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CeHt 1 . 1 Beilage

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Freitag, 21. November 1930

Landesrat Siöhr 60 Geburtstag

Heute vollend« Landesra, Karl S t o e h r sein <11. Lebensjahr. Geboren in Daaden, war er als Meffor im Regierungsbezirk Wiesbaden tätig, M» er im Ium 1901 durch den Provinzialausschuh zu­nächst als Hilfsarbeiter^ seit dem 1. Januar 1902 als Landesassessor in die Provinzialverwaltung der Pro­vinz Hessen-Nassau nach Kassel berufen wurde Am 18. Februar 1903 wählte ihn der Provinziallandtag zum Landesrat, in welcher Eigenschaft er bis 1910 in der Provinzialverwaltung tätig war.

Nach dem Uebertritt des Direktors der Hessischen Brandversicherungsanstalt, Geh. Regierungsrats Knorz in den Ruhestand fiel die einstimmige Wahl des Hessischen Kommunallandtags auf Stoehr, der durch seine langjährige Wirksamkeit in der Schwester­verwaltung der Provinz den Mitgliedern des Kom­munallandtags als hervorragend qualifizierter Be­amter bekannt geworden war. Demgemäß trat er 1910 endgültig in den Dienst des Hessischen Bezirks­verbandes als Landesrat später auch als »Direktor der Hessischen B r andver sicherun gs- anstatt" Daneben führt er die Geschäfte der Ruhe­gehalts-. Witwen- und Waisenkaste, sowie der Sterbe­kaste für die Kommunalbeamten des Regierungs­bezirks Kastel, ferner die sich aus der Biehseuchen- Geletzgebung ergebenden Geschäfte sowie den neuge­gründeten Gemeindeunfallverstcherungsverband.

In den fast drei Jahrzehnten seiner amtlichen Tä­tigkeit in Kastel hat der Jubilar es verstanden, mit

allen Schichten der Bevölkerung in engste Fühlung zu gelangen, da er stch, wo immer die Uebernahme ge­meinnütziger Aemter in Frage stand, dem an ihn er- gehenden Ruf nicht entzog. Aus der Fülle seiner au diesen Gebieten liegenden Betätigungen seien hier nur erwähnt' di- Leitung der Gesellschaft für Gemeinwohl, sowie seine für cw spätere Kriegs»-^en= und Kriegshinterbliebenenfürsorge grundlegend gewordene Tätigkeit als Schriftführer der Sektion 12 des Vater­ländischen Frauenoereins für Kriegsbeschädigtenfiir- sorge und dte Unterstützung von Familien der Kriegs­beschädigten während der Kriegs- und ersten Nach­kriegsjahre.

Seit 1. Mai 1924 ist Landesrat Stoehr ständiger Vertreter des Landeshauptmanns in Hessen. Die letzten Jahre stellten an ihn in dieser Eigenschaft starke Anforderungen, lag doch anläßlich der monatelangen Erkrankung des Landeshaupt­manns von Gehren auch die Leitung der Ver­waltung des Bezirksverbandes auf seinen Schultern, eine Aufgabe, der er sich mit größter Gewissenhaftig­keit und erfolgreich unter Verzicht auf alle Erholungs- Möglichkeiten g'widmet hat. bis er erst vor wenigen Tagen die Bürde der Geschäfte dem neugewählten Landeshauptmann von Pappenheim abgeben konnte.

Seinen Geburtstag wird Herr Stoehr außerhalb Kassels^ verleben, doch werden die sicher «chlreicken Glückwünsche aus seinem weiten Freundes- und Be­kanntenkreise ihren Weg zur Terrasse 20 finden und Zeugnis ablegen von der großen Wertschätzung und Verehrung, deren sich dieser verdiente Beamte und

Treysa. Mit einer vierwöchigen Milchspeisung für unterernährte und bedürftige Schulkinder, deren Zahl 70 beträgt, beginnt der Vaterländische Frauenver­ein. Bei genügender Beteiligung soll im Laufe dieses Winters wieder ein Kursus in der Ausbildung von Vereinssamariterinnen abgehalten werden.

Treysa. In ihrem 92. Lebensjahre starb die älteste Einwohnerin unserer Stadt, die Wi.we Bien­chen Abraham. Sie hat fast das Sliter ihres um die Jahrhundertwende verstorbenen Vaters I. Moses erreicht, der 94 Jahre alt geworden ist.

Schadenbach. Es gibt noch gute Leute. Für die Gießener Studentenhilfe stifteten die Einwohner 21 Zentner Kartoffeln.

Ziegenhain. Zur Förderung des Fremdenver­kehrs. Aus der Straße Ziegenhain Leimsfeld stellten sich kurz vor Leimsfeld plötzlich fünf junge Leute einem Auto in den Weg uni. zwangen es zum Halten. Als der Fahrer sich zum Weiterfah­ren anschickte, wurde der Wagen mit Steinen bewor­fen. Kurze Zeit darauf wurde ein durchfahrender Motorradfahrer ebenfalls belästigt. Letzterer machte bei der Ziegenhainer Pclizei Anzeige, und es ge­lang bald, die Uebeltäter zu fassen. Sie wurden in das Amtsgerichtsgefängnis eingeliefert. Drei konn­ten wieder entlassen werden, die beiden anderen wer­den sich wegen groben Unfugs zu verantworten haben.

Ziegenhain. Umbau der Strafanstalt. Im Haus­halt des Justizministeriums werden für den Umbau der Strafanstalt 117000 Mark angefordert. Es hat sich als notwendig herausgestellt, die im Torgebäude der Strafanstalt belegenen Dienstwohnungen neu auszubauen, ferner soll der Spazierhof vergrößert"

Polizeiknüppel beim polterabent)

Aber das Gericht ernennt die alte Bolkssitte an.

Im Lande der roten Erde besteht eine altherge­brachte Sitte, daß am Vorabend des HochzeitstagO dem Brautpaare von oen jungen Leuten oes Dorfes ein Ständchen gebracht wird. Der Bräutigam revan­chiert sich durch reichliches Spenden von Alkohol und Rauchwaren. Es ist zu verstehen, daß es bei dieser Gelegenheit manchmal etwas laut zugeht, und daß die Nachbarn in dieser Nacht wenig ruhigen Schlaf genießen. So auch vor kurzem in Buke bei Warburg. Die Folge war, daß gegen zwanzig Teilnehmer eine Anzeige wegen ruhe störenden Lärms zur Nachtzeit erhoben wurde. Die Sache kam In Paderborn zur Verhandlung und hatte das Ergeb­nis, daß sämtliche Angeklagten freigesprochen wurden. Der Richter rügte die Landjägereibeamten, die an dem fraglichen Abend die Leute mit Gum­miknüppeln auseinandergetrieben hat­ten und wies daraus hin, oaß es sich um eine alte Volkssitte handle, die ohne Lärm einmal nicht abgehe. Er führte in der Urteilsbegründung aus: Der Polterabend ist ein alter Volksbrauch. Wo dieser gefeiert wird, gibt es zu trinken, und wo getrunken wird, wird gesungen und Ruhestörung verübt. Wo aber die Ruhestörung aus solchen Anlässen geduloet wird, ist von einer Anzeige abzusehen und die Be­klagten sind freizusprechen. Es ist freudig zu begrü­ßen, daß es noch Richter gibt, die für eingebürgerte Volkssitten Verständnis haben. *

fSttfers Hrlma«

Auflösung

des Großalmeroder Amtsgerichts?

Eine unbillige Härte.

Wie verlautet, sollen schon seit längerer Zeit Be­strebungen im Gange sein, oas Amtsgericht in Groß­almerode aufzulösen und den Amtsgerichten Witzen- hausen, Hesstsch-Lichtenau und Oberkaufungen anzu­gliedern. Ob es stch hierbei um eine Sparmaß­nahme handeln soll, ist unbekannt. Für die Einwoh­ner von Großalmerode und Umgegend wird es aI8 ettte unbillige Härte empfunden, wenn diese Auflösung Tatsache werden sollte und wir hoffen, daß es nur dieses Hinweises bedarf, daß die maß­gebenden Kreise und sonstigen Organisationen von Großalmerode und Umgegend bet dem Preußischen Justizministerium gegen eine Auflösung schärfstens protestieren.

Gegen dte Schwarzarbeit

der Lohnorbeiter bei der Mündener Polizeischule.

Die Schuhmacherzwangsinnung in Hann -Münden hatte sich im Frühjahr dieses Jahres an die Staat­liche Polizeischule Haun. Munden mit dem Er­suchen gewandt, den dort voll beschäftigten Arbeitneh­mern des Schuhmachergewerbes die gewerbliche Neben­arbeit (Schwarzabeit) zu untersagen, und den Schuh­machermeistern des Ortes zu gestatten, die Wohnung der Beamten zwecks Erlangung von Aufträgen zu be­treten. Die Eingabe wurde von der Schulleitung ab­schlägig bcschieden, und auch das Verwaltungsamt der Polizeischule äußerte sich zu dem Antrag negativ. Die Schuhmacher-Zwangsinnung wandte sich darauf an den Oberpräsidenten von Hessen-Nassau, der erklärte, daß ihm jede gesetzliche Handhabe fehle, den bei der staatlichen Polizeischule in Hann. Münden beschäftigten Lohnarbeitern Vorschriften für ihr Ver­halten außerhalb der Dienststunden zu machen, da es sich hierbei nicht um Beamte handele. Ebenso sei es nicht möglich, den Schuhmachermeistern der Stadt das Betreten der Polizeischulgebäude zwecks Erlangung von Austrägen zu gestatten. Diese Verhältnisse haben jetzt den volksparleilichen Abgeordneten Meier ver­anlaßt, eine Kleine Anfrage im preußischen Landtag einzubringen. in der das Siaatsmini- fierium um eine Aeußerung ersucht wird, ob es bereit ei, die offensichtliche Schwarzarbeit zu unterbinden.

Aus dem Jahr 1000

Reste eines alten Kirchleins bei Naumburg gefunden

Bei Wegebauten im Naumburger Sladtwald fand man auf einer Anhöhe die Grundmauer einer kleinen Kirche. Der primitiven Bauart und dem verwendeten Mörtel nach zu schließen, handelt es sich um ein Bau­werk, das Wohl in das Jahr 1000 zurückreicht. In der Nähe stand früher das in der Ritterfehdezeit ver­nichtete Dorf Giesenhagen. Erwünscht Ware es, wenn die alten Mauerreste unter Schutz gestellt würden.

Gehau. Die Maul- und Klauenseuche hat trotz der getroffenen Maßnahmen stch weiter verbreitet. Sämtliches Durchtreiben von Maul- und Klauenvieh wurde verboten.

Schemmern b. Waldkappel. Die DerbesserungS- arbeiten an der Kirche sind nunmehr fertiggestellt. Am Sonntag wurde der erste Gottesdienst abgehal­ten. Die Ucberbrüdung be8 Schemmerbaches steht ebenfalls vor der Vollendung.

Bad Sooden-Allendorf. Der Arbeiter-Fortbll- dungsverein beging am 15. und 16. November in den Hochzeitshaussälen dio Feier seines 40jäh ei­gen Bestehens Fast alle Vereine beteiligten sich an der Feier und der Vorabend brachte durch ihre Mitwirkung ein abwechslungsreiches Pro­gramm.

Feuer in Röhrig

Ein schadhafter Schornstein wahrscheinlich die Ursache.

Feuer brach in Röhrig in dem Wohnhaus des Arbeiters Wolf aus. Es entstand im Dachstuhl und fand an den dort lagernden Kohlen- und Frucht­vorräten reiche Nahrung. Die Feuerwehr konnte den Brand auf seinen Herd beschränken. Vom Wohnhaus wurden daS Dachgeschoß und das obere Stockwerk eingeäschert. Das Feuer ist vermutlich da­durch entstanden, daß der Schornstein eine schadhafte Stelle bekommen hatte, durch die Funken auf den Dachstuhl gelangten und die dort lagernden Vorräte in Brand setzten.

3« ein Fuhrwerk gerannt

Schwerer Verkehrsunsall in Treffurt.

Ein schwerer Verkehrsunfall trug stch am Aus­gange der Stadt Treffurt auf der Landstraße nach Wanfried zu. Der 19jährige Alwin Beck aus Tref­furt befand stch mit seinem Motorrad gegen 7 Uhr abends auf der Heimfahrt. Kurz vor Treffurt kam ihm das Pferdefuhrwerk eines Eschweger Unterneh­mers entgegen. Der Motorradfahrer fuhr direkt gegen das Pferd, das eine schwere Verletzung an oer Brust erlitt. Der junge Mann stürzte so unglücklich, daß er einen Schädelbruch, mehrere Rippenbrüche, einen Schlüffelbeinbruch und andere Verletzungen da­vontrug. Wie der Unfall entstehen konnte, ist um so unerklärlicher, als er sich auf übersichtlicher geraoer Straße ereignete und das Pferdefuhrwerk vorschrifts­mäßig beleuchtet war.

Ein zweiter schwerer Verkehrsunfall ereignete stch zwischen Netra und Röhrda. Tort wurde der Schuh­mache Jakob Reinhardt aus Röhrda von einem aus Essen kommenden Personenauw überfahren. Der Verunglückte erlitt eine schwere Gehirnerschüt­terung und trug Fleischwunden an den Beinen und auch eine schwere innere Verletzung davon.

Rotenburgs Mittelschule gesichert

Ausbau zu einer sechsllassigen Schule.

In gemeinsamer vertraulicher Sitzung der städti­schen Körperschaften wurde Montag abend, nachdem man bereits vor längerer Zeit sich für den Ausbau der städtischen Mittelschule ausgesprochen hatte, der schultechnische Ausbau, Die baulichen Angelegenhei­ten und personelle Fragen besprochen. Von der Stadtverordnetenversammlung wurde u. a. folgendes beschlossen: Zum 1. April nächsten Jahres wird ein Rektor an der Mittelschule angestellt und die Mittel­schule wird in eine sechsklassige Schule ausge- baut. Falls das Verbleiben der Mittelschule in den seitherigen Räumen nicht mehr möglich ist, toerben zum Ausbau von weiteren Räumen in der Aufbau­schule die erforderlichen Mittel bis zu 10000 Mark aus dem Grundstücksfond der Stadt Rotenburg be­willigt. Der Magistrat schloß stch den Beschlüssen der Stadtverordnetenversammlung an.

Von Rüben erschlagen

Seüsamer Tod eines Arbeiters.

Der 43 Jahre alte Arbeiter Heinrich Kliebisch aus Großburschla, der auf einer auswärtigen Zucker­fabrik beschäftigt war, fiel einem bedauerlichen Un­fall zum Opfer, der seinen Tod zur Folge hatte. Bei der Arbeit in der Schwemme geriet plötzlich ein !größerer Posten Rüben ins Rutschen, der den Mann o unglücklich im Rücken traf, daß ihm das Rück­grat gebrochen wurde. Der Bedauernswerte, der Frau und zwei Kinder hinterläßt, war sofort tut.

Eschwege. Ihr« silbern« Hochzeit begingen die Eheleute Kaufmann Wilhelm Trümper.

Eschwege. Herabsetzung des BrotpreiseS. Auch in Eschwege haben bereits verschiedene Bäckereien den Preis für ein Vierpfundbrot von 65 auf 60 Pfennige herabgesetzt. Eine gleichzeitige Ermäßigung des Brot­preises in allen Bäckereien ist jeooch noch nicht er­folgt.

vberzwehren. Am Totensonntag veranstaltet der Musikverein Oberzwehren auf dem Friedhof daselbst ein Konzert zum Gedenken der Toten.

Grifte. Im Fahrplan der Kleinbah« Grifte Gudensberg treten ab 1. Dezember Aenderungen ein. Die Züge 806 ab Grifte 7,30 Uhr und 811 ab Gnoens- berg 6,29 Verkehren nur noch am Werktag und fallen Sonntags aus. Dagegen verkehrt der Zug 818 jetzt auch am Sonntag und zwar ab Grifte 21,10 Uhr. '

Holzhausen (Reinhardswald). Golden« Hochzeit. Der Staatsförster Theodor S ch a w e r und Frau feiern heute goldene Hochzeit.

Naumburg. Ein Heimatsilm. Am Sonntag wurde im Hessischen Hof ein Film mit Naumburger Bildern Mr Freude von Jung und Mt vorgeführt.

Bebra. Rege Bautätigkeit. Der Bau- und Sieb« lungsverein Bebra, G. m. b. H., hat wieder zwei Vierfamilienhäuser mit acht geräumigen Wohnun­gen fertiggestellt. Die Erbauung von zwei weiteren Vierfamiltenhäusern ist für das kommende Frühjahr geplant. Von der Gemeinde Bebra wurde durch Errichtung mehrerer Häuser wesentlich zur Vermin­derung der Wohnugsnot beigetragen. Im ganzen sind neun Häuser mit insgesamt 34 Wohnun­gen gebaut worden. Das letzte Gebäude mit acht Wohnungen für Minderbemittelte und Orts- arme ist so weit ferttggestellt, daß es im nächsten Monat bezogen werden kann. ~unf> letztere Maß­nahme sind das alte Wachthaus im Zentrum des Ortes und das Gemeindehaus in der Höhle freige­worden. Diese Gebäude werden nun auf Abbruch verkauft.

Bebra. Kanalisation des Heidaugeländes. Nach­dem die Herstellung einer Kanalisationsanlage in der Heidausiedlung von dem Landesarbeitsamt Hessen als Notstandsarbeit anerkannt worden ist, sind die Ar­beiten in Angriff genommen worden. Dadurch ist es möglich, eine Anzahl Arbeitslose einige Zeit zu beschäftigen.

Homberg. 80 Jahre alt wurde Bergverwalter Schilling. Er war über dreißig Jahre lang als Bergverwalter auf der Zeche Gewerkschaft Ronne- berg tätig.

und ein Spiel- und Sportplatz eingerichtet werden.

Niedergrenzebach. Erweiterung des Hochbehäl­ters. Um dem steigenden Wasserverbrauch und den Feuerlöschzwecken Rechnung zu tragen, soll eine Er­weiterung des Hochbehälters erfolgen. Das Kreis­wiesenbauamt Ziegenhain isi mit der Ausführung beauftragt.

Kirchhain. Förderung der Schafzucht. Um die Schafzucht im Kreise Kirchhain zu heben, findet für Schäfer und Schafzüchter am 20. November ein Lehr­gang statt, welcher von der Landwirtschaftskammer Kassel gefördert wird.

Kirchhain. Goldene Hochzeit. Görge Predi­ger, der vor vielen Jahren nach Vina del Maar (Chile) ausgewandert ist und dort seine zweite Hei­mat gefunden, feierte seine goldene Hochzeit. Vor 25 Jahren war er zuletzt in seiner Vaterstadt.

Rauschenberg. Die Stadtverordneten waren mit der Herabsetzung der Löhne der städtischen Arbeiter nur dann einverstanden, wenn die Herabsetzung der Preise der Gewerbetreibenden ebenfalls eintritt. Zur Führung des Prozesses in der Verwaliunas- streitsache Moll und Genossen wegen Gültigkeit der Stadtverordnetenwahll wurde dem Vorsteber Voll­macht erteilt, lieber die Vorschläge zur Verbesse­rung der Viehweide war man geteilter Meinung.

Bottenhorn bei Marburg a. L. Tödlich abge­stürzt. Der Landwirt Christian Hermann stürzte beim Futterholen auf die Tenne und erlitt dabei einen so schweren Schädelbruch und andere Verletzungen, daß er nach wenigen Stunden verstarb.

Aus Waldeck

Mengeringhausen. Zeichen der Wirtschaftsnot. Die sogenannteStuhlfabrik" ist vor einem halben Jahre in Konkurs gegangen. Eine Verwertung der Gebäude durch den Konkursverwalter hat nicht statt- aefunben, da anscheinend hiervon füt die Masse kein Vorteil zu erzielen war. Nunmehr findet in den nächsten Tagen die Versteigerung des Fabrikgebäu­des auf Antrag eines Hypothekengläubigers statt. Mengeringhausen. Sitzung der Gemeindevertretung. Es wurden Beschlüsse gefaßt über einen mit dem Bezirksverband abzuschließenden Siratzenbenutzungs- vertraa betr. der Benutzung der Kanalisation und der Bürgersteiaanlage in der dem Bezirksverband gehörigen Land- und Bahnhofstraße sowie über die Erhebung von Kanalbenutzungsgebühren von den Einwohnern. Die Abhaltuna von politischen Ver­sammlungen in der Stadthalle soll nicht zugelaffen werden. 'Mit dem Turnverein soll über die Be­nutzung der Turnhalle durch die Schule ein Vertrag abgeschlossen werden.

Dorf-Itter b. Corbach. Goldene Hochzeit. Schmiedemeister Fritz Krümmelbein nebst Gat­tin feierten das Fest der goldenen Hochzeit.

Corbach. Die Kanalisierung der Stadt wird fort­gesetzt. Vom Stadtbauamt wurde nunmehr dte Fer­tigstellung zweier Straßen zur Vergebung ausge­schrieben.

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Aus dem Kreise Schmalkalden

Schmalkalden. Die Dolmargemeinde hielt in ihrem Charlottenhause eine Bergsippung ab. Der Vorsteher Regierungsrat Schul, berichtete über den günstigen Stand der VerchanLlungen mit dem Fis­kus wegen eines Ankaufs des Dolmarhauses und des umliegenden Geländes durch die Gemeinde. Der Rau- fonids für die Erweiterung des Hauses weist über 5000 RM. auf. Beschlossen wurde frie Errichtung eines Gedenksteines für den ersten Vorsteher der Dol- margemeintde, den ohemaligen Provinziallandtagsab- geordneten Karl Felde. Im vergasten Zimmer be­wußtlos aufgefunden wurde ein erst seit kurzem in der Hoffnung ansässiger Friseur. Ws ein über sei­nen Geschäftsräumen wohnendes Ehepaar nachts nach Hai^e kam, konnte es die eigene Wohnung nicht be­treten, da sie mtt Gas gefüllt war. Aus dem Friseur- lwden aber drang ein lauieS Stöhnen. Die sofort be­nachrichtigte Polizei erzwang stch Eingang in den La­den, wo sie den Friseur bewußtlos antraf. Den Be­amten und einem Arzt gelang es, den Bewußtlosen zu retten. Er wurde ins Krankenhaus überführt.

Aue. Ein schweres Geschick traf den Zimmer­mann W. B. Vor längerer Zeit verlor er infolge ei­ner Bluwergistung die Gebrauchsfähigkeit der linken Hand. Es war ihm nach seiner Wiederherstellung lange Zeit nicht möglich, eine für ihn passende Ar­beitsstelle zu finden. Als ihm das jetzt glückte, zog er sich bei der Arbeit eine erneute Blutvergif- t u n g zu, die so heftig austrat, daß ihm die Aerzte nunmehr die rechte Hand amputieren mutzten, so daß der Bedauernswerte jetzt beider Hände be­raubt ist, was um so tragischer ist, als er Ernährer einer Familie ist.

Weitere Einbrüche im Kreise Warburg

Die Polizei scheint machtlos $u fein.

In Mesen wurde bei dem Bauunternehmer B. ein EinbruchÄiebstahl verübt. Die Diebe enttitteten ein Fenster und gelangten in das Büro. Sie erbrachen mehrere Schubladen, ohne auf Werwegnstände zu stoßen. Im Hausflur entwendeten sie drei Jagd­gewehr« und einen Patronenvorrai. In Wormeln wurde in derselben Nacht bei dom Gastwirt H ein Einbruch verübt. Auch hier gelangten die Diebe durch EnMtten eines Fensters ins Innere des Hau- ses. Gestohlen wurden eitrige Hundert Zigaretten, mehrere Packungen Zigarren und ein großer Posten Taschentücher, Herrensocken und Oberhemden. Weiter fiel den Dieben ein größerer Geldbetrag in die Hände. In beiden Füllen fehlt von den Dieven jede Spur.

Tumult in Eibelshausen

Die Menge bedroht den Landjäger, der einen EibelS» Häuser durch einen Schutz verletzt.

Zu schweren Ausschreitungen kam es Mittwoch abeno in Eibelshausen. Ein junger Mann hatte Streit mit einem Handwerksburschen, der zu Tätlich­keiten ausartete, daß der Landjäger einschreiten mutzte, und den jungen Mann verhastete. Aus dem Wege zum Arrestlokal ritz sich dieser los. Auf der Suche nach dem Flüchtigen traf er in einer Wirtschaft einen jungen Mann aus Eiershaufen, den der Be­amte für den Täter hielt, der es aber anschei­nend nicht war, und verhaftete ihn. Vor dem Arrest­lokal hatte stch eine große Menschenmenge angesam­melt, die den Verhafteten eigenmächtig, be­freite. Der Aufiorderung auseinander zu gehen, wurde nicht Folge geleistet, daß sich der Beamte ge­nötigt sah, Schreckschüsse abzugeben, die aber ohne Wirkung blieben. Um sich durchzusetzen, schoß darauf­hin der Beamte scharf und verletzte einen Eibelshäu- ser so schwer, daß er dem Krankenhaus zugeführt wer­den mußte. Die Aussagen der verschiedenen Partei« widersprachen stch. Das Gericht wird wohl erst eüu Klärung bringen.

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Urteil im Löwenherzprozeß rechtskräftig

Das am V November gegen den Landwirt Georg Löwenherz aus Amelith wegen Brandstiftung gefällte Urteil des Schwurgerichts Göttingen ist nun­mehr rechtskräftig geworden, da weder oer Staats­anwalt noch der Angeklagte Revision eingelegt haben. Löwenherz war bekannUich zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Auch der Mitange­klagte Elektromeister Henning aus Höxter hat keine Berufung eingelegt, so datz auch dieses UrteU rechts­kräftig ist.

Dom Zuge erfaßt und getötet

Schweres Unglück tu WMebadeffeu.

Am Donnerstag wurde der 37jährige Rotten­meister Schrader aus Willebadessen kurz vor dem Viadukt bei dem Bahnhos Willebadessen aus der Strecke Warburg Altenbeken von einem Eilzuge erfaßt und sofort getötet. Der Verunglückte, der eine Arbeitsrotte an der Strecke zu beaufsichtigen hatte, war bei der Durchfahrt eines Güterzuges M nahe an das Nachbargleis herangetreten.

Grüner KraftKnieusahrvla« für das Sanerland Mw Bergische Land, enthaltend alle Kraftlinien, sowie wichtige Klein- und Straßenbahnen im Sauerland, Bergischen Land, Siegerland, Wittgenstein und Waldeck. In Verbindung mit der Hauptgeschäftsstelle des Sauerlänoischen Gcbirgsver- vereins e. B. herausgegeben. Winter 1930/31. Preis 30 Psg. Verlag A. Martini und Grüttesten, G. m. 6. Wupper- tal-Elberseld.

Dieses handliche und praktische Heftchen erschien jmn ersten Male für diesen Sommer. Nachdem sich nun bei den einzelnen Linien die Fahrpläne zum Teil recht erheblich ge­ändert haben, machte sich eine Neubemcheituna erforderlich. Ein Ortsverzeichnis und eine große Uebersichtskarte sind beigegcben, die das vorn Grünen Krafilintensahrvlan er- faßte Gebiet zwischen Rhein Sieg Kassel und Pader­born enthält.

Geburtstag« und Jubiläen bitt« wir Me Ge­burtstagskinder und Jubilare unter unseren Lesern selbst zu melden. Es kommen nur Leser der K. N. N. in Betracht. Da wir angesichts unseres wei­ten Verbreitungsgebiets viele Wünsche berücksichtigen müssen, unseren Geburtstagskindern und Jubilaren aber doch eine Freude bereiten möchten, bitten wir unsere Leser, sich auf folgende Jubiläumstage zu be­schränken: Silberne, goldene, diamantene usw. Hoch­zeit, silberne, goldene usw. MieterjubMen und Ge­schäftsjubiläen, Arbeitsjubiläen vom 25jährigen an immer fünf Jahre weiter, von den Geburtstagen den 60., 65., 70., 75., 80., 85., 90. und nach dem 90. jeden einzelnen.

Rundfunk

Programm des Frankfurter und Kasseler SmderS, Sonnabend, den 22. November.

6.45: Morgengymnastik

7.308.30: Bon Gießen: Militärkonzert des Musikkorvs des I. Hess. Grenadier-Batl. 15. Jnf.-Regts. Gießen 10.9010.50: Schulfunk

12.20: Schallvlatlenron«rt. L Neue Tanzmusik, n. W. A.

Mozart

Klavierkonzert Beethoven: Fünftes Koi«ert tot Klavier und Orchester nt Es-Dur op. 73

20.15: Dramatische Stunde Einführung Georg Büch­ner: Aus der NovelleLenz" Die Soldaten, Ein« Komödie von Fakob Michael Reinhold Lenz

22.00: Konzen des Rundfunkorchesters

23.00: Nachrichten, Svorrb-reicht und Wettermeldung 23.8024.00: Tanzmusik des Rundfunk-Orchefters

Sönigswusterbausem

7.00: Funkgvmnaltik

Anschließend: Srübkonzert au« Berlin

14.00: Bon Berlin: Schallplattenkonzert

16.80: Nachmittagskonzert aus Hamburg

19.00: Der Angestellte in der Literatur

19.20: Zum Totenfest. Uebenragung au« der Aula der Staatl. Akademie für Kirchen- und Schulmirsk

20.00: Bon Hamburg:Hebern großen Teich"

13.00: Schallplattenkonzert (Fortsetzung)

18.50: Störungsschallvlatte mit Erklärung

14.00: Werbekonzert t Schallplatte»)

14.30: stunde der Jugend

15.00: Aus dem deutschen Siederkrame, Aeüervorträge Frankfurter Schulen

16.00: Nachmittagskonzert des Rundfunkorchesters

17.00: Der Sender. Ein Wethespiel anläßlich der InSe» _ rriebnabme des Rundfunk-Großsenders Mühlacker

18.05: Die Bedeuning der Arbeitsgerichtsbapkeit. L bat Handwerk. Vortrag

18J6: Die Arbeiterfrau und Ihre Kinder. Bortrog

19.05: Spanischer Sprachuni erricht

19.80: Klavierkonzert Beethove»: Fünftes Kome '