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Kasseler Neueste Nachnchtm

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Nummer 112*

Mittwoch, 14. Mai 1930

20. Ladrgan«

Genfer Besprechungen im Geiste Stresemanns

Curttus verhandelte mit Brian- und Zaleski / Räumungstermin wird eingehatten / Beschleunigung der Saarverhandlungen?

Ein Erfolg in -er Minderheitenfrage

Endkampf um Oberschlesien

Eigener Drahtbericht.

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24 Stellen

Eigener Drahtbericht.

u. a. an

4,1 Millionen Arbeitslose in England

Wahrs^Lrckich drei Tote.

I

Dieser Beschluß stellt gegenüber der bisherigen Rechtlosigkeit der Ingenieure, die eine Zeit lang als Klassenfeinde und Schädlinge verfolgt wurden, einen bemerkenswerten Schritt Stalins dar. Offenbar hat man den Eindruck gewonnen, daß der Plan der In­dustrialisierung ohne Hilfe der Ingenieure und Tech­niker nicht durchführbar ist.

Im Unterhaus fand am Dienstag die zweite Le­ung der Gesetzesvorlage statt, durch die der Luftfahrt­minister ermächtigt wird, die zivile Luftfahrt mit langfristigen Krediten in Höhe von 20 Mil­lionen Mark für die Dauer von zehn Jahren zu unterstützen.

die Einführung eines allgemeinen

Es ist mit der Möglichkeit zu rechnen, daß nach dem 30. Juni noch einzelne französische Kom­missare in Deutschland sein werden, die dann mit den deutschen Behörden über die Rückgabe der bis­her militärisch besetzten Gebäude und sonstigen An­lagen die letzten Besprechungen zu führen haben, be­sonders da diese Uebergabc natürlich erst erfolgen kann, wenn die Truppen abgezogen sind. Diesem Umstande mißt man aber in Berlin keinerlei Ge­wicht bei. Die Truppen selbst werden unbedingt bis zum 30. Juni das Land verlassen haben.

lieber die Unterredungen in Genf wird ferner noch bekannt, daß besonders organisatorische und Personal- Politische Fragen zur Debatte standen. Es soll sich darum handeln, den deutschen Einfluß in einigen Kommissionen des Völkerbundes zu verstärken. Ein erfreulicher Erfolg ist, wie oben schon gesagt, in der oberschlesischen S ch u l f r a g e zu verzeichnen, insofern, als künftig die Eltern solcher Kinder, die die deutsche Minderheitenschule besuchen sollen, nicht mehr genötigt sein werden, sich persönlich zur Be­hörde zu begeben, was für viele Leute immer eine große Unannehmlichkeit bedeutete, sondern daß künftig

Diese Einstellung der französischen Regierung ist politisch auch durchaus begreiflich, denn angesichts der Schwierigkeiten, die dir Franzosen zurzeit mit den Engländern wegen der Ingangsetzung der Bank für internationale Zahlungen haben und angesichts der gespannten italienisch-französischen Beziehungen, müßte es für die französische Regierung sehr unbe­quem sein, sich durch eine eventuelle Verschiebung des Räumungsiermins außerdem das Maßsallen der ös- jenrlichen Meinung in der ganzen Welt zuzuzichen.

die Ausfüllung eines Formulars genü- g e n soll, um die Kinder zur deutschen Mindecheiten- schule anzumelden.

London, 14. Mai.

Nach einer Mitteilung des Arbeitsministeriums be­trug die Zahl der Arbeitslosen in der am 5. Mai zu Ende gegangenen Woche 1712 000, was gegenüber der Vorwoche einen Zuwachs um 15 650 bedeutet.

Gloiwitz, 14. Mai.

Auf der zum Oehringen Bergbau gehörigen Ae- chenanlage S o s n i tz a in Gleiwitz ereignete sich ge­stern ein schweres Unglück, das höchstwahrscheinlich drei Todesopfer forderte. Um 1.45 Uhr ging im Heinitz-Flöz ein Pfeiler zu Bruch, wodurch drei Mann verschüttet wurden. In der vergangenen Nacht gelang es, einen Häuer tot zu bergen, während die beiden anderen Förderleute noch eingeschloffen sind. Anzeichen, daß sie noch am Leben find, liegen noch nicht vor. Man hofft, sie noch im Laufe de« heutigen Vormittags bergen zu können.

Auf der 365 Meter-Sohle des Andreas-Flözes der Concordia-Grube, auf der sich am Montag die schwere Schlagwetterkatastrophe ereignete, eernnglüdte am Dienstag durch giftige Gase der Maschinist Kurt Schmidt aus So rau (Niederlausitz) tödlich.

Die Besprechungen zwischen Briand und Curtius haben den erwarteten Verlauf genommen. Es ver­dient hervorgehoben zu werden, daß die beiden Außenminister am SchlustH ihrer Unterredung den ihnen nahestehenden Pressevertretern gegenüber die gleichlautende Feststellung gemacht haben, die Be­sprechung sei ganz in Strescmannschem Geiste ge­führt worden.

Im Mittelpunkt der Unterhaltung stand die Saarfrage die in den Pariser Verhandlungen bis heute nicht die Entwicklung genommen hat, wie sie von Deutsch­land, insbesondere von der Saarbevölkerung mit Recht erwartet werden kann. Es ist zu hoffen, daß diese Verhandlungen durch die heutige Unterredung einen neuen Impuls erfahren. Sie sollen in der Tat so beschleunigt werden, daß ihr Ergebnis im September vor den Völkerbund gebracht werden kann Daß die sog. Bahnschutztruppe inzwischen end­gültig abgebaut sein mutz, ist eine Selbswerständlich- keit, der auch Briand heute in keiner Weise wider­sprochen hat. Der Briandsche Plan einer

europäischen Wirtschaftsföderation,

für den sich Deutschland natürlich auch interessiert, ist in der Unterhaltung gleichfalls berührt worden, ohne datz es allerdings zur Erörterung von Einzel­heiten kam. Bisher ist nur bekannt geworden, daß

Ausschreitungen inGelsenkirchen-Buer

Ein Toter, ein Schwerverletzter.

Gelsenkirchen-Buer, 14. Mai.

Im Stadtteil Erle kam es gestern am späten Abend zu schweren Zusammenstößen zwischen Ar­beitslosen und Bergleuten. Als die Schlägerei im­mer größer wurde, versuchten mehrere Polizeibe-- amte die Ruhe wieder herzustellen. Sie wurden da­bei von den Rauflustigen angegriffen und stark be­drängt, sodaß die Beamten von der Schußwaffe Ge­brauch machen mutzten.

Der Arbeiter Heinrich Keck wurde durch einen Schutz auf der Stelle getötet, während sein Bru­der Ernst durch einen Schuß schwer verletzt wurde. Die Kriminalpolizei hat die weiteren Ermittlungen über die Urheber des Streites aufgenommen. Ver­schiedene Personen wurden bereits in Haft ge­nommen.

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Oer Kampf ums Mittelmeer

Briands erste UiUerhaltung mit Grandi.

Paris, 14. Mai.

Heber die erste U n te rh al tu ng Briands mitGrandi in Genf ist man, wie Sauerwein im „Matin" berichtet, in italienischen wie in französischen Kreisen befriedigt. Weitere Unterredungen werden in Gens, Paris und Rom sv'lgen.

Nach Ansicht Sauerweins wird man zunächst über die Tripolitanien- und Tunis-Frage verhandeln und die im letzten Oktober zwischen Mussolini und dem Botschafter de Beaumarchais geführten Besprechungen fortsetzen. Frankreich hat sich bereit erklärt, an Ita­lien jährlich 40(100 Quadratkilometer Oasengebiet abzutreten, Mussolini Hai je­doch noch weitere 20 000 Quadratkilometer verlangt.

Sollte jetzt eine glückliche Lösung Zustandekommen, so könnte hieraus nach Ansicht Sauerweins Frank­reich einen Vertrag der Freundschaft und der guten Nachbarschaft entwickeln. Vorbedingungen hierzu sei aber, datz die Beziehungen, die Frankreich nach Sndflawien unterhalte, unberührt bleiben.

Korfanty meint, diese Frage mit einem flaren; Ja! beantworten zu können. Dieser Liebling des Hei­nen Mannes von Kattowitz, in dem heute der boden­ständige oberschlesische Lokalpatriotismus im Cegensatz zum Zwangsimport einer nicht vorhandenen zentrali­stischen Staatsgestnnung sich verkörpert, ist entschlossen aus der ihm aufgezwungenen Untätigkeit herauszu- treten. Zweifellos ist Korfaniys politisches Wirken von einer gewissen Tragik überschattet. Er war es er allein, der, allem Recht und allen Verträgen zu-

europäischen Passes und einer einheitlichen Münze für den internationalen Reiseverkehr ge­dacht ist.

Es geht nicht ohne -ie Spezialisten

Kowno, 14. Mai.

Nach einer Meldung aus Moskau hat das Präsi­dium des Zentralvollzugsausschusses in einem beson­deren Beschluß es für notwendig erklärt, di« Ge­hälter der Ingenieure sowie die Löhne der technischen Arbeiter abzuändern und sie mindestens dem Einkommen der qualifizierten Arbei­ter gleichzustellen. Insbesondere sollen solche Inge­nieure und Techniker besser gestellt werden, die un­mittelbar in der Industrie an der Durchführung des Fünfjahresplanes arbeiten. Ihnen soll eine Reihe von Zulagen gewährt werden, die sich u. a. auch auf di« Versorgung mit Lebensmitteln, mit Gebrauchs­artikeln des täglichen Lebens, auf Wohnungen usw. beziehen.

Von

3Un6 Kraus

Tritt Grazynski zurück? Diese Frage ist heute mehr als der Mittelpunkt aller Gespräche in Kattowitz. Sie ist, man kann es ohne llebertreibung feststellen, die Schicksalsfrage des polnischen Systems in Oberschle­sien. Fünfzehn Monate lang hatte der Wojewode Zeit und Gelegenheit, ungehemmt und unkontrolliert sein „persönliches Regiment" in Katwwitz, Königshütte und Bielitz auszutoben. Fünfzehn Monate lang be­trieb Herr Grazynski eigentlich nichts anderes als Organisation und Vorbereitung der Wahlen durch eine Verwaltung, deren sämtliche Faktoren, Hoheits­verwaltung, Steuerbehörden, Gericht und Schule, auf das eine einzige Ziel hinwirkten: auf das Ziel der „zweiten Eroberung Oberschlesiens". Die Parole hat versagt. Grazynski, der sich gerne den „friedlichen Eroberer" nennen läßt, ohne indes gestei­gerten Wert auf das Attribut: friedlich zu legen, ist durchgefallen. Mit nahezu vier Fünftelmehrheit hat die Bevölkerung von Oberschlesien, die polnische genau so wie die deutsche sich gegen die Diktatur des Woje- woden entschieden. Von den achtundvierzig Mandaten in dem schlesischen Sejm vermochten die regierungs­frommen Sanacja-Listen nur zehn zu erringen. Sie erzielten 13 000 Stimmen von 70 000. Das Urteil ist gesprochen.

Drei Männer stehen einander im Kampfe um Ober­schlesien gegenüber: Grazynski, der Woje­wode, Korfanty, der Revolutionär, und Otto Ulitz, der Führer der Deutschen'. Drei Parolen haben einander bekämpft: „Zweite Er­oberung!" das war Erazynskis Kampfruf. „Zweites Plebiszit!" forderten die Korfantyleute, und was sich hinter dieser Parole verbirgt, ist klär genug: die For­derung nach vollständigem, hundertprozentigem Kurs­wechsel. „Schluß mit allen Eewaltmethoden — Ver­ständigung !" das ist Otto Ulitz' deutsches Programm. Mit dem Wahlkampf, der nun abschließt, ist der un­gemein persönlich profilierte Zweikampf zu britt zwi­schen Grazynski, Korfanty und Ulitz, noch keineswegs ausgefochten. Im Gegenteil: In diesen Stunden, da die ansonsten etwas trägen und schwerfälligen Na­turen dieses oberschlesischen Menschenschlages vor Er­regung dampfen, macht es den Anschein, als stünde der Endkamps zwischen den drei Männern erst bevor. Ulitz hat das Recht, Korfanty die Popu­larität, Grazynski die Macht.

Und der Wojewode weiß die Macht, die er in diesem Augenblick noch in Händen hält, zu stützen. Der Wahlterror hat seine Entschlossenheit zur Selbst­behauptung überdeutlich bewiesen. Manche Akte dieses Wahlterrors wurden bekannt. So die von der Polizei patronisterte Sprengung deutscher Versammlungen, die die Deutsche Wahlgemeinschaft schließlich zum Verzicht auf weitere Versammlungstätigkeit nötigte. So die von den Rednern der Sanacja-Partei immer wieder abgegebene und trotz wiederholten Aufforderungen von der Regierung niemals dementierten Erklärungen, die Steuerbehörden seien angewiesen, zwischen regierungs­treuen und oppositionellen Wählern sorgfältig zu un­terscheiden. Man liebt im Oberschlesien des Herrn Grazynski eben eine deutliche Sprache. Aber diese täglichen Fälle brutaler Gewalttätigkeiten sind nicht das Entscheidende. Mit ähnlichen Methoden wird mancherorts in Nachkriegseuropa regiert und nicht in Kattowitz allein. Die Faschisten machen es etwas schlauer und die Kommunisten programmatischer, darin vor allem liegt der Unterschied in Regie und Anwendung des Straßenterrors. Das politische Pa­tent des Herrn Grazynski ist jedoch die trockene Verge­waltigung : die Uebertragung behördlichen Druckes in die Sphäre des privaten Le­bens. Der Mann auf der Straße ist ständig mehr ober tninber unsichtbarer Kontrolle unterworfen (min­der unsichtbar ist diese Kontrolle am Telephon, da jedes deutschgeführte Gespräch abgehört wird). Jede Unterhaltung am Wirtshaustisch wird bespitzelt. Jede geschäftliche Transaktion, soweit sie mit Gerichten oder anderen Behörden in Kontakt bringt, erfordert zu­nächst eine eingehende politische Eewisienserforschung. Wird das alles nun ein Ende haben? Wird der vier Fünftelsteg der Opposttion den höchsten Machthabern in Warschau klar machen, daß Frieden in Oberschlesien erst sein wird, bis Grazynski und mit ihm sein ganzer politischer Spuk verschwindet? Das ist die Frage der Stunde.

Basel, 14. Mai.

Der für die Behandlung der Frage der Emission der Obligationen der Bank für internationalen Zah­lungsausgleich vom Berwaltungsrat eingesetzte Son­derausschuß beendete am Dienstag abend feine Arbeiten, in dem er ein ausführliches Programm für die Emission smodalitäten ausarbeitete. Ge­mäß Beschluß des Komitees würde sich die Banklei­tung genau an die Bestimmungen des Ponngplanes halten und Gelbtitel auf den Markt bringen, die in der Währung des Landes, in dem sie ausgegeben wer­den, gezeichnet und zurückgezahlt werden sollen. Dieses Programm wird am Donnerstag den Vertretern der Bankiers und Schatzämter vorgelegt werden und dürfte nur noch geringe Abänderungen erfahren, fo daß die Emissionsfrage bis Ende der Woche geklärt fein werde. Inzwischen wird die Bank keinerlei Mit­teilungen über die genaue Art der Emission heraus­geben, bevor der Zettpuntt der Emission der Obliga­tionen, der für Ende Mai vorgesehen ist, bestimmt ist.

Am Tage der Eröffnung der Bank, also am 17. Mai, wird das Eesamtpersonal der Bank 13 Beamte umfassen; es soll aber sofort eine ganze Reih« weiterer Ernennungen erfolgen. Für 24 Stellen, die für eine weitere Besetzung tu Frage kommen, lie­gen bereits 9000 Bewerbungen vor. Erst im Septem­ber dieses Jahres wird die Bank ihr Personal in er­heblichem Umfange vergrößern.

Keine Verzögerung -er Räumung

Unsere Berliner Schriftleitung berichtet uns ferner folgendes Über die Berliner Beurteilung der Genfer Verhandlungen: In Berlin hat man den Eindruck ge­wonnen, datz durch die gestrigen Besprechungen des Außenministers Dr. Curtius mit dem französischen Außenminister Briand in Genf die Sorgen wieder zerstreut worden find, die in den letzten Tagen in Bezug auf eine evtl. Verzögerung der Rheinlandräu­mung aufgetaucht waren.

Auf Grund mehrerer französischer Meldungen hatte man neuerdings angenommen, daß die französische Generalität sich bemühe, die Rheinlandräumung zu verzögern, um die Truppen nach dem 30. Juni noch in Deutschland zu lassen.. Aus der gestrigen Bespre­chung der beiden Außenminister in Genf hat sich je­doch ziemlich einwandfrei ergeben, daß die fran­zösische Regierung ebenfalls an der Innehaltung des 30. Juni als Räu - mungstermin interessiert ist und daß di« Räumung des Rheinlandes rechtzeitig durchgeführt werden wird. •

Genf, 14. Mai.

Auch der zweite Tag der Ratstagung stand im Zeichen der politischen Besprechungen zwi­schen einigen Ratsmitgliedern.

Soweit diese Besprechungen deutsche Fragen be- treffen, ist zunächst die erfreuliche Tatsache zu ver­zeichnen, daß eine der schwierigsten oberschlesi­sch e n Minderheitenfragen durch direkte Verhandlungen zwischen Deutschland und Polen, die ihren vorläufigen Abschluß in einer

persönlichen Unterhaltung zwischen den Ministern Curtius und Zaleski

gefunden hat, wenigstens so weit geregelt worden ist. daß sie in dieser Session bett Rat nicht mehr zu be­schäftigen braucht. Durch ein soeben bekannt gewor­denes polnisches Dekret ist

aitch nach Ansicht der hier weilenden Minder- heitenvertreter eine Entspannung eingetreten,

deren praktische Auswirkung man nach den ergänzen­den Zusicherungen Zaleskis über die Handhabung des Dekrets zunächst abwarten kann. Sollte sich freilich Herausstellen, daß untergeordnete polnische Organe das Dekret in der Praxis illusorisch machen, was man ja in der Vergangenheit wiederholt erleben mußte, so ist eine Weiterbehandlung durch den Rat, eventuell unter Einholung eines Rechtsgutachtens im Haag, heute schon gewährleistet.

3000 sü-pfälzifche Winzer in Germersheim

Germersheim, 14. Mai.

In Germersheim versammelten sich am Dienstag vormittag etwa 3000 südpfälzische Hybriden-Pslanzer, die durch eine Abordnung dem Bezirksamt eine Ent­schließung mit ihren bekannten Forderungen überrei­chen ließen. In der Nähe des Bezirksamtes waren Versammlungen unter freiem Himmel verboten wor­den. Ein größeres Gendarmerieaufgebot sorgte für die Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung.

Zu den Versammelten sprachen der badische Reichstagsabgeordnete Julier und mehrere pfäl­zische Bauernführer. Zu Ruhrstörungen und sonstigen Zwischenfällen ist es entgegen anderen Meldungen nicht gekommen.

Neues Grubenunglück in Oberschlesien