Kasseler Sport-Zeitung
Kasseler Neueste Nachrichten / Dienstag, den 8. 3 uli 1930
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Phot K. N. N.
Noch ein guter Sprung beim Kasseler Reit-, Spring- und Kahrturnier
Abschluß in Wimbledon
aHifott/oa« Rbin bleiben Weltmeikter.
Die Allenglanb-Tennismeisterfchaften auf Grasplätzen ht Wimbledon erreichten am Montag mit der Entscheidung im Herren - Doppel ihren Abschlutz. Die Teilnehmer am finale waren die Titelverteidiger Allison/van Röin und ihre jungen Landsleute Lott/Doeg. Das bessere Zu- fammenspiel der vorjährigen Sieger sicherte ihnen zum ,wettenmale den wertvollen Titel. Allison/van Rbin siegten in drei glatten Sätzen, 6:8, 6:8, 6:2. Somit sind sämtliche Tennisweltmeisterschasten des Jahres 1930 an Amerika gefallen. Lediglich im Gemischten Doppel ist in Crawford ein Nichtamerikaner mit vertreten.' Sieger von Wimbledon blieben: Herren-Einzel: Tilden: Damen-Ein- zel: Helen Wills-Moodo: Herren-Doppel: Allison-' »an Rhin: Damen-Doppel: Wills/Ryan: Gemischtes Doppel: Rvan/Crawford.
Kasseler Tennis
Blan-Weitz — Knrbessen 13:13
Die Tennisabteilung Kurhessen hatte am Sonntag den Tennisklub Blau-Weib, u einem Klubturnier zu Gaste, das 18:13 unentschieden endete. Bei den Herren-Einzel- svielen war Blau-Weitz leicht überlegen und gewann 5 Punkte gegen 8 von Kurbefseu. Die Damen von Knrbessen konnten von den 7 Spielen 6 gewinnen. Mir 2:2 Punkten trennten sich die Herren-Doppel. Bei den Mixed-Spieler blieb BlauÄeitz im Vorteil.
Blau-Weib
Kurhefle»
Punkte Sätze Spiele
Punkte Sätze
Softie
Herren-Einzel
5
12
92
3
7
76
Einzel
1
4
47
6
12
76
Serien
Doppel
2
4
40
2
5
41
Mixed
5
10
74
2
4
58
13
80
258
13
28
246
Schwimmen
Ga»-Meisterschaften in Northeim.
Die in Northeim ausgetragenen Gauschwimm- Mei st erschafteu batten folgende Ergebnisse:
Senioren.
Lagenstaffel: 1. SV. Göttingen 4,24. 2. Knrbessen 4,32. 3. Northeim. Brnstsiaisel 3 mal 100 Meter: 1. SB. Nordhansen 4,37, 2. Knrbessen 4,38, 3. SV. Göttingen. Brust schwimme» 100 Meter: 1. Färber Göttingen 1.29, 2. Senning Knrbessen 1,32, 3. Barth Knrbessen
Jugend.
Freistil 100 Meter: 1. Stnbel CS«. 14«. 2. Bäyrrling Göttingen 1.174, 3. Eggert Göttingen 1,18,6. B rust lO Ü M-ter: 1. Müller N-rdbansen 1.29 2. Ehr- Hardt Nordbanlen 1,31, 3. Engelhardt Kurbrssen 143. Rücken 100 Meter: L Eggers Göttingen, 2. Diesen- dach Knrbesie».
Brnst 100 Meter: L Markmann Göttingen 1.29'.. 2. Södin« Göttingen 1,334, 3. Kamerbos NoM-nsen 144.». Beliebig 100 Meter: 1. Jähnig N-rdhansen 1.16,4, 2. Lindert Göttingen 1,16,6, 3. Kohle Nordbansen 1,24.
1,334. Freistilfchmimmen 100 Meter: 1. Hannsen Göttin«^ 1,15,4, 2. Brehm« «nrh-sse» 1,16, 3. Mattstedt CSB. 1,16,4. Rückenschwimmen 100 Meter: 1. Hannsen Göttingen 142,6, 2. Müller Kurheff-n 143.6, 3. Drocha Nordhansen 145.
Junioren.
Arbeiter-Turm und Sportbund
Fntzball: Guxhagen I. - Niedervorschütz I. 7:2 (2:01.
Nirüervorschiitz weilte in G n r b a g e n und mußte eine hohe Rieoerlage mi! »ach Hause nehmen.
In Melsungen tagten Mc Vorstände der Vereine deS 9. Bezirks im 13. Kreis des Arbeiter Turn- und Svort- bu:>des. Bezirksvertreter Hildebr.inül. Oberzw. hren gab den Bericht vom Bundestag in Köln. Die Verein« Status, Gittersdors. Pjieffe, Sorga und Lkchelm-Daaoberts- bausen wurden dem 9. Bezirk angegliedert. Der Reichsar- beUer-Svorttag findet am 24. August in Dörnhagen statt.
Deutsche Turnerschaft
Ans de« Sommersvielbetrieb der Kaffeler Turnerfchaft Aelt. K. T. und Wehlheiden &6S^bestreiten das Stdlagball-
Am Sonnabend standen sich aus den G a l d a » e r W i e- s e n im Kampf um die Bezirksmeisterschast Aelt. St. T. L — C. T. 21:2 gegenüber. C. T. batte eine bunt zusammengewürfelte Elft die in dem klassearmen Spiel erwartungsgemäß dem besseren Gegner unterlag. Zum 2. Spiel Wehl- Heiden 68 — 1886 Kasse l-K. traten die Kirchditmol- der nicht an, sodaß das Endspiel, Termin liegt noch nicht fest, Wehlheiden 68 und Aelt. K. T. bestreiten.
Reichsbahn Tufvo ^«krksmeister in der A-Klafft
Reichsbahn Tufvo l. - C. T. 85:38. '
Das Sviel. das wegen Arbettsschwiertgketten einzelner Reich sbahnleute und zuletzt noch wegen ihres Sportfestes in Göttingen verschiedene Male verlegt wurde und gestern abend angesetzt war. endete mit einem glücklichen Reichs, babnsteg. Die C. T. hatte wegen Verhinderung eimger rarer Spieler nur 2 Spieler der I. Mannschaft zur Stelle. Der Bezirk hat sich durch diese Spielansetzung selbst geschadet, denn zum Gausviellag am 20. Juli tu Kirchbauna fährt nun die schwächere Mannschaft, kara
Boren
Schmeliug, dem die Aerzte drei Monate Ruhe verordnet haben, will em 28. Juli in Wimbledon dem Kampf Stribling—Scott beiwohnen. Stribling bat stch bereits nach Europa eiuseschifft und bringt einige ter von der Nenvor- ker Borkommiiston vorgeschriebenen Tiefschlag-Schntzgürtel Mit.
Sport in der Provinz
klaffe I Jungfchützen: Kreismetster K. K. B. Strotbe mit 296 Ringen. Einzelschieben: B icki n g St. St. B. Strothe 91 Ringe. Einzelschietzen Altersklasse 1: Kreismeiftcr L. Emde 90 Ringe. E. Schmidt 87 Ringe, beide Berndorf. L u f t b ü » s e n f ch i e b e n: 1. Kreismeisier Huhn St. St. B. Fürstenberg 96 Ringe.
Staffel
10
und Jugend 105
84«
Gesamtergebn. 172*4 185«
1. Sieg. 2. Sieg. 4. Sieg. 6. Sieg. 8. Sieg. 5. Sieg.
52
107
3
16 17
11
21
40
80% 70«
67*4 51
55 19
50
Schl. Wab.
80« 70«
180« 70«
105 84« 52.0 21,0
Alters-Slaffe.
11 3
57. Gau-Turnfest in Kirchhain
Die ersten Sieger von jeder Stufe.
Barren: 1. Adolf Fink, Marburg, 76 Punkte. Pferd: 1. Gotthard Kühn, T - n. Sv.-B. Marburg 63 Vnuüe. Körperschule: L P. Götsch. T.- u. Sv.-B. Marburg 74 Punkte. Reck: 1. Richard Seth, T.-B. Gro- tzen-Liudeu 76 Punkte. Altersturuer L Klasse: 1. Hans Tböt, T.-B. Alsfeld 172 Punkte. Altersstufe 2. Klasse: Turner über 45 Jahre: 1. Ernst Jung, 1846 Gießen 149 Punkte. Zebukamps (Oberstufe»: Ebren- fieger: Adolf Fink. T.» n. Sv.-B. Marburg 180 Punkte. 1. klbreuz. Adolf, T«m. Marburg 171 Punkte. Zwölfkampf (Oberstufe): 1. Paul Götsch T.-B. 1860 Marburg 224 Punkte. Mittelstufe (Zwölfkampf): L Heinrich Stein, T.-B. Lauterbach 208 Punkte. Fechten: Altmannen: 1. Pfeffer, Peter, T.-B. 1860 Bad Nauheim, een* dervorsührnngen: Grünberg: Körperschule 50« Punkte, sehr gut. Unterstufe (Zwölfkampf): L Karl Gebringer, T^B. Gründer« 213 Punkte. L Ferdinand Sprengel, To. 1860 Bad Nauheim 218 Punkte. Sondervolksturnen: In der 4 mal 100 Meter-Stafette: 1. Sieger Turngemeinde Friedberg 51 Sek. Freihöchst, r n n g: L Sieger Geckeier, T.-B. 64 Neustadt 1,70 Met.
7 Kampf II. Klaffe: 1. Tröbing. Helsa 123 Punkte.
2. SW, Wolfsanger 120 Punkte.
4 Kamps: 1. Nennhagen, Bollmarsbansen 65 Punkte.
2. Höhmann. Wolfsanger 68 Punkte.
Sport in Waldeck
Klein kaliberschieben: «reisschieben des Kreises Eorbach.
Als Austragungsort für die Kretsmetsterschaften hatte man Immighausen gewählt. In der Wettkampf- klasse 2 beteiligten sich 32 Mannschaften und in der Wett- kamvfklaffe I, 6 Mannschaften. Da in der Wertkampfklaffe 2, 32 Mannschaften schoflen wurden 2 Kreismeisier ermittelt: 1. Kreismeisier: 1. Mannschaft K. K. V. „Freischütz" Eorbach mit 878 Ringen, 2. Kreismeister: 1. Mannschaft K. St. V. „Horrido" Corbach mit 867 Ringen. Wettkanwf-
Waröurger Gportbrief
Zwischenrunde um die FubballkreiSmeisterschast des Kreises Warburg.
In letzter Minute wurde vom Kreisausschuß für Leibesübungen die Zwischenrunde von Rimbeck nach E i tz e U! verlegt. Di« Reservemannschaft der Spororunde 06 Warburg batte das Glück, das Freilos zu ziehen. Eine Enttäuschung war die Begegnung. Scherfede I. — Rimbeck I. 1:0, die der Titelverteidiger erst nach Verlängerung für stch entscheiden konnte. D. 3. K. Warburg I. — Scherfede H. 1:2. Auch Scherfede II. gewann erst nach Verlängerung. Die lebten Ausscheidungen in der B-Klafle wurden in Borgentreich ausgetragen, wo Hohenwevel — Borgbolz 5:0 und Borgentreich — Großen» neder 4:1 spielten. Am kommenden Sonntag wird in Warburg in der A-KIafle noch eine Mannschaft ausscheiden müssen. Die Teilnahme an diesen Spielen haben sich erkämpft: Sportfreunde 08 Warburg 9t e L, Scherfede I. und II. — I m Handball treffen stch ebenfalls am nächsten Sonntag um den vom Kreis gestifteten PreiS: Gomnastaltv. Warburg I., Scherfede L. To. 1684 Warburg L und Kürsorgeheim Warburg L
Gansvieltag des Gaues Waldeck.
In Bad Wildungen wurden di« Gaumeisterfchaf- ten in K a n ft b a l l und Schlagball ausgetragen. Als Sieger gingen folgende Mannschaften hervor: Sauft« ball: «-Klaffe T. B. 1850 Eorbach. B-Klafle T. & El- leringhanfen, C-Klafle: T. B. Massenhausen, Jugend T. B. Ellermahausen. Turnerinnen T. B. Arolsen. Schlagball B-Klafle T. B. Giflitz.
Mauufchastskäwpfe.
Jugend.
Sv.-B. T.-B.
Fritz- Fritz- Borken Nieder- Fetz- Schloß
Schulfest in Ederbringhausen.
Vergangenen Sonntag fanden in Ederbringbausen die » u sfcheidungskämpfe für die Schulen des Eder- taleS statt. P n n k t s u m m e der anwesenden Schulkinder: Schreufa: 79*/» Punkte, 9 Schüler, Buchenberg 60 Punkte, 5 Schüler. Al i e n l o t b e i m 65H Punkte, 16 Schuler, Orke 68% Punkte, 8 Schüler, Schmittlot- he im 58 Punkte, 5 Schüler, Biermünden 58*'/,« 11 Schüler, Kir chlotheim 39« Punkte. 7 Schüler, Ederbringhausen 46% Punkte, 5 Schüler.
10 Jahre Turnverein Jesberg
Am Sonntag veranstaltet« der Tnrnverei» 3«8» berg anläßlich seines 10jährigen Bestehens Manu- schafts- und Einzelwettkämpfe sowie Schwimmwettkämpse.
Ergebnifle der Einzelwettkämvie (Jugend): Seit» sprung: 1. Ernst, Sportverein Fritzlar 5,25 Meter. Kug «lftotzen: 1. Kraft, Turnverein Fritzlar 15.17 Meter. Hochsvrung: 1. Gövsert, Sch loh Wabern 1,45 Meter, ©allwett: 1. Stormer, Sportverein Fritzlar 80,45 Meter. 75 Meter-Lauf: 1. Schwerd - gen, Sportverein Fritzlar 8,6 Sek. Schweden st affe l: 1. Turnverein Jesberg.
Einzelweitkämvfe (Altersklaffe): St-inftoben: L Dr. Schlotthauer, Sportverein Fritzlar 8,25 Meter. Dreisprung: 1. Reiner, Sportverein Fritzlar 11,48 Dieter. Stabboch: 1. Kennel, Turnverein Borken 2,90 Meter. 100 Meter-Lauf: 1. Gebhardt, Sportverein Fritzlar 11,1 Sek. 3 mal 200-Meter» Staffel: L Sportverein Fritzlar.
Steinstotzen 17
Dreisprung' TZ
Stabhoch 4« 100 Meter 19
Bezirksturnfest in Wolfsanger
In Wolfsanger batten stch am Sonnabend und Sonntag die Turner und Turnerinnen des 4. Bezirks versammelt, um Zeugnis von ihrem Können abzulegen. Zu dem am Sonnabend nachm. stattstndenden volkstümlichen Fünfkampf traten 34 Turner an. Anschließend an den Fünfkampf fand ein Kommers im Beretnslokat statt. Nach Begrützungsworten des 1. Vorsitzenden vom Turnv. Wolfsanger und des Bez. Vertreters wickelte stch das vom Turnverein Wolfsanger zusammengestellte Programm ab. Der Weckruf am Sonntag morgen vereinte auf dem Sportplatz über 160 Turner und Turnerinnen, die im Zwölf-, Zehn-, Sieben- und Vierkarnvf um den schlichten Eichen- kranz kämpften. Ein Festzug unter Beteiligung der befreundeten Vereine von Wolfsanger und fast aller Bezirks- Vereine bewegte stch am Nachmittag durch die Straßen des Orts zum Festvlatz. Anschließend folgte« die allgemeinen Freiübungen, das Bereins-Riegenturnen und ein Handballspiel H. W. I. — Bez. Mannschaft, denen sich nach einleitenden Worten des Gauvertreters Rode die Siegerver- kündung anfchlotz.
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2. 1.8 «■«IW.
5 Kampf, Rolkstnrnen: 1. Keidler, Heiligeurode 89 Punkte, 2. Röth. Wolfsanger 79 Punkte.
Turnerinnen: 7 Kam x> f, I. Klaffe: 1. Scholz. Waldau 115 P„ und Süß, Wolfsanger 115 P.. 2. Gerbold. Hella 105 Punkte.
Gauspieltag in Treysa.
Die Sommersviele erfreuen stch auf dem Lande einer immer größeren Beliebtheit. Daß der Fulda-Eder» Gan einen großen Schritt weitergekommen ist, bewies am Sonntag der G a u s v i e l t a g in T r e v f a wo Li« einzelnen Bezirk smeister aufeinander trafen. Gaumeister wurden in der A-Klafle „Jahn" Homberg I„ B-Klasse: Wasenberg 2. Mannschaft. Die Spiele: _ A - Klass e: Melsungen I. — Jahn Homberg IL 26:30. Wasenberg I, — Melsungen I. 25:12, Homberg II. — Wasenberg I. 19:29. Im Endkampf um die Kaumeisterschaft standen stch Wasenberg I. — Jahm Homberg L gegenüber. Homberg gewann 20:12.
B-Klasse: Holzhausen I. — Melsungen II. 88:88, Obermöllrich I. — Wasenberg II. 24:47, Holzhausen L — Obermöllrich I. 38:35, Wasenberg II. — Melsungen II. 28:22, Holzhausen — Wasenberg IL 82:45. Sieger Wasenberg II.
Jugend: Wasenberg — Haddamar 46:88, Iah» Homberg — Haddamar 89:45, Wasenberg—Jahn Homberg 41:30.
13
11
7
12
8
SBeitferuna
23
13
9
4«
19
9«
Kugelitoyerr
13
18«
4
20
14
Hochsprung
18
15
17
3«
9«
14
• Ballwert
20
3
11
7
19
18
75 Steter-Lauf
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15
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Schwedenstaffel
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Zwei Ueberfallkommandowagen und ein schwarzes Auto hielten vor der Wache, fünfzig Polizisten, bis an die Zähne mit Karabinern, automatischen Pistolen und Handgranaten bewaffnet, standen auf den Autos. Auf dem ersten war ein kleines Maschinengewehr sichtbar.
Cliff Tox' Bande hatte in Chikago vor sechs Wochen drei Polizisten getötet und zwei Zivilisten mit Handgranaten umgebracht.
Der Offizier, ein großer, eleganter Mann, stellte sich Tetje vor.
.Ich muß Sie jedoch bitten, jeder meiner Anweisungen widerspruchslos und unverzüglich zu gehorchen in unser aller Interesse.'
Tetje versprach es.
Die Jährt ging los.
Mit der Lackawanna-Iähre fuhr das ganze Aufgebot über den Hudson. Man hatte riesige Segel- tücher über die Auto gespannt, so daß sie wirkten wie harmlose Transportwagen.
Tetje konnte nichts sehen. Eingepfercht saß er zwischen den Polizisten, sein Kopf lehnte friedlich an dem alten Lauf eines Karabiners.
Tas Wasser des Hudson gurgelte unter ihnen. Sprechen, Rauchen war verboten.
Durch einen Spalt schimmerten die Spiegellichter der Schiffe.
Dann ging es durch Hoboken. In der Nähe von Mama Blackvoople kamen sie vorbei.
Durch finstere Straßen, durch das Semannsviertel wo Bar neben Bar, Kaffee neben Kaffee lag, wo das fahrende Volk aller Länder die Nächte durchtoste, spielte, trank, würfelte, hier wurde überfallen und gefleddert, reihenweise standen Straßenmädchen vor den Lampen der Lokale.
Dann ging es durch eine stille, kleine Straße.
An einem dünnen Schild las Tetje einen Namen.
Vor dem Hause Nr. 50 hielten die Wagen.
Der Offizier deckte die Segeltuche ab.
Nr. 60 soll es sein, zweite Etage. Franklin sieht vor der Tür. Zwanzig Mann gehen durch Nr. 56, der Hauswirt ist telephonisch benachrichtigt, und besetzen den Hof und den Hinterausgang von Nr. 60. Zehn Mann gehen über das Dach von 56 auf das von 60 und verteilen sich auf die Bodenluken, Schlaf fei Karger geht zunächst allein nach Nr. 60 unv schließt mit dem Dietrich die Haustür auf. Dann gehen so geräuschlos wie möglich zehn Mann die Treppen hinauf. „Aus mein Zeichen — ich hebe die rechte Hand — schlagen Williams. Rocky und Houston mit ihren Karabinerkolben die Korridortür ein. die bestimmt durch Ketten gesichert ist, bei der also der
Roman von Hans Erasmus Fischer
Copyright by August Sdierl G. m. b. H., Berlin D ______________________________________________________ ' <;
Dietrich überflüssig wäre. Die anderen Sieben gehen mit entsichertem Revolver in die Wohnung. Der Hauswirt von 56 hat gesagt, daß die Wohnungen in 60 nur aus zwei Stuben und einer Küche bestehen. Die Stuben liegen rechts. Di« drei mit den Karabinern bleiben an der Korridortür stehen und halten die Küchentür sowie die Toilettentür im Auge. Die anderen Sieben dringen vier zu vier, ich bin bei der Gruppe Powler, in die Stuben. Bei der leisesten Gegenwehr ist von der Schußwaffe Gebrauch zu machen. Sollte die Bande von Tor im Hause sein, so haften die letzten zehn, die unten die Haustür bewachen, daß kein Mensch das Haus verläßt. Hal jeder verstanden? Hat jeder das Bild von Cliff Tox im Kopf?'
Alle nickten.
.Mr. Möller kann sich mir anschließen, wenn er Will. Könne Sie schießen, Mr. Möller?'
.Und ob. Ich war Scharfschütze an der Westsront.'
Der Offizier verstand nicht genau, wie taktvoll Letje darauf hinwies, daß er Soldaten derselben Natwn, die jetzt dabei waren, seinen Freund Charlie zu retten, mit geübtem Auge abgeknallt hatte
Die Straße war unheimlich still.
Es waren Häuser, die demnächst von der Stadt Neuyork wegen Baufälligkeit abgerissen werden sollten, und nur noch von wenigen Menschen bewohnt wurden.
Lautlos ging big Manöver vor sich.
Tetje hielt eine Mauserpistole in der Hand.
Der Schlosser hob sein Taschentuch.
Das Haus war auf.
Der Offizier, Tetje und die Polizeibeamten betraten den finsteren Hausflur von Nr. 66.
Es gab keine Treppenbeleuchtung.
Die Treppen narrten und krachten.
Tetje schwitzte Angst und Wasser, Fett und Sekt. Erste Etage.
Er sah ein weißes Messingschild: Morton- stand darauf.
Man hörte die lebhaften Atemzüge der Polizisten. Anderhalb. Treppenabsatz.
Ein krackender Hahn. Jemand hatte vergessen, seinen Revolver zu entsichern.
Auch Tetje. Mit einem Ruck ließ er die erste Kugel aus dem Magazin in den Lauf springen.
Zweite Etage.
Kurzer Blitz einer Taschenlampe: Franklin. Griff an die Tür ... sie war nur angelehnt. Der Offizier schob sie einen Spalt auf.
Alle lauschte« gespannt, _ »
Man hörte unerwartet lrut eine Stimme, eine tiefe donnernde, wütende, brüllende Baßstimme.
Das war ... das war doch .. hurrah'.ii . . . Charlie!
Tetje gab es dem Offizier zu verstehen.
Jetzt klatschte etwas. Eine Frau kreischte, schrie hysterisch.
Der Offizier gab dar Zeichen.
Acht Mann und Tetje mit entsichertem Revolver foangen in den Korridor.
Mit Riesensätzen zu der einzigen Tür, woher die Stimmen kamen, durch die Lichtschimmer siel. . .
Kolben knirschten, Holz fpltthrte krachend, der Rahmen barst, die Türfüllung fiel heraus.
Acht Revolver sanken herab.
Die Spannung war zerblatzt w'-e eine Seifenblase.
Tetje stieß durch die Kette und stand, »den Revolver in der geladenen Faust' vor einem herzerquickenden Bild.
In der Mitte des kleinen. schäbigen Zimmers unter einer grünlich-giftigen stand Char
lie, so wie ihn Tetje zum erst:« Male gesehen hatte, mit nacktem Oberkörper. Das -hemalige Hemd hing in Streifen und Fetzen um >hn herum.
Auf dem Fußboden lag zunächsi Conchita. Ihre rotgetuschten Wangen waren verwischt, nnd statt der Schminke brannten auf jeder Backe fünf Finger, deren Handschrift unverkennbar von Charlie stammte. Die süßen Backen waren daher aufgeplustert wie Luftballons. Sie heulte zwar herzzerbrechend. war aber nichtsdestonoch ganz heil und gesund.
Die rechte Ecke des Zimmers dagegen boi ein wert interessanteres Bild: Clisf Tox lag nut bänocn- dem Kopf und war offenbar von einem Stuhl her- untergeglitten. Aus einer Hand floß Blut. Die andere war insofern auf den Booen genagelt, als d-.ß eines von Charlies Mess-rn mit solcher Wucht geworfen war, daß es die Hand w*e ein Pavier durchschlagen und sich in den Boden gebohrt hatte.
Außerdem war Cliff Tor bewußtlos und einige andere Teile seines werwollen Körpers waren lädiert: seine linke Augenbraue war gespalten, sein Kiefer hing wie eine gesprungene Feder, ein Ohrläppchen war eingerissen, und über der Schläfe wölbte sich eine wallnußgroß« Beule.
Revolver war«, hier nunmehr wirlich überflüssig.
Tetje schwoll vor Stolz.
Er ging auf Charlie zu. drückte seine Flosse und sagte laut:
.Ich für dich und du für mich, durch dick und dünn, Charlie, wat?'
Charlie atmete aufgeregt, seine Brust ging aus und nieder wie unter einer Zentnerlast. Bei jeder Bewegung zuckte seine Brust, sprang hoch, sank ein. Seine Augen waren noch zornig und rot. und seine Narbe brannte wie ein tiefer Schnitt.
»Bist du auch angebufft, Charlie?'
»Nee, bloß ein Stück aus der neue« Frackbüx hat
der Kerl mir rausgebissen. Und ein achtel Wadenfleisch ist mit dabei abgegangen.'
Charlie warf sein Bein hoch. Es stimmte wirklich, eine tiefe, blutende, gefährlich aussehende Fleischwunde. Doch über solche Lappalien Pflegre Charlie Tork weder nachzudenken, noch gar viel Worte zu machen.
Der Offizier musterte Cliff Tox:
.Na, dem haben Sie s ja ordentfich besorgt. Mister Chapman kriegt ja nur noch Rest«! Vielleicht geben Sie uns erst mal einen kurzen Bericht. Wir werden Sie dann schlafen lassen und morgen bitten, das Protokoll fertigzustellen.'
Charlie hob Conchita, der das Heulen vergangen war, auf und warf sie unsanft in die Sofaecke.
.Also: ich fuhr mH dieser feinen Dame hier mit dem Auto los. Unterwegs küßte sie mich und umarmte mich. Ich merkte zwar, daß sie wie von ungefähr nach meinem Brustbeutel fühlte, wo die Papiere drin waren. Ich tat aber so, als merkte ich nichts und fuhr trotzdem mit, denn die Papiere hatte ich ja Tetje gegeben. Wir kamen denn in diese Straße. Sie kam mir ja zwar sehr dunkel vor, aber ich bin allerhand gewöhnt, und dann hab ich auch einen guten Schlag. Wir stiebelten also die Trevpe rauf. Sie schloß die Tür auf. und wir kamen ins Zimmer. Es war zuerst stockfinster. Ich hörte, wie sie rasch den Schlüssel herumdrehte und aus dem Schloß zog. Ich dachte aber... na. das tun viele. Als sie aber das Licht anzündete, erkannte ich schon beim Aufglimmen einen großen Schatten da an der Schranktür. Wi« es hell war, sah ich den Gentleman. Er schien übergeschnappt vor Zorn, denn er brüllte die Dame an: .Warum hat Jodge dich nicht angesagt?' Ich merkte also, daß ich erwartet wurde. Ich verliere aber bei solchen Kisten nie meine Ruhe. Ich sagte zu dem Burschen: Brüll nich so, altes Filou, ich habe empfindliche Ohren und steckte mir eine Zigarette an. Der Mann griff in die Taschen. Wenn jemand in solchen Situationen in die Taschen greift, holt er meistens keine Bonbons raus. Was ich erblickte. als ich mit einem Satz bei ihm war, war ein Schlagring. Gerade als er ihn auf meinem Kopf polieren wollte, hab ich ihn aufgesangen und ihm aus der Hand gedreht. Dann hab ich angefan- aen. ihn mir vorzunehmen. Nachdem er hier vo» Stuhl gesackt war und mir schon meine Frackhojp angeknabbert halte, holt der Kerl doch noch ein«. Revolver aus der Tasche. Na. da blieb ja nichts anderes übrig, als ihm die Hand festzunageln. Dann hab ich ihn noch ein paar unters Kinn gegeben und da war er ruhig. Und dann hab ich mir diese Rasse, Pflanze vorgenommen und ihr ein paar hinter bti Ohren gegeben, weil si« mich während der Prügelei ein paarmal mit dem Stuhl gegen den Kops g« schlagen hatte. Das fand ich nicht fein für eins Dame.,Und,dann,waren Sie da.'
—• (Fortsetzung solM