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eit* 1 1. Beilage.

Kasseler Treueste Nachrichten

Montag, 7. Juli 1930

Lunge Streiter des Glaubens

Der in achthundert Vereinen 45000 evangelische Jungmannschaften umfassende Westdeutsche Jünglingsbund ein Mied oes Reichsver­bandes evangelischer Jungmännerbünde Deutsch­lands (250 000 Mitglieder) hält gegenwarng unter starker Beteiligung aus allen Gauen des Bun- vesgebict-s in Dortmund seine 82. Jahres­tag ung. Das Straßenbild der Stadt ist von einer fröhlichen Jugend erfüllt, die in ihrer neuen Bundeslracht braunes Hemd und violetter Schlips und bei ihrer straffen Haltung auf die Bevölkerung einen guten Eindruck macht.

Das Grußwort des neuen Bundeswarts, Pfar­rer I u h l aus Barmen ' war ein Ausruf zur Ent­schiedenheit in der Treue zu Gott und der Geschlos­senheit der Reihen. Mit einem dreifachen donnern­den Heil wurden die seit dem Kasseler Bundesfest neu ernaetretenen 74 Vereine begrüßt.

Das Referat von Rektor Fischer (Herford): »Dein Volk" brachte den großen Schatz Volk und Vaterland nahe, der gerade in der Notzeit den treuen Dienst von allen erfordere Gegen das Gift im Volksleben heiße es zu kämpfen und an der Rettung der Brüder und an der Mitgestaltung des öffentlichen Lebens zu arbeiten. Jugendpfarrer Phil'pps (Düsseldorf) sprach über »Deine ft i r d) c* und kennzeichnete die Nöte der evangeli­schen Kirche, von deren Zukunft das Schicksal unse­res Volkes abhängig sei, weil sie die Kräfte der Ge­sundung in das Volk leite Darum laute die Bot­schaft der Tagung: Haltet der evangelischen Kirche als ein von den Vätern mit Leiden erworbenes Gut die Treue!

Der Sonntag wurde in fünf Sälen mit Sill» lichkeitsstunden unter dem Thema »Dein

Leib" eingeleitel. In den Festgottesdiensten in sie­ben dichtbesetzken Kirchen predigten die Jugendfüh­rer über »Teilt Gort" und riefen zu einem innigen Bekenntnis und einer Festigkeit des Glaubens aus. Anschließend zogen die Teilnehmer unter Voran- tritl der Posaunen- und Trommler- und Pfeifer» chöre zum Hohen Wall, wo unter der riesigen Be­teiligung von über 15 000 Personen eine musika­lische Kundgebung stattfand. In den Park­anlagen nahmen 800 Posaunenbläfer Aufstellung uno schm«!irrten unter Leitung von D. Kuhlo ihre Weisen Am Schillerdenkmal standen 300 Sänger und brachten machtvoll Cchoräle zu Gehör.

Der Höhepunkt der Tagung war die am Nach­mittag im gewaltigen Bau der WestsalenhaLe ge­haltene Festversammlung, die einen Besuch von über 16 000 Jungmannen zu verzeichnen hatte Dem imposanten Posaunenspicl »Lob« den Herrn" folgte r.n Grutzwort des Bundesvorsitzenden Hen­richs aus Eiferfeld, der die Losung der Tagung verkündete: »Wir wollen bereit sein zur Verant- wortuira". Bundesrat Pfarrer Juhl hielt eine eindrucksvolle Heldenehrung für die im Weltkrieg gefallenen 3971 Mitglieder des Westbundes.

Dr W i l k e s aus Barmen referierte über »Dein Beruf" und appellierte zur Ueberwindung der Be­rufsnot durch Verrichten der Arbeit als «in Werk Goties mit einem »Dennoch des Glaubens".

Bundesrai Juhl behandelte das Thema: »Unser Werk" und wies nach, daß noch heute im Westdeut­schen Jünglingsbund eine lebendige Geschichte und ein frischer Zug in der Arbeit vorhanden sei. Die Klänge »Ein feste Burg" verliehen dem Tag einen markanten Abschluß.

tleifere Hekmat

Sin tapferer Bürgermeister

Bürgermeister Kraft -in Nieste ist bei dem Be­mühen, einen Unfall zu verhütt n, schwer verletzt worden. In den frühen Morgenstunden raste ein durchgegangenes Pferdegespann durch die Straßen des Ortes. Kraft erfaßte die Zügel eines Pferdes wurde aber umgerissen und von den Tieren mitge- schleift. In dem Moment, als die aufgeregten Tiere an einem Gräben vorbeirasten, 'ließ Kraft sich los und warf sich mit einem Ruck in den Graben. Nur dieser Geistesgegenwart hat er es zu danken, daß die Rüder des schweren Wagens nicht über ihn hin­wegrollten. Trotzdem sind aber die Verletzungen des Bürgermeisters ziemlich schwer.

Frihlarer Ltnglückschronik

Zusammenstoß zweier Poftautos vor der Ederbrücke

Als der große Poftomnibus Fritzlar Kassel vorn Bahnos Fritzlar kommend die nach Wabern abzweigende Straße erreichte, tauchte plötzlich mitten in der Kurve der kleine Postlieferwagen, der von Wabern kam, und nach Wildungen fuhr, auf. Da der Omnibus auf dieses Hindernis nicht vorbereitet war, und der Führer den schweren Wagen nickt aus der Stelle zum Stehen bringen konnte, wurde dec kleine Wagen in der linken Flanke gefaßt und m'.lgcschleift. Während der Omnibus den Anprall vertragen konnte, blieb der Lieferwagen schwer be­schädigt liegen.

Durch Leichtsinn verunglückt.

Der 17jährige Arbeiter W. aus Fritzlar fuhr aus einem kleinen Gespann über die Ederbrücke. _ Den reck-tsfahrenden Wagen will ein Motorradfahver vorschriftsmäßig links überholen. In diesem Augen­blick springt W., ohne sich weiter umzusehen, vom Wagen uno kommt vor das Motorrad. W. wird zur Erde geschleudert und erleidet mehrere Ver­letzungen, kann sich aber bald wieder erheben und reißt wie von Furien getrieben aus. Der Mhrer der Motorrades behielt die Geistesgegenwart uno verhütet so ein größeres Unglück. Am Handgelenk verletzt konnte er die Fahrt jedoch nach kurzer Unter­brechung wieder fortsetzen. W. mußte sich in ärzt­lich. Behandlung begeben, da er starke Prellungen daoongetragen hatte.

Ein Pferd reißt aus und jagt über die Ederbrücke

Während der Slbwesenheit des Fuhrwerksbesitzers riß sich aus dem Fabrikhose der Firma Wichard am Bahnhof ein Pferd los und jagte die Staffelet Straße entlang der Stadt zu. feinem Polizei­beamten und anderen tatkräftigen Männern gelang es. Den Ausreißer mitten auf der Brücke einzufan­gen.

Raumburg (Bezirk Steffel). Der Polizei-Medizi- nalasseffor Dr. Ernst Kramer, ein Sohn des Lehrers i. R. Julius Kramer, wurde vom Minister des Innern zum Polizei-Medizinalrat ernannt.

Homberg. Eine reparaturbedürftige Dreschmaschine sollte von Berge nach Remsfeld gebracht werden. Un­terwegs blieb sie zwischen Relbehausen und Holz­hausen stehen und konnte nicht mehr weiter transpor­tiert werden. Als am nächsten Vormittag der Besitzer die Me'chine abholen wollte, fand er nur noch einen rauchenden Trümmerhaufen vor.

Warburg. Dem Kreisbrauddirettor Menge von hier wurde vom Reichsverband der Deutschen Feuer­wehren für seine Verdienste um das Feuerlöschwesen das deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz 1. Klaffe verliehen.

Netze (Waldeck). Da die Pfarrstelle durch den Weggang des bisherigen Inhabers Pfarrer Krum­mei, am 1. Oktober frei wird, hat der waldeckfche Oberkirchenrat sie zur Wiederbesetzung ausgeschrieben.

Bad Soodeu-Alleudorf. Beim Kirschenpflücken fiel der Sohn des Postschaffners B. so unglücklich'von-der Leiter, daß er einen Arm brach und ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mutzte.

Volkmarsen. Die Neberwachung des Hochspan­nungsnetzes innerhalb des Stadtbezirks Volkmarsen ist dem Elettromeister S ch m a n d übertragen wor­den, an den nunmehr alle Anfragen wegen Repara­turen usw. zu richten sind.

Eschweqe. Seinen 80. Geburtstag beging der Ein­wohner W i l h e l m H ä u s l e r. Er erfreut sich noch guter körperlicher Rüstigkeit und geistiger Frische.

Eschwege. Opel kontra Hanomag. Beim Einbiegen des Wolfsgrabens in die Reichensächser Straße stieß ein Hanomag mit einem Opelwagen zusammen. Der Opelwagen stürzte um und wurde vollständig zertrümmert. Die drei Insassen kamen glückkicher- weife mit leichten Verletzungen davon. Der Hano­mag konnte dagegen seine Fahrt fortsetzen. Sein Insasse erlitt Verletzungen im Gesicht.

Küllstedt. Grundsteinlegung für das neue Gottes­haus. An der Feier ncchm die ganze Gemeinde teil. Bifchöslicher Kommissarius Prcpst Poppe-Heiligen- stadt hielt eine Ansprache und Pfarrer Horstkemper, der Seelsorger der Gemeinde, verlas die Urkunde, die in den Grundstein eingemauert wurde. Der Kirchenchor verschönte die Feier.

Ellingshausen. Seinen 82. Geburtstag beging der Hegemeister a. D. Hermann Blau.

Treffurt. In Heyerode wurde der Gemüsehänd­ler Otto Weil von einem Auto angefahren. Er erlitt erhebliche Verletzungen am Kopf und mußte sich in ärztliche Behandlung begeben. Der Auto­fahrer fuhr davon, ohne sich um den Verletzten zu küinnrern

Bad Mergentheim. Frequenz: 6681 Kurgäste und 4696 Passanten bis L. Juli einjchlietzlich.

Kleintöpfer. Bon einem Bulle« angegriffen und übel zuqerichtct wurde eine Frau vom Gute Klern- töpfer auf der Weide. Einige in der Rahe adieu teitbe Männer eilten der Frau zu Hilfe, die sonst kaum mit dem Leben davongekommen wäre.

Katharinenberg. 51 Kücken wurden einem hie­sigen Besitzer nacheinander geholt. Endlich hat man einen der Räuber, einen Iltis, gefangen.

Marburg. Sanitätsrat Dr. Schirmer t- 3 81. Lebensjahr starb Sanitätsrat Dr. med Ernst Schtr- mer, Oberstabsarzt der Landwehr a. D. Schirmer war von 19071918 Stadtverordneter von Marburg.

Eine niederirächtige Kraftprobe

Ein Man« schlägt ei«e Kellnerin mit dem BierglaS.

Bei einer Festlichkeit in Guxhagen geriet ein Fest­teilnehmer aus Körle mit einer Kellnerin in Wort­wechsel. Hierbei schlug er die ftettnerht so heftig mit einem Bierglas auf den Kops, daß sie zusam- menbrach. Sie mußte in ein Kasseler Krankenhaus gebracht werden.

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Stadivätersorgen in Melsungen

Rach einer Ottsbesichttgung am hinteren Eisfeld entspann sich in der letzten Starwerorvnetensitzung eine lange Debatte über die Durchführung des Stra- ßendurchbruchs vom hinteren Eisfeld nach dem Fut­teracker. Schließlich wurde die Magistratsvorlage mit 6:6 Stimmen angenommen. Rach der Einführung des Beigeovdneten Kaufmann wunde über die in­nere Fertigstellung des Rathauses beraten. Die Ge­samtkosten der Renovierung würden etwa 810 000 Mark betragen. Durch 2000 Marl aus der Wiegand- schen Sttftung uns 6000 Mark aus dem Hypothelen- sonds und 2000 Mark Zuschuß vom Bezirl soll das Geld zusammengobracht werden. Die Herrichtung des Hausflurs nach den Plänen des Bezirlslonservators wurde mit 8:7 Stimmen abgelehnt. Auch die Absicht des Magistrats, zur Belebung des Baumarlts sechs Wohmtngen von je 10 000 Dt. zu bauen, wurde mit 9:6 Stimmen abgelehnt. Der vom Sw. Wisch gestellte Antrag, die private Bautätigkeit durch Spattaffen- untb Hauszinssteuerhypotheken zu unterstützen, wurde einstimmig angenommen, feine Eingabe des Eltern­beirats der Itaotschule wegen Einbau eines Brause- unb Wannenbades wunde zur Kenntnis genommen.

Kreis-Lehrertag in Spangenberg

Die Lehrerschaft des Kreises Melsungen hielt im schönen Bergstädtchen Spangenberg einen Heimattag ab. Der Vorsitzende des Kreisle^rervereins Lchrer Müller- Melsungen, eröffnete nach einer Morgen­seier in der Stadtlirche die Versammlung und be­grüßte die Gäste und gedachte besonders der befrei» en Rheinlande. Namens der Stadt hieß Bürgermei­ster Stein die Gäste willkommen. Neben Regie- rungsdireltor Dr. Kuche-Kassel waren als Gäste des Lehrervereins Studenten und Dozenten der Kaneler Pädagogischen Akademie erschienen. Professor Grube von der Akademie dankte dafür, daß es den Schulern der Akademie ermöglicht wurde, in innige Beziehun­gen zu Land und Leuten der Heimat zu treten. Schul­rat Schmidt- Melsungen entwarf hieraus ein Cha­rakterbild von "dem Dorfbewohner", Lehrer R o h o e Mörshausen hielt einen weiteren Vortrag über:Na­turschutz und Denkmalspflege unter besonderer Be­rücksichtigung des Kreises". Nach der Mittagspause fand die Wiederholung des ChorwerkesDie Liebes­quelle zu Spangenberg" statt. Die restlichen Stunden waren einem gemütlichen Zusammensein gewidmet.

Unter Ausschluß »er Öffentlichkeit

Der ProzeH gegen den Corbacher Revolverschützen.

Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde vor oem Schöffengericht in Cor dach gegen den 21 Jahre alten Georg Sammler aus Carbach verhandelt, der am Himmelfahrtstage dieses Jahres, wie sei­nerzeit berichtet, im Lengefelder Walde die 19jährige Gertrud G. durch einen Revolverschutz schwer ver­letzte, weil sie ihm nicht zu Willen sein wollte. Er hat bann selbst die Verletzte in ärztliche Behand­lung gebracht Ueber die Herkunft der Wunde ver­weigerte die G. zunächst jede Aussage. Erst als Lommler überführt worden war und ein Geständ­nis abgelegt hatte, gab sie den Sachverhalt zu. In der Verhandlung tarnen wesenÄich neue Momente nicht zu Tage. Der Angeklagte führte an, er sei durch die Weigerung des Mädchens so erregt ge­wesen, daß er feiner Sinne nicht mehr mächtig ge­wesen fei. L. hat zwei Schüsse abgegeben, wovon der erste ein Fehlschuß, lediglich als Schreckschuß gedacht gewesen sein soll. Wie der zweite Schuß, der dann die Verletzung herbetfühtte, losgegangen ist, will der Angeklagte nicht wisftn. Die G., die inzwischen wiederhergcstellt ist, betonte, daß sie an eine ernstliche Absicht des Angeklagten nicht glaube ,tud seinen Drohungen keinen wesentlichen Wert zugelegt habe. Der Anklagevertreter, Staats­anwalt Eiborg-Kassel, beantragte wegen versuchter Notzucht und unbefugten Waffentragens 1 Jahr 6 Monate und 2 Wochen Gefängnis. Das Urteil lautete auf ein Jahr eine Woche Gefängnis; die Untersuchungshaft wird angerechnet. Der Ange- klagte bleibt in Hast.

«arlshafen.Selben* der Landstraße. Rückfichts- lose Autofahrer müssen es gewesen fein, die einen jungen Manu aus Stammen in einer unübersichtlichen und gefährlichen 8-Kurve zwischen Helmarshausen und Deisel anfuhren, ihn bann von der Straße weg zur Seite schleiften und seinem Schicksal überließen. Als zwei Stunden später der Kraftwagenführer St. von Karlshafen die Unfallstelle passierte, nahm er sich des Schwerverletzten an. Der Unglückliche, der eine Zeit­lang besinnungslos geworden war. hat einen kompli­zierten Armbruch erlitten. Die Autofahrer sind un­erkannt entkommen.

Gefährliche BSllerfchüffe

Durch Böllerschüffe bei der BefreiungsfeierR in Neustadt verletzt.

Bei der am Dienstag abend in Neustadt ver­anstalteten Befreiungsfeier ereignete sich em be­dauerlicher Unfall. Der dse Stadt durchziehende Fackelzug wurde von Böllerschüssen begrüßt. Diese waren aber derart stark geloben, daß feisenspäne mn- herflogeu, durch die einem zehnjährigen Schiiler der Oberschenkel zerschmettert wurde. Dem Lehrer Burkard, dem betannten Rhöndichter wurde die ScM»eldecke durchschlagen. Die beiden Verletzten wurden sofort nach Marburg bezw. Treysa zur Ope­ration transportiert. Man hofft das Letzest der be*. den Bedauernswerten zu retten. I

Dom Feuer nachts überrascht

Ein großer Brand in Amöneburg.

In dem Anwesen des Landwirts K. brach dl früher Morgenstunde Feuer aus. Die Hauseigew, tihner mußten aus dem Schlafe geweckt werden^ Das Feuer fand in den Erntevorräten reiche Nah­rung und vernichtete das ganze Anwesen. Mit Muhe konnte das Großvieh gerettet werden, eine Anzahl Hühner verbrannten. Die Feuerwehr rettete daS angrenjenbe Amtsgerichtsgebäude durch Wider­legung eines überhängenden Giebels. Viel Jtwen- dar, Kleidungsstücke, Erntevorräte sind vermchtet. Der Schaden durch Versicherung nur teütoetfe gedeckt

Ausgaben der Jugendpflege

Tagung der Kreisjugendpfleger in Fulda. "1

Die amtliche Frühjahrskonferenz der KreiS- jugendpfleger und -Pflegerinnen des Regterungs- bezirks Kassel fand dieser Tage in Fulda unter Leitung des Regierungspräsidenten Dr. Frte. densburg und in Anwesenheit des Oberbürger­meisters Danzebrlnk und des LaUdraies von Sägern statt.

Rechnungsrat F e r n a u - Hersfeld führte « Hand von instruktiven Einzelfällen m dte praktische Handhabung der Unfall- und Haftpslichtverstcherung ein. Bücherberater Maurer-Kassel legte m einem eingehenden Referat die Gründe dar, wes­halb der Staat als ftulturftant das Recht und die Pflicht hat, das Volksbüchereiwesen organisch zu fördern und urnriß die Hauptaufgaben, die sich für die praktische Durchführung der Büchereiarbeit nn Regierungsbezirk Kassel ergeben. Das Referat von Reaterungsrat Körber-Kassel behändste Idee und Gestaltung aus dem Geiste der Verfassung und. des Volksstaates heraus.

Regierungspräsident Dr. Friedensburg wies nachdrücklich auf die staatspolitische Notwen­digkeit Hirn Symbole zu schaffen, um die sich da- Volk in seiner Gesamtheit sammeln tarnt. Aut der ganzen Tagung kam klar und deutlich der starke Wille zum Ausdruck, die kulturpolitisch und staats- padagogisch bedeutsamen Fragen tatkräftig und ztel- bewußt anzupacken.

Rundfunk

$e«gtMua de» Kasseler und Frankfurter Sende«. 1

Stelen. Der Landwirt H. von hier stürzte durch das Gebälk seines Futterbodens in den Kuhstall, wo­bei er außer Rippenquetschungen einen komplizierten Hüftgelenkbruch erlitt.

Melsungen. Verlängerte Straßensperre. Die Sper­rung der Ortsstratze in Günsterotze (Landweg Mel­sungenLichtenau) ist bis zum 9. Juli verlängert worden.

Waldkappel. Ihr 25jähriges Berufsjubiläum be­ging in Richelsdorf die Hebamme Katharina Fend. Der Hebammenverein Rotenburg ließ der Jubilarin ein Geschenk überreichen. Auch von den Frauen der Gemeinden Richelsdorf und Süß wurde sie reich be­schenkt. _

Mielenhausen (Kreis Münden). Der Tod ans dem Felde. Einen tragischen Tod hatte der Tischler Schroeder von hier. Er war auf dem Felde, als er einen Krampfanfall erlitt. Dabei fiel er auf das Ge­sicht und erstickte. Sein Vater fand ihn so auf dem Kleefelde. Wiederbelebungsversuche waren erfolglos.

Großalmerode. Die Turngemeinbc 1863 Groß­almerode hatte Gelegenheit, einen ihrer Besten »n ehren. Oberturnwart Rerenz hatte Dienst-, Tur­net- und Mieterjubiläum (25 Jahre bei den Ton­werken 25 Jahre Mitglied der Turngemeinde 1863 Großalmerode und 25 Jahre wohnt er bei seinen Schwiegereltern. Turnerinnen, Turner und Säuger brachten ihm einen Fackelzug. Eine Ab­ordnung der Turner überbrachte ihrem Führer ein Geschenk Die Gesangsabteilung ehrte ihren Sau- gesbruder durch Vottrag einiger Chöre.

Witzenhausen. Die Wanderversammlung des Obst­bauvereins für den Rrg.-Bez. Kassel findet am 9. Juli statt. Auf der Tagesordnung stehen u. a. Mei Vorträge: »Der Obstbau im Kreise Witzenhausen". (Referent KreiSobstbautechniker Dhalheim, Witzen­hausen). »Was ist von Gemeinden und Erwerbs­züchtern bei Reupfianzungen zu beachten unter Berücksichtigung der heutigen AbsatzverhAt.rtffe und der Pflanzenbeihilfen?" (Referent Gartemuspektor Deckel, Oberzwehren).

Erhaltet die Weidelsburg!

Unter diesem Motto veranstaltete der kurhesflsche Verein für Heimatschutz auf der Weidelsburg ein wunderschönes Heimatfest.

In Ippinghausen herrschte schon am Morgen ein reges, Leben. Kurz nach 1 Uhr begaben sich schon die ersten Gäste in den Burghof, der schon lange vor Beginn des Festes gefüllt war.

Trompetenschmettern verkündete den Auftatt den Tausenden. Zur Einleitung fangen die Gesangver­eine aus WolfhagenDie Himmel rühmen des Ewi­gen Ehre". Nachdem der letzte Ton verklungen war, sprach der 1. Vorsitzende, Bürgermeister Kilian- Wolfhagon, das Willkommwort. Er würdigte die An­teilnahme des Regierungspräsidenten an der Erhal­tung der Burg.

Ueber deren Geschichte machte der 1. Vorsitzende des Vereins Kurheffen-Kaffel, Cberbaurat Dr. Jng. Geßner, einige bemerkenswerte Angaben. Rach seinen Ausführungen ist das Bestehen der Burg be­reits im 11. Jahrhundert urkundlich bewiesen. Die von Hertinghausen und Reinhard von Dalwig sind wohl am meisten hervorgetteten. Aus Reinhard von Dalwigs Zeiten stammt auch die Legende von den Weibern zu Weinsberg, die bei ihrem freien Abzug ihre Männer als kostbarstes Gut auf dem Rücken zum Burghof hinaustrugen. Die letzten Bewohner der Weidelsburg waren dieWölfev. Gudensberg". Die eindringliche Forderung:Erhaltet die Weidelsburg!" war der Ausklang der Rede.

Der Frauenchor aus Ippinghausen fang zum Schluß das Weidelsburglied, und dann ging es mit Musik nach dem nahegelegenen Steinbruch. Nachdem die Männergesangvereine Altenhasungen, Nothfelden und Oberelsungen klangschöne Volkslieder gesungen

hatten, sprach Frl. Lem Marth den Vorsprnch für das

Tellspiel der Schweizer Bauern, das wohl den Höhepunkt der ganze« Veranstaltung bildete.

Auf der Freilichtbühne tonnten die Schüler ihr feines Können zur Entfaltung bringen. Chr. Führer (Teil), H. Bornschir (Landvogt), W. Schaumlöffel (Landvogts-Knecht), W. Kesting als Stauffacher zeig­ten ansprechendes Talent und großen Eifer und ern­teten verdient reichen Beifall. Auch die andern zeig­ten gute Leistungen.

Besondere Anerkennung gebühtt dem Urheber dieser so guten Idee, Mittelschullehrer Reith aus Wolfhagen. Die Kraft zu neuen Taten ist da, und wurde durch die so reichen Beifall spendenden Zu­schauer noch mehr gestärkt.

Mädels der Deutschen Turnerschaft aus den um­liegenden Otten zeigten Volkstänze und eine Anzahl neuer Reigen, die sehr gut glückten. Auch die Freien Turner zeigten nach den Freiübungen der Deutschen Turnerschaft (Herren) einige ganz gute tnmettsche Vorführungen.

Der gemischte Chor Ippinghausen sang noch einige schöne alte Wanderlieder, die manchen alten Wan­derer sehr erfreuten, dann folgte als gemeinsamer Schlußgesang das Heffenlied. Rach Abwicklung des Programms zerstreute sich die Menge bi. alle Rich­tungen. Am Abend fand eine Beleuchtung der Burg statt, die von weitem einen höchst romanttschen Ein­druck machte. Der Reinertrag des herrlichen Tages ist für die Erhaltung der Burg bestimmt.

Dienstag, bett 8. JE. ,, 7JO8.30: Von Bad Wild»»«»: Stänkert des Smwrchefter» «Dtädt. Orchester Bremerchaven-Weiermuudel: Lei­tung: Musikdirektor Otto Albert

12.90: Schalwlattrnkonnrt (Märsche)

13.00: Schallplattenkonzert

1414.15: Werbekonzert iSortsetzuuch

15.00: Ha»Ssrauen-Nachmittag. veranstaltet vom Franksiro, ter HauSsraueri-Berei» ®. V. _

16.00: Nachmittagskrmzeri des Rundfunkorchester« Bo, riiharte Tansweisen Leitung: Gustav Gottrch

16.45: Sudetendeutsrbe Stunde Mitmirkewde: «onaert* länger Gustav Drexler (Tenor», Kowzertsanger Hans M. Habel (Bariton), fiougerwiamst Ehren- beider, Brünn

18.05: Stunde der Frankfurter Zeitung

18.35: .Student des AuslandsdeutfchtumlS", Vortrag vm, Dr. Herman» Rudi »er _ , , .

10.00: Bon Mannbeim: ..Kritisches mr Astrologie", Bor. trag von Dr. S. Kavier

19.30: Bon Stuttgart: Richard Wagner Populäres Kon­zert des Philharmonischen Orchesters Dirigent: Emil Kahn: Solistin: Martha Neubeck (Sovrani

90.30: Bon Stuttgart: Gaunerstreiche Ein bunter Abend, geleitet von Carl Struve Minvirkende: Gerda Hann. Käte Mann, Thea Stvuve-Iöhnsten, Tbeod. Brand, H. Hanns, Fred Höger. H. Lingvr, Carl Strnve. Rundfunkorchester Leit.: Gustav GSrltch

22.30: Nachrichten. Sportbericht und Nettermeldnna

22.4624.00: Von Stuttgart: SuS Greiners Großgaststätte» im Hindenvuvgchau: Unterhaltungskonzert

OJOL30: Aus den Kurzwellensender Kerlen: Nachtkonzert Wette von Felix Mendelssohn-Bartboldo (1809 bis 1847) AuSsLhrende: Das Rundfunkorchester unter Leitung von Reinhold Merten Mitwirkew- de: Erich Jtor fiat« (Klavier)

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