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Kasseler Neueste Nachrichte«

Mittwoch, 9. Juli 1930

Ungetreuer Poststelleninhaber

«ufere Heimat

stpre-

fartet

irienenben Liebe.

uni und uni

100- sind

git neuzeitlichsten Einrichtungen

Efchwege feiert Iohannisfest

bei schönem Wetter in guter Stimmung.

Das Zohannisfest ist bei bestem Wettet in schönster Weise verlausen, lleberaus groß war die Zahl der fremden Besuchet am Sonntag. In den ersten Nach Mittagsstunden sand der Festzug der Schulkinder durch die prächtig geschmückten Hauptstraßen nach dem Werdchen statt. In seinem malerischen Gepräge übt et immer wieder eine beispiellose Anziehungskraft aus. Die 6traggt, die er durchzog, waren zu beiden Seiten

Marburg nach Nordhausen und Krück von Trevsa nach Marburg, Bahnhofsinspektor Knapp von Ban­teln nach Treysa, die Bauinspektoren Bothe von Kreiensen und Melsungen und Rüget von Melsun­gen nach Marburg.

Hombergs Gesangverein »Siebertafel* feiert jährigen Geburtstag. Von nah und fern Freunde des Gesanges herbeigeeilt.

Festtage in Homberg

lOvjähriger Geburtstag des Gesangvereins Liedertafel".

Kurgäste, seid schön!

Bad Mldunge«, 8. Juli.

Drei große Festtage in Homberg: 5., 6. und 7. Juli. Sachendet weitet Himmel, heißglühende Sonne, Festtagsstimmung. Von den Fenstern alter Fachwerkbauten herab wehen bunte Wimpel Flaggen. Die krummen schmalen Straßen Gassen atmen den Dust von Latrbguitlaüden Tannen.

elf« t I. Beilage.

Aus Waldeck

Coebach. Ein roher Bubenstreich. Auf der 93efod! beg Gastwirts K wurden einem Fohlen die Hinter­füße so fest mit Draht umschnürt, daß der Draht mit der Zange entfernt werden mußte und die Füße dick geschwollen sind. Hoffentlich gelingt «H, die rohen Gesellen zu fassen.

. Sfr?1!***- Eine eindrucksvolle Feier zur Befreiung des Rheinlandes sand am Sonntag auf dem Kirchplatz statt. Der Männergesangverein unter Leitung seines rührigen Dirigenten Funke und die Kurkapelle hat­ten sich zusammengetan. In einem spontan gesunge­nenEin feite Burg ist unser @ott" sand tue Feier ihren Austlang.

Hephata feiert

Das Jahresfest des Missionshauses.

Hindenburg als Pate

Homberg, 8. Juli.

Reichspräsident von Hindenburg hat bei dem 7. Lohn des Stellmachermeisters Martin Weil die Patenstelle übernommen. Ein Elückwumfch- schreibem und eine Geldspende wurden im Auftrage des Reichspräsidenten durch Sandrat Fchr. v. Funck den Eltern überreicht.

Der erste Festtag begann mit dem großen Fest­konzert und Festakt im Waltherschen Saale. Schon | die Einleitung zeigte, daß hier etwas nicht Alltäg­liches geboten wurde: »Prelude" von Rachmaninas und dieFestouverture" von Lortzing. Ms die ersten packenden Morde des Lüdtkeschen Streichorchesters erklangen lag eine tiefe Ruhe über der zahlreichen Zuhörerschaft. Stürmischer Beifall dankte den ge­übten Spielern. Die Feswuverture schloß sich an.

An das Konzert schloß sich der Festakt an. Der Vorsitzende A. Bode schilderte in der ihm eigenen urechten Sprache seiner Stadt den Werdegang des Vereins. Die Vertreter der Behörden und zahlreiche Vereine brachten ihre Glückwünsche dar, unter an­deren sprach auch der älteste aktive Sänger des Be­zirks. Herr Sommer von der Sängervereinigung der Henscheüverke in Kastel.

Der zweite Festtag begann mit dem Festgottes­dienst Konstswrialrat Opper hatte den ersten LerS des 99. Psalms zum Text der Predigt gewählt. An Hand packender Bilder sprach er von der Weihe des Liedes. Das musikalische Programm der Liedertafel gab den Worten ein starkes Fundament unter ler meisterhaften Leitung von Studienrat Heinrichs.

Der Mittag brachte einen langen Festzug. In drei Abteilungen marschierte er unter den Klängen der Kapelle Lüdtke und einer echten Schwälmer Ka­pelle in Originaltracht auf.

In Gruppen und Bildern wurde das deutsch« Sieb symbolisiert: Kindeilied, Wanderlied, Soldaten­lied, Trink- und Studentenlied, VolksliÄ, Jägerlied und Bänkelsängerlied. Ans dem Festplatz fang die Liedertafel den Begrüßungschor:9hm schwing dich aus, mein Jubelsang" von Striegler. Anschließend hielt Taubstummenoberlehrer Ruppel die Festrede. Einzelchöre auswärtiger Vereine folgten. Die Schivälmerkapelle zog zahlreiche Zuschauer um sich, als die Schwälmertänze begannen.

Auch der letzte Festtag vereinigte alle Sänger. Ein humorvoller Festzug, in dem das Schlagerlied zu seinem Recht kam, sWaldeslust und Die kleine Konditorei ufto!) nahm den Anfang. Vorführungen des Turnvereins Jahn wurden gezeigt.

Befriedigt haben Tausende von fremden Gästen unsere schönes Städtchen verlassen. Das Fest der Hornberger Liedertafel hat die Erinnerung mit in die Ferne getragen und wird sie nicht so schnell aus dem Gedächtnis entschwinden lasten. E. K.

Reichsbahn-Personalien

Der Reichspräsident und der Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn haben im Mai u. Juni anläßlich der Vollendung einer 40jährigen Dienstzeit Glück­wunsch- u. Anerkennungsschreiben überreichen lasten:

Dem Reichsbahnrat Luft in Warburg (Wests.), Reichsbahnobersekretär Heidrich in Kastel, dem Stell­werksmeister Fleißner in Hann.-Münden, und dem Bahnunterhaltungsarbeiter Marpe in Arolsen, dem Oberlokomotivftihrer Ludoviei in Kastel, lern Loko­motivführer Knittel in Kastel, dem Stellwerksmeister Hahn in Kastel, den Oberzugschaffnern Becke in Kas­sel. dem Vorschloster Fessel und dem Arbeitsprüfer Klitsch in Fulda. Ferner ist dem Oberbahnwärter Müntz in Spangenberg zur Vollendung des 50. Dienstjahres ein Glückwunschschreiben ausgehändigt worden, ebenso dem Oberstellwerksmeister Engelhardt Kassel.

In den dauernden Ruhestand versetzt: Reichs­bahnoberinspektor Blaffe in Saffet, Griestng und von Northeim in Kassel, Reichsbahnsekretär (weibl.) So­phie Baumbach in Kassel und Frank in Niederkaufun­gen, die Lokomotivführer Breker in Ottbergen, Schä­fer in Trepsa, Zugführer Heuser in Marburg (Lahn). Rangieraufseher Pauer in Trevsa, Oberzugschaffner Emme und Reuse in Kaffel, Wagenaufseher Mum- berg in Kassel. Weichenwärter Schröder in Malsfeld Schrankenwärter Schick in Kirchhain.

Ernannt: Zum Bauoberinspektor der Bauinkpek- tor Rüger in Marburg, zum Reichsbahnsekretär die Reichsbahnaffistenten Blum in Kassel und Peter in Mönchehos, zum Lokomotivführer Reservelokomotiv- sührer Roth in Frankenberg (Eder) zum ap. Reichs­bahnaffistenten Stationsaspirant Seemann in Scher­fede, zum Werkmeister der Werkführer Hüpper in Kaffel. zum Rottenmeister der Rottenführer Wollcn- schläger in Warburg (Wests.), zum BetriedSaffisten- ten die tzilfsbetriebsaffistenten Cramme in Kassel- Wilhelmshöhe, tunt Ladeschaffner der Wagenaussehcr Hühnert in Kassel, zum Zugschaffner Hilsszugschnfs- ner Burkhardt in Kaffel, sowie die zum Zugführer geprüften ap. Zugschaffner George und Schäfer tn C ich, Kaufmann, Schmidt und Wetter :n Fran­ken ^erg (Eder), und die Hilfszugschaffner .ehemolwe Zugschaffner) Ehle, Hopf, Huth und Zaun in Kassel, Boßhammer in Marburg, Hilleke uni Scholz in Warburg.

Versetzt: Die Bahnhofsoberinspektoren Born von

dicht mit Menschen bestanden. Auf dem Festplatz ent­wickelte sich trotz der großen Hitze ein frohes Johannis- fefttreiben. Die Schulkinder vergnügten sich beim Tanz nach den Klängen der Muskatschen Kapelle. Auch an Volksbelustigung aller Art fehlte es nicht. Auch der Montag-Nachmittag und der -Abend brachten großen Betrieb auf dem Festplatz. An den Abenden der Festtage erstrahlte der Bismarckturm in tausend­fältigem Glanze.

Rechnung getragen werden. Die Kosten von rund 40000 Mark werden von der Staid-t- und Kirchen- gemetnde aufgebracht.

Witzenhaufen. Einen bedauerlichen Unfall erlitt etn 74jähriger Kirschbaumbesitzer. Beim Pflücken von Kirschen fiel ihm die Leiter um und er stürzte zur Erde. Er arbeitete zwar zunächst weiter, doch bald stellten sich Schmerzen ein, und er mußte sich in ärzt­liche Behandlung begeben. Wahrscheinlich hat er bei dem Sturz innere Verletzungen davongetragen.

Bal Sooden Mendorf. Der rote Hahn. Durch ein Großfeuer wurde die Scheune und Stallungen des Landwirtes Heinrich Krug im benachbarten Kammer- bach eingeäschert. Rur mit.knapper Not konnte das Vieh in Sicherheit gebracht werden. Eine Kuh hatte so schwere Brandwunden baboeigetragen, daß sie notgeschlachtet werden mußte.

Gvgselde. (Kr. Witzenhausen). Die «elteste feiert. ®m 10. Juli feiert die älteste Einwohnerin, die Witwe Martha BoKhardt ihren 80. Geburtstag.'

Kirchhain. Bullenkörung. Am 16. Juli findet im Kreise Kirchhain die amtliche Sammettörung der Zuchtbullen statt.

Frankenberg. Jubelfest des Männorgesangvereins. Sonnabend und Sonntag konnte der Männerge­sangverein sein 90jähriges Bestehen festlich begehen, ölt feierlicher Weise wurde!» folge'nbe Herren zu Ehrenmitgliedern ernannt: Pfarrer Becker, Peter Rohleder, Valentin Balz, ©aibrnel Winter und Heinrich Mann Im Namen dieser ergriff Pfarrer SSedtr das Wort und heftete einen Fahnennagel an die Fahne. An dem Festzuge am Sonntage be­teiligten sich der Radsahrerverein und die Männer­gesangvereine Röddenau, Schreufa, Sachsenberg, Vier münden, Ellershausen, Bottendorf, Hauber«, und Somplar. Die Festrede hielt Lehrer Trost.

Stadtväter suchen nach Geld

Der Stadthaushalt von Frankenberg mutz nochmals beraten werden.

In der letzten Sitzung versuchte man an den ein­zelnen Ressorts des Etats allerlei sparende Ab- striche zu machen. Den Erlös von den Vieh­weiden setzte man von 7000 auf 5300 Mark und bei dem 1000 Feftmeter betragenden Hol;:it:schlag statt 32 000 Mark auf 18 000 M. Im Forstetat wurde be­merkt, daß die Hauerlöhne von 90o0 Mark auf 4000 Mark gefegt werden müßten weil btidt 9 Mark und der KrrnS uk*> der Staat nur 8 Mark für den Festmeter zahlen. Der '-8'trag ytr Wohl­fahrtszwecke wurde mit Rücksicht auf die Not tm kommenden Winter von 4800 auf 5500 Mark er­höht Trotz aller Aenderungen verbleibt im Etat eine Erhöhung dec Äusa..-n von 135*-6 Mark. Da­zu kommt noch ei» zu zahlender Betrag von 4300 Mark für Ausgaben aus lern Vorjahre Alles m allem fehlt für 35 000 Mark die Deckung. Der Stadtverordnetenvorsteher schlug drei Wege vor, durch welche liefe Schuldenlast beseitigt werden könnte: Steuererhöhung um 200 Prozent, also 550 Prozent, oder 100 Prozent Steuererhöhung uni Aufnahme einer Anleihe oder zuletzt eine reine Anleihe. In der sich daran anschließenden Debatte kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Stadtver­ordneten und dem Bürgermeister. Zum Ziele kam man nicht, sodaß in einer neuen Sitzung noch ein­mal über dieses Thema beraten werden muß.

Durch Hot und Sorge

die Sinne verwirrt

Eine Familientragölie in Rinteln.

Eine furchtbare Famtlientragödie trug sich auf der Westendorfer Landwehr zu. Die Ehe,rau des Bürgermeisters und Landwirts Waltemathe ver­suchte nachts ihre beiden schlafenden Kinder, em sechsjähriges und ein zehnjähriges Mädchen, durch Bettdiebe zu töten. Ms aus das schreien der entsetz­ten Kinder die Angehörigen herbeieilten, hatteMe plötzlich wahnsinnig gewordene Mutter den Kindern bereits furchtbare Kopfverletzungen beigebracht. Das jüngere Mädchen hatte einen schweren Schadelbruch davongetragen, es wird wohl kaum mit dem Leven davomommen. Das andere Mädchen erlitt eine klaffende Wunde im Gesicht, Lsbensgefahr besieht bei ihm nicht. Die Frau wurde sofort in das Rin­telner Sanatorium gebracht. Der Aemann befand sich seit einigen Wochen zur Kur in Dal Ltppspringe. Die Krankheit ihres Mannes, die auf chr tastenden Sorgen des Haushalts und des kleinen landwirtschatt- lichen Betriebes sind Wohl die Ursachen eines N er - venteilens der Frau, das sich nun Sotztich m so entsetzlicher Weise ausgewirkt hat Die Frau, die_e£ wa 35 Jahre alt ist, erfreute sich des allerbesten Ru­fes und galt als eine sehr arbeitsame Hausfrau uni kinderliebe Mutter.

Die Ergebnisse des Mündener Schüttenboffs, die Mon- tng abend betanntqeqeben wurden, weisen ium Teil aus» acietdmctc Leistungen auf. Wir lassen die jeweiligen besten Schützen folgen: Mcistcrschcibc 175 Meter Fieihand: 1. Heinrich Schröder (57 Puntre Meisterschütze »um 3. Male in Aufeinanderfolge!). 2. Kesten-Neues Daus 55. W. Breithaucr 54, W. Meyer 54, B. Spanholtz 52. Festschcibe 175 Meter Frcihand: L Heinrich Schröder 56, W. Brctt- lmuer 54. Hcinr. Wollweber 54. R. Brurmeicr 54, Hüsing 54. Werra-Weser-Scheibe 175 Meter Auflage: 1. Schifte 58, 2. Friedr. Spanboltz 57, Heini. Wollweber 57, Albe 57. Sauerbrev 57. Fcstscheibc Münden 100 Meter Freiband Heinrich Schröder 57, Brurmeicr 56, W. Mcyer 56, Kesten 55, Hüsing 55. Standschcibc 100 Meter Auslage: 1. Hüsing 60, 2. Hcinr. Schröder 59, 3. Wienert 58. 4. Sievers 58. 5. Meinte-Kassel 58. Bürgerscheibe: 1. Martin 57, 2. Holzhcid 57, 3. Notnagcl 55, 4. Salzman» 55, 5. Mcycr-Gassron 54. Meintaliber 50 Meter Freihand: 1. Graumann 33, 2. Sachse (F. A. SB. Freia) 32, 3. Sohrage 28, 4. Hatz-Hemeln 27, 5. Satz-Freia 27. Weidmannsheil-Seheibe: 1. Titze- Freia 28, 2. Hans Freih. von Voltcn-Tanne 27, 3, Coer- mann Tanne 25, 4 Pieper-Hemeln 23, 5. Frömsdorf-Tanne 23. Ausmarsch-Scheibe: 1. W. Mchcr 53, 2 Bornemann- Witzcnbansen 51, 3. Obers. Zeidler 51. 4. Jacob 50, 5. Sauerbrev 50. Ten Wanderpreis für Akademische Gesell­schaften erschotz sich für 1930 dieRheno-Guestfalia" Beste Schützen wurden: Kaul (Feldjäger). Schregel (Freias, Schöningb «Rheno-Guestjalias, Cocrmann (Tannes. Tie königswürde erschotz sich, wie bereits gemeldet, Uhrmachcr- mcistcr M c v c r , Wilbclm, mit 97 Ringen. Schietzsportlich tann der diesjährige Schüttcnhoff als Vorbereitung zu dem am 21. September in Münden stattfindenden Bundesschie- tzcn des Kurbcssischen Schützenbundes angesehen werden, in dem etwa 60 Schützcnvcrcinc vereinigt find, die dann in Münden die Kräfte messen werden.

Mittwoch, 9. Juli.

Obertaufungen. Ohne Sportplatz. Alle Proteste der hiesigen sporttreibenden Vereine gegen die Auf­stellung des Zeltes der Christlichen Zeltmission auf dem Sportplatz haben nichts genützt, so daß Ober­kaufungen für drei Wochen ohne Sportplatz ist. Leider steht kein auch nur annähernd gleichwertiger Platz zur Verfügung.

Holzhaufen. Zur letzten Ruhe. Im Alter von 90 Jahren wurde die älteste Einwohnerin unseres Ortes Witwe Kaiser zu Grabe getragen.

Melsungen. Diebstähle. Nach einem Einbruch in das städtische Schlachthaus nahmen die Diebe ein Fahrrad mit. In der städtischen Badeanstalt wurde einem Arbeitslosen die Uhr aus der Kleidung gestoh­len. Zwei des Diebstahls verdächtige Personen mußte man wioder laufen lasten, da man das Diebesgut bei ihnen nicht vorfand.

Hofgeismar. Den toten Helden. Seit Jahren ist die Err.chtung einer Kriegergedächtnishalle ins Auge gefaßt tvorden. Fetzt soll durch den Bau der­selben, mit zwet die Namen der Gefallenen tragen­den Marmortafeln, lern Wunsche der Bürgerschaft

Die bekannte hessische Segensstätte der Inneren Mission, Hephata bei Treysa, feierte am Sonntag ihr Jckhresfesi, zu dem sich eine vieltausendköpfige Volksmenge aus allen Teilen des Hestenlandes ein­gefunden hatte, Rach schmetternden Weisen des auf einhundertunddreißig Bläser verstärkten Posaunen­chores hielt Oberkirchenr. D. v. Haller eine auf das Schriftwort Psalm Sl, Vers 67 gegründete Festpre­digt. Der treusorgende Leiter des Werkes, Pfarrer H a p p i ch, entbot der großen Festgemeinde ein herz­liches Willkommen. Warme Worte des Dankes fand er für den verstorbenen Landeshauptmann v. Gehren und für Oberpräsident Dr. Schwandet, die sich um die Anstalten Hephata große Verdienste erworben haben. Er beleuchtete das Wachsen des Werkes, das jetzt über 1250 Bewohner zählt. Im Schlußwort dankte der frühere Anstaltsgeistliche, Pfarrer Schef­fer aus Fritzlar für die Opserwilliaieit des Hessen­volles, denn Hephata sei ein Werk der Barm­herzigkeit, das zum größten Teil durch Gaben unterhalten werden müsse. Das Festgedicht der In­sassen erläuterte die Art der Spenden und die Her­anschaffung der Opfergaben. Schmetternde Weisen des Posaünenchores beendeten die Feierstunden. Die Teilnehmer besichtigten anschließend die Stätten der

Mündener Gchüttenhoff

ßat sek friedlich fink"

Der seit Jahrhunderten gefeierte und in den Nach­barstädten wohlbekannte Mündener Schütteu- hosf ist von der Mündener Schützengesellschaft nach den Jahren des Krieges und der Entwertung mit Er­folg neu belebt worden. Musik in allen Gassen, die alte giebelige Stadt mit ihren malerischen Ecken und Winkeln ein Flaggenmeer mit Girlanden bekränzt und in bunte Farben gehüllt, jung und alt auf den Beinen, Tausende von Fremden neben Tausenden von Mündeuern als Gäste. DerTanzwerder" ist der alte historische Festplatz Mündens, das Schießen hat man längst auf die Höhen der Königshöfer Eichen verlegt. Dort wurde der Wettbewerb ausgefochten im Beisein von Schützenbrüdern aus der Nachbarschaft: Göttin-' gen, Kassel, Sooden, Eschwege, Witzenhausen, Drans­feld u. a. Die Königswürde erschoß sich Uhrmacher- meister Wilhelm Meyer mit 98 Ringen, Meister­schütze blieb der Inhaber des vorjährigen Meister­schusses, Fabrikbesitzer Heinrich Schröder, mit 57 Ringen. Das mehrtägige Fest wurde nachAusfahrt des Festwirtes" zum Festplatz am Abend mit einem Zapfenstreich und darauffolgendem Kommers im Feft- zelte eingeleitet, den der Turnergesangverein unter Leitung von Herrn Markgraf und die Witzen­häuser Philippkapelle verschönten. Hier feierten diesmal Rhein und Weser Verbrüderung. Stadtsyn­dikus C r e d e l begrüßte die Festteilnehmer namens der Stadt, Bankdtrektor Dauer dankte für den Schützenverein. Am Sonntag nach dem Wecken wur­den die Würdenträger des Vorjahres, Schützenkönig Jacob und der Meisterschütze, feierlich abgeholt und zum Preis- und Königsschießen ausgerückt. Nachmit­tags setzte sich der Festzug durch die menschenwim- melnbe Altstadt in Bewegung. Die Forstakademiker beteiligten sich geschlossen daran. Am Abend brachte eine seit Jahren übliche Höhenbeleuchtung eine* be­sondere Note in die Stimmung. Das Fest dauert bis zum Dienstag, dessen Nachmittag den Kindern ge­widmet ist. Das alte Mündener Wort£at sek fried­lich sin!" hat sich erneut bewährt.

Während eines Feftballes im Fürstlichen Badehotel wurde Sonntag abend derschönste Kurgast Bad Wildungens" ermittelt. Die Wahl fiel auf Frl. Annemarie Wiemer-Holzweiler aus Wies- dorf bei Köln. Neben einem Barscheck von 200 M. er­hielt die Beneidenswerte eine Einladung der Kurver­waltung von Baden-Baden zum Endwettbewerb für derschönste Kurgast Deutschlands". Derschönste Kur­gast Bad Wildungens" wurde förmlich mit Blumen und Geschenken überschüttet.

Alt-Wildungen, 9. Juli.

Der flüchtig gewesene Poststelleninhaber Sch., der, wie bereits von uns gemeldet, Unterschla­gungen im Dienste begangen halte, konnte Freitag abend in seiner Wohnung verhaftet werden.

Mittende Flammen

Siemerode bei Heiligenstadt, 8. Juli.

In der Nacht zum Dienstag gegen 1,15 Uhr erschol­len plötzlich Feuersignale. Als die Einwohner erwachten, war das F ü t t e r e r sche E u t tn dichte Rauchwolken gehüllt. Mit rasender Schnelligkeit brei­tete sich das Element aus auf den ganzen Gebäude- komplex. Nur mit k n a p p e r N o t konnten dte Ha u s- bewohner las nackte Leben retten. Obwohl die Ortsfeuerwehr bald zur Stelle war, und auch die Nachbarwehren sowie die Motorspritze von Hetttgen- stadt schnell erschienen, konnte eine weitere Ausdeh­nung des Feuers nicht verhindert werden .

Der Brand griff auf die Nachbarge hofte über und vernichtete noch die gesamten Wirtschafts­gebäude des Landwirts Voigt sowie etn «tall- gebäube der Gastwirtschaft Föllmer. Auch der Gie­bel des Föllmerschen Gasthauses wurde schwer be- ^abgebrannt ist der gesamte Fütterersche Besitz, einer der besten Gutshöfe des Eichsfeldes, mit sämtlichen Inventar und allen Vorräten; ferner die Wirtschafts­gebäude von Voigt und ein Stall von <yoCmer. Das Vieh konnte bis auf das Geflügel in Sicherheit ge­bracht werden.

Was unsere Leser wünschen

Für Me unter vieler Rubrik veröffentlichteneiaeefenM* übernimmt die SchrtMeitnu, keinerlei Bcrantnwriuna,

Städtisches Flussbad und Zissel.

So schön der Zissel in diesem Jahve verl-mfen ist, so ernsthafte Bedenken jind auch über dtc ^««nisaUon laut geworden. Es heisst die Aufgaben eines allen zugangl chen golksfestes verkennen, wenn, wie es am

<tb geschehen ist, von Erwachsenen wie von Kindern ei» Eintrittsgeld von fünfzig Pfenms (nach 19 Uhr dveitzm Pfennig) erhoben ward. Den acaenwarttgen BerhalinMen Ktte es entsm-Äem wenn an diesem Tage Kindem in Be. gleiiung Erwachsener freier Zutritt gewahrt wordenware.

Grossen Entruftungssturrn rief aber,. «ls Illumination und Feuerwerk begannen, das organiiatorische versagen der Verwaltung hervor. Man bedenke, dass viele Tausende das User umsäumten und unmittelbar am Wasser standen. Statt nun einheitlich auf,»fordern, dass vom M »u der vorderen Fahnenreibe die Besucher sitzen jollten. wie das stellenweise geschah, drängte die stchende Mcnge immer weiter nach vorn. So wurde etnerseits die Aussicht aut die Fulda beträchtlich behindert, anderseits kamen Hunderte, die in den vorderen Reihen standen, in Gefahr, ms Wasser ge. stossen zu werden. Nur der Disziolm der Besucher und dem energischen Einschreiten einiger besonnener Herren ist es zu verdanken, wenn in jenen kritischen Augenblickcn Un. fälle verhütet wurden: denn die Flussbadverwalinng tat nichts zur Sicherung des Publikums. Auch die anwesende Polizei war nicht in der Vage einzuschreiten, weil sie nur aus besondere Aufforderung der Badeverwaltung hatte ein. greifen dürfen.

Rundfunk

Programm be» Kasseler nnb Frankfurter Senders. '

Donnerstag, den 10. Juli.

89.00: Bon Bad Ems: Konzert des Kurorchesters Lei­tung: Konzertmeister Wilhelm Kröger

11.45: Werbekonzert (Schallplatten,

12.20: Schallplattenkonzert: Tristan und Isolde (R. Wag­ner! Szenen aus dem H. Aufzug

13.00: Schallplattenkonzert (Fortsetzung) 1414.15: Werbekonnrt (Fortsetzung!

15.00: Nach Stuttgart: Stunde der Jugend 15.00: Au» dem deutschen Märchenbvrn: Wunschstunde 15.25: Aus der Technik des Alltags:Ein uralter Traum der Menschheit ... Das Perpetuum mobile". Vortrag von ivlittelschullehrer Adolf Hering

16.00: Bon Bad Ems (nach Stuttgart): Konzert des Kur» orchesters Leitung: Musikdirektor Kurt Barth

17.55: Zehn Minuten Wanderratschläge des Taunusclub» 18.05: Zeitfragen

18.86: Nach Stuttgart:Die Arbeit der letzten Hand , Ge­spräch zwischen Rudolf G. Binding und Professor Dr. Martin Sommerfeld über R. G. Bindings ge­sammelte Gedichte

19.05: Nach Stuttgart: Französischer Sprachunterricht 19.30: Bon Stuttgart: Zitherkonzert Ausführenderr

Heinz Münch

20.00: Aus dem Oberen Mittenm, Stuttgart: Unterhal- tungsabend Mitwirkende: Hedwig Pisoalar (So­prans. Chr. Kurt Unold-München (Tenor), Gerhard Koch >Violine), Hermann Rentier (Klavier)

21.30: Bon Stuttgart: Es brennt Eine Sammlung von Brandfällen aus alter und neuer Zeit, zusammen­gestellt von Alfred Dreifuss Mitwirkende: Marttu Lang, Curt Elwenspoek, HanS Hofele

22.30: Bon Stuttgart: Musikalische Berfuchsstunde (Werke ^itgenbfsischer Komponisten) Ausführende: Holle­sche Madrigalvereinigung. Leitung: Professor Dr. Hugo Holle: Solisten und Ensemble des Philharmo- nffchen Orchester» Stuttgart: ... (Sopran): Willy Hahn (Klavier): MusiSalische Leitung: Emil Kahn

23.30: Nachrichten, Sportbericht und Wettermeldung

Oer Blitz zündet

Grotzfeuer in Grebenhain.

In dte Mühle des Besitzers Lind (Uhlmühle) schlug der Blitz und zündete. Das ganze Anwesen brannte in kurzer Zeit nieder. Das Feuer fand reiche Nahrung in den Heuvorräten, mit knapper Not wurde das Großvieh gerettet, ebenso das Inventar Die Feuerwehr war machilos. Der Schaden ist er­heblich, zumal die neue Heuernte mitverdrannt ist.

*

Willingshain. Dom Blitz getroffen. Kürzlich erst ist ein Kind eines Gastwirts aus dem Eisenbergturm bei einem Gewitter vom Blitz erschlagen wor­den. Beim letzten Gewitter schlug der Witz nun in das Wohnhaus des Vaters genannten Kindes. Zum Glück setzte er nur einige Dachsparren in Brand, der aber alsbald gelöscht werden konnte. Weiter schlug der Blitz in das Wohnhaus eines Lehrers. Hier wurde von dem Strahl nur di« Radio­anlage zertrümmert.

historische Bad

Das neue Meißnerhaus

T.V. Die Naturfreunde" veranstaltete ein Som­mertreffen am neu errichtetenMeitznerhaus", dem Eigenheim des Gaues auf der Hänfener Hute. Meh­rere hundertNaturfreunde" sowie zahlreiche Gäste aus der Wanderbewegung von nah und fern bevöl­kerten Haus und Wiese auf dem schönen Fleckchen Erde, das die Gauleitung mit viel Umsicht dort oben erworben hat. Obwohl das Haus innen noch nicht ganz fertiggestellt ist, zeigte sich doch jetzt schon fein großer Wert für den Meißner als Wandergebiet.

Das Treffen begann bei reger Beteiligung mit einer Morgenwanderung über die betauten Wiesen der Meißnerhochfläche, die in dichte Frühnebel ge­hüllt war, zu verschiedenen Punkten. Im Laufe des Vormittags fand eine erhebende Feier- und Weihe­stunde statt. Neben schönen Volkstänzen und poeti­schen Darbietungen erfreute die Ortsgruppe Eiter- hageu durch vorzügliche Liedervorträge ihres gemisch­ten Chors, der sich auch schon bei früheren Gau- treffen Lorbeeren holte. Dieser Ortsgruppe gebührt überhaupt ein Gesamtlob für ihre Mühe um die Ausgestaltung der Feierstunde.

Markige Worte sprach dann Gauobmann Karl E ck e r l i n über Not und Ernst des Augenblicks, dir auch dem Verein hinsichtlich seiner besonderen Stel­lung tn der Wanderbewegung größere Pflichten auf« erlegen. Mit gemeinsamem Schlußlied endigte die Feier. Sportliche Wettkämpfe und Spiele füllten den Nachmittag. Ein farbenfreudig-lebhaftes Bild boten die Wiesen bis hinunter zum Wald. Allen Teilnehmern, darunter viel Jugend, konnte man die Freude an der schönen Hausstätte vom Gesicht lesen.

Das Haus, das Ergebnis treuer Zusammenarbeit eines kleinen Häufleins Menschen, stand wie ein treuer Wächter in seinem Waldwinkel und schaute auf das fröhliche Treiben. Möge es lange seiner Be­stimmung dienen als neuer Stützpunkt für die wan­dernde und Erholung suchende Menschheit an einer der schönsten Stellen des Heffenlandes, auf dem hohen Meißner! cge