Einzelbild herunterladen
 
  

Teile 1 I. Beilage.

Kasseler Neueste Nachrichten

Freitag, 20. Juni 1930

Berta und die Prinzessin

Eine Geschichte aus Frankfurt.

Es regnete und Berta Z. wurde nah. Sie nahm Zuflucht im Foyer eines ersten Hotel» und dann fühlte fie stch auch schon als Hestelgast, hieß den Liftboy fie in die erste Etage fahren und tat, als fei sie da­heim. Droben^ wo die besten Gäste wohnen, öffnete fie keck eine Tur und in dem Gemach, in dem fie sich befand, lag auf dem Tische eine prachtvolle Handtasche aus Schlangenhaut. Sie brachte trotz eifrigen Bemühens das Schloß der Tasche nicht auf, deshalb nahm ste, ohne vorher in das Innere geguckt zu haben, die Tasche an sich und ver­schwand. Als fie in einem Nachbarhause endlich die Tasche öffnen konnte, war sie über den Inhalt sehr erstaunt, denn Geld war nicht darin, aber ein Kruzifix. Das erinnerte sie an die zehn Gebote und an christliche Nächstenliebe. So schritt sie wieder dem Hoteleingang zu in der Absicht, dort vorzuspiegeln, die Tasche gesunden zm haben, man möge ihr den Linderlohn geben.

Als fie eben noch unsMüffig vor dem Hotel stand, kam ein sehr feines Auto angefahren und eine veritable Prinzessin entstieg in Beglei­tung von anderen Damen dem Wagen. Als die Prin­zestin zusällig die Tasche sah, und fie als die ihre er­kannte. hie'g sie Berta in das eben angekommene Auto einsteigen, und die Fahrt ging aber nicht nach Ost­ende oder in die Alpen, sondern zur nächsten Polizei st ation, wo Berta abgeliefert wurde. Hebet die Schnelligkeit, wie das alles gekommen war, war Berta selbst überrascht. Wenn Berta in kritische Situation kommt, dann markiert fie die Ausländerin. Sie stammt aus der Gegend von Pastau, aber ste spricht keinen bayrischen Dialekt, sondern ab und zu einen ausländischen Akzent. Ihre zarte Gestalt präsen­tiert sich in einer verblichenen meergrünen seidenen Balltoilette, und man wähnt eine Salondame aus den 80er Jahren vor stch zu haben. Berta, die sich schon als Hausmädchen und auch als Kontoristin be­

tätigte, scheint sich gern in Großstädten auszuhalten, sie ist auch schon in Norwegen gewesen und es scheint so, daß sie zu der Spezies der internationalen Hotel- diebinnen gehört. Zuletzt hielt sie sich unangemeldet in Mainz auf und kam dann nach Ausgabe einer dort innegehabten Stelle nach Frankfurt, wo sie di« Cou­rage hatte, sich mit zehn Mark in einem kleinen Hotel einzulogieren.

Die schon erheblich vorbestrafte Angeklagte bekam neun Monate Gefängnis angetraoen, aber das Gericht erkannte auf nur sechs Monate Gefängnis und der Richter brachte zum Ausdruck daß sie später der Gesellschaft nicht den Dorwurf machen soll, daß fie nicht zeitig gewarnt worden sei, und dann fügte er zur Ermahnung der Angeklagten hinzu, dag ste auf bestem Weg fei. ins Zuchthaus zu kommen. Berta er­klärte, Berufung einlegen zu wollen, bat aber, man möge ihr jetzt Bewährungsfrist geben.Sie find jeden­falls sehr praktisch veranlagt, waren die Schlubwortr des Richters.

Vorklang von -er Oönche

vom tzieiigen JSgerdatalllon Wird uns geschrieben:

Bekanntlich findet am 28. Juni das Schietzfest un­seres JSgerbataillonS auf der Tünche statt. Aus dem sehr inhaltsreichen, interessanten Programm können wir schon jetzt Mitteilen, datz auch in diesem Jahre wieder die 80x100 m-Geländestaffel der Höhepunkt der sportlichen Wettkämpfe sein wird. Welche Kompagnie aus dem Stampfe als Sieger hervorgehen wird, ist kaum zu sagen. In allen Kompagnien wird eifrig geüdt, und die Zu>chauer können sicherlich mit einem spannenden Wettkamps rechnen. Eine Neuerung ist das Bodenturnen. Diese Sportart hat erst in jüngster Zeit Verbreitung und begeisterte Anhänger gefun­den. Das gleiche gilt von der militrisch so wichtigen Nah­kampfschule, die an Stelle des alten Gewehrfechtens getreten ist. Ferner werden eine Reitrrquadrille, M.-G.-Htndernis- läuse, Tauziehen, Keulenschwingen und Geräteturnen ge­zeigt werden. Lebende Bilder mit Musik und Massenchören stellen Jagdfzenen aus dem deutschen Jägerlehen dar. Den Abschluß des Festes bildet der feierliche große Zapfenstreich bei Fackelbeleuchtung.

Hoffen wir, daß auch in diesem Jabre der Wettergott un­seren Jägern gewogen sein möge und sich recht viele Zu­schauer auf der Dönche einstellen werden!

««sere Heimat

Ein desperater Eber

fällt einen Mann an.

Einem nicht alltäglichen Unfall ist auf der Knallhütte ein Kljähriger Schweineschneider zum Opfer gefallen. Er hatte einen schweren Eber operiert und wollte das Tier wieder in den Stall zurückbrin- gen. Der große Eber wurde aber störrisch und fiel den Mann an. Mit seinen Hauern drang das wütende Tier auf den alten Mann ein und brachte ihm einen schweren Hieb auf den rechten Unterarm bei, durch den das Handgelenk fast abgerissen wurde. Der gro­ßen Gefahr der Verblutung wurde durch einen Not­verband vorgebeugt und der Verletzte daraus von der Sanitätswache in das Rote Kreuz überführt.

Anfälle in Homberg

Zwei Kinder verletzt.

In Homberg ereigneten stch zwei Derkehrsunfälle Arn Westheimer Tor lief das fünfjährige Töchter­chen des Bäckermeisters Jssef Breiding dem Sohn des Gastwirts Wagner aus Fallenberg vor ben Kraftwagen, als es die Straße überqueren wollte. Das Kind wurde eine Strecke mitgeschleift und er­litt Verletzungen am Kopf. 3n der unteren Bahn­hofstraße stürzte eine Schülerin mit ihrem Fahrraoe. Als ihr ein Motorradfahrer mit Beiwagen ent- gegenkam, bremste fie, um einen Zusammenstoß zu vermeiden, so stark, daß sie zu Sa ff kam und im Ke- stcht und an einem Knie erhebliche Verletzungen erlitt.

Einweihung der Sohnreyhütie

bei Nienhagen.

Auf dem höchsten Punkt« der Weserberge, auf dem Balos, wurde am Sonntag die dem Profoffor Sohnreh gewidmete Hütte geweiht Dazu hatte sich Sohnrey mit seinem Sohne etngefunben Außer den Behördenvertretern nahmen rund 1WJ Per­sonen aus dem Sollung nnd Südhannover teil.

Ein alter Mün-ener kehrt zurück

Er macht jedes Jahr einen Besuch.

Von der Sehnsucht nach der Heimat getrieben, kehrte der 91jährige Herr Hermann Müntherm auch in diesem Sommer wieder nach Münden zu­rück. Geboren in Dransfeld, machte er feine Schuh' nmcherlehre in Münden beim Meister Wolf, Blume, durch und ging dann ctis 16-Jähriger von hier aus auf Wanderschaft. Sein Wanderfchein, den er jetzt noch in der Tasche trägt, wurde seinerzeit ausgefer- liat und unterschrieben vom damaligen Amtsgehil- sen Wröndel. Später ist Herr Müntheim nach Amerika ausgewandert und ist drüben zu Wohl- stand gelangt. Jetzt lebt er in Hamburg und be­suchte dann Münden und unsere Rathaushalle, wo­bei er die Versicherung gab, daß er auch im nächsten Jahre tviederkäme.

Niederzwehren. Doppeltes Jubiläum. Fleifcher- meifter Johs. Weimann kann die Feier der Voll, endung seines 75. Lebensjahres begehen und gleich­zeitig "die Feier feiner 50jährigen Selbständigkeit. Die Freie Ueifcher-Jnnung für den Landkreis Kas­sel Hal beschlossen, ihn zu ihrem Ehrenmitglied zu ernennen.

Speele. Ausgezeichnete Heuernte. Dre Heuernte ist in diesem Jahre sehr rasch vonstatten gegangen. Sie kann für das untere Fuldatal als beendet ange­sehen werden. Gegenüber anderen Jahren war sie gut vierzehn Tage früher. Sie läßt an Qualität und Quantität nichts zu wünschen übrig ,

Holzhansen (Reinhardswald). Berhangnisooller Sturz. Ein Unfall ereignete fich in den Abendstunden auf dem Anwesen des hiefigen Landwirtes Schäfer. Beim Futterholen stürzte ein Knecht von der Boden­luke herunter und brach fich dabei unglücklicherweise die Wirbelsäule. Der Schwerverletzte wurde ia bas Kasseler Krankenhaus überführt.

Jühnde (Kreis Münden). Zwei Kühe »e* Blitz getötet. Einen empfindlichen Verlust erlitten E. Brandts Erben Hierselbst. Bei dem letzten Gewitter wurden zwei wertvolle Milchkühe auf der Weide vom Blitz erschlagen. Die Tiere standen unter einer an der Einfriedigung der Wiese befindlichen Eiche, welche vom Blitz getroffen wurde.

Barlosen («reis Münden). Einer an» der alten ?eit. Im hohen Alter von 88 Jahren ist unser frü- erer langjähriger Gemeindevorsteher, der Landwirt Heinrich Potthast, an Altersschwäche verschie­den. Mit ihm ist «in Mann dahingegangen, der sich in weitem Umkreise allgemeiner Hochachtung und Be­liebtheit erfreute.

Firstenhagen. Nächtlicher Einbruch. In der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag statteten Likör- u. Zigarrendiebe der Gastwirtschaft Karl Fiege einen gründlichen Besuch ab. Die Diebe sind mit großer Vorsicht vorgegangen, zuerst plünderten sie im Gast­zimmer den LWrschrank, der Durst mutz grotz ge­wesen fein; denn eine Flasche leerten ste sofort. Beim Fortschaffen der Zigarrenkisten müssen sie etwas nervös geworden sein, denn mehrere Kisten ent­fielen ihren langen Ungern. Aus dem Laden ließen sie Schinken, Leber- und Blutwurst mitzehen. Ihr Gepäck muß sehr umfangreich gewesen sein, die Ver­mutung taucht aus, daß es um eine Diebesbande aus Kassel handelt, dir mit Auto nachts den nahe gelegenen Ortschasren Besuche abstattet. Der Ober­sandjäger traf sosort ein und nahm die Unter­suchung aus. Der Diebstahl ist ein sMverer Verlust für den neuen Gastwirt. Die Dtebesbeute bat einen Wert von zirka 8001000 Mark.

Fritzlar. Gebnristage alter Kämpfer. Wie alljährlich, ehrte die reitende Batterie ihren alten Veteranenkameraden Martin T r ä m n e r in Zennern durch ein Eeburtstagsständchen. Der Hochbetagte dankte für die Ehrung bei einem Frühstück, zu dem et die Kapelle und die Abordnung der Batterie ein- aeladen hatte. Dann stieg das rüstige Geburtstags­kind hoch zu Rotz und gab der Batterie das Geleit vis zum Kriegerdenkmal, woselbst ein Kranz niedergelegt wurde. Der Rentner Wilhelm Dehnert begeht seinen 90. Geburtstag als der älteste männliche Bürger unseres Kreisstädtchens. Dehnert hat den Krieg 1870/71 bei der Feldpost als schmucker Feldpostillon mitgemacht und bei Wind und Wetter, Regen, Eis und Schnee den Kameraden liebe Heimatarüße über­bracht. Die Batterie, dessen Vatenkind Dehnert ist, brachte dem Jubilar ein Ständchen und überreichte ihm ein Geschenk. Auch seitens der Behörden wurde Dehnert ein Geschenk übersandt. Das Kreiskrieger- oerbandsfest des Kreises Fritzlar findet am 7. Juli in Obermöllrich statt. Die Festrede hält Generalleutnant a. D. Ribbentrop-Allendorf-Sooden. Das Verbands­fest ist gleichzeitig mit dem 35jährigen Bestehen des Kriegervereins Obermöllrich verbunden. Der länd­liche Reiterverein Fritzlar führt erstmalig eine Dres­surabteilung von sechs Reitern vor, die am Vereins­wettbewerb in Arolsen teilnehmen.

Spangenberg. Spangenberg feiert ein Heimat­fest Spangenberg hot einen großzügigen Sport­platz geschaffen. Am 29. Juni soll er den Schulen und den sporttreibenden Vereinen übergeben wer­den. Dieses hat vie Veranlassung gegeben, bell Tag zu einem schönen Heimattag auszubauen. Be­reits am Sonnabend findet die Aufführung des Santesfestspiöls »Die LieheSquelle zu Spangen- berg, Dichtung von Alberta von Freydorf. geb. Kretin zu Cornberg, Musik von Karl Gopsart. statt. Als Solisten wirken Frau Elsa Schade-Cornelius, Kassel (Else), Herr Robert Eck, Kassel (Kuno) uno Herr Friedrich Schröder, Kassel (Bürgermeister- mit. An« Sonntagnachmittag 3 Uhr findet eine zweite Aufführung des Chorwerkes statt. Die Eintritts­preise betragen für Saalplatz 1, Rdark, für Sei­tenplatz 0,75 Mark.

Am Sonntagmorgen finden auf dem neuen Sportplatz Wettkämpfe statt. Um 10 Uhr hält Pfarrer Höhndorf einen Festgottesdienst. Um 13 Uhr ist Konzert auf dem Marktplatz (Kapelle Holl) und um 13,30 Uhr Festzug zum Sportplatz.

Mtzeuhaufen. Die EmnwhnerMchl unserer Stadt hat sich im letzten halben Jahrhundert um 1121 Köpfe vermehrt. Iw Jahre 1875 waren 3194 Ein­wohner vorhanden. Bis 1900 flieg ihre Zahl auf 3580 und von da an dis 1925 aus 4315 Einwohner. Die stärkste Entwicklung hat die Stadt alfo tu den letzten 25 Fahren zu verzeichnen gehabt.

Witzenhaufe». Die städtische Kirschenernte ist ver­kauft worden. Sie erbrachte 1110,90 gegen 126330 Riart im Vorjahre. Die Beteiligung der Bevölke­rung an dem Verkauf war in diesem Jahre nicht so stark als früher. Das dürste wohl daraus zurück­zuführen fein, daß der Behang in diesem Jahre fahr gut ist und der Bedarf deshalb auch in stärkerem Maße durch die Privatpflanzungen gedeckt wird.

Eberschütz. Der Sprung auf den fahrend«« Zug. Glück im Unglück batte ein hiesiger junger Mann, der bei dem Versuch auf einen stch bereits in Bewe­

gung befindlichen Zug zu springen zu Fall kam. Er wurde von dem Trittbrett ersaßt und zur Seite ge­schleudert. Außer einigen Hautabschürsungen kam er mit dem Schrecken davon.

Hvmerg. 25 Jahre Gesangverein Wernsberg. Ein langer Festzug bewegte stch nach dem Festplatz, wo Lehrer Mauk, der seit der Gründung des Vereins dessen Dirigent ist, die Festansprache hielt. Nachdem dann ein stilles Gedenken den im Weltkriege ge­fallenen Sangesh rudern gewidmet worden war, trugen die einzelnen Vereine Chöre vor.

Rotenburg. Ein Kraftwagen aus Kassel verun­glückte beim Ueberholen eines Motorrades auf der Lispeuhäuser Landstraße. Der Wagen wurde stark beschädigt, während der Fahrer mit dem Schrecken davon kam. .

Abterode. Kreisfeuerwehrtag des Kreises Esch- wege. Kreisbrandmeister Ed. Döhle leitete die Ver- kiandlungen. Rach dem Jahresbericht, Den Adjuvant Schwarzkopf erstattete, waren im letzten Jahre im Kreisgebiet 11 Schadenfeuer zu bekämpfen. Die Frage der Anschaffung einer Motorspritze hat in­folge der schlechten wirtschaftlichen Lage noch nicht qelöst Werden können. Der praktische Wert einer Motorspritze würde sich übrigens auch nur dann in vollem Umfange erweisen, wenn in allen Orten Wasserleitungen vorhanden wären, was aber bisher noch nicht der Fall ist. Ortsbrandmeister Benning aus Eschwege berichtete über die Neuregelung der Feuerunfallversicherung im Bezirk Kassel und über die Haftpflicht Versicherung. Der nächstjährige Ver­bandstag soll in Herleshausen stattfinden

Bad Sooden-Mendorf. In der letzten Sitzung der Stadtverordneten wurde der Voranschlag für das Rechnungsjahr 1930 festgestellt. Einnahmen und Aus­gaben balanzieren mit 500 170 Reichsmark. Zur Dek- kung des Fehlbetrages wurde beschlossen, 275 Prozent Zuschlag zur Grundvermögenssteuer und den gleichen Zuschlag zur Gewerbesteuer zu erheben. Durch diesen Steuersatz hält stch die Belastung für den Stadtteil Allendorf auf der vorjährigen Höhe. Im Ortsteil Bad Sooden wurden vor der Vereinigung mit Allen- borf nur 200 Prozent Zuschlag zur Erundvermögens- unb Gewerbesteuer erhoben. Es tritt somit eine Er­höhung der Realsteuerzuschläge uni 75 Prozent ein.

Bad Sooden-Mendorf. Tödliche» Hitzschlag Die Ehefrau Marie Orth haft ihrer Schwester beim Einbringen des Heues. Plötzlich brach fie infolge eines Hitzschlages zusammen, an dessen Fachen sie alsbald verstarb.

Großburschla. Goldene Konfirmation. Mc all­jährlich, so wurde in der hiesigen Kirche wieder -je goldene Konfirmation gefeiert. Don den vor 5J Fahren Konfirmierten leben noch 15 Manner nnd 6 Srauen. Die Männer waren zu der Konsirma- tionsseier sämtlich erschienen, von den Frauen aber ""Großburschla. Ueberfahren. Auf der Landstraße nach Wansried wurde ein 17jähriges Mädchen von hier von einem Motorradfahrer aus Treffurt über­fahren. Tas Mädchen erlitt einen komplizierten Oberschenkelbruch und wurde dem Landeskranktn- haus in Eschwege zugeführt.

Frieda. Die Gemeindevertretung beffchlotz, Not- stanvsarbeiten ausführen zu lassen, um den ausge­steuerten Erwerbslosen Arbeitsmöglichkeit zu ver- fchasfen. Der Gemeinderat und die Baukommrsfion wurden beauftragt, ein Programm aufzustellen. Der Dreschgenossenschaft wurde für die Dreschzelt der Gemeindeschuppen zur Verfügung gestellt, unter der Bedingung, daß das Bedienungspersonal aus Ein­wohnern des Dorfes besteht.

Wanfried. Ein Autounfall ereignete sich bei Großtöpfer. Ein von Ershausen kommender Opel­wagen, geriet kurz vor dem Dorfe ins Schleudern, entwurzelte mehrere Bäume und stürzte in den Straßengraben, wobei er vollkommen umschlug, so­daß die Räder nach oben standen. Der Wagenlenker kam wie durch ein Wunder ohne Verletzungen davon

Treffurt. T8e Jugendherberge ist im letzten Jahre um- und ausqelrqut worden. Das Heim enthält jetzt rund 100 Betten.

Höringhausen (Waldeck). Friedrich Heinemann ± Maurermeister Friedrich Heinemann starb im Alter von 73 Jahren H. war ein in weiter Umgebung sehr geschätzter Arbeiter, beliebt wegen feines ein- fachcn Wefens und feines Weißes.

Bühl, Edersee. Erweiterte Antolinie. Seit einer Woche fährt das Postauto Herzhausen-Vöchl mor­gens und abends weiter nach Basdorf-Riederwerbe- Sachffenhaufen (Waldeck). Es erreicht morgens die Zuganschlüsse um 7,59 nach Corbach-Brillon und um 9,55 nach Bad Wildling en-Wabern, abends um 19,34 nach Bad Wildungen-Wabern und um 20,22 nach Covbach. Die Bewohner der anliegenden Orte müssen das Auto «leidig benutzen, damit die Ein­richtung länger beibehalten werden kann.

Ziegenhain. Aus Anlaß der Ziegenhainer Salat- lirmes werben am Sonntag folgende Sonder­züge zwischen Bahnhof Treysa und Ziegenhmn- Süd gefahren: Ab Treysa 12,26 Uhr, an Ziegenhain- Süd 12,33 Uhr (Anschluß von Marburg an Treysa 11,37 Uhr, von Kassel an Treysa 12,22 Uhr). Ab Treysa 15,10 Uhr, an Ziegenhain 15,17 Uhr. (An­schluß von Marburg an Treysa 14,46 Uhr, von Kassel an Treysa 15,09 Uhr). Ab Ziegenhain-Süd 18,23 Uhr, an Treysa 18,30 Uhr (Anschluß nach Marburg 18,34 Uhr und 19 Uhr). Ab Ziegenhain- Süd 20,18 Uhr, an Treysa 20,25 Uhr. (Anschluß nach Kasssl 20,30 Uhr).

Diedorf. Mit dem Neubau eines Schulgebäudes ist begonnen worden.

Wahlhausen. Bereinsgründung. ES wurde ein Spiel- und Sportverein gegründet, der fich dem Ar­beiter Turn- und Sportbund anschloß.

Renda. Goldene Hochzeit begingen Bürgermeister a- D. Justus Weber und Frau Marie geb. Nchrdich von hier.

Effelder. Feuer brach in der Wohnung des Arbeiters W. Koch aus. Nachbarn wurden auf den fich entwickelnden Qualm aufmerksam und eilten fo- fort zur Hilfe herbei. Durch ihr schnelles Eingrei­fen gelang es. das Feuer zu löschen, ehe eS größeren Schaden anrichtete.

Ronhaufen. Frischfrevel auf der Lahn? Die Lahn tft bis nach Argenstein hin mit vielen Hun­derten von Hechten, Barben usw. bedeckt. Man nimmt an, daß es sich um einen Fifchsrevel handelt.

Arnftain. 50 Jahre Kriegerverein. Dem einzige» Veteranen von 1870-71 und Mtbegründer des Ver­eins T. B e ck e r wurde die höchste Auszeichnung, das Haffia-Ehrenkreuz verliehen. Für 25jährige Mit­gliedschaft wurden geehrt durch Aushändigung von Diplome«: Conrad Merlan, Jakob Gonder, Heinrich Schönfeld, Heinrich Fröhlich, Konrad Mest, statt Hof- mann, Konrad Steller. Anschließend sand ein Preis­schieben statt.

Bad Wildungen. Künstlerische Hochsaison. Zu­erst gab der große Darsteller Paul Wegener mit seinem Ensenible einen Gaftspielabend, der einen vollen Erfolg bedeutete Dann veranstaltete das Leipziger Gewandhausquartett einen Kammermusikabend, das das größte musikalische Ereignis der Saison gewesen sein dürste. Auch mehrere sehr gute Vortragsabende fanden schon statt. Daneben suchen Kurlapelle und Kurtheater für die Unterhaltung der Fremden zu sorgen.

Netze tAaloeck). Der OatsgeisUiche, Pfar«r Krümmel, der erst seit wenigen Jahren in unse­rer Gemeinde tätig war, wird in kurzer Zeit sch«- d.>n, um die Pfarrstelle in Obernburg im Kreis Frankenberg zu übernehmen. Pfarrer Krümmel hat hauptsächlichen Anteil daran, daß das so be- riibmt gewordene Altarbild in unserer Kirche wie- bet hergestellt wurde.

Veitstcinbach (Ar. Fulda). Schadenfeuer. Zum zweiten Male in diesem Jahre brach hier nachts ein Schadenfeuer aus, bas die Slatong und Scheune des Landwirts Katt K. vollständig in Schutt und Asche legte. Auch K's Wohnhaus wurde teils durch Feuer teils durch Wasser erheblich beschädigt. Ferner siel auch die benachbarte alte Wohnung der W'.twe Möller nebst Stallung dem wütenden Element zum Opfer. Der Schaden ist erheblich, aber nur gering durch Versicherung gedeckt.

Hoch klingt das Lied...

Selbstlose Rettung in Beverungen.

Dom Tode des Ertrinkens wurde ein junger Mann gerettet, der in der Weser badete. Der 17 Jahre alte Schlosserlehrling Albert Kuhn sprang in voller Kleidung in den Strom und zog den Ertrinken- den an das Land. Die sofort angestellten Wieder­belebungsversuche waren Kalo von Erfolg gekrönt.

Seit einigen Tagen zeigt sich auf der Weser wieder einmal jener abscheuliche gelbe Schaum, von dem die einen behaupten, er rühre von einer Algenart her, während andere sagen, daß Kaliabwässer die Ursache dieser Erscheinung seien. Jedenfalls stört dieser schmutzige Belag des Wassers das sonst so sympathische Weserbild sehr und hält manchen zurück, ein Flußbad zu nehmen.

Fischotter in -er Werra

Aale gestohlen.

Unbekannte Diebe versuchten in Lindewerra, den Fischkasten der dortigen M.schereipöchler, in dem sich der Fang von einer Woche befand, zu Plündern. Die Täter durchschwammen die Werra, rnn den Fischkasten zu erreichen. Sie entwendeten einen Teil der Aale, mußten dann aber flüchten, weil fie beob­achtet worden waren. Das Diebesgut versteckten sie am ainberen Ufer der Werra, wo es später gefunden wurde.

Oie Gänse oder -er Daum?

Das Auta zog den Baum vor.

Marburg. Ein kleiner Opelwagen der einer Schw Gänse ausweichen wollte, rannte auf der Landstraße zwischen Ginseldorf und Bürgeln gegen einen Baurn. Da der Wagen nur geringe Fahttgeschwin- bicfeit hate, war der Zusammenstoß nicht sehr stark, fvdaß der Lenker mit dem Schrecken davonkam. Auch der Wagen wurde nur gering beschädigt. Es wäre wünschenswert, daß die Gendarmen durch schärferes Eingreifen verhindern, daß die Landbevölkerung an den Durchgangsfttaßen immer wieder das Feder­vieh auf die Landstraße hincmslätzt und fo häufig Anlaß zu Autounfällen gibt.

Rundfunk

Programm des Kasseler und Frankfurter Senders. ]

Sonnabend, den 3L Im». i

7.80: Von Bad Orb: Konzert der Kurkavelle iu.aa-10.50: Schulfunk Sranzonsch, Unterstufe 11.40: Wervekonzert iSchallplattew

12.20: Konzert

13.00: Werbekonzcrt (Fortsetzung)

13.30: Schallplattenkonzert: Luftige Schallvkatten

14.30; Stunde der Jugend 14.30:Vom Wesen und

Wandel der Wandersprachen 16.00; Aus dem

deutschen Liederkoanre

16.00: Konzert des Rundfunkorchesters

18.05:Das Dämonische", Vortrag von Herbert Scheffler

18.35: Stunde der ArbeitDer HandwerkerleHtting im Tarifvertrag", Vortrag von Bezirksleiter Auw» , Sabel

10.05: Spanischer Sprachunterricht __ _

10.30: Die Svieler. Komödie in einem HTt von byogvl

30.30; Bunter Abend unter Leitung von Carl Struve« Mitivirkende: (Serba Hansi, Käthe Mann, Dor» Getto», Max Mensing, Hans Hanns, Fritz Schlott. bauer, das Riindfun-korchefter Leitung; Gustav Gverlich

22,00; Von Mainz: Hukdigungsfeier am Gitteübergdenkmal Sprecher: Hugo Ramm

20.500.80: Tanzmusik

daß aus deutschem Roggen der beste und vor allem der gesündeste Ersatz für echten Kaffee bereitet wird. Nehmen Sie daher im Interesse der Gesundheit Ihrer Angehörigen nur

Sturtz vom Heufu-er

Von einem bedauerlichen Unfall wurde die Ehe­frau des Handelsmanns Karl Huhn von Bernsdorf betroffen. Als sie beim Heueinfahren half, rutschte ein Teil de» Heues von dem hochbeladenen Wagen, auf dem sie stand ,zur Erde herab. Die Frau stürzre mit herunter und kam so unglücklich zu Fall, daß fie eine schwere Stirnverletzung erlitt. Nachdem ihr von einem sofort herbeigerufenen Arzt ein Not ver­band angelegt worden war, wurde die Frau dem LaudeskraiSenhaus ttt Eschwege zugeführt.

Marburg. Heimatfest auf dem Hunstein. Am Sonntag mittag wird der neuerbaute Ausstchts- turm auf dem Hunstein in den Wbergen durch ein hessisches Heimatsfest eingeweiht werden. Der Hun­stein ift eine alte Volksburg mit mehreren Ring- wällen.

Seelig's Kornkaffee

mit der hochwertigen Kandierung

Dr. Lahmanns Hausgetränk.

Inserieren ist die beste Reklame!

Seit 1875 führende m rfci

Elbs ESSIG-ESSENZ ES