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Mobilmachung der Gastwirte

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Koksaufbereitungsanla»« Ihringshausen

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be- den Ite- An-

Dnrch diese Maßnahmen sei angeblich bestimmt worden daß ein Verbot des Einschreitens gegen Reichsbannerleute und Kommunisten erlassen wurde, daß die Polizeibeamten nicht gegen die Abreißer von nationalsozialistischen Plakaten Vorgehen sollten,

Schal« and iantmtznßans

ittita fei ?emefen. einen I

Zinderkeks, Zlnderkel*

tett, ob i Ha sei.

Bis Donnerstag abend:

Unbestimmtes Wetter, aber vorerst noch keine grS. fiere Erwärmung wahrscheinlich.

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Also verhungern kann keiner, so er das nttise Klein­geld hat!

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ix|»Ugnator-Ge$ellschaft m. b. H.

ten strafbaren Handlungen begangen haben soll. Der Angeklagte erkannt« di« RichtiMt de« Proto­kolls an und vrüng.« nunmehr aus Entscheidung über seinen Beweisantrag. Bevor ti aber dazu kommen konnte, stellt« «r den Antrag auf Ablehnung d«S Schöffen Bockemühl, der angeblich dem Lehrer Gwt beim Betreten des Zuhörerraums freundschastlich

Ti« am 17. November 1930 im ..Groß«» StadwürefttaH zahlreich uetliimmelten @ a lt mitte. Konditoren und Getverbeqed elfen Kassels legen aeaen de« jgent MaaMt« bet Stadt SSMesKlagene ÄttzöSU- meiNdebiersteuer und Einfühtun meinb«gettäntefteu«t stammenden P...... . _

vom Maaisirat «mattete Lteuermeütettraa wird sich b«i der G-metadeslerfteu« »ei tollem rotei etgeSen und «ltd Mehr als ausqewoaen durch die Lteläetuna der W»dl »zktrlasien, Ivelche di« Erdobuna der Durfiener im Gelsine Bet. Ar­beit Slofia. eit und E.islenzvettUchtunaen werden «intreten. Auch die SinMSkUNa Bet aemeinBefleitätttefteiKt in durchaus kein geeignetes Mittel, die städtischen sviUanzen. zu kanteten. Dioset Steuer stehen arötzt« Lebwietitzteiien bet Bet StheSUna im Weae die sich in den wenizen Städten, tvelche btstze» die Steuern einzesührt haben, in grellstem dichte zeigten. Set a o l! ft 6 n B i a e Artin der davJN betrofjenen Gewsrbe-

w-iteres vor, so das, es keiner besonderen Beweisführung bedürfe. Ter Tberstatsanntolt beantragte die Ablehnung bCl Xa- l'X n'fl «klagte macht«, noch geltenb. datz er die Abstimmung über feinen «ttsHlutz in der Stadtverordne­tenversammlung soso« äuge,wettest hab«: trotzdem babe der Stadtverordnetenvorfteber feinen, des Angeklagten, an». 'd'lT*er”c,föfteat»anm<iIt beMLnete diese Stage als etite rechtliche «nss-gung der Kt'chäsisordmtng, über die man den Ttadiverordreienvorsteber und den Oberbürgermellter al» Lackoerftändtgen hüten muffe.

Der Angeklagte erklärte fleh mit der Anhörung des Dtadtverordneienoorftrher al» Sachverffandtgen eiNverttau- den: die Anbörung des c-berbürgermeuters lehnte er als «ine „unnötige Verteuerung' de» Verfahrens ab.

Nach einer kurzen Unterbrechung begründete der Ange- klag « fodann in längeren «usführitngen feine »troman» träge zu der Anklage wegen V-l«idigung. In diesen An­trägen wurden über M Zeugen dafür benanntz datz die Zuiammenstötze um 18. Suni planmäßig von der Polizei herbetsesührt fein sollen.

daß es unter allen Umständen zu einer Auslösung der nationalsozialistischen Versammlungen kommen sollt« und Satz Bann die Versammlungsbesucher durch Durchsuchung nach Waffen wehrlos gemacht und den vor den Versammlungslokalen war.enden Lrenschenmassen in die Arm« getrieben werden soll« ten. Weiter sei bi« Polizei angewiesen worden, den angegriffenen Nationalsozialisten schütz und Bei* stand zu verweigern.

Die Entscheidung über diese Anträge wurde auS* gesetzt. Dann wurde der ErSfsnunasbeschlutz der* lesen. Et wurde daS Protokoll der stürmischen Stadtverordnetenversammlung vom 23. <?unl ver­lesen, in der der Angeklagte Vie ihm zur Last geleg­ten strafbaren Handlungen begangen haben soll.

gung, der Kondltoren-Innung, der Genfer Ver­bandes, des deutschen Kellnerbuwdes, der Nahrungs­mittel- und Getränkeavbeiter sowie der Flaschenbier- Händler. ,

Aus der BegammKtNg heraus ttntto« die Befürch­tung laut, daß RegiekungSPrasddent Dr. Friedensburg die Steuern, falls st« von der ÄtLdtveroldneienver- sammlung abgelehnt würden.

auf btm Berordnuugswege entführen

könne. In seinem Schlußwort versprach der Vorsitzen­de Grenzsbach, hieftrchsld sofort bei dem Regierungs- prästdenten vorstellig zu wevben „Werden di« Steu­ern eingefüchrt, so werden wir Beschlüsse fasten,

die Steuern sollen sie nicht haben 1"

(Ätstrmtscher Beifall.) Folgende Sntschlie- tzung wurde einstimmig angenommen:

»«»umprai, si- «eursi,

„ (Radiosder in“ (W1. Nr. 313844)

dl# seit fahren bewährten radlumhaittoen BrunnemTebleHen (mit kontroll. Radiumgehalt). Kadi CWaditen ffttef wert. Autofi taten bewirkt reines Radiuftitali Entkalkung der Gefahe und damit eine bessere BltittirtulstibA sowie normale Funktion der tehensWIditiSen örgahe. besonders des Drosensysteme und WiederncrstelluhS qetstieer ufid körperlicher Frisihe. Ortg..RShre Mk. S3c, Orig.-Padrung mit S Röhren Mk. 1b— ÖrigePadtung mit iö Röhrten Mk. 20.—.

ZU haben In allen Apotheken.

Litefitur mit äratllAen Gutachten. kltnjsdien Berlditen und

t von Bett Seefischen in In« 3 Pfund zu i Mk.,

Darauf befaßte man sich mit dem aestsrn vom Auae- klagten aeftSÜten Antrag auf Ladu Na deS SieSte- runssur^oenten Dr. Friedens bur g he- Po izelma« jors Mende und des Remerungsafseffors Q »in k«.

Obersta-tsanwalt Wellmann .Med-cholt« ««,£«• f.tse. Dir Borfitzende fmate darauf den Angcklag- bttfi Wiedergabe durch den cbersiaatSünwalt rich- Der Angeklagte erwiderte darauf:

Llm die Hintergründe -es 18. Juni

Rechtsanwalt Dr. Kreisler vor Gericht

Dienstag MittwoH, 18/1«). November IM

Weiiere Lokalnachrichken

Bußtag

.. W^u feiern wir Buh.agi Strömen nicht all- taglt4) die Andächtigen in die dämmernden Kirchen, um im Gebet Zwiesprache zu halten mit i' rem töotu S>eht es uns nicht frei, im stillen Kämmerlein, wie d,e Schrift fordert, um Gottes Beisw"h -u flehen?

zentrales, tiefstes Erlebnis jedcS Christenmen­schen ist das Bewutztsem der Schuld. Darum beten wir auch: ,Und vergib uns unsere Schuld', und flehen um Go.tes Hilfe, da wir uns selber aus ser Verstrickung der Schuld nicht losen können. Der fromme Mensch fühlt, wie erst aus dem täglichen Umgang mit dem Göttlichen die Kräfte auf ihn aus­strahlen, die ihn zur Bewältigung der irdischen Aus- gaben befähigen

Nicht alle erfüllt dieses Bewußtsein der Harmo­nie mit dem Göttlichen. Im iLrang der Geschäfte haben Tausende und Millionen ote Verbindunq mit Gott verloren. Vielleicht geschah diese Trennung mit Willen, vielte cht ohne. Planlos irren sic du'ch die Welt, ohne den Trost und die innere seelische Befrei­ung je empfunden zu haben, di« wahre Bufiüdnng gewährt.

Einmal im Laufe des Jahres werden auch ste aufgefordert: Tut Butze. Der Buß- und Bettag will ihnen die Pforte w eder öffnen, die zur seelischen Läuterung und Gewiffettsprüfung führt. Nicht der Einzelne nur. ein ganzes Volk wird sich am Bußtag seiner letz en und tiefsten Aufgaben bewußt Die Glockentöne, die durch den düsteren, kalten Novem­bertag zittern mahnen an letzte Gemeinsamkeiten.

Diese Gemeinsamkeiten gilt es zu erkennen Das, was uns verbindet, und das, worin wir gefehlt haben. Denn Erkenntnis ist der erste Schritt, die erste Voraussetzung zur Buße. Buße aber bedeutet Handeln und Glauben aus dieser Selbstbesinnung, aus dieser Selbstprüfung heraus. Dazu mahnt uns dieser Tag: Bußtag des Menschen — Bußtag des Volkes!

Ein Tumültchen. Di« KPD. veranstaltete gestern abend auf dem Martin-Platz eine Protestkundgebung gegen die neuen städtischen Steuern, an die sich ein DemonstrationSzug durch die Altstadt anschloß. Nach 20,30 Uhr mutzte ein die Wilhelmstratze sin­gend und rufend herausziehender Zug Kommunisten nach dem Standeplatz abgedrängt werden, wo er sich auslöste. Später sammelte sich ein Trupp Kom­munisten auf dem Königsplatz an der durch Schreien und Rufen die Ruhe störte, bis die Schutzpolizei die Demonstranten nach der Altstadt zu abdrängte. Beide Mat« wurde vereinzelt vom Gumm'luuhpel Gebrauch gemacht. Rach 21 Uhr war es aber über­all wieder ruhig.

Radi6seier!n=Geselis

D» vberstaatssnwalt erwrber» darauf, baß uach der Nirderschvifi UBcr di« Verhandlungen der 8fay« oeror6neleneerfamntlUM die Abstimmung über den AüS- MUtz des Angeklagte!i durKaus ordnUnaSMähig erfvlgt ict. Du der «nseklg« e tzusebe, die SuffirherltnO des Statt* verördnetenv^rfteheis nun Verlaßen des Sa»'«s gehört »u haben, liege der Tatveftanb des Hsusfrtedensbruchs ohne

Sensationelle Erfindung

zur Hautverjflngung fttr Damen!

Geradem eine Umwäbung auf dem Gebiete der Hau'pflege bedeutet ein von deutschem Ar st nach langjährigen Versumen nunmehr der Allgemeinheit 0berge e, es Präparat .um nner- Itdieo Gebrauche in bequemer Draseefomi. deren wirksame Bestandteile nach 2 den sehen Relehepntenten herze. Stellt werden Von deutschem Universltatsipro essor nach exakten Versudien als hervorragend anerkannt. Nach dein unge ähr 3 . Lebensfahre muh die Haut feder Dame > ah» be­sonders gepflegt Werden. Die b rherlge Anwendung von Salben. Cremes, sog. Teißtwässem U*W. ä ei te nur tut Konset Vierung der Haut, konnte aber niemals Welke H .t t ver|0 gen 1 Das neue Prärarat Walltiä-HörmöniDfagCes Wird äg'idi 2-3mal ein genommen (beq.em in der Handtasche mittunehmen), und w_.WrtnrrM die uh (tönen Falten im Gesicht (Runzeln, Krähen 66e) werden «.„^mnlde Hautn^t ? nach kurier Anwendung tum Verschwind*., gebracht. anttung die Haut n.ditt

Quer über den Wochenmartt

Nun Haben wir die Grade unter Null erreicht. Die Wasserlachen aus den Straßen tragen feine dünne Eisdecken, so datz ein Spatzengewicht schon draus Her­umschlittern kann. Unter den Nasen zieht der Atem in kleinen Rauchfähnchen davon, und da» edle Riech­organ selbst steht wie ein Glühbirnchen im kälteblei­chen Gesicht. DaS ist die ein« Seit« de« Gefrierpunk­tes. Die andere erosfntt kulinarisch angenehme Per- Siektiven, als da sind Grünkohl in der „W-che des rosteS", Gansbraten, die leckerer werden, je kälter der Wind weht, Hasen, deren Gewicht zunimmt, je mehr wir in den Winter hineinsptuieren.

Darum zeigten die WttS- und AeMgelbändler iedt auS am DienStaa, dr« an sich stauen Murkttaa. eine wahrhaft mggsnbTrqufchsnd« Auswahl: tt« seilest«» Gänse zu 1 ülf. H1S 1.20 Mr., Hübner zu So W. bis 1 Mk., ganz besondere Pr.'ch iiücte zu L20 Mk., Tauben »u 90 Pf., sogar eine Wildente zu 3 Mk. mit ein«« märchetchast schönen Keder- klefd. viel Rehwild zu 1.80 Mk für Blättchen. 1.40 Mk. für »Rücken und «eitle und 45 Ps. fftr Hals mit Kops.

' Die Kollegen vom Dnttersaß und der Eierkötze vräsen- tierten Landbutter zu 1.50 Mk., Süßrahm zu 1.70 Mk. und Eier, garantiert frisch aus -er Kiffe, zu 15 und 16 Pi.

(Semüfe sahen wie die Menschen etwas verfroren aus. Rur der Grünkohl Kitf« ft* — wie «sagt — der Tempe­ratur gewachsen und wechselte ht stattlichen kräftigen Bü­schen. zum Teil noch mit Eiströpfche« in seiner Krause, «t 15 Ps., auch 2 Pfund zu 25 Ps., in die Körbe der Käufe­rinnen über. Spin« zu 10 Pf und prachtvoller Rosenkohl von 25—33 Pf. find nicht minder begehrte Gemüse neben Schtvarzwnrzeln z« 80—35 Pf„ Wurzeln zu 6—6 Ps., Blu­menkohl von 20 Pf. an und natürlich Krautkövfen i-s-r Art: Rotkohl zu 8 Pf., Seifttrenf su 5 Pf. und Wirsing ,n 10 Pf. Salate find zartbesaitet, Ser Aroft fetzt ihnen so­gleich z», datz ft« di« Blatter bangen taffen. $ian konnte deshalb grotze Köpfe Endivien bereits zu 10 Pf,. Kopfsalat zu 5 Pf. kaufen. Rilsichen warb mit 15 Pf. das viertelnfund zuin Mitnehmen, vrdchtige fett« Tomaten zu 70 Ps lTuv- Äntomatert 80—40 Pf.) find ein« winterliche Delikatesse auf dem Abrndtisch. Ye stattlicher und leckerer die Eisbeine szu 90 Pf. bis 1 Mk.i, desto dicker und größer die Meerrettich- ftanatn von 25—4S Ps. das Stück.

Unter den QdftbektSnden neben aufreizend avvefitliche» Weintrauben zu 70—90 Pf., OualttStsäofeln von 80—15 Pf., saftigen Birnen vo« 80—40 Pf„ Apfelsinen zu 20 Ps. das Stück und Bananen zu 30—35 Pf. noch Immer ein« Kiste lockend roter Preitzelbeeren zu 55 Pf.

Di« Fufdasifche haben vor der Külte' die Rase in den Schlamm gesteckt, nur ein paar Hechte zu 1.20 Mk. und eine Anzahl vorwitziger Barben zu 80 Ps. haben sich er-

Arterienverkalkung

ihre Vorbeten en« «eeieiterieheinungen, wie: hoher «ratereek,. «temnot, »enwlndelanrail«, Her»be«chwer«eh, Sthianollgltllt, Gicht, Blteume

Wohin gehen wir am Mittwoch?

Siadtballe: ButztagskonzeA des LtaatStheaterS, 20 Uhr.

Steines Tüeater: „John Gabriel Borkman^, 20 Mr.

Reftnura»? "»/«ttdraea ^Äne: Grotzer Prei«skat,l«llhr.

Restanrant Heitmann sKatzensvruna): GeldpretSskai, 15 Uhr Restaurant Belvedere: Geistliches Äonzeri

Metrovol-Theater: „Mit Sven Hedin durch Astens Wüsten* Beiprogramm.

Sie werden um viele Jahre jugendlicher aussehen. Abso'ut unsd>4dlish. im Geg-nleil für den gesamten Organismus »tigerst wohltuend. Die Farbe der Haut wird ferner. Das Alterspigment (welkt Haut) versdtwlndet atu. IntefesMdte BrosÄtlrc mit vielen Bildern Über alles Wissenswerte Wird kostenlös versand in versdilössenem DoBßej.

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Nach dem Prozeß gegen bte , Kasseler Pest" ver­handelte das Grotze Schössengericht w.ederum unter dem Vorsitz von Landgertchtsdirekior Kulenkamp gegen Rrchtsanwali Dr. Roland ftteUIet, der deS Hausfriedensbruchs und der Beleidigung des Poli­zeipräsidenten Dr. Hohtnstein und deS Schupokoul- msndeurs Oberstleutnant Schulz angeklagt war. Auch an dieser Verhandlung nahm Regierungsprä­sident Dr. Friedensburg als Vertreter des preußi­schen Staaismintsteriums teil.

Der Verteidiger des Angeklagten, sein Bruder Dr. Oswald FreiSler, hielt sich zwar im Saal aus, nahm aber seinen Platz nicht ein, denn der Ange­klagte wollte sich zunächst allein verteidigen

Roch vor Eintritt in die Verhandlung stellte der Angeklagte den Antrag, den früheren Kommandeur der Schutzpolizei, Oberstwach.meister a. D. von Buch als Sachverständigen dafür zu laden, daß die Anord­nungen der Kasseler PollzeUeftung am 18. Juni allen Anforderungen widersprochen haben die sonst in der Verwendung polizeilicher Kräfte üblich “* Für den Fall der Annahme dieses Antrages nannte der Oberstaatsanwalt seinerseits sofort Im Saal anwesenden Polizeimajor Mende vom gierungsprästdium als Sachverständigen. Der geklagte erklärte, datz er diesen Herrn sofort als Zeugen laden lasten werde.

Dann verlangt« der Angeklagte Aufklärung über die Anwesenheit des Regierungspräsidenten, den er nicht kenne und von dem er nicht Wiste, was er eigenckich in der Verhandlung wolle. Der Vorsitzende wies diese Bemerkungen zurück. Es entwickelte sich der erste Zusammenstoß zwischen dem Angeklag: und dem Vorsitzenden, so daß der Angeklagte einen Antrag aus Ablehnung des Vorsitzen­den wegen Besorgnis der Befangenheit stellte. Die beiden Schössen Bockemühl und Fräulein Hagedorn lehnte er deshalb ab, weil B. tätiges Mitglied der Sozialdemokratischen Partei und well Fräulein Hagedorn Angestellte des sozialdemokratisch regier­ten kreisausfchustes in Mtzenhausen sei.

Nach längerer Beratung lehnte das Gericht ent. sprechend dem An.rag des Oberstaatsanwalts die Anträge ab, well der Vorsitzende sich in einer dienst­lichen Erklärung nicht für befangen erklärte und weil bei den Schöffen die Zugehörigkeit zu einer Partei nicht als MlehnungSgrund gelte. Ueber den Antrag auf Ladung eines Sachverständigen behalte sich das Gericht die Entscheidung noch vor.

Darauf beantragte der Angeklagte weiter, den im Saal anwesenden l egiernngspräsidenten Dr. Friedens bürg und die in seiner Begleitung befind­lichen Herren, Polizeimajor Mende und Regierungs­assessor Quinke, als Zeuge« zu laden. Diese Zeu­gen sollen angeblich auch am 18. Juni an den Be­sprechungen teilgenommen haben, in denen im Kas­seler Polizeipräsidium die Maßnahmen gegenüber den Nationalsozialisten sestgelegt worden seien.

Iivciz- ifi nach EMehima toter Steuer nicht mcdt »Pzu- Mlttn. Wi« der Ma lftrat tose »fcta&en mit de« Staftre» üunqcn avf Btirberiin« d«S. Kremden'.erlehrs verezwvaren will, ift uni unserftäniltta. Tiefe rteuern bringt man aui- aerkckmet zu hem Aeltpunkt ein, wo alle behördlichen Stellen eitle wtvieiuunfteeiniB« nut®aüteh WSW». Bedenkt matt auch, datz diele Steuern ein MiNd«kaufk»mmen an R«lchr- itnb Sem«:nb«fteu<th, vst allem an. Gewerbefiemtn vernk- tacheyH titt an »c liieren in letzter Stund« an di« HtaStverordttetert, isichen mwtögfichen SteuekSSktagert ihre sttftlntniuna tu vertagen.

dienstlichen Erklärung 8«8 AeglerangsprrffdaMa».

datz er ntenlate an einer von dem Anseklasfen behaupte» ten BefprechUrth. teft66nomirten bade.

Der An ««kl aste erklärte darauf, da» et n<6 davon überzeugt habe, M Polizeimaior Mende und Regte- rungaffeffor Dr. Qrtinke nicht an den fraSlichtN B». Handlungen tetlgenomrrtm Ssb-rt. Sr ziehe daher 6en An­trag auf Ladung diefek Seiden Herren zurück, ftedsch mähte er auf Vernehmung 866 Regl6rungsprafi8«ns«n bestehen: er werde iedich auch darauf,.verzichten, wenn et wtffe, wie sich das Schicksal feiner weiteren «ewetastitrüge geflalten

„d<6 sprech« MU de« ®ta6te«n*«It nicht, Ich »erd« mi» spater äitetiel*

Der Cbetfiaatkanroall kam. M,,d»n ErSedrtis, dstz die düng der Zeugen nicht etwrdMtch lei. Pingegen bean-

Verantwortfich kür den volitlfchen Teil: Dr. Saite» P«hnf, für das steuilletdn: German M B » n a u; für lokalen und Heimatteif: Dr. Hans Joachim Glotzer: für Handel: Dr. Vans s a n »e n b e r g: für Lvariietl: Herbert Sprich: Pbofo-Nedakteur: Eduard Schul,» 6 «Ueli für den Anzeigenteil: flourod W a ch i m a n it. — Beniner SSrfftielturä: Dr. S a ftet 3; 6u m Ver. (In 88. 68. — Druck und eertaft: Äaffeler Neuefte Nachrichten (S. M. 6. H.. Raffet Sölnifche Sttate ich

zugenickt habe. ,

Auch dieser Antrag verfiel der Ablehnung, wor­auf der Angeklagte sofort den Antrag stellte, nun­mehr auch den Lehrer Quer als Zeugen zu laden.

Dabei kam es zu einem weiteren Zwischen­fall, denn der Angettagle formulierte sofort eine« neuen Ablehnungsantrag gegen den Schöffen, der angeblich bei der Formulierung des ^Aniraaes ge­lacht haben soll. Der Schösse erklärte deshalb ge­lacht zu haben, toeU dieser Antrag des Angeklagten nach seiner Meinung nickt ernst gemeint sei, son- dern nur dazu dienen sollt«, den Lehrer Quer aus dem Zuhörerraum zu entfernen.

Mit dieser Begründung stützte der Anaeklaate sofort einen neuen Ablebnungsantrag, der indessen auch der Ablehnung verfiel. Es folg!« ein neuer Ablehnungsantrag gegen den Vorsitzenden,, der eben­falls abgelehnt wurde. Daraus wurde ein Ableh­nungsantrag gegen das gesamte Gericht, der wegen seiner summarischen Formulierung jedoch nicht zu- gelassen wurde. Prompt gab «S einen spezialmer- ten Antrag aus Ablehnung der «mzelnen Richter. Als auch dieser Antrag vom Gericht zuttickgewtasen worden war, verlangt der Angeklagte wiederum Ent- scheidung über einen Ablehnungsantrag gegen den Vorsitzenden. „ , ... „ .,

Das Gericht zog sich wiederum längere Zelt zu- rück und verkündet« dann die Ablehnung des Antra- ges wegen Unzulässigkeit. Man habe sich überlegt, ob das Verhalten des Angeklagten nicht als U n g e- bühr vor Ge-kicht ausgelegt werden könne. Nur die grotze Erregung des Angeklagten habe das Ge- richt von der Verhängung einer Ordnungsstrafe ab­sehen lassen. Mit Rücksicht auf diese grotze Erre­gung des Angeklagten brach Darauf der Vorsitzende die Verhandlung ob und vertagte sie auf Diens­tag früh 9 Uhr. *

Zweiter Tag im Freisler-Prozeß

Der Voksitzende verlas eine längere Erklärung deS AngMtzZien. Bte sich mit feinen gestrigen NblchnungSaii- iräge" SeMte. Er erkannte die Richsitzk«! der »en Sntfcksiduugen an, betonte aber: bart er den schmiert Pocke m ü hl megiti feiner zur Lchae> gHragenen Ein­stellung nickt als Mchter anerkennen könne, Ter Vor­sitzende msse nunmelrr an den Schonen di« Frag« richten, ob er sich nicht sür betartgen halt« . fu,r

iLntsprechend dem Wunsch des Angeklagten richtete der Borsigende an den Schössen die Frage, oi« dieser sofort

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Zu 6er Anklage wegen Hautzsrtedensbruch« erftSrt der Anatklagt«, datz fein AuSschlutz au« der -rtadtverordneten- oertammlung nicht 6t6n un g» in atz i « «rittet sei. Ttt »tadtocrordnetenvorlleber habe über den DuSschlun nickt entsprechend der Gef-dstsordtinnS abstitnmen lassen. Aiitzer- det« tbar Sie Sitzung nach der Niederschrist ber, Verhand­lungen von dem Ifadtverordnetennorlteber gefchfofse« und nicht unterbrochen morden. Di« WiedettrSftnung derSit- ' '-i alfs eigentlich der Veginn einer neuen Sitzung t. In dieser nemm Ultzung habe er, der Angeklagte. Ordnungsruf erhalten, so datz auch kein AuSsSlu« aus der Sitzung erfolgen konnte. Der Angeklagte über­reichte in diesem Zusammenhang mehrere VeiveidarttrS«.

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Wettervoraussage 618 Mittwoch abend:

Wolkig 618 bedeckt, zunächst noch kalt bet südlichen Winden, später auch Neigung zu Niederschlägen.

Die heutige Nummer umfaßt 16 Seiten

JT DeS Lutz, und BettageS wegen «scheint die nächst« Ausgabe der Raffelet Neuesten Nachrichten" am Donnerstag nachmittag. *

Das Urteil gecen die „^affeler Post"

200 Mark Geldstrafe.

In dem Prozeß gegen den Hauptschriftleiter der „Kasteler Post", Heinrich Walter, über bin wir bereits gestern berichtet haben, verhängte dar Große SchWengericht entsprechend dem Antrag deS Ober­staatsanwalts gegen den Angeklagten eine Geldstrafe non 200 Mark. Der Angeklagte habe keineswegs nur die Auffassungen des Reichspräsidenten wiedergege­ben, sondern es handele sich um eine selbständige Meinungsäußerung, in der die im Briefe des Reichs­präsidenten aufgeführten Tatsachen in unzulässiger Weise übertrieben und verzerrt worden sind, so daß sich daraus eine Beleidigung d s preutztschen Minister­präsidenten ergab. Der Angeklagte habe die freie Meinungsäußerung in straffälliger Weise über­schritten.

Oeffentliche Belobiguttg. Der Kaufmann Rolf vom Hagen. Kassel, hat am 3. August 1030 bei der Rettung des Malers Eduard Meigt und der Verkäu­fer n Elisabeth Stelling In Kassel, die bei einer Bootfahrt auf der Fulda ins Wasser gefallen waren, mit Mut und Entschlossenheit erfolgreich mitgewirkt. Hierfür spricht ihm der Regierungspräsident öffent­liche Anerkennung aus.

pm Fn letzter Minute hatte der Wirteverein für Kassel und Umgebung seine Mitglieder zu einer Pro- testverfammlung einberusen, um gegen die vom Ma- gistrai der ®taöt Kassel geplante Erhöhung der Bier- sieuer sowie Einführung der Gemeiiride-Getränkesteuer Stellung zu nehmen. Der Swidtpark war dicht besetzt.

Der Vorsitzende, Stadtverordneter Grenzebach, stellt« fest, daß daS GastwirtSgewerbe am Ende seiner Existenzfähigkeit angelangt sei. Mit den Sowdersteu- ern muffe Schluß gemacht werden Ein Gsftwlr<s« betrieb nach dem awderen gerate in Zahlungäschwie- rigkeiten. Me Wirte fordern eine Reichsstsuerreform, eS sei genug der Erperimente mit einzelnen Berufen.

Syndikus Dr. Hoffmann hielt das Haupirese- rat Das Gastwirtsgewerbe habe neben den allge­meinen Steuern erhebliche SorOetlteuern aufzubrin­gen Die Bier- und Getränkesteuer habe Reichs­kanzler Brüning noch im Früchsahr 19M wegen der wirtschaftlichen un» moralischen Schaden als undis­kutabel bezeichnet. Wenn der Magistrat an eine Mehreinnabme von 360 OOO M alauüe, fo brrückfich- tlge er nicht den drohenden weiteren Konsumrück- gan.g und damit die Steigerung der Ärbeiislosigkeit und Vernichtung der Eristenzen.

Es sei wenig bekannt, daß am 1. Cf ober 70 Gastwirte in Kassel ihren Betrieb hätten aufgeben müssen, von denen ein großer Teil jetzt vom Wohlfahrtsamt unterstützt werde.

Sn Hamburg weigerten sich die Angestellten, die teuer einzuziehen Dresden habe di« GemeiMe- Getränkesteuer wegen der gswaltigen Schäden Wie­ser aufgehoben. Die ganze Steuerpolitik sei Steuek- uniug. Soviel Sieuerobjekte, soviel Widersprüche, und das im Zeichen der PreissenkunzSaks tion, Sie von vorne herein zum Scheuern verur­teilt sei. Glaube der Magistrat, mit ,olchen Steuern Fremdenwerbung treibe« zu können?

Naä.orücklich wurden die Ausführungen des Red­ners unterstützt von Vertretern der Brauereiveremt-