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Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
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Hessische Abendzeitung
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Kumme« 266»
Mittwoch. 12. November 1930
20. Jahrgang
Neue Vorschläge zur Gehaltskürzungsfrage
Zweite Lesung frtr Vorlage im lietchsrat / preissenkungsakiion mit Hindernissen / Entspannung in Thüringen? / vo X gefällt in England
1. Februar oder 1 März als Stichtag?
(Eigener Drahtberichi).
Deutsche Jugend - deutsche Hoffnung
Ausländische Pädagogen über ihre Eindrücke in Deutschland
th. Berlin, 12. November.
Ter Reichsrai hat gestern die Etats des Reichsinnenministeriums und des Arbeitsministeriums behandelt, wobei lnbe'ondere ein Antrag des Finanzmimsters erörtert wurde, die Ueberschüsse aus der seit dem 25. Oktober durch Verordnung emge- führten Zollerhöhung für Weizen und Spelz der Knappschaftsversicherung zuzusühren. Das ist ein Versuch, einen Ersatz dafür zu schaffen, daß durch den geplanten Abbau der sogenannten Lex Brüning die Ueberschüffe aus der Lohnsteuer zukünftig nicht mehr der Knappschaftsversicherung, sondern der Reichskasse zugute kommen sollen.
Heute wird sich der Reichsrar mit der 2. Lesung des Gehaltskürzungsgesetzes befassen; dabei wird auch
die Frage des Termins dieser Gehaltskürzungen wieder akut
werden. Es war bekanntlich in der vorigen Woche ein Antrag gestellt worden, die Kürzungen nicht erst zum 1. April, sondern schon zum 1. Januar eintreten zu lasten. Die Reichsregierung wünscht die Vorverlegung zum 1. Januar, weil die Länder nicht auf die 100 Millionen verzichten wollen, oie ihnen das Reich in Abzug zu bringen gedachte. Auf die Vorverlegung der Gehaltskürzungen zum 1. Januar möchte man inzwischen aus den früher schon gemeldeten Gründen verzichten, aber die Ersetzung der 100 Millionen, die das Reich aus anderem Wege zu gewinnen hofft, nämlich durch weitere Etatkürzungen und durch höhere Ansätze bei einigen Einnahmequellen, hat sich ooch nicht in der erwarteten Weise durchführen lassen. Jnfolge- dcffen
fehlen im Reichsfinanzministerium noch erhebliche Teile dieser 100 Millionen,
und man wird wohl in der heutigen Rcichsratssttzung wieder auf die Beamtengehaltskürzungen zurückgreifen muffen, um diesen fehlenden Teil der 100 Millionen zu decken Dabei beabsichtigt man anscheinend, den Mittelweg zwischen der Beamtengehaltskürzung zum 1. April und zum 1. Januar zu beschreiten. Man rechnet infolgedessen mit dem Vorschläge, die
Beamtengehaltskürzungen zum 1. Januar oder zum 1. Februar oder zum 1. März in Kraft treten
zu lassen. Darüber wird voraussichtlich schon die heu
tige Sitzung des Reichsrat^ausschusses nähere Aufklärung bringen.
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. Die Reichsf tsausschüsse begannen beute vormittag mit der zweiten Beratung der Sanierungsvorlagen, an erster S elle des Gehaltskürzungsge- setzes. Die große Bedeutung der heutigen Sitzung wird dadurch gekennzeichnet, daß der bayerifche Ministerpräsident Held und Minister anderer süd- deutfcher Länder persönlich an der Beratung teil- nehmen.
Entspannung in Thüringen?
Weimar, 12. November.
Die Fraktionsführer der Regierungsparteien hiel en am Dienstag abend mit den 3 Ministern eine Sitzung ab, die zu einer E n t- spannung der Krise geführt zu haben scheint. Es bleibt freilich noch zu klären, wer den Ministe- r:aldirektorposten im Innenministerium, für den Dr. Frick den wirtsckmftsparieilichen Abgeordneten, den Ministerialrat Gerstcnhauer, vorgeschlagen hat, ein nehmen soll. Für die Deutsche V</kSpartei ist diese Kandidatur untragbar. Gestern wurde nun erwogen, den M i n i st e r i a l direktot posten zunächst überhaupt nicht zu besetzen, sodaß der Deutschen Volts Partei dir Möglichkeit einer Unterstützung des Ber trauensantrages gegeben wäre. Man scheint also auf dem Wege zu sein, e:nc für alle Teile tragbare Formel .zu finden, durch die eine Auflösung des, Landtages vermieden wird. Die letzte Entscheidung fällt Freitag im Landtag.
England erwägt den Kauf eines DoX
London, 12. November.
Das englische Luftsahrtministerium erwägt, wie der „Dailh Herold" wissen will, den Kauf eines Do X. Das Flugschiff soll mit 12 Royce Maschi- nen ausgerüstet werden, falls der Auftrag zustande kommt. Auch ein amerikanischer Auftrag sei möglich. Mussolini: hätte bekanntlich bereits 2 Do X-Fahr- zcuge bestellen lassen.
Kapitän C h r i st i a n s e n, der bekanntlich seit acht Tagen nicht von Bord gegangen ist, erklärte, daß das große Luftschiff und das große Flugfchiff Seite an Seite für die Zukunft bedeutungsvoll seien und zwar jedes in seiner Art.
Preisabbau-Mißklänge
(Von unserer Berliner Schriftleitung.) •
th. Berlin, 12. November.
Die Beratungen des Reichskabinetts, welches sich gestern abend erst gegen 9 Uhr ver sammelte, haben bis tief in die Nacht gedauert und galten in erster Linie wieder der Preissenk ungsaktion, die am Montag durch die Verhandlungen des Reichsernährungsministers Schiele mit den Verbänden der einschlägigen Gewerbe geführt worden find, die aber in Ber lin fwie bereits in einem Teil unserer gestrigen Auflage gemeldet wurde), inzwischen leider schon wieder einen Rückschlag erfahren hat.
Das Reichskabi.ieti hat bekanntlich keine gesetzliche Handhabe, um unmittelbar in die Preisgestaltung einzugreifen, und infolgedessen muß es sich im wesentlichen auf den Versuch beschränken, eine direkte Fühlungnahme zwischen Produzenten und Konsumenten herbeizuführen, um eine Verbilligung der Preise auf diesem Wege zu erreichen. Das Kabinett hat alle die mit der Preissenkung im Zusammenhänge stehenden Bestrebungen einem besonderen Ausschuß überwiesen, der in den nächsten Tagen vor allem daraufhin wirken wird, die Vereinheitlichung des Brotpreises wieder herzustellen, nachdem gestern die Berliner Brotfabriken erklärt haben, daß sie die Bro Preissenkung um 4 Pfennig nicht mitmachen, sondern nur eine Senkung um 2 Pfennig eintreten lassen
Ferner wird dieser Ausschuß sich mit der Senkung der Fleischpreise zu befassen haben, nachdem man gestern in Berlin die unangenehme Festst ung machen mußte, daß die am Montag in Aussicht gestellte Ermäßigung des Schweinefleischpreises um 5 Pfennig nickt einqetreten war. Schließlich wird es die Aufgabe dieses Ausschusses jein, möglichst schnell die Belieferung der
Großstädte mit Kartoffeln durchzuführen, ,owie eine Senkung der Preise im Karioff-lhandel zu erreichen.
Das Reichskabinett hat sich außerdem mit dem Steuerveretnhei.lichungsgefetz beschäftigt, welches verabschiedet und dem Reichsrate zugeleiiet wurde. Ferner standen die Fragen der Arbeitsstockung, eines weiteren Schuljahres und der Zulassung von ausländische« Wanderarbeitern zur Debatte, über die noch Verhandlungen mit den Ländern geführt werden.
Wieder ein 3nOi sirir-Sr ionageprezeß
Düsseldorf, 12. November.
Vor dem hiesigen Schöffengericht begann heute ein neuer Industrie Spionageprozeß. Den Angeklagten, Chemiker und Redakteur Dr. Arthur B u n t r o ck, früher Berlin, zuletzt in oer Tschechoslowakei, jetzt in Untersuchungshaft in Düsseldorf, Chemiker Otto List aus Offenbach am Main und Chemiker Dr. R. Jansen aus Darmstadt, wird zur Last gelegt, F a b r i - kationsversahreu der deutschen chemischen Industrie an das Ausland verraten bezw. verkauft zu haben.
Bereits im Februar 1928 waren vom Schöffengericht Düsseldorf der Chemiker Guido Meisel aus Portsmouth (U. S. A.) und zwei andere Chemiker aus Deutschlano wegen tm Auftrage des Auslandes vorgenommener Erwerbung von Farikationsversah- ren der deutschen chemischen Industrie bestraft worden. In dem Verfahren gegen Meisel und Genossen hatte sich ergeben, daß auch Dr. Arthur Buntrock und seine beiden heutigen Mitangeklagten dem Chemiker Meisel solche Fabrikationsversahren geliefert hauen. Dr. Arthur Buntrock hatte sich aber der Einlettung eines Strafverfahrens durch Flucht nach der Tschechoslowakei entzogen. Im März dieses Jahres wurde er an der tschechoslowakischen Grenze verhaftet. " “ »" ~
In Deutschland ist man leider gegenwärtig mit sich selbst und seinen Alliagssorgeu so sehr beschäftigt, daß man darüber verlernt hat, den wertvollsten Schatz unseres Vaterlandes richtig einzuschätzen und in seiner Gesamtheit zu beurteilen: Deutschlands Jugend. Merkwürdigerweise ist das Ausland in dieser Richtung aufmerksamer und objektiver als wir selbst. Ständig bereisen namhafte ausländische Pädagogen Deutschland mit keinem anderen Ziel, als deutsche Pädagogik und deutsche Jugend kennen zu lernen. — Zn den folgenden kurzen Aussätze« legen einige dieser Persönlichkeiten ihren Bericht dem deutschen Leser vor — sicherlich werden ihre Ausführungen hier ebensoviel Interesse finden wie im Ausland.
Oer Amerikaner:
Oer Geist der deutschen fugend
Bon I. B. Clark (Philadelphia).
In den 23.reinigten Staaten von Amerika ist nach wie vor vielfach die Meinung verbreitet, Bildung sei Ballast, lenke vom Geschäft ab, kurzum, sie rentiere sich nicht. Das schlagendste Beweismittel gegen diese Behauptung ist das Beispiel: Deutschland! — Wenn Deutschland in den letzten zehn Jahren eine so beispiellose Aufwärtsentwicklung durchgemacht hat, so gibt es dafür nur einen Grund und eine Erklärung: die hohe Bildungsstufe des dcutschenDurch- schnittsbürgets. Die deutsche Bildung besteht nicht nut in einem großen Quantum Wissen, sondern vor allem in einem überraschend starken Idealismus. Idealismus ist wohl zu einem Teil angeboren, zu einem weit größeren Teil jedoch anerzogen, — das beweist der Erfolg der deutschen Pädagogik. Wenn in Amerika die Masse nicht kommunistisch denkt, so tut sie es deshalb, weil sie in einer kommunistischen Wirtschaft weniger zu verdienen glaubt. Wenn sie in Deutschland nicht kommunistisch denkt, so in allererster Linie aus dem Grunde, weil sie aus Tradition und pädagogischer Erziehung heraus den kommunistischen Gedanken ablehnt — trotz aller materiellen Not. Aus derselben Quelle bewahrt und steigert das deutsche Volk seinen Fleiß und seine Energie, Hilst es sich untereinander, behält seinen ethischen Glauben und die feste Zuversicht auf eine bessere Zukunft. Deshalb ist es für alle Pädagogen der Welt überaus lehrreich und nützlich, Deutschlands Schulen und Hochschulen als Quellen besten Volksguts zu studieren und den Gegenstand dieser Erziehung, Deutschlands Jugend, kennen zu lernen.
Ich selbst habe mich jetzt drei Monate lang zu diesem Zweck in Deutschland aufgehalten. Ich habe mich zunächst bemüht, das Bildungsniveau zu prüfen, das ein deutscher Volksschüler Hat, wenn er die Volksschule verläßt. Ich habe mich bann um Abiturienten und zuletzt um Priisungskandidaten dcr Hochschulen bekümmert. Meine Eindrücke möchte ich dahin zusammenfassen: Man lernt in Deutschland mehr, als irgendwo sonst in der Welt. Es ist überall festzustellen, daß das hohe Maß an objektivem Wissen der deutschen Jugend ein höheres Niveau und ein weiteres Gesichtsfeld bei der Betrachtung kultureller und namentlich sozialer Fragen verleiht, als sonst einer Jugend Europas und der neuen Welt. Es ist aber eben (man darf hier mit gutem Gewissen verallgemeinern) die Eigenart und bas besonbere Verbienst bet deutschen Pädagogik, daß sie sich nicht auf die Vermittlung objektiven Wissens beschränkt, sondern, daß sie vor allem der Jugend sittliches Pflichtgefühl, Arbeitswillen und Optimismus vermittelt.
Oer Schwede:
Sachlichkeit und Idealismus
Bon Prof. Nils Ecksttöm (Upsala).
Ein kleines Erlebnis in Deutschland wird mit un- o.rgessen bleiben: Wir, eine kleine Studienkommission, besuchten in einer deutschen Mittelstadt ein Internat und durften, mit besonderer Erlaubnis des Direktors, unangemeldet die Arbeits- und Wohnzimmer der Knaben betreten. In dem ersten Zimmer, in das wir kamen, saß ein neunjähriger Blondkopf, höchst ernsthaft mit einer Bastelarbeit beschäftigt. Wir fragten, was das werden solle. „Ein Kasten für Muttis Staublappen zuhause", Wir meinten, es würde doch hübscher fein, wenn et'einen Schmuckkasten für Muttis Vitrine anfertigen würde. Der Kleine schüttelt energisch den Kopf „Nein, man macht nichts, was unnütz ist".
Diese Aeußerung ist tm höchsten Maße typisch für die allgemeine Gesinnung der deutschen Jungen im Alter von neun Jahren. Und diese Meinung vertieft .sich mit dem Aelterwerden immer mehr. Je größer die
Not des deutschen Volkes wird, umso stärket prägt sich der Gedanke der Zweckmäßigkeit und Z i e l h a f t i g k e i t in der deutschen Jugend aus. Daß diese Entwicklung keinem oben Materialismus, sonbern im Gegenteil immer mehr einem gefunden, bobenftänbigen, sozusagen praktischen Idealismus zue strebt, hat seine Ursache in bem echten, tief verwurzelten Volkstum bes D.utschen, bas sich in Zeiten ber Not viel stärket offenbart als im Glück unb Wohlstand. Diese Bewegung zeigt sich unter ber Arbeiter« jugenb wie in ben höheren Schulen. Die früher sprichwörtliche Verträumtheit der Deutschen, die man bei ber älteren Generation oft noch finbet, hat bie Jugend, ber ich in D.utschland begegnete, völlig von sich ab- geschüttelt Der deutsche Junge wird heute von vornherein zu konkretem, sachlichem Denken unb Tun erzogen. Sein außerorbentliches Interesse an ber Technik unb am Sport ist sachlich unb zielbewußt. Et schwärmt für ben Zeppelin, nicht mehr Schillersche Dramen zu gestalten. Unb in seinem ganzen Tun scheint et mit deshalb intensiver und erfolgreicher zu fein als die Jugend der anderen großen Länder, mit denen Deutschland heute in wirt- fchaftlichem Wettbewerb steht, weil er infolge bet guten Schulerziehung mehr denkt und alle Dinge einem größeren Gedanken, in höhere Ziele einorbnet
Oer Schweizer:
Der Kanspf um das Wissen
Bo« Dr. Marti« Keller (Zürich).
Deutschlanb leidet heute die bitterste Not in Euro- pa und trotzdem gibt es heute in diesem Lande etwa 130 000 Hochschüler gegenüber 60 000 vor dem Kriege. Die Besucher der höheren Schulen haben sich in bem« leiben Umfange vermehrt. Die Berufsschulen sinb gewaltig gewachsen und ausgebaut. Die Zahl ber gelernten Arbeiter steigt von Iaht zu Jahr.
Was ist ber Grund dieser bemerkenswerten Erscheinung? In Deutschland führt ber größte Teil der Jugend heute einen hartnäckigen Kampf um das W i s s e n. Je schlechter die Zeiten, umso größer der Lerneifer, den die deutsche Jugend dem Elend entgegensetzt.
In höchstem Maße überraschend und ergreifend wat für mtch bet Typ des deutschen Wertstubenten, bet sich abwechselnd in Braunlohlengruben, in Maschinensälen, in duntlen Schreibhüros — und in den Hörsälen aufhält: jenes in den deutschen Hörsälen so oft aufzufin- benbe Gesicht, bas verbissen, beinahe alt ist von schwerster Arbeitslast unb in bem doch ein heiliges Feuer J®r Jugenb lodert. Solche Gesichter, solche Menschen können ein Reich aufbauen auch in schwerster Not. Ich m?- *n .Deutschland viele, viele Mütter und Väter des Mittelstandes, die darbten und hungerten, um die Kinder etwas lernen zu lassen. Diese Menschen werden nicht umsonst gelebt haben. Das Beispiel solcher Eltern formt und bildet Männer und Frauen, auf die Deutschland alle Hoffnung setzen kann. Die Tatsache, daß Deutschland in dem Maße, in dem es ihm schlechter geht, seine Anstrengungen vervielfacht, um seine Jugend etwas lernen zu lassen, soll und wird Deutschland in Zukunft zugutekommen.
Oer Ungar:
Aktivität und Nationalgefühl
Bo« Dr. Stefan Tisza (Budapest).
Man spricht außerhalb Deutschlands oft davon, bie Jugend Deutschlands gefalle sich in einem verdummten Radikalismus. Das ist ein sehr großer Irrtum. Gewiß, Deutschlands Jugend ist zu einem sehr große« Teil, polttisch. Mas bedeutet aber diese Politisierung der deutschen Jugend? Sie zeigt das in Deutschland überaus starke Streben ber Jugenb nach Aktivierung, nach einer Tat, nach Neugestaltung. Zwar geht die politische Jugend Deutschlands manchmal seltsame Wege, die dem Erfahrenen ungangbar oder allzu gefährlich bunten, unb ihr Reformwille ist, besonders im Augenblick, noch ohne feste Form. Aber der tiefe, ehrliche Reformwille ber deutschen Jugend ist unverkennbar.
Das Eharakteriffschste an ber politischen Jugend Deu.schlands ist nicht irgendwelche Parteigebundenheit. Vielmehr ist ihr Wesentlichstes ein in der Reaktion auf ben Materialismus unserer Zeit stark unb mächtig gewordenes Nat onalgefiihl, es ist die Idee der Volkseinheit, die fast alle Kreise ber politischen Jugend Deutschlands beherrscht und leitet. Unb ich möchte sagen, daß die gesamte Jugend Deutschlands im beste« Sinne politisch ist, weil sie in ihrem wesentlichsten Teil dieses überströmende Nationalgesjihl te Herzen trägt