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Kasseler Tkevesie Nachrichten

Nr 302 / ^w«ql-fier Zassrg«»-

Aufruf an die Jugend

Die Kehrseite -er Winterpracht

Den

Mummereien »zwischen den Jahren". .

-rt-

Kaflel.

Denisson,

Auf in den Habichtswald!

I

1

Opf,

Bullrich -Salz <

Europa liegen hinter hat man daran gear- Weltkrieges zu besei-

und mit

Jugend draußen vor dem retten.

Zehn Jahre eines neuen uns. In diesen zehn Jahren

Der Be­den der

Tabletten

0.25'und 1.50

Kaum war Schnee gefallen und schon hatten die Sanitätswachen eine rege Tätigkeit zu entfalten. So mußte durch die Sanitütshauptwache eine ältere Ehe­frau, die sich durch einen Sturz in der Unteren- nigsstraße den Arm ausgekugelt hatte, in das Eli- sabethkrankenhaus bringen, während ein junger Mann, der am Hauptbahnhof gestürzt und den Ober­schenkel gebrochen hatte, durch die Unfallwache Holz­markt in das Marienkrankenhaus befördert wurde.

Sodbrennen. Verdauungsstörungen sind häufig Folgen unregelmäßigen Essens oder einer Ueberanstrengung des Magens,- sie werden durch etwas >Bullridi-Salz< loudi in Tabletten) noch jeder Mahlzeit vermieden, resp. sofort beseitigt »BuHridi-Salzc ist seit über 100 Jahren in der ganzen Welt als unübertroffenes

mungsrechk" für alle Völker, Freiheit und Kultur für jeden Menschen und gruppe.

Für unser deutsches Volk sind diele

Die Wache Fuldabrücke mußte ein junges Mäd­chen, das in der Fischgasse gefallen und eine Gehirn-

Kimmei do neilich dr Willi, was de mm Junge äs, in unser Hus tajjeckerl, hielt son rohdes Blagat in der Hand, schwenkede äs alszu in einem hin hin un her und gahkede: »Vadder, hier äs Widdern Breisusschriewen, mäh kennen Widder was verdie­nend Na, das muß ich joh sprechen, das war Widder was vor'm Vadder. Ich sproch: .Nur mt so hitzig, geb mäh moh das Dingen her un loß mich s ersch- demoh läfen!" Ich guckde mäh das Dingen ahn un sahde: .Dem Kerle kann geholfen wären. Nu gib mäh mohn Sticke Babier un ne Bleisedder, ich well erschdemoh die Firmen der Reihe nach usfschriewen." Als ich disien Uszug seidig hadde. steckede ich mah Minne Pfiffe in Brand, zoch Minnen grienem Man­tel und minne griene Dohle uff und gunk an de Ar- weit. Ich ladderde nun fo beh a beh de Hohenzol- lernstrohße mff un runner, blieb vor den einzelnen Läden stehn, guckede verstohlen nach den Silben un schrebb se mäh uff.

Als bisse Arweit geschafft war, dribbelde ich heim. Nu machte ichs mäh gemiedlich, legte minnen werd- vollen Zeddel, uff dem de Silben druffstannen uff n Kichendisch un ging in de gude Stowwe, um mah n Sticke Babier zu holen. Ms ich Widder in de Kiche kamb, hadde min Walter, was de min Jingster as, schon das bewußte Sticke Babier, uff dem ich de Sil­ben so miehseelig zusammengedullert hadde, m Lau­fend Fetzen zerrubbed. .Du Hannaten, du Bahlamm gahkede ich, .was host du Blosrohr dann ahngestellt du widd Wohl uff'n Maskenball gehn, daß de dir minner Urkunde Konsedi machst. Dich fall doch glich der . .!" Do kamb aber schonn minne Ahle drzwi- schen un gahkede: .Was äs dann hier fchon Widder lose was brauchst du Klowes dich dann auch an dem Breisusschriewen zu bedeiligen. du griechest jo doch kinnen Breis!" No äs blieb mäh nix anneres ito- werig, als nochemoh Die Geschichte von vorne ahn- zusangen. Ich schrebb fe mäh nochemoh uff un hadde für diesen Dag de Nose voll.

Am anneren Tage fetze ich mich dann hinne und fung ahn, de Silben zu Wertem immezegestalden. So. un nun konndes jo losgehn.

.Die Weihnachtszeit . . .'

Näh so kann das Dingen nit angehn.--- Ge-

widder nochemoh, ben ich dann werklich so'n Blos­rohr. daß ich das nit rußkriege Ich ben doch in den letzten 24 Stunnen nit uffn Kopp gefallen? Jetzt

Autounfail des Rechtsanwalts Or. Oswald Freister

Keine Lebensgefahr.

Ein folgenschwerer Autounfall ereignete sich am 24 nachmittags gegen 3 Uhr aus der ersten Serpentine oberhalb der Kaskaden Rechtsanwalt Dr. Oswald Freister. Der mit seinem Auto zum Herkules herauf- gesahren war, wollte zur Rückfahrt nach Raffel Die bekannte Rennstraße des Herlulesbergrennens, die vom Herkules in Serpentinen an den Kaskaden vor­beiführt und kurz nach dem Schloß Wilhelmshöhe in die Wilhelmshöher Allee einmündet, benutzen.

Die Serpentinenstratze ist zur Zeit auf der Strecke vom Herkules bis zu Den Kaskaden vollständig vereist und auch für Fußgänger nur mit Vorsicht zu benutzen.

Als Dr. Freister mit seinem Wagen die erste scharfe Kurve erreichte, hat er infolge dci Glätte die Gewalt über den Wagen, in dem er sich allein be­fand, verloren und konnte die Kurve nicht nehmen. Der Wagen sauste über die Steindeckung hinweg und klemmte sich etwa 30 Meter tiefer in den Bäumen fest, während Der Insasse selbst herausgeschleudert wurde und aus Die noch 20 Merer tiefer gelegene nächste Serpentine hinabrollte, wo er schwerverletzt und blutüberströmt lieben blieb.

Seine Hilferufe wurden von dem Wirt des Kas- kadenrestaurauts vernommen, Der sofort zur Unfall­stelle eilte, um daraus die Feuerwehr und die Sani­tätskolonne zu alarmieren. Dr. Freisler wurde so­dann in das Rote Kreuz-Krankenhaus überführt. Der Arzt stellte eine schwere Kieserverletzung und Ver­letzungen der Schulter, besonders des Schlüsselbeines fest. Das Befinden des Verunglückten war infolge des starken Blutverlustes am Abend sehr schlecht, besserte sich aber in der Nacht. Ob er auch innere Verletzungen davongetragen hat, muß die weitere Untersuchung ergeben.

Es ist als ein großes Glück zu bezeichnen,- daß Dr. Freisler das Bewußtsein nach seinem Sturz nicht ver­loren hat und Hilfe herbeirufen konnte, da sonst die Gefahr bestand, daß er auf dem am Heiligabend wenig begangenen Wege vom Herkules zu den Kaskaden am Unfalltage nicht mehr bemerkt worden wäre und er erst bei einer nach feinem Ausbleiben veranstalteten Suche aufgefunden worden wäre. Die Feuerwehr hatte etwa 4 Stunden lang zu tun, um im Licht eines Scheinwerfers das am Bergeshang eingeklemmte Auto flottzumachen und abzuschleppen.

Das Hohe Gras meldet: Schneehöhe 10 Zenti­meter, Pulverschnee, Temperatur 4 Grad, Ski­bahn gut

Fuldabrücke 2, ein Kind unserer Stadt, ihr neun* zigstes Lebensjahr. Die Jubilarin ist trotz ihres hohen Mters geistig noch auf der Höhe. Alle Ar­tikel nuferes Blattes werden, tote sie uns sagen ließ, von ihr mit großem Interesse gelesen. Wik gratulieren herzlich!

erschütterung bekommen hatte, in ihre Wohnung eine« fremden Maurer, der in der Marktgasse dem Gesicht auf den Bordstein schlug und außer einer Kieferverletzung den Verlust mehrerer Zahne zu beklagen hatte, zu einem Arzt zu bringen.

jede Volks- Hoffmmgen 21 Staaten

In Die Zeit des Ringens zweier Neujahrsfcst- setzungen verweist uns der Ausdruck, sobald er, seine Seltjamkeii verlierend, den ursprünglichen Sinn deutlich werden läßt.Zwischen den Jahren", das heißt Heuer nichts anoeres als zwischen den beiden Neujahren 1931! Das eine Neujahr ist Weihnachten. Es ist das ältere. Schon die alten Germanen hatten es. Es war ihre Wintersonnenwende, nach alter Rechnung in der Nacht vom 24. aus den 25. Dezem­ber fallend. Hat die astronomische Wissenschaft die letzte Entscheidung über die Richtigkeit des Kalen­ders, d. h. soll Der Kalender die möglichst treue An­gleichung unserer Tages- und Jahreszeit an die Welt der Gestirne sein, sollen eben siegeben Zeichen, Zei­len, Tage und Jahre", wie es aus dem ersten Bibel­blatt heißt, daun kommen unsere germanischen Vor­fahren dem Richtigen zweifellos weit näher als der römische Kalender, der schon in sehr alter Zeit Neujahrsanfang auf den 1. Januar gesetzt hat astronomisch richtige Neujahrsanfang, d. h. der ginn des Wiederaufstiegs der Sonne, fällt auf 2L, selten den 22. Dezember. 1691 entschied Spruch des päpstlichen Kanzlers aber für die römische Ansetzung, also zehn Tage zurück.

Sonnabrnd/Gonnkag 27./28. Dezembet 1930 / 1. BeNaq»

Der Verein für das Deutschtum im Ausland erläßt zur JatzreswenDe den nachstehenden Auf­ruf. Nur Die tatkräftige Fortsetzung des volkA- deutschen Hilfswerkes der reichsdeutschen Schult für Die auslanddeutsche Schule kann deutsch« nationalen Untergang

beitet, die Verwüstungen des _ . _ _

tigen, eine neue Ordnung im Zusammenleben der Völker zu finden. Die Erörterungen und Vorver­handlungen über diese neue Ordnung der Friedens- Verträge standen unter dem GedankenSelbstbestim- ~ " Der Sprache

noch nicht annähernd verwirklicht. In

Europas lebt es, zerrissen und zerstückelt, in staat­lichen und kulturellen Ordnungen, die es nicht frei gewählt hat. Du, deutsche Jugend im Reich, bist ein Teil des deutschen Gesamtvolkes. Du siehst Millionen Deiner Kameraden. Deiner Alters- und Volksgenos-

Das gewiddersche Breisusschriewen

in dr Hohenzottemschdrohße / Von Fritz Charwath

Merle! vom Tage

Die Unterhaltung mit dem Messer. Im Haupt­bahnhof entstand zwischen mehreren männlichen Per­sonen nach voraufgegangenem Wortwechsel eine Schlä­gerei, bei der einer der Beteiligten am rechten Auge und am rechten Ohr, ein zweiter am linken Mittelfin­ger durch Messerstiche verletzt wurden. Außerdem er­hielt eine Frau, die sich eingemischt hatte, Fußtritte gegen den Unterleib. Die Sanitätskolonne leistete die erste Hilfe und mußte die Frau und den am Auge Verletzten nach dem Elisabethlrankenhaus überfuhren. Der Täter ist belannt

Er wat nicht fix genug. In der Nacht zum 26. ent­wendete der Maurer E. aus der Schützenstraßc ein vor dem Haufe Weserfiraße 5 stehendes Motorrad und ver­suchte, damit zu entkommen. Er wurde aber von einem Schlosser beobachtet, der ihn stellte, woraus er die Flucht ergriff. Er kam aber nicht weit. Schon in der Müllergasse stellten sich ihm zwei Polizeibeamte entgegen, die ihn festnahmen.

kann ich au mit Faust sprechen: bedenke wohl de ertöte Zeile, daß dinne Fedder sich nit ütotoeretle.

Die Hohenzollernstratze . . .*

Doch auch indem ich dieses niederschriewe, schon warnd mich was, daß ich dohbieh nit bliewe. Us eimoh seh ich Roth un schriewe gedrohst:

Kommt alle her von fern und nah, Dtze Weihnachtszeit ist wieder da."

Gottverbummich nochemoh, wie kanns dann nun Weidergehn? Alle mehchlichen un unmehchlichen Ver- serchen schdellde ich mäh zesammen.Näh!" sproch ich zu minner Ahlen,das kann so nit weiter gehn. Die Köbbe, die das Dingen zusammengedreht hon, hon leichde rohden, fe solln awer selber moh rohden. Ich will ännen selber moh son Versehen hinneschiggen, dann wären se joh merken, wievähle Schobben Schweiß man bi der Zusammenstellung von sinnem Körber uffangen kann". Was ich den Herren nun ge- schriewen hon, geheerd nit hierher. Jedenfalls hon ich geniertet, daß ihnen de Geschichte doch nit recht geheierlich war, denn am anneren Sage hon fe de Anfangsworde jeder Zeile ahngegäwen,damit fämt- liche Breise au zur Verdeilung kommen kennden", wie fe sich fo riehrend ußgedrigged hon. Rn also nochemoh von vorne. Raum hon ich 'n baar Zeilen ußbaldowerd, als ich schon Widder nit toeiterfam. Do törietoen se unner amterem »Zeiget im". Gottsver- dohlei nochemoh, wo geheerd dann das Widder Henne?

Ich zoch mich ahn und riggebe einem Geschäfts­mann uff De Bude. mußte nu zugäwen, daß äs au dadsächlich 'n Druckfehler war. Ra, au gut, dachde ich in minnem Sinne, ich hons joh nu rußgegricht. Minne liewen Mitbirger können sich joh au ihren Dehds ahnstrengen. Der Vers laudede also:

Kommt alle her von fern und nah,

90 Lahre

Am 28. Dezember voll­endet Fräulein Henriette

Die Weihnachtszeit ist wieder da Die Hohenzollernstraße hier, Zeiget in Fenstern neue Zier. Die Stadt entwickelt sich im Westen Dort kauft man auch am allerbesten Spart Zeit, spart Geld man hais nicht weit Wird gut bedient und ist erfreut.

Goddseidank"! sproch ich zu minner Ahlen und vor de Rinnet. Disses Dingen HLdden mäh moh wid- __________________________________

der usbaldowerd. Hoffentlich kimmed bi Diff er Ge- ^fe gepflegte Ware aus alter Ze ft schicht au- was ruß . . . 1 * ---

Start der Schlittschuhe. Wenn auch die Rodler und Skiläufer an den Weihnachtstagen keinen Win­tersport ausüben konnten, so haben doch wenigstens die Eisläufer infolge der Kälte Gelegenheit zu sport­licher Betätigung gehabt.

Schon am 1. Feiertage konnte die Spritzeisbahn deS Wintersportvereins auf den Tennisplätzen an der Stadthalle eröffnet werden. Am Freitag war Hoch­betrieb auf allen Plätzen. Anfänger, Kunstläufer und Hockepspieler fah man in voller Tätigkeit. Die Weihnachtsfeier des Wintersportverems, zu der auch Gäste willkommen sind, findet Sonnabend 20 Uhr tm Palmenbad statt.

Neues aus Kaffe!

Kassel, 27. Dezember.

Zwischen den Jahren..

Ein seltsamer Ausdruck:Zwischen den Jahren". Aus ihrer Jugendzeit wissen Die Aelteren unter uns noch, tote geläufig er damals war. Unsere Jugend versteht ihn kaum. Auf Die Zeitspanne zwilchen Schuljahrs- ooer Rechnungsjahrs-Anfang unD dem Neujahr wird das Raten gewiß nicht veriallen, auch nicht auf Das alte Ernteiahr. das mitMichaeli" an- fängt, wie wir als Dorfbuben fagien. Eher schon auf das Kirchenjahr, das heute mit 1. Advent um Den 1. Dezember herum beginnt Aber man jtünbe dann vor dem Rätsel, daß wirzwischen Den Jahren" nur Jagen von Den letzten Tagen vor Neujahr.

Zwischen Den Jahren" löst in dem tiefer Nachden­kenden vielleicht Die Empfindung aus, daß man bei der erstmaligen Prägung dieses Wortbildes zwei ganz gleichartige Jahresbegriffe nebeneinanderstellt.

Interessant. Unsere Wißdegierde regt sich lebhaf­ter Der Ausdruck kann doch wohl nur in einer Zeit entstanden jein, wo neben das ursprüngliche Neujahr ein zweites trat. Ist also wohlzwischen Den Jah­ren" ein Hinweis aus eine Ralenoertonfurreni? Am eine ältere und neuere Jahresberechnung, die schon tine gewisse Gleichberechtigung hatte?

Daß wir mit unserem gefühlsmäßigen Ablasten des Wortes tatsächlich seiner Entstehung auf die Spur gekommen sind, zeigt aufs deutlichste eine Wendung in Suchers Neujahrspredigt zum 1. Januar 1523. Er wollte Da nämlich gar keine NenjahrspreDlgt nie« verschreiben, sondern nach uralter Weise von Der Namensgebung Christi prebigen unD sagte: »Man heißt diesen heutigen Tag den Neujahrslag nach der Römer Weise. Wir Christen sangen unseren Nen- jahrstag am heiligen Christtag an". In seinemKin­derlieb auf die Weihnacht 1535" heißt es zum Schluß: Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron, der uns schenkt seinen eingen Sohn. Des freuen sich der Engel Schar und fingen uns solch neues Jahr.

Festtage ohne Magenbeschwenfen

Kmanzpersonalien

Ernannt: Zollsekretär Leipold in Kassel zum Obcrzollsekretär; versetzt: Die Zollpraktikanten: Dietz von Kassel nach Heinsberg, Chiout, Heckeroth unD Wüstemann von Kassel nach Stade, Höngen und Limburg.

scn, in der weiten Welt leben, in fremder Umgebung unter fremden Fahnen, als Staatsbürger fremder Staaten, aber auch als Volksbürger unseres wett- weiten deutschen Volkes.

Deine auslanddeutschen Kameraden wollen und müssen nun ebenso wie Du deutsche Bildung, Er­ziehung in der deutschen Muttersprache, Anteil an unserem deutschen Kulturleben erhalten und be­halten. wenn sie sich als Teile unseres Gesamtvolkes empfinden, als unsere Brüocr und Schwestern an unserem gemeinsamen Schicksal mitwirken sollen. Da­zu reichen die heutigen deutschen Kultureinrichtungen im Auslande nicht aus. Eure Kameraden können ost kaum iwch das notwendigste Deutsch lesen und schreiben lernen! Künstlich erschwerte Prüfungsvor­schriften, Sperrung vieler.Berufe, Ausschluß von Bildungsmöglichkeiten zeigen Die Gefahren für sie: Heruntersinken von der Höhe deutscher Bildung. Zu­rückbleiben im Kampf ums Dasein aus Mangel an geistiger Schulung, Verlust der starken, innigen Ver­bundenheit mit den Gütern unseres Volktums, Rück­gang des deutschen Kulturbewußtseins!

Deutsche Jugend im Mutterland! Vergiß sie nicht, die das Schicksal der Vergangenheit oder Gegenwart in die weite Welt geführt hat! Hilf dazu, sie beim Deutschtum zu erhalten als unsere besten Freunde draußen in Der Welt! Schließe Dich zusammen in den Gruppen des V. D. A., Der eine Planmäßige, tat­kräftige Betreuung der auslandDeutschen Kulturein­richtungen seit vielen Jahren durchführt! Diene da­mit dem Gesamtvolke jenseits Der Kulturarbeit! Rur bewußte Beschränkung auf diese Sonderaufgabe kann hierbei größtmögliche Erfolge bringen!

Oer Wochenmarkt streikt!

Auch die wunderschönste Schneelandschaft am Kö­nigsplatz konnte Käufer und Verkäufer heute mor­gen nicht herbeizaubern. Es mag ja auch kein Ver­gnügen fein, in der langsam zu Wasser werdenden Weißen Woche" herumzuwaten. Auch von außer­halb waren nur wenig Händler hereingekommen, die Schwälmer Trachten fehlten fast ganz. Ver­schwunden waren die endlosen, fast milltärisch aus­gerüsteten Reihen von Gansvögeln, Nachkommen Meister Lampes, die der Vorwoche ihr Gepräge ge­geben hatten.

Wer von ihnen das fröhliche Weihnachtssest über­standen hat, hat seine arg in Gefahr geratene Le- bensver'töerungspolice noch ein Weilchen verlängert bekommen. Man müßte keine tüchtige Hausfrau sein, wenn man es nicht verstünde, aus Den_ hundert Resten, Hasenpfeffer und Gänseklein noch über den morgigen Sonntag hinweg die fabelhaftesten Menüs zusammenzustellen, dem unsanft aus dem Feier­tagsparadies geweckten Hausherrn eine endlose Fülle von Feiertagen von der Magenseite der vorgaukelnd.

Angesichts des geringen Angebots zeigten die Preise keine Neigung von der Feiettaashöhe herab­zuklettern Für die Gänse verlangte man 1,10, *afc« 70 Pfennig, Butter 1,40 bis 1,50 Mark, Eier 17, Flußfische glänzten durch Abwesenheit.

Arn Dienstag freilich werden wohl Händler und Käuferinnen in stillschweigendem Einverständnis den Feiertagsstreik abbrechen und dafür sorgen, daß die durcheine Reihe von guten Tagen" dezimier­ten Speisekammervorräte wieder jenes Maß errei­chen, ohne daß die Hausfrau sich nicht wohlfühlt.

L :j

Wettervoraussage bis Sonntag abend:

Bewölkt, zeitweeise noch Niederschläge, teils Re­gen, teigs Schnee, im Norden noch leichter Frost, tm Süden 'Temperatur meist über Null, im Norden öst­liche im Süden westliche Winde.

Bis Montag abend:

Fortdauer der unbeständigen Witterung.

Der in Mitteldeutschland so geläufige Ausdruck ist in Norddeutschland selten und z, B. in Schleswig- Holstein ganz unbekannt. Er zeigt aber em zähes Leben auch dann noch, als man ihn nicht mehr recht verstand. Bis heute läßt er die Prägung einer Zeitbegrenzung erkennen. Aber kaum spürbar atmet in ihm noch ein anderes Leben. Etwas Geheimnis­volles war aus einer viel älteren Zeit wie eine Bei­mengung in seine erste Prägung gekommen.Zwi­schen den Jahren" darin raunte der älteste Jah­resanfang iit germanischen Landen, dieheiligen" zwölf Nächte, in denen die Götter ihre Umzüge hiel­ten und allerlei unheimliches Geisterheer mit Den Menschen Spiel und Spuk trieb. Stellte man nicht Die Tannenbäumchen mit ihrem duftenden unverwüst­lichen Grün wie Schutzengel des Lebens vor die Hütten, und heftete man nicht ihr Gezweig an die Wände?

Aengstkich scheue Blicke blonder Germanenkinder sieht man nicht mehrzwischen den Jahren". Wer geheimes Raunen geht noch durch die Wälder unD durch die altüberlieferten Bräuche der Landkinder, die allerlei Seltsames ahnen, andeuten und treiben bei ihren Zusammenkünften, wie die Blei gießenden Mädchen und Burschen mit all ihren geheimnisvollen

Llnd was sonst passierte

Ein böser Festtag. Am 1. Feiertag wurde spät abends in einem Hause vor dem Königstor eine alte Rentnerin bewußtlos in ihrem Blut siegend ans der Treppe aufgefunben. Anscheinend ist |te die Treppe heruntergestürzt und mußte mit einer schweren Ge­hirnerschütterung und einer Hinterkopf- und Ruck­gratverletzung durch die Santtatshauptwache m das Elisabethlrankenhaus geschafft werden. Ihr Zustand ist sehr ernst.

Nickt abspringcn! Auf dem Hauptbahnhof stürzte eine lALhrige Schülerin, die es allzu eilig hatte, ans dem sich noch in Bewegung befindlichen Etsenbahn- -ug Hier sorgte die Sanitätshauptwache für den Heimtransport. Das Mädel erlitt außer einer erheb­lichen Kinnverletzung eine schwere Gehirnerschüt­terung.

Des Kindes Schutzengel. Eine aufregende Szene ereignete sich am 1. Feiertag gegen 23 Uhr abend am Luiscnplatz Dort stand im offenen Fenster des fünf­ten Stockwerkes ein dreijähriges Mädchen und droh­te jeden Augenblick herabzustürzen. Da die Eltern abwesend waren, wurde die verschlossene Tur durch die Feuerwehr aufgebrochen und das Kind zu einet anderen Hausbewohnerin gebracht.

Eine Unglückliche. Eine ältere Frau vom Linden­berg wurde nachts in der Nähe des Hauptbahnho es festgenommen. Sie wollte sieh, nachdem sie bereus vor einiger Zeit in Den Kuchengraben gesprungen war, von einem Eisenbahnzug überfahren lassen. Sie mürbe von der Arbeitersamariierkolonne in das Karlshospital befördert.

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