Kasseler Abendzeitung
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Hessische Abendzeitung
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Mummet 271*
Dienstag Mittwoch 18./19. November 1930
20. Jahrgang
Für Lockerung der Kartellbindungen!
Wünsche und Ziele des preissenkungsausschuffes / Oer thüringische Ministerpräsident will mit Brüning verhandeln / Gehaltskürzung ab 1 Februar
Kompromisse im Reichsrat
Von unserer Berliner Schristleiiung.
Oer Preisabbau in der Provinz
th. Berlin, 18. November.
Die umstrittene Frage, zu welchem Termin die Kürzung der Bcamtengehälter in Kraft treten soll, ist bereits gestern im Reichsral bezw. in den Besprechungen des Kanzlers mit den Ministerpräsidenten der Länder entschieden worden — selbst-- verständlich vorbehaltlich der Zustimmung des Reichstags — und zwar in dem Sinne, datz man den von uns vor einiger Zeit schon angekündigten Kompromiß w e g beschritten hat und nicht den 1. April, aber auch nicht den 1. Januar, sondern den 1. Fe- bruarals Anfangstermin für die Kürzungen der Be"m engehälter in Aussicht genommen hat.
Von diesem Zeitpunkt an werden also den Beamten 6 Prozent ihrer Bezüge abgezogen werden und zwar auf die Dauer von drei Jahren. Sestsstverstäwdlich wind mit dem gleichen Zeitpunkt, also dem 1. Februar 1931, das bisher erhobene N o I o p f e r, die sogenannte ReichShtlfe, in Höhe von 2 Prozent Wegfällen bezw. angerechnet werden, denn eine.Doppelregelung für die Monate Februar und März kommt nicht in Betracht. Durch diese Vovdanerung der Bcamtengohaltskürzungen gewinnen die Länder 45 Millionen Mark, während das Reich einen Verlust erleidet. Das ergibt sich daraus, daß das Reich der alleinige Bezieher der gesamten Reichszinsen aus Reich, Ländern und Gemeinden war, wahrend mit den Beamtengehaltskürzungen das Reich lediglich die Ersparniffe an den Reichsbcamlen, dagegen die Länder und Gemeinden die Ersparnisse an iheen Beamten einkaffieren. Das Reich verliert nun durch den Wegfall des Notopfers in den Monaten Februar und März 34 Millionen Mark, gewinnt aber an den Beamtengehaltskürzungen in den beiden Monaten von Reichsbeamten nur 20 Millionen Mk., so daß ein Verlust von 14 Millionen übrig bleibt. Dieser Verlust soll zum großen Teil dadurch ausgeglichen werden, daß beim Etat der Finanz verwaltung und beim Pensionen- Etat je 5 Millionen abgestrichen werden. Die letzten 4 Millionen werden im Zusammenhänge
Kürzung der lteberweisungsffeuern
verrechnet. Diese Kürzungen, die sich bekanntlich auf 10 0 Millionen Mark belaufen sollen, waren der zweite besonders stark umstrittene Punkt des Finanzprogramms. Auch hier Hal man gestern
eine Regelung ge'unden, und zwar in der Art, daß die Länder sich jetzt die bisher immer verweigerte Kürzung der 100 Millionen Mark ge- fallen lassen, aber nur auf der Basis, daß sie i m nächsten Etatjahr 95 Millionen auf anderem Wege wieder hereinbekommen.
45 Millionen von diesem Betrage wollen sie, wie bereits erwähnt, durch die Vodatierung der Bcamten- gohaltskürzungen erübrigen und die 50 Millionen durch Verwendung von Reichsbahnvorzugsaktien aus dem Besitze der Reichsbahn. Die restlichen 5 Millionen dienen der Verrechnung des oben erwähnten Verlustes des Reiches von 14 Millionem Diese Regelung gilt selbstverständlich nur für das nächste Etarsjahr, während der Abzug von 100 Millionen für drei Etatsjahre, also auf dieselbe Dauer wie die Be- amtengohaltskürzungen vorgesehen sind. Es bleibt daher eine offene Frage, wie die Länder im 2. und 3.Etatjahre für den Abzug von 100 Millionen entschädigt werden, jedoch hofft man, daß bis dahin durch die Neuregelung des Finanzausgleichs ein Ausweg in dieser Frage geschaffen wird. Die Vorverlegung des Termins für die Beamtengehaltskürzungen ist dem Reichsra. nicht gerade leicht gefallen. Die Vorverlegung der Gehaltskürzung ist übrigens lediglich gegen die Stimmen der sächsischen Regierung beschlossen worden. Ein weiterer besonders schwieriger Punkt ist die
Senkung der Realsteuern in den Ländern
Es haben sich vor allem in Süddeutschland energische Widersprüche dagegen erhoben, daß sie nach der gleichen Methode behandelt werden sollen wie die übrigen Länder, obwohl bei letzteren die Realsteuern ganz anders gelagert seien, da in Süddeutschland sehr niedrige Realsteuern bestehen. Man Hai sich vor allem
gegen die gleichmäßige schematische Behandlung ieser Frage gewehrt, und gestern ist eine Verständi- ung in der Richtung zustande gekommen, daß die änder, die seit 1926 ihre Realsteuern icht, oder nicht nennenswert erhöht haben, jetzt licht gezwungen werden sollen, eine Herabsetzung dieser Steuer vorzunehmen.
Auf diese Weise werden Bayern und Sachse«, die beide die niedrigste Realsteuer im ganzen Reiche haben, von dieser Neuregelung ausgenommen, während in anderen Ländern, vor allem in Preußen, tu den meisten Gemeinden die Senkung dieser Real-
Eigener Drahtbericht.
Berkin. 18. November.
Der Preissenkungsausschuß der Reichsregierung ist gestern nachmittag unter dem Vorsitz des Reichskanzlers wieder zusammengetreten.
Der Ausschuß will jetzt vor allen Dingen auf eine allgemeine Senkung der Drogenpreife hinwirken. Außerdem besteht der Wunsch, eine Lockerung der Kartellbindungen zu erzielen, wenn auch bisher Vorschläge, in welcher Form dies geschehen könnte, noch nicht vorliegen. Int Programm ist auch ein Vorgehen gegen die Tapetenindustrie, die ihre Kartellpreise noch immer aufrecht erhält, sowie gegen das sog. Zugabewesen enthalten. Mit einem Abschluß der Beratungen ist vorläufig nicht zu rechnen. Die Durchführung des Gesanitprogramms wird vielmehr noch längere Zeit in Anspruch nehmen
Bei den gestrigen Beratungen war u. a. der Präsident des Deutschen Städtetages Dr. M u l e r t zugegen. Er wird auch an den weiteren Beratungen teilnehmen, weil sich die unbedingte Notwendigkeit herausgestellt hat, eine direkte Verbindung zu den Gemeindeverwaltungen herzustellen, um di? Beschlüsse des Brei Zs enkunqsausschussr $ auch 'm de Provinz durchzusetzen. Ter Deutsche Städtetag wird einen besonderen Prcisnachrichtendienst einrichten, um durch schnelle Feststellung jeder Aenderung des Preis
niveaus die Verbraucher ständig auf dem laufenden zu halten.
Oer Reichsverkehrsminister prüft
die Tariffrage bei der Reichsbahn.
Berlin, 18. November.
Aus dem Reichsverkehrsministerium wird mitge-- leilt: Die Oesfentlichkeit fordert mit wachsendem Nachdruck auch eine Ermäßigung der Reichsbahngütertarife im Rahmen der allgemeinen Preissenkungsaktion der Reichsregierung. Es braucht kaum gesagt zu werden, daß sich auch die Reichsregierung mit dieser Frage befaßt. Die Reichsbahn leidet nicht nur — wie die Gesamtwirtschast — unter der Schwere der gegenwärtigen allgemeinen Krise. Sie ist vor allem seit ihrer Begründung in ihrer Bewegungsfreiheit empfindlich beschränkt durch die Dauerlasten, die ihr in Gestalt der Reparationsleistungen der Beförderungssteuer und der aus der Demobilmachungszeit stammenden gewaltigen Pensionslast auferleqt sind. Die sich hieraus ergebende Gesamtbelastung beträgt 26 Prozent der Bruttoeinnahmen des laufenden Geschäftsjahres. Diese Umstände müssen bei der Prüfung der Möglichkeit einer Tarifermäßigung sehr sorgfältig abgewogen werden. Bei dem Nachdruck, mit dem die Reichsre- aierung die Preissenkung im Interesse der Wirt- jchaf: verfolgt, darf die Oeffentlichkeit überzeugt sein, daß kein Weg unversucht bleiben wird, um ein für die Ällgemeinkei» und auch für die Reichsbahn annehmbares Ergebnis Zustande zu bringen. - •
Thüringen beschwert sich über igener Drahtbericht).
Wirch
Berlin. 1§. November.
Der thüringische Ministerprästdent Baum wird, der ..Deutschen Allgemeinen Zeitung" zufolge, im Laufe dieser Woche nach Berlin kommen, um mit Reichskanzler Dr. Brüning persönlich den Äon- Ml zwischen dem ReichSinnenministerium und der thüringischen Regierung zu besprechen. Wie das Blatt weiter berichtet, beabsichtigt Ministerpräsident Baurn über das Vorgehen des Reichsinnenminifters Beschwerde zu führen.
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Im Reichstag ist eine Interpellation der Nationalsozialisten eingegangen, in der es heißt, in der S.ieitsache Thüringen-Reich wegen Verweigerung der Polizeizuschüsse habe das Thüringische Staalsminifferium einwandfrei festgestellt, daß »ine Verbindung zwischen preußischen Dienststellen und der vom Gauleiter des Reichsbanners Schwarz- Rot-Gold in Weimar geleiteten Spitzelzenlrale besiehe. Rach glaubhafter «Quelle habe der Reichsinnenminister dem Regierungspräsidenten in Erfurt 8000 RM. auß Reichsmitteln zurBespitzelungThü- rlügens zur Verfügung gestellt. Die Reichsregierung wird gefragt, ob der Reichsinnenminister aus Reichsmitteln Gelder zur Bespitzelung Thüringens zur Verfügung gestellt habe, um welche Summe es sich handele, ob die Reichsregieruna diese Maßnahme billige und wie der Reichsinnenminister eine solche Verwendung von Reichsgeldern glaube verantworten zu können.
Keine Gefahr für die öffentliche Ordnung
Interview Severings.
Berlin, 18. November.
Minister Severing erklärte dem Berliner Vertreter der „Neuen Freien Presse", er sehe gegenwärtig k e i n e G e f a h r für die öffentliche Ordnung. Gewiß seien in letzter Zeit von kommunistischer Seite mehrfach Versuche gemacht worden, Unruhen zu erregen.
Der taktische Plan scheine zu sein, an mehreren Stellen die Flammen zu schüren, die sich dann über das Land verbreiten sollen. Bisher aber sei es immer gelungen, alle diese lokalen Brandstiftungsversuche zu ersticken, und er sei überzeugt, daß dies auch weiterhin gelingen werde. Berlin werde selbstverständlich besonders aufmerksam beobachtet. Natürlich dürfe man sich nicht auf die Abwehr beschränken. Tas Uebel müsse an der Wurzel gefaßt werden, und die Wurzel ist die Arbeitslosigkeit. Ueber die Nationalsozialisten äußerte Minister Severing, gerade der Wahlerfolg habe die Putschpläne gedämpft. Die Regierung sei auf alle Eventualitäten gefaßt, und für alle Fälle gerüstet. Wer einen gewaltsamen Umsturz versuchen wolle, der werde die entsprechende Abwehr zu spüren bekommen.
Friede in China?
Paris, 18. November.
Havas berichtet aus Shanghai, daß der Führer der mandschurischen Truppen, Marschall Tschanghsue- l i a n g, der sich gegenwärtig in Nanking befindet, erklärt habe, er habe auf Grund von Besprechungen mit General Tschianbkaischek beschlossen, mit der Nanking-Regierung 'Zusammenzuarbeiten, um in China den Frieden wieder herzustellen.
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Washington, 18. November. Wie das Marinedepartement bekannt gibt, ist das amerikanische Kanonenboot „Tutuila" auf dem Yangtse zweimal von chinesischen Räubern beschossen worden. Dir Geschütze und Maschinengewehre des Kanonenbootes beantworteten das Feuer und brachten es zum Schweigen. Gestern war bereits auf ein anderes amerikanisches Kanonenboot geschossen worden. Zn beiden Fällen gab es aber keine Verletzten an Bord.
steuer durchgeführt werden muß. Ueber das Ausmaß dieser Senkungen sind Feststellungen noch nicht vorhanden.
Umstritten ist noch die Tabaksteuerfrage über die man sich in 2. Lesung nicht einigen konnte, sodaß eine 3. Lesung notwendig sein wird, wobei es sich vor allem um die von Preußen beantragte Erhöhung des Zolles für Zigarettentabak ban„.:n wird weil andere Länder gemeinfam mit der Reichsregie- rung diefer Erhöhung widerfprcchen.
Marinebauprogramm bleibt!
Ferner hat der Reichsrat gestern in 2. Lesung den Etat erledigt, »»bei »et alle» hervorzuheben ist,
daß beim Reichswehretat die bekannte Ein« gäbe Preußens auf Herausnahme des Marinebauprogramms, Streichung des Pauzerfchiffes B bzw. Kürzung des Reichswehr- und Marineetats Um je 10 Millionen Mark, vom Reichsrat gegen die Stimmen Preußens abgelehnt wurde, so daß dem Reichstag nunmehr die »ollftSadige Regierungsvorlage mit dem gesamten Marinebauprogramm zugehen wird.
Heute »ird sich der Reichstat in erster Linie mit dem Steuervereinfachuagsgefetz beschäftigen, welches bekanntlich eine Gruppe von mehreren Gesetzen über die Zusammenfassung ewiger landmirt- schafllicher Steuern enthält.
Gäbel über -em Gejm
Deutschland und das polnische Wahlergebnis.
Von Rens Kraus.
Der deutsche Beobachter, der in den letzten Taget des Wahlkampfes polnisches und zwangs-polnisches Land bereiste, kann zu dem nunmehr vorliegenden Ergebnis der polnischen Wahlen nur diese eine Einstellung gewinnen: Wir sind an den Machtkämpfen für oder wider Herrn Pil« jubffi nur so weit interessiert, als sie in die Lebenssphäre der Minderheiten eingreifen. An den innerpolnischen Kämpfen, Triumphen und Katastrophen hat die deutsche Oesfentlichkeit überhaupt kein Interesse. Die Tatsache, daß der Regierungsblock der Zentrolinken ungefähr hundert Mandate abgesagt hat — mit Methoden, nebenbei bemerkt, von denen man sich gar keine Vorstellung machen kann —, diese Tatsache, die das Wahlergebnis in der Republik des Herrn Pilsudski vor allem kennzeichnet, hat keine nennenswerte außenpolitische Bedeutung, insbesondere keine Bedeutung für die Gestaltung der deutsch-polnischen Beziehungen. Diese werden von Warschau aus und, womöglich noch ärger, von den Satrapien in Posen und Kattowitz planmäßig vergiftet. Deutschenhaß ist Trumpf bei allen Parteien.
Kennzeichnend für die polnische Geisteshaltung ist der Wahlerfolg der chauvinistischen Nationaldemokraten, die als einzige Oppositionspartei Erfolge errungen hat, besser gesagt: zu Erfolgen zugelassen wurde. Diese Partei vermochte ihre Mandatsziffer beinahe zu verdoppeln und zwar allein dank, ihrer Hatzparole gegen Deutschland uni» das Deutschtum, die ihren einzigen Programmpuntt bildet. Solche „Opposition" läßt Pilsudski sich gefallen. Sie bietet der polnischen Diplomatie insbesondere in Genf erwünschten Rückhalt." Achselzuckend kann Herr Zaleski nun immer wieder und wieder erklären, er sei zu seinem Bedauern nicht in der Lage, dem Deutschtum Konzessionen welcher Art immer zu machen, da die kochende Volksseele, wie das Wahlergebnis neuerdings bewiesen habe, nichts von Nachgiebigkeit wissen wolle. Die deutsche Oesfentlichkeit wird aber gut daran tun, sich vom Irrglauben zu befreien, als sei die Linke in Polen eher für national, und realpolitische Erkenntnis zu gewinnen. Gleichzeitig mit dem Wahlergebnis werden Stimmen pol- nischer Linkspolitiker bekannt, die an Unversöhnlichkeit gegenüber dem Deutschtum den ärgsten Chauvinisten kaum nachstehen.
Der Mandatsverlust der Deutschen war in dem vollen Umfang vorauszusehen, in dem er tatsächlich eingetreten ist. Die Ursachen dieses Mandatsverlustes sind bekannt. Es hat im Augenblick wenig Sinn, alles Material über polnischen Terror, der aus dieser „Wahl" eine Volksbelustigung für Knüppelgarden machte, neuerdings zusammenzu- stellen. Es will beinahe wie ein Wunder scheinen, datz die Deutschen überhaupt zu parlamentarischer Vertretung gelangen. Die fünf Abgeordneten, die sie nun nach Warschau entsenden, werden praktisch nicht mehr und nicht minder Einfluß haben, als die neunzehn, über die sie bisher verfügten: nämlich gar keinen. Der Traum, jemals zu friedlicher Verständigung zwischen der deutschen Minderheit und dem polnischen «taat zu gelangen, ist nun aber ausgeträumt. Was natürlich nicht bedeuten soll, datz jetzt mit dem Aufflammen einer irredentistischen Bewegung zu rechnen wäre. Solche Bewegung wäre glatter Selbstmord. . .,
Wohl aber wird die Reichsregierung ihre Folgerungen aus dem polnischen Wahlkampf zu ziehen haben. Der Versuch, Polen in wirtschaftlicher und allgemein-politischer Richtung entgegenzukommcn, um die letzten Reste unseres entrissenen Volkstums auf dem Konzessionswege zu schützen, ist ein für allemal vorbei. Es wird nun sobald keine Genfer Tagung ohne Austragung deutsch-polnischer Gegensätze geben. Die deutsche Minderheit in Polen selbst hat die Absicht, sich schon an die bevorstehende Zanuarta- g u n g des Völkerbundrates mit allem Material zu wenden, das den Bruch der übernommenen Minderheitenschutzbestimmungen durch Polen und die barbarische Grausamkeit der Pilsudski-Herrschast erweist. Man kann wohl mit Sicherheit annehmen, datz die deutsche Abordnung sich dieser Minderheitenbeschwerde, der grötzten und erschüttern d st e n, die je dem Genfer Tribunal vorlag, mit aller Tatkraft annehmen wird.
Aehnliche Klagen werden dem hohen Rat des Völkerbundes auch von den entrechteten Ukrainer« zugehen. Was sich die polnische Sejmherrschast in Ostgalizien geleistet hat, spottet ja tatsächlich jeder Beschreibung. Es gibt ganze ruthenische Bauerndörfer, in denen hundert Prozent der Stimmen für den polnischen Regierungsblock abgegeben wurden. ' te Weltöffentlichkeit kennt die Geschichte der „Strafexpe» ditionen", da Pllsudskis Ulanen monatelang das unglückliche ukrainische Land durchzogen, ein WahleugHi