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Ar. 141 / Zwanzigste!' Jahrgang

Kasseler Treueste Nachrichten

Donnerstag, 19. Juni 1930 / 1. Beilage

Ln -er Lehmgrube verschüttet

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Neues aus Kassel

Saffel, 19. Juni.

Weshalb er das Feuer aulegte

Die Aufklärung der Kasseler Brandstiftungen durch die Krwiinalpolizei.

. wir gestern mittag bereits melden konnten, ist der Kasseler Kriminalpolizei als Erfolg anstrengender und schwieriger Aufklärungsarbeit die Feststellung des Brandstlfters gelungen, der in den letzten Monaten Kassels Hausbesitzer in Schrecken und Aufregung ver- unheimliche Serie der Treppenhaus- und Rellerbrände, bewn Ursache stets m Brandstiftung zu finden war, hat damit ihr Ende gefunden.

Der Kellerk/rand im Hause Wolfsschlucht 4. der öie gleichen Shmtome wie die übrigen aufwies, wurde dem Tater zv.rn Verhägnis. Durch intensive Nach- forschungen e/elang es der Kriminalpolizei sestzilftellen, welche Personen das betreffende Haus kurz vor dem Brande besucht hatten, so daß eingehende Vernehmun­gen gemaiAt werden konnten. Hierbei verwickelte sich der Hausbursche einer Papiergroßhandlung in solche Widerspirüche über den Zweck seines Verweilens am Brandon, daß man ihm die Brandstiftung auf den Kopf yjfggte, sodaß er schließlich auck die übrigen etwa Pvanzig Brandstiftungen der letzten Zeit zugab.

Der Grund für die Brandstiftungen ist zweifellos m Listigen Störungen und Zwangsvorstellungen zu surren. Der 21jährige junge Mann, der der' Sohn eines unserer tüchtigsten Feuerwehrmänner ist, und dessen geistige Eigenschaften schon während seiner 'Schulzeit weit unter normalem Niveau blieben, empfand,^wie er bei der Vernehmung angab, eine kindliche Freude am Feuer und den Löfcharbeiten der Feuerwehr. Er hielt sich auch stets am Brandort auf und wartete das Eintreffen der Wehr ab, um die Löscharbelten zu beobachten, ohne daß allerdings sein Verhalten dabei besonders ausgefallen wäre. Nicht unberücksichtigt darf man ferner laffen, daß der junge Mann, bei dem sich in den letzten Jahren des öfteren Anzeichen von geistigen Störungen bemerkbar mach­ten, deshalb schon wiederholt in Heilanstalten weilen mußte.

Psychiater und Richter werden das letzte Wort zu sprechen haben.

Bebra, 19. Juni.

Ein entsetzliches Unglück ereignete sich in der Ge­meindegrube am Kessel. Als dort die Maurerlehr­linge Ernst Weißenborn ans Iba und Georg Jsf- lnd und Adolf Ulrich von Bebra beim Lehmholen beschäftigt waren, ging eine Lehmwand herab, die

Phot. Bernh. Saal.Bebra

alle drei verschüttete. Mrich konnte mit leichten Verletzungen geborgen werden. Dagegen war bei den anderen beiden jungen Leuten der Tod bereits eingetreten, als sie von den Lehmmassen be- freit werden konnten. Eine Gerichtskommission be- ffdb sich nach der Unfallstelle, um die Ursache des be­dauerlichen Unglückfalles festzustellen.

Ein unruhiger Abend

Oie Einmachezeit beginnt

Was der Wochenmarkt bringt.

Allmählich marschiert die Parade der Weckgläser ans, jeden Augenblick fertig zum Kommando: „Rin ins Wasserbadi Raus ans dem Dampf!" Und die, Hausfrauen spazieren mit Körben im Format kleiner Verkehrshindernisse am Arm die Front der Obst- Händlerinnen ab: für Erdbeeren bezahlte man heute vormittag 50 Pfg., später 40 bis 35 Pfg. das Pfund, für Ktrfchen 40—50 Pfg. Das alte Mütterchen, das neben seinem Waldmeister auch ein kleines Quantum Walderdbeeren feilhält, verlangte 50 Pfg. für den Schoppen. Stachelbeeren, ebenfalls ein gutes Futter für den Weck, kosteten 15—20 Pfg. das Pfund, austra­lische Aepfel 65 Pfg. und Bananen 40—50 Pfg.

Mit dem Spargel geht es langfam zu Ende. Die letzten Ernten wurden mit 35, 50, 60—70 Pfg. das Pfund verkauft. Das Interesse wendet sich jetzt mehr Wirsing zu 18—20 Pfg., frischem appetitlichen Weiß­kraut zu 20 Pfg., Mohren zu 10—15 Pfg. das Bün- delchcn, Kohlraben zu 5—8 Pfg. das Stück und vor allen Dinget den frischgrünen zarten Schotenerbsen zu, die heuM. -'-eitz von 25 Pfg. an das Pfund feil- geballen touw * -pinat, 2 Pfund zu 25 Pfg., findet auch noch hier und da Liebhaber, auch die billigen, dafür aber recht umfänglichen Blumenkohlhäupter zu 35—60 Pfg. das Stück. Kopffalat, sehr zart und frisch, zu 5 Pfg. das Köpfchen, sollte in keiner Markttasche fehlen. Neben Auslandsgurken zu 25—50 Pfg. fah ich prachtvolle dicke Exemplare hiesiger Ernte zu 40 bis 70 Pfennig das Stück, je nach Große. Klein» Quanten Pfifferlinge und Steinpilze zu 1 Mark das Pfund warteten auf Liebhaber.

Der Nfchmarkt präsentierte in beachtlichen Men­gen lebende Aale zu 1,50 Mark, lebende Schleien zu 2 Mark, Hechte zu 1,30 Mark, Brassen und Barben zu 80 Pfg., dicke Barsche zu 1 Mark, schlanke Schup- perte zu 70 bis 80 Pfg., sogenannte Nasen zu 60 Pfg. und blanke Fuldafische zu 50 bis 60 Pfg. das Pfund. An Seefischen waren vorhanden: Rotzunge und Scholle jn zu 60 Pfg., Schellfisch zu 45—50 Pfg., See­lachs und Kabeljau zu 35—40 Pfg., Seehecht zu 65 Pfg. und Filet zu 50—60 Pfg.das Pfund.

Die Geflügelhändler bestachen durch sehr reiches Angebot in Hühnern zu 1 Mark bis 1,20 Mark, jun­gen Hähnen von 1,20 an, Tauben von 80 Pfg. bis 1 Mark, zwei Landfrauen hielten fünfpsündige Staatshähne zu 1 Mark das Pfund feil. Auch ein zwölfpsündiger Puter mußte fein junges Leben für den Wochenmarkt lassen, und das nur für 1,20 Mark das Pfündlein. Ein Rehwildbraten: Blatt zu 1,40 Mark, Keule zu 1,50 Mark, Rücken zu 1,50 Mark das Pfund ist nicht minder eine verlockende Gaumenan­gelegenheit, der Bescheidene gewinnt aber auch Koch wild zu 60 Pfg feinen Geschmack ab.

Die dicken Eier kosteten 10 Pfg., für die kleiner ausgefallenen wurde von refoluten Hausfrauen nicht mehr wie 9 Pfg. bewilligt. Das reichliche Landbutter­angebot ging in den frühen Vormittagsstunden zu 1,40 Mark, Süßrahmbutter zu 1,50 Mark bis 1,60 Mark ab.

Am Fleisch und Wurstmarkt war ebenfalls reger Verkehr. . . und die Rostbratwürste fchwitzten Fett in Kaskaden, teils durch die Kohlenglut unter sich, teils durch die Glut, die aus Hintmelshöhen auf sie herab­sengte.

Fronleichnam

Seit mehr als 700 Fahren hat Me katholische Kirche auf den ersten Donnerstag nach Trinitatis ihr gröhtes - Fest. Fronleichnam, gelegt. Unter Geltendmachung höchsten Glanzes feiert sie die Lehre non der Wefensverwandlung geschövilicher Kräfte, die in Form der geweihten Hostie den Gläubigen als göttliche Getstesnabruna dargereicht wird. In feierlichster Prozession trägt man das Allerbeiligste sicht­bar in der Monstranz durch die geschmückten »traben, be­gleitet von der andächtigen Menge überzeugter Katholiken. So ist auch in Kassel der Brauch auf genommen, am Sonn­tag nach Kronleichnam Hochamt mit Umgang auf dem FrredrichSvlab öffentlich zu feiern. -

Mer Versammlungen der Nationalsozialisten und ihre Folgen

gerufen, die"tzu gleicher Zeit in vier Sälen — Gast­haus Bahnhof Wilhelrnshohe, Ev. Vereinshaus, Bür- gerfäle und Stadt Stockholm — stattfand. Die Ver­sammlungen waren int ganzen von etwa tausend Personen besucht. Gleichzeitig hatte die Kommu­nistische Partei eine Kundgebung auf dem Martins- Platz angefetzt, an der sich etwa vierhundert Personen beteiligten. Im Anschluß an diese Kundgebung auf dem Martinsplatz formierte sich ein Demonstrations zug, der sich nach kurzer Zeit auf dem Wall reibungs­los aufloste. Tie Ruhe wurde zunächst nirgendwo gestört, jedoch zeigten die Straßen, inSbefonbere in der Altstadt in der Nähe der „Stadt Stockholm", im Lause des späteren Abends einen gesteigerten Ver­kehr, der schließlich so zunahm, daß sich die Schutz­polizei in der Altstadt gezwungen sah, zur Sicherung des Lokals „Stadt Stockholm" die Straßeneimnün- dungen vor dem Lokal in großem Bogen abzu- riegeüi.

Gegen 10J4 Uhr wurde die Versammlung in der „Stadt Stockholm", in der zuerst Rechtsanwalt Dr. Freister und später W. Bergemanu sprach, durch die Polizei aufgelöst, weil Bergemann sich in Verächtlich­machung und Beschimpfung der Regierung erging. Bergemann wurde vorläufig festgenommen. Die Ver- saminlungsbesucher entfernten sich langfam durch die sich stauenden Menschenmassen, ohne daß es dabei zu irgendwelchen Zwischenfällen gekommen wäre. Erst fpäter kam es in der Nähe des Königsplatzes und an anderen Stellen zu Zusammenstößen zwischen Natio­nalsozialisten und Andersdenkenden, wobei mehrere Nationalsozialisten jes sind hier elf Fälle bekannt ge­worden) mehr oder minder, teils durch Messerstiche und Hiebe verletzt wurden. Unter den Verletzten ist auch der nationalsozialistische Stadtverordnete M e s s e r s ch m i d t, der in bedenklichem Zustande in das Landeskrankenhaus eingeliefert wurde. Die Schutzpolizei, die die Straßen durch Streifenwagen befahren ließ griff Überall sofort ein. Eine umfang­reiche Untersuchung nach den Tätern ist eingeleitet worden.

Nach Schluß der nationalsozialiftischen Versamm­lungen, von denen außer der in der Stadt Stock­holm" auch noch die in den .Bürgersälen" von der Polizei aufgelöst werden mußte, versammelte sich ein kleiner Teil der Nationalsozialisten in der Rathaus- schünke. Gegen Mitternacht traten an verschiedenen Punkten der inneren Stadt radaulustige Elemente in Tätigkeit, die die Polizeibeamten bei ihrer Säube­rungsaktion mit Steinen bewarfen; dabei wurden am Friedrichsplatz auch einige Scheiben eingeworsen Es gelang der Polizei, die hauptsächlichsten Rädelsfüh­rer festzunehmen. Um 1 Uhr war die Stadt überall vollkommen wieder ruhig.

Im ganzen wurden am gestrigen Abend 15 Per­sonen zwangsgestellt, weil sie entweder verbotswi­drig in Uniform der NSDAP, betroffen wurden oder die polizeilichen Anordnungen nicht befolgt hat­ten. Bei einem feftgenommenen Angehörigen der NSDAP, wurde ein 1 Meter langer'Stablstock und ein dolchartiges fcharfgeschliffenes Messer fotoie eine größere Menge Verbandsstoff vorgeftinden. Bet einem anderen Festgenommenen wurde ein Revolver mit Munition beschlagnahmt.

Die grellroten .Mordbrenner"-PIakate der natio- nalsozialistiischen Partei oie zu vier gleichzeitig ab­zuhaltenden Versammlungen aufriefen, wurden der Auftakt zu einem unruhigen Abend, der in der Mit­telstadt im Anschluß an die Versammlung Zusam­menstöße von bedeuerlichen Ausmaßen brachte, so daß Schutzpolizei und Sanitätswachen in erhöhtem Maße in Tätigkeit treten mußten. Wir lassen zu­nächst den Bericht über die Versammlung in der Stadt Stockholm folgen:

*

Troß der großen Hundstagshitze hatten die zur gleichen Stunde in vier Sälen — Evangelisches Ver­einshaus, Stadt Stockholm, Bürgersäle und Schloß- Hotel Wilhelrnshohe — von der Nationalsozia­list ischenDeutschen Arbeiterpartei unter dem Thema „©ege n den Sei ft des Bolsche­wismus — für die deutsche Freiheit" ein- berufenen Massenkundgebungen einen starken Besuch zu verzeichnen.

Jn der „Stadt S t o ck h o l m", deren Zugangs­straßen von vielen politischen Segnern bevölkert wa­ren, sprach zunächst Stadtverordneter Dr. Roland Freiste r, der sich einleitend eingehend mit der materialistischen Weltanschauung auseinandersetzte, die wegen der fehlenden ideellen Srunblage nicht in der Sage sei, ein zum energischen Widerstand befä­higtes Staatsleben hervorzurufen. So sehe er auch den Niederbruch des materialistischen Systems kom­men. In einem gesunden Staatswesen müge auch gleiches Recht für alle Volksgenossen gelten. Der Redner verbreitete sich über eine vor kurzem in unse­rer Nähe veranstaltete militärische Hebung des Reichs­banners, von der die gesamten Feldwachen-Skizzen in Urschrift in seinen Händen seien. Weil wegen einer gleichen Angelegenheit der Stahlhelm in Westfalen verboten worden sei, verlange die N. S. D. A. P. wegen desselben Verstoßes ebenfalls ein Verbot des Saues Hessen-Kassel des Reichsbanners. Alles Vor­gehen gegen die nationalistische Bewegung habe zu deren Stärkung beigetragen, denn allein in Hessen sei in den letzten Wochen eine zehnfache Mitgliederzahl erreicht. Die N. S. D.A. P. habe als die Freiheits­bewegung der Unterdrückten die Losung „Der Freiheit eine ©ässe" und erstrebe für den schaffenden Menschen den freien Staat der Arbeit und des Lebens.

Schriftleiter Wolfgang Bergemann kennzeich­nete als das höchste Ziel seiner Partei, unserem Volke die Ehre wieder zu geben, allein die im Menschen chlummernden lebendigen Kräfte bestimmen die ©e- chicke eines Staates, und nicht allein das Streben nach Brot mache den Menschen glücklich, sondern wenn mit ihm das Streben nach Freiheit verbunden sei. Der Idee des Pazifismus fetze feine Partei die des Kampfes gegenüber und behaupte, daß nur der fein Leben verdiene, der bereit ist, fein Leben für die Nation einzufetzen. Der Grundsatz Friedrichs des ©ro- zen, daß die Arbeit nur durch das Schwert geschützt werden könne, habe seine Berechtigung. Der Redner gab bann einen Ueberblick über den Freiheitswillen von anderen unterdrückten Staaten. Ungarn lehnt ich mit Erfolg gegen das Friedensdiktat auf. Bul­garien habe die Arbeitsdienstpflicht eingeführt und bringe der Jugend zum Bewußtsein, daß ihr Leben nur Dienst am Volk sei, und die Türkei sei durch die nationale Diktatur als ein starker nationaler Staat in die Reihe der Großmächte aufgenommen.

Als der Redner bann auf die Stellung unserer Reichsregierung zum Freiheitswillen zu sprechen kam und für die Mobilisierung der in der deutschen Seele chlummernden gewaltigen Kräfte eintrat, erklärte der anwesende Kriminalkommissar die Versammlung für aufgelöst, worauf der Saal durch die Schutzpolizei ge­räumt wurde.

Die Unruhen nach den Versammlungen

Der Polizeibericht meldet:

Gestern abend hatte die Nationalfozialistifche Deut- fche Arbeiterpartei zu einer Massenkundgebung aus­

Nm der Wie

Auf der Möncheberger Gewerkschaft ereignete sich ein Unfall, bei dem stürzte ein Maurer aus Hede- münben so unglücklich vom Gerüst eines Neubaues, daß er schwere innere Verletzungen erlitt umb von der Sanitätshauptwache in das Landeskrankenhaus geschafft werden mußte.

Jn einer hiesigen Maschinenfabrik kippte ein schwerer eifener Bock um uns traf einen jungen Schlosser derartig an das rechte Bein,- daß er außer einer Wadewverietzung einen Fußgelenkbruch erlitt. Auch hier sorgte die vorgenannte Wache für die Heimbeförderung.

Dor der Schlagd wurde ein dort wcchnenoer älterer Schreiner, der in selbstmörderischer Absicht eine größere Quantität Veronal zu sich genommen, bewußtlos aufgefunden und in ernstem Zustand von der Arbeiterfamaritertolonne in die Krankenab­teilung des Karlshofpitales befördert.

Von einem Radfahrer überfahren und erheblich an Kopf und beiden Stuten verletzt wurde in der Waisenchausstraße ein 8jähriges Mädchen aus der Kreuzftraße. Hier nahm sich die Unfallwache Holz- marft der Kleinen an und brachte sie zu einem Arzt.

In der Schillerstraße wurde eine ältere Ehefrau vom Ständeplatz, wahrfcheinlich infolge der Hitze, auf offener Straße von einem Schlaganfall ereilt. In ernstem Zustande wurde die Bewußtlofe durch die SanitätNhauptwache in die Krankenabteilung des Wvhlfahrtsheimes eingeliefert.

Dieselbe Wache beförderte einen 7jähr. Schüler i»m Martinsplatz. der beim Klettern an einer Umzäunung des städt. Flußbades mit dem Kopf auf eine Betonschwelle schlug und sich außer einer Kopf­verletzung eine Gehirnerschütterung zuzog, in feine elterliche Wohnung.

Merki vom Tage

Lttnraikcke Mbenbfetcr ,ur Erinnerung a« Me UcBeroeBe der Angsbnrgischen Konfession im Jahre 1530. Unser A- Cavella-Ehor wird den evangelifcken Gemeinden umerer Stadt am 22. Juni, abends 8 Ubr, zu einer mustkalnch- liturgischen Feier in der Martinskirche dienen.

„Der Geisser,ng" im Staatstheater. Das Sckaufvie! bringt als nächste Erstaufführung Arnold RMeys „Der Geisterzug" (Spiel in 3 Akten» in der Inszenierung Frie­drich «ierns am Sonnabend, den 28. Juni.

Svielplauäuderuug im Staatstheater. Infolge Erkran­kung des Opernsängers Mar Ostwald gelangt am^Lvnn- abend, den 21. Juni, nicht „Sly", sondern „Der Trouba­dour" zur Aufführung.

Der Heeresrnnsskinspizient i« Kassel. Zu dem am 3. Juli ds. Js. stattfindenden Massen-Militärkonzert unter Leitung des Herrn Heeres-Musikinsvizienten Schmidt wird noch mil-geteilt, daß Karten hierzu überall zn haben sind, wo Plakate ansgehängt sind. Das vor zivei Jahren hier in Kassel stattgesundene Militärkonzert unter Leitung des damaligen Heeresmusikinfvimenten Professor Hackenberger dürfte wohl noch manchem in Erinnerung fein.

Set bet jetzt gezogenen Bolkswobl-Lotterie sielen 50 000 Mark Hauptgewinn nach Köln auf Nr. 621942, 2 mal 25 000 Mark Prämie nach Essen ans Nr. 785216, 2 mal 20 000 Mark Hauptgewinn nach Quedlinburg aus Nr. 37/93.1, 2 mal 13 000 Mark Hauptgewinn nach Köln auf Nr. 687163, 2 mal 5000 Mark Hauptgewinn nach Düsseldorf aus Nr. 440889, 2 mal 5000 Mark Hauptgewinn nach Breslau am Nr. 876.14.

S 218. Jn der heutigen Vorstellung der Piseator-Bühne spricht Dozent Baumann von der Pädagogischen Akademie, ausserdem haben stch bereits einige andere Herren zur Dis» kussion angemeldet.

Kindenftenden. Schöne Stunden der Aufmunterung für den von den Sorgen des Alltags bedrängten Menschen sind es, wenn er Zeuge einer echten Kinderfreude sein darf. Davon »ar das vom Hoffnungsbund des Blauen Kreuzes in dem schönen Garten der unterhalb der Prin- zenanelle gelegenen Kaffeewirtschaft Lapp gehaltene Kin­derfest beherrscht. Zunächst wurde der von dem grossen Marsch quälende Durst gelöscht. Dann ertönte die Pfeife und die grosse Schar sammelte sich aus der Wiese zu den von Krau Stadtmissionar Goos geleiteten Spielen. Be­sonderer Jubel herrschte beim Sackhüpfen, wo so mancher mit allen Bieren mit dem Rasen Bekanntschaft machte. Natürlich beteiligten sich die Kleinsten recht rege am Bon­bonregen: um hier etwas zu erwischen. 3tad) einer kurzen Schlussandacht gings im langen Zug mit Sang uni) Klang wieder zurück. -i.

Betriebsrätessdnug des D. H. B. Die in diesem Jahre in die Betriebs Vertretungen neu gewählten Mitglieder des D. H. B. traten am 16. d. Mts. zu einer ersten Sitzung zu­sammen. Auf der Tagesordnung standen folgende Punkte: 1. Aufgaben der Betriebs- und Angestelltenräte, 2. Kündi­gung des Dienstverhältnisses beim Konkurs. Geschäftsfüh­rer Rothbaar behandelte die beiden Themen und regte die Aussprache an durch Fragestellungen. Zu den wichtigsten Aufgaben der Angestelltenräte gehöre: Die Kontrolle über die Durchführung der Tarifverträge und die Entgegen­nahme von Einsprüchen gegen Kündigungen des Dienstver­hältnisses. Die Belegschaften, die es verabsäumen, aus Angst oder anderen Gründen eine Betriebsvertretung zu wählen, begeben sich grosser Rechte. Gerade in der heutigen Zeit müssten gut arbeitende Betriebsvertretilngen vorhan­den fein, da immer wieder starke Verstösse gegen tarifver­tragliche Vereinbarungen suniertarisliche Bezahlung und Verweigerung der Bezahlung der Ueberttundeni festgestellt werden müssten: und bei Kündigungen werden immer noch ältere Angestellte bevorzugt. Erst in den letzten Tagen habe der D. H. B.-Vertreter eine erfolgreiche Einspruchsklage gegen eine hiesige Firma für einen 52iäbriaen Angestellten mit 27 Dienstjahren durchgeführt. Die Kündigung bei Konkursen wurde eingehend behandelt. Alle Angestellten in Betrieben, mit mehr als 20 Arbeitnehmern, die noch kei­nen Betriebsrat gewählt haben, werden aufgefordert, dies sofort nachzuholen.

$«enne der Hausfrauen. Der Reichsverband Deutscher Haussrauenvereine hat als Tagungsort für seine 10. or­dentliche Generalversammlung vom 24. bis 26. Juni Dan­zig gewählt. Jn dieser Zeit schwerer wirtschaftlicher Nöte, die niemand stärker als die Sausfrait spürt, sind wirt­schaftliche Fragen in den Mittelpunkt der Tagesordnung gestellt: Frau Mühsam-Werther, Vertreterin des RDS im Reickswirtschaftsrat, wird über Verbraucherfragen in ihren volkswirtschaftlichen Zusammenhängen sprechen. Professor Dr. Hevde-Kiel, M. d. RMR. wird mit feinem Vortrag über „Geistige Strömungen in Wirtschaft und Sozialpoli­tik" zurückfübren auf die kulturellen und ethifchen Grund­lagen allen wirtschaftlichen Gefchehens und aller wirtschaft­licher Arbeit. Berichte der Leiterinnen der einzelnen Ar­beitsgebiete des Verbandes über Bau- und Wohnungsfra­gen, über hauswirtfchaftl. Berufsausbildung, über Haus­wirtschaft und Volkswirtschaft, über Gesetze aus dem Ge­biet der Hauswirtschaft, über die Verfuchsstelle für Haus­wirtschaft des RDS in Leipzig werden überleiten zu Aus­sprachen nnd Erarbeitung neuer Richtlinien für öiefe Ge­biete, die int Augenblick im Vordergrund der Verbands­arbeit stehen.

Wettervoraussage big Freitag:

Zeitweise etwas bewölkt, aber bis auf schwache und mir meist örtliche Gewitterneigung beschränkt. Weiterhin warm, ziemlich schwül, aber nicht mehr so heiß, schwache Luftbewegung. Wassertemperamr 20 Grad.

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Wohin gehen wir am Freftag? !

Staatstheater: „Mignon", 19.30 Uhr.

Kleines Theater: „Fräulein Frau", 20 Uhr. ___

Stadtparkgarten: Kaffeekonzert, 16 Uhr: Konzert mit Fil«, 20 Uhr.

KSnsslerspiele Hessenland-Perle: Konzert mit Kabarett.

Haut trocken reiben.