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ftellung ins HauS, in der Keschäflskelle ftcllungsgebühr. In Köllen von böbere Rückzahlung des Bezugspreises. Verlag. Gauimelnummer 6800. JuriMsche Svreck
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Sonnabend Sonntag, 13./14. Dezember 1930
20. Jahrgang
Pariser Kabinett auf schwachen Füßen
Steeg hat die Kabinettsbildung beendet / Die Opposition prophezeit baldigen Sturz / Curtius will den Osten besuchen
Oie Wiederherstellung des Kartells
Oer Kampf um Curtius
Eigener Drahibertchl.
W. P. Ein paarmal hat die Opposition in ihren
i Paris, 13. Dezember.
Um 2.20 Uhr früh, also 3.20 Uhr deutscher Zeit, Ist das Ministerium Steeg endgültig ge- Hildet worden. Wie Havas mitteilt, setzt sich das Kabinett wie folgt zusammen:
Ministerpräfidium und Kolonien: Steeg, Senator (Radikal); Inneres Leygues, Abgeordneter (Linksrepublikaner); Justiz: CHeron, Senator (Republikanische Vereinigung); Auswärtiges Br i and, Abg. (Sozialrepublikaner); Finanzen: Germain- Martin, Abg. (Radikale Linke); Budget: Palmade, Abg. (Sozialrepublikaner; Krieg: Louis Barthou, Senator (Demokratische und radikale Vereinigung); Marine: Albert Sarraut, Senator (Radikal); O-effentlicher Unterricht: CH au- te m p s, Abg. (Radikal); Oeffentliche Arbeiten: D a- lädier, Abg. (Radikal); Nationale Wirtschaft, Handel und Industrie: Loucheur, Abg. (Radikale Linke; Landwirtschaft: Victor Borel, Senator (Demokratische und radikale Vereinigung); Arbeit: Grin- da, Abg. (Linksrepublikaner); Pensionen: Thonm- yre, Abg., (Links-Republikaner); Luftfahrt: Painleve, Abg. Sozial-Republikaner); Handelsmarine: Danielou, Abg. (Unabhängige Linke); Post und Telegraphen: George Bonnet, Abg. (Nasale); Gesund heitsfragen: Qu eilte, Abg. (Radi-
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Das neue Kabinett kann seiner Zusammensetzung nach als eine Wiederherstellungdes alten Kartells angesehen werden und ist also auf die Unter st ützung der Sozialdemokraten angewiesen. Von der Tardieuschen Mehrheit haben lediglich einige Minister, wie Leygues und Chkron ein Portefeuille angenommen, allerdings ohne die Billigung ihrer Partei. Hinter der neuen Regierung stehen nur die Gruppen von den Ra- dikalsozialisten bis zum linken Flügel des Zentrums, der jedoch nicht als zum neuen Kabinett gehörend angesehen werden kann. Es handelt sich also im Grunde genommen um dieselbe Konstellation, die der Radikalsozialist Chautemps bereits Anfangs des Jahres schon einmal zufammengestellt hatte, die aber schon am ersten Tage wieder gestürzt wurde. *
Allgemein wird dem neuen Kabinett keine lange Lebensdauer vorausgesagt. In Kreisen der Opposition glaubt man, daß die Regierung Steeg, die sich am Mittwoch der Kammer vorstellen soll, am Donnerstag bereits wieder gestürzt werden wird.
„Nicht der Mühe wert..
Lord Cecil sucht sich herauszureden.
London, 13. Dezember.
Auf der Jahresversammlung des leitenden Ausschusses der Völkerbundsvc reinigung verteidigte sich Lord Cecil gegen die Angriffe, die wegen seiner Haltung in Genf gegen ihn erhoben wurden.
Auch er wolle die allgemeine Wehrpflicht abschaf- fen, aber er habe in den vier Jahren vergeblich versucht, die Unterstützung einer anderen Nation zu gewinnen (?). Im gegenwärtigen Augenblick sei die Abschaffung aber unmöglich. Die meisten Todesopfer in einem Kriege verursachten noch immer das Gewehr und das Maschinengewehr. Aber auch hier halte er eine Beschränkung in der Praxis für unmöglich. Die Beschränkung der Kosten für die Rüstungen sei ein wirksames Mittel. (Und die Verschleierung der Etats? D. Red.) Der einzige Schutz gegen Gas und andere chemische Mittel bestehe darin, einen Krieg zu vermeiden. Die Verluste, die durch schwere Artillerie veursachr würden, und diejenigen, die durch andere Waffen hervorgerufen werden, verhielten sich wie I zu 10 und 1 zu 100. Es scheine daher nicht der Mühe wert (!!), die Zahl der Geschütze zu beschränken, obgleich er für den Plan stimmen werde, daß die schwere Artillerie begrenzt wird.
Militärputsch in Spa«i-n
Fliegermajor Franco wieder beteiligt?
Paris, 13. Dezember.
Wie Havas aus Hendaye meldet, ist ein Aufstand der etwa 1 500 Mann starken Garnison in Jaca gestern vormittag ausgebrochen. Mehrere hundert Militär-und Zivilpersonen versahen sich in den Waffendepots der Stadt mit Waffen und zogen am späten Nachmittag auf Lastautos nach Huesca
Wie Havas weiter meldet, sollen der Miliiärgou- venreur von Huesca, General Las Heras, und sein Adsutänt, die mit einer Abteilung Zivilgarde nach Jaca ausgebrochen waren, um sich über die Lage
»u informieren, von den Aufftändischen gefangen genommen uns gezwungen worden sein, an der Spitze der aufständischen Kolonne zu marschieren. Der Bischof von Jaca soll sich gleichfalls unter den Geiseln befinden.
Die Aufftändischen sollen abends vor Huesca eingetroffen und ein Gefecht mit Regierungstruppen bestanden haben, in dessen Verlauf ein Leutnant und ein Major der Zivilgarde gefallen seien. Mehrere Garnisonen in Nordspanien sollen alarmiert worden fein. Gerüchtweise verlautet, daß auch der F l i e g e r m a - jorFranco, der kürzlich aus dem Madrider Militärgefängnis geflohen war, andemAufruhrbe- teiligt ist.
Die spanische Regierung hat beschloflen, Nachrichten über den Aufstand in Jaca sowie über gewerkschaftliche Konflikte wieder unter Zensur zu stellen. Die Garnison in Jaca soll nach amtlicher Mitteilung nur aus 200 Mann Infanterie und Artillerie bestehen.
Calonder in Genf
Anträgen eine außenpolitische Debatte gefordert; die Reichstagsmehrheit hat diese Forderungen durchkreuzt, und der Außenminister hat das Gefühl, daß alles noch einmal gutgegangen sei, auskosten können. Freilich, ungemischt ist diese Freude nicht, von einem Siege können selbst die unentwegtesten Propagandisten der Regierungspolitik nicht gut sprechen, und in der Wil- Helmstraße wird man sich hoffentlich auch darüber klar sein, daß dieser Beschluß der Reichstagsmehrheit für das Auswärtige Amt gewiß keine Ermächtigung zu einer „splendid ffolation", zu einer Trennung der außenpolitischen Führung vom Volke, bedeuten soll. An und für sich ist es eine der wichtigsten Funktionen des Parlamentes, die großen außenpolitischen Richtlinien herauszuarbeiten und gerade auf diesem Gebiete aus den Wünschen und Forderungen der Parteien einen möglichst einheitlichen Willen zu formen. Das setzt allerdings voraus, daß in den Parteien das Verantwortungsbewußtsein, ohne das diese und alle anderen großen Aufgaben im Parlament nicht lösbar find, lebendig ist. Wenn aber diese Voraussetzung nicht erfüllt ist, wenn der Reichstag durch die Schuld der meisten Beteiligten nur zum Tummelplatz für die Parteileidenschaften und zu einer Börse, an der parteipolitische Geschäfte ausgehandeli werden, herabge- würdigt worden ist, dann ist der Verzicht auf eine außenpolitische Aussprache immerhin noch ein letztes Zeichen von Selbsterkenntnis. Denn es geht nicht an, daß die Außenpolitik nur unter innerpolitischen Eesicktspunkten betrachtet wird; die Allgemeinheit müßte bte Gewinne bezahlen, die die Parteien aus der agitatorischen Behandlung dieser
Genf. 13. Dezember.
Der Präsident der Gemischte« Kommission für Lbevschlesien C a l o n d e r Hali sich zur Zeit in Geui auf. Vom Völlcobiendssekretariat wird uns auf Än- frage erklärt, daß Calonder in privater Eigenschaft hier fei. Das. schließt, na.ürlich nicht aus. daß bei dieser Gelegenheit zwischen Calonder und den zu- sÄndigen Stellen des Völkerbundssekreturiates die bekannte Proiestschrift der deutschen -Regierung gegen die Gewalttaten in Polnisch-Oberschlesien besprochen worden ist.
Ohne Weihnachtskrise!
(Von unserer Berliner Schrtftleitung.)
td. Berlin, 13. Dezember.
Wesentlich früher als in anderen Jahren hat der Reichstag seine große Weihnachtspause begonnen, die ebenfalls wesentlich länger dauern soll, als es sonst üblich war. Im Wesentlichen war dieser Reichstag bisher fast nur mit feinen eigenen Angelegenheiten befchäftigt, und die Bemühungen, in diesem arbeitsunfähigen Hause ein vollständiges Chaos iu verhüten, haben sehr im Gegensatz zu dem eigentlichen Zweck und Sinn der ganzen Einrichtung leider immer im Vordergründe vor der wirklich praktischen Arbeit gestanden. Man müßte sich eigentlich wundern, daß dieses von so außergewöhnlich starken Spannungen behinderte und von so großen Gegensätzen zerklüftete Parlament trotzdem ohne die in Deutschland traditionell gewordene Weih- nachskrise seinen Urlaub antreten kann, aber die Erklärung dafür liegt offen zittage: Man kann sich in Deutschland eine parlamentarische Weihnachtskrise in diesem Jahre schlechterdings nicht gestatten, weil wir uns längst in einer gesamtpolitischen Krise von größtem Ausmaß befinden und außerdem ist der Reichstag zumeist durch eigene Schuld schon längst derartig aus feiner sonst entscheidenden Rolle ausgeschaltet, daß die parlamentarischen Vorgänge zurzeit tiberhaupt au Bedeutung verloren haben.
Die parlamentarische Arbeitspause wird auch eine kurze Unterbrechung der Arbeiten des Reichskabinetts mit sich bringen. Zunächst wird die beabsichtigte Umbildung des Reichskabinetts wahrscheinlich nicht stattfinden, und auch von der Neubesetzung der beiden freien Minister- Posten (Wirtschaft und Justiz! ist es in der Wil helmstratze wieder still geworden. Dagegen wird die Reichsregierung mit größter Beschleunigung au die Fortführung der Arbeiten auf dem Gebiete der Preissenkung Herangehen muffen.
Am nächsten Dienstag wird eine neue Sitzung des Preisfenkungsausschufses des Reichskabinetts stattfinden. Für Donnerstag ist eine Sitzung des Auswärtigen Ausschuffes des Reichstages in Aussicht genommen, in welcher der deutsche Delegierte der Genfer Abrüstungskonferenz Graf Bernstorfs persönlich Bericht erstatten wird. Diese Sitzung des Auswärtigen Ausschusses wird von der Rechtsopposilion wahrscheinlich dazu benutzt werden, um alle die Fragen zur Sprache zu bringen, die im Plenum des Reichstages nicht mehr diskutiert werden konnten.
Curtius' Reisepläne
Der Außenminister Dr. Curtius, der an diesen Verhandlungen selbstverständlich teilnehmen wird, beabsichtigt, iu Kürze eine Reise nach Ostpreu »
zu Jnformationszwecken anzutreten. Die letzten Tage vor Weihnachten wieder voraussichtlich zu einer Reise nach Oberschlesien benutzen, um sich dort an Ort und Stelle über die Gefahren zu unterrichten, m denen die Grenzbevölkerung schwebt, lieber diese Reffe sind jedoch noch keine genauen Dispositionen getroffen.
Dingeldey kommentiert
den volksparteilichen Antrag auf Vorlegung eines , Ergänzungshaushalls.
Berlin, 13. Dezember.
Auf einem staatspoliffschen Abend der Deuffchen Volkspartei des Wahlkreises III äußerte sich der Parteiführer Dingeldey über die politische Lage nach der Vertagung des Reichstages. Sehr eingehend befaßte sich Dingeldey mit dem Antrag, den Pie Deutsche Volkspartei noch vor per Vertagung des Reichstages eingebracht hat, worin die Reichsregierung ersucht wird, bis zum Wiederzusammentritt des Reichstags einen Ergänzungshaushallsplan für 1931 vorzulegen. durch den weitere 300 Millionen Mark Ausgaben gespart werden können. Dingeldey sagte hierzu, daß keine Gewähr dafür gegeben sei, daß der vorliegende Etat für 1931 bei den Steuereinnahmen auch weitere Rückschläge und damit einen weiteren Steuerausbau berücksichtige. Die Regierung könne nur dann Vertrauen im Volke erhalten und der Glaube des Volkes, daß die Opfer nicht umsonst gebracht sind, erhalten bleiben, wenn nicht auch beim Haushalt 1931 plötzlich wieder ein Defizit zu verzeichnen fei, das dann durch eine weitere Anziehung der Steuerschraube gedeckt werden müßte. Die Deutsche Volkspartei könne auch kein zweitesmal zu Tri- buwevhandlungen gehen, ohne einen geordneten, gegen alle Rückfälle gesicherten Etat zu haben. Von der Klärung dieser Fragen im Sinne der Wünsche der deutschen Volkspariei werde die Haltung der Reichstagsfraktion gegenüber der Regierung abhängig sein.
Zu der Frage der Stellung der Deuffchen Volks- Partei zu den Nationalsozialisten unterstrich Dingeldey seine Ausführungen in Magdeburg, daß es die Aufgabe einer klugen Staatsfüchrung sei, die wertvollen nationalen Kräfte, die in dieser Partei zweifellos vorhanden seien, für den Aufbau des Staates nutzbar zu machen. Augenblicklich sei die Möglichkeit der Uebernahme ernstlicher Verantwortung durch diese Partei sehr fleptisch zu beurteilen, da sie sich nicht entschlossen von einer staatspolitischen tzdee leiten lasse.
wichtigen Lebensfragen der Nation für sich herausschlagen würden.
Je weniger das Parlament in der Lage ist, seine Aufgaben zu erfüllen, umso wichtiger wird die Führerrolle, die der Regierung zugeteilt ist. Die Wahlen vom 14. September haben im deutschen Volke eine starke politische Bewegung ausgelöst, und es ist selbstverständlich, daß diese Bewegung nicht vor der Außenpolitik halt macht. Nichts wäre verkehrter, als wenn man im Auswärtigen Amt und in den übrigen Regierungsstellen diese Entwicklung einfach ignorieren wollte. Was notwendig ist, ist vielmehr etwas anderes: Die Regierung mutz sich gerade jetzt, in einer Zeit, in der das Parlament versagt, auf die „unabsehbaren Möglichkeiten" besinnen, die — darin kann man Oswald Spengler zustimmen — durch eine kluge politische Erziehung des Volkes eröffnet werden. Dazu ist aber vor allem notwendig, daß sie selbst klare Ziele hat, und daß sie den Willen erkennen läßt, diese Ziele mit allen Mitteln, die ihr zur Verfügung stehen, durchzusetzen. Nur wenn dieser Wille zum Führen, dem das Parlament längst entsagt hat, in der Regierung lebendig ist, und wenn es gelingt, die Mehrheit unseres Volkes auf ein Programm zu einigen, wird der schwere außenpolitische Kampf, den wir zu führen hoben, nicht von vornherein zum Scheitern verdammt sein.
Von der Herausbildung eines einheitlichen Willens sind mir auf außenpolitischem Gebiete heute noch ebensoweit entfernt, wie in der Innenpolitik. Man erörtert alle möglichen Chancen, wie wir in unserem außenpolitischen Kampf Bundesgenossen gewinpen könnten, aber man vergißt nur gar zu gern, daß es zunächst einmal am wichtigsten ist, ein Bündnis zwischen den einander befehdenden deutschen politischen Gruppen zu schließen. Man jagt seinen Wunschträumen nach und erkennt vor lauter Illusionen den harten Ernst der Wirklichkeit nicht. Ohne Zweifel ist es erfreulich, daß der Revisionsgedanke im deutschen Volke immer mehr an Boden gewinnt, und sicherlich roeroen diese Forderungen nach Neuregelung der Reparationszahlungen und nach Aenderung der unhaltbaren Grenzziehung im Osten den Kem des außenpolitischen Programmes bilden müssen. Wenn aber heute beispielsweise von dem Präsidenten der Gemischten Komnission in Ober« schlesten, Calonder, gefordert wird, daß er die Verhandlungen über die Grenzrevision in Gang bringen solle, so beweist diese Ileberschätzung der Befugnisse des Schweizer Diplomaten nur, wie unüberlegt heute bei uns außenpolitische Anträge gestellt werden. Ebensooft ist es freilich auch die Sehnsucht, Agitation um jeden Preis zu treiben, die dazu führt, daß Forderungen erhoben werden, von deren Unerfüllbarkeit auch die Antragsteller überzeugt sind.
Die Regierung hat immer wieder die Ansicht vertreten, daß die große außenpolitische Aktion erst dann eingeleitet werden könne, wenn durch die finanzielle und wirtschaftliche Sanierung eine starke Aktionsbasis geschaffen sei. Selbst wenn man von dem Gelingen der Sanierungsversuche — ein Pessimismus, der durch den gestern bekanntgewordenen volksparteilichen Antrag nur verstärkt wird — nicht so fest wie die Regierung überzeugt ist, so wird man doch nach den bittere« Lehren der Haager Verhandlungen, bet denen unsere Unterhändler ihre Entschlüsse unter dem Druck der von Tag zu Tag wachsenden heimischen Finanznöte fassen mußten, die Richtigkeit dieser Taktik nicht in Zweifel ziehen können. Immerhin — für das Auswärtige Amt ist auch heute schon mehr als eine Gelegenheit gegeben, um zu beweisen, daß es seine Fäh verausgabe begriffen hat. Zunächst einmal liegt es ihm, wie schon oben angedeutet wurde, ob, die Bildung eines einheitlichen außenpolitischen Willens im deutschen Volke zu fördern. Das ist nur möglich, wenn es Fühlung mit dem Volke sucht, wenn es den Agitationsanträgen das realpolitisch Mögliche gegenüberstellt und die Schwierigkeiten, mit denen zu rechnen ist, klar aufzeigt. Und wenn es vor allem seine eigenen posi- tivenZiele herausarbeitet und dadurch die Unsicherheit, die heute bei uns und tm Auslande das Urteil über die deutsche Außenpolitik trübt, beseitigt. Denn es ist heute ja nicht mehr so, daß die Außenpolitik lediglich eine Angelegenheit der Kabinette ist; außenpolitische Erfolge können nur erzielt werden, wenn die öffentliche Meinung zielbewußt vorbereitet und richtig gelenkt wird.
Das ist die eine Arbeit, die geleistet werden muß, wenn die ungeheueren Schwierigkeiten, die, wie die letzten Wochen wieder deutlich gezeigt haben, der Verwirklichung des Revisionsgedankens entgegenstehen, überhaupt einmal überwunden werden sollen. Und inzwischen gibt es auch sonst genug zu, tun. Am kommenden Donnerstag wird der Auswärtige Ausschuß erneut verhandeln. Das Thema für seine Beratungen werden die Genier „A b r ü ft u n g s • Verhandlungen" liefern. Wenn wir das Wort