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Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

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Rümmer 302 * Sormabend /Sonntag, 27./23. Dezember 1930 20. Jahrgang

Frankreich, das Land ohne Arbeitslosigkeit

Nur 10000 Arbeitslose / England und der Mittelmeerfriede / Reichsspenöe für Oberschlesien / Monaco hat seinenStaatsstreich"

Amerikas Arbeitslosenziffer steigt!

Ä (Eigene Drahtmeldung.) , .

Paris, 27. Dezember.

WieJournal" berichtet, hat Arbeitsminister Grinds nach Schlnd des gestern nachmittag abge­haltenen «abinettsrats erklärt, daß man sich auch mit der Arbeit-zlosenfrage beschäftigt habe. Rach der Statistik gebe ee in Frankreich etwas über 1» 000 Arbeitslose.

Die Lage in Frankreich könne als« in dieser Hin­sicht niW mit der der übrigen große« Länder ver­glichen werden, die Millionen von Arbeitslosen zähl­ten. ll-brigens seien alle Mahnahmen getroffen «orden, n« eine Ausdehnung der Krise aus Frankreich zu verhüten.

*

Reuyork, 27. Dezember. Die amerikanische Ar­beitslosen, isfer hat sich, einer Aufstellung der American Federation of Labour zufolge, vom 30. No­vember bis 15. Dezember um 300 000 erhöht. Die Ge­samtzahl der gegenwärtig Unbeschäftigten wird von der Gewerkschaft mit 5 300 000 angegeben. Die durch die Erwerbslosigkeit hervorgerufene Rot ist, einer Erklärung der Federation zufolge, recht groh. Um einer weiteren Ausbreitung der Arbeitslosigkeit entgegen,ntreten, beabsichtigt die amerikanische Rr- giemtng, auch im neuen Jahr hohe Beträge für die Ausführung von großen öffentlichen Bauten bereitzustellen. Wie Präsident Hoover an­kündigte, sollen 72 Millionen für diesen Zweck bereitgestellt werden.

Rsichsdank an Oberfchlesien

< i Meiwitz, 27. Dezember.

Der Berliner Vertreter der .Oberschlesischen Volksstimme"' drahtet seinem Blatt ein Interview mit Reichsinnenminifter D r. Wirth, in dessen Verlaus Dr. Wirth mitteilte, daß die Reichs­regierung und die Preußische Staatsregierung sich entschlossen haben, zur bevorstehenden Zehnjahres­feier der Volksabstimmung in Oberschlesien am 20. März nächsten Jahres den Oberpräsidenten oon Ober- schlesten mit einer Spende fron 100 000 RM. auszustatten, um besondere Hilfsmaßnahmen kulturel­

ler oder sozialer Art als Rcichsdank für die Treu? der Oberschlesier durchzuführen.

Unter Bezugnahme auf seine kürzliche Ober­schlesienreise bemerkte der Reichsinnetlministee Dr. Wirth: Mit großer Freude habe ich in Oberjchlesien erneut feststellen können, wie stark das Gefühl der Treue uuo Zusammengehörigkeit ist. Aus dieser Treue werden auch die besten Zukunftsmöglichketten für dieses hart geprüfte und gefährdete Grenzland ersprießen.

Anschlag

auf den Hamburger Polizeisenator

Hamburg, 27. Dezember.

Auf die Wohnung des Polize isenators Schön selber wurde, wie erst jetzt bekannt wird, am Heiligen Abend gegen 22 Uhr ein Anschlag verübt. Unbekannte Täter warfen mit Steinen die Fensterscheiben des Arbeits- und des Speisezimmers ent. In einer gleichfalls durch die Scheiben geschleu­derten Selterswasserflasche fand man einen Zettel mit einer Drohung, die offensichtlich von kommunistischer Seite stammt. Glücklicherweise wurde durch oen Anschlag niemand verletzt.

Keine Betragensnote mehr

Berit«, 27. Dezember.

Der preußische Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung läßt, wie dieVossische Zeitung" berichtet, soeben an die Provinzialschulkollegien einen Erlaß über die Ausgestaltung der allgemeinen Ur­teile in den Schulzeugnissen hinausgehen, nach dein künftig die Prädikate über Betragen und Aufmerk­samkeit auch in den regelmäßigen Schulzeugnissen in Fortfall kommen sollen, während sie bis jetzt nur in den Zensuren über die bestandenen Schul- und Reife- prüsungeil beseitigt waren. Ausdrücklich aber wird in der Verordnung daraus hingewieseu, daß der Ernst Der Erziehung und die Strenge der Forderung, die sich in diesen Urteilen aus,prechen, damit nicht besei­tigt, solchem umgekehrt gesteigert werden, zugleich aber den Ergebnissen der Jugendkunde besser ange- paßt werden sollen.

Illegale Börsengeschäfte...

Oie russische Regierung schließt eine japanische Bankfiliale in Wladiwostok

Moskau, 27. Dezember.

Wie aus Wladiwostok berichtet wird, hat die Fi­nanzverwaltung des Gebietes des Fernen Ostens auf Grund eines Beschlusses des Finanzkommissariats der Tätigkeit der Wladiwostoker Filiale der Bank von Korea ein Ende bereitet.

Dieser Beschluß ist infolge einer von der fernöst­lichen Finanzverwaltung vorgenommcnen Revision der Tätigkeit der Filiale der Bank von Korea gefaßt worden. Bei der Revision wurde festgestellt, daß die Filiale, statt sich der Entwicklung und Festigung der geschäfüichen und wirtschaftlichen Beziehungen zwi­schen der Sowjetunion und Japan, sowie normalen Transaktionen zur Finanzierung des Verkehrswesens und des Handels aus dem Territorium des Fernen Ostens zu widmen, fast ausschließlich sich

mit Balutageschäfteu befaßte,

wobei diese unter gröblicher Verletzung der Sowjet­gesetze getätigt wurden. Die Filiale beschäftigte sich mit spekulationsmäßigem Ankauf und Verkauf von Tscherwontzen unter Verletzung der amtlichen Kurse und verheimlichte den Finanzstellen der Sowjetunion den durch die Valutageschäfte erzielten Gewinn. Das Finanzkommissariat forderte die femöstliche Finanz- Verwaltung auf, den Gewinn der Wladi­wostoker Filiale der Bank von Korea zu be­steuern wegen Verheimlichung des von ihr erziel­ten Gewinnes, ferner ihr eine Geldbuße aufzuerlegen und die rückständigen Beträge einzutreiben, und schließlich eine Klage gegen die Bank anzustrengen auf Entschädigung für die der Sowjetunion durch die Ver­letzung der der Valutagesetzgebung zugefügten Ver­luste. Den Ankauf von Tscherwontzen führte die Bank an einer

illegalen Börse

durch Vermittlung einer Anzahl Personen aus, die zur gerichtlichen Verantwortung gezogen und zu verschie­denen Freiheitsstrasen und Ausweisung aus der Sow­

jetunion verurteilt worden find. Die angekauften Tscherwontzen wurden dann zu erheblich herabgesetztem Kurs an japanische Firmen verkauft.

Derfchwönma auf Kuba

Reuyork. 27. Dezember.

Die kubanische Polizei deckte eine große Verschwö­rung auf, die den Sturz der jetzigen Regierung be­zweckte. Am Heiligen Abend sollte mit der Verwirk­lichung ihrer Pläne begonnen werden. Rädelsführer der Verschwörung sollen der frühere Präsident Meno- cal und andere führende Mitglieder der Nationalpar­tei sein. Es gelang der Polizei, den Obersten Hevia. der "Innenminister gewesen war. sowie einige andere Führer zu verhaften. Menoeal selbst ist geflüchtet. Gegen ihn ist Haftbefehl erlassen. Es werden weitere aufsehenerregende Verhaftungen erwartet.

Große Politik" in Monaco

Monaco, 27. Dezember.

Der Fürst fron Monaco hat durch Verordnung den Nationalrat und den Gemeinderatauf­gelöst und gewisse verfassungsrechtliche Garantien außer Kraft gesetzt. Aufgmnd der Verordnung wer­den die Befugnisse des Nationalrates vorläufig dem Staatsrat übertragen, der nach der Verfassung die Aufgabe hat, die Gesetze und das Budget auszuarbei­ten. Die Befugnisse des Stadt- und Gemeinderates werden einer besonderen Gemeindeabordnung übertra­gen, die aus Beamten besteht und an deren Spitze der Staatsrat und der Gesandtschastsrat stehen.

Dieser Staatsstreich ist, wie dieFranks. Zig." wei­ter mitteilt, von der einheimischen Bevölkerung mit großer Ruhe ausgenommen worden. Es ist nämlich schon das dritte Mal fett zwanzig Jahren, daß die parlamentarische Vertretung in Dlonaco ausgehoben

wird. Diesmal ist der Anlaß zu dieser Maßnahme durch die Streitigkeiten gegeben worden, die feit fast zwei Jahren die wahlberechtigten Bürger Monacos in zwei feindliche Lager spalten und die sogar unlängst zu Unruhen und Kundgebungen geführt haben. Die Ruhe desStaates" ist durch aufregende Reden und Schlägereien gestört worden, die Gerichte mußten ein­greifen und die zahlreichen Fremden sind beunruhigt worden. Offenbar hat man aus Furcht davor, daß der kommende Verkehr benachteiligt werden könnte, zu die­serdiktatorischen" Maßnahme gegriffen.

Englands Miitelmeer-Sopgen

London, 27. Dezember.

Der Marinekorre-Pondent desDaily Telegraph" vertritt die Ansicht, daß die gegenwärtigen Bemühun­gen der englischen Regierung, Fr a n k r e i ch und I t a- 11 e n zu einem Flottenbau-Feiertag zu bewegen, voll­ständig hoffnungslos seien. England müsse aber trotz­dem alles versuchen, da es den größten Wert auf die Erhaltung des Friedens im Mittelmeer lege, durch das eine der wichtigsten englischen Handels­straßen führe. Ein Krieg zwischen Frankreich und Italien würde das völlige Verschwinden der neutralen Schiffahrt im Mittelmeer bedeuten, was zu schweren

Schädigungn der englischen Schiffahrt führen würde. Tie fieberhafte Tätigkeit auf den Werf­ten im Mi.ttelmeer gebe zu ernsten Besorgnissen Anlaß. Es wird die Ansicht angedeutet, man solle Frankreich im Hinblick auf die Verteidigung feiner atlantischen Küsten eine gewisse Ueberlegenheit über die italienische Flotte zugestehen.

Meuterei in Polen?

Paris, 27. Dezember.

Die kommunistischeHumanitö" veröffentlicht einen Brief aus Warschau, für dessen Inhalt das Blatt die volle Verantwortung übernehmen muß. ES berichtet über die Meuterei eines polnischen Regi­ments. Es heißt in deut Schreiben: Anfang des Monats hatten die Soldaten »es 19. Inf.- R e g. in Pruzany (westliches Weißrußland) die ihnen vorgesetzte verdorbene Nahrung bertocigert, ihre Kochgeschirre ausgeschüttet und eine bessere Verpfle­gung gefordert. Angesichts dieses Vorfalles habe der Offizier vom Dienst an die Mannschaft eine An­sprache gerichtet, in der er auf die schwierigen wirt­schaftlichen Umstände des jungen Polen hinwies. Trotzdem hätten die Soldaten die Vorratsläger gestürmt und die dort befindlichen Lebensrnittel unter sich verteilt. Die Gendarmerie sei alarmiert worden und habe 50 Meuterer fest genom­men.

4. England und

London, Ende Dezember.

Das Verhältnis zwischen Mutterland und den übrigen Teilen des englischen Reiches ist an der Jahreswende außerordentlich labst. In den Dominions und in Indien sind Kräfte am Werk, die vielleicht schon in absehbarer Zeit einen radikalen Wandel in den Beziehungen mit England herbeiführen können. Im Falle der Dominions sind es Erwägungen wirtsckiaftlicher Natur, im Falle In­diens solche politiscben Eharakters. Untersucht man rückblickend die Veränderungen, die im Laufe des vor dem Abschluß stehenden Jahres in dem Verhältnis zwischen Mutterland und den Übrigen Teilen des Imperiums eingetreten sind, so ist in ersten Linie .festzustellen, daß der Prozeß der Emanzipie­rung der Dominions von England wei­tere Fortschritte gemacht bat Ans der im November des Jahres beendeten Reichskonferenz sind die Rechte der Dominions auf politischem Gebiet wesentlich er­weitert worden; die Stellung der Dominions unter­scheidet sich kaum von der des Mutterlandes. Ein weiterer Pfeiler in der Verbindung zwischen Eng­land und seinen Tochternationen, die englischen Ge­neralgouverneure in den Dominions, sind gestürzt. Jedes Dominion kann sich seinen eigenen, nationa­len Generalgouverneur ernennen. Diese Ernennung bedarf lediglich der formellen Zustimmung durch den englischen König. Australien hat von diesem neuen Recht bereits Gebrauch gemacht; Kanada dürfte ihm bald folgen. Weit gefährlicher auf politischem Ge­biet aber ist die Entwicklung der Tinge in Indien, wo der Kampf um die nationale Freiheit, um Selbst­verwaltung, ja um völlige Unabhängigkeit von Eng­land in vollem Gange ift Die Gefahr des Ver­lustes Indiens abzuwenden, ist gerade im ge­genwärtigen Augenblick die Hauptaufgabe der in England verantworstichen Staatsmänner.

Dem politischen Emanzipationsprozeß im eng­lischen Imperium suchen viele Kreise in England durch die Propagierung eines wirtschaft­lichen Zusammenschlusses des Reiches zu einer Wirtschaftseinheit entgegenzuwirken. War der Einfluß dieser Kreise bis vor wenigen Jahren noch verhältnismäßig gering, so hat er sich in der letzten Zeit ganz außerordentlich erweitert. Nicht so sehr auf Grund eines Stimmungsumschwunges als unter dem Druck der Wirtschaftsnot. Englands Han­del liegt sehr im argen. Auf der Suche nach einem Ausweg aus dieser Krise verfallen immer weitere Kreise auf die Idee, es einmal mit dem wirtschaft­lichen Ausbau des englischen Reiches zu versuchen, da man nicht mehr so recht an die Möglichkeit der Wiedereroberung der früheren Absatzmärkte für die englischen Industrien in der nicht-englischen Welt glaubt. Auch in den Dominions sind ähnlich gerichte­te Strömungen zu verzeichnen, sodaß rein theoretisch die Vorbedingung für einen Zusammenschluß des englischen Reiches zu einem einzigen Wirtschaftskör­per gegeben ist. Wie aber die diesjährige Reichs- konferenz bewies, ist eine Verwirklichung dieses Zieles angesichts der fundamentalen Meinungsver­schiedenheiten zwischen Mutterland und Dominions mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden. Die von

die Dominions

den Dominionvertretern vorgeschlstMten gegenseiti­gen Vorzugszölle die, um wirksam zu sein für England Zölle für Rohmaterialien und Nahrungs­mittel bedeuten mußte das Mutterland im Inter­esse seines Außenhandels und wegen der amit zu­sammenhängenden Verteuerung der wichtigsten Nah­rungsmittel für das englische Volk ablehnen. Die englische Regierung wünscht in dem gleichen Maße wie die Dominions eine x *aere wirtschaftliche Zu­sammenarbeit, aber sie wird die Verwirklichung die­ses Zieles vorläufig noch mit anderen Mitteln als gegenseitigen Vorzugszollbegünstigungen anzustreben versuchen. In dieser Hinsicht dürfte das Quoten- system, das nicht nur von der Arbeiterregierung, sondern auch von den Konservativen besürwortel wird, eine hervorragende R»lle spielen.

Dieses System, das den Dominions die Abnahme eines bestimmten Teiles threr Erzeugnisse, hauptsäch­lich aber Weizen, garantiert, würde ungefähr den gleichen Zweck erfüllen, wie englische Zölle auf Nah­rungsmittel, aber nicht dieselben nachteiligen Aus­wirkungen auf den englischen Außenhandel haben. Eine Annahme dieses Quotensystems von feiten der Dominions erfcheint im Hinblick auf die Würdigung, die die Ministerpräsidenten von Kanada und Austra­lien diesem Projekt auf der Schlußsitzung der Reichs­konferenz zuteil werden ließen, keineswegs ausge­schlossen, Daß der Zusammenschluß des englischen Reiches unter Zugrundelegung des Quotensystems nicht so eng sein kann, wie bei Einführung von Roh- stcff- und Nahrungsmittelzöllen in England, dürfte ohne weiteres klar sein.

Von der Verschärfung der Wirtschaftskrise in der Welt wird es hauptsächlich abhängen, ob die D o m i- nions sich weiter von England abson- dern oder an andere Wirtschaftsgruppen Anschluß suchen werden. Kanada braucht für seinen überschüssigen Weizen einen Absatzmarkt; kann England ihm diefen Markt nicht bieten, sei es durch Quotensystem oder durch andere Mittel, so ist Kana­da. wie sein Ministerpräsident es nur allzu deutlich ankündigte, fest entschlossen, sich anderweitig Absatz­märkte zu verschaffen und eventuell mit anderen Län­dern Mciftbegünstigungsverträge abzuschließen. Wel­che Entwicklung das Verhältnis zwifchen Mutterland und den Dominions annehmen wird, ist angesichts der hierbei mitwirkenden Faktoren und Bedingungen sehr schwer vcrauszusagen.

Es ist ebenso gewagt zu prophezeien, welchen Aus­gang die zur Zeit tagende Round Table-Kon» f e r e n z nehmen wird. Wird sie mit einem für alle Beteiligten befriedigenden Ergebnis zu Ende gehen oder fehlschlagen? Falls der Eindruck, den man m Delegationskreisen gewinnt, nichi täuscht, ist man be­müht, unter allen Umständen die Konferenz zu einem erfolgreichen Abschluß zu brtnden. Diese Absicht be­steht nicht nur in Kreisen der englischen Delegation und der Fürsten, was nur allzu verständlich ist, son­dern auch unter den Delegierten aus Britisch-Jndien. Die Fortschritte, die bisher erzielt wurden, sind nicht unbeträchtlich. Die schwierigsten Fragen jedoch, wie die der Vertretung von Mohammedanern und Hin­dus in der Bundesregierung und den Provinzialvcr-

Sie MWM an der Jahreswende