am politischen Himmel abzeichen sieht.

Das Mißverhältnis zwischen der Größe der ge­stellten Aufgabe und der eigenen Stärke ergibt jenen Zustand politischer Unrast und Nervosität der die vi plomatisck»e Gesamteinstellung Italiens und beson­ders seine Haltung gegenüber seinen früheren Ver­bündeten kcnnzcickuct.

Die zwischen Frankreich und Italien

geführten Är,uu,«r.-u»!gcit über eine konkrete Frage, nämlich über die Flottenbegrenzung, standen im Zeichen dieses Antagonismus. Frankreich konnte sein finanzielles Uebergewicht benutzen, um Italien

Kampf um Preußen?

(Von unserer Berliner Schriftleitung.)

th. Berlin, 29. Dezember.

Die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr ver­lausen innerpolitisch in der gleichen Stille. wie sie kurz vor dem Feste geherrscht hat. Eines der weni­gen Themen, die überhaupt noch eine innenpolitische Diskussion veranlaßt haben, ist der neue Ausruf d e s S t a h l h e l m s, der sich aus das Volksbegehren in Preußen bezieht und der schon vor einigen Tagen veröffentlicht wurde. In diesem Ausruf war davon die Rede, daß zunächst ein Kampf-Fonds gesammelt werden soll. Man hat nun aus diesem Aufruf ver­schiedene Schlußfolgerungen gezogen. So ist z. B- da­von die Rede, daß damit der Kamps um Preußen ge­wissermaßen richtig beginne, während andererseits an der Meinung sestgehalten wird, daß dieser Aufruf keine Beschleunigung desVvlksbegehrens bedeute. Je- denfaüs ist damit zu rechnen, daß bis aus weiteres dieses Volksbegehren nicht prak-isch in die Erschei­nung treten wird. Dasür sind nicht nur die U n- stimmig leiten maßgebend, die sich innerhalb des Ausschusses für das Volksbegehren ge­zeigt haben, vielmehr sind für den Verlaus der Dinge die Erwägungen maßgebend, die sich auf den Zu­sammenhang zwischen dem Reich und Preußen erstrecken.

Man ist in den Kreisen der preußischen Regierung der Meiunng, daß das Volksbegehren, zu wel­chem nur ein Fünftel der wahlberechtigten Stimmen erforderlich sind, zweifellosErfolg haben wird, aber man rechnet bestimmt darauf, daß der Volks­entscheid zu einem Mißerfolg führen wird, weil zweifelws nicht die Hälfte aller Stimmberechtig­ten dafür eintreten wird. Tie Parteien, die hinter dem Volksbegehren stehen, müßten gegenüber dem Stande vom 14. September in Preußen nicht weniger als weitere 5 Millionen Stimmen gewinnen, was man für ausgeschlossen ansieht. Soweit sind die Berechnun­gen ganz richtig, aber man vergißt dabei anscheinend, daß auch ein Volksentscheid, bei welchem die Antrag­steller vielleicht knapp an die notwendige Mehrheit herankommen würden, nicht ohne politische Folgen bleiben kann.

Viel wesentlich aber sind die politischen Folgen, die sich in Preußen aus den Vorgängen im Reich erge­ben würden. Wenn es sich in den nächsten Wochen ergeben sollte, daß das Kabinett Brüning eine Recht sorientierung vornimmt, und daß Ende Januar oder Anfang Februar das Reichskabinett An- sHluß an die Deutschnationalen bezw. die National­sozialisten sucht, dann würde Wohl auch der Zeitpunkt gekommen sein, in welchem das Ze n t r u m in P r e u- ßen die entsprechenden Konsequenzen zieht, und dann würde eine Neuwahl des preußischen Landtages bezw. eine Aenderung der preußischen Regierung aro­matisch folgen.

Viel wesentlicher aber sind die politischen Folgen, Ausschusses für das Volksbegehren zweiiellss ab-

warteu, ehe man neue politische Schritte unter- nimmt, denn wenn es tatsächlich zu einer solchen Rechtsorientierung des Zentrums kommen sollte, dann würde das Volksbegehren in Preußen natürlich über­haupt überflüssig werden.

Deutsch-österreichische

Zusammenarbeit

Wien, 29. Dezember.

Der Nationalra 1 hat am Sonnabend den Handelsvertrag zwischen Oesterreich und dem Deutschen Reich mit dem Abkommen über den kleinen Grenzverkchr, ferner mit dem Ver­trag über die Rechtshilfe in Zollsachen und dem Aus­führungsgesetz dazu sowie den Vertrag zwischen Oester­reich und dem Reich i&r die Sozialversicherung nach den Berichten der Referenten nach kurzer Debatte angenommen.

Zur Debatte sprach nur die sozialdemokratische Ab­geordnete Freundlich, die dem Wunsche Ausdruck gab, den Handelsvertrag durch Vertiefung und Anglei­chung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen bei­den Bruderstaaten weiter auszugestalten und zu die­sem Zweck einen gemeinsamen Ausschuß aus deutschen and österreichischen Parlamentariern zu bilden. Der deutsche Gesandte Graf Lerchenfeld wohnte in der Di- plomaienloge der Sitzung bei.

Oie geheime Armee Deutschlands"

Baris, 29. Dezember.

Unter der Ueberschrift ,/Dte geheime Armee Deutschlands" bringt derMatin" eine Artikel­serie über angebliche deutsche geheime Rüstungen. Die letzten Ereignisse, die sich in Deutschland abgespielt hätten, hätten von neuem die Bedeutung gezeigt, die in Deutschland die verschiedenen politischen Organisa­tionen hätten, deren Ziel die militärische Ausbildung der deutschen Jugend sei. Dem Sonderberichterstatter des Blattes sei es gelungen, in die der ausländischen Kontrolle unzugänglichen Kreise vorzudringen (??) und sich an der Quelle selbst zu überzeugen.

Stahlhelm und Nationalsozialisten stellten heute eine Macht dar, der niemand widerstehen könne. Die Politik einer geheimen Wiederaufrichtung der Armee (??) habe vorzügliche Erfolge gezeitigt und sei heute bereits eine vollendete Tatsache. Die Deutschen verfügten über einen methodischen Geist, der geradezu bewundernswert sei und hätten außer­dem ein gutes Gedächtnis. Die Organifieruug der ge­heimen Armee habe sich nach saft den gleichen (5runb= sätzen vollzogen, wie diejenige Preußens in den Jah­ren 180713. Durch die militärische Organisierung der Schupo und die Schaffung geheimer Verbände sei es Deutschland gelungen, ein mächtiges Heer auf die Füge ja Stellenv- -

auf teilt Gebiet der Flottenrüstungen in eine schwie­rige Situation hineinzumanövrieren, aus der ein Auswog vorläufig nur schwer möglich ist und die Italiens Finanzhaushall schwer belastet. Hierzu kommt noch ein anderes: Spanien, das sich nach dem Abwirrschasten der Diktatur innenpolitisch neu orientiert, nimmt nach allen Anzeichen auch außen- politisch eine Neuorientierung im Sinne einer An­näherung an Frankreich vor. Nach der gang ein­deutigen Auslegung, die der Besuch des damalten sranzösischen Kriegsministers Maginot in Madrid im Sommer 1930 erfahren hat, ist der Boden für französisch-spanische Abkommen vorbereitet ine Frankreich die Benutzung der spanischen Verkehrs­wege nach Afrika im Kriegsfälle sichern.

Ast im Westen des Mittelmeeres die französische Hegemonie vor Italien immer noch gesichert, so ha­ben sich i m O ste n Entwicklungen angebahnt, die zu­mindest als Teil- oder Ansangserfolge der italienischen ausstrebenden Politik bezeichnet werden können Die Verständigung zwischen Griechen­land und der Türkei, die den Jahrhunderte alten Streit zwischen den beiden Völkern begraben hat und Ende Oktober mit dem Bcs 'h von Vemgelos in Anaora uns Der feierlichen Verzeichnung eines Freundschastsvertcages besiegelt wurde, ist auf Mus­solinis Vermittlung zurück',usühren. Der türkische Außenminister hat dies selbst offen zugegeben. sowohl die Türkei wie auch Griechenland mit vtal/m Freunhschaftsverträge abgeschlossen haben, lag der Gedanke nahe, diese einzelnen Vertr-Me durch ernen Rahmenvertrag zu einem Vie drei Lander umfassen­den Vertragssystem, einer »Triangel", auSzu- bauen So konnte man bereits von einer neuen furchtbaren Koalition träumen, die sich eines Tages Frankreich und seinen Verbündeten (speziell seinem Hauptverbündeten Angoslawien) entgegenwenen würde, einer Koalition, erweitert um das durch die dynastische Heirat gewonnene Bulgarien, unid mit Anknüpfungspunkten nach SoWletrnUand. Daß die italienische Politik und auch die turktiche M der Richtung nach Rußland sehr aktiv waren, ist kern Geheimnis; die französischen Enthüllungen über die Mailänder Besprechungen Litwinows mit Grandi und das dabei angeblich vereinbarte italienische Dchrffsbauprogramm für Rußland zeigen die Konse­quenzen, zu denen die Verfolgung solcher Ziele später vielleicht einmal sühren könnte. Zunächst aber handelt es sich hier doch um mehr oder weniger phantastisch ausgesponnene Pläne von gleicher Realität. Griechenland, nun von der türkischen Bedrohung frei, wird nicht der Dasaüe Italiens werden, um Gegenteil, es hat unverzichtbare Forderungen gegen­über Italien: Rhodos und die Zwölsiuselgruppe vor den Toren Griechenlands, die das fascistischc Italien niemals freiwillig räumen wird. Auch die Türkei, jetzt mit ihrem inneren Ausbau beschäftigt, wird eienes Tages die italienischen Gelüste nach Syrien und Palästina als gegen seine eigene Stellung ge­richtet empfinden.

Die Dynamik der Kräfte im Mittelmeer zeigt so das Bild eines langsamen Borrückens Ita­liens; ungeheure Schwierigkeiten werden sich aber noch vor diesem Land auftürmen, ehe es auch nur einen Bruchteil dessen erringt, was den Politikern vorschwebt, die von einer Wiedererrichtung desJm- pcro Romano" träumen.

Wird so der diplomatische Kleinkrieg zwischen bett beiden lateinischen Schwestern im Mittelmecr im wesentlichen um einzelne vorgeschobene Positionen geführt mit dem Gesamtergebnis einer Verschärfung der Spannung, so betreibt die andere große Mittel­meermacht ; Großbritannien, bedeutend ge­räuschloser ihre Mddke East-Politik, die in den öst­lichen Gestaden des Mittelmeeres, in Palästina und Syrien, ihren Ausgangspunkt hat. Die englischen Mtionen, ost undurchsichtig, wenn man sic im einzel­nen betrachtet, lassen zusammengesaßt ein großes Ziel hevvortreten: nämlich die Einigung Gesamt- arabiens unter britischer Oberleitung. Anfangs des Jahres 1960 hat unter britischer Aegide im Persischen Goss jene Zusammenkunft Mischen dem Köniz Hussein vom Irak und dem gewaltigen Wahabi» tenkönig Ibn Saud fiattgefunden in der die beiden sich versprachen, ihre alten tief wurzelnden Streitigkeiten zu begraben und gegen he» latenten Kriegszustand, den die Beduinenstämme an den Grenzen verursachten, anzugehen. Ibn Saud ficht unter englischem Einfluß; ebenso der Irak, das zu« kurrststrächtige Petroleum, das nach dem 1932 zu erwartenden Eintritt in den Völkerbund gemäß eines besonderen Vertrages noch 25 Jahre unter einer Art ««Mcher Mtlibärkontrollc stehen Mrd. Geotzdrtea^.