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Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

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Sammelnummer 6800. Juri kusche Svrechltunde leben Dienstag »ox 6 bi» ? Ubt Kölnische Strube Nr. 10.

Rummrr 122*

Montag, 26. Mai 1930

M. Zayrgsmß

isärttae Kleine »njeigen die 80 mm breite Seile 11 4, Anzeigen im Neklametetl die 78 mm breite Seile 45 4. Cffettgebftbr 25 4 (bei Zuftellun, 85 4). - Kür do, Etebeinen von W,en tu beftimmten AnSaaben. an besonderen Plätzen und für televbonisch erteilte Aufträge keine @eroäbr Red? nungSbetrtige innerhalb von 5 Da«« »ablbar. Gerichts stand Kassel. Postscheckkonto Franksurt o. M. 6880,

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Kasseler Neueste Nachrichten

Der Kampf gegen das indische Galzmonopol

Zahlreiche neue Verhaftungen / Minister Baum über die thüringische Politik /Graf Zeppelin" auf der Rückfahrt nach Perna mbuco

,/Graf Zeppelins" Brafilienfahrt

Eigener Drahtbericht.

Rio be Janeiro, 26. Mai.

Das LuftschiffGraf Zeppelin" ist gestern um 7 Ahr 55 (11 Uhr 35 MEZ.) früh glatt aus dem Flug plah Santo Alsonso gelandet. Das Luftschiff hatte bereits kurz nach Mitternacht die Stadt überflogen, setzte aber, offenbar um eine Rachtlandung zu vermei­den, seinen Flug nach Süden in Richtung nach San­tos fort. Dr. Eckener und der brasilianische Prä­sident Washington Luis tauschten Funksprüche mit­einander.

Rach der Einnahme von Brennstoff und Lebens­rnitteln ist derGraf Zeppelin" um 9 Uhr 15 wieder aufgestiegen, um nach Pernambueo zurückzufliegen. Der Aufstieg ging glatt vonstatten, und das Luftschiff verschwand, von de» Hochrufen einer ungeheuren Menschenmenge, begleitet.

* * *

Tas LuftschiffGraf Zeppelin" hat auf dem Rückweg nach Pernambueo nacheinander Macho im Staate Rio de Janeiro, das Cap Sao Thome und Victoria überflogen.

Während seines Aufenthaltes in Rio de Janeiro erhielt Dr. Eckener den Besuch zahlreicher offizieller Persönlichkeiten, des deutschen Gesandten, des ame- rikaniswen Botschafters, des spanischen Gesandte» itnb einer Abordnung des Aeroklubs.

Einige Stunden nach der Abfahrt desGraf Zeppelin" stieg ein Flugzeug auf, das große Men­gen Post und vier Passagiere für das Luftschiff nach Pernambueo brachte.

Feier tag in pemambuco

Reuyork, 26. Mai.

Wie dieReuyork Times" aus Pernambueo mel­det, hat die dortige Stadtverwaltung den heutigen Montag aus Anlaß der Ankunft des Luftschiffes Graf Zeppelin" amtlich zum Muniztpalfeiertag er­klärt. Tie Schulen sowie die Geschäfte bleiben ge­schlossen. Tas Osfcnhaltcn von Geschäften soll mit hundert Milreis (50 Mark) Geldstrafe belegt werden.

Bahia, 26. Mai. Tas LuftschiffGraf Zeppelin" passierte auf seinem Rückflug nach Pernambueo Bahia in Richtung Pernambueo um 12,25 Uhr früh. (4,05 Uhr M. E. Z.)

Wölfe im Schafspelz

Mailand, 26. Mai.

Als Höhepunkt seines Mailänder Besuches hielt Mussolini Sonnabend abend auf dem Tom-Platz eine Rede vor 300 000 Personen. Mussolini bestätigte seine Reden von Livorno und Florenz, indem er betonte, daß er sich ihren Inhalt lange überlegt habe. Sie hätten ihren Zweck vollkommen erreicht, nämlich das italie­nische Voll nicht einschläfern zu lassen vom Geblök der Schafe, die wahre Wölfe seien, und um es morgen nicht plötzlich von mehr oder weniger tragischen lieber« raschungen der Geschichte wecken zu lassen.

Versailles hat Italien

einen verstümmelten Sieg gegeben; aber der Sieg sei noch in seinen Händen; er wurde in den diplomati­schen Protokollen verstümmelt, aber nicht in den Ar­men und m den Herzen des italienischen Volles.

Das Echo aus Paris

Paris, 26. Mai.

In einem aufsehenerregenden Artllel beschästigt sich Pertinax imEcho de Paris" mit der letzten Rede Mussolinis. Frankreich könne es nicht stillschweigend hinnehmen, wenn Mussolini, offensichtlich gegen Frankreich gewendet, dieses Land mit der italienischen Rache bedroht. Ein Verständigungsversuch mit einer Regierung, die entschlossen sei, mit Macht das zu neh­men, was sie durch die Diplomatie nicht erreiche, sei zwecklos. Henderson und Macdonald sowie die Ver­treter Amerikas seien in hohem Matze verantwortlich für den gegenwärtigen französisch-italienischen Streit.

Neue Angriffe auf die Galzlager

Eigener

London, 26. Mai.

Nach der Besetzung von Dharasana durch indische Truppen scheinen die Kougreßführer von Bombav hauptsächlich das staatliche Salzlager in W a d a n a zum Ziele neuer Angriffe und Ueberfättc ausersehen zu haben. Große Scharen Freiwilliger unternahmen am Sonntag wiederholt Angriffe auf dieses Lager, oie eine ernste Wendung nahmen, als die Polizei von ihren Schußwaffen Gebrauch machen mußte. Etwa hundert Freiwillige, die von einer drei bis viertausendköpfige Menschenmenge begleitet wa­ren, unternahmen einen Angriff auf dieses Lager Polizei in Stärke von sechshundert Mann kämpfte volle fünf Stunden hindurch mit den Freiwil Ugen, die von einer großen Zahl ihrer Anhänger unterstützt wurden, ehe es gelang, die Kongreßanhän ger zum Rückzug zu zwingen. Bei den Zusammen­stößen wurden si-ebzehn Angreifer und fünf Polizisten verletzt. 105 Verhaftungen wurden vorgenommen.

Völlig unerwartet erfolgte am Nachmittag von et­wa tausend Freiwilligen ein erneuter Angriff auf das Lager, wobei die Polizei mit einem Steinhagel über schüttet wurde. Die Polizisten feuerten darauf eine Anz-rbl -chllffc in die Luft ab. was ohne M'fkmig »uf die Menge blieb. Die nächsten Schüsse wurden alsdann direkt auf die Menge abgegeben. Wieviel Personen verletzt wurden, steht noch nicht fest. Die Gesamtzahl der Verletzten bei den letzten Angriffen auf das Salzlager wird mit sechzig angegeben.

In Amritsar hat sich ans bisher noch unbe kannten Ursachen bei einer religiösen Veranstaltung eine schwere Bombenexplosion ereignet, bei der zwanzig Personen einschließlich Kindern verletzt wurden. Kleinere Zusammenstöße zwischen Polizei und Kongreßanhängern haben sich auch in Karachi zugetragen, als Polizisten ein Geschäft, in dem ge­schmuggeltes Salz verkauft wurde, durchsuchten und große Mengen Salz beschlagnahmten. Eine Anzahl Kongreßanhänger versuchte die Polizei am Abtrans Port des beschlagnahmten Salzes zu hindern, wobei

Drahtbericht.

e5 zu einem Handgemenge kam. Mehrere Personen wurden dabei verletzt, zwei schwer.

Es wir- geräumt!

Germersheim, 26. Mai.

Ein großer Teil der hiesigen starken Besatzung hat Germersheim heute im Morgengrauen in Richtung Frankreich verlassen. Ter Rest wird morgen heimkeh­ren, und nur eine kleine Abwicklungsmannschaft wird vorläufig noch zurückbleiben.

*

Neustadt a. d. H., 26. Mai. Drei Kompagnien des 1. Bataillons des 150. französischen Infanterieregi­ments verließen Sonntag nachmittag Stadt Mit klingendem Spiel zogen sie um drei Uhr von der

th. Berlin, 26. Mai.

Mitte dieser Woche will der Reichstag seine Pfingst- ferien beginnen, aber für das Reichs.'abinett und die -ätf-cr Regierungen bleib: noch ishr viel Arl-e'- übrig. Mit besonderer Spannung steht man der mor­gigen Sitzung des Reichskabinetts entge­gen, weil dabei zum ersten Male die neuen Vorschlä­ge besprochen werden sollen,, die der Reichssinanz- minifter in Bezug auf die D e ck u n g d e s neuen!- standenen Defizits voan 450 Millionen vornehmen will. Man kann jedoch annehmen, daß in der morgiren Styuna noch feine en scheidenden ,;<e schlüsse gefaßt werden, da diese wahrscheinlich sehr komplizierten Maßnahmen noch weitere Beratungen bedürfen.

Am Mittwoch findet dann die vom Reichsinnen- minifter Dr. Wirth, einberufene Konferenz der Innenminister der deutschen Länder in Berlin

Kaserne aus zum Bahnhof. Auf dem Bahnhofsplatz hielt der Kommandeur an die zahlreichen Zuschauer eine kurze Ansprache, tn der er der Bevölkerung von Neustadt für ihr Verhalten dankte und ihr Wohl­ergehen wünschte Unter den Klängen ber* Marseillaise setzte sich der Zug in Bewegung.

Einbrecher im Schloß

des Staatssekretärs von Schubert.

Trier, 26. Mai.

In einer der letzten Nächte flatteren Einbrecher dem Schlosse Grünhaus bei Waldrach, das dem Staats­sekretär von Schubert gehört, einen Besuch ab. Sie erbrachen alle Schränke und Schreibtische und ent­wendeten zahlreiche Gebrauchsgegenstän- d e. Da nur ein Flügel des Schlosses vom Pförtner bewohnt ist, konnten sie ungestört das ganze Gebäude durchsuchen. Tie Vorräte in Küche und Keller gaben ihnen Veranlassung zu einem Gelage. Nachdem sie im Badezimmer noch ein Bad genommen hat­ten. verschwanden sie. Von den Einbrechern fehl! jede Spur.

statt, um die Thüringer Angelegenheit zu besprechen. Man ist in Berliner politischen Kreisen verschieden­artiger Meinung darüber, ob diese Konferenz zweck­mäßig ist, und ob Dr. Wirth davon den Erfolg ha­ben wird, den er erhofft. Man weist daraus hin, daß z. B. die Regierungen von Bayern und Mecklen­burg schwerlich damit einverstanden fein werden, wenn Dr. Wirth gegen den nationalsozialistischen In­nenminister in Dhüringen, Dr. Frick, borgest

Trotzdem nimmt man aber an, daß die große Mchrzahl der Länder-Regierungen den Standpunkt des Reichsinnenministers Dr. Wirth billigen wird. Der parlamentarische Mitarbeiter derWelt am Montag" äußert heute die Meinung, daß Dr. Wirch diese Konferenz gewissermaßen als Deckungsmatznah- me gegenüber einigen seiner eigenen Ministerkollegen gedacht habe. Er möchte offenbar die moralische Un­terstützung vieler Länder-Regierungen für sich haben, da er wünsche, mit der gleichen Energie wie sein Amtsvorgänger Severing vorzugehen und da er im Kabinett Brüning nicht die einheitliche Unterstützung finde, wie es im Kabinett Müller der Fall gewesen wäre.

Wirths Länder-Konferenz

33 o u unserer Berliner Sqrif tleitung.

Baum verteidigt

die thüringische Politik

Greiz, 26. Mai.

Staatsminister Baum erklärte auf einer Kund­gebung des Thüringischen Landbundes, daß die thü­ringische Regierung an der Ehre und dem Ansehen des Landes nicht rütteln lassen würde. Bei dem thü­ringischen Beamtenabbau habe sich die Regie­rung keineswegs auf den § 1 Abs. 3 des Ermächti­gungsgesetzes bezogen, über dessen Verfassungsmäßig­keit das Reichsgericht entscheiden solle, fondern man habe den Abbau nur nach dem Staatsbeamtengesetz vorgenommen. SÄbst wenn die Entscheidung des Reichsgerichtes im negativen Sinne audfaKe, so sei dieser Abbau keinesfalls rechtswidrig erfolgt.

Die GruNdfätze, die zwischen dem Reich und den Ländern über die Polizeizuschüsse festgesetzt worden seien, gäben keinem Reichsminister das Recht, diese Zuschüsse an die Länder ju sperren. In eine Aenderung dieser Grundsätze würde er nicht ein­willigen, wenn dadurch das Recht der Länder ge­schmälert werden sollte.

Verschleppte" Grenzbeame

Marienwerder, 26. Mai.

In der Nacht zum Sonntag sind zwei polni­sche Grenzpolizeibeamte, die unbefugter Weise die deutsche Grenze überschritten hatten und in das Grenzpolizeigedäude in Neuenhoesen einge­drungen waren, in diesem Hause durch deutsche Grencholizeibeamie f e st g e n o m m e n worden. Sie widersetzten sich der Festnahme mit ihren Tienstwas- fen und verwundeten einen deutschen Beamten, so daß dieser seinerseits von der Schußwaffe Gebrauch ma­chen mußte. Unmittelbar darauf unternahmen andere Polnische Grenzbeamle, die ebenfalls die Grenze über­schritten, einen Befreiungsversuch, indem sie zahlreiche Schüsse aus das deutsche Erenzpolizeigebäude und die deutschen Beamten abgaben. Die Verletzungen des deutschen Beamten sind ungesährlich, der eine der seft­genommenen polnischen Beamten hat einen Bauch­schuß erhalten.

Wie aus Warschau hierzu berichtet wird, haben die polnischen Blätter die Dreistigkeit, von einerVer­schleppung" polnischer Grenzbcamten ans die deutsche Seite zu sprechen.

Fahrt auf der Turksib

Aus dem Reisetagebuch 1 unseres Moskauer Korrespondenten SL H. SStbing.

In Kasakstau, im Mai.

Turksib, die neue Bahn, haben wir zurknap« pen Hälfte kennengelernt. Dafür find wir diese Hälfte zweimal gefahren, nämlich hin und zu­rück. Schon vor Arys mußten wir unsere Uhr aber­mals umstellen, Moskauer Zeit plus drei, Berliner plus vier Stunden.

Ab Lugowaja befanden wir uns auf der neuen Strecke. Es war nachts. Bereits nach kurzer Zeit kam die große lleberraschung. Wir befanden uns im wahrsten Sinne des Wortes in einemudarnyj pojesd", in einemS t o ß z u g. Es ist bekannt, daß das Stoßen in der Sowjetunion eine hochmoderne An­gelegenheit ist. Europa hat ja schon von dieses neuen Errungenschaften, von den Stoßbrigaden gegen und für alle möglichen Dinge gehört. Auch der Ruf des Stoßzuges MoskauWladiwostok, in dem die Passa­giere jeden Morgen Freiübungen und ähnliche Sachen über sich ergehen lassen mutzten, ist über die sowjeti­schen Grenzen gedrungen. Was ist dies aber gegen unseren Regierungsexpreß auf dieser neuen Strecke. Im lautersten Sinne des Wortes find wir durch Ka- sakstan gestoßen worden, daß uns Hören und Sehen verging. Schon wenige Kilometer nach der Abfahrt von Lugowaja begann unser Wagen zu schwanken, Flaschen und Gläser fingen an umzufallen, die Koffer tanzten, daß selbst die seefestesten Männer befremden­des Kitzeln verspürten. Richt, daß wir in einem ver­brecherischen, selbst Amerika überholenden Tempo vor­wärts gestoßen wurden, nein, unser Regierungsexpreß machte zehn, fünfzehn und nur hin und wieder eine Höchstgeschwindigkeitvon zwanzig Kilo­metern die Stunde. Mit besonderem Schrecken denke ich an einige Nachtstunden zurück, in denen wir auf der Rückfahrt von der Stadt Alma Ata zur Station Almy Ata wie von tausend preisgekrönten Boxerfäusten gestoßen wurden. Früher regelten Kamel­karawanen den Verkehr zwischen Alma-Ata und Si­birien. Wie schön und angenehm müssen diese Reisen auf Kamelen gewesen sein!---

Auch sonst gab es Annehmlichkeiten. Bereits zu Beginn der Fahrt auf der Turksib wurde in jedem Abteil eine Lampe ausgeschaltet, später alle beide. Wir saßen, schrieben, lasen, atzen bei Kerzenlicht, das allerdings in diesem Land der Nomaden, des primi­tivsten Volkes Zentralasiens, stimmungsvoller sich dem Charakter der Gegend anpatzte. Mehrmals ging uns auch das Waschwasser aus. Drückende Sonnenglut am Tage, empfindlicher Frost in der Nacht. Einmal mußte sogar geheizt werden.

Auf fast allen Stationen hielten wir einige Stun­den. Meetings ohne Ende mit roten Tüchern, roten Reden. Einmal sprach auch ausgiebig ein Mili­tär gegen die kapitalistischen Banditen des Auslandes und legte den Schwur ab, daß niemals einer dieser Bande den Fuß auf die Turksib setzen werde. Auch der alte japanische Kommunistenführer und Vertreter der Komintern, Katajama, der in einem eleganten zaristi­schen Salonwagen mitfuhr, bestieg wiederholt die. Red­nertribüne.

Auf der Hinfahrt hielten wir in Alma-Ata nut eine Nacht. Sie war beunruhigend ruhig. Dann ging es weiter nach Ajna-Bulak. Reben der Station Zli der breite Strom gleichen Namens. Wir fuhren noch über die kleine hölzerne Notbrücke und sahen uns den Neubau bet großen eisernen Eisenbahnbrücke an, die einen reichlich unfertigen Eindruck machte und über die wir drei Tage später auf unserer Rückkehr fuhren. Noch einige Stunden vor dem Eintreffen un- feres Zuges wurde an den Gleisen gebaut, an der Brücke gearbeitet

Die neue Bahn scheint für die nomadisie­renden Kasaken noch keine Anziehungs­kraft zu haben. Abgesehen von Arbeitern, die in mehr als ärmlichen Jurten (Zelten) Hausen (die russi­schen Arbeiter leben hier vielfach auch in Zelten ober Lehmhütten, seltener in Holzbaracken), sehr vereinzelt kaukasische Familien. Sie scheinen sich also in bie Steppen unb bas Gebirge zurückgezogen zu haben, lleberhaupt erscheint bie Absicht ber Sowjetregierung, bie Nomaben seßhaft zu machen, noch recht proble­matisch. Wiebetholt kamen Kasaken in unseren Zug unb berounberten bie Einrichtung ber Wagen. Ganz bejonbers war ihre lleberraschung über bie Spiegel, bie sie zum erstenmal in ihrem Leben sahen und von benen sie kaum zu trennen waren.

In Ajna-Bulak fanb ber feierliche Zusammen- schlutz ber gleichzeitig von Lugowaja unb Semipala- tainif begonnenen Strecken statt. Die Turksib wurde offiziell eröffnet. Auf hochgelegener Berg­wiese, von ber man einen freien Ueberblick über ben Vahnbau hatte, fanb bie Festversammlung statt. Die Reben, in bie sich eine ausgiebige Ordensverteilung einschob, zogen sich viele Stunben hin. Zahlreiche Ka­saken auf ihren Pferden (man sah darunter sehr schöne Tiere), Nomabenkinder in jungkommunistischer Klei-