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Dienstag, 17. Juni 1930
20. Jahrgang
■MOHSMHf
Notopfer so gut wie gescheitert
Parteibeschlüsse gegen die Oeckungsvorlage / Neue Fassung der Notbesieuerung / Tritt Moldenhauer zurück?
Volkspariei gegen Moldenhauer
Der Finanzminister von feiner eigenen Partei verlassen
Berlin, 17. Juni.
Mit dem Wiederbeginn der Reichstagssitzungen »gr selbstverständlich aus eine schleunige Stellung- i der Fraktionen zu dem Finanzprogramm des kabinetis zu rechnen, und im Lause des gestrige-, Tages haben auch die Demokraten und die Deutsche Bnlkspartei bereits abschließende Stellung zu diesem Programm genommen. Dabei hat sich, wie nicht anders zu erwarten war, ergeben, baß beide dem Notopfergedanken ablehnend gegenüberstehen. Die Demokraten haben in lehr deutlichen Worten diese Ablehnung ausgesprochen und zugleich den Wunsch ge- öuhert, bog ohne Rücksicht aus die in Aussicht stehenden Sommerserien des Parlaments jetzt eine gründliche Finanzresorm in Angriff genommen werden mühte.
Die Deutsche Bolksportei hat in einer bis in die späten Abendstunden ausgedehnten Sitzung eine Resolution gefaht, in der sie ebenfalls von einer einseitige» Sonderbelastung, wie sie das Notopfer darstellt, mit aller Entschiedenheit abrückt und andererseits die Durchführung eines Wirtschaftsprogramms verlangt, welches mit einer gründlichen Nachprüfung des Etats uud mit weitgehenden Ersparnismahnahmen verbunden sein mühte.
Nachdem nun zwei Regierungsparteien vom Not- opfergedanken soweit abgerückt sind, rechnete man gestern nachmittag im Reichstage bereits mit großer Wahrscheinlichkeit auf den unmittelbar bevorstehenden Rücktritt des jetzigen Finanzministers Dr. Moldenhauer. Aber dieser Rücktritt ist vorläufig nicht erfolgt, da sich in der Fraktionssitzung der Deutschen Volkspartei am späten Abend noch gewisse Kompromißmöglichkeiten ergeben haben. Der Reichsfinanzminister akzeptierte im wesentlichen das erwähnte Programm der Deutschen Dolkspartei, und wenn auch in bezug auf die taktische Durchführung des Programms Meinungsverschiedenheiten bestehen, so liegt zunächst doch noch kein Grund zur Demission des Finanzministers vor, obwohl das Kernstück seines Programms, eben das Rotopfer, schon jetzt als gescheitert ingesprochen werden kann.
Die Stellungnahme der Deutschen Volkspartei gegen ihren eigenen Minister beruht vor allem auf der Ueberlegung, daß man nicht auf Grund einer vorläufigen Statistik endgültige Steuerpläne zur Deckung eines Defizits machen könne, dessen Höhe für die nächste Zeit schwer abzuschätzen sei Die Volkspartei hat stch im wesentlichen auf die bekannten Linien des großen Wirtschaftsprogramms gestellt, welches auf Preis- und Lohnabbau und nur in diesem Zusammenhänge eventuell auch auf den Eehälterabbau abzielt. Besonderer Nachdruck wird aus die Notwendigkeit der Verwaltungsreform im Rahmen der Reichsreform gelegt, und bemerkenswert ist auch, daß — nachdem die Verhandlungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern über die Lohn- und Preissenkung gescheitert sind — nunmehr von der Volkspartei . die Möglichkeit einer gesetzlichen Regelung der Produktionskosten angedeutet wird, womit auf de» Gedanken einer vorzeitigen Kündigung der Tarifverträge deutlich genug hingewiesen wurde.
Es sei in diesem Zusammenhänge noch erwähnt, daß :m Parlament auch von einer Annäherung des Regierungsblocks an die Deulschnationalen und von einer angeblich bevorstehenden Unterredung zwischen Brüning und Hugenberg d-ie Rede ist. Das Ziel einer solchen Unterredung könnte nur darin erblickt werden, saß die außerordentlich schwankende Situation der Regierung vielleicht durch einen engeren Anschluß an die Deutschnationalen gefestigt werden müßte, und daß dann gleichzeitig in Preußen Den Wünsch n der Deutschnationalen vom Zentrum Ent- gegenkommen bewiesen würde. In seiner letz len Gestalt würde ein solcher Plan auf die Herstellung einei Mehrheitsregierung der Rechten im Reiche und in Preußen Hinausläufen. Ob es dazu kommt, mag vorläufig vollkommen dahingestellt bleiben, tinmerhin geben die Parlamentserörtenlngen über derartige Pläne zilm mindesten ein Zeichen für die große Unsicherheit, in die das Kabinett Brüning
Berlin, 17. Juni.
Der gestrige Beschluß der Deutschen Volkspartei, nach dem sie das Rotopfer Dr. Moldenhauers ablehnt, hat in Berliner politischen Kreisen beträchtliches Aufsehen erregt. Ter Beschluß zeigte, daß keine Partei gewillt ist, ein Notopfer in Höhe von 4 Prozent vom Bruttoeinkommen zu billigen. Trotz ver gegenteiligen Versicherung von Vobkspartcilern nimmt man an, daß -damit eine weitere Verschärfung Ser Stellung des Ministers eingetreten ist. Ob die Ereignisse bereits heute zu seinem Rücktritt führen werden, ist noch nicht gewiß. Die übrigen Regierungsparteien dürften im Laufe des heutigen Tages ebenso wie die Sozialdemokraten und die Deutschnationalen ihre Beschlüsse fassen. Es ist anzunehmen, daß von all diesen Parteien nur das Zentrum grundsätzlich am Notopfer feschakten und ähnlich wie die Volkspartei programmatische Forderungen grundsätzlicher Art aufstellen wird. Sobald diese Forderungen vorliegen werden, dürften zwischen den Parteien bzw. mit der Regierung Verhandlungen darüber einsetzen, die das Proramm der Regierung ab- ändern, damit es im Reichstag eine Mehrheit findet. Gerüchtweise verlautet bereits, daß bei diesen Verhandlungen das Zentrum gleichzeitig mit den Sozialdemokraten und der Deutschen Volkspartei verhandeln werde, um für die Deckungsvorlagcn eine möglichst breite politische Basis zu finden.
Oie Haltung der Deutschnationalen
Dresden, 17. Juni.
In einer Wahlkundgebung der deutschnationalen Volkspartei sprach am Montag abend der Vorsitzende der deutschnationalen Reichstagsfraktion Dr. Ober-
durch die Ansichten von zwei Regierungsparteien gegenüber dem Finanzprogramm geraten ist.
Ablehnende Haltung Preußens.
Berlin, 17. Juni. Das preußische Staatsministerium hielt gestern eine Sitzung ab, in der es sich mit den Finanzvorschlägen der Reichsregierung und mit der Stellungnahme Preußens im Staatsrat zu diesen Vorschlägen befaßte. Die Preußische Regierung dürfte sich nicht auf diese Vorschläge festlegen, insbesondere dürfte sie dem Notopfer mindestens im jetzigen Umfange nicht zustimmen.
Erfparniffe im Auswärtigen Amt?
Berlin, 16. Juni. Der Ständige Unterausschuß des Haushaltsausschusses des Reichstages beschäftigte sich am Montag mit der Prüfung der vom Haushaltsausschutz zurückgestellten Fragen zmn Haushalt des Auswärtigen Amts. Bei den Erörterungen. die in erster Linie Kosten und die perso- ncficn Besetzungen der Auslandsvertrclungnen betrafen, ergaben sich Unstimmigkeiten. Der Unterausschuß ersuchte daher das Auswärtige Amt um möglichst beschleunigte Vorlegung einer Tabelle über die effektive Stellenbesetzung und etwa künftige Ersparnisse.
fahren. Er führte u. a. aus, ein solcher Entrüstungs- sturm, wie wir ihn jetzt gegenüber den neuen Vorschlägen der Regierung Brüning-Moldenhauer erlebten, fei seit der Revolution noch nicht dagewesen. Den Kern jeder Steuergesetzgebung müßte Gerechtigkeit bilden. Im Moldenhauer-Programm aber handele es sich um,den brutalen Versuch, ohne jede Rücksichtnahme auf die soziale und samiliäre Lage vom Bruttoeinkommen 4 Prozent zu nehmen. Das betreffe auch die Altenpenflonäre. obwohl diese 1927 bei der Besoldungsreform zurückgestcllt worden seien. Dr. Oberfohren betonte, daß die Frist, die die Deutsch- nationalen der Regierung gewähren wollten, viel zu lange bemessen gewesen wäre. Ein Eintritt in die Reicksregiernng käme für die Dentschnationalen nur in Betracht, wenn zugleich eine Aendernng in der preußischen Regierung im deutschnationalen Sinne erzielt werden könne.
Wirtschaftspartei beantragt MinisteraMage gegen Braun.
Die Fraktion t>er Wirtschaftspartei hat im Preußischen Landtag den Beschluß beantragt, gegen den Ministerpräsidenten Dr. Braun wegen seiner kürzlich am Staarsgerichtshof geübten Kritik die Ministeranklage zu erheben. — In der Begründung wird ausgeführt, daß die von der höchsten preußischen Regierungsstelle in dieser Weise geübte Kritik an dem Urteil des Staatsgerichtshoses, die den deutlichen Willen zeige, sich bem Spruch in der Verwaltungspraxis nicht zu fügen, geeignet sei, das Vertrauen in die Rechtspflege und damit in die Staatsautorität zu gefährden.
Das Senfrum bleibt standhaft (Eigener Draht bericht).
Daß die Deutsche Volkspartei ebenso wie die Demokraten den einseitigcm Notopfergedanken nicht billigen, ist durch die beiderseitige Resolution stark unterstrichen worden. Es fragt sich nun, wie das Kabinett zu dieser Stellunguahme von zwei Regierungsparteien sich äußern wird. Man hält es nicht für wahrscheinlich, daß die Regierung nun sofort den Artikel 48 anwenden und mit der Auflösung des Reichstages drohe» wird, sondern
man hat vielmehr den Eindruck, daß das Kabinett trotz der sehr energischen Ankündigungen in der vorigen Woche jetzt noch den Kompromißweg beschreiten wird, daß es also zunächst nicht zu einer Demission des Finanzministcrs ebensowenig aber zu dem augekündigle,, starre» Festhalte» am Rrglcrilngsprogramm komme» wirb, sonbern daß man einen Mittelweg anstreben wird, bei welche»' allerdings das Rotopfer in feiner jetzigen Gestalt bereits als erledigt angesprochen werden kann.
Vielmehr sind Bestrebungen im Gange, den Not- opferplan in her Weise abzuändern. daß man wahrscheinlich nur 2 Prozent von- Nettoeinkommen, anstatt 4 Prozent vom Brutto Einkommen, nehmen wird, und daß man möglicherweise auch die Angestellten wieder vollkommen aus diesem Plan herausnimmt, so daß das Notopfer sich nur aus bk Beamten beschränken wird. Ein Teck des Defizits würde dann natürlich offen bleiben, was im Gnindc genommen den Absichten der Regierung sehr stark w.verspricht, was aber im Augenblick bei einer derartigen Aenderung der Pläne nicht zu vermeiden wäre.
40 Todesopfer in Lübeck
Lübeck, 17. Juni.
Wie das Gesundheitsamt heute vormittag mitteilt, ist ein weiterer Säugling nach der Ernährung mit dem Cakmetle-Präparal gestorben, sodaß die bischerige Gesamtzahl der Todesopfer 40 beträgt Krank sind noch 86 Säuglinge, gebessert 48, gesund oder in ärztlicher Beobachtung 72.
Schweizer Neise des Zeppelin
Friedrichshafen, 17. Juni.
Das Luftschiff »Graf Zeppelin" ist heute vormittag 8 Uchr 5 Minuten zu einer Schweizer Fahrt aufgestiegen. Die Führung hat Kapitän Flemming. An der Fahrt nehmen 39 Passagiere teil.
Parker Gilbert über Deutschland
Reuyork, 17. Juni.
Parker Gilbert ist am Montag abend in Reuyork cingetrofsen. Er erklärte, daß Deutschland nach seiner persönlichen Ansicht seinen alten Ausfuhrhandel zurückgewonnen habe. Deutschland sei heule ein scharfer Konkurrent der Vereinigten Staaten. Die Arbeitslosigkeit in Deutschland sei im Abnehmen (?) begriffen. Mit dem Schlußbencht Parker Gilberts beschäftigt sich ausführlich nur die Reu- dorker »Times*. Das Blatt verweist hauptsächlich auf Gilberts Optimismus und tut seine scharfe Kri At an der deutschen Finanzgebarung als eine freund- jchaftliche Ermahnung ab.
Prohibition und Verbrechen
Chicago, 17. Juni.
Der bisherige Polizeipräsident von Chicago. William Russell, ist zusammen mit dem Chefdetektiv der Chicagoer Polizei Stege von seinem Posten zu rüdgetrete». Der Rücktritt Russells ist in der Hauptsache auf die große Erregung in der tiütgierfdjflft über die kürzliche Ermordung des Journalisten Single zurückzuführen. Ja seinem Rücktrittsschrci- ben stellt Ruffell die Behauptung aus, daß die „Prohibition ein unüberwindliches Hindernis für die Polizei in ihrem Kampfe gegen das Verbrechertum in Chicago darstelle". Ruffell ist übrigens der Ansicht, daß Chicago „eint ber sichersten Städte Amerikas" sei, in der es weniger Verbrechen als in irgend einer andere» Stadt der Welt von der gleichen Ausdehnung Chicagos gäbe.
Massenverhaftungen in Indien
Bombay, 17. Juni.
Die ZM der wegen Verletzung ber Antiboqkott- Eesetze verhafteten Persoae» hat sich aus 120 erhöht. Unter ben Inhaftierte» befinden sich auch 42 grauen, bie wegen Postenstehens vor Trinkstuben festgenommen würben. Das Kongretzgebäube in Kalkutta ist am Montag fünfmal von ber Polizei burchsucht worben. Dreizehn Personen würben im Zusammenhänge mit biesen Haussuchungen verhaftet. Wie aus Peschawar gemelbet wirb, ist bas Hauptquartier bet kanbi- bittenben Rothe mbtn-Organisatiou in bem Orte Utmanyri in ber Nordwestprovinz von Polizei nnb Truppen besetzt worbe».
Das Problem Malta
Lord Strickland ist sehr besorgt
London, 17. Juni.
Der englische Resident auf Malta, Lord Strickland, ist gestern abend in London eingetroffen. Di« Reise dient Besprechungen mit der englischen Regierung über die verfassungsmäßig schwierige Situation der Neuwahlen in Malta. Die versassungsmäßigt Lagt ist nach den Erklärungen Lord Stricklauds durch den Einfluß Italiens unmöglich geworden. Unter Um. ständen sei es erforderlich, die Abhaltung von unbeeinflußten Wahlen durch einen Wahlerlah zu gewähr« leisten.
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Der verhältnismäßig kleine Streit zwischen England und dem Vatikan auf der Insel Malta, erhält größere Bedeutung im Licht des französisch- italienischen Gegensatzes. Die Anlässe zum Streit brauchen uns nicht zu interessieren. In ihm stößt Englano auf das Schwerste mit dem Vatikan zusammen, der England gegenüber der Bannerträger des italienischen Imperialismus ist. Das englische Blaubnch über diesen Kirchenstreit gibt bet Welt zu erkennen, daß England Malta gegen Italien festhalten will, daß gegen England ein italienischer Imperialismus in Malta kämpft, wie er sich mich um Eypern bemüht, und daß in einem Konflikt zwischen Frankreich und Italien England, wenn auch nicht mit der Waffe, bei Frankreich stehen wird
Damit wird aber Italien noch isolierter, als es ohnehin schon ist. Und darum ist sein Gegensatz zu Frankreich heute noch nicht aktuell. Aber er wird dadurch um so gefährlicher, als Mussolini und sein Minister Grandt immer so stark den Gegensatz betonen, an bie Waffen appellieren. Im Augenblick hat Italien weder militärisch noch politisch die Aussicht, einen Krieg mit Erfolg führen zu können. Aber das beruhigt die Lage ja nicht. Die sranzö- stisch italienische Spannung lastet mit ihrem schwe- ren Druck auf dem Frieden Europas und den Bestrebungen, diesen Frieden irgendwie Zu sichern.
Um die Arbeitszeit im Braunkohlenbergbau
Genf, 17. Juni.
In den Kommisfionsverhandlungen über die internationale Vereinheitlichung der Arbeitszeit im Kohlenbergbau wurde die Aussprache über den deutschen Antrag, die Braunkohlenbergwerke aus der Konvention auszuschlietzen, fortgesetzt. Die deutsche Regierung hat einen Antrag eingebracht, demzufolge i» die Konvention die Bestimmung ausgenommen werden soll, daß auf der nächsten internationalen Arbeitskonferenz im Jahre 1931 über ein besonderes Arbeitszeitabkommen im Braunkohlenbergbau verhandelt werde» soll. Bis zum Inkrafttreten dieses Abkommens sind, wie der deutsche Antrag weiter besagt, auf die im Braunkohlenbergbau unter Tage beschäftigten Arbeitnehmer die Bestimmungen des Washingtoner Abkommens anzuwenden. Als Begründung wurde ausgeführt, man befürchte, daß bei einer Ausdehnung des jetzt vorgeschlagenen Abkommens auf den Braunkohlenbergbau die Arbeitslosigkeit steigen, die Bergwerke in den Randgebieten übermäßig belastet und ihre Existenz gefährdet werde. Die Lösung des Problems der Arbeitszeit im Braunkohlenbergbau wäre für die Krise, von der der Eesamtkohlenbergbau erfaßt sei, ohne Bedeutung, denn die Braunkohle sei nicht als Konkurrenzware gegenüber der Steinkohle aus dem Weltkohlenmarkt zu betrachten.
Der deutsche Delegierte Schmidt-Bochum brachte im Namen der Arbeitnehmergruppe den Antrag ein, die Zeit der Anwesenheit in ben Kohlenbergwerke» bütfe sieben Stunben täglich nicht überschreiten. Der Vorschlag bes Internationalen Arbeitsamtes sieht iVi Stunben Arbeitszeit vor. Der englische Arbeiterbelegierte Cook erklärte, daß bas Ziel bei Bergarbeiter eine sechsstündige Arbeitszeit sei, daß btt Arbeitnehmer sich aber vorläufig mit einer siebenstündigen Arbeitszeit einverstanden erklärten.
Deutsch-russische Verhandlungen
Kowno, 17. Juni.
Wie aus Moskau gemeldet wird, fand dort a» Montagabend die erst« Sitzung der deutsch-rusiischest Schltchtuingskommission statt. Ter Vorsitzende der russischen Abordnung Starnoniakaw hielt eine Ansprache, in dec er die Hoffnung äußerte, Laß es der deutsch-russischen Zusammenarbeit gelingen möge, sämtliche Fragen zu regeln und zu einer Einigung zu kommen. Von russischer tseik wurden ber deutschen Abordnung 13 Beschwerden überreicht. Etw« die gleiche Anzahl Beschwerden wurde von deutscher Sette unterbreitet.