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1 Mont««, L Dezember 1930

Kasseler Neueste Nachrichten

ich des

Eine Photographin, die Leiterin eines großen Ateliers, führ, ihren Haushalt schriftlich!: .Wenn

ihn ihren Haushalt schriftlich!: .Wenn endz hetmfahre, dann wird umgeschaltet, Beruf wird abaeknipst, Haushalt leuchtet auf. Dann zücke ich den Bleistift, den Notizblock und es entsteht die Liste der Erinnerungen, fragen. Forderungen:

Wäsche abholen. Schuhe zum Besohlen, Oberhemden zur Ausbesserin, Preitzelbeeren einmachen usw. usw., weil diese Reihe ja unendlich ist. Und auf diese Weis, gibt es kein Mißverständnis, keinen Vorwurf. Den Zettel gebe ick am Abend meiner Stütze, die ihn mir am nächsten Tage, beantwortet, wieder vorlegr. Eine zweite Frageliste wird für die Kindergärtnerin vorbereitet, sodaß ich, obwohl ich die Kleinen nur noch kurz vor dem Einschlafen sehe, doch immer ge­nau ihren Tageslauf kenne. Der Abend gehört dann, unbehelligt von häuslichen Lasten und Pflichten, mei­nem Mann".

Eine Kunstgewerblerin, die ihren ganzen Haus­halt selbst besorgt, schwört auf die Hilfe der neuzeit­lichen Technik: .Mein Siaubsauger, meine elektrische Kochplatte, die Tee-, die Kaffeemaschine, das Küchen­wunder und wie alle billigen Hausgeister heißen, sind meine besten Diener und Freunde. Oberster Grund­satz: früh aufstehen und zuerst, Vox allem andern, sämtliche Hausarbeiten erledigen!* Die Direktrice eines führenden Modehauses hat aus ihren langjäh­rigen Erfahrungen den Schluß gezogen, daß es vor allem darauf ankomm« seine Hausangestellten ganz auf sich einzustellen und sie so zu erziehen, daß man vollständig entbehrlich wird".

Don Rassel In diegrofee ÜDelt

Sie Primadonna Friedrich, des Kroßen", Roman von Oskar Anwand. Mit 15 zeitgenössischen Ab-

auszunutzen: .15 Minuten Haushallbuch, 15 Minu­ten Wäscheschrank, 15 Minuten für dl« Küche so setzl sich meine Tätigkeit als Hausfrau zwischen mei­nen anderen Berufsstunden zusammen, und ich glaube, daß eS mir immer noch gelungen ist, einen geordneten Haushalt zu führen.*

Eine Bürovorsteherin, die zwei halbwüchsige Kin­der und keine Hausangestellte hat, bekennt, daß rhr die Leitung ihres Haushalts nur durch die Mitwir­kung ihrer beiden Kinder möglich sei. .Für uns be­rufstätige Frauen* schreibt sie, .ist es das Wichtigste, unsere Kinder ganz früh schon m Selbständigkeit in jeder Beziehung zu erziehen. Es gibt keine bessere Hilke für uns als diese kleinen Leute Hilfe nicht nur durch die tatsächlichen Dienste, die sie uns leisten können, sondern auch durch ihre besondere Einstel­lung zu unS: ihre Achtung vor unserer Arbeit, ihren immer wachen Wunsch, uns zu helfen. Bei solch einem Leben werden Kinder ganz von selbst zu Ka­meraden. Allez teilen sie mit unS, Freuden und Sorgen, und es erwächst in ihnen ein Berantwor- lungsgefühl, das man ihnen mit Ermahnungen und moralischen Vorhaltungen nie und nimmer geben kann."

bildungen. Ganzleinen M. 6,50. Richard Bong, 8t* lag, Berlin.

Richt als Feldherr, Regent und Staatsmann bil­det die Erscheinung des Königs den Hintergrund und immer wieder den Mittelpunkt der reichbewegt«» Handlung, die von seiner ersten deutschen Prim» donna, Elisabeth Gertrud Mara, der in Kassel ge» borenen Schmehling ausgeht Friedrich der Kroße tritt in diesem Roman in einer bisher saft völlig tut» bekannten Gestalt als Leiter seiner Oper al, Mu­siker, Musikliebhaber und Freund seiner Kammer­musiker vor den Leier. Durch den Siebenjährigen Krieg ist sein Interesse an der Oper, für di« er früher seine Tätigkeit, al» Auwr, Komponist und Re­gisseur einsetzte, erlahmt. Frau Mara erweckt sein« Anteilnahme neu, ihr« Kunst läßt den König noch einmal die Frau erleben. Die Zeit der Barbarin» scheint zurückgekehrt. Zugleich greifen der KapeN- meifter und Komponist Friedrich Reichardt und der verkommene Gatte der Frau Mara, sowie die Hof- musiker Quanz und Benda entscheidend in die stark fesselnde Handlung ein. Wie der König auch jetzt wieder von der Frau herb enttäu'cht wird und sich mehr und mehr in sein eigenes Selbst verschließt, da, ist mit reifer Kunst ergreifend dargestellt. Dabei wächst seine Gestalt, deren Spuren Goeth« in Pots­dam, Sanssouci und in Berlin bei seinem dortige« Aufenthalt nachgeht, mehr und mehr zu ihrer ein­samen Größe.

Die berufstätige Jrau isls ßausfrau

Eine Umfrage

.Wie die Frau, die den Tag über in ihrem Beruf 'fl ist, zugleich ihre hausfraulichen Pflichten er- suüenfoll.ist eine schwierige Frage, die heute viele bewegt. Einige Beiträge zu ihrer Lösung werden durch dl, Antworten gegeben, die Minni Vrieslander aus eine Umfrage bei den Vertreterinnen der ver­schiedensten Berufe und Stände erhielt und in .Scherls Magazin* veröffentlicht.

Eine bekannte Rechtsanwältin schreibt, daß sie die liebgewonnene Angewohnheit ihrer Junggesellen- jahre, morgens bis neun Uhr zu schlafen, habe auf- geben müssen. Sie erfcheine spätestens um 8 Uhr betm Frühstück und habe dann noch eine biz V/, Stunden frei, um das Wichtigste in ihrem Haushalt zu regeln. .Man muß die Dinge nur richtig an­sangen das entscheidet!"

Sine Gvmnasttklehrerin hebt hervor, daß die Grundbedingung dafür, daß die Frauen diese dop­pelt, Aufgabe bewältigen, in der verständnisvollen Hilfe des Gatten liege; außerdem müsse man die Kunst erlernen, jed, noch so klein, trete Spanne Zeit

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