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Hummer 162*
Montag, 14. Juli 1930
20. Jahrgang
cnau
Brüning verhandelt mit den Deutschnationalen
Letzter Versuch zur Mehrheits-ildung / Kommt es doch zur Anwendung des Artikels 48? / Ernste Krise in Aegypten
Kompromiß in der Kopfsteuerfrage
Einigung der Regierungsparteien wahrscheinlich
Deutschland und Paneuropa
Von Staatssekretär z. O. Freiherr v. Rheinbaben M.d.R.
th. Berlin, 14. Juli.
Der heutige Montag wird wahrscheinlich die Entscheidung darüber bringen, ob die zweite Lesung der Steuergesetze in der Dienstagsitzung des Reichstages überhaupt noch in Angriff genommen werden soll, oder ob es bereits heute zur Anwendung des Artikels 48 — evtl, sogar zur Reichstagsauftö- sung! — kommt.
Das Reichskabinett wird noch heute nachmittag über diese schwerwiegende Frage Beschluß fassen, aber nicht ohne vorherige Verhandlungen mit den Führern der Opposition. Man rechnet für heute mit Unterredungen des Reichskanzlers mit den Führern der Deutschnationalen Hugenberg, Graf Westarp und Dr. Oberfohren und wahrscheinlich auch mit einer Unterredung mit Dr. B r kitsch e i d, dem Führer der sozialistischen Fraktion. Diese Besprechungen sollen zeigen, ob überhaupt noch Aussicht auf eine Mehrheitsbildung im Reichstag besteht, oder ob cs nicht besser ist, vor einem ablehnenden Beschluß des Reichstags die Stcuergesetze iin Wege der Notverordnung unter Anwendung des Artikels 48 zu beschließen.
In diesen Deramngen mit der Opposition liegt die eigentliche Entscheidung; was sich inzwischen am Sonnabend nachmittag und am Sonntag in Gestalt von Verhandlungen- der Regierungsparteien abgespielt hat, hat demgegenüber nur sekundäre Biedert tunq. Die beiden Konferenzen der Finanz- sachver ständigen der Regierungsparteien, die am Sonnabend nachmittag unter dem Vorsitz des Mnanzministers Dr. Die'ricki am S-nm tag vormittag jedoch, wegen einer Erkrankung Dietrichs, ohne den Minister zusammentraten, haben diesmal zu einer ziemlich weitgehenden
Einigung der Regierungsparteien geführt, und in Regierungskreisen ist man bereits wieder geneigt, aus dieser Tatsache optimistische Schlußfolgerungen zu ziehen. Aber eine Einigung der
setzung eines vollständig geänderten Programms und zu einem so weitgehenden Kurswechsel ist im Augenblick keine Möglichkeit mchr vorhanden.
Die Deutschnationalen lassen ebenfalls verlauten, daß sie nicht daran denken, das Regiernngs- programm zu unterstützen, besonders, nachdem es urch das gestrige Sonntagskompromiß verschlechtert worden ist, da ja die Kopfsteuer, aus die die Deutschnationalen Wert legen, nur noch fakultativ eingesührt werden soll. Ob es bei dieser Stellungnahme der Deutschnationalen bleibt, und ob diese Partei gesonnen ist, ihrem Widerspruch gegen das Brüningsche Programm auch das Osthilfegesetz zu opfern, muß abgewartet werden. Vorherige Erklärungen stehen nicht immer im Einklang mit der endgültigen Stimmenabgabe.
Im Augenblick aber find die Ausfichten für eine Hilfsbereitschaft der Rechten tatsächlich schlecht, jedoch wird fich alles weitere darüber erst aus den heutigen Besprechungen des Kanzlers mit Hugenberg und Graf Westarp ergeben.
^Deutsche Leigen-Partei*
Berlin, 14. Juli.
Bekanntlich hat die Ledigensteuer, die eine Hauptstütze des Programms der Regierung darstellt, in den Kreisen der Ledigen heftigen Widerspruch hervorgerufen. Nunmehr befindet sich in der „Kölnischen Zeitung" folgendes Inserat: „D. L. P. Deutsche Ledigen- Parteigründung bevorstehend. Lediger • tüchtiger Bolkswirtschaftler, Jurist, glänzender, Redner, gesucht. Angebote unter ..... an......“
Mit der Lediaen-Partei wird es also ernst. Gleichzeitig läßt das Inserat darauf schließen, daß sich die Ledigen gegen die neue Steuer mit aller Kraft zur Wehr setzen wollen.
Vis zum 15. Juli hat Herr Briand die Antworten der beteiligten Regierungen auf das französische Memorandum über die Organisation einer „Europäischen Bundesordnung" vom 1. Mai d. I. erbeten. Das Auswärtige Amt hat den Entwurf für diese Antwort fertiggestellt und ihn nach Beratung in den auswärtigen Ausschüssen des Reichstages und Reichsrates dem Kabinett zur endgültigen Beschlußfaffung vorgelegt. Die deutsche Außenpolitik tritt damit nach kurzer Pause und nach Abschluß der jahrelangen Verhandlungen über den Youngplan und die Rheinlandräumung wiederum in den Beginn einer großen internationalen Aktion ein, deren Schatten aller Voraussicht nach in den nächsten Jahren wohl über schlechthin allen Einzelhandlungen der deutschen Außenpolitik liegen wird. Im folgenden sei der Versuch gemacht, in kürzester zusammengedrängter Form das vom deutschen Gesichtspunkte aus für den augenblicklichen Stand der Aktion Wichtigste zusam- menzufasien.
Welches war der Hauptinhalt des Memorandums? Die französische Regierung greift eine von Herrn Briand veranlaßte lose F-lHMcksdiskussion der letzten VMerbundsverfammlung—» und vräzisiert in ^^-aschenv detailliertet Form ihre Ansichten für eine „Europäische Bunde so rdnun g“, die im wesentlichen auf nichts anderes hinausläuft, als auf eine Stabilisierung des heutigen Zustandes mit interner weiterer Verstärkung des französischen Einflusses. Neben dem Völkerbund soll eine auf die europäischen Staaten (mit Ausnahme von Rußland und der Türkei) beschränkte Organisation aufgebaut werden, deren ständiger Ausschuß — ähnlich wie der Rat im Völkerbunde — die Geschäfte führt. Ein neues, permanentes Sekretariat in Genf soll der notwendige bureaukratische Apparat sein. Die als „regionale Vereinbarung" im Rahmen des Völkerbundes zu schaffende Bundesordnung soll bewußt die Politik
Aegypten vor der Revolution?
Eigener Drahtbericht.
Regierungsparteien hat in der gegenwärtigen Lage leider nicht viel zu bedeuten, weil dadurch ja noch keine Mehrheitsbitzsung gewährleistet wird. Diese Einigung des Regierungsblocks hat fich am Sonntag mittag auf folgender Basis vollzogen: Es handelte sich vor allem noch um die Einfügung der Kopfsteuer in das Regierungsprogramm, eine Frage, über die am Sonnabend nachmittag die Demokraten und die Volksparteiler nicht einig werden Am Sonnig bat man nun eine neue Kompromißlinie in der Weise gefunden, daß
die Kopfsteuer vorläufig nur fakultativ eingeführt werden soll, und daß nach dem 1. April nächsten Jahres die obligatorische Einführung in Betracht kommen würde und zwar auch nur dann, wenn in den betreffenden Gemeinden der Satz der Realsteuern das Matz vom 1. Juli des Jahres überschritten hat.
Es sollen noch weitere verhältnismäßig komplizierte Sonderbestimmungen mit diesem Kompromiß verbunden fein, aber man braucht schon um deswillen im Augenblick nicht näher daraus einzugehen, weil noch nicht einmal feststeht, ob die Fraktionen des Regierungsblockes diesem Kompromiß endgültig zustimmen werden. Heute werden die Fraktionen selbstverständlich alle zu neuen Sitzungen zusammentreten, aber wenn dabei z. B. der preußische Finanzminister Dr. Höpker- Aschoss wieder in der demokratischen Fraktion das Wort ergreifen will, so wäre es durchaus möglich, daß er bei seinem bekannten Widerstand gegen die Kopfsteuer das Votum der demokratischen Fraktion im Sinne einer Ablehnung beeinflußt.
Oie Schwierigkeiten der Mehrheitsbildung
Für die Regierung kommt es jetzt lediglich darauf an, daß sie mit den Deutschnationalen zu einer Meht- heitsbilüung gelangen kann. Die Sozialdemokraten kommen für eine Hilfsstellung nicht mehr in Betracht. Sie haben vielmehr dem Kabinett und seinem Programm den schärfsten Kampf angesagt. In „Die Welt am Montag" wir» vom sozialdemokratischen Führer Dr. Breitscheid heute über die letzte Besprechung des Kanzlers mit den Sozialdemokraten berichtet, daß der Kanzler garnicht nach den Bedingungen gefragt habe, unter denen die Sozialdemokraten Mitarbeiten würden. Er habe ihnen vielmehr einfach die Alternative vor Augen geführt: Entweder parlamentarische Mehrheit oder Artikel 48. Die Sozialdemokraten sind nun zwar prinzipiell gern (bereit, die große Koalition zu bilden, damit die Anwendung des Artikels 48 vermieten wird, aber sie sind zu einer solchen Mitarbeit nicht für das Kabinett Brüning und nicht für das jetzige Finanz- Programm zu haben, sondern nur unter der Voraus
London, 14. Juli.
„Daily Mail" spricht die Befürchtung aus, daß Aegypten unmittelbar vor einer Revolution stehe. Der diplomatische Korrespondent des Blattes schreibt: Führende ägyptische Rationalisten in London und Kairo sprechen ganz offen von der kommende» Revolution; sie erörtern die Möglichkeit der Ausrufung einer ägyptischen Republik mit Nahas Pascha als ersten Präsidenten oder die Möglichkeit einer Absetzung des Königs Fuad und die Ausrufung seines Sohnes, des zehnjährigen Prinzen Farouk, zum Könige. In diesem Falle würde die Regierung von einem natürlich aus Wafd- Mitgliedern bestehenden Regentschaftsrat geführt werden.
Auch „Daily Rems and Chroniele" befaßt fich in einem Leitartikel mit der Möglichkeit von Unruhen in Aegypten und sagt, König Fuad habe anscheinend beschlosien, ohne Parlament zu regieren und so gut wie ganz Aegypten herauszusordern. Für den Fall ernster Unruhen verlafie der König fich offenbar auf die Hilfe britischer Bajonette. Unter diese» Umständen habe die britische Regierung die Pflicht, dem König unverzüglich zu sagen, daß sie zwar Leben und Eigentum der Ausländer in Aegypten, nicht aber den König selbst vor den Folge» seiner versafinngs- widrigen und herausfordernde» Handlungsweise schützen «erde.
Londoner Klottenpakt in Gefahr?
Kampfstimmung im amerikanischen Senat.
Washington, 14. Juli
Die Annahme des Londoner Flottonpaktes ist, wie die Dinge heute liegen, keineswegs mehr so unbedingt sicher ,wie man anfänglich annehmen konnte. Anw Präsident Hoover ist zu dieser Erkenntnis gelangt und hatte deshalb auf seine Weekend-Fahrt einige republikanische Senatoren eingeladen, um mit ihnen in aller Ruhe die Lage zu bespiechen.
Inzwischen hat das Büro des Senats alle Senatoren noch einmal einzeln aufgefordert, zu den Beratungen zu erscheinen, da sonst die Gefahr besteht, daß das Haus beschlußunfähig werden könnte. Der Antrag des Senators N o r r i s hat erneut eine Kampfstimmung erzeugt, die nichts Gutes verrät. In diesem Anträge wird verlangt, daß die
Ratifizierung unter der Bedingung erfolge, daß Abänderungen, die auf die Artikel des Vertrages felbst Bezug haben, angenommen werden können, und daß keinerlei gleichzeitig mit dem Flottenpakt abgeschlossene Geheimpakte bestehen. Dadurch würde die ganze Frage eines ettoaigen Geheimabkommens, dessen Existenz Hoover bekanntlich mehrmals energisch verneint hat, wieder ausgerollt.
Da der Pakt mit Aweidrittel-Mehrheit der anwesenden Senatoren angenommen werden muß, und da sich bekannttich bereits 23 Senatoren für eine Ablehnung des Paktes ausgesprochen haken, falls der Antrag Nortis nicht angenommen wird, ist die Lage kritischer denn je
Tardieu verteidigt seine Politik
Paris, 14. Juli.
Ministerpräsident Tardieu hielt auf dem Festbankett der Generalversammlung der ehemaligen Frontkämpfer des Loiregebietes in Montbrison eine politische Rede, in der er feine Politik verteidigte. Drei Gründe nationaler Natur hatten ihn, fo führte er u. a. aus, veranlaßt, das Parlament in die Ferien zu schicken. Erstens hatte man die Tagung um Wochen verlängern müssen, wenn man die Wirtschaftsreform hätte verabschieden wollen. Zweitens habe er manchmal zweimal am Tage lebhaften Angriffen standhalten und fortgesetzt die Vertrauensfrage stellen müssen. Es sei nicht notwendig, Frankreich glauben zu machen, daß die einzige Aufgabe der Parlamente darin bestehe, Minister zu stürzen. Der dritte Grund, der ihn zur Schließung veranlaßt habe, sei, daß die Menschenkraft eine Grenze habe.
Im übrigen erklärte Tardieu: Neuzehntel des Programms seien erledigt. Die Kredite für die nationale Verteidigung, die die zuständigen Patlamenls- ausfchüsse bewilligt hätten, würden auf verfassungsmäßigem Wege, wie es während der Ferien üblich fei, in Kraft gesetzt. Im übrigen bestehe die Politik der Regierung noch für viele Jahre darin, eine Zukunft des organisierten Friedens und der Stabilität vorzubereiten und die bisher erzielten Gewinne zu erhalten. Diefe Gewinne feien nationale Unabhängigkeit, militärische Sicherheit, finanzieller Ausgleich, wirtschaftliche Tätigkeit und Crbnung im Inneren des Landes.
voranstellen und erst auf Grund weiterer politischer Befriedung soll eine engere wirtschaftliche europäische Zusammenarbeit in „liberalem Sinne“ erfolgen. Der für diese von Frankreich erstrebten europäischen Ordnung schlechthin wichtigste Satz des Memorandums ist bezeichnenderweise in Klammer» gesetzt und lautet dem Sinne nach dahin, daß „bei Wahrung der nationalen Souveränität jeden Staates der Vorteil kollektiver Solidarität erstrebt werde» müsse, dessen allgemeiner Ausbau in Ausdehnung der in Locarno begonnenen Politik der internationalen Garantien auf die ganze europäische Gemeinschaft schließlich eine Zusammenfassung aller Sonderabkommen in einem allgemeinere» System zur Folge haben soll". Keineswegs dunkel ist der Sinn dieses für moderne französische Völkerrechtsziele besonders typischen Satzes! Er besagt nämlich nichts anderes, als die Sehnsucht nach weiteren Garantierungen von Grenzen, d. h. den bewußten Verzicht auf die deutsche Revisionsforderung im Osten ! Letzten Endes wäre ein solches über ganz Europa ausgebreitetes Pakt- und Garantie-System nichts anderes als die Wiederbelebung des seinerzeit abgelehnten Genfer Pto- toiolis und die feierlich verbriefte dauernde Inferiorität des Deutschen Reiches!
Welches ist das Motiv Frankreichs für solche ungeheuerlichen Vorschläge, deren Ablehnung auch durch andere Staaten als Deutschland doch eigentlich von vornherein zu erwarten war? Die Antwort auf diese Frage ist nicht ganz einfach. Fühlt Frankreich sich durch die angelsächsische Annäherung und den zunehmenden Gegensatz zu Italien allmählich isoliert, oder benutzt es nicht vielmehr den jetzigen Höhepunkt seiner Nachkriegsentwicklung dazu, um einen groß angelegten Versuch zum dauernden Festhalten dieser Großmachtstellung auf den/ihm so geläufigen Parkett von Genf zu erzielen? Ich halte die zweite These für die richtige. Sie führt allerdings sofort z» der . Ueberlegung, wie schwach das Deutschland von heute für Frankreich erscheinen muß, daß uns das Eingehen auf solche französischen Gedankengänge und Vorschläge ernsthaft und amtlich zugemutet wird. Stress- mann und die deutsche Außenpolitik haben in ben letzten Jahren immer wieder auf den Vorrang der Wirtschaft gegenüber der Politik in jeder Art von praktischer „europäischer Zusammenarbeit" hingewiesen, auf die glatte Unmöglichkeit, uns etwa auf Umwegen doch noch zu einem Ostlocarno, d. h. einer freiwilligen Garantie der Ostgrenzen zwingen zu lassen. Die überwiegende Mehrheit der Parteien und aller deutschen Außenpolitiker hat sich ferner gegen jedes Wiederaufleben des Genfer Protokolls festgelegt — und trotzdem geht die französische Regierung über die öffentliche Meinung des für jede europäische Zusammenarbeit schlechterdings maßgeblichsten Volkes in der ihr eigenen Weise hinweg. Noch mehr: Gleichzeitig bricht die französische Regierung die Saarverhandlungen ab und wagt es, öffentlich zu verkünden, daß ihre auf dauernden Miterwerb der Saargruben gerichteten Pläne lediglich der „wirtschaftlichen Zusammenarbeit" mit Deutschland dienten und daß die Ablehnung dieser Pläne durch die deutsche Delegation darauf hindeuten lasse, daß „die deutsche Außenpolitik nicht mehr im Geiste Stresemanns geführt" würde! Ja, wirklich: Wir haben durch diese neueste Entwicklung der deutsch-französischen Beziehungen einen nützlichen, praktischen Anschauungsunterricht darüber bekommen, wie unter politischer Kontrolle und politischem Druck die von Frankreich erstrebte wirtschaftliche europäische Zusammenarbeit für Deutschland sich gestalten würde!
Glücklicherweise ist Deutschland diesmal in der Ablehnung unmöglicher französischer Vorschläge nicht allein. Die Skepsis, ja die direkte Ablehnung der französischen Eedanken- aänge hat sich in erfreulichster Weise auch außerhalb Deutschlands kundgetan. Ohne in gewiß unberechtigten Optimismus zu verfallen, kann man schon heute sagen, daß die U e b e r s p a n n u n g der französischen Wünsche in dem Memorandum des 1. Mai eine von Frankreich ganz gewiß nicht beabsichtigte Neubelebung der internationalen Diskussion über dar europäische Problem und darin über die Lage des deutschen Faktors in ihm zur Folge gehabt hat, die ganz gewiß nicht in den Absichten des Herrn Briand gelegen hat! Wer einigermaßen praktische Erfahrung übet den Verlauf von internationalen Aktionen in den letzten Jahren sich erworben hat, wird allerdings zugeben müssen, daß es zunächst und in ber Hauptsache darauf ankommt, daß die deutsche Außenpolitik selbst einen festen und klaren Ausgangspunkt für bie weitere Behanblung bet großen europäischen Frage gewinnt. Welcher muß bas sein?
Für Deutschland steht bas wirtschaftliche Moment innerhalb bes Begriffes „Europa" vor - a n. Wir haben selber keine militätische Macht unb -rstreben einen Ausgleich dieses auf die