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Staffelet Neueste Nachrichten

DienStag, 13. Ma« 1930

le Werk-

auch die Ab

Die Konstituierung -er DIZ

Feldzug gegen deutsche Tonfilme

Wird Dusch verhaftet?

Genfer Gespräche

Sens, 13. Mai.

Nervöser Mann beim Zahnarzt

1 *

Der Patient: (betrachtet mit saurer Miene den

Der Zahnarzt: Ha.

Der Patienl: Ha...

doch... (Er schiebt d«r So#-

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nicht mehr weh tut.

Der Zahnarzt: Wir werden schon sehe». Oefsnen Die den Mund.

Der Patient: Ich?

raumklausel in den Gemeinden ohne Woh­nungsmangel, da die jetzige Regelung in den Ge­meinden, — wonach die Verpflichtung zur Freimel­dung und Zuweisung von Wohnungen beseitigt, die Anbietung von Ersatzraum durch den Vermieter nach Paragraph 16 des Mieterschutzgesetzes jedoch geblie­ben ist — praktisch zu einer Verschärfung des Mie­terschutzgesetzes führe, und gerade für asoziale Mieter sicherlich weder vorn Gesetzgeber gewollt noch mit dem allgemeinen Rechtsempfinden vereinbar sei. Eine drite Entschließung verlangt einen weiteren Ausbau der beiden Betriebskostenverord- n u n g e n-insbesondere zu.dem Zwcch eine wirksame Abgeltungsmöglichkeil neu eingeführter Gebühre« zu ermöglichen.

Der Zahnarzt: Wenn Sie beißen werden, werde ich Ihnen den Mund spreizen, Sie sind heute schon das zweite Raubtier, daz mich in den Finger beißt! Er greift wieder in den Mund). Tut es weh?

D«r Patient: (brüllend, den Finger des Arztes im Munde). Ja.

Der Zahnarzt: Der Zahn muß heraus. Hch werde ihn ziehen.

Der Patient: Nein. Erst, wenn ich eS sage. Geht er nicht zu plombieren?

Entschließungen.

Schließlich wurde ein deutschnattonaler Antrag angenommen, der Fahrpreisermäßigungen für bedürftige Angehörige von Kriegsgesallenen zur Reise zu deren Grabstätten verlangt, und eine Ent­schließung der Wirtschaftspartei auf Be­rücksichtigung des Handwerks bei Aufträgen. Nach einer angenommenen Entschließung des Zentrums soll für die Verkehrsfragen im Ost- und Westpro­gramm Minister v. Guerard federführend sein.

Die Wohnungsnot aus der Bühne. Von Richard Bethgens, dem Autor des deutschen Kriegshramas .Reims" liegt ein neues Drama vor, daß Wohnungsproblem der Großstadt behandelt. Auch das Wohnungselend im nrederschlesischen Krhlen- revier hat eine dramatische Bearbeitung gefunden in einem Stück Zeittheater .Waldenburg" von Friy Ernst Bettauer und Georg Lichrtz.

Sessel). Auf diesen?

Der Zahnarzt: Ja. (Er stöbert auf dem kleinen Tischchen herum und separiert mit

Reichsbahn und Kraftwagen

Verlehrspolitische Debatte im Haushattsausschuß / Reichsverkehrsminister v. GuLrard über die Tariferhöhung

Der Patient: (nachdem er den Finger des Arztes blutig gebissen hat). Geben Sie acht, daß ich nicht beiße. Natürlich tut es weh.

• Genf. 13. Mai.

Reichsaußenminister Dr. Curtius hat dem -Journal d' Geneve" ein Interview gewährt, in welchem er u. a. aussührle: Ich habe im Januar d. I. lebhaft bedauert, daß es mit nicht möglich war, an der 56. Tagung des Völkerbundsrates tetlzu- uehmen. Ich hätte gern die erste Gelegenchert wahr- geuommeu, als Reichsaußenminister mein großes Interesse für die Arbeit und die Entwicklung des Völkerbundes zu bekunden.

Bei den Haager Beratungen habe ich bereits Ge­legenzeit zur Zusammenarbeit mit den Ministerpräsidenten und Außenministern zahlreicher europäischer Mächte gehabt. Sie weiter auszubauen und auf di« Vertreter der anderen im Völkerbund vereinten Staaten auszudehnen, ist mein Bestreben. Ich begrüße es sehr, daß nunmehr die Männer, bie die Außenpolitik in den verschiedenen Ländern führen, sich eingehender den eigentlichen Völler- bunidsausgaben widmen können.

Deutschlands Bestreben ist es seit seinem Eintritt im Herbst 1926 stets gewesen, den Völkerbunds- gebauten zu vertiefe» und die Bölterbundsarbeit zu vervollkommnen. Dr. Strescmann hat einen Teil seiner Kraft an diese wichtige Aufgabe gesetzt. Ich bin gesonnen fein Werk auch nach dieser Richtung hin sorszusetzen. Ich halte es für unerläßlich, daß u. a. auch das Abrüftungsproblem eine stärkere För­derung erfährt, als das bisher der Fall war. Ich mutz meinem Bedauern darüber Ausdruck geben, daß die nächste Tagung der AbrüstnugAommisston des Völkerbundes erst auf November angesetzt ist.

Der Standpunkt der deutschen Regierung in der Abrüstungsfrage ist offen dargelegt. Das deutsche Volk unterstützt ihn in völliger Geschloffenheit. Wenn dann und wann der Versuch gemacht wird, Deutschlnds Maßnahmen auf militärischem Gebiete als Hindernisse der allgemeinen Abrüstung hinzu- ftelleil, dann bedeutet das eine erstaunliche Ser« -Schiebung des wahren Sachverb«!^ ,

Ich kann mein- Einstellung zu den Völkerbunds- Problemen nicht besser zusammenfassen, als durch den Leitsatz, den Dr Stresemann in seiner Rede beim Eintritt Deutschlands in den Völkerbund prägte: Nur auf der Grundlage einer Gemeinschaft, die alle Staaten ohne Unterschied in voller Gleichberechtigung umspannt, können Hilfs­bereitschaft unv Gerewtigkeit die wahren Leitsterne des Menschenschicksals werden."

r Zwischen einzelnen Ratsmitgliedern fand am gestrigen Nachmittag und Abend eine Reihe von persönlichen Besprechungen statt. Viel beachtet wird eine Zusammenkunft, die der jugoslawische Außen­minister und gegenwärtige Ratspräsident Marin- ko w i ts ch mit dem italienischen Außenminister Grandi batte.

Weitere Begegnungen «gaben sich bei den ge- scllfchafflichen Veranstaltungen des Abends. So

trafen sich die Außenminister Deutschrands, Finnlands und Polens bei einem von dem deutschen Untergenera-lsekretär Duföur-Feronce gegebenen W-ndessen.

Für heute ist eine Unterredung zwischen Reicks- außenmtnister CurtiuS und Briand in Aus­sicht genommen. Ferner wurde in Verfolg der Be­mühungen des «ngliscben Außennimlsters Hender­son für Dienstag mittag ein gemeinsames Früh­stück der Außenminister Englands, Frankreichs und Italiens vereinbart. Diese Zusammenkunft steht zwar im Vordergründe des Polltischen Interesses, allgemein herrscht aber die Auffassung, daß Ver­handlungen materieller Art über die sranzüsisch- italieuischen Meinungsverschiedenheiten in der Flot­tenfrage kaum drei Wochen nach AbMuß der Lon­doner Konferenz hier schon in Gang kommen kön­nen

Stückgut-Tariferhöhung am 1. Juni

Roch keine Entscheidung über die. Personentaris- erhöhung.

Berlin, 13. Mai.

Wie wir aus Kreisen der Reichsbahnverwaltung erfahren, wird die von dem Reichsverkehrsminister uno dem Reichseifenbahnrat genehmigte Erhöhung ber Stückguttarife, der Expreßgut- und Ge- packtarife, die eine Mehreinnahme von etwa 50 Millionen bringen soll, am 1 Juni in Kraft treten. Die weiter beantragte Erhöhung der Wagen­ladungstarife und der Zei-tkarten'- t a r l f e, die etwa 84 Millionen Mark erbringe» sollte, ist vom Reichsverkehrsminister nicht goneh« migt, sondern es ist der Reichsbahnverwaltung an» hetmggzeben worden, zu prüfen, ob sie nicht die allgemeinen Personentarife erhöhen könnte. Das Wirb als die schwerwiegendste Frage für die Reichsbahn angesehen, da in Reichsbahnkreisen ein weiteres Einschränken der Reisen und eine wach­sende Konkurrenz durch die Äutobeföroerung be­fürchtet toirt>. Es ist nicht anzunehmen, daß eine Entscheidung vor Ende Mai oder Ansang Juni er­folge» wird.

tot von sich fort) bitte ihn bloß an» zuschmlen... und erst dann zu zie­hen, toettn ich eS sage.

Der Zahnarzt: Gut. Oefsnen Si« den Mund. (Er will nach seinem Dkund greifen.)

D« Patient: Sofort. (Er stößt die Hand des Dok­tors fort.) Warten Sie doch wenig­stens bis ich den Mund öffne. Waz greifen Sie schon hinein? Ich werde ibn sofort öffnen. So warten Sie doch, kann ich schon?

Frage, hie Abrüstung — hie Sicherheit — ist damit gegeben.

Der deutscheVertreter Dr. Göppert ha: sich den englischen Vorschlägen zum Kriegsverbü- tungsabkommen ziemlich eng angeschlossen. Das schien nicht nur int Hinblick auf die künftigen Abrü­stungsverhandlungen geraten, eine solche Haltung war auch angezeiat, wenn man den deutschen Kriegs­verhütungsgedanken überhaupt am Leben erhalten wollte. Die französischen Vorschläge, die in ihrer ab­sichtlich übertriebenen Form keine Aussicht auf An­nahme haben, hätten ihn totgeritten. Die englische Auffassung dagegen wird es in jedem Augenblick er­lauben. die Angelegenheit wieder aufzugreifen, wenn dies nützlich erscheint.

Die Verhandlungen haben so keinen Erfolg ge- bracht. Sie waren aber zweifellos von Vorteil da­durch. daß sie die Stellung der einzelnen führenden Staaten zur Abrüftungsfrage ableuchteten und in dem offen zitiagegetretenen Zwiespalt der eng­lischen und französischen Meinung erken­nen ließen, wo die Bruchstellen der Friedenssicherung zu suchen sind.

Im Haushaltsausschuß des Reichstages wurde am Montag der Etat des Reichsver­kehrs m int st ertums behandelt. Wie der Be­richterstatter Abg. Dr. Quaatz (Dn.) mitteflte, wird der Ausbau des Grob-Schiffahrtsweges vom Rhein über den Mai» zttr Donau noch bis 1960 dauern und 450 Millionen Mark kosten. Der Redner verlangte die Abschaffung der Beförderungssteuer.

Der Sozialdemokrat Schumann wandte sich gegen eine Tariferhöhung der Reichsbahn, weil da­durch die Notlage des Unternehmens doch nicht be­hoben Werdern könne. Abg. E r f i n g (Ztr.) hielt die Zahl der höheren Beamten int Neichsverkehrsnnniste- rium für zu hoch und wünschte, daß die Reichsbahn von der Konkurrenz der Lastkraftwagen befreit werde.

Reichsvertehrsminifter v. Guörard

versprach, dem Reichstag das Gutachten des Reichs­sparkommissars über die Luft-Hansa vorznlegen. Ueber den Retchswasserschutz sind in den letz­ten Tagen neue Verhandlungen mit Preußen ange­knüpft worden, der Minister hofft auf einen Aus­gleich in dieser Frage.

Die Frage der Tariserhöhung bei der Reichs­bahn hänge mit der Regelung des Kraft­wagenwettbewerbes, insbesondere mit der Krastfahrzeugfteuer, zusammen. Das Kraftfahrzeug- Steuergesetz laufe am 1. April 1931 ab. Zum 1. Okto­ber werde die Regierung eine Denkschrift über die künftige Gestaltung vorlegen. Die Behandlung dieser Fragen müsse auch unter dem Gesichtspunkt geschehen, daß es nicht angängig sei, der Motorisie­rung hindernd im Wege zu stehen. Die Befürderungssteuer bedürfe dringeitd einer Neurege­lung. Es sei ein unerträglicher Zustand, daß aus dem Personenverkehr, der 270 Millionen Zuschuß erfor­dert, 15,1 Millionen Beförderungssteteer ab- geführt werden »tüffen. In der Frage der Erhöhung der Personentarife nehme die Reichsregierunq eine abwartende Stellung ein; es fei nicht möglich, eine Tariferhöhung durch die Erhöhung der Beförde- rungsstcuer auf ein unerträgliches Matz zu steigern.

In der Luftfahrt, «klärte der Minister zum 'Schlckß, wolle er der freien Wirtschaft tunlichst Be­wegungsfreiheit sichern. Er habe deshalb starke Be­denken gegen den Antrag, daß das Reich die Aktien­mehrheit erwerben soll.

Forderungen der Hausvefider

Stettin, 13. Mai.

In der geschlossenen Verbandstagung veS in Stettin tagenden 34. ordentlichen Verbandstages des preußischen Landesverbandes der Haus- und Grundbesitzervereine, E. V., erstattete der General­sekretär des Vevbairdes Dr. W Frank einen Jah­resbericht, der sich u. a. mit einer ganzen Reihe be­deutsamer Wohnungs- und Sleuerftagen grundsätz- l'.ch ausetitanderfetzt.

. EkrLct nfeiä-iL. Hauptgege'.rstanv der Beratung bildete das von R-A. Dr. Fritz Loevy-Berlin erstattete Referat „Mgentnmsbeschränkung und Eigentumsentztehung tm neuzeitlichen Enteignungs­recht". Loevy wandte sich vor allem gegen bie Ein­richtung von EnteiHnungssondergerichten. Dabei würden die Rechtssicherheit und Rechtseiitheit zu­grunde gerichtet werden.

Eine Reihe von Sonderreferaten behandelte des weiteren die Bergschabensfrage (Hosfmann-Beu- then), rechtsungültige kommunale Wertzuwachs- fteuertnrorbmtngen (Dr. Düppe-Effen,, Sondermaß­nahmen für Ostpreußen (Direktor Weber-Königs­berg).

Im Anschluß an eine rege Aussprache wurde eine Reihe von Entschließungen gefaßt. Rach der einen Entschließung sieht der Verbandslag in der Weitergeltung ber Beamtenwohnungsver­ordnung in den Gemeinden ohne Wohnungsman­gel eine unnötige, tatsächlich wie rechtlich nicht be­gründete Komplizierung der Lockerungsgesetzgebung und sordert daher mit allem Nachdnuk die sofortige Aufhebung dieser Verordnung. Eine andere Ent­schließung verlangt die Beseitigung der Ersatz - I

^m Hintergrund steht dabei die Absicht der Fran­zose», in jedem Streitfall mit Sanktionen — dem besten Mittel eines starken gegen jeden schtyackten Slaat — drohen zu können oder, wenn das nicht erreicht wird, den Sicherheitswagen, zu dem die Kriegsverhütung ein Vorspann sein soll, der­art zu überladen, daß er steckenbleiben muß, und sie im Ernstfall frei von jeder Vorbeu­gungsverpflichtung Herr über.das gefährliche — " zeug ihrer Rüstungen sind. Sicher hat auch __

sicht mitgespielt, jetzt schon neue übersteigerte Si- cherheitsforderungen vorzubereitcn, mit denen sich die Franzosen im September und in den kommen­den Abrüstungsverhandlungen gegen die Forderun­gen verteidigen werden, nun endlich Ernst mit der Ausführung des Artikels 8 der Völterbundssatzung und ihrer Versailler Verpflichtungen zur Abrüstung zu machen. In diesem Sinne erhält auch die auf­fallend trockene Erklärung Lord Cecils erhöhtes Ge­wicht, daß England keiner Erweiterung oder Be­schränkung der Ratsbefuaniffe und seiner Mitglieds- Pflichten über den jetzigen Wortlaut der Völker­bundssatzung hinaus zustimmen werde. Der Grund­ton der kommenden Auseinandersetzungen über die

I.

(Im Wartezimmer: eine Rokoroeinrichtung, die einen zur Verzweiflung bringen könnte, und große Stille. Aus dem 'Tisch zwei Hefte einer Witzblattes, bet Prospekt eines Kurortes, die letzt« Nummer einer illustrierten Zeitung, und die „Medizinische Wochenschrift". Personen mit Zahnschmerzen. Vo» der Straße heraus ist dumpf -das Gerassel der Elek- triischen zu vernehmen).

(Lange Pause).

Der Zahnarzt (iöffnet die Tür): Sitte!

Der an der Reihe befindliche Patient (erhebt sich und geht hinein).

II.

Berlin, 13. Mai.

In der Bestechungsaffäre des Stadtrates Busch sind Quittungen mit der Unterschrift des Hollanders L u t k i über den Ankauf des Grundstücks Neu-Cladow entdeckt worden. Sie find teils bei den Haussuchungen aufgefunden worden, teils sind sie freiwillig der Staatsanwaltschaft abgeliefert worden. Stadtrat B u s ch bestritt, irgendwelche Provisionen empfangen zu haben.

Die Staatsanwaltschaft beabsichtigt, das Ermittlungsverfahren gegen Busch nicht in die Vor- Untersuchung zu geben, sondern die notwendigen Er- tolttlungen selbst vorzunebmen, um alsdann über dre Fragender Anklageerhebung zu entscheiden. Busch soll demnächst von einem von der Staatsanwalt­schaft bestellten Arzt auf seinen Gesundheitszustand untersucht werden. Von dem Ergebnis dieser ärztlichen Untersuchung dürfte die Frage des Haftbefehls abhangtg [em.

in der Tschechoslowakei.

’ Prag, 13. Mat..

Die tschechische nationalistische Presse hat einen Feldzug gegen die deutschen Sprechsilme eingeleitet, die gegenwärtig in zwei Prager Kinos lausen. Das nationaldemokratische Abendblatt „Narod" hat das Mitglied des Prager Stadtkollegiums Dusek in dieser Angelegenheit befragt und von ihm die Erklärung erhalten, daß in Prag deutsche Sprechfilme nicht geduldet werden können. Auch zwei­sprachige Filme seien sowohl aus nationalen wie aus wirtschaftlichen Gründen unzulässig, da dtirch sie den tschechischen Filmen Abbruch getan werden könnte.

Dusek kündigt an, daß die nationaldemokratischsn Mitglieder der Stadtverwaltung alle notwendigen Maßnahmen ergreifen würden um ein Vordringen der deutschen Sprache durch Vermittelung der Ton­filme Einhalt zu gebieten. (!)

(Im Ordinationszimmer: Marterwerkzeuge. Ein Stuhl, welcher bei Rächt als Bett und bei Tag als Gefängnis dient. Ter Stuhl hat «inen rechten und einen lincken Fuß, eine rechte und eine linke Hand. In der linken Hand hÄt er zuvorkommend die Rik- kelschale, in welche der Zahnarzt aus unserem MmSe den Zahn spuckt. In der rechten hält er ein kleines Porzellantischiben, auf welchem ftd> dünne Raspeln, Schuhknöpfler, Nähnadeln, Häkelnadeln, Uhrzeiger Pfeifenrohrstiele, weiteres: Tuchschalen, Farbentuben, Löffel, Tiegel, kleine gellbe und blaue Fläschchen, Watteknollen, Dpirituslampen und Pin­sel befinden. Neben dem Stuhl steht die Bohr­maschine. Von der Bohrmaschine hängt eine große Schlange herunter, in deren Maul sich der Bohrer befindet. Neben der Maschine steht der Zahnarzt. Jin Zimmer herrscht ein angenehmer Apotheker- geruch, welcher in sich den Geruch von Jodosormgaze, Krauseminze, Spiritus, Karbol, Nelkenöl und Kre­osot vereinigt. Ein klarer Vormittag. Unten auf der Straße spazieren sorglose Menschen, welche keine Zahnschmerzen haben).

Der Zahnarzt: Nun welcher Zahn schmerzt Sie?, Der Patient: Lieber guter Herr Dokwr?

Ter Zahnarzt: Nun?

Ter Patient: (beißt die Zähne zusammen). Er tut mir schon nicht mehy, weh.

(Er beginnt mit den Zähnen zu klappern). Der Zahnarzt: Bitte, sich auf den Stuhl zu setzest.

liebevoller Sorgfalt di« Häkelnadeln von den SchuhruÄpfern.)

Der Patienl: Ich wollte nur sagen, daß et schon

Basel. 13. Mai.

Di« B.Z.Z. hielt gestern nachmittag ihre erste »ffi, zielle Verwaltungsrats « Sitzung ab, die von 15 bis 20 Uhr dauerte. Die in der nicht-offizielle» Sitzung vom 22. und 23. April gefaßte» Beschlüsse wurden offiziell bestätigt.

Der Berwaltungsrat beschloß, die Feststellung bet offiziellen Konstituierung der B.Z.Z. unver­züglich der Reparationskommisfion und der Kriegs- lasten-Kommission mitznteilen. Da die offizielle Mit­teilung «ft am Mittwoch eintreffen dürfte, wird der Vorsitzende der Kriegslastenkommisfion nicht, wie ur­sprünglich vorgesehen, am 15. Mai, sondern Sonn­abend, 17. Mat, die öffentliche Erklärung abgeben, daß alle Voraussetzungen sür die Ingangsetzung des Pou^planes ^«rsüllt ^nd,^ ^so^daß der Houngplan am

Am 20. Mai wird dir Emission der B. I.Z.- Aktie« in den Ländern erfolgen, bie bie Aktien zur --ffentlichen ZM.-Mng auflegen, niks« in Frankreich, England, Belgien und Italien.

Von Franz Molnar

Autorisierte Ueversetzung aus dem Ungarischen von Maurus Mezei, Men,

kalten Eisens. 2. Die Empfindung eines warmen Fingers. 3. Ein Gefühl, als hätte man mit einer Zang« feinen Kopf gepackt und als würde man die­sen mit Stumpf und Stiel aus den Schultern her- ausziehen. 4. Ms würde er bei den Haaren empor­gezogen werden wobei aber seine Füße mit Leim am Fußboden kleben. 5. Dasselbe Gefühl nicht nur in verrtkaler, sondern auch in horizontaler Richtung, das heißt: als würden ein paar Pferde feinen Kopf uach vorne, ein zweites Paar nach rückwärts ziehen. 6. Mehrere Hammerschläge auf die Schläfe. 7. Ein Gefühl, als würde man ihm nicht den Zahn, son­dern ein Auge ausreißen. 8. Ein Gefühl, als wolle die Zange ins Zahnfleisch hineinwachsen und als würde sie mit stählernen Wurzeln in dasselbe ein- bringen. 10. Ein Gefühl, als wäre sein Zahn so groß, wie ein Helzklotz... All das geht während des zehnten Teiles einer Minute vor siM

Der Zahnarzt: Er ist draußen!

(Die Gefühle des Patienten: 1. Ms Wäre « von einer großen Reise zurüclgekehrt. 2. Ms würde et aus dem Bade kommen. 3. Als hätte man ihm aus dem Munde alles herausgezogen und bloß den schmerzenden Zahn drinnen gelassen. 4. Als würden füt den Arzt statt 5 Schilling zwei Schilling auch genügen. 5. Als hätte er gehört, daß man auch schon um einen Schilling Zähne zieht. 6. Ms wäre es besser gewesen ihn sich gratis bei den barmherzige» Brüdern ziehen zu lassen.)

Der Patient: (sich mit wohliger Mattigkeit mit der Schale beschäf igetto). Waren Sie schon bei der Frühlingsaus­stellung der Künstlervereiniguag?

Der Zechnarzt: Rein.

Der Patient: Es lohnt sich aber hinzugeben. (Er bezahlt.)

Panse.

Der Zahnarzt: (spricht ins Vorzimmer hinaus). Bitte, der Nächste!"

(Ganze beginnt von vorne.)

Berlin, 13. Mai. , I Der preußische Ministerialdirektor Dr. Brecht -.npfahk, den Reichswasserschutz am 1. Oktober auf die Länder übergehen zu lassen In der weiteren Aussprache erklärte Abg. Dr. Klönne (Ehr. Rat.) die Tariferhöhung sür das schlechteste und roheste Mittel zur Sanierung. Abg. Mollath (W. SJ lehnte höhere Besteuerung des KraftwagenverkehrS ab. Auch Abg. Dr. Hugo (V. V.) warnte die Reichs­bahn vor einem Kampf gegen die andern Verkehrs­mittel, namentlich gegen Wasserstraßen und Auto.

Curtius fordert Abrüstung •

ßin Interview des Reichsaußenministers / Oer Houngplan tritt am 11. Mai in Kraft

D«r Zahnarzt: Die Plombe hält nicht mehr.

D«t Patient: Auch nicht eine Zementplombe? Oder eine Amalgam-Gold- oder Sil­berplombe? Ober eine provisorische?

Der Zahnarzt: Wenn wir ihn plombieren, wird die Wurzel mit der Zeit infiziert. Sie bekomme« eine Perivdonitis, even­tuell sogar eine hübsche Periostitis. Die Folgen davon sind riesige Zahn­schmerzen, es bildet sich eine Fistel utd> es kommt zu einer Operation. Und zum Schluß mutz er erst recht gezogen werden.

Der Patient: Wer erst, wenn ich sage.

Der Zahnarzt: So ist alles auf ein-mal erledigt. Ich aehte Kokainmjektion urtb Sie n nicht den geringsten Schmerz. (Er nimmt bie Spritze zur Hand). Nur nicht feig fein...

Der Patient: Bitte, ich bin nicht feig... Das ganze ist bloß Nervosität. (Er starrt vor sich hin. Faßt -dann eine» große» Entschluß und brüllt: „So ziehen Sie ihn denn!"'

Der Zahnarzt: (tritt zu einem Fach und stöbert darin verstohlen herum).

D« Patient: (-für sich). Ekelhafter Kerl.

D« Zahnarzt: (hält etwas in der Hand).

Der Patient: Was ist das? Die Svritze oder di« Zange?

D« Zahnarzt: Nichts. (Er richtet mit der Unken Hand den Stuhl zurecht).

Der Patient: Die Zange?

(Der Arzt greift ihm plötzlich in den Münte Ti« Gefühle des Patienten: L Die EmWndtmg eines

Der Ztchnarzt: Ja.

Der Pattent: Also, ich werde ihn jetzt öffnen. (Der Zahnarzt will darnach greisen.)

Dtt Patient: Also jetzt. (Er beißt mit aller Kraft die Zähne zusammen.)

Der Zahnarzt: Wollen Sie ihn also öffnen oder nicht?

Der Pati-nt: Ja, ja, sofort. Aber erst dann zie­hen, wenn ich sage. Wenn ich nichts sage, nicht ziehe». (Er schließt die Augen und spreizt den Mund aus. Er packt mit beiden Händen krampf­haft die Lehnen des Stuhls und stemmt bie Füße gegen den Schemel. Er zittert heftig.)

Tei . .hitarzt: Weshalb stemmen Sie sich so sehr? Der Patient: Ich stemme mich doch gar nicht.

Der Zahnarzt( (greift rn feinen Mund u. drückt den t schmerzenden Zahn mit dem Finger ins Zahnfleisch) Tut eS weh?