Hessische Abendzeitung
85 j). — Kür da» Erschein«» von Anzeigen hi
• ■ tf w* ew ■* m « .1 zh ee«. — •
Kasseler Abendzeitung
»6<6e*fM jtiMnte! naSmtttaa«. «SomiimevtSvret«: für den Momck 1J8 <8et freter s«. t» der SeschästSstelle abgeholt 2,10 Jt. Durch die Post »wnatlich 2,30 Jt anSschlietzlich Zu- » Sülle» von höherer Gewalt bekehr kein Snsvruch auf Lieferung der Zeit»», oder auf e» Vezug»vrelse». Verlag. Tchriftleitung und Druckerei: Söluisch« Strotze 10. — Televho«:
ex 6800. Smtmf* Svrechstuuüe tedea DieuStag »o» 5 bti» 7 Uhr Kölnische «trabe Nr. 10.
«meisenvretse: GeschSftr- und Samilien.«n»eis«» die 80 mm • Zeis« H Pfemri,. Meine Igrfw rt Kassel da» Wort 7 A. Auswärtige Kleine Anzeigen die 90 mm breite Zeil« 11 A. Anzeigen tm Reklametetl di« 78 mm breite Zeil« 45 A. Ossertgebübr 25 A (bei Zustellung 85 ^tz‘:zz zz~
bestimmten AuSoab«», a» besonderen Vlätze» und für tclevbonisch erteilte Aufträge keine Gewahr.
»ungSbetrö« iunerbalb vo» 5 Tagen zahlbar. Gerichtsstand Kassel. — Postscheckkonto Sranksurl «. M. 6880,
Einzelpreis 2.0 Pfennig
Kasseler Neueste Nachrichten
Nummer 126*
Sonnabend, 31. Nai/Sonntag, 1. Juni 1930
10. Zahrgaa,
Reichstagsneuwahl und Mittelpartei
Keine Arbeitsgemeinschaft der Mitte, sondern eine voMomme« neue Parteibildung? / Heues Geständnis Kürtens
Oer Weg zur Großpartei
Lon unserer Berliner Schristleitung.
Berlin, 31. Mai.
r. Nachdem die BerhaiMungen über die Bildung einer Arbeitsgemeinschaft der bürgerlichen Mittelparteien tat Reichstag gescheitert sind, und nachdem der volksparteiliche Abgeordnete Dr. Scholz, der Führer dieser Verhandlungen, davon öffentlich Mitteilung gemacht hat, haben nun auch die Demokraten, die sich ebenso wie die Valkskonservativen geweigert hatten, an einer solchen Arbeitsgemeinschaft teilzu- nehmen^ in einer öffentlichen ErMrung zu dieser Frage Stellung genommen. In dieser Erklärung der demokratischen Reichstagsfraktion wird unter anderem darauf hingewiesen, daß die Verhandlungen mit dem Ziele geführt worden seien, die in der Regierung vertretenen Fraktionen, mit Ausnahme des Zentrums und der Bayrischen Volkspartei, zu einer Arbeitsgemeinschaft zu vereinigen. Die Demokraten feien der Ansicht, daß zur besseren parlamentarischen Zusammenarbeit die Bildung eines Ausschusses aus diesen Fraktionen sehr wohl geeignet sein könnte, daß jedoch in diesem Falle alle in Betracht kommenden Fraktionen herangezogen werden müßten und daß «er Ausschluß der Zemrmnspartei aus einem solchen Ausschuß wahrscheinlich neue Schwierigkeiten hervor- gerusen hätte. Di« Verhandlungen hätten keine Grundlage für die Neugestaltung des Parteiwesens bieten können. Die demokratische Fraktion sei in Usbereinstimmung mit dem Beschluß ihres Partei- ausschuffes in Halle zu einer Mitwirkung an einer Zusammenfassung gesinnungsverwandter Kräfte durchaus bereit. Der Weg dazu könne aber nicht über eine bloße Addition der bestehenden Parteien oder Fraktionen führen. Die erste Vorbedingung wäre vielmehr ein« sorgfältige Klärung der Stellung tu den wichtigsten Aufgaben der Gegenwart. Daß ein Versuch einer Einigung mit politisch, wirtschaftlich und kulturell anders gearteten Parteien scheitern müsse, bedarf keiner weiteren Ausführung. Man brauche nur an die Rede des völkischen Abgeordneten Wendhausen und an die Haltung des Abgeordneten Mumm zu den kulturellen Fragen des Reichstags zu erinnern.
Diese demokratische ErMrung, die in einzelnen Punkten allerdings recht anfechtbar ist, da es sich ja nicht um eine Arbeitsgemeinschafr der jetzigen Regierungskoalition, sondern vielmehr um eine Arbeitsgemeinschaft der bürgerlichen Parteien der Mitte, außerhalb des Zentrums handeln sollte, werden in der demokratischen Presse noch weiter kommentiert und unter anderem wird dazu angeführt, daß eine erfreuliche Zusammenarbeit mit der Treviranus-Gruppe urtb den Demokraten unmöglich gewesen wäre. Zum Beweis dafür wird unter anderem auf die kürzlich gehaltene Münchener Rede des Ministers Treviranus hingewiesen, in welcher dieser föderalistische Anschauungen entwickelt habe, die es den Demokraten unmöglich gemacht hätten, mit ihm und seinen Freunden zusammenzuarbeiten.
Obwohl durch diese Erllärungen des Verhandlungsführers Dr. Scholz und der Demokraten die Bestrebungen auf Bildung einer Arbeitsgemeinschaft der Mitte vorläufig als gescheitert anzusehen sind, sollen doch
die außerparlamentarischen Bemühungen zur Zufammenfaffung der bürgerlichen Mittelparteien weitergeführt
werden. Diese Bestrebungen sind schon seit etwa zwei Jahren tat Gange und sind unabhängig von den parlamentarischen Verhandlungen des Abgeordneten Scholz geführt worden. Es handelt sich dabei vor allem um die „Front 1929*, sowie um die Jugeitagrup- pen einiger bürgerlichen Parteien, die in gemeinsamer Arbeit seit langem propagandistisch für die Bildung einer neuen bürgettichen Staatspartei der Mitte eintreten. Der Grundgedanke bei dieser Bewegung geht in der Richtung, daß
nicht eine Zusammenfassung der jetzigen bür- gerlichen Mittelparteien in Frage kommen soll, t sondern daß die jetzigen Parteien ausgelöst
" * werden müßten und daß aus dem Wählerftand
< dieser Parteien eine vollkommen neue Partei ' gegründet werden muß.
Zweifellos wäre es notwendig, daß die führenden politischen Kräfte der jetzt bestehenden Parteien in diese neue Partei übergehen müßten, wenn überhaupt ein Erfolg mit diesen Bestrebungen verbunden sein soll. Aber man kann feststellen, daß zum mindesten einige der maßgebenden politischen Persönlichkeiten der jetzigen bürgerlichen Mittelparteien mit diesen neuen Gründungsbestrebungen sympathisieren und evtl, bereit fein würden, aus den Bestand der jetzigen Partei zu verzichten, wenn eine derartige Neugrün- dung zustandekäme. Allerdings wird man auch dafür ein psyc^>logisches Moment bezw. die richtige politische Konjunktur abwarten müssen, die wohl erst dann gekommen Wgre, wenn eS in der nächsten Zeit wirk
lich zu einer Reichstagsneuwahl kommen sollte. — Immerhin ist es bemerkenswert, daß nach dem Scheitern der parlamentarischen Verhandlungen über eine Arbeitsgemeinschaft die propagandistische Arbeit für die Bildung einer neuen bürgerlichen Mittelpartei dennoch fortgesetzt werden soll.
Zeppelin vor Neuyork
Renyork, 31. Mai.
„Graf Zeppelin*, der um 3.10 Uhr von der Radio- Marine-Compauy in der Delaware-Bay gehört wurde, wird jetzt ungefähr um 5 Uhr (11 Uhr M. E. Z.j über Lakehurst erwartet. Man nimmt an, daß er vor der Landung in Lakehurst einen Rundflug Über Neuyork zusführen wird. Die Vertreter der an der International Zeppelin Transport Company beteiligten Banken und Zudustrieunternehmen sind mit einem Extrazug
Düsseldorf, 31. Mai.
Zu der Meldung, daß Kürten _ “ern dem Amtsgericht zugeführt worden ist und daß gegen ihn ein Haftbefehl erlassen worden sei, ist noch ergänzend zu berichten, daß durch diese rein formelle Maßnahme des Gerichtes keineswegs Kürten aus den Händen der Polizei genommen wird, und daß nun der Untersuchungsrichter das Wort hat. Es wird vielmehr betont, daß die polizeilichen Vernehmungen noch bis in die ersten Tage der nächsten Woche hinein sortge- setzt werden und erst nach Abschluß der polizeilichen Vernehmungen Kürten dem Untersuchungsrichter übergeben wird.
Die Hauptverhandlung gegen Kürten
soll in der September-Periode des Schwurgerichtes stattfinden. Mit der bevorstehenden Beendigung der polizeilichen Vernehmung rückt der Fall Stausberg immer mehr in den Vordergrund des Interesses. Bekanntlich hatte damals Stausberg gestanden, den Mord an der kleinen Rosa Ohliger und dem Invaliden Scheer begangen zu haben. Tas Verfahren gegen Stausberg wurde bald eingestellt und er wurde der Irrenanstalt überwiesen, angeblich wegen seiner Allgemeingefährlichkeit und nicht wegen seiner Schuld an den Mordtaten. Außer den beiden genannten Mordtaten wird Stausberg auch eine Reihe Schlingenüberfälle zugeschrieben, die er ebenfalls eingestanden haben soll. Die Kriminalpolizei stand bisher auf dem Standpunkt, daß Stausberg tatsächlich auch der Mörder der kleinen Ohliger und des Invaliden Scheer gewesen sei, während ein großer Teil der Presse und auch höhere Gerichts- und Kriminalbeamte nicht zu
Rangoon beläuft sich auf 174 Tote und über 1500 Brrwnndete, darunter viele, die in grausamer Weise verstümmelt wurden. Auf den Straßen wurde unter Frauen und Kindern ein furchtbares Blutbad angerichtet. Bon den in die Krankenhäuser übergesührten Verletzten schweben noch etwa 80 in Lebensgefahr.
Die indische Regierung ist angesichts der Bemühungen von Kongreßseite, eine verschärfte Form der allgemeinen Gehorsamsverweigerung in Indien durch Boykotte verschiedener Art und Nichtzahlung von Steuern einzuführen, zu neuen Maßnahmen übergegangen. Es find Bestimmungen erlassen, die den lokalen Behörden Mittel zur Bekämpfung des Feldzuges der Steuerverweigerungen an die Hand geben. Eine andere Verfügung ist gegen di« verschiedenen Arten
«ach Lakehurst tfigeatflt ®s wird erwartet, daß weitere Konferenzen mit Dr. Eckener vor der Abfahrt de« „Graf Zeppelin* au» Lakehurst oeabfichtigt find.
Bon Bord des Luftschiffes „Graf Zeppelin* ist beim Luftschiffbau Friedrichshafen heute morgen der folgende direkte Funkspruch eingegangen: „Um 4 Uhr mittlere Ereenwi^eit 100 Km. nördlich Kap Hatteras. Erwarten Eintreffen Lakehurst 10 Uhr mittlere Greenwichzeit. Alles wohl.*
Lakehurst, 31. Mai. In einem hier eingegangenen Funkspruch von Bord des „Grasen Zeppelin* teilt Dr. Eckener mit, er werde nicht vor 6 Uhr örtlicher Zeit (12 Uhr MEZ.) landen, falls der Gegenwind nicht abnehme Den Gegenwind, der die Herabsetzung der Stundengeschwindigkeit - auf rund 70 Kilometer verursachte, trat „Graf Zeppelin* auf dem letzten Drittel von San Juan nach Reuhork an.
Enttäuschung in Havanna.
Wie aus Havanna gemeldet wird, herrscht dort grenzenlose Enttäuschung darüber, daß der erwartete Besuch des „Graf Zeppelin" nicht erfolgen konnte. Große Menschenmengen waren in die Stadt gekommen, um das Luftschiff zu sehen. Sämtliche Hotels waren überfüllt, alle Vorkehrungen für die Landung waren bereits getroffen.
dpr Ueberzcugung gelangen konnten, daß der fchüch- terne, vor einem Kind sich versteckende Idiot Stausberg der Mörder fein sollte. Run meldet der Polizeibericht, daß Kürten auch die Fälle des Stausberg zugegeben und sie mit den genauesten Einzelheiten geschildert hat, daß aber noch eingehende Ermittelungen über die Richtigkeit der Angaben erforderlich seien und daher zunächst nichts Näheres gesagt werden könne. Es ist aber wohl kaum daran zu zweifeln, daß Kürten, der bisher nach seinen Aussagen und Schilderungen auch durchweg einwandfrei überführt werden konnte, der Täter im Falle Ohliger und Scheer ist.
Reform der Arbeitslosenversicherung
Berlin, 31. Mai.
Der Vorstand des Gewerkschaftsringes deutscher Arbeiter und Angestellten und Beamtenverbände hat zur Frage der Reform der Arbeitslosenversicherung Stellung genommen. Er lehnt die durch den Vorstand der Reichsanstalt vorgeschlagene neue Regelung der Arbeitslosenversicherung ab, soweit diese Vorschläge untragbare Verpflichtungen für die Arbeitslosen bringen und außerdem an der als Grundlage notwendigen Reform Vorbeigehen. Eine sozial gerichteter« Gestaltung der Versicherung erscheint nur möglich, wenn die nachweisbar ungünstigen Risiken besonders behandelt würden. Weiter fordert der Ge werkschaftsring Staat und Unternehmertum auf, alle möglichen Schritte zu gehen, um die durch wachsende Arbeitslosigkeit herbeigeführte Not zu lindern und drohende Gefahren für die Staats- und Wirtschaftsordnung zu vermeiden.
von Boykotten und sonstige Belästigungen und Einschüchterungen von Einzelpersonen gerichtet, die auf Geheiß des Kongresses bereits in zahlreichen Orten durchgeführt werden. Beide Verfügungen treten in der Residenzschaft Bombay sofort in Kraft. Die Zahl der Toten bei den Unruhen in Rangoon hat sich nach den letzten Feststellungen aus 174 erhöht. Die Gesamtzahl der Verletzten ist noch immer nicht bekanntgegeben worden. Zur Zeit ist in Rangoon alles ruhig und das Eeschäftsleben ist wieder ausgenommen worden.
Motorboot mit 59 Personen gekentert
Santo Monika (Kalifornien), 31. Mai.
In der Nähe der Küste ist gestern nachmittag ein mit 59 Personen besetztes Motorboot gekentert. Ein großer Teil der Insassen konnte gerettet werden, doch find, soweit fich bisher überblicken läßt, mindestens zwanzig Personen ertranken.
Das Fest des Liedes
W. P. Als vor zwei Jahren der Deutsche Sängerbund in Wien sein Sängerfest feierte, als aus allen Gauen unseres Vaterlandes Lausende und Abertau- sende sangesfroher Männer in die Heimatstadt Franz Schuberts eilten, als sich die Abgesandten des über das ganze Erdenrund verstreuten Auslandsdeutsch- tumS mit den Brüdern aus dem Reich und aus «en österreichischen Ländern zum feierlichen Treugelöbnis zus«mmenfaüden, da offenbarte die Liebe zum dentschen Liede, die unser Volk heute wie einst beseelt, von nettem und stärker denn je ihre gewaltige Macht. Und wer sich damals vergegenwärtigte, mit welchen großen persönlichen Opfern diese Wiener Sängerfahrt von der großen Mehrzahl der Teilnch- mer erkauft worden war, wer wußte, wie schwer verdient die monatlichen Beiträge für die Reisekassen waren, «em wurde ein Glaube zur srohen Gewißheit: Der Glaube, daß auch heute im deutschen Menschen Kräfte lebendig sind, die uns über alle kulturellen und seelischen Krisenund über alle parteipolitischen und weltanschaulichen Kämpfe unserer Zeit hinweg zu gemeinsamen Zielen führen.
Mitteldeutschlands Sänger halten in diesen Tagen bei uns Einkehr, und wenn dieses Kasseler Sängerfest in feinen Ausmaßen mit der gewaltigen Wiener Feier «es Jahres 1928 auch nicht verglichen werden kann, in dem einen Punkte bestehen keine Unterfchiede: Auch dieses Fest ist ein Fest des deutschen Liedes und ein Bekenntnis zu dieser die Gegensätze und Röte unseres kulturellen und seelischen Lebens überwindenden Macht. Es wird heutzutage ein ungeheurer Mißbrauch mit dem kleinen und doch inhaltsschweren Wort« „Fest* getrieben. Vergnügungen und Veranstaltungen gibt es in dieser von schweren Sorgen erfüllten Zeit in Ueberfluß, und manchmal scheint es, als wolle unser Volk seine Röte in ihrem lärmenden Brausen übertönen. Kritik an dieser Entwicklung ist sicherlich oft am Platze, aber wer Kritik übt, darf nicht übersehen, daß der Mehr- zahl der Veranstaltungen, die als „Feste" gelten wollen, wegen ihrer inneren Leere dieser Ehrenname garnicht zukommt. Ihnen allen fehlt die Weihe, die einem wahren Feste erst Wert und Charakter gibt. Ein Fest des deutschen Liedes aber, wie wir es jetzt begehen, hat diese Weihe, es hat Daseinsberechtigung, weil es Quellen reinster Freude und seelischer Erquickung erschließt.
Und das deutsche Volk hat diese Erquickung in seinem harten Daseinskampf bitter nötig. Die vier furchtbaren Frauengestalten, der Mangel, die Not, die Schuld und die schrecklichste unter ihnen, Frau Sorge, sind überall in deutschen Landen eingezogen. Sie haben den Egoismus zum Losungswort erhoben, sie haben Klüfte gerissen, sie haben Stand gegen Stand, Land gegen Land, Partei gegen Partei und Volksgenossen gegen Volksgenossen gehetzt. Ihre Wühlarbeit hat bei vielen den Gedanken an die Allgemeinheit, an Volk und Vaterland untergraben, hat Tausenden den Glauben an das Leben, die Lust und Freude am Schaffen genommen.
In dieser Notzeit hat das deutsche Lied seine besondere Mission. Ströme gesunder Kraft fließen aus ihm stärkend in die Herzen der Mutlosen; sie fließen reinigend in die Seele der anderen, die, vom Egoismus angekränkelt, den Blick nach falschen Zielen schweifen lassen. Im deuffchen Liede haben sich die besten seelischen Kräfte unseres Volkes erhalten; es singt von allem, was das deutsche Herz bewegt, von Liebesfreud und Liebesleid, von Heimweh und Abschied, von Wanderschaft und frohem Tatendrang. Deutscher Frohsinn, Lebensmut und Lebenswille, Treue und Liebe zu Heimat und Vaterland und vor allem die Sehnsucht nach deutscher Einigkeit, die erst dem Begriff Vaterland lebendigen Inhalt gibt, erfüllen das deutsche Lied. Diese Kräfte den sorgenbelasteten Menschen unserer Zeit zu vermitteln, ihnen die tröstliche Gewißheit zu geben, daß das Löben sich nicht im Materiellen erschöpft, ist seine große Aufgabe.
Ihrer Verwirklichung dient auch das Fest, zu dem sich Mitteldeutschlands Sänger jetzi in den Mauern Kassels zusammengefunden haben. Denn der deutscke .Männergesang fft seit jeher der treueste Hüter dieses wesenhaft deutschen Liedes gewesen. Auch er ist ein Sachwalter der großen Aufgabe, über die sozialen, wirtschaftlichen, politischen und religiösen Gegensätze hinweg das deutsche Volk zu einen durch jenen vaterländischen Gedanken, der von keiner Partei in Erbpacht genommen ist und genommen werden kann. Indem er die Liebe zur Heimat und zur deutschen Kunst weckt und für die vom Gemüte, nickt vom Verstände bestimmie deutsche Lebensausfassung wirbt, schreitet er diesem Hochziele zu.
Seit jeher hat sich der Männergesang der Erfüllung dieser Ausgaben mit Hingabe gewidmet. Als nack den Freiheitskriegen die ersten deutschen Männergesangvereine ins Leben traten, lebten in ihnen und in den Liedern die sic sangen, die unerfüllte Sehnsucht nach deutscher Freiheit und Einbeit und das brennende Verlangen nach all den Zielen, die von Der Fcdcr der Wiener Dipl-'-'-^y go'>>cke,i wurden, {ort. Tie
Kürten und der Kall Stausberg
Das wachsende Schuldkonio des Düsseldorfer Mörders
Oie Greuel in Rangoon (Eigene Drahtmeldung.)
London, 31. Mai.
„Daily Expreß* berichtet ans Bombay: Di« Zahl der Opser der mehrtägigen Schreckensherrschaft in