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Freitag, 21. November 1930 / 1. TMIege

Kasseler Ärmste AachrkchlM

Zwanzigster Iavrgan-

Aeues aus Kassel

Dr.

Dorträge «nd Veranstaltungen

Ein Sv-jähriger

(Die Verhandlung dauert an.)

Kassel, Obere Königstraße 30

SALAMANDER

des gen rich das

Am 90. 11. beging der Maurer Andreas Petre, Marktgasse 33, seinen 80. Geburtstag. Er ist kör­perlich und geistig noch auf der Höhe und lang>- jähriger Leser unserer Zeitung.

DMich-FranAurl.

Berufung eingelegt. In der Beleidigungsklage preußischen Ministerpräsidenten Dr. Braun ge­ben Hauplschrifrleiter der Kasseler Post, Hern- Walter, hat der Beklagte Berufung gegen Urteil der 1. Instanz eingelegt.

I» der Holländischen Straße ereignete sich gestern abend ein schwerer Unglückssall. Dort hatte ein älterer Brauereiarbeiter seinen Küchenherd frisch lackiert, wobei einige Spritzer die Herdplatte ver­unreinigten. Beim Beseitigen der Flecke geriet der dazu mit Benzin getränkte Lappen in Brand und die Flamme brachte die in der einen Hand befind­liche Benzinkanne zur Explosion, Der Unvorsich­tige erlitt gräßliche Brandwunden an beiden Hän­den und wurde nach erster ärztlicher Hilfe durch die Arbeitersamariterkolonne in das Marienkrankenhaus eingeliefert.

Kurz vor ihrer Ankunst auf dem Hauptbahnhos wurde eine ältere Frau zum Schrecken der Mitrei­senden besinnungslos. Als Ursache stellte sich eine schwere Blutvergistung durch Nichtbeachtung einer kleinen Wunde am Fuß hervorgerufen, heraus. Die Arbeitersamariterkolonne brachte die Frau in be­denklichem Zustand schleunigst in das Karlshospital, wo man durch eine sofort erfolgte Operation sie am Leben zu erhalten hofft.

Auf dem frisch gebohnerten Fußboden ihrer Woh­nung kam in der Querallee eine ältere Ehefrau zu Fall und mußte durch die Sanitätshauptwache mit einem Bruch des Unterschenkels in eine Privatklinik überführt werden.

Bei einem Spaziergang in Niederzwehren gliit ein älterer Arbeiter aus dem schlüpfrigen Lehmboden in den Graben eines Wehrs und wurde mit einem komplizierten Bruch des Fußgelenkes durch die Sa­mariterwache Holzmarkt in das Elisabethkranken- haus geschafft.

Kassel, 21. November.

Mm der Unfälle

Oer Kreisler-Prozeß

Reichsbanner und Polizeipräsident

Im Prozeß gegen den Rechtsanwalt Dr. Roland Freisler nimmt die Beweisaufnahme einen Umfang an, der ein Ende dieses forensischen Duells zwischen dem Angeklagten und der Anklagebehörde noch nicht absehen läßt. Nach den Dispositionen des Gerichts werden auch noch einige Tage der nächsten Woche hin­zugenommen werden muffen, um überhaupt die Be­weisaufnahme in dem vorgesehenen Ausmaß bewäl­tigen zu «innen. Da aber Landgerichtsdirektor Ku­lenkamp in der kommenden Woche wieder einen gro­ßen auf mehrere Tage berechneten Strafprozeß ut lei­ten hat, wird er die Verhandlungen gegen Dr. Freis­ler wohl aussetzen muffen.

Zum weiteren Verständnis mutz noch bemerkt wer­den, datz der Polizeipräsident für polizeiliche Maß­nahmen wie am 18. Juni die allgemeinen Richtlinien anordnet, während die Durchführung ausschließlich unter der Verantwortlichkeit des Kommandeurs der Schutzpolizei vor sich gehr. Regierungsrat Schöny hat unter Eid bekundet, daß der Polizeipräsident in sei­nen allgemeinen Richtlinien darauf gedrängt habe,

datz unter allen Umständen Zusammenstötze vermieden.

Raffelet Schüler spielen in Düffeldorf. Die Dpiel- gruppe der Kaffeler Gymnasien, die dte griechische Tragödie .Sieben gegen Theben" am Sonntag, 11,30 Uhr im Staatstheater wiederholt, ist von der Gene­ralintendanz der Düsseldorfer Schauspiele (L.urnont- Lindernann) aufgefordert worden, mit einem Gast­spiel der Aifchvlostragödic am 7. Dezember dte Fest­wochen anläßlich des 25jährigen Bestehens des Düs­seldorfer Schauspielhauses zu beschließen.

Versteigerung im Wohlsahrtsheim. Das städtische Wohlfahrtsheim, Luisenstraße 2, versteigert ab Mon. tag, den 24. d. M., verschiedene aus Nachlassen stam­mende Gegenstände. Das Nähere ist aus der heutigen Bekanntmachung ersichtlich.

Jugend und Buch. Unter diesem Thema steht die Weihnachtsausstellung des Städtischen Jugendamtes die vom 23. bis 30. November im Rathaus statt- sindet (8 bis 21 Uhr) Eintritt frei.

iLersonalveründerungen des Reichsheeres. Ernannte Major Klepke, Jnst.-Regt. 15, mm Kommandeur deS 1 Bails. Jnst.-Regt. 15; Major Wagner, San-Abt. 7, züm Kommandeur der Krastf.-Abt. 5. E S scheid e n aus: Major D ö r f s e r , Artl.-Regt. 5; Major Menzels San.-Abt. 5; Leutnant Weyrauch, San.-Abt. 5. Ver­setzt: Hauptmann Errleben, Stab des Gruppen, kommandos 2, in die Nachr.-Abt. 5; Oberleutnant Jäschke, Nachr.Abt. 5, in den Stab des Gruppenkommandos 2.

Staatliche Prüfung für Privaimusiklehrer. Unter dem Vorsitz des Oberschulrats Dr. Deiters fand etne Prüfung für Privatmusiklehrer statt. Es bestanden Hauptfach Kla­vier: Frl. Antbes-Frankfurt a. M., Herr Brsffng-H-nuru, Frl. Franke-Kaffel, Sri. Limbartb-Wiesvaden. Iw Haupt­fach Gesang: Frau Jsf-Koch-Kaffel.

Hebet den Fortgang der Donnerstag-Verhandlung ist noch zu berichten, daß zunächst Oberleutnant Hoff­mann und Polizeihauptmann Paul sowie Polizeimei­ster Klinke über die polizeilichen Maßnahm eit am Abend des 18. Juni gehört wurden. Vom Stand­punkt der Versammlungsbesucher stellten Oberleutnant a. D. Fichte und Kaufmann Schulze, Melsungen, bei­des Mitglieder der RSDAP die Vorgänge dar. Diese beiden Zeugen haben sich besonders um polizeilichen Schutz bemüht, haben jedoch von Oberstleutnant Schulz selbst einen ablehnenden Bescheid erhalten. Wesentlich war die Aussage des stellvertre­tenden Polizeipräsidenten, Regierungsrat Schöny, der u. a. aussagte: Der Polizei war durch ein gehei­mes Rundschreiben der NSDAP, vom 14. Juni be­kannt geworden, datznach der noch nie dagewesenen Versammlungsoffensive am 18. Juni von der NSDAP,noch etwas unternommen werden würde". Um was es sich dabei handelte, wußte die Polizei allerdings nicht: sie war daher gezwungen, ihre Maß­nahmen so zu treffen, daß der polizeiliche Zweck er­reicht werde. DieStadt Stockholm" galt als das gefähvdetste Versammlungslokal, weshalb dort auch besondere Vorbeugungsmatzregeln getroffen worden waren, zumal die Kommunisten die Abhaltung einer nationalsozialistischen Versammlung in dem Lokal als einen Einbruch in ihre Interessensphäre" betrachtet hatten. Im übrigen hatten die Kommunisten zuge­sagt, sich bei den Demonstrationen Beschränkungen aufzuerlegen, damit Zusammenstöße vermieden wür­den. Man kam noch einmal auf die vom Angeklagten

Würden. Aus der anderen Seite gilt nun auch als erwiesen, daß

zum mindesten der taktische Einsatz der Schutzpolizei am Abend des 18. Juni einige Fehler anfgemiefen hat und datz die Haltung der einzelnen Polizeiteile nicht ganz einheitlich war. Wenigstens ergibt sich das aus den vom Gericht angestellten Erörterungen über die Frage, ob die Polizei den bedrohten Nationalsoziali­sten Schutz und Geleit verweigert hat. Mehrere Zeugen haben das bestimmt bekundet und auch aus verschiedenen Aussagen von Polizeibeamten ergab sich die Berechtigung zu einer solchen Annähme. Im­merhin kann man abschließend erst darüber urteilen, wenn der verantwortliche Leiter der Polizeitruppen über den Sinn einer solchen Anordnung gchört wor­den ist.

Eine wesentliche Klärung erbrachte auch die Feststel­lung über den bekannten Kommandobefehl der Schutz­polizei, datz sowohl gegen die auftretenden Reichs- bannergrnppen wie auch gegen die Abreißer der nationalsozialistischen Plakate von der Schutzpolizei nichts unternommen werden sollte. Die Behauptung des Angeklagten, datz solche Befehle erlassen worden sind, mutz als ertoief en angesehen werden. Gleich­zeitig muß aber hervorgehoben werden, daß der stell­vertretende Polizeipräsident Regierungsrat Schöny, eindeutig zum Ausdruck gebracht hat, daß der Poli­zeipräsident diese Befehle, die ihm erst nach dem 18. Juni bekannt geworden seien, ernstlich mißbil­ligt habe.

Es muß als festgestellt angesehen werden, daß der Polizeipräsident sich noch am Bormittag des 18. Juni mit aller Entschiedenheit gegen ein Auf­treten des Reichsbanners in den Straßen Kassels ausgesprochen hat, datz er die verantwortlichen Führer des Reichsbanners eindringlich vor den möglichen Konsequenzen gewarnt hat und datz er nach dem Ergebnis der Besprechungen persön­lich der Meinung sein mutzte, datz das Reichsban­ner sich nicht auf der Stratze zeigen würde. Datz das doch geschah, war für den Polizeipräsidenten und seine Mitarbeiter eine große Ueberraschung, die dann auch notwendigerweise zu einer Zersplit­terung der für den Abend des 18. Juni eingesetz- ten Polizeikräfte führen mußte, weil die Polizei mm noch mehr Parteien ton Auge behalten mutzte.

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Am Totensonniag

Liturgisch-musikalische Feierstunde in der Lutherkirche

Am Totensonntag, 17 Uhr, findet in der Lucher- kirche eine liturgisch-musikalische Feierstunde zum Gedächtnis der Entschlafenen statt. Es wird das Kirchenoratorium »Selig aus Gnade" von Albert Becker für Chor, Soli, Orchester und Orgel zur Auf­führung kommen. Mitwirkende sind: Pfarrer Vel- binger als Murg, der Kirchenchor der Lutherkirche unter Leitung von Hermann Schleiden, Heinrich Möller (Orgel) Auguste Hausmann (Sopran), Gerta Bernhardt (Alt), Reinhard Schleid en (Tenor), Heinz Dietrich (Baß) und ein Orchester von Kunstfreunden.

Liturgische Feier in der Auferstehungskirche am Totensonntag: In der Auferstehungskirche wird am Totensonntag außer den beiden Gottesdiensten um 10 und 5 Uhr eine liturgische Feier um 15 Uhr statt- finbe-n. Pfarrer Riebeling wird die Feier halten, die von mehreren Liedvorträgen des Kirchenchores unter Leitung von Oberschullehrer Knöpsel umrahmt Wirb.

Bon Kirchen Friedhöfen und Gedächtnisfeiern im Heffenland wird am Sonntag Wilhelm Ide in einem Lichtbildervortrag erzählen, der in der Städtischen Lesehalle I, Holländische Straße 21 (Gildehaus) statt- finbet und jedermann zugänglich ist.

Eine ostmärkische Toten-Gedächtnisfeier für die in der verlorenen Ostmark Bestatteten und für die im letzten Jahre verstorbenen Ostmärker findet am Sonn­tag (Totenfest), 20 Uhr, im kleinen Saal des Evang. Vereinshauses in der Kölmschenstratze statt. Zu die­ser Feierstunde werden alle Ostmärker und Freunde der Ostmark, besonders auch diejenigen, die durch den Verlust der Ostmark am Besuch ihrer Angehorigen- gröber verhindert sind, herzlich eingeladen. Die Feier trägt religiösen Charakter. Eintritt frei.

D. H. B. Am Totensonntag, 17,30 Uhr findet im Vereinshaus eine Musikalische Gedenkfeier zum Gedächtnis unferer gefallenen Helden und zu­gunsten der Hinterbliebenen unserer gefallenen «er» bandsmitglieder statt.

Kentralverband Deutscher Kriegsbeschädigter und Kriegrrhinterbliebener. Die Ortsgruppe Kassel ver­anstaltet am Totensonntag, mittags 12 Uhr, auf dem Militärfriedhof eine fchlichte Gedächtnisfeier für die im Weltkrieg gefallenen Kameraden.

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Sparmassna hmen ist die Qualität.und derj«Preis ausschlaggebend^ Tadellose y e ra rbe i tu n g,tg ü te r^Sif z|u nd

Allerlei vom Tage

Das Kruzifix des Karlshofpitals ist in der Buch­handlung Lometsch, Köln. Straße, ausgestellt. Es ist da» Werk eines 20jährigen Holzschnitzers Fritz Thomas, der Gestalter des ausgestellten Werkes stammt aus einer armen Bergarbeiterfamilie des Waldenburger Berg­landes. Ein Lehrer der Volksschule entbetfte seine Befähigung und wußte ihm einen Platz in der Warm­brunner Schule zu verschaffen. Not und Sorge aber ind seither seine ständigen Begleiter, und es ist ver­wunderlich, wie unter solchen Dasein^eichen eine Ar­beit, wie sie das Kruzifix des Karlshospials bar« teilt, werden kann.

Heber Religion und Technik spricht am Dienstag 20 Uhr im Evgl. Vereinshaus Köln. Str Professor

behauptete Besprechung im Polizeipräsidium zurück. Der Zeuge erklärte sich dafür,

datz die Besprechung dem Zweck gedient habe, den Gauführer Quer zu veranlassen, auf das Unter­bleiben des uniformierten Spazierganges des Reichsbanners hinzuwirken. Im Polizeipräsidium hatte man nach dieser Besprechung den Eindruck, datz das Reichsbanner am Abend des 18. Juni von der Stratze bleiben würde.

Diesen Eindruck habe auch der Polizeipräsident ge­habt, denn er habe sich in einer Besprechung am 20. Juni also zwei Tage nach den Vorfällen, in diesem Sinne geäußert.

Es wurden bann noch sieben Mitglieder der NSDAP, zu der Frage gchört, welches Material der Angeklagte bereits am 23. Juni in seinem Besitz ge­habt habe. Darauf wurde die Verhandlung bis Frei­tag früh 9 Uhr vertagt.

Oie Freitagsverhandlung

Die Aussagen des Beigeordneten Geck decken sich mit denen des gestern bereits vernommenen Zeugen H o s a ck e r.

Daraus äußerte sich der jetzige stellvertretende Stadtverordnetenvorfteher Dr. Hartmann über den gleichen Punkt. Eine rechtliche Verpflichtung des Vorstehers, eine angezweifelte Abstimmung zu wie­derholen, bestehe nicht. Am 23. Juni, beim Ausschluß des Angeklagten, war dem Präsidium das Ergebnis der Abstimmung ganz unzweifelhaft, fodatz die An­zweifelung durch den Angeklagten unerheblich war.

Zwischendurch wurde darauf der Kriminalkom­missar K l e n k e vernommen, der am 18. Juni die Versammlung in den .Bürgersälen" überwacht und sie deshalb aufgelöst hat, weil sie unfriedlich gewor­den war. Eine Besprechung über besondere Maßnah­men bei der Ueberwachung dieser Versammlung hätte nicht stattgefunden.

Zu dieser Versammlungsauflösung werben auf Antrag ber Staatsanwaltschaft unb des Angeklagten noch weitere Zeugen gehört werben.

Oie Vorgänge an der(Statt Stockholm"

Der nächste Zeuge war Polizeihauptmann Hocker, ber am Abend des 18. Juni bie Räu­mungsaktion vor berStabt Stockholm" geleitet hat. Es war Anweisung ergangen, baß die Straßen der Altstadt freigehalten werden sollten. Nach Beendi­gung ber kommunistischen Demonstration gab es vor berStabt Stockholm" Ansammlungen, so baß bot Kommanbenr bie Räumung anorbnete. Nach Durch­führung biefer Räumung war bie Umgcgenb ber Stabt Stockholm" frei. Die hinter bett polizei­lichen Postenketten stehenden Ansammlungen waren durchaus friedlicher Natur, so daß ein Zerstreuen der Massen nicht in Frage kam, zumal die Menge sich von selbst zu verlaufen begann. Ws bann bie Versammlung in berStabt Stockholm" aufgelöst worben war, gab es neue Ansammlungen.

Vors.: Was bebeutet bie Räumung?

Seuge: Die Sicherung bes Lokals.

orf.: Sollte bie Räumung nicht auch dem Schutz der Versammlungsteilnehmer dienen?

Zeuge: Dieser Schutz war durch die erfolgte Räumung garantiert.

Vors.: Sie hofften also, daß bie Leute sich mit ber Räumung selbst zerstreuen würben? Ist Ihnen benn nicht ber Gedanke gekommen, daß bie Ver­sammlungsteilnehmer von ben sich anfammelnben Muffen angegriffen werden sollten?

Zeuge: Stein, wir hatten alle Sicherungen ge­troffen. Da aber die Versammlung aufgelöst touroe, war die Zeitspanne für uns zu kurz geworben.

V o r f.: Sie meinen bas so: nachdem Sie vor der Stadt Stockholm" geräumt hatten, warteten Sie ab, ob sich die Massen von selbst zerstreuen würden. Falls das nicht geschehen wäre, hätten Sie bann noch andere Maßnahmen ergriffen?

Zeuge: Jawohl, ich hatte bereits ein sogenann­tesAbkämm-Kommando" hinter der Absperrungs- kette eingesetzt.

Vors.: Durch das vorzeitige Ende der Versamm­lung sind Sie dann mit Jchren Maßnahmen nicht zu Ende gekommen?

Zeuge: Wir hatten den Abzug durch die Enten- gafle auch vollkommen gesichert. Bis zur Obersten Gaffe standen Polizeiposten. Die Zusammenstöße haben sich dann ja auch außerhalb dieser Sperrkette abgespielt, und zwar an der Garnisonkirche.

Vors.: Haben Oberstleutnant Schulz und Re­gierungsrat Schöny Ihnen irgendwelche Anwei­sungen gegeben ?

Zeuge: Stein.

Vors.: Von Ueberfäffen in der Nähe derStadt Stockholm" ist Ihnen nichts bekannt?

Zeuge: Nein. Ich bin auch nicht um Schutz an­gegangen worden.

Vors.: Wieviel Beamte waren für den Schutz derStadt Swckholm" aufgeboten?

Zeuge: Etwa 75, es mögen auch 100 gewesen fein.

Wer kommt mit? Eine biologische Studienwanderung durch ben Habichtswald veranstaltet bie V ol k s Hoch­schule am Sonntag, ben 23. November. Die Teilnehmer »erben unter ber sachkundigen Leitung von Avademtepro- fessor Heinrich Gmve Gelegenheit haben, das Leben ber heimischen Tierwelt kennen zu lernen., Treffpunkt vormrt- tags 9 Uhr an ber Endstation ber Lrme 1 m Wilhelms- Höhe.

Ein Gastspiel der Bühne für BolkSaufklürung findet Sonnabend, den 22., abends, im Finkenherd (Weserstratze) statt. Zur Ausführung kommt das bereits mit grobem Er­folg gegebene Schauspiel von Joachim:Licht s o l les werden!", das der Bekämpfung der Tuberkulose und des Alkohols dient. Nachmittags Schülervorstellung des gleichen Werkes.

Der Gartenbauverein Kassel und Umgebung hat seine Winterarbeit wieder ausgenommen und bereits zwei Sitzungen gehalten. In der Oktoberversammlung hielt Garteningenieur Hinze einen Vortrag über das Thema: Gemüsebau int Hausgarten". Zum Zwecke rationeller Düngerausnützung ist der Garten in vier Abteilungen zu gliedern: I. Starkzehrende Gemüse, II. Wurzelgemüse, TU. Hülsenfrüchte, IV. Danergemüse (Spargel, Rhabarber, Erd­beeren oder Frühkartoffeln). Letzteres Quartier kann fort« fallen. Die Jahreshaupt Versammlung am 14. November brachte neben den üblichen Jahres-, Kaffen- und Geschätfsberichten humorvolle Schilderungen der zwei Auto­fahrten des Jahres durch den Kassierer Herrn H. H u st e r. Ferner entpuppte sich Frau Witwe Lüttebrandt alS fein empfindende und stilistisch gewandte Dichterin. Sie hat die Fahrt nach Göttingen und zum Meißner in Einzelblät­tern packend dargestellt. Der Vortrag des Herrn Lehrer I e n tz s ch mutzte der vorgerückten Zeit halber stark gekürt werden. Die zahlreichen Lichtbilder führten anschaulich tu die Pslanzenwelt der Korbblütler ein. Geliebt, gehaßt, bunt durcheinander, so präsentieren sie sich als große und kleine Sonnen dem Zuschauer, die Sonnen-, Stroh- und Gänse­blume, die Dahlie, Aster, Chrysantheme, Klette, Distel, Lö­wenzahn, welch letzterem H. Löns in seinem AussatzDie schönste Blume: ein so hübsches Denkmal setzt. Zum Schluß sand eine Blumenverteilung statt.

Wandervorschläge des H.-W. Gebirgsoereins. I

Sonntag, den 23. November.

Ganztägig: Endstation 1 Holländische Straße- Jungserwkopf Firnskuvve Ahnatal Jgelsburg; Hohes Gras Neu-Holland. Zurück Herkulesbahn. Wege, länge 20 Kilometer.

Halbtägig: Kassel Hbf. Bahnfahrt bis Jbringshan« fen Märchenmühle Graue Katze Fuldatal« Wolfsanger. Zurück Straßenbahn. Wegelänge 8 Km.

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Wettervoraussage bis Samstag abend.

Vorerst wieder Niederschläge, bei stürmischen, auf. frischenden Winden noch sehr milde, später M- kühlung.