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Hessische Abendzeitung

20. Jahrgang

Dienstag, 24. Juni 1930

Stummer 145*

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Kasseler Abendzeitung

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Kasseler Neueste Nachrichten

Emste parteivorsiöße gegen Kabinett Brüning

Or. Dietrich wird wahrscheinlich Finanzminister, aber unter Protest feiner Parteifreunde / Oie Ozeanfliegerei beginnt wieder

Krisenstimmung

Volkspartei droht mit Regierungsaustritt

Berlin, «. Juni.

Die Schwierigkeiten bei der Neubesetzung des Reichsfinanzminifteriums haben sich beinahe zu einer Kabinettskrise zugespitzt, und wenn auch anzunehmen ist, daß noch im Laufe des heutigen Tages eine Ent­scheidung fällt, die voraussichtlich in der Richtung der Uebernahme des Finanzministeriums durch den Wirt- fchastsminister Dr. Dietrich liegt, so find damit Be­gleiterscheinungen verknüpft, die einen außerordentlich ernsten Charakter tragen. Der Reichswirtschaftsmini- fter Dr. Dietrich, der gestern den ganzen Tag über bei einem Kongreß in Leipzig weilte, hat gestern abend nach seiner Rückkehr noch eine mehrstündige Unter­redung mit dem Kanzler gehabt, die wahrscheinlich zu einer Verständigung geführt hat. Die demokratische Fraktion sieht es zwar sehr ungern, wenn Dr. Dietrich das Finanzministerium übernimmt, fie will sogar eine scharfe Protestresolution veröffentlichen, doch scheint trotz dieser Widerstände Dr. Dietrich entschlosien zu sein, dem Rufe des Reichskanzlers zu folgen, immer unter der Voraussetzung, daß eine sachliche Verständi­gung über das Finanzprogramm erreicht wird. Dar­über wird sich erst heute in einer Kabinettssitzung Klar­heit ergeben, denn der Reichskanzler muß selbstver­ständlich die zwischen ihm und Dr. Dietrich getroffe­nen Vereinbarungen dem Reichskabinett vorlegen, wenn daraufhin wichtige Aenderungen des finanziellen Deckungsprogramms' beschlossen werden sollen.

Die gleiche Spannung wie zwischen Demokraten und Reichskanzler hat sich auch zwischen der Deut­schen Bolkspartei und dem Reichskanzler entwickelt.

ja sogar mit der noch weitergehenden eventuellen Konsequenz, daß die Deutsche Volkspartei, wenn eine sachliche Verständigung über das Finanzprogramm nicht erreicht werden kann, aus der Regierungsgruppc vollkommen austreten will, was dann auch für den Außenminister Dr. Curtius die Konsequenz seines Rücktrittes vom Amt nach sich ziehen würde. Die Deutsche Volkspartei hat gestern abend eine mehr-

dem völligen Ausscheiden der Volk spartet aus der RogierungSgruPPe zu rahnen.

Krise auch in Preußen

Aber auch in Preuße» hat sich die parlamenta­rische Lage ebenfalls krisenhaft zugespitzt. Es ift erinnerlich, daß vor Oster» bet ©tat nicht veröd-

Reichswirtschaftsminister Dr. Dietrich soll nach dem Wunsche des Reichskanzlers Dr. Brüning das Reichsfinanzministerium übernehmen.

schiedet werden konnte, weil das Haus angesichts ver Obstruktion der Oppositionsparteien und der schlechten Besetzung des Regierungsblocks beschluß­unfähig war. Morgen soll nun im preußischen Landtag die Schlußabstimmung über den Etat nach­geholt werden. Der preußlsche Ministerpräsident Dr. Braun hat bereits damit gedroht, er werde gemein­

sam mit dem Vorsitzenden des Staatsrates Dr. Ade­nauer und dem Lartdtagspräsidenten Barchctl den Landtag auflösen, falls die Schlußabstimmung über den Etat morgen wieder negativ ausgehen sollte, sei es durch Beschlußunfähigkeit des Hauses, sei es durch irgendwelche anderen Obstruktionsmaßnah­men. Die Fraktionen des Regierungsblocks haben infolgedessen alle ihre Mitglieder dringend gebeten, morgen unbedingt in Berlin anwesend zu sein, WM dann die Beschtutzfaffung des Hauses unter allen Umständen gesichert werden kann.

Nrranzprograrnrn der Sozialdemokraten

Berlin, 24. Juni.

Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat ihr Finanzprograrmn veröfferEicht. Diese Richtlinien nennen die Maßnahmen der Regierung unsozial und behaupten, daß die Sozialdemokratie die Pflicht habe, eigene Wege zur Lösuna der Schwierigkeiten zu wei­sen. Zweitens wird erWrt, daß eine Senkung der Einkommen der Arbeiter, Angestellten und Beamten die Wirtschaft nicht beleben könne, sondern die Kris« nur noch verschärfen würde. Die Wirtschaftslage er­fordere einen allgemeinen Abbau der Preise und eine Schaffung neuer Arbeitsgelegenheiten, die im einzel­nen anfgeizählt werde. In Punkt 3 beschäftigen sich die Richtlinien mit der Beschaffung der notwendigen Mittel. Es heißt darin, daß äußerste Sparsamkeit Pflicht sei, wenn auch das ftnanzielle Ausmaß sofort wirksamer Ersparnisse begrenzt sei. Bor allem müß- :eu die Ausgaben für mil'ktärische Zweck« gesenkt wer­den, ebenso für den ausländischen Dienst, ferner die hohen Pensionen und Gehälter. Auf Ruhegehalt und Wartegeld sei das sonstige Einkommen bei Ueber- schreitung einer bestimmten Grenze anzurechnen. In Punkt 4 heißt es, daß, soweit die Mittel eine volle Deckung des Haushaltes nicht ermöglichen, neue Ein­nahmequellen erschlossen werden müßten. Diese steht die sozialdemokratische Reichstagsfraktion in erster Linie in der Heranziehung der leistungsfähigen Volks­schichten, und zwar durch einen allgemeinen Zuschlag auf die höheren Einkommen in Höhe von 10 Prozent. Punkt 5 handelt über die Gemeindefinanzen/ Es wird erklärt, daß den Gemeinden die AusMben für die Krisenfürsorge abgenommen werden müßten. Die als Bürgerabgabe bezeichnete Kopffteuer wird abge­lehnt.

stündige Fraktionssitzung abgehalten, in der sie sich mit den notwendigen Aenderungen des Finanzpro­gramms beschäftigte. Es gilt für die Fraktion schlecht­hin als untragbar, daß ein neuer Finanzminister ein­fach das alte Programm übernimmt, mit welchem Dr. Moldenhauer gescheitert ist. Die Volkspartei hat schon vor einiger Zeit in einer damals veröffentlichten Ent­schließung ihre Anschauungen und Ziele in Bezug auf die jetzt notwendigen finanziellen Maßnahmen darge­legt. Dr. Moldenhauer ist damit nicht im Einklang geblieben, was eine der wichtigsten Ursachen zu seinem Sturze wurde. Die Bolkspartei ist nicht damit einver­standen, daß der Kanzler wiederholt betont hat, er werde an diesem Programm festhalten und daß er auch in seinem Abschiedsbrief an Dr. Moldenhauer nochmals erklärte, daß dieses Programm das einzig richtige sei. Wenn der Kanzler sich nicht entschließen kann, in wesentlichen Stücken von diesem Programm abzuweichen, so wird er sowohl auf die Gefolgschaft der Demokraten wie auch der Deutschen Bolkspartei verzichten müssen und er wird lediglich seine eigene, die Zentrumspartei hinter sich haben. In diesem Falle würde dann allerdings nichts anderes übrig bleiben als daß der Artikel 48 angewendet und der Reichstag aufgelöst wird.

Trotz dieser Krisenstimmunq scheint es im Augen­blick, als ob die Verständigungsbemühungen doch stark in den Vordergrund getreten feien. Die Deut­sche Volkspartei hat bei ihrer gestrigen Fraktions­sitzung sich erneut aus den Standpunkt gestellt, daß ein Notopfer in seiner jetzigen Gestalt untragbar fei nnb daß man über eine Gehaltssenkung nur im Rühmen einer Senkung der Produktionskosten reden kann, die Partei tft dagegen damit einverstanden, daß mit anderen Mitteln die wichtigsten Finanz­sorgen deS Reiches beseitigt werden, wenn z. B. vor- Wuisig eine Kopfsteuer einaeführt würde und im übrigen mit einem Ermächtigungsgesetz erreicht würde, daß man über die Schwierigkeiten des Som­mers hinwegkommt, um dann die grundzätzitwe große Finanzresorm im Herbst vorzunehmen. Soll Dr. Brüning mit einer derartigen Entwicklung eil verstanden sein, so würde die Volkspartei ihrerseits bereit sein, wieder mit 2 Ministern sich im Kabinen zu beteiligen, d. h. sie würde den Wirtsckaitsmintjter übernehmen, wenn Dr. Dietrich in das Finanz­ministerium geht und fie würde evtl., falls Dr. Dietrich äblehnen sollte, auch einen neuen Finanz­minister, etwa in der Person des Abgeordneten Dr. Cremer stellen. Wenn aber Dr. Brüning, wie sich in der heutigen Kabinettssitzung zweifelsfrei ergeben muß, am alten Programm festhält, so ist mit dem Rücktritt des Außenministers Dr. Eurtius und mit

Zum Ozeanflug gestartet

Oer australische Flieger Smith fliegt von Irland nach Aeuyort

Dublin, 24. Juni.

Der australische Fliegerhauptmann Kingford Smith hat heute früh 4,35 Uhr mit seinem Beglei­ter von Port Marnock aus in seinem Flugzeug Sou­thern Croß den seit langem geplanten Flug zur Ueber- querung des atlantischen Ozeans in westlicher Rich­tung angetreten. Er beabsichtigt, in Old Orchard bei Neuyork zu landen. Bekanntlich ist die Ueberque- rung des atlantischen Ozeans in Ost-West-Richtung bisher nur den Fliegern Köhl, Hünefeld und Fitz- maurice gelungen.

Graf Zeppelin über Schlesien

Berlin, 24. Juni.

Heute morgen ist das Luftschiff Graf Zepoelin zur Schlesiensahn gestartet. Bei dem unklaren Wetter entschwand das Luftschiff schnell den Blicken der Zu­schauer. An Bord befindet sich auf Einladung Tr. Eckeners der Polizeipräsident von Breslau. Der Führer des Luftschiffes hofft, die geplante Ronte auch bei der gegenwärtigen Wetterlage einhalten zu kön­nen 40 Passagiere nehmen an der ^ahrt teil. Tas Luftschiff wird gegen 6 Uhr in Starken znrnckerwar- tet 9 Uhr 5 erreichte das Luftschiff Frankfurt an der Oder und 9 Uhr 35 überflog es Guben.

polarschiff gesunken

Oslo. 24 Juni. Das berühmte amerikanische Polar­schiff William Booth ist etwa 450 Meter von Grönland entfernt im Weißen Meer untergegangen. Die ge­samte Besatzung von 14 Mann ist ertrunken.

Japan seht neue Truppen in 6hina ein

London, 24. Juni.

Die englische Presse in Hongkong berichtet, daß in Tfinansu in der Prcv.nz Schantung etwa 600 Mann japanischer Truppen eingetroffen sind. Diese Maßnahme ftebt im Widerspruch zu einer früheren japanischen Erklärung, wonach neue Truppen nicht nach Tfinansu entsandt werden sollten und hat starke

Erregung hervorgerufen. Später sollen noch weiter 800 Mann japanischer Truppen in Tfinansu em- treffen.

Hoovers neue Niederlage

Reuyork, 24. Juni.

Präsident Hoover hat im Senat eine neue Nieder­lage erlitten. Mit 66 gegen 6 Stimmen nahm bet Senat die Veteranen-Bill an. Bei der Aussprache wurde die Vew-Drohung Hoovers scharf kritisiert.

Vatikanische« Weißbuch über Malta

Rom, 24. Juni.

Als Antwort auf das englische Blaubuch über den Malta-Konflikt hat der Vattkan soeben ein Weißbuch veröffentlicht. In dem Vorwort betont der Vatikan, daß man zu einer gerechten Beurteilung der Malta- Frage die besonderen Verhältnisse und die Geschichte von Malta kennen müsse, das von jeher ein Bollwerk der christlichen Zivilisation gegen die Barbaren gewe­sen sei. Auf ausdrücklichen Wunsch der Bevölkerung habe der Klerus stets an der Verwaltung der Insel reilgenommen, ein Recht, das auch durch die herr­schende Verfassung ausdrücklich anerkannt ist. Ledig­lich Lord Strickland habe sich dem widersetzt, und auf ihn falle die Verantwortung für die augenblicklichen Zustände. Der erste Teil des Hauptberichtes enthält eine Auffiihlung der von Lord Strickland der katho­lischen Kirche angetanen Beleidigungen, die Unterstüt­zung der anglikanischen Bischöfe in ihrem Propagan- dafeldzug gegen die katholische Kirche und die Unter­stützung des Minoritenpaters Micallef in seiner Re­bellion gegen seine Vorgesetzten. Diese Vorgänge führten im April 1929 zur Entsendung eines aposto­lischen Visitators, der an Ort und Stelle die Ver­hältnisse prüfte und einen für Lord Strickland ver­nichtenden Bericht anfertigte. Im Mittelpunkt des vatikanischen Weißbuches steht eben dieser Bericht des Monsignore Robinson, der bisher der Oeffenttichkeit nicht zugänglich war und der die ganzen Vorgänge auf Malta in ein neues und wesentlich anderes Licht setzt, als sie bisher von Lord Strickland bezw. englischer Seite dargestellt wurden.

Island feiert

AnlLHN» 6er bevorstehenden 1000-Jahrsei« Fsland» haben wir einen Sonderberichterstatter mit der liebe» mittlwng einiger ausführlicher und anschaulicher Be­richte beauftragt Der erfte Vorbericht erfolgt tm Nachstehenden.

Reykjavik, im Juni 1930. !

Schwankend wandle ich durch die Straße» der nn* erhört veränderten Stadt. Was haben knapp 18 Mo« nate aus diesem stillen, verschlafenen Eotteswtnkel gemacht! Schwankend, denn noch immer liegt mir die übliche sturmtobende Seefahrt in allen Glieder», bet der man immer den Untergang der Welt erwartet. Jetzt staune ich über das viele Licht, die vielen, neue» Bauten, über die Fülle ankernder Schiffe im Hafen, jenem Dornröschenhafen, für den das Einlaufen eines Passagierdampfers eine Sensation bedeutet vor 18 Monaten. Jetzt liegt der 34 000-Tonnen-Dampfer Rodney" der englischen Kriegsmarine, die 15000 Tonnen tragende französischeSufften", deutsche, schwedische, dänische usw. Kriegsschiffe an der Reede, das hübsche, banale Etädtche» Reykjavik erwartet =1 40 000 Menschen.

Die größte Anziehungskraft für mich eingesteischte» Großstadtmenschen hat natürlich das funkelnagÄneue Hotel Borg. Alle Achtung! Von deutsche« Architekte» entworfen, von deutschen Jnnenkünstlern ausgeftattet, verfügt es über 50 Zimmer, die Hälfte mit Bad r-t sowohl die absolut eleganten Zimmer, wie auch da« Bad", eine Seltenheit für Islands Hauptsttcht. 5t* türlich ist der Staat daran beteiligt wie an alle« in Island und hat von den 1% Millionen betro« genden Baukosten 300 000 Kronen gezeichnet, die Stadt 100 000 Kronen. Wie die Made im Speck fühlen wir uns denn ich habe inzwischen Zuzug von Kollegen aüs aller Welt bekommen erhielten jedoch seitens der Hotelleitung zarten, aber desto energischeren Wink, freundlichst zu verduften, wenn die Feierlichkeiten los» gehen, da alles bereits reserviert sei. Ein wunder« voller Tanzsaal bringt einen ausgezeichneten Rach« mittagstee mit Musik, jeden Tag versuche ich mit ein Plätzchen zu erobern, denn die unfaßbar schlanken Is­länderinnen' tanzen famos und sehen entzückend aus in ihren großblumigen Chiffonkleidern. Aber jeden Rach» mittag ist alles pumpvoll besetzt und die etwas älteren Damen tragen meist isländische Nationaltracht, was einen eigenartigen Gegensatz zu der hypereleganten Jugend schafft. Eie lächeln mir meist sehr liebens­würdig zu, aber wie gesagt ich ziehe die jungen vor!

Draußen stürmt und schneit es, 6 Grad Wärme ist nicht viel! Die Halbheit des Tageslichts, das jetzt nie» mals Nacht wird, schafft ein gewisses Unbehagen.

Am nächsten Morgen schon bin ich in Thingvellir, dem tausendjährigen Ratsplatz, Kernpunkt der ganze» Feierlichkeiten. Ich muß gestehen, daß mich ein gelin» des Grausen packte ob des Gedankens, die Vorberei» tungen könnten bis zum 26. dieses Monats unmöglich fertig werden. Denn was man bis heute fieht, ist t»e vage Aufnahmemöglichkeit von vielleicht 3000 Per­sonen, nicht aber 30 000, die ja hierher kommen und einige Tage hier leben wollen. Zelte werden aufge­schlagen, ohne jede Inneneinrichtungen, große Ba» racken, nur mit Zeltstofsbespannung, zirka 500 Per­sonen bei Tisch fassend. Komisch ist das! Die Islän­der selbst werden mit ihren altgewohnten Ponys kom­men, mit Packpferden, Decken und ihrer Familie, harte, genügsame Menschen. Aber die Fremden . . . ? Es gibt wohl ein Hotel in Thingvellir, das Dalhotel (Hotel Walhalla) und einige wellblechgedeckte Holz­häuser, doch die sind nur für die dänische Königs­familie reserviert, die ja noch ein wenig Patronanz zu üben hat. Eine zweite Autostraße ist angelegt, die alte wird noch ausgebessert, Hunderte von Arbeitern bauen auf dem gewaltigen Thingplatz entstehen ganze Zeltstädte, primitive Holzbauten, fast könnte man sagen: Potemkinsche Dörfer, so obenhin und luftig. Aber was wird, wenn da ein solcher Sturm hinein­fährt wie der auf der lleberfahrt?!

Alles Baumaterial wird in den imposanten Schluchten des Thingvellir abgeladen und einfach ver­staut. Telephon wird gelegt, Lautsprecheranlagen er­richtet; man könnte sonst von dem hohen Lögberg, dem Eesetzesfelsen, von dem der Ministerpräsident oder der Althingpräsident die Festrede halten wird, kein Wort verstehen. In der historischen Allmanagjä,^ der Schlucht,durch die alle Männer kommen müssen", sind Tribünen aufgestellt, auch auf dem Gesetzesselsen »steht eine solche für die Allerhöchsten Herrschaften. Auf der gegenüberliegenden steilen Wand aber ist ein Po­dium für das Orchester errichtet. Auch eine große Holzfläche ist da für die berühmten Elimaspiele, den Nationalsport der Isländer, aber auch für Tanz und Vergnügen.

In seiner Romantik könnte der ganze Platz von einem tüchtigen Theaterregisseur entworfen sein, denn die Felsenformation ist durch gewaltige tektonische Veränderungen entstanden, die Felsen wurden durch irgendeinen der auf Island gar nicht seltenen erup- .iven Ausbrüche zerrissen und die Iahrzehntausenoe ' haben die heutige Gestalt geschaffen, die steil abfallen-