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Nummer 237 *
Donnerstag, 9. Oktober 1930
20. Jahrgang
Gesetzentwürfe am laufenden Band
30 Gesetze zur Durchführung des Regierungsprogrammes / Mahrauns Propagandafeldzug / Siegesmeldungen der brasilianischen Aufständischen
Roffront-Theaier im Reichstag?
(Don unlerer Berliner Schrtstleitung.)
Run auch Brasilien!
Von Or. Paul Rohrbach
th. Berlin, 9. Oktober.
v.ut Zusammentritt des neuen Reichstages steht man in politischen Kreisen mit g e w i s- - C e f0 r B «i § entgegen, da neuerdings Gerüchte rm Umlauf sind, daß die k o m m u n i st i s ch e F r a k -
$rer "ollen Stärke von 77 Abgeordneten die Absicht habe, zum Protest gegen das Verbot des roten Frontkämpferbundes in der Uniform dieses Bundes im Reichstag zu erscheinen. Wenn diese sich bestätigen sollten, so märe natürlich mit mneM Protest bezw. einer Gegenaktion der anderen Perrteien, insbesondere der Nationalsozialisten, zu rahnen. Vorläufig liegt zwar noch keine Bestätigung sur diese Vermutungen vor, aber wenn sie sich bewahrheiten sollten, dann würde in einer solchen Atmosphäre natürlich die Gefahr von Zusammenstößen wesentlich größer sein, als cs ohnehin schon der Fall sein dürfte. °
Für die sachliche Arbeit des neuen Reichstages »regt ein bedeutungsvoller Hinweis auf die Fülle der zu erwartenden Aufgaben darin, daß das Regierungsprogramm, welches vor einiger Zeit öffentlich bekannt gegeben wurde, gesebtechnisch in nicht weniger als etwa 30 einzelne Entwürfe aufgelöst werden muß.
Es^Handelt i-rih habet rm allerdings recht verschiedene Sondermaßnahmen auf finanzpolitischen und sozialpolttiichen Gebieten, die in dem großen Reser V Programm des Reichskabinetts vereinigt sind und über die der Reichskanzler in der letzten Zeit die Parteiführer unterrichtet hat. Alle diese Einzelent- tvürfe müffen selbstverständlich von den Fraktionen und von dem Ausschuß im einzelnen durchberaten Werden, so daß sich daraus eine Erklärung für die voraussichtlich lange Zeitdauer der interfraktionellen Besprechungen ergibt, die zwischen den ersten dringenden Aufgaben des Reichstags und dem Hauptpensum der parlamentarischen Arbeit um November eingeschaltet werden müssen.
Mahrauns Aufruf
Aus der Parteienbewegung ist nach der Spaltung der Staatspartei zu berichten, daß die Gruppe der Jungdeutschen offenbar mit sehr großen Erwartungen ihrer politischen Zukunftsarbeit entgegenfieht. Mah- raun hat im „Jungdeutschen" einen Aufruf veröffentlicht, worin er ankündigt, daß die volksnationale Bewegung zunächst die Kräftesammlung im L an d e draußen betreiben wird. Ihr Ziel sei die Herstellung einer aktivistischen Bewegung, die der der Nationalsozialisten an der Entfaltung politischer Willenskraft nicht nachstehe.
An dieser Ankündigung übt die „E e r m a n i a" heute Kritik, indem sie sagt, alles das klinge zwar sehr mutig und entschieden, aber in der Politik genüge der gute Wille allein nicht immer. Es werde Leute geben, die nach dem Experiment mit der Staatspartei neuen Ankündigungen gegenüber sehr skeptisch sein würden.
RachMge zum Leipziger Prozeß
Berlin, 9. Oktober.
Reichswehrminister Grüner hat in Beantwortung eines in verschiedenen deutschen Zeitungen erschienenen Artikels von Generalmajor a. D. Graf von bei Goltz an diesem einen Bries gerichtet, in dem es u. a. heißt:
Sehr geehrter Herr General! Sie werfen die Frage auf, ob b i e Verfehlungen dieser jungen Offiziere nicht disziplinär hätten erledigt werden können. Hierzu ist folgenbes zu sagen:
Nach der ersten Mitteilung, welche der Oberleutnant Westhoff pflichtgemäß nach der Unterredung mit dem Leutnant Scheringer seinem Kommandeur machte, ist eine disziplinäre Untersuchung durch einen General, einen Major und einen Heeresanwalt veranlaßt worden.
Tie AngAegenheit sollte durch eine eindringliche kameradschaftliche Belehrung durch den Herrn Chef der Heeresleitung und eine Disziplinarstrafe gegen Scheringer als erledigt gelten.
Zwei Monate später ging jedoch eine Meldung eines anderen Offiziers ein, die besagte, daß der Leutnant Lubin an dein glehhen Tage, an dem Leumant Scheringer in Eisenach war, in Berlin eine Besprechung abgehalten hatte, in welcher dieselben Bestrebungen, die schon Oberleutnant Westhofi gemeldet harte, in noch schärferer Form zum Ausdruck gekommen waren. Insbesondere war von einer „Zentrale in München" die Rebe gewesen. Durch diese schwere Bela- stung Pes Leutnants Ludin, der bisher der wesentlichste Entlastungszeuge für Scheringer getve- fen war, war die Unglaubwürdigkeit der beiden Offiziere bewiesen worden.
Die Mittel des Reichswehrministeriums reichten nicht aus, um den Tatbestand auszuklären,
Die sübamerikanischen Revolutionen haben eine dreifache Wu rze l. Zunächst gibt es in allen bte- sen Staaten — -die republikanische Ver- sasiung ist -da kein Hindernis — eine sehr reiche Aristokr a t i e von Großgrundbesitzern, die sich teilweise auch W Großindustriellen entwickelt haben und, nach romanischer Art, dazu neigen, politische Machtgruppen zu 'bilden. Kampf um die Herrschaft im Staat ist die natürliche Folge. Mit ihr sind regelmäßig die größten materiellen Vorteile verbunden, von der Spitze bis herab zu den untersten Posten. Für jeden Süd- ameritaner ist -das Ideal eine aus öffentlichen Mitteln besoldete Stellung, woraus nicht immer die Folgerung gezogen wird, daß zu einem Amt auch die entsprechende Arbeitspflicht gehört. Das ist ein Hauptgrund dafür, daß revolutionäre Versuche so leicht Anhänger unter den Bielen fin
den, die im Augenblick gerade ^draußen" sind. Auf das allgemeine Staatsgefüge pflegt diese Art von Umwälzungen kei-
Dic Gegner: Links der Führer der Aufständischen da Cunha, rechts Staatspräsident Luiz.
nett großen Einfluß zu haben. Die Dinge gehen un- | können sich -die Befriedigung von Luxusbedürsniflen, gesähr so weiter, wie sie bisher gegangen sind, nur
da die Zusammenhänge über die Reichswehr hinaus bestanden und auch der ebenfalls beschuldigte Oberleutnant Wendt der Reichswehr nicht mehr angehörte.
Sie schreiben ferner, die Stimmung in der Reichswehr sei bedenklich. Es müsse „Wandel im System geschaffen werden, damit unsere Reichswehr wieder ihrem großen Berus als Verteidigerin des Vaterlandes und aller Volksteile zurückgegeben" werde.
Sie wissen als alter Soldat, daß die
Grundlage der Wehrmacht bedingungsloser und vorbehaltloser Gehorsam
ist. Eine Wehrmacht ohne einen solchen Gehorsam ist wertlos. Sie werden mich gut genug kennen, um zu wissen, daß ich mit Ihnen in der Auffassung einig bin, daß die Verteidigung des Vaterlandes und aller Volksteile der Berus der Reichslvehr fei. Gerade diese Ausfassung verlangt es, daß nicht Parteiprogramme oder tönende Schlagworte darüber entscheiden, auf welche Art die Reichswehr dem Vaterland dient, sondern der Wille des Reichspräsidenten und der von ihm ernannten obersten Führer.
Kommunisten und Houngplan
Besprechungen zwischen deutschen und französischen Kommunisten.
Berlin, 9. Oktober.
Vertreter -der kommunistischen Fraktionen der französischen Kammer uuid des deutschen Reichstages haben am 7. Oktober in Berlin eine Besprechung gehabt, in deren Mittelpunkt der Aoung- plan stand. Es würbe beschlossen:
1. die kommunistische Fraktion des deu.tschen Reichstages beantragt die sofortige Einstellung aller Zahlungen aus dem No-ungplan.
2. Die kommunistische Fraktion der französischen Kammer bringt eine Interpellation ein, die fordert, daß keine Tributzahlungen mehr von Deutschland erhoben werden und daß alle Kriegsschulden annulliert werden. .
Spionageafföre in Birkenfeld
Birkenfeld, 9. Oktober.
Die Landeskriminalpolizei hat den Assistenten bei der Birkenfelder Landesregierung Pabst, der in der Besatzungs- und Feststellungsabteilung beschäftigt ist, im Krankenhaus zu Neunkirchen unter bejn Verdacht der Spionage verhaftet. Wie verlautet, soll Pabst bereits ein Geständnis abgelegt Haden. Die Verhaftung steht im Zusammenhang mit der vor mehreren Tagen erfolgen Festnahme des Sekretärs B l e i ck e r, der früher beim Landesausschutz als Beamter fungierte, und seines Sohnes.
daß die ,^n's" und die „Out's" sich verändert haben!
Der zweite Gru^id 'hängt mit der Wirtschaft Äage und WirtschastspolMk der meisten süd-amerikanischen Staaten (wenigstens der wichtigeren) zusammen. Bei jedem von chnen ruht die internationale Wirtschaft sbedeutung auf einem einzigen oder auf einigen wenigen beherrschenden Produkten. In Brasilien ist es der Kaffee, der ungefähr zwei Drittel der Wellproduktton beträgt? in Chile der Salpeter; in Argentinien sind es landwirtfchaftliche Erzeugnisse; in Bolivia Metalle, in Peru sind es Zucker und Baumwolle. Wenn von diesen Erzeugnissen eins oder mehrer« aus dem Weltmarkt notleidend werden, so entsteht eine Krisis. So schwer wie die jetzige ist seit undenklichen Zeiten noch keine gewesen. Der Preisfall für Lebensmittel, für Metalle, für Kaffee, den die Welt im Lause des letzten Jahres erlebt hat, ist unerhört. An den Erzeugnugsüellen bedeutet er teilweise einen Sturz um die Hälfte des Wertes. Dazu kommt die übersteigerte Industrialisierung, die uns besonders in Brasilien, Argentinien und Chile begegnet. Diese Länder wären gar nicht imstande, sich eigne große Industrien zu leisten, wenn sie "icht unverhältnismäßig hohe Schutzzollmauern aufgebaut hätten. Dadurch ist das Leben teuer; nur die obersten Schichten
ja nur vom Wunsch nach gewöhnlichem Comfort, leisten. Die Masse und der größer« Teil des- Mittelstandes lebt nach unseren Begriffen ibürft-ig und ist darum mit Leichtigkeit zu Veränderungen geneigt. ,
Die dritte Ursache ist jüngeren Datums. Es ist das wachsende Mißvergnügen fast in allen südamc- rikanischen Ländern über die Ausbeutung durch die Nordamerikaner. Der Präsident Hoover hat jetzt eben, am 6. Oktober, in Boston gesagt, es sei im Auslande die Ansicht läut geworden, die Zunahme von Wohlstand, Kapital und Handel in Nordamerika führe dazu auf die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse fremder Völker einwirken zu wollen. Der Vorwurf ist auch — trotz Hoover! — insofern berechtigt, als das amerikanische Kapital durch die Gründung von Banken, durch Kredite und durch zwangsläufig damit verbundene Jndustrie- lieferungen mit der größten Rücksichtslosigkeit überall eindringt, wo sich ihm di? kleinste Spalte öffnet. Tas geschieht in erster Linie zum Schaden Englands, aber auch die deutsche Wirtschaft, die nicht so mit Krediten operieren kann, leidet darunter. Außerdem bemühen sich die Amerikaner, die Eisenbahnen und die Bergwerke in die Hand zu bekommen und den Gewinn davon abzuschöpfen. In der Regel wiederholt sich dabei das Bild, daß sie, der zu gewinnenden Konzessionen wegen, mit den am Ruder befindlichen Machthabern gut Freund sind und sie auck» finanziell stützen, was wiederum die Massen erbittert.
In Brasilien kommt hierzu noch die Eifersucht der verschiedenen Landesteite aus einander. Der
Nationaler Trauertag in England
(Eigene Drahtmeldung.)
London, 9. Oktober.
Dem englischen Kabinett liegt ein Vorschlag vor, wonach für die Opfer des „R. 101“ ein nationaler Trauertat, eingesetzt werden soll. Voraussichtlich wird man den nächsten Sonntag hierfür wählen.
Die amtliche Untersuchung des Luftfahrtmini- steriums wird wahrscheinlich erst ausgenommen werden, wenn ein neuer Lnstsahrtmiuister ernannt sein wird.
Deutsche „Llndankbarkeit"
Painlevs schreibt . . .
Paris, 9. Oktober.
Der frühere Kriegsminister Painleve, der in letzter Zeit verschiedentlich durch seine Reden gegen Deutschland hervorgetreten ist, veröffentlichte am Donnerstag im „Matin" einen Artikel, in dem er sich mit den inneren Verhältnissen in Deutschland befaßt und gegen den Kamps Stellung nimmt, der in Deutschland für die Revision der Verträge und des Aoungplanes immer mehr an Boden gewinnt.
Painleve gibt zunächst dem Wunsche Ausdruck, daß sich zwischen der deutschen und der französischen Republik eine enge und ehrliche Zusammenarbeit anbahnen möchte. Deutschlanddürfejedochnichtver- gessen, woher es komme. Frankreich habe den Frieden auf deutschem Gebiete schließen können, aber in der Hoffnung auf eine spätere Verständigung hätte es nicht durch feine Stärke gewinnen wollen (?) Um- fo größer fei daher feine Uebeerafchuug und Enttäuschung, wenn man heute die Feststellung machen müsse, daß von dem eben befreiten Koblenz der beleidigende Chor einer „Wacht am Rhein" herüberdringe.
Man müsse sich unter diesen Umständen fragen, ob Deutschland zu jener unmenschlichen (!) Politik zurück- kehren wolle, die das Kaiserreich zerstört habe.
Gteuerschiebungen in Sachsen?
Sozialdemokraten verlangen Einsetzung eines Untersuchungsausschusses.
Berlin, 9. Oktober.
Wie die .Vossische Zeitung" aus Dresden berichtet, haben die Sozialdemokraten im Landtag einen Antrag auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses gestellt, der merkwürdige Vorgänge bei der Steuererhebung in Sachsen untersuchen soll. Mehrfach soll Mietzinssteuer für vermietete Gebäudeteile nicht beim Grundeigentümer abgeholt worden, sein, obwohl dieser die Steuern von feinen Mietern erhalten habe. Die Sozialdemokratie schiebt die Schuld hieran dem früheren wirtschastsparteilichen Finanzminister Weber zu.
Dem Antrag auf Einsetzung des Ausschusses mutz stattgegeben werden, da die Sozialdemokratie über ein Drittel der Zahl der Abgeordneten verfügt, während es bereits genügt, wenn ein Fünftel der Abgeordneten für einen solchen Antrag stimmt.
Hochwasser an Mosel und ORfrein
Trier, 9. Oktober.
Der Wasser stand der Mosel in Trier, der am Mittwoch nachmittag um 4 Uhr noch 4 Meter 59 betrug, tft bis um 24 Uhr auf 4 Meter 83 gestiegen. Infolge des Hochwassers hat die M o s e l t a l b a h n den B e- trieb zwischen Zettingen und Bernkastel einstellen müssen. Auch die Moselschiffahrt und der Fährbetrieb ruhen. Das Steigen de» Wassers hält an.
Staat Rio Grande, der stets ein Herd der Revolutionen war, ist der südlichste, mit gutem Klima, wohlhabender Bevölkerung, darunter viele deutsche und ltalienische Kolonisten, und mit geringer Neigung. sich den Weisungen von dem weit entfernten Rio de Janeiro unterzuordnen. Aehnlich, nur kleiner, sind die Verhältnisse in den Rio Grande benachbarten Staaten Santa Catharina und Parans. Es folgt nach Norden der Kaffeestaat S. Paulo, in dem ein Fünftel (die Paulistaner sagen ein Vier- tek) der Gesamtbevölkerung von Brasilien wohnt. Nimmt man zu den vier genannten Staaten noch den großen und ebenfalls verhältnismäßig wohlhabenden an S. Paulo grenzenden Binnenstaat Minas G e r a e s, so hat man an Bevölkerung über die Hälfte und an wirtschaftlicher Bedeutung gegenwärtig, wo die Kautschukproduktion beinahe ansgehört hat, neun Zehntel von Brasilien. In diesen Staaten gibt es Politiker mit starkem Anhang, die es für überflüssig finden, sich von Rio de Janeiro ans regieren und namentlich die gemeinsamen Mittel zu immer glänzenderer Ausstattung des einen grotzen Paradeobjek es Rio und zur Dotierung der dortigen zentralen Instanzen, Behörden usw. verwenden zu lassen.
Es ist keineswegs gesagt, daß Brasilien als ein einziger großer Bundesstaat auf die Tauer beisammen bleibt. Dazu tragen auch die Rassenverhältnisse manches bei. Die drei Südstaaten haben so gut wie gar keine Beimischung von Negerblut; St. Paulo hat wenig; Mincts hat etwas mehr, ist aber in der Hauptsache doch auch noch ein weißer Staat. In Rio sieht es schon sehr gemischt aus, bis hinauf in die obersten Kreise, und je weiter nach Norden, desto schwärzer wird Brasilien. Man ist im ganzen sehr tolerant gegen die farbige