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Hessische Abendzeitung
Nummer 204*
Montag, 1. September 1930
20. Zahrpan-
»«rS?6*1 ?ef?aSs*« ex3u 0omiNea^ln»r»a«n »le 30 mm • Seile 11 Pfennig, «leine An,eigen ««• m »ft 80„ mm breite Zeile 11 J. Anzeigen im Reklameteil M«
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Kasseler Neueste Nachrichten
Schobers Bekenntnis zu Deutschland
Bedeutsame Erklärungen -es oesterretchischen Bundeskanzlers / Ltnfer Mitarbeiter Renß Kraus interviewt Schober
Keine Kombination ohne Deutschland
Von unserem Sonderberichterstatter.
Keine außenpolitischen Abenteuer!
(Von unserer Berliner Schriftleitung.)
Ä , Wien, Ende August.
Dr. Schober, Oesterreichs Bundeskanzler, ist seit Jahr und Tag eine europäische Figur. In dir Zeit schwerster österreichischer Lebenskrise hat er die Regierung übernommen. Von der ungeheuren Aufbauarbeit im Inneren und nach außen, die seitdem geleistet wurde, kann der Außenstehende sich kaum eine richtige Vorstellung machen. Kaum einer begreift, wie sehr Oesterreich sich seine Existenz täglich neu erkämpfen muß.
Ein Schulbeispiel für Pan-Europa
„Man hat uns vor zwölf Jahren aus einem großen alten Wirtschaftsgebiet herausgerissen, ohne uns die Möglichkeit zu gewähren, Anschluß an ein großes neues Wirtschaftsgebiet zu finden, und zwar ganz unbekümmert um die Voraussetzungen unserer selbständigen Lebensfähigkeit, „erklärt mir der Bundeskanzler." Hier haben Sie das österreichische Problem. Es ist, so will mir's scheinen zugleich das europäische Problem. Unser Oesterreich ist geradezu ein S ch u l b e i s p i e l f ü r E u r o p a.."
Und da sind wir schon mitten im Gespräch über JMy ,<Huslle politische Dinge. Der BundesH- rrler würbe elNgcladen, schon am 8. September in Gens zu sein, um an der Europakonferenz teilzunehmen. Ich frage ihn nach Oesterreichs Haltung in der bevorstehenden großen europäischen Auseislanoersetzung.
,.Pa » euröpa ist ein schönes Projekt", erwidert Dr. Schober. „Wir aber, vom Schicksal zur Sachlichkeit gezwungen, muffen «ns zunächst einmal die Vor- aussetzung Überkegen, unter denen Paneuropa realisierbar wäre. Wir müssen uns klar darüber sein, das, solcher europäische Bund nach vom Himmel fällt. Las alles mutz langsam wachsen und werden. Ich habe eben gesagt, daß unser Staat ein Schulbeispiel für Pancuropa fein kann. Versuchen wir also, Priands schöne Grundsätze auf jenen Gebieten anzuwenden, auf denen sie zunächst anwendbar sind. Ich hoffe, daß man bei diesen Versuchen weitgehend die Individualitäten, die staatlichen und die na- tionalen, berücksichtigen wird, was ja die erste Vorbedingung für ein Gelingen des großen Mensch, heitsplanes wäre."
Wenn ich dem Bundeskanzler, der als verantwortlicher Staatsmann zu besonders vorsichtigen Formulierungen gezwungen ist, recht verstehe, meinte er wohl einen Zusammenschluß im Kleine- ien, im Nächstliegenden, der größere Zusammenschlüsse allein ermöglichen kann. Einen ähnlichen Gedanken entwickelte dieser Tage der rumänische Mi- nisterpräsidrnt M a n i u, als er einen Zusammenschluß der Donaustaaten forderte. Ich frage Dr. Schober, was von österreichischer Seite auf solche Anregungen zu erwidern sei. Der Bundeskanzler erklärt: „Seit zwöls Jahren werden ähnliche Projekte immer wieder ventiliert. Wir haben keinen Anlaß, uns irgendwelcher Entwicklung in den Weg zu stellen, die zum Größeren drängt. „Aber", fährt Dr. Schober lächelnd fort, „feit zwölf Jahren werden diese P r o - leite immer wieder von den anderen unmöglich gemacht."
Oesterreich und das Reich
Ich bitte den Kanzler nun, mir klipp und klar zu erklären, wie er zum alten Gedanken einer Donau- föderation stehe, insbesondere im Hinblick auf die Entwicklung der Beziehungen zwischen Oesterreich und dem Reich. Er antwortet mit einem echten Schoberlvort, das hier festgehalten sei und — so möchte der deutsche Besucher wünschen — nicht mehr vergeßen werden soll. Dr. Schobers Formel lautet: „Keine Kombination ohne Deutschland »— jede Kombination mit Deutschland!"
Ein anderes Schoberwort wurde vor kurzem bekanntlich lebhaft erörtert. In Berlin prägte der Bundeskanzler den schönen Ausdruck: „Ein Volk in zwei Staaten!" Dieser Ausdruck wurde später, angeblich um einer eleganten Uebersetzuug willen, so interpretiert: Eine Raffe, zwei Völker in zwei Staaten. Dr. Schober ermächtigt mich nun, gegenüber allen Jnter- prctationskünsten, festzustellen, daß es, von keinem Gesandten gedeutet und gedreht, beim Wort: „Ein Volk in zwei Staaten!" und bei deffen tieferen Sinn bleibt und bleiben soll.
„Oesterreich wird besonders jetzt seine natürliche Jnteressensolidarität suchen muffen,* erklärt der Kanzler, „da in diesen Tagen auf der Warschauer Konferenz die Agrarstaaten des Ostens sich ralliieren. Uns ist solche Verbindung keineswegs gefährlich. Im Gegenteil: Sie entlastet uns geradezu dadurch, daß sie uns ganz natürlich zwingt, unsere entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Wie gesagt: Wir werden uuumehr auch unfere In
dien ,
n.
reichs.
Rene Kraus.
Ausdrücklich erklärte er, daß er nicht die Absicht hätte, sich wie manches Gerücht es wissen will bei den nächsten Wahlen um ein Mandat zu bewerben. „Ich tauge bei meiner ganzen überparteilichen Einstellung nicht zum Mandatar," sagt der Kanzler. „Ich will aus meinem Wege überparteilicher, nur österreichischer Arbeit fortschreiten. Es ist noch sehr viel Arbeit zu leisten. Mit der V e r - fassungsreforrn haben wir die Grundlage geschaffen. Nun gilt es, den Geist dieser Verfassungsreform in den nächsten gesetzgeberischen Arbeiten, die sehr bedeutungsvoll sind, zu verankern."
Uild mit einprägsamen Worten legt Dr. Schober, wenn er von feinen Pläne» und Aufgaben spricht, ein BekenntniszurösterreichifchenZukunst ab. zur Zukunft eines gefestigten, deutschen Oester-
-■ & Berlin, 1. September.
Aus dem Wahlkampfverlauf des gestrigen Sonntags verdient eine Ansprache des Reichskanzlers Dr. Brüning in Trier hervorgehoben zu werden. Man hatte schon im voraus an diese Rede die Erwartung geknüpft, daß der Kanzler wieder eine Art Regierungserklärung abgeben werde. Dieser Darstellung wurde zwar vorher amtlich widersprochen, aber zum mindesten hat der Kanzler auf dem Gebiete der Außenpolitik Feststellungen getroffen, die man wohl mit Recht als eine Art Regierungserklärung ansehen kann. Man hat betont, daß
man sich nicht auf politische 9l6entener"ein(offen dürfe, und daß von einem Streben »ach Popularität in der Außenpolitik keine Rede sei» dürfe. Weiter hob er hervor, daß er und der Außenminister, die verfassungsmäßig für die Führung der Außenpolitik allein verantwortlich feie», durch ihre Person die Gewähr dafür böten, daß von solchen Abenteuern keine Rede sein könne.
Ferner wandte sich D* Brüning scharf gegen
trifft, habe» wir ihn wisse» lasse», unter wel-lü' Voraussetzungen wir seiner zeitweiligen !Rücmc nach Oesterreich zustimmew können. Es bleibt b>e,3j daß Major Pabst sich, will er zur Ordnung Angelegenheiten wiederkommen, politische Abs jum auferlegen muß."
unterbricht, dann steht ja der Gedanke dahi ~ .. . es nottut, sich aus seine Heimat zu besinn- n*’t5=
Und ein Witzenhäuser vergißt fein £>eimis Kanzlers nicht. Viele, die das Schickfal aus feinen5 eine An- hinausgesühn hat, waren zum Fest gekamfranus auf« ihnen tausende andere, die nicht in Witzenh baren > wurden, sondern die liebe Freunde wandte dort haben oder die nur einmal iffttri geweilt und es dann dauernd- lieb/4'
wollten dafür kämpfen, daß diese Welt in Ordnung komme. Die Wunde im Osten bleibe offen, ob man sie Narbe oder sonst wie nenne. Das fei das Letzte und Schwerste, was zu lösen bleibe.
Van sonstigen Wahlkundgebungen sei die Rede erwähnt, die
Reichstagspräfident Loebe
in Breslau in einer Riesenversammlung der Sozial-
bie Deutschnation l- .. wies darauf hin, ai„«.zu feiern, .leibe aeicheitert Wiyenhausen das Erntefest die Wochen i ° h - . t» . von Den
n und immer einmal wiederkehren, lrigens am <3ont$en hatte feine Gäste auch mit aller ierte noch- malsfiteit empfangen, die ihm zu Gebote ontkämpfer seien rret\QcleIU -un-b und Stadimn T Locarnogeist glaubt^^E auch"«-» alles W Geiste, daß sie Krieg ’ wollten. n2. «Minister Seve- ring habe in Br!-, erklären m der Korridor sei ein Pfeil im Frische Europas, i-te Konservativen
teressensolidarität zu suchen und zu bekennen haben. Im Herbst wird sich der Nationalrat mit einer groß angelegten Revision des Zolltarifs beschäftigen, Was insbesondere den Handelsvertrag mit dem Deutschen Reich betrifft, hätte ich gehofft, ihn noch in der letzten Sitzung des Nationalrates vor den Ferien unter Dach und Fach zu bringen. Leider hat sich die zustimmende Antwort aus Berlin auf die letzten offenen Fragen gerade um einige Stunden verspätet. Jetzt handelt es sich nur mehr um ein kleines Zusatzübereinkommen hinsichtlich einiger weniger industrieller Artikel. Ich zweifle nicht daran, daß wir damit sehr bald fertig sind. Wir haben viel zu lange um Kleinigkeiten streiten müssen!"
Der innerpoliiische Weg
Ich frage den Kanzler nach den ungemein verwickelten Plänen österreichifcher Innenpolitik, besonders im Hinblick auf die bevorstehenden Neuwahlen. „Bei den nächsten Wahlen," erwidert er, „kommt den Heimwehren ausschlaggebende Bedeutung zu. Ihre einzige Aufgabe kann e? fein, die drei bürgerliche» Purreie» im Wühlst» zu unterstützen. Was den Fall des Major Pabst
Französische Manöver im Alpengebiet (Eigener Drahtbericht).
Paris, 1. Sept.
Kriegsminister M a g i n o t hat in den letzten Tagen in Begleitung des Unterstaatssekretärs im Kriegsministerium, Ricolsi, des Generalstabschefs General. Weygand und zahlreicher Generäle eine Inspektionsreise an bie Südostgrenze unternommen, in deren Verlauf er die Befestigungsanlagen in den Alpen einer Besichtigung unterzog. Der Kriegsminister traf gestern in Nizza ein; er erklärte sich
vom Stand der Befestigungsarbeiten sehr befriedigt. Die Truppenabteilungen, die mit der Anlage der Befestigung beauftragt feien, entledigten sich ihrer Aufgabe mit dem größten Eifer. Einen befonderen Eindruck habe auf ihn die begeisterte Ausnahme gemacht, die er bei der Grenzbevölkerung gesunden habe.
Es ist sicherlich kein Zufall, daß diese Inspektionsreise unmittelbar vor den heute beginnenden großen Herbstmanövern in den Alpen stattgefun- ben hat. Die strategische Ausgabe dieser Manöver ist bie Abweisung eines vom Mont-Cenis in bie Richtung auf Mobane erfolgenden feindlichen Angriffs auf französische Truppen, die die Höhenzüge des Arc- Tals besetzt halten.
Der Aufmarsch der französischen Truppen ist durch die Unterbrechung einer Eisenbahnlinie infolge eines Erdrutsches beträchtlich gestört
worden. Der UnterfioatSfetretär der öffentlichen Arbeiten, Falcoz, wurde an Ort und Stelle beordert, um zu prüfen, auf welche Weife einer Wiederholung derartiger Störungen vorgebeugt werden könne.
Die große» Manöver in Lothringen wer
den am 4. September beginnen. Die daran teilnehmenden Truppen sind bereits in Marfch gefetzt worden und haben fchwer unter bei Hitze zu leiben.
General Allen gestorben
Reuyork, 1. Sept.
Der frühere amerikanifche Oberstkommanbiereude ber Rheinarmee. Generalmajor Henry Allen, ist in Buenavista Spring plötzlich einem Herzschlag erlegen.
General Henry T. Men war im Weltkrieg an ber französischen Front Kommandant eines Armeekorps und übernahm im Juli 1919 den Oberbefehl über die amerikanischen Besatzungstruppen in Koblenz. Er unterhielt in dieser Eigenschaft ein gutes Verhältnis zu der deutschen Bevölkerung. Nach dem Abzug der amerikanischen Truppen im Winter 1921=22 widmete sich General Allen dem Hilfswerk für die deutschen Kinder. Bei dieser für einen General doppelt anerkennenswerten Betätigung brachte er nicht weniger als fünf Millionen Dollar für deutsche Kinder auf. Ein Buch, das ber General über seine Erfahrungen in ber Rheinlandkommission geschrieben hat, hat große Beacbtuna gesunben.
Die Aeb-itslosigte« in USA.
Reuyork, 1. September.
Der Leiter des amerikanische» Statistische» Amtes Steward beziffert in einer Rundfunkrede die Zahl der Arbeitslosen i» den Bereinigten Staaten einschließlich derjenige»,, die nur vorübergehend arbeitslos sind, auf sieben bis acht Millionen. Die Gesanitarbeiterzahl in Ü. S. A. beträgt etwa 49 Millionen.
demokrate» hielt. Loebe legte ein Bekenntnis zum jetzigen Staate ab. Er hob hervor, daß die Sozialdemokratie sich auch in den vergangenen Monaten dem Staate nicht versagt habe. Vielmehr hätte sie einen Weg gezeigt, wie man durch Kürzung des Wehretats, durch Herabsetzung der hohen Gehälter und durch gestaffelte Erhöhung der Einkommensteuer die notwendigen Mittel für de» Staat aufbriugen könne. Das Kabinett Brüning sei jedoch diesen Ratschlägen nicht gefolgt, woran Loebe scharf Kritik übte. Schließlich ist noch eine Rede des
Generalobersten a. D. von Seeckt
hervorzuheben, der gestern in einer Wahlkundgebung ber Volk spartet in Dortmund gesprochen hat. Er verlangte eine Aufrüstung Deutschlands, da die anderen Staaten niemals auf den Stand abrüsten würden, der uns aufgezwungen worden ist. Es müsse ein Rüstungsausgleich angestrebt werden, der auch Deutschland in die Reihe der souveränen Staaten versetze.
Eine weiter« stimmungsmäßige Einzelheit aus de-- Wahlkampf ist di« Bchauptung der „Welt ^ aOT tag", daß hie Vvlkskonservat-ve Partes.,^/ Jenisch Wahlzeitung mit einer Auflage von. '700 (WO Stück heraustreten werde. Jedenfalls, feiet? beim Postzei- tunasamt jetzt 700 000 Adressen angeg>-en worden, an die bie Wahlzeitung geliefert werden plle.
Paris immer noch ,,beunruhigt"
Paris, 1. Sept.
Die Rede des Reichskanzlers Dr. Brüning findet in der französischen Presse lebhaftes Interesse. Das „Echo de Paris" hebt zunächst den gemäßigteren Ton der Rede des Reichskanzlers hervor, der sich wohl gehütet habe, Drohungen auszufprechen. Der Reichskanzler habe versucht, die internationale Oes- sentlichkeit zu beruhigen, doch seien die Versicherungen, die er in dieser Richtung abgegeben habe, ungenügend.
Aehnlich äußert sich der „Figaro". Er zeigt sich darüber sehr beunruhigt, daß der Reichskanzler von „Endzielen" der deutschen Außenpolitik gesprochen habe, die er auf friedlichem Wege erreichen wolle. . . Neber die „friedlichen Wege" habe fast gleichzeitig General von Seeckt in einer Rede in Dortmund Aufklärung gegeben, als er die Forderung auf Wiederherstellung der alten deutschen Militärmacht gestellt habe. Die Ziele der Reichsregierung seien jedenfalls die Vernichtung des Sieges der Alliierten.
Tarifkündigung in der Berliner Metallindustrie
Berlin, 1. September.
Der Verband Berliner Metallindustrieller hat am Sonnabend abend den im Metallkartell zu- sammengeschloffenen Gewerkschaften den für das Tarifgebiet Berlin gültigen Lohntarif gekündigt. Die Kündigung wurde zum 30. September ausgesprochen und erstreckt sich auf über 280 Betriebe mit mehr als 140000 Arbeiter» und Arbeiterinnen. Eine Begründung ist dem Kündigungsschreiben »richt beigegeben worden.
Die Berliner Presse vermutet, daß die Ursache zur Tarifkündigung die Absicht ist, auch bei den Arbeitern Lohnkürzungen vorzunehmen. Der Mantektarlf in der Berliner Metallindustrie gilt »och bis zum 3L Januar 1931.
Bombenanschlag
auf das Reichsgericht?
Leipzig, 1. Sept.
Am Reichsgericht, Eingang Wächtertzraße, wurde Sonnabend ein brauner Pappkarton gefunden, in dem sich eine Weckeruhr, eine Eierhandgranate, ver- bunden mit einer Taschenlampenbatterie, und eine Flasche, die Steinschutt enthielt, befanden. Die sofort verständigte Polizei brachte den Apparat in Sicherheit. Die Eierhandgranate war, wie die Untersuchung ergab, mit Pikrinsäure gefüllt. An der Seite des Pappkartons waren mit Bleistift Hammer und Sichel gezeichnet.
Selbst wenn die Eierhandgranate zur Explosion gebracht worden wäre, würde nur eine unbedeutende Wirkung eingetreten sein. Die polizeiliche» Ermittelungen find sofort ausgenommen word^.