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/lummer 233*
Sonnabend/Sonntag, 4./5. Oktober 1930
20. Jahrgang
Das Urteil im Leipziger Hochverratsprozeß
Dienstentlassung Scheringers und Lubins / Oie Nationalsozialisten wollen die Landtagsauflösung erzwingen / Oer bulgarische König verlobi sich
1 Jahr 6 Monate Festungshaft
Schweigen ist Gold...?
igener Drahtbericht).
(E
Leipzig, 4. Oktober.
Im Hochverratsprozetz gegen die Ulmer Reichs- Wehroffiziere verkündete der Vorsitzende, Reichsgerichtsrat Dr. Baumgart folgendes Urteil:
Die Angeklagten werden wegen gemeinschaftlicher Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens nach 8 86 des Strafgesetzbuches, je zu einer Festungshaft von einem Jahr und sechs Monaten kostenpflichtig verurteilt. Auf die erkannte Strafe werden je sechs Monate und drei Wochen der Untersuchungshaft angerechnet.
Scheringer wird von der in der Hauptverhand- jung erhobenen Anklage, durch Veröffentlichung ttnes Zeitungsaüikels, ein Vergehen gegen § 92 des Militärstrafgosetzbuches begangen zu haben, sreige- fprochen.
Gegen Scheringer und Ludin wird auf Dienstentlassung erkannt.
Zur Begründung des Urteils führte der Vorsitzende u. a. aus: Der Senat hat folgenden Sachverhalt für erwiesen erachtet: Die Angeklagten Sche- rmger und Ludin waren unzufrieden mit gewissen Verhältnissen in der Reichswehr, insbesondere meinten ne, daß die Entwicklung im Heere'wie im Volk zu 4 sehr nach links gehe, daß das Heer zu weit von oben geleitet werde. Anstatt nundenvorgeschrie- benen Dienstweg zu beschreiten, fuhren die beiden Angeklagten nach München, traten mit drei Herren der Zentralleitung der National-Sozialistischen Deutschen Arbeiterpartei in Verbindung und trugen ihre Schmerzen vor. Diese
Reise nach München war einmal eine Informationsreise für sie selbst über die Zwecke und Ziele der NSDAP., zweitens ging sie aber auch dahin, die Münchener Herren über die Mißstimmung der Angeklagten und gleichgesinnter Kameraden zu unterrichten. Obgleich beiden Angeklagten in München gesagt worden war, daß sie mit keinem gewaltsamen Vorgehen der Partei rechnen könnten, und obgleich sie keine Ausgabe erhielten, erklärten sie sich doch bereit,
zu sehen, was sie im Heere im nationalen Sinne ausrichten könnten
und später mitzuteilen, was sie ausgerichtet hätten Darüber wurden in München zwar keine Bindungen erzielt, es wurde aber auch nicht ausdrücklich ab- gelshnt,
Nach ihrer Rückkehr nach Ulm teilten die Angeklagten ihre Münchener Erlebniffe dem Angeklagten Wendt mit, der sich zustimmend äußerte. Sie faßten den Entschluß, mit anderen Kameraden die Verbindung aufzunehmen, von denen sie glaubten, daß sie für ihre Pläne zu gewinnen seien. Diese Gespräche seien nach Ueberzeugung des Gerichtshofes nicht harmloser Natur. Das ist einmal aus den Bekundungen des Oberleutnants Geist hervorgegangen, sodann und namentlich aber aus der Zusammenkunft, die Ludin mit seinem ehemaligen Lehrer, dem Hauptmann Jäger, hatte. In dieser Zusammenkunft wurde die Frage erörtert, was zu tun sei, falls die Reichswehr mit der Waffe gegen rechts eingesetzt werden solle. Hauptmann Jäger antwortete ihm, wenn es befohlen wird, muß ich schießen. Hauptmann Jäger hat dann Ludin noch einen warnenden Brief geschrieben. Ludin hat dann endlich im Juni 1929 seinem Obersten Beck seine Sorgen geschildert. Dieser hat ihn ebenfalls gewarnt. (Die Verlesung der Begründung dauert bei Redaktionsschlnß noch an.)
Tumult vor dem Gerichtsgebäude
Leipzig, 4. Oktober
Bei der Verkündung des Urteils im Hochverratsprozeß gegen die Ulmer Reichswehrossiziere kam es zu stürmischen Szenen. Im Eerichtssaal selbst brach eine im Zuschauerraum anwesende Dame in Protestrufe aus, die in eine Art hysterischen Schreikrampf übergingen. Sie wurde, immer noch laut schreiend, «ns dem Saal geführt.
Bor dem Gebäude hatten sich große Masieu von Hitleranhängern eingefundeu, deren Protestruse auch im Saal stark vernehmbar waren, so daß die Verlesung der Urteilsbegründung dadurch erheblich gestört wurde. Schließlich nahmen die Kundgebungen vor dem Gebäude einen solchen Umfang an, daß berittene Polizei eingriff und die Menge in die Seitenstraßen abdrängte.
Liebe oder Politik?
Rom, 4. Okwber.
vr.ne kurze amtliche Mitteilung, die in der Nacht ausgegeben wurde, besagt: Ihre Majestäten, der König und die Königin sind erfreut gewesen, die Zustimmung
zur Verlobung ihrer Tochter, Ihrer Kgl. Hoheit, der P r i n z es s i n G i o v a n n a mit Sr. Majestät Boris IIL, König von Bulgarien, zu erteilen.
♦
Die Morgenblätter bringen diese Meldung und die Bilder der beiden Verlobten in großer Aufmachung und sprechen beiden Dynastien ihre Glückwünsche aus. Dieses Verlöbnis, so schreibt der „Messagers“, sei nicht das Ergebnis kalter politischer Berechnung, die überhaupt den Familien-Ueberlieferungen des Hauses Savoyen immer fern gelegen habe. Aber dessen ungeachtet bedeute sie ebenso sehr eine glückliche A n - Näherung zwischen dem italienischen und dem bulgarischen Volke.
„Popolo di Rorna“ erklärt: Durch das freudige Ereignis werden die Beziehungen zwischen Italien und Bulgarien, die schon seit langem ausgezeichnet sind, noch enger gestaltet werden. Das königliche Lächeln, das die schöne Prinzessin in das befreundete Land fragen werde, werde eine lange und feste Verbindung beider Länder mit sich bringen.
Berlin, 4. Oktober.
Im Kriegervereinshaus in der Chausieestraße sand am Freitag abend eine nationalsozialistische Versammlung statt, die so stark besucht war, daß eine Parallelversammlung im benachbarten Patzenhoferausschank stattfinden mußte. Es sprachen Dr. Goebbels und Loebelmann.
Das Thema der Rede von Dr. Goebbels lautete: „Die politische Lage, und was sollen wir jetzt tun?“ Dr. Goebbels betonte, die Nationalsozialisten wollten sich nicht weiter als Minderheit betrachten lassen. Wir sind, so sagte etwa der Redner, heute nicht nur die zweitstärkste Partei, sondern vielleicht die stärkste Partei in Deutschland, denn bei einer jetzt stattfindenden Wahl würden wir wenigstens mit 150 Mann in den Reichstag einziehen. Wir machen weiter Opposition.
Der Redner wandte sich dann der Lage tn Preußen zu und führte aus: Um in Preußen ein Volksbegehren durchzubringen, seien 4,8 Millionen Stimmen nötig.
Die Nationalsozialisten würden in den nächsten Tagen ein Volksbegehren einleiten, das die sofortige Auslösung des Preußischen Landtags verlange, und sie würden es bestimmt durchbringen, denn bereits bei den Reichstagswahlen hätten sich 4,1 Millionen für sie in Preußen entschieden. Dann könnten am 10. Dezember Neuwahlen ftattfinden. Danach würde« die Nationalsozialisten das preußische Innenministerium und deu Posten des Berliner Polizeipräsidenten besetzen.
Von Preußen aus sei der Verfall des Reiches unter Erzefinski, Braun und Genossen vor sich gegangen, und von Preußen aus werde das „Dritte Reich“ unter Führung von Adolf Hitler einziehen.
Goebbels forderte dann die Menge auf, das Wesfel-Lied zu singen.
Sprengfiossöiebstahl?
Fünf Kommunisten verhaftet.
Iserlohn, 4. Oktober.
Am Freitag nachmittag verhastete die Polizei fünf Kommunisten, die unter dem dringenden Verdacht stehen, den schweren Sprengstoffdiebstahl in der Nacht' zum 20. September ds. Js. im Iserlohner Sprengstofflager ausgesührl zu haben. Die Diebe hatten damals 35 Kilogramm hochwertigen Sprengstoff und 1300 Sprengkapseln entwendet.
Mitglieder der Kommunistischen Partei veranstalteten auf die Verhaftung ihrer Genosien hin Protestversammlungen, die von der Polizei aufgelöst wurden. Auf den Straßen der Stadt Iserlohn entstanden heftige Tumulte, die die Polizei zum Einschreiten zwangen. Zahlreiche Personen wurden zwangsgestellt. Die Polizei war bis Mitternacht mit der Feststellung der Personalien der Festgenomme- nen beschäftigt. Wie verlautet, soll eine Frau ihren
W. P. Bei der Jahrhundertfeier der staatlichen Museen in Berlin, die am Donnerstag mit der Einweihung der Neubauten ihren Abschluß fand, ist eine Rede gehalten worden, die dem konventionellen Geschmack gewiß nicht entsprochen hat, die aber eine über alle konvenitonelleit Vorschristen stehende Ausgabe erfüllte Der Sprecher war der preußische Knl- lusminister Grimme; das Thema, über das er in diesem Kreise der Kunstkenner und der Kunstfreunde sprach, war von der Rot und dem Elend unserer Tage diktiert. Umfangreiche, kostspielige Neubauten für Museumszwecke hier; Arbeitslosigkeit, Massenelend und harte Sparmaßnahmen dort — dieser Widerspruch führte zwangsweise zu jener Frage, mit der sich Dr. Grimme in feiner Rede auseinandersetzte. Zu jener unbequemen Frage, die da lautet: Kann es in diesen Notzeiten, tn denen Hunderttausenden das Lebensnotwendigste, Arbeit und Brot, fehlt, überhaupt noch verantwortet werden, daß für die Kunst und für die kulturellen Zwecke so erhebliche Aufwendungen gemacht werden, wie es bei diesen Museumsneubauten geschehen ist? Ein Schatten fiel über diese festliche Versammlung; ein Problem tauchte auf, das die Sorgen, mit denen wir jetzt du kämpfen haben, in sich schließt, das von grundsätzlicher Bedeutung ist und den Ernst der Zeit in feiner ganzen Größe erkennen läßt. Und von dem gerade deshalb einmal gesprochen werden mutzte.
Ueber alle Zweisel und Bedenken ist Minister 1 (Stimme in seinen Ausführungen zu der Ueberzeu-
Mann des Sprengstofsdiebstahls bezichtigt haben, um sich die vom Regierungspräsidenten ausgesetzte Belohnung in Höhe von 1000 Mark zu verdienen.
Oer Konflikt
in der Berliner Metallindustrie
Die Schlichtungsverhandlungen vertagt.
Berlin, 4. Oktober.
Im Lohnstreit bei der Berliner Metallindustrie haben unter dem Vorsitz des Schlichters, des Vortragenden Rats Dr. Völckers, die ^chlichtungsverhand- lungen gestern nachmittag stattgefunden. Der Vorsitzende verkündete abends 10 Uhr den Beschluß der Schltchtungskammer, daß sie die Verhandlung auf Donnerstag, den 9. Oktober, vertagt, um sofort in eine Nachprüfung der Auswirkung der Anträge der Parteien einzutreten.
Der Vorsitzende begründete den Beschluß damit, daß die Anträge der Parteien auf Lohnkürzung und Arbeitszeitkürzung in ihrer Auswirkung auf die gesamte deutsche Industrie von so weittragender Bedeutung seien daß eine Nachprüfung unbedingt geboten sei. Den Parteien wurde von dem Vorsitzenden empfohlen, bis zur Beendigung der Verhandlungen nach dem bisherigen Tarifvertrag zu verfahren, um Beunruhigungen in den Betrieben zu vermeiden.
Brünings Verhandlungen
th. Berlin, 4. Oktober
. Die Verhandlungen des Kanzlers mit den Vertretern der Parteien haben abermals eine Verzögerung erfahren. Gestern hat der Kanzler lediglich die Delegierten der Christlich-Sozialen empfan gen, während die Unterredung mit den Nationalsozialisten auf heute nachmittag 4 Itor verschoben worden ist. Die Deutschnationalen werden voraussichtlich erst am Montag die angekündigte Unterredung mit dem Kanzler haben.
Ghurman vertraut Oeutschland
Jthaka (Neuyork), 4. Oktober.
Der frühere Botschafter in Berlin, Dr. Shurman, nahm hier Gelegenheit, sich über die gegenwärtige politische Lage in Deutschland auszusprechen. Er erklärte dabei, obwohl die Arbeitslosigkeit und die allgemeine wirtschaftliche Depresiion in Deutschland die Probleme unzweiselhaft komplizierten, habe Deutschland doch schon größere Schwierigkeiten als die jetzigen überwunden. Er habe durchaus das Vertrauen, daß das ideutsche Volk jetzt keine Anstrengung scheuen würde, die übernommenen Verpflichtungen zu erfüllen und von Verträgen ohne Zustimmung sämtlicher Vertragsgegner nicht zurücktreten würde.
Volksbegehren in Preußen?
Oie Nationalsozialisten wollen die Auflösung des Landtages durch einen Volksentscheid herbeiführen
gung gekommen, daß die kostspielige Kulturpolitik des Staates in ihren heutigen Formen zu rechtfertigen fei, wenn sie die „menschenformende und volkprägende Kraft“ der großen Kunst zum „wirklich lebendigen Gemeingut des gesamten Volkes“ _ zu machen verstehe Die Kulturkrise, diese „Krankheit über dem Lande“, die sich, um mit Walter von Molo zu reden, vor allem m einer Erschlaffung und Entfremdung gegenüber allen künsflerischen Dingen zeigt, hat gewiß nicht nur materielle Gründe; sie ist zu einem guten Teil auch aus die innerliche Umstellung unserer Generation, die eine das Geistige bevorzugende Epoche durch die Reu- und Wiederentdeckung des Körperlichen abgeschlossen hat, zurückzuführen. Nachdem jahrzehntelang die Pflege des Geistigen im Vordergrund gestanden hat, ist jetzt das Pendel nach der anderen Seite ausgeschlagen. Das ist an und für sich eme gesunde Reaktion, und gerade deshalb könnte man hoffen, daß das deutsche Volk bald den Ausgleich finden werde, der die Rechte des Geistes mit den Forderungen des Körpers in Einklang bringen würde. Gefährlich wird die Entwicklung erst dadurch, daß diese innerliche Umstellung in eine Zeit materieller Schwierigkeiten fällt. In eine Zeit, in der dieSorge um das tägliche Brot den Menschen aus „derWeltdesGeistesundderWertehin- auSbrängt“, in der dem Staate die Frage, ob er für kulturelle und künstlerische Zwecke noch Mittel austoerfen kann, zur Gewissensnot wird. Diese Zusammenhänge einmal deutlich beleuchtet zu haben, ist das Verdienst, das auch der politisch Andersdenkende dem preußischen Kultusminister zubilligen mutz.
Gerade in diesen Tagen, in beiten ber Kampf um bie Gesunbung ber öffentlichen Finanz- Wirtschaft in bas entscheidende Stadium eintritt, ist es notwendig, daß man sich alle Konsequenzen, die ein Scheitern dieser großen Aufgabe, nach sich ziehen müßte, klar und deutlich vor Augen führt. Wer glaubt, daß dem deutschen Volk nach der Verwüstung seiner politischen und wirtschaftlichen Lebensbezirke noch die Erfüllung feiner kulturellen Mission als lohnende, seiner Veranlagung vielleicht sogar besonders entsprechende Aufgabe bliebe, gibt sich einer Illusion hin, die tn der rauhen Wirklichkeit bald vergehen würde. Dem einzelnen mag ber Rückzug auf bas Kulturelle unb Künstlerische möglich sein. Der Allgemeinheit, zuminbesten aber ber Mehrheit ber Volksgenossen wirb auch bicser Weg versperrt, wirb auch biese Flucht vor ben harten Tatsächlichkeiten des wirtschaftlichen unb politischen Lebens unmöglich gemacht werben. Die Sorgen werben sich wie schwere Gewichte an bie Sehnsucht nach betn Geistigen hängen, unb wenn sich bicse Sehnsucht boch behauptet, so werben bie materiellen Mittel sehlen, um sie zu befriebigen. Unerfüllt werden dann aber auch die Hoffnungen bleiben, von denen heute hier und da gesprochen wird: Die Hoffnungen nämlich, daß sich das deutsche Volk allein durch die Kraft seines Geistes, seiner Kultur und seiner Kunst Weltachtung und Weltgel- mng erhalten könne.
Der Reformplan, den das Kabinett Brüning ausgearbeitet hat, ist gewiß nicht der Weisheit letzter Schluß. Viele der kritischen Einwendungen, die gegen ihn gemacht werden, verdienen zweifellos ernsthafte Beachtung und gründliche Nachprüfung. Mit Recht muß gefordert werden, daß die Senkung der Produktionskosten nicht nur von der Lohnseite, sondern auch von ber Preisseite her in Singriff genommen wird. Der Einwand ber Beamtenschaft, baß die Kürzung der Gehälter bie Kaufkraft herabsetze unb bamit ben Jnnenmarkt schäbige, ist nicht ohne weiteres von ber Hanb zu weisen. Datz bie Reformvorschläge ber Regierung bie Fragen ber Verwaltungs- und Reichsreform nur flüchtig streifen, ist sicherlich bedauerlich. Diese vorigen Punkte mögen genügen, um zu zeigen, daß der Brüningsche Gesundungsplan nichts Vollkommenes ist unb ber Kritik bebarf. Freilich, das mutz immer wieder betont werden, einer positiven Kritik, die an Stelle des Abgelehnten etwas Besseres, etwas dem Endzweck Dienlicheres setzt. Das Endziel, das der Kanzler aufgestellt hat, aber muß bleiben: Die Sanierung der Reichsfinanzen ist die Voraussetzung für eine Gesundung der Wirtschaft, sie ist auch die Einleitung unb die einzig mögliche Vorbereitung für bie Aktion, bie einmal zur Revision bes Noungplanes führen soll. Mag auch die Erkenntnis, datz „Deutschlands schwierige, ja tragische Lage“ in ursächlichem Zusammen- bang mit der Lösung des Reparationsproblems steht, im Auslande heute bereits an Boden gewinnen, praktische Bedeutung wird sie nur dann bekommen, wenn wir selbst das Ünsrige tun. um Ordnung und Sicherheit in unsere Finanzen zu bringen
„Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“ . . . Reichskanzler Brüning häli es mit diesem alten Sprichwort; er Hai anscheinend den Ehrgeiz, als der „große Schweiger“ in die Geschichte des nachkriegs- zeiiltchen Deutschlands einzugehen. Wir sind keineswegs der Ansicht Aristide Briands, des großen Wort- künstlers, der einmal gesagt hat, daß ihm das Reden T a t bedeute, wir unterschätzen auch gewiß nicht den vropagandistischen Wert des Handelns' aber wir glauben anderseits doch, daß ein kluges Wort, zur rechten Zeit gesprochen, das Handeln erleichtern, Unsicherheiten beseitigen und Illusionen zerstören kann. Der Kanzler hat sein Programm vorgelegt, er hat uns über das Was unterrichtet, aber er hat über das Wie bisher geschwiegen Nfr-