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Nummer 290*
Donnerstag, 11. Dezember 1930
20. Jahrgang
Die Michspost will billiger werden!
Trotz 120 Millionen Mark Mindereinnahmen / Verbot des Remarque-Films wahrscheinlich / Steeg versucht die französische Kahineiisbildung?
Die goldenen Ketten Amerikas
7'1? Milliarden Dollars arbeiten im Ausland
Llntersiützung der Preisabbauaktion
(Eigene Drahtmeldung.)
Berlin, 11. Dezember.
Trutz der ungünstigen Finanzlage der Reichspoft, die im abgelanfeue» Teil des Geschäftsjahres Mindereinnahmen von 71 Millionen M. verzeichnet und für das ganze Jahr mit 120 Millionen M. Mindereinnahmen rechnet, hat sich die Reichspost, wie die Blätter berichten, entschlossen, die Preissenkungsaktio« der Reichsregierung durch eine Gebührensentung zu unterstützen, ll. a. sollen die Gebühren für Drucksachen von 5 Psg. auf 4 Pfg. und in ähnlichem Ausmaß die Gebühren für Wurfseu- dungen gesenkt werden. Starke Herabsetzungen find geplant für die Paketgebühren in der zweiten und dritten Zone, und ermäßigt werden schließlich auch die Telegramm- und Fernsprechgebühren, wobei insbesondere die Gebühren für dringende Gespräche vom Dreifachen aus das Zweifache der normalen Gespräche herabgesetzt werden.
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Der Arbeitsausschuß der Verwaltungsrates der Reichspost wird am 18. Dezember zusammen- tretcn, um diese Vorschläge im einzelnen auszuarbeiten.
Handwerk und Preissenkungen
Berlin, 11. Dezember.
Die Spitzenverbände des Handwerks Haden, wie die Vosstsche Zeitung meldet, nach langen Verhandlungen mit dem preußischen Handelsministerium zur Unterstützung der Preissenümgsbestrebun- gen den Beschluß gefaßt, daß in Zukunft von der Festsetzung von Richtpreisen, wie sie im Handwerk bisher allgemein üblich waren, abgesehen wird. Die Verhängung von Ordnungsstrafen, die bisher bei Unterbietungen der Festsetzungen vorgesehen waren, soll unterbleiben, sofern es sich nicht um unlauteren Wettbewerb handelt. Weiter wird den Organisationen des Handwerks dringend empfohlen, daß alle Maßnahmen unterbleiben, die den Zwecken der Preissenkung widersprechen. Die Spitzenverbände des Handwerks weisen ans die bei den Handwerkskammern eingerichteten Gütestellen hin, an die sich das Publikum wenden kann, wenn Beschwerden über zu hohe Rechnungen des Handwerks zu erheben sind.
Keine Initiativanträge des Landvolkes
Aber doch Verhandlungen Brünings über die Zollfragen?
. th. Berlin, 11. Dezember
In der Frage der Durchführung einiger Veränderungen aus zoll- und handelspolitischem Gebiet, ist noch keine endgültige Klärung eingetreten. Man erwartete ursprünglich, daß das Landvolk einige Initiativanträge überreichen würde, die im Sinne des Reichsernährungsministers Schiele abgefaßt sein würden, aber die allzukurze Zeit, die bis zur Weihnachtspause noch besteht, hat das Landvolk veranlaßt, von diesen Anträgen ab- z u s e h e n.
An amtlicher Stelle wird betont, daß das Kabinett keine weiteren Beratungen über diesen Gegenstand anberaumt habe, und daß auch der Weg der Notverordnung dafür nicht in Frage komme. Diese amtliche Erklärung wird in Parlamentarischen Kreisen allerdings bezweifelt, und man befürchtet in nicht agrarisch eingestellten Kreisen, der Reichskanzler werde in der nächsten Woche, wenn der Reichstag nicht mehr versammelt ist, diese Materie doch wieder aufgreifen und evtl, einige Einzelheiten doch noch auf dem Wege der Notverordnung durchführen. Deshalb haben schon mehrere Besprechungen führender Persönlichkeiten aus Handel u. Industrie mit dem Kanzler stattgefunden, die den Kanzler natürlich in gegenteiligem Sinne beeinflussen wollen. Höchstwahrscheinlich wird vor der nächsten Woche in dieser Sache nichts Neues geschehen und vielfach gilt ** als wahrscheinlich, daß irgendwelche neue Aktion «tc'r diesem Gebiete nicht vor Januar zu erwarten ist.
Arbeitskonflikt in Oberschlesien
Gleiwitz, 11. Dezember.
Bei den Lohn- und Manteltarifverhandlungen für den oberschlefifchen Bergbau, die gestern hier stattfanden, wurde von Arbeitgeberseite ein Lohnabbau von 12 Prozent verlangt, während die Gewerkschaften unter Berufung auf die gestiegenen Leistungen einen Lohnzuschlag von 70 Pfg. je Mann und Schicht forderten. Eine Einigung konnte nicht erzielt werden, so daß die Verhandlungen abgebrochen werden mußten. Am Schluß der Sitzung erklärten die Unternehmervertreter, daß am 15. Dezember die Kündigung der gesamten Be-
Verbot des Remarque-Films?
Eigener Drahtbericht.
th. Berlin, 11. Dezember.
Unter den Anträgen, die gestern im Reichstag gestellt wurden, fid besonders ein deutschnationaler Antrag auf, der sich gegen den Film „Im Westen nichts Neues" richtete. Es wurde viel bemerkt, daß von der Deutschen Bollspartei für diesen Antrag lediglich Generaloberst v. Seeckt stimmte. Wahrscheinlich wird dieser Antrag im Laufe des heutigen Tages gegenstandslos werden, denn heute tritt die Filmoberprüfstelle zusammen, die, wie man mit Sicherhett annimmt, die weiteren Vorführungen des FUms „Im Westen nichts Neues" verbieten wird.
Die Zusammensetzung dieses unabhängigen richterlichen Kollegiums ist erst gestern nachmittag bekannt geworden, da sie immer erst kurz vor dem Zusammentritt der Spruchkammer festgesetzt wirb. Außer dem Vorsitzenden, dem Oberregierungsrat Seger vom Reichsinnenministerium, sind der Landvollabgeordnete und Journalist Paul B a e cke r, ferner der christlich-soziale Professor Dr. Hindere-, die Tochter des verstorbenen Generals Reinhardt, als Vertreterin der Frauenverbände, und weiter ein Vertreter der Arbeitnehmerschafr uno die Filmindustrie $u dieser Sitzung als Richter bestimmt worden. So weit man die politische Einstellung dieser Persönlichkeiten kennt, ist darauf zu rechnen, datzvondiesem fünfköpfigen Kollegium eine Entscheidung im Sinne eines Verbotes des Films fallen wird.
Natürlich werden die Gutachten der Regierung in der heutigen Erörterung wieder eine Rolle spielen. Während das Auswärtige Amt für den Film, das Reichswehrministerium gegen den Film aufgetreten war, ist jetzt insofern eine Wandlung zu verzeichnen, als das Auswärtige Amt sich eventuell auf den Standpunkt stellt, daß der Film nicht weiter zugelassen werden könne. Dieselbe Stellungnahme gewinnt auch in parlamentarischen Kreisen in zunehmendem Maße Anhänger. Man weist unter anderem darauf hin, daß dieser Film vor allem mit Rücksicht auf die im Auslande immer noch laufende hetzerische Form, die ja in Berlin nicht wiedergegeben wird, unzulässig sei. Jedenfalls' ist, wie nun auch der Meinungsstreit in der Oeffentlichkeit verlaufen wird, mit großer Wahrscheinlichkeit damit zu rechnen, daß die Filmoberprüfungsstelle heute ein Verbot aussprechen wird.
Ruhe am Aollendorfplah
Berlin, 1L Dezember.
Aus dem Rollendorfplatz, wo in den letzten Tagen wegen der Vorführung des Films „Im Westen nichts Neues" große Demonstrationen stattgefunden hatten, herrschte gestern abend Ruhe. Die Polizei hatte nichtsdestoweniger die gleichen Maßnahmen zur Sicherung der ungestörte» Vorführungen des FUms getroffen.
wie an den Tagen zuvor. Auch die Verlegung der Verkehrsmittelhaltestellen und die verschärfte Bewachung des Untergrundbahnhoses war aufrechterhal- ten. «team w
Das Oemonstrationsverbot in Berlin
Berlin, 11. Dezember.
Der Polizeipräsident teilt mit: Durch Bekanntmachung vom 10. Dezember sind mit sofortiger Wirkung alle Umzüge und Versammlungen unter freiem Himmel verboten worden. Bei der schon erfolgten Bekanntmachung des Verbotes wurde in Aussicht gestellt, daß einigePlätzefriedlichen Versammlungen offengehalten werden sollten. Diese Plätze sind: 1. Der Lustgarten, 2. die Treptower Spielwiese, 3. der Humbvldthain, 4. die Jungfernheide.
Es mutz ausdrücklich daraus hingewiesen werden, daß nur auf diesen Plätzen Versammlungen unter freiem Himmel stattfinden dürfen, und dies nur solange, als eine unmittelbare Gefahr für die öffentliche Sicherheit nicht besteht-
Das Schnellgericht an -er Arbeit
Der nationalsozialistische Abg. Fabririus verurteilt.
Berlin, 11. Dezember.
Der bei den Zusammenrottungen am Dienstag abend festgenommene nationalsozialistische Abg. Re- gierungsrat a. D. Dr. Fabrieius wurde gestern nachmittag dem Schnellrichler vorgesWhrt. Er ist nach seiner Vernehmung wegen Nichkbefolgung polizeilicher Anordnungen zu 30 Mark Geldstrafe bezw. drei Tagen Hast und wegen Beleidigung zu 150 M. Geldstrafe bezw. zehn Tagen Gefängnis verurteilt worden.
Die Staatsanwaltschaft hat gegen das Urteil des Schnellrichters gegen den Reg.-Ral a. D. Dr. Fäbri- cius Berufung eingelegt.
Die Deutschnationalen verlangen Grzesinskis Abberufung. Die Deufschnatioualen verlangen in einem Urantrag im Preußischen Landtag eie sofortige Abberufung des Berliner Polizeiprasisenren Grzesinski. Ihre Begründung bezieht sich auf die Zusammenstöße anläßlich der Vorführung des Films ,^)m Westen nichts Neues". Anstatt den Störungsanlatz durch Verbot ,Hes Hetzfilms zu beseitigen, hat der Polizeipräsident ein Verbot von Versammlungen unter freiem Himmel erlassen". Diese Maßnahme sei ein Zeichen dafür, daß dem Polizeipräsidenten jedes Verständnis für das moralische Recht des Volkes fehle, sich gegen Verunglimpfungen von Seiten des Auslandes M wehren.
legschaft ausgesprochen werden würde. Durch diese Maßnahme würden 50 000 Bergarbeiter betroffen.
Der Eewerkverein christlicher Bergarbeiter will am kommenden Sonntag zu dem beabsichtigten' Vorgehen der Unternehmer in Revierkonferenzen Stellung nehmen.
Oer -euisch-russisch-ilalienische Block
Paris, 11. Dezember.
Verschiedene Blätter nehmen*zum Abschluß der Genfer Abrüstungsarbeiten Stellung. Sie heben, wie .Echo de Paris" besonders hervor, daß Amerika und England sich dem französischen Standpunkt ge- । nähert haben, nicht etwa um Frankreich einen Gefallen zu erweisen, sondern einmal, um Frankreich für das englisch-amerikanische Flottenabkommen zu gewinnen und zweitens, weil auch sie in der Bildung eines deutsch-russisch-italienischen Blocks eine drohende Gefahr erblickten.
Typisch für die allgemeine Beurteilung ist das was der Außenpolitiker des ^Journal" schreibt: das glücklich« Ergebnis müsse man in der Tatsache suchen, daß England und die Vereinigten Staaten aufgehört hätten, sich der Auffassung Frankreichs, der Kleinen Entente und Polens zu widersetzen Die entscheidende Wandlung in der Haltung Englands und Amerikas sei durch die Erkenntnis der Gefahr veranlaßt worden, die sich aus den Kampagnen für die Revision der Verträge ergebe.
Das amerikanische Kapital erobert sich in unaufhaltsamem Vordringen die ganze Welt. Die Verflechtung der Weltwirtschaft erleichtett es auch den Dollarkönigen, sich Länder, Industrien. Staaten untertan zu machen. Genaue Zahlen über die Auslands- expansionen des amerikanischen Kapitals lagen bisher nicht vor. Jetzt hat endlich das Handelsministerium der Vereinigten Staaten eine Umfrage bei führenden Geschäftsleuten und Industriellen veranstaltet, um wenigstens die Höhe des amerikanischen Geschäftskapitals sestzustellen. das gegenwärtig im Auslande arbeitet. Hier ist das Ergebnis: 7% Milliarde Dollars, auf deutsch 31,5 Milliarden Mark, hat das amerikanische Geschäftskapital heute im Ausland« angelegt. Man kann also mit einiger Berechtigung sagen, daß die Welt die «lde- nen Ketten Amerikas tragen muß.
Diese rund 32 Milliarden Mark geben längst nicht sämtliche Jnveftitutionen Amerikas im Auslande an. Unberücksichtigt geblieben sind dabei die Anleihen an ausländische Staaten und die Kredite von Einzelpersonen an das Ausland. Bei den 32 Milliarden Mark handelt es sich Mein um die Anlagen amerikanischer Unternehmungen in ausländischen Zweigfabriken, Handelsunternehmungen usw.
Geb^ lehr-, die g«opsihstvHische Lerie l u v^-yocr austänvischen Kapitalinvestitutionen. An? stärksten arbeitet amerikanisches Geschäftskapital in Kanada. Dort sind heute 1960,3 Millionen Dollar angelegt. Es folgen Kuba und Westindien mit zusammen 1053,8, Südamerika mit 1547,9, Europa mit 1352,8, Mexiko mit 917, 1, Asien mit 394,5, Australien
mit 149,2 und Afrika mit 102,2 Millionen Dollar Etwa die Hälfte des amerikanischen Auslandskapitals verteilt sich auf den amerikanischen Kontinent.
In Europa liegen also nach dieser Rechnung 1353 Millionen Dollars verteilt. An erster Stelle unter den „Nutznießern" dieses amerikanischen Geschäftskapitals stoht E ng l a n d.
An zweiter Stelle folgt sogleich Deutschland, das 900 Millionen Mark amerikanischen Kapitals bei sich Aufnahme gewährt hat. Der Kapitalstrom fließt in Deutschland besonders den Fabriken zu. Es ist ja kein Geheimnis, daß die Autoindustrie in Deutschland zum Teil von amerikanischem Kapital gespeist wir». Auch die Fabrikation von elektrotechnischen Erzeugnissen wäre ohne die starke Kapitalhilfe der Vereinigten Staaten in diesem v-'ange nicht möglich. Deutschland liegt jedenfalls -bar an den goldenen Ketten der USA.
Längst nicht in diesem Umfange hat das amerikanische Kapital in den übrigen europäischen Ländern Fuß zu fassen vermocht. Die amerikanischen Kapitalinvestitutionen in Frankreich, Italien, Polen stehen weit hinter den deutschen und ens^.teMe Mern zurück.
- ■; u.S, da« er '
Krtogsschulbbedaft« im amerikanisch«« Senat
Washington, 11. Dezember. 1
Der Kampf um die Revision der inter« alliierten Schuldenverträge und die Herabsetzung der deutschen Reparationsleistun-. gen führte in der Senatssitzung am Dienstag zu einer unerwartet heftigen Aussprache über die Kriegsschuldfrage.
Der Senator Copeland (Demokrat) hatte beantragt, einen Zeitungsartikel über die ernste Wirtschaftslage in Deutschland im Publikationsorgan des Kongresses zu veröffentlichen. Der Senator Reed (Republikaner) protestierte heftig dagegen und erklärte, Deutschland habe seine eigenen Kriegsschulden durch die Jnflatton sozusagen getilgt, seine jährliche Reparationslast betrage nur 480 Millionen Dollar, während England die ungeheure Summe von zwei Milliarden Dollar an jährlicher Verzinsung seiner Kriegsschuld aufbringen müsse. Amerika dürfe nicht den Fehler begehen, zu sehr mit Deutschland zn sympathisieren, um so mehr, als dieses die Verantwortung am Kriege trage.
Hier griff SenalorBorah, der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Senats und Mitglied der Republikanischen Pattei, in die Aussprache ein. Er erklärte: „Frankreich und England sowie alle anderen europäischen Mächte, die sich an der Errichtung eines militärischen Systems nach der Marokko-Krise von 1911 bis zum Jahre 1914 beteiligt hätten, müssen die SchuldamKriegeteilen."
Borah und Reed waren sich jedoch einig, daß die Vereinigten Staaten weder ihre Ansprüche gegen Deutschland noch gegen die Alliierten streichen sollten. Im Laufe der Auseinandersetzungen führte Borah weiter aus: „Deutschland befinde fich aber in einer Lage, welche sich wesentlich von der der Alliierten unterscheidet. Nach Beendigung des Krieges war Deutschland seiner Einnahmequellen verlustig gegangen und befand fich in einer schwierigen Lage, um Reparationen und Schulden zu bezahlen. Ich bestreiteauch, daß Deutschland allein schuldig am Kriegewar."
Senator Copeland setzte sich für eine entgegenkommende Behandlung Deutschlands seitens der Vereinigten Staate» ein. , —
Ltnd nun Steeg!
Rach Lavals Verzicht.
Paris. 11. Dezember.
Senator Laval hat auf die Kabinettsbildung verzichtet. In parlamentattschen Kreisen glaubt man nunmehr, daß Doumergue noch am heuttgen Donnerstag einen Abgeordneten oder Senator der Radikalsozialisten mit der Regierungsbildung beauftragen wird. Man nennt öie Namen Daladier, Chaute m P s und Steeg. Letzterer, der Gouverneur von Algerien war, floht im Vordergrund der Erörterungen.
Das „Echo de Paris" ist der Auffassung, daß es Steeg ebensowenig wie seinen beiden Vorgängern gelingen wird, ein lebensfähiges Kabinett zusammenzustellen und daß man sich nicht zu wundern brauche wenn man baSd wieder Laval im Elysee erscheint sehen werde.