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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

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Nummer 215*

Sonnabend/Sonntag, 13./14. September 4930

20. Jahrgang

Am Vorabend der Entscheidung

Oie Parteien im Endkamps / Oie GPLl. erschießt 150 Dauern / Türkische Erfolge am Ararat / Ealonder bleibt?

Starke Propagandatätigkeit in Berlin

(Eigene Drahtmeldung.)

Berlin, 13. September.

Am heutigen letzten Tage vor den Reichstagswah- len zeigt sich in den Straßen Berlins zunehmen­de Bewegung. Von den Plakatsäulen schreien die Bilder^ Flugblätter werden verteilt und von Fahrern aus Rädern und Autos in die Massen ge­schleudert. Besonders

die Vororte und Siedlungen wurden schon seit Tagen heftigbearbeitet".

Nationalsozialisten in Uniform, Reichsbannerleute mit Musik, sozialistische und kommunistische Jugend-

Die Spitzenkandidaten

der im Wahlkreis 19 vertretenen Parteien schreiben in der Heutigen Ausgabe über ihre politischen Ausgaben und Absichten.

Siehe 1. Beilage dieser Zeitung!

und Sportverbände in Sportkleidung demonstrier­ten mit Fahnen, Schilder.» und Sprech- ch ö r e n. Kraftwagen mit Lautsprechern fuhren durch die Straßen. Im Norden und Osten Berlins haben vor allem die Linksparteien

Stunde" noch einmal die Wahlziele der Partei in der .Germania" darlegt.

In dem der Staatspartei nahestehenden »Berliner Tageblatt" werden heute noch einmal die Wahlziele »gegen Rechts" ausgestellt. Es wird dabei betont, daß ein Reichstag ins Leben gerufen werden müsse, der die Regierung, trotz ihrer widerstrebneden Ele­mente oder ohne sie, auf dem Weg der streng ver­fassungsmäßigen Behandlung der deutschen Politik bringe.

Die Sozialdemokraten wenden sich heute lediglich mit einem Wahlaufruf im .Vorwärts" an ihre Wählerschaft und stellen als Sinn des Wahlkampfes die Entscheidung heraus: .Demokratischer Volksstaat oder Plutolmtische Republik."

Oie Konservenbüchsen von Versailles

Prälat Kaas über den Revisivnsgedanken.

Karlsruhe, 13. Sept.

In einer sehr stark besuchten Zentrumswähler­versammlung sprach gestern abend der Führer der Zentrumspartei Prälat Kaas.

Deutschland habe sich, so führte der Redner u. a. aus, mit Vieler Mühe wieder eine Verrrau?"-:vosi- tion in der Welt geschaffen, aber diese Position würde mit einem Schlage wieder Verloren gehen, wenn Deutschland sich auf den Weg der Illusions- Politiker drängen lasse. Die Verständigungs-

Politik müsse fortgesetzt werden, einen anderen Weg gebe es für Deutschland nicht.

Mit der konsequenten Verfolgung der Friedens­sicherung sei aber nicht gesagt, daß wir uns mit den einzelnen Bestimmungen des Versailler Vertrages einverstanden erklärten. Der Revisionsge'- danke ist da, und er werde nicht eher von der Bildfläche verschwinden, bis ihm in irgend einer Form Genüge getan worden sei. Das deutsche Volk könne nicht für ewige Zeiten aus den Konservenbüch­sen von Versailles gespeist werden. Wir fordern für unser Volk das alte Recht aus Freiheit und Ent­wicklung, wie es jedes andere Volk für sich rekla­miert, aber der von uns angezeigte mögliche Weg ist der des Rechts. Darum lehnen wir die expe­rimentelle Außenpolitik der extremen Parteien ab und wollen den Weg der Besonnenheit gehen.

3m Zeichen der Abrüstung...

Paris, 13. Sept.

In einer Unterredung mit einem Vertreter des .Journal" erklärte der französische Marine- m in ist er, daß Frankreich die Verpflichtung habe, .eine genügend starke Streitkraft zu Wasser zu un­terhalten. um die Verteidigung der ausgedehnten französischen Küste und der Kolonien zu gewährlei­sten. Dieses Recht Frankreichs sei unbestreitbar. Er verlange für Frankreich eine Kriegsmarine, die sämtlichen an sie gestellten Anforderungen genüge. Er sei daher auch bemüht, die Ausgaben für die Verwaltung urtb den sonstigen Dienst zu vermin­dern, um alle verfügbaren Gelder für den Ausbau der Kriegsflotte zu verwen­den, der man die größte Aufmerksamkeit entgegen­bringen müsse.

mit Fahnen und Transparenten einen großen Aufwand entfaltet.

Die bürgerlichen Parteien richten ihren Appell diesmal mit besonderem Itachdrnck an die Partei der Nichtwähler.

Bereits am Freitag hat im Berliner Sportpalast, das politische Sechstagerennen fein Ende ge­funden. Nachdem erftmalig am 15. August die Deutschnationalen mit einer Massenkundgebung den Reigen eröffnet hatten, folgten zunächst in mäßigen Abständen die übrigen Parteien, bis dann am Sonn­tag der eigentliche Sechstage-Betrieb begann.

Trotz der Schärfe der Propaganda-Methoden

ist der Wahlkampf diesmal, wenigstens für Ber- Im, erfreulicherweise, ziemlich unblutig verlaufen.

Hoffentlich wird die Steigerung der politischen Lei­denschaften nicht noch am Vorabend des Wahltages selbst blutige Opfer fordern. Für die Polizei ist höchste Alarmbereitschaft angeordnet.

3n letzter Stunde

th. Berlin, 13. September.

Am letzten Tage vor der Wähl treten selbstver­ständlich sämtliche Parteien noch einmal an die Wählerschaft heran, um ihre Ziele und Wünsche für den morgigen Tag darzulegen. In der Parteipreffe ergreift eine Zahl prominenter Führer und Kandi­daten das Wort zu diesem Zwecke.

Der deutschnationale Abgeordnete Laverrenz legt im .Lokalanzeiger" die Wahlziele der Deutsch­nationalen dar und stellt vor allem die Forderung nach Klarheit auf. Er meint, es sei das unbestreit­bare Verdienst Hugenbergs, daß er indem bisherigen System mit seinen Halbheiten die Maske vom Ge­sicht gerissen habe.

Ganz anderer Ansicht ist die natürlich gemäßigte Rechte, wo bekanntlich die Konservativen und das Landvolk nebeneinander stehen. Diese Gruppe legt heute in der .Deutschen Tageszeitung" nochmals dar, worum es geht. Es wird unter anderem gesagt, wer auf der Rechten glaube, er könne durch eine Politik des Alles oder Nichts etwas erreichen, der verkenne die psychologische Seite des Exempels noch weit mehr als die rein rechnerische. Er werde die Mitte weiter nach links treiben. Darauf aber, die konser­vativen Kräfte im Lager der Mitte zu stärken rmd anzuziehen, komme es heute an, wenn man eine Front für bodenständige Wirtschaft und verantwor­tungsbewußte Staatspolitik schaffen wolle.

Für die Deutsche Volksparte ergreift der frühere Staatssekretär Kemples das Wort i« einem Ar- tikel im "Börsenkurier", wo er zu der Schlußfolge­rung kommt: Wer mit uns davon überzeugt ist, daß von der Durchführung der normend igen Reformen letzten Endes die Existenz unseres Staates abhängt, der soll die zur Verdunkelung des Tatbestandes in den Wahlkampf hineingetragenen weiteren Fragen als zur Zeit nebensächlich beiseite schieben. Auf ent­schiedene Tätigkeit, so wie sie Hindenburg in seiner Neuiahrsbotschaft 1930 sormulierte, komme es heute mehr denn je an.

Das Zentrum hat den früheren Justiz- mmister Dr.B E vargeschoheu, der jn letzter

Neues Heldenstück der Gpll.

150 russische Bauern niedergeschossen

Warschau, 13. September.

WieExpreß Poranny" aus Wilna meldet, wur­den auf sowjetruffischer Seite, dicht bei dem polni­schen Grenzort Hlobuszany, 150 aus Sowjet- rutzland flüchtende Bauern von einer G. P. U.-Abteilung niedergemetzelt.

Ms die Bauern im Begriffe waren, sich der polni­schen Grenze zu nähern, wurden sie von den G. P. U.-Leuten in einem kleinen Wäldchen umzingelt, ab­gefangen und einzeln niedergefchoffen. Diese Exeku- tion soll mehrere Stunden gedauert haben.

*

London, 13. September. LautDaily Telegraph" hat der vormalige Sowjetkommissar Lunatschar­ski London einen Geheimbesuch abgostattet. Nach Mitteilungen der Sowjetbotschaft weilte Lunatscharski nur einige Tage in London. Ein Grund für seinen Aufenthalt wurde nicht angegeben. Er ist gestern nach Poris abgereist.

Türkische Erfolge gegen die Kurden

London, 13. September.

Die große Offensive der türkischen Truppen gegen die aufständischen Kurden in der Gegend von Ararat ist erfolgreich verlaufen. Die Türken verfolgten die Aufständischen bis zu einer Höhe von 1400 Metern und brachten ihnen schwere Verluste bei. Der We­sten und Süden des Aufstandsgebietes ist nun vollkommen vonden Kurden geräumt.

Einer kleineren Kurdenabteilung gelang es, sich auf eine Felsenstellung in der Nähe von Dagh zurück- zuziehen. Sie wurden von den Türken umzingelt.

Zrigoyen will nach Südfrankreich?

Paris, 13. September.

Wie dem Journal aus Saint-Jean de Luz be­richtet wird, verlautet dort gerüchtweise, der frühere argentinische Präsident Jrigoyen beabsichtige, sich im fraitzöstschen Baskenland, wo seine Familie herstammt, niederzulassen.

Ealonder soll bleiben

Genf, 13. Sept.

In Völkerbunds kreisen besteht allgemein der Wunsch, daß der bisherige Präsident der Gemischten Kommission für Oberschlesien, Ealonder, der be­kanntlich aus persönlichen Gründen sein Abschieds­gesuch beim Völkerbund eingereicht hatte, sein Amt weiter führen möge.

Das allgemeine Vertrauen, das Calorwer sich durch jeiue ottzekuv« Amtier»»« un stcüüse» Ab­

stimmungsgebiet erworben hat, kommt darin zum Ausdruck, daß Reichsaußenminister Dr.Curtius und der polnische Außenminister Z a l e s k i ein ge­meinsames Schreiben an den Völkerbundsrat ge­richtet haben, worin dieser ersucht wird. Ealonder um Fortsetzung seiner Tätigkeit zu bitten. Im Völ- kerbundskreisen glaubt man. daß Ealonder sich einem einstimmigen Wunsch des Rates nicht ver­schließen wird.

Nochmals Mordprozeß Nogens

Revision endgültig verworfen.

Leipzig, 13. September.

Unter reger Anteilnahme von Publikum nnd Presse wurde Freitag vormittag vor dem Ferienstrafsenat des Reichsgerichts in Leipzig die zweite Revi - sionsverHandlung im Mordprozeß Ro­gens eröffnet. Der Reichsanwalt beantragte, die Revision des zum Tode verurteilten August Rogens und seiner zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilten Mutter zu verwerfen. Das Reichsgericht folgte diesem Antrag.

Arsenik statt Zucker

Maffenvergiftungen in Mittelengland.

London, 13. September.

Wie die Blätter aus Stoke-on-Trent melden, er­krankten in der Grafschaft Stasford plötzlich über 50 Personen, zumeist Kinder, nach dem Genuß von Süßigkeiten an schweren Vergistungserscheinun- gen. Die Polizei stellte fest, daß die giftigen Bonbons von einer Fabrik in Burslem hergestellt worden waren. Eine Untersuchung in den Fabrika­tionsräumen ergab die sensationelle Tatsache, daß die Süßigkeiten statt mit Zucker mit Arsenik be - stäubt wurden. Ein Beutel mit drei Pfund Arse­nik, den der Fabrikant in gutem Glauben als Zucker gekauft hatte, wuroe beschlagnahmt. Eine Haus­suchung bei dem Verkäufer desZuckers" förderte eine unter einer Treppe versteckte Holzkifie zu Tage, die 56 Psund eines Weißen Pulvers ent­hielt, das sich nach der chemischen Analyse als reines Arsenik herausstellte. Die Menge des Giftes würde genügen, um eine Viertel Million Menschen zu töten. Ob es sich bei diesemZuckerverkaus" um einen ver­hängnisvollen Irrtum oder ein Verbrechen handelt, steht noch nicht fest.

Inzwischen werden aus einer ganzen Anzahl von Ortschaften Mittelenglauds neue Erkrankun­gen gemeldet; so erkrankten in New-Brighton 15 Kinder eines Waisenhauses an den Bonbons, die ihnen ein Besucher geschenkt hatte. Weitere Vergif- tungssälle werden aus Sandbeach, Hauley und

Wie stehen die Wetten?

Dr. Th. Berlin, 13. September.

Die politischen Buchmacher haben diesmal mehr als sonst zu tun. Die Reichstagswahl hat im In- und Auslande viel größeres Interesse hervorgerufen, was ja auch durchaus berechtigt ist, da man weit grö­ßere Verschiebungen im parlamentari- chen Gesamtbilde zu erwarten hat als im Mai 1928. Es sind jedoch nicht nur die zahlenmäßi­gen Verhältnisse der Parteien im neuen Reichstage, pudern es ist vor allem die Entscheidung über den politischen Kurs, die geradezu zu Wetten her­ausfordert. Selbstverständlich ist diese Entscheidung von dem zahlenmäßigen Ergebnis der Neuwahl ab­hängig, aber es spricht dabei in starkem Maße neben der ziffernmäßigen Stärke der neuen Fraktionell auch ihre politische Einstellung, also ihre mehr oder minder große Geneigtheit zur Beteiligung an der Regierung ein gewichtiges Wort mit. Man kann also und das geschieht auch anscheinend sehr ausgiebig nicht nur darüber wetten, ob 40 oder 60 Nationalsozialisten im neuen Reichstag sitzen werden, sondern vor allem dar­über, ob nach der Wahl ein rein bürgerliches Kabi­nett Brüning möglich sein wird, ob die große Koali­tion kommt, oder ob mit einer Fortsetzung der Parla­mentskrise, also einer baldigen Wiederauflösung des Reichstages und dem Versuch einer Regierung mit außerparlamentarischen Mitteln, zu rechnen ist.

An dieser zweiten, politisch bedeutsameren Art von Wetten scheint vor allem itftä Ausland interessiert sein. Aus England wird z. B. berichtet, daß dort ursprünglich die Wahrscheinlichkeit einer rem bürger­lichen Regierung nach der Reichstagsneuwahl für sehr groß gehalten wurde, daß aber neuerdings der Stand der Wetten die gegenteilige Tendenz aufweist. Diese Art der Beurteilung unserer Wahlausfichten ist immerhin recht beachtlich, denn sie beruht offensichtlich aus guten Beobachtungen. Der Verlauf des Wahl­kampfes läßt zwar niemals einen sicheren Schluß auf das Ergebnis der Wahl zu, aber er bietet immerhin einige Anhaltspunkte. Jetzt ist es allerdings höhe Zeit, daß dieser Wahlkampf zu Ende geht. Eine weitere Fortsetzung der bisherigen Hoch­flut von Versammlungen, Äuftufen, Reden und Ar­tikeln würde nicht nur unerträglich und ermüdend wirken, sondern würde vermutlich vor allem in den Köpfen der Wählerschaft wachsende Verwirrung Her­vorrufen.

Es ist ohnehin fraglich genug, wie groß der Pro­zentsatz der Wählerschaft ist, der sich em klares Bild von dem pokitschen Problem gemacht hat, um welches es sich bei dieser Wahl handelt. Dabei ist diese Problemstellung wirklich garnicht so schwierig Man muß sich nur einmal von den hochtönenden und dabei vielfach recht ähnlich klingenden Schlag­worten der Parteiausrufe und der Versammln,igs» rebner freimachen. Dann wird es deutlich, daß die­ser Wahftampf im Grunde nur um die Frage geht: Werden die Reformen, die das Kabinett Brüning begonnen hat, und werden die Resormvläne, die es angekündigt hat, als geeignete Grundlage zur Weiterarbeit und zum Weileraufbau an- geschen? Diese Frage hat sich der Wähler Vvrzu- legen und gewissenhaft zu Prüfen. Die Antwort, die er gibt, entscheidet aber natürlich auch darüber, ob der neue Reichstag eine Mehrheit für die Fort­setzung eines bürgerlichen Kurses, also unter Aus­schaltung der Sozialdemokraten, anfbringcn wird, so wie dieser Kurs bisher vom Kabinett Brüning innegehalten wurde.

Der Reichskanzler Hai offensichtlich die M>- sicht, zunächst den Versuch einer solchen Regie­rungsbildung ohne die Sozialdemo­kraten zu machen, falls das Wahlergebnis über­haupt eine Möglichkeit dazu offen läßt. Es liegt im politischen Sinn und Zweck des bisherigen Kabi­netts Brüning begründet, daß diese Linie innege- halten werden soll. Für das Zentrum kommt noch eine andere Ueberlegung hinzu. Die vieljährige Bun- desgenoffenschast, in der es im eRiche, vor allen über in Preußen mit den Sozialdemokraten zusammen­gearbeitet hat, begegnet mehr und mehr kritischen Einwendungen. Seit langem sind die Tendenzen im Wachsen, die eine Rückkehr des Zentrums zur bür­gerlich-konservativen Linie, also eine Rechtswendung betreiben. Diese Tendenzen werden von der Rechten her durch eine eisrige Agitation unterstützt, in wel­cher dem Zentrumsmann schwere Vorwürfe weze» des Zusammengehens mit den Sozialdemokraten g* macht werden, und diese Kritik geht vor allem 'M kulturpolitischen Fragen aus. Manche 9reife W Zentrums haben also anscheinend den Wunsch ein­mal eine Zeitlang von dieser Dundesgenossenschaft frei zu sein. Wer man darf doch nicht gleich glau­ben, daß das Zentrum für diesen Wunsch nun unan­gemessen hohe Qpser bringen würde. Es wird sich den Preis sehr genau überlegen, den diese Sache wert ist.

Das heißt mit anderen Worten: Wenn.der ReichD- kanzler nach der Wcchl die MoMOem aaac lmrM>