Tlr. 281 / Zwanzigster Jahrgang
Kasseler Neueste Nachricht«»
Montag, 1. Dezember 1930 / 1. Beilage
Neues aus Kassel
Kassel, L Dezember.
Das Spiel mit -em Streichholz - ein Kin-erleben...
Das „Spiel" mit Streichhölzern hat wieder einmal cm Menschenleben zum Opfer verlangt. Am Sonnabend morgen spielte die 5jährige Tochter Maria eines in der Z.stratze wohnhaften Installateurs hinter dem Rücken der mit Hausarbeiten beschäftigten Mutter mit Streichhölzern und stand plötzlich als Feuerfäule vor der entsetzten Mutter. Es gelang zwar, die Flammen zu ersticken, doch hatte das Kind derartige qualvolle Brandwunden am ganzen Körper davongetragen, daß es trotz sofortiger Einlieferung in das Marrenkrankenhaus durch die Arbeitersamariterkolonne am Abend starb.
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In der Schönfelder Straße stürzte ein 32jähri- ger Telegraphenarbeiter aus Gudensberg von einer hohen Leiter. Mit erheblichen inneren und einer Wirbelsäulenverletzung schaffte ihn die Unfallwache Holzmarkt in das Rotekrenzkrankenhaus.
Am Lutherplatz wurde heute nacht ein älterer Mann von auswärts, der sich hier nach Arbeit umsehen wollte, von mehreren jungen Leuten zu Boden geschlagen. Als er durch die Hilfe anderer Passanten wieder zu sich kam, mußte er die traurige Feststellung machen, daß ihm seine Geldbörse mit 5 Mark entwendet war. Nachdem ihm eine erhebliche klaffende Kopfverletzung auf der Sanitätswache vernäht worden war, wurde er in das Karls- Hospital überführt.
In einer Wirtschaft in der Hafenstratze stürzte ein junger Mann über eine dunkle Türschwelle und schlug in ein Bierglas, wodurch die Hand fast durchschnitten wurde. Da die schwere Wunde vernäht werden mußte, schaffte chn die Unfallwache Holzmarkt zu einem Arzt.
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Siudienrat Or. Schläger t
Einem Herzschlag erlegen.
Gestern nachmittag wurde Professor Dr. Gustav Schläger, Studienrat am Realgymnasium II, jäh aus dem Leben gerisien. Dr. Schläger fuhr im der Straßenbahn nach Hause, sich mit einem Nachbar noch angeregt unterhaltend, als er an der Ecke Hohen- zollern- und Kaiserstraße plötzlich von der Bank heruntersank. Der Wagen hielt sofort und die Feuer- wehr-Sanitätswache nahm sich des Zusammengesunkenen an. Bald darauf ist dann der 63jährige an den Folgen des Herzschlags gestorben.
Als Führer der Antialkoholbewegung, als Mitglied der Deutschen Friedensgesellschaft, der Vegetarischen Gesellschaft und des Monistenbundes hatte sich Prof. Schläger einen Namen gemacht. Er stammte aus Goslar und war seit Jahrzehnten Lehrer in Kastel. Zahlreiche Freunde und Anhänger seiner Ideen trauern um den Entschlafenen als eine aufrechte und gütige Persönlichkeit.
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Rektor Mohrs letzter Gang. Vorigen Sonnabend wurde ein bekannter und geschätz er Schulmann unserer Stadt, Rektor Friedrich Mohr, auf dem Friedhöfe in Kirchditmold zur letzten Ruhe gebettet. Das überaus zahlreiche Trauergefolge legte Zeugnis ab von der Anhänglichkeit und Wertschätzung, die dem Verewigten entgegengebracht wurden. Rektor Mohr ist seit dem 1. April 1895 — also nahezu 36 Jahre — im Dienste bei Stadt Kastel tätig gewesen. Zunächst wirkte er 11^ Jahre lang an der Mädchem- bürgerschule in der Wörthstraße, dann 19% Jahre lang an der Höheren Töchterschule. 6 Jahre lang war er Seminarübungslehrer dieser Anstalt. Als durch Umwandlung der Anstalt in ein Lyzeum mit Oberlyzeum seine Stelle einging, wurde er am 1. April 1926 als Rektor an die MädchenMrgerschule Wehlheiden versetzt. An jeder Stelle hat er in vorbildlicher Berufstreue und bewundernswerter Gewissenhaftigkeit seine ganze Kraft in den Dienst des Amtes gestellt. Alle, die ihm persönlich oder dienstlich näher standen und vor allem seine zahlreichen Schülerinnen, denen er Lehrer, Erzieher und väterlicher Berater war, werden ihm über das Grab hinaus ein bouetnbes ehrendes Andenken bewahren.
Merle! vom Tage
Der Kasseler Verkehrsverein warnt dringend vor der Getränkesteuer. Man schreibt uns: Die durch den Bezirksausschuß am 26. November beschlossene Einführung der Gemeinde-Getränkesteuer hat den Verkehrsverein Kassel e. V. veranlaßt, beim Magistrat der Stadt Kassel auf das nachdrücklichste Einspruch gegen die Steuer zu erheben. Der Verkehrsverein weist darauf hin, daß die neue Steuer gerade so wie die Gemeinde-Beherbergungssteuer unseligen Angedenkens dem Fremdenverkehr in Kassel im höchsten
Hohes Alter
Heute feiert Fabrikant Julius VT ar, fett., Wallstratze 8, seinen 85. Geburtstag. Der Jubilar ist Gründer der Estig- und Senffabrik I. E- Pfaff und erfreut sich der besten körperlichen und geistigen Gesundheit. Wir wünschen dem Eeburts- tagskinde, das schon lange Abonnent unserer Zeitung ist, einen weiteren gesegneten Lebensabend.
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Eine prächtige Ausstellung im GildehwuS.
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schk Mit einer hervorragend beschickten Ausstellung werwol- ler Kaninchen wartete der Kaninchen - Zuchtverein .Lasse! 1905* anläßlich seines fünsund- zwanzigjährigen Bestehens am Sonnabend und Sonntag im Garten des Gildehauses auf. Etwa 35V, Tiere, vom schwersten achtzehnpfünder bis zum andert- haWpfündigen Hermelinkanin- chen, Prächtig gepflegt, legten Zeugnis von den Leistungen der heimischen Kaninchenzucht ab. Im Namen des Protektors der Ausstellung, Präsident von K e u d e l l, eröffnete am Sonnabend morgen Oberlandwirtschaftsrat Dr. S p r e n g e r die Veranstaltung mit einem interessanten Vortrag, der in den Kreisen der zahlreich anwesenden Züchter lebhaften Beifall fand. Ein Rundgang durch die
Reihen der Ställe bestätigte den -------
schon flüchtig gewonnenen Ein
druck, daß der Verein mit dieser Ausstellung, die die Dem Züchter, besonders aber dem Laien, blieb Tradition der seit Jahren nicht mehr stattgefundenen t Ausstellung von Fertigfabrikaten aus „Ekassalla-Schau" wieder wachruzen sollte, sein Ju- _ . . ' . m _____ .
bilaum ganz besonders würdig zu gestalten wußte. Kaninchenfellen im
ten. Was dort gezeigt wurde, insbesondere die Decken, Kiffest und Vorleger, erregte das Entzücken aller Besucher. Welche Wandlungen ein Kaninchenfell durchmachen kann, wurde durch eine kleine Schau verschiedenartig präparierter Felle demonstriert. Vom unverfälschten Kaninchen bis zum Zobel waren alle Fellarten übersichtlich vertreten.
Am Abend vereinte die Fu- bilare, unter denen Preisrichter Meth einen besonderen Platz einnimmt, und ihre Gäste ein fröhlicher Kommers im Gilde- Haus. Die Ausstellung, aus der zahlreiche Preise verteilt werden konnten, brachte einen recht guten Besuch, auch von zahlreichen Schulklassen, der von dem Allgemeininteresse, das der Kaninchenzucht entgegengöbracht wird, zeugte.
Maße abträglich sein würde. Er unterstreicht dabei, daß die Erhebung und Kontrolle der Steuer größten Schwierigkellen begegnen und einen ins Gewicht fallenden Ertrag ausschließen wird. Zu gleicher Zeit hat der Verkehrsverein auch bei dem Herrn Oberpräsidenten die gegen die Steuer bestehenden Bedenken geltend gemacht und in letzter Stunde dringend vor ihrer Einführung gewarnt.
Um die Tarifverbilligung. Die nationalsozialistische Stadtverordnetenfraktion hat folgenden Antrag gestellt: Der Magistrat wird ersucht, zur nächsten Stadtverordnetensitzung eine Vorlage über eine Ermäßigung der Strom-, Gas- und Wasserpreise der Gewerblichen Werke der Stadt Kassel vorzulegen, die einen durchschnittlichen, mindestens 15proz. Abbau der jetzt in Kraft befindlichen Preise umfaßt und die außerdem dem Bedürfnis einer sozial gerechten Staffelung der Preise für Strom, Gas und Wasser Rechnung trägt.
Der Deutsche Werkbund in Kassel. Man schreibt uns: Am 26. November hat sich in Kassel eine Gruppe innerhalb der Mitglieder des Deutschen Werkbundes zusammengeschlossen, um für die öffentliche Diskussion künstlerischer und kultureller Fragen eine wirtschaftlich und politisch unabhängige Stelle zu sein und ihre eigenen Arbeitsziele geschlossen zu vertreten. Der Gruppe gehören zunächst an die Architekten A. Baecker. I. Haarmann, Leers, Schmiedt, Sichel, Prof. Soeder, der Bildhauer Prof. Bocke, der Maler Pros. Lewerenz, die Graphiker Prof. Niemann und Pros. Virl, der Kunstschlosser Eornelius und die Gartenarchitekten Schimmelpfennig und Dir. Stier.
sprochen werden mutz. In zwei Streichquartetten, elfteres in D-Moll von W. A. Mozart, das zweite in G-Dur op. 56 von I. Haydn, zeigten sich die Kammermusiker als Meister der Musik — Die Arbeitersporb- lerinnen fesselten mit ihren Hebungen und rhythmischem Tanz sämtliche Festteilnehmer. Als Festredner war der Vorsitzende des Reichsausschusses für sozialistische Bildungsarbeit Alexander Stein aus Berlin gewonnen. Seine Grundideen gipfelten darin, daß sich für die Arbeitnehmer neben dem politischen und dem wirtschaftlichen Kamps noch ein dritter geselle, der Kampf mit der Kultur um die Kultur, dies müsse für die Zukunft das energischste Bestreben sein, wenn man dem gesteckten Ziel der Arbeiterklasse überhaupt näherkommen wolle. Seine Ausführungen fanden reichen Beifall. Mit dem „Säerspruch" und ,Aose im Schnee" von Erwin Lendvai sowie dem wuchtigen Chor „Empor zum Licht" fand di« ernste Feier des Arbeiter- Kulturkartells ihr Ende.
Wirtschaftsübernahme. Die altbekannte Gaststätte des Herrn Knobel, HeinricMraße 12, ist mit dem 1. Dezember von Herrn W. Steinhoff aus Göttingen übernommen worden, und wird auch fernerhin als Versammlungsstätte vieler Vereine des Nordens, wie der gemütlichen Zusammenkunft der Bürger unseres Holländischen Viertels dienen.
Ehemalige 67er. Am Sonntag, den 7. Dezember 14 Uhr, Monatszusammenkunft bei Grünkler, Nürnberger Hof, Orleansstraße 7. Regimemistag in Bochum.
Ein gesühnte Beleidigung Or.Gersons
Das erweiterte Schöffengericht in Bielefeld ver» urteAte den Verantwortlichen Redakteur K a m e ck e wegen übler Nachrede und Beleidigung des bekannten Dr. Gerson zu 500 RM. Geldstrafe und zur Tragung der Kosten des Verfahrens. Dr. Gerson wurde in einem Artikel des Stadlwächters vorzeworfen, er sei ein falscher Prophet, ein reißender Wolf, ein Scheinheiliger und ein groyer Materialist, der seinen Glorienschein zu Unrecht trage. Weiter wurde Dr. Gerson des Konkursverbrechens und des betrügerischen Bankerotts beschuldigt. Durch seine unsauberen Manipulationen seien einige Firmen wirtschaftlich ruiniert worden.
Das Urteil im Lehmann-Prozeß
Zwei Jahre und drei Monate Gefängnis, drei Jahre Ehrverlust und sofortige Verhaftung.
In dem Prozeß gegen den Makler Kurt Lehmann wurde Sonnabend abend folgendes Urteil verkündet: Der Angeklagte wird wegen fortgesetzten Betrugs und Betrugsversuchs zu zwei Jahren drei Monaten Gefängnis und zu drei Jahren Ehrverlust oerurteilt; außerdem ergeht wegen bestehenden Fluchwerdachts sofortiger Haftbefehl.
Wenn zu Anfang dieses Prozesses die Aussichten für den Angeklagten noch durchaus günstig waren, brachte jeder weitere Verhandlunastag neues Material zutage, das einen tiefen Einblick in feine Praktiken ermöglichte. Man war erstaunt, mit wie wenig Verstand, aber mit rote viel Gewissenlosigkeit L. fein „Geschäft betrieb. Entsprechend dem Ergebnis der Beweisaufnahme mag das Urteil ungewöhnlich hart erscheinen, denn L. war nur ein „kleiner" Betrüger, aber gerade diese kleinen Betrüger haben unsagbaren Schaden angerichtet und das Vertrauen zu dem Maklerwesen an sich schwer erschüttert. Zur Wiederherstellung dieses Vertrauens und wohl auch als warnendes Beispiel war dieser harte llrteilsspruch notwendig. In der
Urteilsbegründung
hieß es «. a.7 Der Makler habe zum mindesten feit 1927 fein Maklergeschäft so aufgebaut, daß er nicht die Geldsuchenden zu befriedigen suchte, er habe vielmehr nur die Unkostenpauschale verlangt, seine Pflichten als Makler aber nicht erfüllt, da er sich um die Erledigung der angebahnten Geschäfte nicht gekümmert habe. Bei seinen auswärtigen Verbindungen habe er sich nie informiert, ob er seine Anträge unterbringen konnte, er habe sie aufs Geratewohl dahin geschickt. Er habe seine Kunden an Kranz verwiesen, obwohl er dessen wucherische Ausbeutung der Darlehnsnehmer kannte. Ebenso sei das Gericht davon überzeugt, daß der Angeklagte genau darüber unterrichtet war, daß es bei Käscher auf Schwindel abgesehen war. Seit 1927 sei er genug gewarnt worden, da die Geldsuchenden mit seiner Tätigkeit nicht zufrieden waren und oft genug reklamiert hatten. Aber er habe aus seiner Art der Vermittlung ein System gemacht und habe das ihm entgegengebrachte Vertrauen mißbraucht. Wenn er auch nur ein Betrüger kleinen Formats sei, so habe" er doch jedes Bedenken zurückgeseht. Die Strafe mutzte hart ausfallen, auch aus Abfchreckungs- gründen, um dem Unwesen in der Geldvermittlung entgegenzutreten.
Wir gratulieren
Morgen feiert der Drechslermeister Jean Hahn silberne Hochzeit. Das Jubelpaar ist treuer Leser der Kasseler Neuesten Nachrichten.
„HeffenlanS". In 6ent wieder reich illustrierten Heft 11 oer Zeitschrift „HessentanS" ist besonders bemerkenswert eine Beschreibung des Froichäufer Stammfchlosses der Schenken von Schwetnsberg von K. von Baumbock. Aktuell ist ein Artikel von Eduard Becker über die tsaudwirtschoft in Hessen und Nassau. Auf Entdeckungsfahrten rni einer fast in Vergessenbeit geratenen Wallburg in Waldeck führt uns W. Frese. Ludwig Roth erzählt uns von den lebten Tagen der freien Reichsstadt Frankfurt am Main. W. Schoos beendet seine Mitteilungen über die Beziehungen Wilhelm Grimms zu Jenny von Droste-Hülshosf, der Schwester der berühmten Dichterin.
Wettervoranssage bis Dienstag abend:
Stellenweise Frühnebel, sonst wolkig bis aufheiternd, trocken, nachts frisch, östliche und südliche Winde.
Weitere Lokalnachrichten 3. Seite Haupibatt.
„Die Stadt von morgen" behandelt ein Film, der am 4. Dezember, 20 Uhr, in der Aula der Malvida von Meysenburgschule zur Vorführung gelangt. Im Anschluß daran wird Stadtoberbaurat Jobst einige Pläne für das Fuldabecken erläutern. Wir verweisen im übrigen auf die Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil.
Gegen den verschleierten Raub von Deutsch-Ost. Die Kasseler Frauengruppe der Deutschen Kolonialgesell- schaft hatte sich in einer von uns veröffentlichten Entschließung gegen die englischen Absichten auf Deutsch- Ostafrika gewandt. Nachstehend die Antwort des Präsidiums: „3)er Abteilung Kassel danke ich für die Uebermittlung der von ihr gefaßten Ostafrika-Ent- fchließung, die an das Auswärtige Amt weitergereicht wurde. Sie unterstützt aufs wirksamste die von uns in Berlin und in anderen Städten des Reiches unternommenen Mtionen. Ich bitte, allen beteiligten Stellen meinen besonderen Dank für das Zustandekommen dieser Entschließung anzusprechen, gez- v. Lindequist, Kolonialstaatssekretär a. D.
Morgenstunde hat ., . Fische im Netz.
Arbeiter und Kultur
Alle dem RuIturlarteH Kassel angeschlossenen Organisationen (SPD-, die freien Gewerkschaften, Arbeitersparvereine und Arbeitergesangvereine) fanden sich am Sonntag zu eineie wohlgelungenen Morgenfeier im P al asttheater zusammen. Die gesanglichen Darbietungen der Kasseler Typographia" unter der bewährten Leitung ihres Dirigenten Paul Kleindienst zeugten von einem kulturellen Ausstieg. Zwei Lieder von Schubert bildeten den Auftakt der Feier, wobei Frl. Elisabeth Rudolph, die als So- pranfolistin mitwirkte, lobende Anerkennung ausge-
schk. Einmal im Jahre geht § es een Fischen in unseren Aue- | g«wässern schlecht. Das ist zu Beginn der Adventszeit, wenn die Weihnachtsvorfreuden langsam beginnen.
Die frühlingssonnendurstigen Auswandler, die am Sonnabend morgen ihren „Osterspaziergang" in dem märzenen Park machten, wohnten voller Inter
essen dem seltenen Schauspiel | bei. Quer durch das ganze Bassin zog sich die Perlenschnur der Netz-Schwimmkorke, in deren Mitte ein Gewirr von Korken, der „Sack" langsam trieb. Dann zogen kräftige Fäuste von beiden Ufern das Netz langsam in eine Bucht. Kein Entrinnen gab's für die Fische. Durch Ruderschläge ins Schleppnetz getrieben, mußten sie zwangsläufig in dem „Sack" landen.
Bis über die Knie im Wasser wateten am Ufer die ten sich die Uäberfteblung in Bütten und Wannen Fischer — immer enger zog sich der Kreis und schließ- gefallen lassen. Teils werden sie als Setzfische ge- lich landete der „Sack" mit seinem zappelnden Inhalt braucht, zum größten Teil aber wandern sie in die am sicheren Bord. Hechte von kapitalem Gewicht, Bassins, aus denen es für Fische nur einen Weg gibt: Schleien, Rotaugen und kleineres Wassergetier muß- in den Kochtopf.
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