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20. Jahrgang
Mittwoch, 1. Oktober 1930
Nummer 230 *
Brüning sucht eine parlamentarische Lösung
Nach Oer Veröffentlichung Oes Reformprogrammes / Optimistischere Beurteilung Oer politischen Lage / Oesterreich vor Neuwahlen
Protest 0er BeamtenverbänOe
(Von unserer Berliner Schriftleitung.)
Der Gesundungsplan
Von unserer Berliner Schriftleitung.
Nach wochenlanger Arbeit legt das Kabinett Brüning jetzt der Ocfsentlichkeit ein außergewöhnlich umfangreiches Programm finanzpolitischer und wirtschaftspolitischer Maßnahmen vor, mit deren Hilfe nichts Geringeres als die Befreiung des Meichs haus Halles von seinen bisherigenNöten und Schwierigkeiten und im Zusammenhang damit die Wiederbelebung unserer Wirtschaft erreicht werden soll. Zugleich wird dieses Programm im Mittelpunkte der politischen parlamentarischen Verhandlungen stehen, die besonders nach dem Zusammentritt des neuen Reichstages voraussichtlich äußerst lebhaft einsetzen werden. Die Vorschläge des Reichskabinetts ftnd daher zugleich die Basis, auf der die Reichsregierung mit dem Reichspräsidenten von Hindenburg den Nachweis für die Richtigkeit und die Notwendigkeit ihrer Politik zu führen gedenkt, und der Reichstag wird sich vor die schweriviegende Frage gestellt sehen, ob er der Regierung die notwendige Handlungsfreiheit ihrer Pläne geben will, oder ob er es aus einen Kamps mit dem Kabinett Brüning ankommen läßt.
Im Mittelpunkt der Vorschläge des Reichskabinetts (alle Einzelheiten siehe Seite 2!) steht die Gesundung des Reichshaushaltes, die, ebenso wie die meisten anderen Maßnahmen, nicht auf einen Schlag erzielt wer- oen tarnt. Sin üöer drei Jahre ausgedehnter Abzahlungsplan ist vorgesehen, um die Reichskasse von dem Erundübel der schwebenden Schulden zu befreien. Wenn in der amtlichen Mitteilung von einem Fehlbetrag bis zu 900 Millionen die Rede ist, so muß man bei der Berechnung der erforderlichen Abzahlungen noch diejenigen Schuldsummen hinzunehmen, die in letzter Zeit neu ausgenommen worden sind. Die auffallende Ruhe, die seit längeren Monaten in den Ver- hältniffen der Reichskasse eingetreten ist, ist im wesentlichen darauf zurückzuführen, daß der Reichsfinanzminister jetzt im Einvernehmen mit dem Reichsbankpräsidenten Dr. Luther durch Aufnahme neuer Kredite in aller Stille dafür gesorgt hat, daß die Reichskasse bis auf weiteres nicht in Schwierigkeiten gerät. Zahlenmäßig drückt sich das darin aus, daß die schwebende Schuld in drei Jahresabschnitten von je 420 Millionen abgetragen werden soll, woraus sich annähernd ergibt, wieviel neue Kredite bereits ausgenommen wurden. Es ist bekannt, daß zunächst noch ein neuer sogenannter lleberbrückungskredit für das Winterhalbjahr erforderlich ist, über desien Höhe jedoch keine amtlichen Angaben gemacht werden. Für den Augenblick kommt nach Ansicht des Kabinetts außer diesem lleberbrückungskredit nur noch die Erhöhung der Beiträge in der Arbeitslosenversicherung auf 6% Prozent in Betracht (eine Bestimmung, die durch Verordnung im Reichsanzeiger mit Wirkung zum 6. Oktober bekanntgegeben wird, die aber in der Veröffentlichung der Reichsregierung offenbar versehentlich gar nicht erwähnt ist). Diese Beitragserhöhung ist als einer der Kernpunkte des ganzen Programms anzusprechen. Dadurch werden über 500 Millionen für die Zwecke der Versicherungsanstalt gewonnen, aber es ist natürlich nicht zu verkennen, daß damit die beteiligten Kreise erneut stark belastet werden.
Auf diesen Umstand nimmt das Kabinett im Rahmen seiner anderen Maßnahmen Rücksicht, die sich samt und sonders erst auf das neue E t a t s j a h r 1931/32 beziehen. In diesem Teile des Gesundungsplanes sind alle die Vorschläge enthalten, die auf die .Dauer zu stabilen Verhältniffen in der Finanzpolitik sowie in der Steuer- und Wirtschaftspolitik führen sollen. Da die Reichsregierung mit einer einzigen Ausnahme, nämlich der stärkeren Belastung des Tabaks, an dem Grundsätze festgehalten hat, daß Steuererhöhungen vermieden werden sollen, so mutzte in starkem Maße zu Sparmaßnahnien gegriffen werden. Dabei hat man an der Grenze der sogenannten zwangsläufigen Ausgaben nicht Halt gemacht. Da man an die Reparationen und an den Schulden- und Ztnsendienst des Reiches nicht heran kann, so Hai sich das Kabinett zu einem Zugriff bei den Beamtengehältern entschlossen. Das Kabinett beruft sich bei dieser Maßnahme darauf, daß die im Jahre 1927 vorgenommene Gehaltserhöhung der Beamten ursprünglich nur 10 Prozent betragen sollte, dann aber auf 16 und mehr Prozent ausgedehnt wurde, sodaß jetzt gewissermaßen eine Rückführung auf die damals zunächst geplante Erhöhung um 10 Prozent vorgenommen wurde. Eine gewisse Milderung erfährt diese überaus harte Maßnahme dadurch, datz sie zunächst -auf drei Jahre begrenzt sein soll.
Selbstverständlich mutz diese Ersparnis durch andere Streichungen am Etat ergänzt werden. Hierhin gehört in erster Linie der Abstrich von 300 Millionen an den Ausgabensätzen der verschiedenen Reichsressorts. Ferner wird an den lieber« Weisungen des Reichs an die Länder «ine Kürzung um 100 Millionen vorgenommen jgentlich könnte mit Rücksicht aus die Senkung der
th. Berlin, 1. Oktober.
Nachdem das Reichskabinett fein Finanz- und Wirtschaftsprogramm der Oeffentlichkeit übergeben hat (siehe Seite 2!), werden ohne weiteren Verzug die Besprechungen mit maßgebenden Persönlichkeiten der Parteien beginnen. Gestern abend fand eine Unterredung zwischen Dr. Brüning und dem preußischen Ministerpräsidenten Braun statt; außerdem hatte der Kanzler eine Besprechung mit den sozialdemokratischen Abgeordneten Hermann Müller und Wels.
Aus diese» Unterredungen glaubt man gewisse Anhaltspunkte dafür gewonnen zu haben, daß der Versuch einer streng parlamentarische» Behandlung des neuen Regierungsprogramms vielleicht doch noch nicht so aussichtslos ist, wie man in der letzten Zeit mitunter angenommen hat. Jedenfalls scheint der Kanzler die feste Absicht zu haben, alle parlamentarischen Möglichkeiten ausMschöpse», um sein Programm zu verwirklichen. Man geht wohl nicht zu weit, wenn man i» gewissem Gegensatz zu den Stimmungen der letzten Woche annimmt, daß die Regierung sich auch dann noch an die parlamentarische Tradition zu halte» gedenkt, wenn etwa die Gefahr »»stauch«« sollte, Laß das Kabinett durch traue nsantrag zu Fall gebracht w>rv. Wahrscheinlichkeit hierfür wird allerdings nicht besonders hoch bewertet, vor allem, da zunächst vom Reichstag nichts anderes verlangt wird, als daß er auf die Wiederaufhebung der Notverordnungen verzichtet, und seine Zustimmung zu den erforderlichen Deckungsmaßnahmen für den geplanten lleberbrückungskredit gibt. Kommt man über diese beiden Punkte hinweg, so würde jedenfalls ausreichend Zeit zu interfraktionellen Besprechungen über alle anderen Puntte des großen Regierungsprogramms vorhanden fein, das ja ohnehin erst zum L April wirk-
th. Berlin, 1. Oktober.
Die Aeußerunqcn der Berliner P r e f f e zum Regierungsprogramm gliedern sich heute fehr deutlich in diejenigen Stimmen, die dem Kabinett nahe- stehen und die der Opposition.
Die Presse, die mit den Regierungsparteien sym- paihisiert, verteidigt das Regierungsprogramm und spricht die Hoffnung aus, daß es aus parlamentarischem Wege erledigt werden könne. Hervorzuheben ist unter anderem eine Aeutzerung der »Deutschen Allgemeinen Zeitung", welche sagt, ein günstiges Symptom bildeten die umfassenden, ohne jede Anfrage gemachten
Kreditangebote des amerikanischen Großkapitals, die dieses in Kenntnis des Sanierungsprogramms der deutschen Regierung in den letzten Tagen über den Ozean gekabelt habe. Der Wille, einem ordnungsliebenden Deutschland zu helfen, sei also auch in Amerika vorhanden. Auch andere Blätter der gemäßigten Rechten äußern sich freundlich über den Sanierungsplan der Regierung. So bezeichnet ihn die „Börfenzeitmig" als einen Schritt vorwärts und erklärt, die Durchführung dieses Programms sei eine nationale Aufgabe von höchster Bedeutung. Das Blatt spricht die Ueberzeugung aus, daß die Durchführung dieser Aufgabe an keinen Partei- oder Koalitionsrücksichten scheitern werde.
Ganz anders klingen die Stimmen der Rechts- Opposition. Der ,Lokalanzeiger" gibt zwar
Beamtengehälter in den Ländern eine stärkere Verminderung der Ueberweisungen stattfinden, aber davon hat man abgesehen, weil die Länder durch den Rückgang der Sieuererträge ohnehin starke Einbußen erleiden. Insgesamt soll eine runde Milliarde gespart werden, weil man in einer durchaus berechtigten skeptischen Einstellung mit einer Minderung der Einnahmen um den gleichen Betrag rechnet. Auch die Länder und Gemeinden sollen im gleichen Matze zum Sparen herangezogen werden. Tie in der letzten Zeit mit Preutzen geführten Verhandlungen haben ergeben, daßPrcutzen sich den Maßnahmen des Reiches zum großen Teil bereits aus freien Stücken anschlietzt, vor allem in der Hinsicht, daß ein Vertreter der Reichsregierung bei der Aufstellung des preußischen Haushaltsplanes mitwirkt. Es ist jedoch unschwer vorauszusehen, datz die gleich- mätzige Durchführung aller dieser Matznahmeu, vor allem auf dem Gebiet der Einschränkungen bei der Rechtspflege, zu lebhaften Auseinander setzungen im Reichsrat führen werden.
Ucber die Vereinfachung des Steuersystems, die
sam werde» soll und infolgedessen im Zusammenhang mit dem neuen Etat erst »ach Neujahr behandelt zu werden braucht.
Es ist natürlich trotzdem denkbar, daß selbst bei einem Regierungswechsel ein parlamentarischer Weg zur Verwirklichung des Reoierungsprogramtns nicht gefunden werden kann. Für diesen Fall muß man nach wie vor mit der Anwendung außerordentlicher parlamentarischer Mittel durch den Reichspräsidenten von Hindenburg rechnen. Die nächsten Bemühungen dürften erst einmal daraus gerichtet sein, den bisherige» übet 210 Mandate verfügenden Brüningblock auf der Basis des neuen Programms wieder zu festigen und dann eine Mehrheitsbildung zu versuchen.
Wie die Sozialdemokraten sich zum Re- gierungsprogramm einstellen werden, ist von der fraktionellen Sitzung abhängig, die am Freitag statt- sinden wird. Vorläufig wird das Regierungsprogramm im „Vorwärts" einer scharfen Kritik unterzogen.
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Berlin, L Oktober. Die Vorstände des Reichs- --i .idcS dar höhere , Beamten uns des Deutschen Beamtenbundes beschäftigten sich Blättermelonngen zufolge, gestern abend mit der geplanten Kürzung der Beamtengehälter. Sie faßten oen Beschluß, mit allen verfassungsrechtlichen Mitteln gegen die Gehaltsverkürzung vorzugehen. Ter. Vor- stand des Reichsbuudes der höheren Beamten will angeblich auf dem Klagewege eine Klärung der Frage herbeiführen, ob eine durch die verfassungsmäßigen Instanzen festgesetzte Besoldungsregelnng auf dem bloßen Verordnungswege außer Kraft gesetzt werden kann.
zu, daß unter den Vorschlägen des Kabinetts Brüning eine ganze Reihe vernünftiger Pläne sind, aber er sagt weiterhin, die Sanierungspläne bedeuteten weiter nichts als einenVersuch, bas deutsche Volk durch Sparmaßnahmen im die Lage zu versetzen, die Tribute an das Ausland etwas bequemer zu zahlen als bisher. Dieser Plan sei kein Befreiungswerk, sondern eine Anpassung an die wirtschaftlich-politische Versklavung.
Gegenüber derartigen Aeußerungen weist die dem Kanzler nahestehende „Germania" ibarauf hin, datz dieses Programm ein Appell an die Vernunft ist und datz keine Zeit mehr zu verlieren sei. Wenn sich int Reichstag wider Erwarten eine Mehrheit für die Maßnahmen des Kabinetts nicht finden sollte, dann bedeute dies eine
Gefährdung von Volk und Staat, die in ihrer ganzen Tragweite noch gar nicht aibzu- sohen sei.
Der „Vorwärts" schreibt, man hätte erwarten können, daß die Reichsregierang Maßnahmen ins Auge faßt, die zur Ueberbrückung der unmittelbaren Not dienen. Statt dessen lege die Regierung eine Fülle von Richtlinien vor, die neben ungeheuer drük- tenoen Maßnahmen gegen Arbeiter, Beamte und Angestellte eine Reihe von Plänen umfaßten. Der soziale Sinn des neuen Planes gehe offenbar dahin, daß keine neue Belastung der Produktton, wohl aber Die stärkste Belastung der Arbeiterklassen durch den Abbau von GohAtern, Löhnen und sozialpolitischen Leistungen eintreten solle.
Aenderungen des Finanzausgleiches und die Neuregelung der Wohnungswirtschaft ist in der amtlichen Veröffentlichung sovieles gesagt, daß hier der Hinweis aus zwei besonders wichtige Punkte genügen mag. Einmal tritt aus der Fälle dieser Maßnahmen die Bestimmung einer Höchstgrenze für die Ausgaben der öffentlichen Hand in denVor- dergrund. Es handelt sich hier um eine Art Sperrgesetz, wodurch dem Reich, den Ländern und den Gemeinden verwehrt werden soll, in den nächsten drei Jahren den als Normalsatz anzufprechenden neuen Sparetat für 1931 zu überschreiten. Damit wird angesttebt, eine gewisse Stabilität in die öffentliche Wirtschaft zu bringen und dadurch der privaten Wirtschaft die Kalkulatton auf längere Sicht zu erleichtern Die Rücksicht auf die Privatwirtschaft ist es auch, die dem zweiten Hauptpunkt aus dieser Gruppe von Vorschriften zugrunde liegt, nämlich der Senkung der Real steuern
Die hier erwähnten Hauptpunkte des Gesundungsplanes der Reichsregierunq lassen bereits erkennen, datz es sich Un wesentlichen um ein a u f
Guter Eindruck in London
London, 1. Oktober. 1
Die Vorschläge des deutschen Kabinetts zur Sanie-i rung der Finanzen haben iti England im allgemeinen einen guten Eindruck gemacht.
Die „Times" sagt, daß dieses Programm im Vergleich zu den bisherigen Methoden leerer Versprechungen u. von der Hand in den Mund zu leben, vom wirtschaftlichen Standpunkte aus Wohl Vertrauen einflößen könnte. Zweifelhaft fei aber, ob die politischen Verhältnisse, unter denen die Reformen durchgeführt werden sollten, eine tatsächliche Verwirklichung ermöglichten
Die „Daily Mail" rechnet damit, daß dieses Finmtzprogramm dazu führen werde, daß Deutschland von einem Ausschußmitdiktatorischen Vollmachten regiert werde. Daß die Finanzlage in Deutschland gefährdet sei, sei niemandem unbekannt, der mit den Tatsachen verttaut sei. Auch die „Daily Mail" vertitt die Ansicht, daß das Finanzprogramm nicht auf parlamentarischem Wege durch- gefnhrt werden könne.
Weniger repräsentieren!
Berlin, 1. Oktober, v*
Unter Hinweis auf die wirtschaftliche Not hat die demokratische Fraktion im Preußischen Landtag beantragt, der Landtag wolle beschließen, das Staats- Ministerium zu ersuchen:
1. ungesäumt die Repräsentatjonsaus« gaben der gesamten Staatsbehörden ohne Ausnahme auf den geringstmöglichen Satz, zum mindesten aber auf 25 vom Hundert des etatsmäßigen Satzes herabzusetzen
2. Durchgreifende Maßnahmen zu treffen, daß in gleicher Weise in sämtlichen Preußischen Gemeinden verfahren wird. ।
Das Urteil gegen Voeß
Berlin, 1 Oktober. 1
Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, hat in der Angelegenheit des Oberbürgermeisters B o e ß das Oberverwaltungsgericht folgendes Urteil gefällt: Die Entscheidung des Bezirksausschusses Berlin Abteilung I vom 2. Mai 1930 wirb dahin abgeändert, daß der Angeschuldigte mit einer Geldbuße itt Höhe seines derzeitigen einmonatigen Diensteinkommens bestraft wird. Die baren Auslagen der Beru» fungsinstanz fallen dem Angeschuldigte» zur Last.
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Oesterreich wählt am 9. November
Die neue Regierung gebildet. ’
Wien, 1. Oktober.
Amtlich wird mitgeteilt: Das neue Ministerium ist gebildet worden und hat die Angelobung in die Hände des Bundespräsidenten geleistet. Die Zusammensetzung ist folgende: B a u g o i n Bundeskanzler und Heereswesen, Schmitz Vizekanzler und foztale Verwaltung,S e i p e l Aeußeres, (bet Heimwehrführer) Fürst Starhemberg Inneres, Hueber Justiz» Juch Finanzen, H e i n l Handel, T h a l e r Landwirtschaft, C z e r m a k Unterricht.
die Zukunft berechnetes Programm harn- dett, bei welchem zwar, soweit zahlenmäßige Ansätze in Betracht kommen, jede Ueberschätzung sorg- fiiltig vermieden ist, bei welchem jedoch in grundsätzlichen Fragen ein immer noch recht beträchtlicher Optimismus unverkennbar zutage tritt. Man mutz dabei beachten, daß für eine ganze Reihe der hier vorgeschlagenen Maßnahmen versassu-igsändernde Mehrheiten int Parlament notwendig wären, die aber nicht zu haben sind. Schon daraus ergibt sich ein Ausblick auf die Schwierig- feitem, mit denen bei der Durchführung dieses Programms gerechnet werden muß. Ferner ist nicht zu vergessen, datz dieses Programm in mancher Hinsicht noch unvollständig ist. So wird die Reform der Arbeitslosenversicherung nur angekündigi, ohne datz bereits Einzelvorschläge entworfen sind. Schon daraus ergibt sich, daß dieses große Projekt der Reichsregierutig nicht das letzte Dort, sondern vielmehr eine politische TiÄussionsbasis für die Arbeiten zur Gesundung von Reich?haushalt und Wirtschaft fein kann und fein soll.
Zustimmung und Zweifel
Wie die -Reichspost" ferner in einer Extraausgabe mitteilt, soll der Oesterreichifche Rationalrat so- fort aufgelöst werden und die Neuwahlen am 9. November stattfinden.