Erfolgreiche Verkehrswerbung
Oer Verwaliungsrat des Verkehrverbandes tagt in Hersfeld
Im neuen Kurhotel der Stadt Hersfeld trat unter dem Vorsitz Les Oberbürgermeisters Dr. Stadler. Kassel, der Verwaltungsrat des Verkehrsvrrbandes für Hessen und Waldeck Mammen. Nachdem Oberbürgermeister Dr. Stadler die neuen Verwaltungs- ratsmitglieder Landrat Noelle, Melsungen, als Vertreter des Unlerverbandes Kassel im Preuß scheu Landkreistag und Oberbürgermeister Dr. Dauze- brink, Fulda, anstelle des in den Ruhestand getretenen Oberbürgermeisters Dr. Antoni begrüßt hatte, erstattete Verkehrsdirektor Dr. Rehorn den Verwaltungsbericht. Obwohl der Reiseverkehr in dem abgelaufene» Sommerhalbjahr unter der schweren allgemeinen Wirtschaftsdepression zu leiden hatte,
stieg dennoch die ZaU der gemeldeten Fremde« gegenüber dem Sommerhalb,ahr 1929 um 13 000 aus 221000,
darunter 7 500 Ausländer, die Zahl der llebernach- tungen jedoch um 240 000 auf 1050 000. Die durchschnittliche Uebernachiungsziffer erhöhte sich hiernach von 3,8 auf 4,6, d, h, jeder Fremde hat sich fast einen ganzen Tag länger in unserem Erholungsgebiet aufgehalten als 1929. Kapitalisiert man diese Ziffern nach den üblichen Richtlinien, so dürften
dnrch den Fremdenstrom etwa 15,7 Millionen Mark, und im Vergleich zum Sommer 1929 etwa 3,6 Millionen Mark mehr in das Berbands- gebiet geflossen
sein. Rach der Zahl der gemeldeten Fremden steht das untere Fuldagebiet mit Kassel an der Spitze, doch wird dieses Gebiet nach der Zahl der Uebernach- tungen weit übertroffen von Waldeck und dem oberen Fulda- und Kinziggebiet. Sehr beachtlich sind die Fortschritte im Reinhardswald mit Münden und im oberen Lahngebiet mit Marburg, während das Werragebiet mit Bad Sooden-Allendorf sowie Knüll und Schwalm sich gut behaupten konnten. Die Fremden kamen in überwiegender Mehrzahl aus dem rheinisch- westfälischen Industriegebiet, sann folgt Thüringen, Hannover, Sachsen und Hamburg-Bremen. Wenn auch wesentlich geringer, so doch nicht ganz unbeachtlich ist der Verkehr im Winterhalbjahr 1929=30 mit 65 000 Fremden und 151000 llebernachtungen, der wegen der ungünstigen Schneeverhältnisse nur zum geringsten Teil auf den Wintersportverkehr, zum überwiegenden Teil auf den Berufs- und BildunZsver- kehr in den Städten entfällt. Die Gründe für die Erhöhung der llebernachtungsziffer« sind vornchm- lich darin zu finden, daß
Hessen-Waldeck durch die Werbemittel des Ser« Landes in den benachbarte« Industriegebiete« immer atefc als preiswertes »ud wegen sei«es Waldreichtums günstiges Erholungsgebiet bekannt
geworden ist. Auch konnte die Zahl der Beherber- gllngsbetriebe vermehrt werden. Wenn auch die llebernachtungsziffer sich demnach erheblich erhöht hat, so mutz doch auf der anderen Seite darauf hingewiesen werden, dah es im Augenblick nicht im Jnteresie des an sich schon hart ringenden Hotelgewerbes liegen dürste, die Zahl der Beherbergungsbetriebe noch weiter zu erhöhen: denn das im Beherbergungsgewerbe des Verbandes investierte Kapital konnte im Sommer 1930 trotz stark erhöhter Unbernachtungsziffern bei einer Kapazität von 2632000 llebernachtungsmöglich- keiten zu 40 Prozent und
im Jahresdurchschnitt bei euer Kapazität von 5264 000 nur zu 23 Prozent ausgenutzt
werden. Soweit das Beherbergungsgewerbe in der diesjährigen Saison nach Abzug der hn Verhältnis zum vorhergehenden Jahr erhöhten Betriebskosten und sonstigen Lasten Ueberschüfle erzielt hat, wird es gut tun, sich auf die angemessene Modernisierung seiner Betriebe $u beschränken und auf größere Erweiterungs
oder gar Neubauten zunächst noch zu verzichte«. Bezüglich der Schankverzehrsteuer stellte der Verwaltungsrat fest, daß Steuern dieser Art, wie es sich bereits im Ausland erwiesen habe, auch in Deutschland sich auf die Dauer fremdenoerkchrshemmend auswirken können.
Weitgehendes Entgegenkommen fand der Verbat» bei der Reichsbahndirektion Kasiel, nicht nur in Fahr» plaufragen, sondern auch durch Genehmigung neuer Sonutagssahrkarten, neuerdings noch durch die Ausgabe von Mittwochnachmittagsausflugsrückfahrkarte« vo« den Städten in die benachbarten Gebiete.
Das Straheuausbauprogram« des Bezirks »er» | Landes
konnte mit Hilfe des 4 Millionenkredits so gefördert werden, daß mit Beginn der nächstjährigen Reisesaison sämtliche Reichs st ratzen im Verbandsbe- zitt ausgebaut sein werden. Sobald die Schnee- verhälimisse es zulaffen, wird der Verband im Benehmen mit den Wintersportplätzsn und -Vereine« eine» . u
Eilschneedienst
einrichten. Besonders gepflegt wurde die Richtungspropaganda mit den benachbarten Ver» kehrsverbänden, die sich je länger je mehr auszuwirken beginnt. Die an der Wcst-Ostpropaganda inter- Verband in Verbindung mit dem Stadtverkehrsamt effierten DerkehrsverLände und Städte wählten den Verband in Verbindung mit dem Stadtverkehrsamt Kastel für 1931 erneut zu ihrem Vorort. Schon im nächsten Jahne wird man mit der erforderlichen Propaganda beginnen wüsten, um 1932 die anläßlich des Eoethejahres. des Deutschen Sängerfestes und der Gustav Adolffeiern vornehmlich im Zuge der West- Ostpropaganda zur Entwicklung kommenden Fremdenströme .soweit sie durch unter Berkehrsgebiet fließen, auf die Schönheiten des hestischen Berglandes aufmerksam zu machen.
Rundfunk
Programm des Frankfurter und Kasseler SenderL _____ Mittwoch, den 17. Dezember,
6.15: Morgensvmnallik
7.30: Krützkonzert aus. der Kirw-OrgÄ
10.20: Auf Keiienfahrt in Tngland
11.00: Frühkonzert am Kochbrunnen in Wiesbaden
12.20: Lchallvlattertkomeri: Neues von Jack Hvlwn
14.00: Werüekonzert (Schalwlalten)
15.00: Stunde der Jugend — Der snnge Goethe, ein G.- svräch zwischen Le« Dichter Rudolf ®. Blutung und Paul Laven — Kaspar Hauser, ein berühmter Gesa«, eener, Bortrag von Dr. Walter Benjamin
16.50: Wirtschastsmeloungen
16.00: Bon Stuttgart: Nach mittags kvnzert der Rundfunk» orchetzers
16.05: Der Künstler und sein Problem, Revortag« ans der Weibnachtsverkaufsstelle Frankfurter Künstler
18.85: Esperanto-Unterricht
19.00: Zeitangabe, Wettervoraussage, Wirtschaftsmeldnnge»
19.15: Von Stuttgart: Volksweisen ans Jugoslawien, Vortrag mit Originalschallvlatten
19.35: „Vom Rundfunk"
20.00: Klavier-Konzert — Schumann: a-moll ov. 54 — Leitung: Reinhold Merten — Solistin: Gerda Nette. Berlin
20.40: Bon Berlin: Feier zur Erinnerung an die lOOjäh. rige Wiederkehr des Todestages des südamerikani» fchen FreiheUshelden Simon Bolivar
22.00: Die Instrumente des Orchesters — 14. Vortrag vot» Hans Rosbauk
22.45: Nachrichten, Sportbericht und Wettermeldung
KSnigswnsterbansen:
12.00: Schallplattenkonzert: Das Neueste LeS Monats
14.00: Schallplattenkonzert
16.30: Nachmittags konzert von Hamburg
17.30: Kurze Klavierstücke in drei Jahrhunderten
20.00: Ans Danzig: Märsche —
20.40: Aus dem Festsaal Kroll: Feier zur Erinnerung cttl die 100jährige Wiederkehr des Todestages des süd- amerikanischen Freiheitshelden Simon Bolivar
Dienstag. 16. Dezember 1930
Kasseler Neueste Nachrichten
Knfere Heimat
Die Post im Weihnachts-Pakeiverkehr. Um den gesteigerten Ansorüerungen des Weihnachis-Pakerver- kehrs gerecht zu werden, Hai oie Post umfassend« Vorkehrungen getroffen, die eine schnelle und pünktliche Zuführung der Sendungen in die Hand des Empfängers erwarten lasten. Die Annahmeschalter werden dem Bedürfnis entsprechend vermehrt, neben den bestehenden Postverbindungen find zahlreiche außergewöhnliche Beförderungsgelegenheiten auf der Hahn und auf Landwegen vorgesehen. Soweit die Pakete vom Empfänger nicht abgeholt werden, erfolgt ihre Zustellung unter Vermehrung der Zustellkräfte ohne besondere Kosten mit der gewohnten Pünktlichkeit. Wer eine Pakete rechtzeitig bei der Post auflteserl, kann sicher sein, daß sie zu der gewünschten Zeit den Empfänger erreichen. Wer verhindert ist, seine Pakete persönlich bei der Post aufzuliefern, oder fick den Weg zum Postamt sparen will, gebe sie dem Paket- zusteller mit. Das kann überall geschehen, wo die Paketzustellung mit Fuhrwerk ausgeführt wird Die Gebühr für die Mitnahme beträgt 20 Rpf. für ein Paket.
Allerdings Apfelsinen
2 ein Lastzug am Sandershäuser Berg verunglückt
In den letzten vierzehn Tagen sind drei Lastzüge am Sandershäuser Berg verunglückt. Zuerst ein Auto mit Wein, dann ein Wagen mit Zucker und in der Nacht von Sonntag auf Montag kam ein Hamburger Lastzug nach zwei Uhr morgens auf der steil abfallenden Straße ins Schleudern. Der Anhänger raste über den Straßengraben und blieb mit gebrochener Achse und verbogenen Rädern bis zum Tage liegen. Die Ladung Apfelsinen kollerte zum größten Teil den Berg hinunter.
Aviv im Revel am Kluß
Zwei Kasselaner beinahe in die Fulda gefahren.
Von einem Schutzengel begleitet waren zwei Kasseler Geschäftsleute, die von Melsungen nach Schwarzenberg fuhren. der Kurve vor dem Ort versuchte der Führer das Licht umzuschalten, um bei dem Nebel eine bessere Sicht zu bekommen. Unglücklicherweise versagte der Mechanismus und der Wagen fuhr dunkel weiter. Hierbei kam man vom Weg ab und fubr auf eine Wiese. Als die beiden Insassen ihren genauen Standort feststellen wollten, bemerkten sie zu ihrem Entsetzen daß sie am Ufer der Fulda standen. Einige Meter noch und der Wagen wäre in den Fluten verschwunden. Ein vorbeifahrender Motorradfahrer holte in Melsungen Hilfe, und mit vereinten Kräften konnte bas Auto wieder auf die Straße gebracht werden.
2Pom Pferd geirrten
Senator a. D. Knüppel, Schulrat Walze, Uhrmacher Meyer. Tischlermeister Gruber. Andere Stimmen zersplitterten sich infolge gänzlichen Mangels an Vorbereitung und Organisation.
Walshagen. Austritt ans dem Kreistage. Der Kreistagsabgeordnete Georg Heinrich S ch w ai z aus Ehringen hat sein Mandat als Mitglied des Wolfhager Kreistages niebcrgelegt
Schlierbach (Kreis Fritzlar). In einet rechtwmklt- gen Kurve fuhren der Personenwagen eines Mühlenbesitzers aus Rommershausen und der eines Reisenden aus Kassel aufeinander. Beide Wagen wurden so schwer beschädigt, daß sie abgeschleppt werden mußten Die Fahrer erlitten glücklicherweise feine Verletzungen. Da sich nun schon mehrere Unglücksfälle an der unübersichtlichen Kurve ereignet haben wäre es doch endlich Zeit, daß entsprechende Warnungs- zeichen angebracht würden.
Leimsfeld. Eine Wohltat. Im Frühjahr soll, wie man hört, die Kasseler Landstraße von Leimsfeld nach Ziehenhain mit einer Asphaltdecke überzogen werden. Da die Straße sehr ausgefahren ist, wird die Instandsetzung lebhaft begrüßt werden.
Karlshasen. Aus dem Rathause. Die städtischen Kollegien befaßten sich mit der Feststellung der Stadtkassenrechnung für das Etatsjahv 1929. Die Rechnung schließt mit einem Ueb°rschusse von 8467,36 Mark ab. Auf Antrag der Leitung des Kinderheimes beschloß die Verfammlung dem Heim als einem gemeinnützigen Unternehmen auf den jeweiligen Wasserpreis einen Nachlaß von 20 Prozent zu gewähren. Zum Schluß erledigte die Versammlung noch zwei Dringlichkeitsanträge. Von dem vom Forstfiskus gekauften Grundstücke (früher Ernst Warnecke) gehören noch 46 Quadratmeter der Stadt. Sie wurden oem Forstfiskus, da sie für die Gemeinde wertlos find, kostenlos überlassen. Der zweite Dring- lichkeitsantrow Betraf die kürzlich ins Leben gerufene Freiwillige Feuerwehr. Die Versammlung beschloß, für die Uniformierung der Wehr in den nächstjährigen Etat die Summe von 1000 Mark einzustellen.
Homberg. Um die Rot der Erwerbslosen zu lindern, hat der evangelische Kirchenvorstand beschlossen, in der Weihnackrswoche an jeden verheirateten Erwerbslosen einen Gutschein über vier Zentner Briketts zu verteilen. Außerdem will man durch eine Sammlung noch weiter den Bedürftigen durch Zuwendung von Lebensmitteln, Kleidungsstücken und Geschenken eine Weihnachtsfteude bereiten. Der Versammlungssaal des Kinderheims soll zu einer Lesehalle eingerichtet werden und besonders den jugendlichen Erwerbslosen zugute kommen.
Lingelbach. Verkleinerter Kraftpostbetrieb. Wegen Unrentabilität der Strecke Alsfeld-Lingelbach soll an Stelle des Postwagens für 30 Personen ein solcher für 15 Personen ab 1. Januar 1931 verkehren. Der Garantievertrag mit der Post wurde einstimmig ver- längert, jedoch sollen die Kosten für Unterbringung der Autowagen gemeinschaftlich von den beteiligten Gemeinden getragen werden.
Biedenkopf. Silberne Hochzeit feiert heute Tief- bauuniernehmer August Kolbe mit seiner Frau.
vormittag verhaftet worden. Die Polizei hatte bet der Verfolgung der Spur der Täter festgestellt, daß ste fich über Frankfurt a. M. nach Kaiserslautern begeben hatten, wo ste bei Verwandte» Unterschlupf fanden. Als am Montag vormittag die Polizei er- fchien, fan» sie nur noch den 21 Jahre alten August Schmidt vor, während fein Sttefvater sich kurz vorher in die Stadt begeben hatte. Von diesem Gange ist er nicht zurückgekehrr. Vermutlich hat er gewittert, daß die Polizei ihm auf der Spur war, und deshalb die Fluchl allein fortgesetzt. Der verhaftete Sohn ist zunächst dem Gerichtsgefängnis in Kaiserslautern zugeführt worden und wird nach Kassel in Untersuchungshaft gebracht werden. Bei feiner eisten Vernehmung legte der jugendliche Verbrecher ein volles Geständnis ab. Er gab an, daß sie beabsichtigt hätten.
den Wagenführer zu ermorde« und die Leiche mi> den- Auto zu verbrenne«,
um so einen Unfall vorzutäuschen. Wetter Hal der Verhaftete angegeben, daß er von seinem Vater 100 Mark erhalten habe, die er am Sonntag in Kaiserslautern in lustiger Gesellschaft verpraßte. Wie von der Polizei festgestellt werden konnte, hatten die Täter bei dem Ueberfall neben einem Totfchläger auch Schußwaffen bei fich. Wahrfcheinlich Haden fu davon deswegen keinen Gebrauch gemacht, weil sich der Wagenführer zunächst tot stellte. Kurz nach der Tat kam ein Auw van Mühlhausen den Katharinenberg herab, sodaß die Täter eiligst flüchten mußten. Diesem Zusall ist es wohl zuzufchreiben, daß ste ihre Tat, den Wagen in Brand zu stecken, nicht ausführen konnten. Ihr Plan war schon vorher daduvch durchkreuzt worden, daß sich der Fahrer, als die Täter die Wagentür öffneten, auf die Straße rollen ließ. Seine Verletzungen sind doch schwererer Natur, als zunächst angenommen wurde. Der Ueberfallene hat erhebliche Verletzungen am Kops davon getragen, die feine Uebersührung in ein Krankenhaus in Mühlhausen notwendig machten. Sei»
Ern Gespannsührer schwer verletzt.
Eine schwere Verletzung erhielt der Eespannführer Pf. in Melsungen, welcher bei einer hiesigen Speditionsfirma beschäftigt ist. Als er sich mit seinen Pferden auf dem Wege zum Bahnhof befand, schlug plötzlich das Handpfcro aus und traf ihn mit aller Gewalt unters Kinn. Die Folgen des Trittes waren entsetzlich. Unter- und Oberkiefer, sowie die Zunge wurden schwer verletzt. Fast sämtliche Zähne wurden ihm ausgeschlagen. Sofort nach Erhalt des Trittes brach er zusammen und mußte in das städtische Krankenhaus überführt werden, wo ihm die Nahrung künstlich zugeführt werden muß. Das Unglück ist umso tragischer, da sich Pf. erst im 20. Lebensjahre befindet.
Verschüttet und wieder geborgen
Auf der Grube Altenburg in Trockenerfurth wurde der Bergmann Karl Eeffers aus Borken durch Zubruchgehen einer Strecke verschüttet. Nach mühevoller achtstündiger Arbeit konnte er geborgen werden. Glücklicherweise hatte er nur unwesentliche Verletzungen erlitte».
Aus dem Streife Schmalkalden
Preuß.-Kleiufchmalkalden. Ans der Gemeindevertretung. Der Antrag des Bürgermeisters E a n ß, seine Pensionierung infolge Krankheit für den 1. Februar,1931 in die Wege zu leiten, wurde genehmigt. Seine 12jährige Amtszeit läuft am 15. April ab. Die Gemeindevertretung beschloß einstimmig, die bisherige hauptamtliche Bürgermeisterstelle aus Ersparnisgründen in eine ehrenamtliche umzuwandeln. Ein Antrag des Kirchenvorstandes, die Heizungs- und Beleuchtungskosten für die Kirche, sowie die Besoldung des Kirchendieners zu übernehmen, wurde abgelehnt. Die Gemeinde stellt den Bedürftigen 600 RM. als einmalige Winterbeihilfe zur Verfügung. Um diese Summe noch zu erhöhen, findet eine freiwillige Ortsfammlung statt. Für die rückständigen Nachbarholzgelder aus den Vorjahren in Höhe von etwa 2000 RM. sollen Sicherungsmaßnahmen ergriffen werd.n und eine letzte Mahnung erfolgen. Die am 31. D^ember d. I. eingehende Ablöfungsfchuld für Reichsanleihe in Höhe von 6012 RM. fall jur Deckung der außerordentlichen Wegebaukosten Verwendung finden.
Seite 3 — L Beilage
Zustand ist aber zufriedenstellend. Auf der Flucht haben die Verbrecher in Frankfurt a. M.
unter falschem Name« 500 RM. telegraphisch an Verwandte in Magdeburg überweisen lassen.
Die Polizei war aber den Tätern zuvor gekommen und hatte fofort in allen Orten, in denen Verwand« wohnen, den Polizeibehörden von dem Ueberfall Kenntnis gegeben und die Wohnungen der Verwandten überwachen lassen, falls die Täter dort de« ersten Unterschlupf suchen sollten. Dadurch wurde auch die Geldüberweisung entdeckt und die Auszahlung an den Empfänger verhindert. Die Kriminalpolizei in Kaiferslautern hofft, auch den Vater, G o 11 h o l d Schmidt.' bald festnehmen zu können. Auf jeden Fall sind alle Grenzstationen benachrichtigt worden, um eine Flucht ins Ausland zu vereiteln. Auch in der Umgebung von Kaiserslautern wurden fofort alle Polizeikräfte aufgeboten, um nach dem Flüchtigen 6U suche» und ihn festzunehme».
3m v.Zug bestohlen
®oftt«gen, 15. Dezember.
Als ein Reisender, der mit dem v-Zug aus Berlin den Zug in Göttingen verließ, bemerkte er, daß ihm cus seiner Manteltasche während der Fahrt 6000 Mark gestohlen waren. Er lenkte den Verdacht auf einen Mitteisenden, der bei der Ankunft in Göttingen das Abteil fluchtartig verlassen hatte, und benachrichtigte sofort das Dahnperfonal. Es wurde fest- S «stellt, daß der Verdächtige die Sperre nicht verlassen atte und vermutet, daß er mit einem anderen Zuge weitergefahren fei Die benachbarten Bahnhöfe wurden sofort in Kenntnis gesetzt. Es wurden dann auch in Bebra zwei Reisende beobachtet, die sich dadurch verdächtig machten, daß sie die Kleidung we> eiten »nd falsche Fahrkarten besaßen. Sie wurden festgen »umen. J:doch wurde das gestohlene Geld bei ihnen nicht vorgefunden. Es besteht jedoch bei ihnen weiter der Verdacht, daß sie Äompluen des Täters find und die Poli- I zei absichtlich auf falsche Fährte gelockt haben, damft I der Täter das Geld in Sicherheit bringen konnte.
Ihringshausen. Einführung der Bürgersteuer. Bei nochmaligen Verhandlungen in der Eemeindevertteter- fitzung über die Senkung der Kreisumlagen wurde beschlossen, die Bürgersteuer zu erheben. Einkommen unter 1200 Mark sollen von der Steuer befreit bleiben, auch Auszügler, die über 65 Jahre alt find, brauchen die Steuer nickt zu bezahlen. Die Ortsarmen sollen, soweit Mittel zur Verfügung stehen, Weihnacht Geschenke erhalten. Dem Vertrage mit der Stadt Kastel über die Einschulung der Berufsschüler wurde zugestimmi Der Verkauf eines Grundstückes zur Errichtung eines Lagerhauses an den Großkaufmann Paul Redler wurde genehmigt. Die Gehälter der Gemeindebeamten sollen herabgesetzt werden, da die Beamten bei der letzten Besoldungs- orbnung verhältnismäßig zu hoch eingestuft wurden.
Niedervellmar. Die Volksschule veranstaltete am Sonnabend eine Weihnachtsfeier im Saal von H. Winzenborn. Die Vortragsfolge wurde mit einem finnigen Prolog eingeleitet. Es folgten Kinderchöre. Eine vom Lehrer Buchmann eingeüfcte Kinderfinfonie, bei der alle Mitwirkenden ihr Bestes gaben, vertteste die Weihnachtsstimmung. Gut gespielte Weihnachtsstücke und pastende Eedichtvortrage wechselten miteinander ab. Bürgermeister Ullrich sprach der Lehrer- Kfür ihre erfolgreichen Bemühungen den Dank
Eltern aus. Ein gemeinsam gesungenes Weihnachtslied beschloß dtesen erfolgreichen Abend.
Sann. Münden. Gegen die Unterdrückung Des Deutschtums in Polen wandte fich eine Sonntag vor dem Rathaus auf dem Marktplatz stattgehabte Pro- testkundgebung der Studentenschaft der Forstlichen Hochschule, in der ein Vertreter der Burschenschaft „Saxonia^ das Wort ergriff. — Kircheuvorstands- wahleu. Die für die Blaflenkrrche vorgenommenen Kirchenvorsteherwahlen ergab Wiederwahl der Herren
Böses Ende einer Schwarzsahri
Verletzungen und Schadenersatz.
Angestellte einer Reparaturwerkstätte in Borgentreich (Kreis Warburg) unternahmen nachts mit einem Kraftwagen, der ihrem Dienstherr» zur Reparatur übergeben war, eine Schwarzfahrt. Sie fuhren vergnügt in der Gegend umher und besuchten in Warburg sämtliche noch offene Gastwirtschaften. Angehei- tert, wenn nicht betrunken, traten ste die Heimreise an. Doch bei dem Gut Dinkelburg erfaßte fie das Schicksal. Des Steuerns noch nicht ganz mächtig, lenkte der Fahrer den Kraftwagen gegen einen Baum. Hoch im Bogen flogen die Insassen auf die Aecker. während der Wagen zertrümmert im Graben landete. Ein des Weges ziehender Händler entdeckte das Unglück und lud die Verletzten auf feinen Wagen. Der Un- glüifsmagen mußte am folgenden Morgen abgefchleppt werden. Die Polizei bekam Wind von der Sache und inierestierte fick vor allem dafür, daß die Schwarzfahrer keinen Führerschein besitzen. So wird neben der Strafe, die ihnen der Lehrherr stckerlich reichlich zugemesten haben wird, noch eine gerichtliche Bestrafung folgen.
Das Geständnis der Ränder-
Die beiden Schmidt wollte» den Fahrer ermorden und mit dem Auto verbrennen.
Einer der Teilnehmer an dem schweren Raubüber- fall am Katharinenberg bei Wanfried ist von der Polizei in Kaiserslautern in der Pfalz am Montag
Pumps mrt Agraffe nach Wahl
Schwarz Wildleder die große Mods
Spangenschuhe und Pumps 15.°
Kassel, Obere Königstraße 30