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Kasseler Abendzeitung
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Nummer 190*
Freitag, 15. August 1930
20. Zahr»ang
Jährlich 17 Milliarden Mark für Rüstungen!
Aus dem Miliiarjahrbuch des Völkerbundes / Das Reichskabinett in den Handelsvertragsfragen noch uneinig / polnischer Protest gegen Treviranus
Friede in Indien?
Von Dr. Paul Rohrbach.
Die englischen Zeitungen berichten aus Allahabad: Die beteten Brüder Nehm, Motilal und Jawa- harlal, die — gleichfalls gefangen gesetzten — Vertrauensleute Gandhis, sind „mit Familien und Dienerschaft" nach Poona, dem Gefängnis Gandhis, abgereift. Di« Regierung hatte ihnen einen Extrazug zur Verfügung gestellt; es wird sogar berichtet, Moti- lal Nehru habe einen Khakianzng getragen und habe ernst und kränklich ausgesehen, sein Bruder Jawa- Harlal sei in Weiß gewesen, frisch und vergnügt!
Diese Kleinigkeiten zeigen, wie lebhaft sich die englische öffentliche Meinung für die eben begonnenen Verhandlungen interessiert und wieviel ihr an einem günstigen Ausgang liegt. Es ist noch nicht lange her, va wäre es jedem Engländer als eine Lächerlichkeit erschienen, zu edfahren, was für Anzüge ein paar indische Politiker angehabt und was für Mienen sie zur Schau getragen haben!
Es findet also eine vollständige Friedensverhandlung mit dem ,/Ungekrönten König von Indien" statt. Daß die toben Nehrus für den Friödensschlutz sind, und daß sie die Zugeständ- niffe der englischen Regierung für soweit geeignet halten, daß auf ihrer Grundlage unterhandelt werden könne, darf man annehmen. Weniger sicher ist die Haltung des Gandhis, und zwar darum, weil Gandhi weniger Politiker ist als Prophet.
Gandhis Laufbahn begann vor dreißig Jahren in Südafrika. Er war Rechtsanwalt und ging nach Afrika, um die Rechte feiner dortigen Landsleute gegen die südafrikanische Regierung zu verteidigen. In Transvaal, Natal und im Kapland gibt es viele Inder, meist Kaufleute und kleine Händler, denen gegenüber die Regierung das Eingeborenenrecht anwenden wollte. Nach fünfzehnjährigem Kampf gelang es Gandhi, zu erreichen, daß die meisten Beschränkungen aufgehoben wurden. Als er nach Indien zurückkam, gaben seine Landsleute ihm den Beinamen Mahatma, die große Seele. Bei Ausbruch des Weltkrieges gab Lloyd George auch Berfprechungen im Sinne erhöhter Selbstverwaltung als Lohn für die Loyalität und Hilfe Indiens. Statt dessen erfolgten nach dem Kriege scharfe Repressionsgesetze gegen die von Gandhi mit vertretenen indischen Forderungen, und als ärgste Eewaltmaßregel das bekannte Blutbad von Amritsar. Nun schickte Gandhi dem Vizekönig alle seine englischen Auszeichnungen zurück.
Seit dem Massakre von Amritsar, also seit zehn Jahren, hat die indische llnabhängigkeitsbewegung verschiedene Stadien durchgemacht. Gandhi predigte zuerst „non-cooperation", passiven Widerstand durch Verweigerung aller Mitarbeit in Politik und Verwaltung. Den Radikalen war das zu milde. Gandhi verlor sein Ansehen und die Führung übernahm sein Gegner, ein Mann der schärferen Tonart. Der starb aber bald, und Gandhis Autorität wuchs von neuem durch seine unentwegte prophetische Verkündung der indischen nationalen Rechte.
Die jetzige Wendung zum Kampf brachte der letzte indische Nationalkongreß, Ende 1929. Auf ihm siegten die Unversöhnlichen, und Gandhi trat auf ihre Seite durch seinen symbolischen unbewaffneten Marsch zum Meere, um durch Salzgewinnung aus dem Meerwasser das von ihm für ungesetzlich erklärte Salzmonopol der Regierung zu gewinnen. Dies war ein Mittel, um die Massen für die Idee der Unabhängigkeit in Bewegung zu bringen. Es tat immerhin soweit seine Wirkung, daß die Regierung erst Gandhi und bann die von ihm eingesetzten Fortsetzer seines Werkes festnehmen ließ.
Inzwischen aber ist eine unklare Lage entstanden. Der Nationalkongreß hat den Boykott englischer Waren beschlossen, und Gandhi hat zugestimmt — immer in seiner besonderen Art, die etwas Religiöses in die Entscheidung hineinlegt. Die englischen Berichte sprechen absichtlich von einem Boykott gegen „europäische" Waren. Das ist nicht richtig. Getroffen werden soll nur England. Noch ganz neuerdings sind bedeutende Bestellungen der — indischen — Stadtverwaltung von Caleutha nach Deutschland gekommen. Alles in allem funktionierte der Boykott zum erheblichen Teil, und er tut der englischen Wirtschaft fühlbaren Schaden. Es find aber nicht nur die Engländer, die geschädigt werden, sondern auch nationalindische Kaufleute. Diese Kreise möchten Frieden, unterstützen jede Verhandlungsbereitschaft, wagen aber auch nicht, für den Abbruch des Kampfes zu sprechen.
Für die Situation ist weiter kennzeichnend, erstens, daß die Bewegung nicht imstande gewesen ist, ganz Indien im Sturm zu erobern — große Teile der indischen Ländermasse sind wenig bewährt — und zweitens, daß sie zu Gewaltsamkeiten und zu allerlei Exzessen geführt hat, die wenig mit der ursprünglichen Idee mehr zu tun haben. Durch beides bekommen die zum Ausgleich bereiten Elemente ebenfalls eine gewisse Stärkung.
Gegensätze im
(Von unserer Berit
th. Berlin, 15. August.
Der Streit um die Frage, ob der finnische Handelsvertrag gekündigt werden soll, ist in vollem Gange. Das Reichskabinett hat gestern eine Sitzung abgehalten, in der es sich mit dieser Angelegenheit beschäftigte, ist jedoch noch nicht zu einem Beschlüsse gelangt, sondern hat seine Verhandlungen auf heute vertagt. Im Reichskabinett sind die Meinungen über diese wichtige Frage sehr geteilt. Wenn es auch keine offizielle Bestätigung findet, daß Reichsernährungsminister Schiele mit seinem Rücktritt gedroht haben soll, falls der Handelsvertrag nicht gekündigt würde, so
liegen die Gegensätze im Kabinett doch offen genug zutage. Mit Schiele tritt Treviranus für die Kündigung des Verlages ein, ebenso einige andere rechtsstehende Kabinettsmitglieder. Dagegen ist Staatssekretär Trendelenburg ein ausgesprochener Gegner der Kündigung des Handelsvertages und die Zentrumsminister stehen auf seiner Seite. Der Kanzler hat sich noch nicht entschieden, und auch der Außenminister hat noch große Zurückhaltung an den Tag gelegt. Zunächst hat man gestern daraufhin den wirtschaftspolitischen Ausschuß des Kabinetts einüerufen, der aus den Vertretern des Wirtschaftsministeriums, des Ernährungsministeriums, des Finanzministeriums, des Arbeitsministeriums und des Auswärtigen Amtes besteht und der zunächst noch einmal die ressortmäßigen Fragen durchprüfen soll. Es ist sehr fraglich, ob das Kabinett heute bereits zu einem endgültigen Beschlüsse über die Kündigung kommen wird.
Man rechnet vielmehr mit der Wahrscheinlichkeit, daß man zunächst einen Ausweg in der Richtung versuchen wird, durch diplomatische Verhandlungen mit Finnland evtl zu einem Zusatzabkommen zum Handelsvertrag zu kommen, welches eine Kündigung überflüssig machen würde.
Landwirtschaft für...
Die Interessengegensätze, die sich schon im Kabinett geltend gemacht haben, treten in der Oeffentlichkett noch viel schärfer hervor. Die Christlich-nationalen Bauern haben gestern den Beschluß gefaßt, nachdrücklich die Kündigung des Vettrages zu verlangen.
Die agrarisch eingestellte Presse unterstreicht diese Forderung mit großem Nachdruck und weist aus die Gründe hin, die für die Kündigung des Vertrages sprechen. So wird z. B. erwähnt, daß Deutschland keine Rücksichten auf die im März getroffenen Genfer wirtschaftlichen Vereinbarungen zu nehmen brauche, weil dieses Abkommen bisher nur von einem einzigen Staat, nämlich Norwegen, ratifiziert tvorden sei. Ferner wird betont, daß die Nationalisterungs-
Reichskabinett
ner Schriftleitung.)
Maßnahmen in der Landwirtschaft allein nicht genügen würden, um den notwendigen Zollschutz für Butter und Käse entbehrlich zu machen.
Industrie gegen die Kündigung
Demgegenüber wird aus industriellen Kreisen daraus hingewiesen, daß der Zollschutz für Butter und Käse für die Landwirtschaft bestenfalls einen Gewinn von etwa 70 Millionen bringen würde, während durch Rationalisierungs Maßnahmen weit mehr als eine Milliarde aus der Milchwirtschaft herauszuholen wäre.
Von den Eingaben, die aus Jndustriekreisen beim Reichskabinett eingegangen sind, sind die Denkschrift des Verbandes der deutschen Maschinenbau-Industriellen und die Eingabe des Zweckverbandes der I n d u st r i e - » n d Handelskammern zu Bochum, Dortmund, Essen und Münster hervorzuheben. In beiden Denkschriften wird auf die schädlichen Wirkung!» des holländischen Boykotts hingewiesen und betont, daß die Forderungen der Landwirtschaft, denen man gewiß Verständnis entgcgcnbringe, soweit sie berechtigt seien, doch nicht dahin sühren dürften, daß eine ganze Reihe wichtiger Handelsverträge gekündigt würden, die für die deutsche Exportindustrie von außerordentlicher Bedeutung sind. Die Landwirtschaft trage sich bekanntlich nicht nur mit der Forderung nach Kündigung des finnischen Handelsvcttra- ges, sondern da nicht nur der Butterzoll erhöht, sondern auch der Käse-Import erschwert werden soll, so würde die Kündigung anderer Handelsverträge mit Holland, Frankreich, Italien und Dänemark ebenfalls notwendig sein. Gegen ein solches Verfahren wird von Industrieseite der stärkste Widerspruch erhoben.
Es ist anzunehmen, daß die Regierung zunächst alle Berhandlungsmöglichkeiten erschöpfen wird, ehe sie sich zu dem folgenschweren Schritte einer Kündigung entschließt. Die Entscheidung des Kabinetts wird daher vermutlich auch heute noch nicht zu erwarten fein.
i *
Frankfurt a. M., 15. August
Der Verband der Hessen-Nassauischen Industrie- und Handelskammern hat sich gegen die betonten Bestrebungen, das deutsch finnische Handelsablommen zu kündigen, mit einer Eingabe an das Reichswirtschaftsministerium gewandt. Rach Darlegung aller gegen die Kündigung sprechen der Gründe richtet der Handelskammer-Verband an das Reichswirtschaftsministerium die Bitte, seinen Einfluß dahin geltend zu machen, daß von einer Kündigung des deutsch finnischen Handelsabkommens Abstand genommen wird. . ...
Die Welt im Zeichen der „Abrüstung"
(Von unserem Korrespondenten). q
Die beiden Punkte, um die der Hauptkampf geht, sind die Auslieferung des indischen Budgets (einschließlich der Militärausgaben, verlangen die Extremen!) an die kommende indische Selbstverwaltung, und die Festsetzung eines nahen und festen Termins für die Einführung des vollen Dominium-Statuts. Das Zweite würde notwendig das Erste einschließen. Was England zuzugestehen bereit ist, und was die Nehrus wahrscheinlich in diesen Tagen Gandhi im Namen der anglo-indischen Regierung überbracht haben, ist das Angebot, eine beschränkte Dominium-Verfassung, ohne volles Bud- getrecht, zur Grundlage der zugesagten Novemberkon- serenz in London zu machen.
Südafrika fordert Ltnabhängigkeit
Madeira, 15. August.
Der Premierminister von Südafrika, General H e r tz o g, gab an Bord des Dampfers, auf dem er sich zur britischen Reichskonferenz nach London begibt, einem Reuterkorrespondenten ein Interview Der Minister betonte, er halte die Anerkennung der Unabhängigkeit Südafrikas durch die Konferenz für hoch wichtig. Unter keinen Umständen, sagte General Hertzog, kann ich in dieser Frage irgend eine Ungewißheit zulassen. Wenn der Bericht der Reichstonferenz von 1926 zur Beratung kommt, in dem die Selbständigkeit des Dominions gewährleistet wird, dann wird es Rar gemacht werden, daß das Recht in Afrika, sich vom britischen Reich abzutrennen, unberührt Äeiden muß, und daß unsere Unabhängigkeit nicht? angeiaftet werden darf. Unter dieser Voraussetzung wird das südafrikanische Volk, wie ich fest glaube, bereit sein, von ganzem Herzen und immer stärker mit Großbritannien und den anderen Dominions zusammenzuarbeiten.
Henf, 15. August.
Das Generalsekretariat des Genfer Völkerbundes hat soeben sein Mtlitärjahr- b u ch im 6. Jahrgang herausgebracht. Wie immer so wird auch diesmal über die Heeres- und Marinestärken, die Luftwaffen und Rüstungsausgaben aller Länder berichtet. Der Generalbericht erstreckt sich diesmal auf nicht weniger als 61 Länder einschließlich ihrer Kolonien und Mandatsgebiete. Neu ist ein Verzeichnis der Rohprodukte der einzelnen Länder, die für die Landesverteidigung von Bedeutung sind. Interessanter und politisch bedeutungsvoller ist freilich das Bild, das wir auf Grund dieser Völkerbunds- statistik über ote Rüstungen in der Welt gewinnen.
Fragen wir zunächst tote es in Europa >ms- steht. Im Deutschen Reich stehen insgesamt 114 200 Mann unter den Waffen, die 665.7 Millionen RM. kosten. Das macht aus den Kopf der Bevölkerung gerechnet eine jährliche Rüstungsbelastung von 10,5 Mark. Frankreich besitzt 596 000 Mann unter Waffen, die 1,8 Milliarden Mark an Kostenaufwand erfordern, daß
jeder Franzose für feine Armee und Marine jährlich 43 Mark aufzubringen
hat. England mit seinen zahlreichen Kolonien besitzt 357 000 Soldaten, die 2,3 Milliarden RM. kosten. Sowjetrußland unterhält eine Armee von 562 000
Mann mit einem Militärbudget von rund 2 Milliarden Mark. Dies muß man wissen, um die kommunistische Parole zu verstehen: „Nieder mit dem Krieg!" Italien unterhält 660 000 Soldaten, Polen 266 000, die Tschechoslowakei 229000, Rumänien 206 000 und ganz Europa 3 906 900 aktive Soldaten, die insgesamt 11,3 Milliarden Mark in diesem Jahre kosten.
Wie schauts in Amerika aus? Die Vereinigten Staaten Nordamerikas unterhalten eine Armee und Marine von 165 000 Mann, die dem Land 2,8 Mil- liarden RM. kosten, was auf den Kopf der Bevölkerung 24 Mark im Jahre ausmacht. In Nord- und Südamerika insgesamt beträgt die Friedensstärke der Armeen und Marinen 473 000 Mann, die 3,9 Milliarden RM. erfordern. Die Landheere Asiens werden auf 2 Millionen Mann geschätzt und ihr Kostenauf- wand auf 1,8 Mtlllarden. In Afrika unterhalten nur Südafrika und Liberien Truppen, insgesamt 13 000 Mann mit 20 Millionen Mark Ausgaben.
Faßt man alle Staaten zusammen, so kommt man zu dem Ergebnis, daß es
gegenwärtig in der Welt 6,5 Millionen aktiver I Soldaten gibt, für die in diesem Jahre die Böl« ' ker 17 Milliarden Mark ausgeben.
Ist das nicht Wahnsinn? Wenn schon, dann kommt Europa dabei besonders schlimm weg. denn 65,6 Prozent der Rüstungen fallen auf Europa, 23,3 Prozent auf Amerika, 10,3 Prozent auf Asien, 0,7 Prozent auf Australien und 0,1 Prozent auf Afrika.
Nach anerkannten Schätzungen, beliefen sich die Rüstun gs ausgaben in der B-orkriegs- zeit auf 8 Milliarden Mark. Jetzt, zwölf Jahre nach dem Weltkriege wird für Kriegsvorbereitungen mehr als das Doppelte ausgegeben l Dabei versagt der Genfer Völkerbund in der Abrüstungsfrage bisher vollständig. Das kann schon niederdrückend stimmen. ,j
Tanks im Hochgebirge
Paris, 15. August.
Das. 504. Tank-Regiment von Valence in bet Provence hat eine mehrtägige Manöverübung in den Alpen hinter sich. Die Manöverausgabe bestand darin, die Tauglichkeit schwerer Tanks für Patrouillenfahrten int Hochgebirge zu erproben. Trotz des außerordentlich schlechten Wetters, das den Boden stark ausgeweicht hatte, und trotz der manchmal unerhört scharfen Steigungen hätten die Tanks ihre Aufgabe glänzend erledigt. Selbst auf mehr als 2000 Meter Höhe hätten die Tankmotoren vollkommen befriedigend gearbeitet.
Zaleski protestiert!
Warschau, 15. August. '
Rach der Rückkehr von feiner Eftlandfahrt hatte Außenminister Z a l e s k i eine Unterredung mit dem deutschen Geschäftsträger in Warschau.
Einem Bericht der Pressestelle des polnischen Außenminister zufolge, erhob Zaleski entfchieden Ein- fpruch gegen die Rede des Reichsministers Treviranus. Er betonte, daß durch folche Aeußerungen eines Kabinettsmitgliedes jede positive Entwicklung der gegenseitigen Beziehungen unmöglich gemacht und, was noch schlimmer sei. eine Stimmung geschaffen werde, die mit den Grundsätzen einer friedlichen Zusammenarbeit im Widerspruch stehe.
Geschmuggelter Kaffee
Das Lastauto mit dem doppelten Boden.
Hamburg, 15. August.
Im Freihafen ist man einem Kaffeeschmuggel auf die Spur gekommen, von dem man noch nicht weiß, welchen Umfang er annehmen wird. In dem einem Hamburger Kaffeehandler gehörenden Lastauto wurde von einem revidierenden Zollbeamten ein doppelter Boden entdeckt, in deut zwei Sack Kaffee verborgen lagen. Das Lastauto und der Kaffee wurden beschlagnahntt, der Kaffeehändler verhaftet und sein Vermögen beschlagnahmt.
Hterdurch war man einer Schmugglerbande auf die Spur gekommen, weil es gelang, einen weiteren Lastwagen, der der Bande gehörte, ficherznstellen. Rach den bisherigen. Ermittlungen haben die Schmuggler, die noch mit einem dritten Lastwagen arbeiteten, in den letzten Monaten mindestens 1400 Sack Kaffee aus dem Freihafeng:biet un- verzollt in das Stadtgebiet gebracht. Drei Personen sind bereits in dieser Angelegenheit verhaftet worden, und die Staatsanwaltschaft sucht nach unu< reu Beteiligten,