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Kasseler Abendzeitung

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Nummer 265*

Dienstag, 11. November 1930

20. Jahrgang

Stalins Kampf mit der Opposition

Die Sowjets Nagen Frankreich an, daß es die Opposition unterstütze / Brot, Fleisch und Milch in Berlin bill ger! / Macdonald zur Avrüflungsfrage

Ltnnachgiebigkeit auf beiden Seiten

kEigener Drahtbertcht).

Vorstoß zur Preissenkung

Eigener Draht bericht.

Moskau, 11. November.

Wie die Telegraphenagentur der Sowjetunion mel­det, wurde gestern eine von dem Staatsanwalt der Republik, Krylenko, unterzeichnete Anklageschrift gegen eine konterrevolutionäre Organisation, die so­genannteI n d u st r i e P a r t e i", veröffentlicht. An­geklagt sind im ganzen acht Personen. In der An- Nageschrift wird ausgcführr, daß die Beschuldigten nicht nur versucht hätten, den wirtschaftlichen Ausbau Sowjetrutzlands zu sabotieren, sondern daß sie auch mit ausländischen Emtgrantenorganisationen in Ver­bindung getreten seien.

Außerdem hätten sie sich des Hochverrats schuldig gemacht, da sie auch mit französischen Ge neralstabsosfizieren Planmäßig eine frühere oder spätere mili arische Intervention vorbereitet hätten. Interessant an der Anklageschrift ist, daß in ihr die französische Regierung ganz offen be­schuldigt wird, den Sturz der Sowjetregierung systematisch vorzuvercilen. Tabei wird Poincarc zu den französischen Regierunqskreisen gerechnet und in einem Atem mit Briand als Träger des Kampfes gegen Sow.etrutzland genannt.

* *, *

, 9£{ jrr r .'lfi '? 13, HaHreßtageS der

bsl-chewisküschen Revolution ist Rykow, der Präsident des Rates der Volkskommissare der Sowjetunion, in einen Ztvangsurlanb geschickt worden, von dem er auf seinen Posten Wohl nicht mehr zurücklehren wird. Damit tritt der Kampf zwischen der Zentrale der Kommunistischen Partei und dem Machtapparat der Se-wjetregierung einerseits Und der O p p o- sition andererseits.in ein neues Stadium

Tie vorbereitende Kamvagne mit ihren Pressc- angrifsen und den durch einen Wink von oben ent­fesselten Kundaebunoen der Parteizellen gegen die Oppositionsführer ist abgeschlossen. Die ersten Schlage fallen.

Rylows Abgang ist der Auftakt.

Die Lage der Partei und damit auch im Sowjet­staat stellt sich nun folgenderweise dar: Der 16. Par- teikongreß im Juli endete mit der nochmal.gen Ver­dammung der Opposition nach dem Muster früherer Kongresse. Die Sowjetpresse stellt die Oppositloa als erledigt hin. Es folgt eine kurze Periode der Stille, dann setzt im Herbst der Kamps wieder ein. Zunächst dringt wenig davon an die Oberfläche, die Presse hat offenbar die Order, sich mit dem heiklen Thema nicht zu befassen. Tann aber kommen Schlag auf Schlag die Entdeckungen von .Schädlingsorganisa- tionen" und »Verschwörungen" durch die P. G. U., und nun läßt die Parteizentrale die Verschleterungs- taktik fallen und gibt das Signal zum Sturm gegen die Oppost.ion. Tenn .Verschwörungen" und Opposition ergänzen sich nach Meinung der Macht­haber im Kreml. Die sogenannte Kcndra^jew-Ver- schwörung steht aus einer Linie mit der Rechts- opposiiion. Eine Revision der Bauernpolitik wird hier tote dort gefordert, Verzicht auf die über­stürzte Ztoangslollektivierung und Orientierung der Agrarpolitik aus die leistungsfähigsten Vauerntoirt- fchaften. Tas aber ist nach der im Kreml vertretenen Ansicht Kulakenbegünstigung, daher auch der neue Alarm in der Parieizentrale. Eine abermalige strenge Musterung beginnt und man entdeckt nun in den Reihen der Partei die »Zweideutigen". Tas sind diejenigen opprsi ionellen Parteimitglieder, die nach den letzten scharfen Maßreglungen sich beeilt haben, »Reuebekenntnisse" abzulegen, dann aber tj der Stille mit mehr oder weniger Mut im Sinn Der Opposition Weiler »gewühlt" haben. Neue Aus­schließungen aus der Partei sind die Folge und nun­mehr sieht Stalin den Augenblick zum SB o r ft o 6 gegen die eigentlichen Führer der Opposition für gekommen an.

Bucharin, Rylow, Tomski das find die Zielschei­ben für die Schläge, die vom Kreml ans geführt werden sollen.

Die Maßnahmen gegen die kleinerenZweideutler" waren nur Vorgefechte. Da Bucharin und Tomski ihre sämtlichen Aemter und Würden bereits eing büßt haben, so richtete sich naturgemäß der erste Schlag ge­gen Rykow, der bisher das hohe Amt eines Präsiden­ten des Rates der Volkskommissare immer noch inne hatte. Um ihn zur Strecke zu bringen, drängte man auch ihm die Rolle einesZweideutigen" auf: wenn er nicht gegen die ehemals von ihm selbst geführte Rechtsopposition als Ankläger Stellung nehme, so mache er sich, wie schon früher, zu ihrem Anwalt. Aber dazu ließ Rykow sich ebensowenig er­niedrigen wie Bucharin und Tomski. Die Folge war dieBeurlaubung".

Die Frage nach der weiteren Entwicklung dieses Kampfes läßt sich nun vorläufig nicht fo ohne

weiteres beantworten. Es ist beachtenswert, daß Ry­kow nicht direkt abgesetzt worden ist. Man hält also ü. den maßgebenden Kreisen int Kreml eine so schroffe Maßnahme gegen den langjährigen Vorsitzenden des Rates der Volkskommissare offenbar doch nicht für .ratsam und zieht den Umweg über bte Beurlaubung vor. Das läßt daraus schließen, daß die Machthaber eine gewisse Vorsicht gegenüber den Prominen­ten der Opposition auch jetzt noch für geboten hal­ten. Aber wenn auch die nächste Zeit das rücksichts­loseste Vorgehen gegen Rykow, Bucharin. Tomski und andere Führer oder Anhänger der Opposition brin­gen sollte, so würde auch das kein Endkampf bedeu­ten. Die

Opposition, die jetzt im Verlauf dieses Herbstes ihre Rechte und ihre Linke zusammengeschlossen hat, kann überhaupt nichtrestlos" erstickt

werden, wie die Resolutionen der Partei immer wie­der ankündigen. Die Opposition vertritt die Ansicht, daß in einem Bauernlande die Drangsalierung der SB- ' nicht Regierungsgrundsatz sein kann. Sie übt Kritik an den phantastischen Jndustrialisie- rungsplänen und am Jonglieren mit Ziffern.

Eine Verbannung, Mundtotmachung Rykows und Bucharins würde ch-ewiß die Opposition schwer treffen. Aber erlöschen würde sie darum noch nicht. Die Unnachgiebigleit des maßgebenden Kreises, d. h. also nach Lage der Dinge die Un­nachgiebigkeit Stalins sorgt dosür,daß auch die Opposition unnachgiebig bleibt, mag sie auch durch die Maßnahmen der Parteizentrale immer wieder für kurze Zeit zum Zu­rückweichen genötigt werden.

Memelland ohne Landesregierung

Memel, 11. November.

Wie das »Memeler Dampfboot" berichtet, haben die Mitglieder des Direktoriums des Memelgebietes, Bürgermeister Schul und Landwirt S z i g a u d, am 8. November dem Präsidenten des Direktoriums Reisgys schriftlich miigewilt, daß sie mit dem glei­chen Tage ihre Tätigkeit als Mitglieder des Direktoriums ein st eilen. Die beiden Herren haben am Sonnabend zum letzten Male Dienst getan. Seitdem ist das Memelland ohne eine Landesregierung. Bisher sind weder vom Landes­präsidenten noch vom Gouverneur Schritte unter­nommen worden, um ein neues Direktorium zu bilden.

London, 11. November.

In Anwesenheit der Mitglieder des englischen Ka­binetts, der Premierminister der Dominons, des di­plomatischen Korps und der Führer von Armee und Marine fand gestern abend in der Guildhall das alljährliche Bankett des Bürgermei- sters von London statt

Außenminister Henderson, der einen Trink­spruch auf das diplomatische Korps ausbrachte, rühmte die wertvollen Dienste, die die Diplomaten dem Weltfrieden leisten und begrüßte die zuletzt in London angekommenen Botschafter von Rußland, Chile und Deutschland. Er gedachte dabei der Verdienste des bisherigen Botschafters Dr. S t h a - m e r.

Der spanische Botschafter Merry del Val erwi­derte in seiner Eigenschaft als langjähriger Doyen des Diplomasischen Korps, indem er der Bewunde­rung des Auslandes über die jahrhundertealte Tradi­tion Englands in der meisterhasien Führung der aus­wärtigen Politik Ausdruck gab.

Premierminister Macdonald kam im Verlause seiner Rede auf- die Schiedsgerichts­und Abrüstungspolitik der Regierung zu sprechen und sagte: Das Beispiel mutz von anderen Rationen befolgt werden. Der alte Adam ist noch nicht ausgetrieben. Es werden Worte gebraucht, die in uns den Zweifel erwecken, ob die Well aus den tragischen Erfahrungen von 19141918 viel gelernt hat Großbritannien ist durchaus bereit, die Führung zu übernehmen. Aber es richtet feine Aufmerksamleit nicht nur nach vorne, sondern auch nach rückwärts, und es will wissen, ob die anderen Rationen ihm folgen. Denn Großbritannien kann nicht zulaffen, datz es bei seinen Schritten zur Siche­rung des Friedens isoliert vorgeht Ich begrüße

Berlin, 11. November.

Die vom Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft in den letzten Tagen mit den Vertre lern des Handels und der Gewerbe über die Ver­billigung der wichtigsten Lebensrnittel haben mit Ausnahme der Kartoffeln, über die die Verhandlungen noch andauern, zu einem Erfolge geführt. Die Vereinbarungen beziehen sich zunächst nur auf Berlin, es wird aber, zumal die Bür­germeister der deutschen Städte sich zu stärkster Mit­wirkung bei der Preissenkungsaktion bereit erklärt haben, erwartet, daß die Berliner Vereinbarungen sinngemäß für das ganze Reich zur Anwendung ge­langen werden.

Die Vereinbarungen beziehen sich auf die Preise für Brot, Schweinefleisch und Milch. Die Berliner Bäcker werden vom 13. ds. Mts. ab das übliche 50- Pfq.-Brot bei einem feststehendem Gewicht von 1250 Gramm für 46 Pfg. verkaufen. Das Fleischergewer­be will die Spanne für Schweinefleisch um 5 Psg. je Pfund senken. Das Fleischergewerbe setzt da­bei aber eine Erleichterung der steuerlichen Lasten für die Zukunft voraus.

Der Verband der Vereinigten Berliner Milch- Händler. die Arbeitsgemeinschaft der freien Berliner Milchhändler und der Milchvexkaussverband Nord­deutscher Meiereien werden ihren Mitgliedern emp­fehlen. vom 17. ds. Mts. ab die Handelsspanne der Milch um 1 Psg herabzusetzen.

Bei der Schweinefleischversorgung sollen Quali­tätsverschlechterungen ausgeschlossen feilt. Bei der Rindviehversorgung würde eine Kontrolle sehr schwie­rig fein; die Verhandlungen darüber sind noch nicht soweit gediehen. Es kommt aber ir Betracht, daß der Schweineverbrauch 56 Prozent des gesamten Fleisch­verbrauchs ausmacht.

Oie Auswirkungen der Aktion

Zur Begründung dieser Maßnahmen führt das Ernährungsministeriutn an, daß für die Sanie­rung der Reichsfinanzen eine Ermäßigung oes all­gemeinen Preisniveaus die Voraussetzyng ist, eben­so auch für den Abbau der Gehälter und Löhne. Der Großhandelsindex für die Agrarstoffe ist seit Sep­tember 1929 von 132,6 auf 113,5 im September 1930 gefunten, also um 19,1 Punkte, während der allge­meine Ernährungsinder in der gleichen Zeit von 154,2 auf 141,7, also nur um 12,5 Punkte gesunken

in diesem Zusammenhang mit hoffnungsvollsten Er­wartungen die Besprechungen über die Seerüstungen, die zwischen Frankreich und Italien wieder aufge- nommeit worden sind.

Oie Elefanten und derrote Löwe"

Als der traditionelle Festzug des neuen Bürgermei­sters von London sich gestern nachmittag an der Uni­versität vorbeibewegte, kam es zu einem Aus­bruchsversuch der vier riesigen Elefan­ten, die in der indischen Gruppe des Zuges rnitge- führt wurden. Eines der Tiere wurde auf eine von Studenten emporgehobene große Puppe, die einen roten Löwen darstellte, aufmerk.an. stürzte sich auf die Puppe und ergriff sie mit dem Rüssel. Die drei anderen Elefanten folgten ihm und brachen gleichfalls aus dem Zuge aus Die Zusehauer stoben entsetzt nach allen Seiten auseinander. Mehrere Frauen und Kinder wurden von der Menge zu Bo­den getreten. Im ganzen wurden etwa 20 Personen verletzt. Tie Wärter konnten die Tiere nach kurzer Zeit beruhigen und wieder in den Zug einordnen.

Hoesch bei Briand

Paris, 11 November.

Der außenpolitische Berichterstatter desEcho de Paris", Pertinax, glaubt zu wissen, daß der Besuch des deutschen Botschafters von H o e f ch beim Außen­minister Briand im Zusammenhana mit der be­vorstehenden großen außenpolitischen Rede B r i a n d s vor der Kammer stehe. Sicherlich habe er sich, um gegen die Ausführungen Franklin Bouillons Stellung nehmen zu können, über die Absichten d:r Regierung Brüning und besonders darüber unter­richten lassen, wie die Reichsregierung sich im Zusam­menhang mit den Reparationszahlungen und der immer mehr in Erscheinung tretenden For­derung auf Rützungsgleichheit zu verhalten gedenkt

ist. Eine weitere Senkung ist im Oktober bis auf 138,5 eingetreten. Gegenüber dem Höhepunkt Der Lebenshaltungskosten und der Ernährungskosten im März 1929 (Lebenshaltungsindex 156,5; Ernäh­rungsindex 159,3), ist bis Oktober 1930 beim Lebens­haltungsindex eine Senkung um 11,1 Punkte, bei dem Ernährungsindex schon um 19,8 Punkte einge- treten. Die Spanne zwischen dem Mehlpreise und dem Brotpreise ist in Den einzelnen Städten des Reichs sehr verschieden, sodaß Möglichkeiten zur Verringerung bestanden.

Das Ministerium hat erreicht, daß die Spanne, die in Berlin gegenwärtig 19 Pfg. für das Kilo SB rot, v. h. für das 2 y3 Pfund Brot 23,75 Psg. beträgt um 4 Pfg., also um 16 Prozent, gesenkt wird. Der Brotpreis ersährt also eine Senkung um 8 Prozent. Das macht für Die Berliner Bevölkern ng 8'4 Millionen Ersparnis aus. Im ganzen Reich würde die Ersparnis 100 Millionen betragen. Künftig soll das Brot nach festen Gewichten zu gleitenden Preisen verkauft werden. SBei Der Milch würde Die Senkung Der Handels­spanne um 10 Prozent bei einem Tagesumsatz von einer Million Liter in Berlin ebenfalls eine beträcht­liche Ersparnis bedeuten. Die Ermäßigung des Preises für Schweinefleisch wird im ganzen Reichsgebiet schätzungsweise 154 Million nen Ersparnis für die Bevölkerung bringen. ?

Unsere Berliner Schriftleikung drahtet uns ferner folgendes: Die bisherigen Ergebnisse Der Preissenkungsaktion lassen erkennen, Daß auf Dem Geb,ete Des Brotpreises ein beachtlicher Erfolg erzielt worden ist, nämlich Die gleich­mäßige Senkung des Brotpreises um volle 8 Pro­zent. Bei Der Festsetzung der Fletsch- und M i l ch p r e i s e ist ein weit geringeres Ergebnis zu verzeichnen. Man steht aber noch mitten in den Verhandlungen und ist sich beispielsweise gerade bei Den Kartoffelpreisen Darüber klar, daß dies der stärkste Prüfstein für die Preissenkungs­aktion fein wird, Denn hier bestehen nach Ansicht des Ernährungsmimsteriums die größten Unterschiede zwischen Erzeuger- und Verbraucherpreisen. 9ütf diesem Gebiet ist nun

nicht t wo geplant, irgendwie zu den Methoden der alten Kriegswirtschaft zurückzukehren

und den gesamten Einkauf durch die Kommunen selbst vornehmen zu lassen. Tenn auch im Ernäh- mngsministerium ist man Davon überzeugt, daß die Ausschaltung Des legitimen Kartoffelhandels mit allen seinen Erfahrungen, eine schwere Schädigung für die Kartofselverforgung selbst bedeuten wurde, da Die Zuführung guter Qualitäten in den Konsum nur mit Hilfe Des erfahrenen Karwffelhandels mög­lich erscheint. Wohl aber ist beabsichtigt, korpora­tive Käufe, also von großen Vereinigungen, Fa­briken, Gesellschaften vornehmen zu lassen. Es wird alles darauf ankommen, daß Die Verhandlungen auf diesem Gebiete fo schnell wie möglich beendet wer­den. um noch für die jetzige Herbst Ver­sorgung mit Kartoffeln wirksam z« werden.

Gerade Brot und Kartoffeln sind diejenigen bei­den Nahrungsmittel/ die für die breite Masse am wichtigsten sind und wenn immer wiederholt wird, daß ein

engeres Verhältnis zwischen den Sätzen ler Lohn- und Gehalissenkungen einerseits und den

Sätzen der Preissenkung anderersei s bestehen, mutz, so muß daraus geachtet werden, daß dies zunächst besonders bei Den noch in. Gang befindlichen Ver­handlungen über Die Kartoffelpreissenkungcn innege­halten wird. Bei dem Brotpreis ist die not­wendige Relation vorhanden, denn dem Eehaltsabbau der Beamten um 6 Prozent und einer Lohnkürzung durch den Berliner Metallarbeiter­schiedsspruch um 6 bzw. 8 Prozent entspricht die Sen­kung Des Brotpreis, s um 8 Prozent Der Erfolg Der gesamten Preissenkungsmaßnahmen hat bisher nur zum Teil befriedigt, zum anderen Teil aber ist er hinter den gerechtfertigten Erwartungen zurückgeblie­ben. Er wird voraussichtlich vollkommen von dem Er­folg bei den Verhandlungen über Die Kartoffelpreise abhängen.

In der öffentlichen Meinung ist das Urteil übet die bisherigen Maßnahmen und die notwendigen weiteren Schritte so gut wie einhellig. Von der Deutschen Tageszeitung", dem Blatte des Ernäh­rungsministers Schiele bis zumVorwärts", der ver­schiedene kritische Einwendungen macht, wird festgc» stellt, daß es sich hier

nur um erste Schritte handelt, und daß die Aktion energisch und schleunigst fortgesetzt werden muß.

Denn nur dann läßt sich die gleichzeitige Aktion di Lohn- und des Cehaltzsabbaues überhaupt verte tdiAN

Der alte Adam lebt noch!"

Macdonald über die Schiedsgerichts- und Abrüstungspolitik