Montag, 28. 3ufi 1930 / 1. Beilage
Kasseler Treueste Aachrlchten
Die grosse markej
ersuchen, die den Raucher durch ihren Duft und ihr liebliches Aroma fesseln*
MAKEDON'
Fragt sich der Raucher jedesmal beim Kauf einer
tenau mit seiner Maschine ins Rutschen und verlor die Gewalt über das Steuer. Während der Motorradfahrer mit unerheblichen Verletzungen bei dem Sturz davonkam, wurde der Beifahrer, der Vater des Fahrers, ein üljähriger Schuhmachermeister aus Kassel, aus dem Sattel geschleudert und mit großer Wucht gegen eine Mauer geschleudert, so daß er schwerverletzt und besinnungslos auf der Stelle liegen blieb. Er hatte neben Arm- und Beinbrüchen innere Verletzungen und eine Gehirnerschütterung davongetragen und mußte von der Hauptsanitätswache in das Marienkrankenhaus überführt werden.^
Zigarette, warum er gerade dieser den Vorzug gibt? Wer wirklich von einer Zigarette das vorzügliche Aroma erwartet, das den köstlichen Genuß des Rauchens gewährt, sollte unsere hochwertigen Marken
Am Holländischen Platz hatte ein auswärtiger Motorradfahrer das Mißgeschick, mit seiner Maschine in den Gleisen der Straßenbahn hängen zu bleiben, so daß er zu Fall kam. Er selbst kam mit unerheblichen Verletzungen davon, indessen erlitt seine 1ü- jährige Beifahrerin neben anderen stark blutenden Verletzungen auch eine Gehirnerschütterung so daß sie in das Marienkrankenhaus überführt werden mußte.
Aus der Straße von Kassel nach Uschlag geriet ein Motorradfahrer in ein heimtückisches Schlagloch und kam mit seiner Maschine zu Fall. Während sich dies-
Ein Tag der Lebensmüden
Die Kriminalpolizei nahm Freitag mittag ein 23- jähriges Mädchen unter dem dringenden Verdacht des Diebstahls fest und überführte es in das Polizeigefängnis. Dort hat das Mädchen wenige Minuten nach seiner Einschließung in der Zelle durch Erhängen Selb st mord verübt. Als man die Unglückliche fand, war der Tod bereits eingetreten. Die Leiche wurde in das Karlshospital überführt. — Um besonderen Gerüchten entgegenzutreten, sei noch mit- geteilt, daß das dem Mädchen zur Last gelegte Vergehen an sich gering war, so daß das Aufsichtspersonal des Polizeigefängnisses nicht mit einem solchen Verzweiflungsschritt der Nestgenommencn rechnen konnte. Das Mädchen, das sich ohne Stellung und wohnungslos seit längerer Zeit in Kassel aufhielt, ist anscheinend durch einen etwas lockeren Lebenswandel auf Abwege gekommen und hat sich unter dem Druck einer schweren Depression das Leben genommen.
Im Laufe des Samstag und Sonntags mußten die Unfallwachen in Kassel dreimal in Fällen eingreifen, in denen sich erwachsene Menschen das Leben nehmen wollten. Zunächst versuchte Sonnabend abend ein in der Graustraße wohnender Arbeiter, sich auf dem Heuboden seines Hauses zu erhängen. Sein Vorhaben wurde indes noch rechtzeitig bemerkt, so daß er abgeschnitten und nach längeren Wiederbelebungsversuchen wieder ins Bewußtsein zurückgerufen werden konnte. Er wurde dem Karlshospital zu- gesührt.
In ihrer elterlichen Wohnung in der Rosenstraße versuchte sich ein 27jähriges Mädchen mit Gas zu vergiften. Da aber der Vater überraschend noch einmal in die Wohnung zurückkehrte, fand er die Tochter noch rechtzeitig auf. Die Wache Orleansstraße stellte erfolgreiche Wiederbelebungsversuche an, mit denen die Lebensmüde jedoch nicht einverstanden zu sein schien, denn sie mußte zu ihrer eigenen Sicherheit ebenfalls in das Karlshospital gebracht werden.
Der Rettungstrupp der Hauptfeuerwache mutzte sich Sonntag abend um einen älteren Mann bemühen der sich mit Gas zu vergiften versuchte. Die Wiederbelebungsversuche waren auch hier von Erfolg, fo daß der Mann in seiner Wohnung belasten werden konnte.
7lr. 174 / Zwanzigster Jahrgang
Kastel, 28. Juli
Der Kreistag für den Landkreis Kos- s e l trat heute morgen im Kreishaus zu einer inhalt- reichen Sitzung zusammen, die sich — wie bereits in den Vorberichten hervorgehoben — vorwiegend mit der Bekämpfung der Wohnungsnot und der Minderung der Erwerbslosigkeit befaßte. Die Vorlage des Kreisausschusses auf
Aufnahme einer Anleihe von 200 000 Mark zur Belebung des Arbeitsinarktes und zur Förderung des Wohnungsbaues
wurde von Landrat v. Pappenheim ausführlich begründet. Er wies daraus hin, daß sich der Kreistag in den letzten Jahren die Bekämpfung der Wohnungsnot besonders angelegen sein liefe. Er habe dabei die verschiedensten Wege eingeschlagen, zu denen vor allem die Streckung der aus der Hauszinssteuer zur Verfügung stehenden Hypothekenmittel gehörte. Vor drei Jahren wurde eine Anleihe von 500 000 Mark ausgenommen, aus der verbilligte zweite Hypotheken zur Verfügung ge- stellt werden konnten. Wenn es auch jetzt im Landkreise Kastel bereits Gemeinden gäbe, die eine eigentliche Wohnungsnot nicht mehr haben so sei doch andererseits das Bedürfnis nach Neuwohnungen immer noch recht grofe.
Was aber gegenwärtig in erster Linie die Belebung des Baumarktes erfordere, sei
die finanzielle Belastung bet Gemeinden durch die steigenden Wohlfahrtslaften.
Die Landgemeinden haben keine Ursache, darüber zu klagen. iwß ihre schwere Not bei den "'"ßgebe-den Zentralstellen kein Verständnis findet. Man habe in den Zentralstellen leider immer noch die Gepflogenheit, wie hypnotisiert auf die großen Städte zu blicken und deren Grundsätze und Möglichkeiten der Finanzwirtschaft schlechthin zu verallgemeinern. Die ständig steigende Zahl der Erwerbslosen, die in die Wohlfahrtsfürsorge überfsibrt werden müsse, drohe die geordnete Haushaltsführung der Landgemeinden endgültig zu vernichten. Neue Steuererhöhungen sind zur Zeit wegen der Bestimmungen der Aufsichtsbehörden nicht möglich; aber selbst dann, wenn die Gemeinden Steuererhöhungeu vornehmen dürften, würde kaum ein Pfennig mehr in die Kasten kommen, denn
die Steuerkraft der Einwohnerschaft sei schlechthin erschöpft.
Ob die sich jetzt von der R ei chs re g i erun a erlassenen Notverordnungen zum Vorteil der Gemeinden auswirken werden, könne bereits beute bezweifelt werden. Die Bürgerabaabe und die Getränke- und Schankverzehrsteuer feien für die Landgemeinden höchst fragwürdige Geldguellen. da sie ia von denen aefveist werden fallen, deren Steuerkraft bereits erschöpft fei Enttäuscht seien die Gem-inden fernerhin mit Recht über die endgültige Gestaltung des Volks- fchullasienausaleichs. Während man ihnen fiter zunächst aoldene Berae versprochen habe fei das Endergebnis höchst mäßig. Aus der einen Seite gibt man den Gemeinden zwar einige Erleichterungen, um sie jedoch auf der ander»» Seite durch eine Streichung der Eraän»unaszvfchüffe wieder erfieblich zu fchädiaen. Auf diele aefafi^polle Lage Ser Gemeinden fei teit O»U binaewiefen worden, ohne daß Abhilfe aefchgfsen wurde.
Die Aufugfime einer «nleifie von AB non Mark ftelle einen Akt der Selbsthilfe dar mit dem Vorsatz, die Mittel noch in diesem rcabr dem Baumarkt Zu- zusülmen und die Gemeinden voi-überaebend von den schweren Lasten der WobsigsirtStürforoe ru befreien. Aus den Anleihemitteln sollen 40 Säufer errichtet werden, auf die für jede Wobui,na etwa 4000 Mark als verbilligte Hypothek entfallen. Der
600000 Mark für die Wirtschaft des Landkreises Sine bedeutungsvolle Kreistagssitzung
Zinsfuß soll nämlich nur 4 Prozent betragen Da die Anleihe zu etwa 9 Prozent zu haben ist, übernimmt der Kreis die Zinsdifserenz, die aus Dem Fonds der zurückfließenden Hauszinssteuerhypotheken gedeckt werden soll, so daß eine Belastung des laufenden Haushaltsplans nicht etntritt. Ueber vtese Mute! hinaus will der Kreis noch versuch».,, ans dem von Der Reichsregierung Zur Verfügung gestellten Fonds von 100 Millionen Mark weitere Mittel für den Wohnungsbau zu erhalten.
In der Aussprache
wandte sich zunächst Abg. Linge-(Wirtschaftspar- let) gegen die Hessische Heimstätte und stellte die Forderung aus, daß Die jetzt zu errichtenden Wohnungen nicht mehr als 40 bis 45 Mark Monatsmiete kosten dürften.
Landrat v. P a p p e n h e i m erwiderte sofort, daß ein solcher Mietpreis noch viel zu hoch sei. Man vaoe an 30 bis 35 Mark für ine Wohnung gedacht
Für die Arbeitsgemeinschaft stimmte Abseordne- :er Range der Vorlage zu und sprach dabei die Bitte aus, bet Vergebung der Arbeiten in erster Vinte die kreiseingesessenen Handwerker zu berücksichtigen.
Abg. P r e ch t (Soz.) führte aus, daß die Anin he ein Gesamtkapital von etwa 600 000 Mark in die Wirtschaft des Kreises hineinbringen werde. Tie vorgesehene Bautätigkeit erfordere rund 240 000 Mark Löhne und gebe bei etwa 30000 Tagewerken etwa 1000 Erwerbslosen ungefähr ein Vierteljahr Arbeit Zu den Arbeiten sollen in erster Linie diejenigen Erwettbslofen herangezogen werden, die bereits feit langer Zeit auf der Straße liegen und aus den Wohlfahrtsmitteln der Gemeinden unterhalten werden muffen.
Abg. Rüdiger (Arbeitsgemeinschaft) wies die Ausführungen des Vertreters der Wtrtschaftspartei als ungeeignet zurück und bezeichnete auch seinerseits einen Mietpreis von 40—45 Mark als viel zu hoch.
Nach Beendigung der Aussprache wurde d t e Vorlage des Kreisausschusses einstimmig auge- nommen mit der Maßgabe, daß der Zeitpunkt und Die näheren BMngungen für die Aufnahmen der Anleihe vom Kreisausschuß festgesetzt werden sollen. Die Aufnahme soll so befchleunigt werden, daß die Bauarbeiten bereits im August in Angriff genommen werden können.
Die Aufnahme eines Tarlehns von 32600 Mark aus der wertbefchaifsenden Arbeitslofeitfür- sorge für die Notstandsarbeit „Landstraßenmäßiger Ausbau der LaüdwecteveübinLung Kastel—Hann.- MündeN* wurde ebenfalls einstimmfig angenommen. Landrat von Pappen heim wies dabei darauf hin, daß dies das vorletzte Darlehen für die bereits fertiggestellte Arbeit sei. Leider habe der Bezirksverband zur Zeit nicht die Mittel, um das wichtige Zwischenstück zwischen S ch o ck e t a l und Wilhelmshausen teeren zu lasten, so daß diese immerhin wichtige Strecke vorerst noch für den schweren Lastkraftwagenvekkehr gesperrt bleiben müßte.
Die Mittel für die beabsichtigte Umgestaltung des Bahnüberganges der Kleinbahn Wilhelm sh öhe-Naumdurg wurden ebenfalls einstimmig bewilligt, nachdem Landrat v. Pappenheim erklärt hatte, daß man für diese Arbeit einen Zuschuß des Bezirksverbandes erwarten könne.
In den Ausschuß des Elektro-Zweckvecbandes MitteUdeutschland wurden die Abgg. Precht als Mtglied und Freiherr Waitz von Eschen als Stellvertreter delegiert.
Nach Besprechung einiger kleiner Angelegenheiten war die Tagesordnung erschöpft und dir Sitzung konnte noch Inständiger Dauer geschlossen werden
3m grünen Gtadtparl
Endlich einmal wieder ein Abend, der de« Aufenthalt im schönen Stadtparkgarten gestattete. Und wie immer empfand man, dah der Kasselaner in seinem «tadtvarkaar- ten einen Aufenthaltsort besitzt, wie man ibn selten findet. zumal es die Brüder Henkel verstehen, ihre Gaste auf» beste zu unterhalten. „ , „ , _ ...
Auch das neue Programm bietet Gutes neben Amüsantem. Mit sehr netten ur > überraschenden Künste» wartet ein „Zauberer" ai-f und zuletzt ist man mit Hilfe einer .Zauberbrille" selbst verhext und bildet sich ein. alle müg- lichcn harten und weichen Gegenstände den Kovi zu bekommen — aber . . . es scheint nur io, und ohne „Zauber- brtlle" ist die ganze Sache nichts.
Ausgezeichnet ist der Film:
Nachtwelt.
Trägerin der Hauptrolle Anna May-Wong. Nachtleben i® London — im Piecaüilly, dem Lergnügunaslotal der oberen Zehntausend, in dem Victor und Mabel, ein hervorragendes Tanzpaar, die Attraktion änd. „Sie von „ibm zur Tänzerin gemacht, ohne ihn — nichts als DurchschnlM Das sagt er ihr, als er sich, da er ihr Liebesverhältnis zu dem Besitzer des Tanzlokals nicht länger ertrage» kann, von ihr trennt. Was er prophezeit bat, trifft-,». Sie »er- steht das Publikum nicht zu schein, sodav der Besitzer sich nach einer anderen . Zugnummer" umsehen mutz, «choscho. eine kleine chinesische Tellerwäscherin, derem schlangengleichen Tanz er in seiner Küche einmal, zugesehen. wird engagiert. Ihr Austreten wird zur jecmatton. Hätte „sich die kleine Schoscho mit ihrem künstlerischen Erwlg begnügt, so wäre ihr eine glänzende Lausbadn sicher gewesen — aber ... sie wollte die Liebe ihres Brotgebers und sie stirbt von der Hand ihres eifersüchtigen chinemAn Liebiten.
Hervorragend sind die Bilder aus dem nächtlichen London mit seinem. Glanz aus der einen Seite - feinerUnter- well im Chinesenviertel. Der Tanz Anna Mav-Wongs ihr Spiel einsach meisterlich! Es ist «n SiUn. um desient- mitten allein schon sich der Besuch des Stadtvarkgarlens lohnt. *e4*
Film her Unfälle
Ein folgenschwerer Motorradunfall trug sich Sonntag nachmittag in Spangenberg zu. Ein Motorradfahrer aus Kastel kam auf der abschüssigen Straße am Ausgang des Städtchens nach Hess. Lich-
Wettervoraussage bis Dienstag abend.
Meist bewölkt, nach vorübergehender Aufheiterung noch aufkommende Neigung zu gewitterischen Regen- fällen, bei mäßigen Winden aus südwestlicher R«y- tung ziemlich warm und schwül.
Wohl« gehe« wir am Dienst«?
Kleines Theater: „Hasenklein kann nichts dafür". M UhL. Stadtpark: „Tante Jutta aus Kalkutta' . 90,30 Uhr.
Stadtparkgarten loder kl. Saal): Konzert mit Jilmscha«.
mal der Beifahrer durch Abspringen rechtzeitig in Sicherheit bringen konnte, erlitt der Fahrer einige Knochenbrüche und Verstauchungen, so daß er von den Arbettersamaritern zu einem Arzt und bann in feine Wohnung gebracht werden mußte.
Aus Freude über seine Rückkehr aus einer Lungenheilstätte genehmigte sich Sonnabend abend ein älterer Mann einen kleinen Freudentrunk, der ihn, den seit langer Zeit des Alkohols entwöhnten, recht bald von den Beinen brachte. Als er dann noch den Heimweg antreten wollte, kam er in der Nähe deS Hauptbahnhofes auf der Straße fo schwer zu Fall, daß er bewußtlos liegen blieb. Man stellte fest, bag der Mann eine schwere Gehirnerschütterung davongetragen hatte. Er wurde in das Karlshospital über« führt," wo er bedenklich darniederliegt.
Am Pferdemarkt lief ein vierjähriges Kind einem Motorradfahrer beim Ueberqueren des FahrdammeS direkt in die Maschine, so daß es zu Boden gerissen und nicht unerheblich verletzt wurde. Das Kind mußte in das Landeskrankenhaus gebracht werden.
Auf einem Ausflug nach Eschwege stürzte ein am Holzmarkt wohnender junger Mann so schwer mit seinem Fahrrad, daß er einen Beinbruch und schwere innere Verletzungen erlitt und von den Arbeitersamaritern in das Landeskrankenhaus überführt werden mußte.
In einem Privatgarten an der Prinzenquelle fiel ein achtjähriges Mädchen aus der Westendstratze so unglücklich aus der Hängematte, «daß es ttotz der geringen Höhe einen komplizierten Bruch des Ober- und Unterarmes davontrug. Die Klein« fand Auf« nähme im Landeskrankenhaus.
Bei einem Ausflug kam in der Haseicheck« eine ältere Frau aus der Philippistrafee zu Fall und erlitt einen Bruch des Fußgelenkes. Die wurde durch die Arbettersamariterkolonne zum Arzt und dann in ihre Wohnung transportiert.
Beim Befahren des Renlihofes fuhr am Sonnabend ein Radfahrer infolge eines Kettenschadens an feinem Fahrrade gegen eine Mauer. Er zog sich eine starke Wunde am Kopf zu. Der Verunglückte wurde durch einen Poli zerbeamten der Sanitätswache Fuldabrücke übergeben, Die ihn verband.
$om Hallenbad. Die Nacharbeiten an der Decke deS Hallenbades nehmen auch Dienstag in Anspruch, fodatz das Bad an diesem Tage noch geschlossen bleibt und der Be- trieb erst am Mittwoch wieder ausgenommen werden kann.
Heerschau der Ufa. Born Montag, den 98. Juli bi» 31« Juli werden der gefamte,deutsch« Mitarbeiter- und Bcrtre- terftab der Ufa sowie verschiedene Herren der ausländische« Organisationen der Ufa zu einer Tagung »ulammen kommen, wo gewissermaßen die Tru^erttüb«r der Uia über die Marschroute des kommenden Gefchaftsiabres untemch- tet werden. Vorträge über sämtliche Probleme des Pro- duktions-, Verleib- und Tbeatergeschafts. Besichtigungen und gesellschaftliche Veransialtungcn vervollständigen 6a» Programm.
Arnes aus Kassel
Stadlverordneler
Seinnch Mfferfchmldt t
Seinen Verletzungen vom 18. Juni erlegen.
Der blutige 18. Juni, an dem es aus Anlaß der nationalsozialistischen Versammlungen an verschiedenen Stellen der Stabt zu schweren Zusammenstößen kam, hat nun doch noch ein Todesopfer gefordert vn der Nacht zum Sonntag verstarb im Landeskrankenhaus der nationalsozialistische Stadtverordnete Heinrich M e s s e r s ch m i d t an den Folgen der schweren Messerstiche, die er am Abend des 18. Juni bei den Zwischenfällen an Der Garnisonkirche von unbekannten Tätern erhalten hatte. M erhielt da mals mehrere Messerstiche, von denen einer auch das Rückgrat verletzte, so daß der Ueberfattene damals schon tn hoffnungslosem Zustand in das Landeskrankenhaus gebracht werden mußte. Die Hoffnuna der Aerzte, den Siebenundfünfzigjährigen am Leben erhalten zu können, hat sich leider nicht erfüllt Mes- serschmidt, der von Beruf Kaufmann ist und überall als ein ruhiger, besonnener Mann bekannt war, gehörte der Stadtverordnetenversammlung seit 1924 an
Leider haben die Ermittlungen der Polizei über die Urheber der bl—igen Ausschreitungen am Abend des 18. Juni noch zu keinem Ergebnis geführt, obwohl, wie erklärt wird, die zuständigen Stellen alles getan haben, was in ihrem Vermögen lag. Es handelt sich eben um Zwischenfälle die in einer Gruppe von Hunderten von Menschen sich abgespielt, so daß selbst Augenzeugen der Gesamtvorfälle nicht immer in der Lage sind, zutreffende Einzelheiten anzugeben
Der Tod des Stadtverordneten Messerschmidt und das Schicksal der übrigen von den Vorgängen des 18. Juni betroffenen Personen ist jedenfalls für den jetzt bevorstehenden Wahlkampf eine dringende Mahnung an alle Bevölkerungsgruppen, die politischen Auseinandersetzungen in sachlicher Weise und mit Rücksicht auf die Ueberzeugung des anderen Menschen zu führen. rg.